1. Research

Video: Bargeld, Freiheit und Verbrechen

Autor
Analyst
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Deutsche Bank Research Management
Stefan Schneider
Angesichts des zunehmend digitalen Zahlungsverkehrs ist die Notwendigkeit von Bargeld heute nicht mehr selbstverständlich. Aber: Die Nachfrage nach Euro-Bargeld steigt. Der Euro-Bargeldumlauf verdreifachte sich von 2003 bis 2016 auf 1,2 Billionen Euro und wuchs somit schneller als das nominale BIP. Schätzungen zufolge wird das umlaufende Euro-Bargeld für inländische Zahlungen benutzt, für Sparzwecke gehortet oder im Ausland gehalten, und zwar zu etwa je einem Drittel.
 

9. Juni 2017

 


Allerdings gibt es Bestrebungen, die Nutzung von Bargeld einzuschränken oder Bargeld vollständig abzuschaffen, um die Kriminalität zu bekämpfen. Die Abschaffung von Bargeld würde die Kriminalität jedoch nicht beseitigen. Denn für den Transfer von illegalen Geldern gibt es Alternativen zur Barzahlung, die zwar höhere Transaktionskosten bedeuten, aber ebenfalls kaum Spuren hinterlassen.

Welche Vorteile bietet Bargeld den Bürgern in einer digitalen Welt? Bargeld kann man unabhängig von technischen Geräten, Elektrizität, Banken oder anderen Finanzdienstleistern nutzen. Sollten Bankguthaben im Zuge ultralockerer Geldpolitik der Zentralbank negativ verzinst werden, könnten sich Sparer durch Bargeld hiervor schützen. Und nicht zuletzt verstärkt Bargeld den Schutz der Privatsphäre. Eine staatlich forcierte Einschränkung oder Abschaffung des Bargeldes könnte das Vertrauen der Bürger in die Währung und staatliche Stellen schwächen. Die Entscheidung zwischen Bargeld oder Buchgeld sollte daher den Bürgern selbst überlassen bleiben.

Studie
 
Englische Übersetzung vom 22. Juni 2017: ˮVideo: Cash, freedom and crimeˮ