1. Research
  2. Über uns
  3. Autoren
  4. Eric Heymann

Krieg in der Ukraine – Neue Realitäten 2.0

9. März 2022
Ukraine-Krieg bremst Konjunkturerholung, beendet sie aber nicht. In einem moderaten Energiepreisszenario (neue Basisprognose) erwarten wir ein Wachstum des deutschen BIP in 2022 zwischen 2 ½% und 3% (vorher 4%). Höhere Staatsausgaben dürften die Wachstumsverluste etwas begrenzen. In einem schwerwiegenderen Szenario könnte die Inflation auf 6 ½% bis 7% steigen, da die Öl- und Gaslieferungen zumindest vorübergehend gestoppt werden. Das jährliche BIP-Wachstum dürfte auf magere 1% bis 1 ½% sinken. [mehr]

Weitere Dokumente von Eric Heymann

179 Dokumente
22. Juni 2022
1
In der Sondersitzung der EZB in der letzten Woche ging es vor allem darum, wie angesichts demnächst steigender Notenbankzinsen Verkäufe von Anleihen südeuropäischer Länder und in der Folge ein Anstieg der Spreads begrenzt werden können. Wie bereits angekündigt soll die Flexibilität bei der Wiederanlage von auslaufenden Anleihen im Rahmen des Pandemie-Notfallankaufprogramms genutzt, aber das Tempo bei der Entwicklung eines Instruments erhöht werden, das eine Spread-Ausweitung verhindern soll, welche die Transmission geldpolitischer Impulse in der Eurozone gefährden würde. Damit soll die EZB entschlossener die immer weiter steigende Inflation bekämpfen können. Wir erwarten weiterhin eine Zinserhöhung um 25 Bp. im Juli, rechnen aber für den Rest des Jahres nun mit drei weiteren Erhöhungen um jeweils 50 Bp im September, Oktober und Dezember. Anfang 2023 sollten dann drei weitere Zinserhöhungen um jeweils 25 Bp. folgen. [mehr]
20. Juni 2022
2
Bei der Sondersitzung der EZB in der letzten Woche ging es vor allem darum, eine Fragmentierung innerhalb der Eurozone zu verhindern. Zum einen soll es mehr Flexibilität bei der Wiederanlage von auslaufenden Anleihen im Rahmen des PEPP-Programms geben. Dies soll vor allem höher verschuldete Staaten unterstützen. Zum anderen soll das Tempo bei der Einführung eines Instruments gegen ein zu starkes Auseinanderdriften der Zinsen auf Staatsanleihen in der Eurozone erhöht werden. Dies sollte der EZB mehr Flexibilität für Zinserhöhungen verschaffen. Wir rechnen daher damit, dass sie nach einer Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte im Juli die Zinsen im September, Oktober und Dezember um jeweils 50 Basispunkte anheben wird. Russland hat die Gaslieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 auf 40% der Maximalkapazität gesenkt. In der Folge sind die Gaspreise deutlich gestiegen. Minister Habeck spricht von einer angespannten Lage, wenngleich derzeit die Versorgungssicherheit gewährleistet sei. Die PMI-Daten am Donnerstag sowie das ifo-Geschäftsklima am Freitag sind die wichtigsten Datenpunkte in dieser Woche. [mehr]
15. Juni 2022
3
Notenbanken – Fit for 75? Nach den deutlich über den Erwartungen liegenden US-Verbraucherpreisen für Mai und dem Anstieg der mittelfristigen Inflationserwartungen der US-Verbraucher auf 3,3% hat ein Bericht im Wall Street Journal die Zinsspekulationen vor der heutigen Fed-Entscheidung weiter befeuert. Unsere US-Kollegen erwarten von der Fed jetzt 75 Bp-Schritte heute und im Juli, gefolgt von jeweils 50 Bp im September und November. Die EZB hat letzte Woche ebenfalls einen deutlich „hawkishen“ Ton angeschlagen. Wir haben zwei EZB-Zinsschritte à 50 Bp für September und Oktober prognostiziert. Wir würden aber auch bei einer weiterhin aufwärtsgerichteten Konjunkturentwicklung und weiteren „Überraschungen“ bei der Inflationsentwicklung einen größeren Schritt nicht ausschließen. Der EZB-Rat wird heute zu einem Sondertreffen zusammenkommen, um die aktuellen Marktbedingungen zu diskutieren. Hintergrund dürfte der Anstieg der 10-jährigen BTP-Zinsen auf über 4% sein. Es dürften auch die Möglichkeiten einer Nutzung der PEPP-Wiederanlagen zur Vermeidung vom Marktfragmentierung diskutiert werden. [mehr]
24. Mai 2022
4
In dieser Ausgabe des Ausblicks Deutschland befassen wir uns mit den kurzfristigen konjunkturellen Herausforderungen, die der Ukraine-Krieg in Bezug auf Wachstum, Inflation und öffentliche Finanzen mit sich bringt. Wir analysieren auch die längerfristigen strukturellen Herausforderungen, wie die Verringerung der Energieabhängigkeit des Landes von Russland und die Bemühungen der Regierungskoalition, neue Prioritäten, die durch die Zeitenwende ausgelöst wurden, in ihre bereits sehr ehrgeizige Agenda zu integrieren. [mehr]
7. April 2022
5
Zum Problem des Klimawandels ist mit dem Krieg in der Ukraine eine weitere bedrückende Dimension hinzugekommen: die Frage der Versorgungssicherheit mit Energie. Wo ist Deutschland besonders anfällig, welche Alternativen haben wir? Eric Heymann spricht in der neuen Folge von Podzept über alte und neue Energiequellen, aktuelle Herausforderungen der Industrie und darüber, wie man zuhause wirksam Energie sparen kann. [mehr]
30. März 2022
6
Trotz des langjährigen Ausbaus der erneuerbaren Energien ist Deutschland – wie die meisten anderen Industrieländer der Welt – immer noch auf fossile Energieträger angewiesen. Deutschland importiert fast 70% seiner Energieressourcen, wobei Russland derzeit der größte Lieferant von fossilen Energien ist. Deutschland ist bestrebt, seine Abhängigkeit von Energieeinfuhren aus Russland so schnell wie möglich zu verringern und plant einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, wird aber auch in LNG-Infrastrukturen zur Diversifizierung der Gasversorgung investieren. Das kurzfristige Risiko, von den russischen Gas- und Öllieferungen abgeschnitten zu werden, ist im (industriellen) Wärmemarkt ausgeprägter und weniger schwerwiegend im Stromsektor. Ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine Konsequenz aus der aktuellen Energiekrise, aber keine kurzfristige Lösung angesichts der begrenzten Möglichkeiten auf der Angebotsseite. [mehr]
26. Januar 2022
7
Due to significant demand/supply imbalances as well as climate policy measures, energy prices were the main driver of consumer price inflation in Germany in 2021. In 2022 as a whole, prices might increase by more than 20% for gas on average and by more than 15% for electricity. In that case, higher gas and electricity prices would substantially boost Germany’s inflation rate in 2022 (by up to 1 percentage point). In the medium term, a more ambitious climate and energy policy will very likely continue to raise consumer price inflation. At least over the transition period, rising CO2 prices (via the national carbon levy or the EU-wide emissions trading system) will not only lead to a permanently higher price trend for fossil fuels (oil/gas heating, fuels) but also costs for electricity generation. Overall, this weakens the widespread argument to view energy price increases as temporary. [mehr]
17. Dezember 2021
8
4% BIP-Wachstum im Jahr 2022, trotz technischer Rezession im Winterhalbjahr. Eine synchrone Beschleunigung dürfte zu einem jährlichen BIP-Wachstum von 4% führen. In 2023 werden sich die Quartalsraten auf Trendwachstum verlangsamen. In der Fiskalpolitik führen ehrgeizige Ausgabenpläne und Festhalten an der Schuldenbremse zu offenen Finanzierungsfragen. Auf Basis des bisherigen fiskalischen Regimes wird das Haushaltsdefizit deutlich zurückgehen. Die großen, aber noch nicht bezifferten Ausgabenpläne der neuen Regierung bergen Aufwärtsrisken. Abschwächung der Inflationsraten von über 5%, aber Kernrate wegen Kostenexplosion und großen Preisüberwälzungsspielräumen dauerhaft höher. Gesamt- und Kerninflationsraten dürften auch im Jahr 2023 nicht unter 2% fallen. Neue Bundesregierung: „Team Scholz“ wird Klimaschutz und umfangreiche Steuererleichterungen für grüne und digitale Investitionen in den Mittelpunkt stellen. Die deutsche EU-Politik mit weniger fiskalischem Dogma offener für vorsichtige Reform der EU-Defizitregeln. [mehr]
19. November 2021
9
In the face of rapidly rising COVID-19 infection rates causing regional bottlenecks in intensive care units, the current caretaker federal government and heads of federal states agreed on further restrictions yesterday. From now on, the hospitalisation ratio in federal states will be the new single most important indicator to watch. It measures how many COVID-19 patients per 100,000 people have been hospitalised during the last 7 days. As soon as certain thresholds are exceeded, new restrictions will come into effect. In this Germany Blog, we explain the new thresholds and measures in detail and provide an economic assessment to illustrate the impact. [mehr]
10. November 2021
10
Ein weiterer Corona-Winter. Das BIP-Wachstum hat sich in Q3 nicht weiter beschleunigt, da Lieferengpässe die Industrieproduktion zusehends dämpften. Im Winterhalbjahr werden die angebotsseitigen Engpässe weiter anhalten und erst im Jahr 2022 ganz allmählich abklingen. Angesichts des kräftigen Anstiegs der Corona-Fallzahlen dürfte sich der private Verbrauch abschwächen, nachdem er noch im Sommer die Wachstumslokomotive war. Zum Frühjahr hin könnte er jedoch wieder anziehen. Wir erwarten nun eine BIP-Stagnation im Winterhalbjahr, wenngleich die Risiken für eine Kontraktion zunehmen. Angesichts der Aufwärtskorrekturen für H1 liegt die durchschnittliche BIP-Wachstumsrate für 2021 immer noch bei 2,5% gg. Vj. Der Preisauftrieb hat die Erwartungen in vielen Bereichen weiterhin übertroffen. Trotz zunehmender Engpässe am Arbeitsmarkt hat dies jedoch (noch) nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale geführt. Außerdem in dieser Ausgabe: Regierungsbildung in Deutschland schreitet voran. [mehr]
28. September 2021
11
Noch nie seit der Wiedervereinigung haben Industrieunternehmen in Deutschland so sehr über Materialengpässe geklagt wie aktuell. Neben den physischen Knappheiten von Vorprodukten sind für die Unternehmen aktuell auch steigende Preise problematisch. Dies spiegelt sich in den Erzeugerpreisen wider, die im August 2021 um etwa 12% über dem Vorjahreswert lagen – der kräftigste Anstieg seit Dezember 1974. Die jüngste Entwicklung ist kein deutsches Phänomen. In vielen Ländern der Welt wird die aktuelle Konjunkturerholung durch Lieferengpässe und höhere Preise gedämpft. Lieferengpässe und steigende Preise für Vorleistungsgüter beeinträchtigen die konjunkturelle Erholung im Verarbeitenden Gewerbe. Hier übertraf der Auftragseingang im Juli 2021 das Produktionsniveau um 24%. Insgesamt erwarten wir, dass uns die Störungen der Lieferkette noch ins Jahr 2022 beschäftigen werden, auch wenn der Tiefpunkt in der Lieferkrise hinter uns liegen könnte. [mehr]
8. September 2021
12
Wegen der anhaltenden Knappheit an Halbleitern wird 2021 erneut ein schwaches Jahr für den Automobilstandort Deutschland. Zwar könnte in der aktuellen Konjunktur- und Lieferkrise der Tiefpunkt erreicht sein, eine Rückkehr zu früheren Höchstständen ist jedoch – auch mittelfristig – unwahrscheinlich. Die deutschen Autohersteller dagegen legen positive Ergebnisse vor und gewinnen Anteile in wichtigen Märkten. Die Diskrepanz zwischen Automobilstandort Deutschland und deutscher Automobilindustrie wird offenkundig. [mehr]
30.1.0