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Störungen der Lieferketten: Auch 2022 noch Konjunktur- und Inflationsrisiko

28. September 2021
Noch nie seit der Wiedervereinigung haben Industrieunternehmen in Deutschland so sehr über Materialengpässe geklagt wie aktuell. Neben den physischen Knappheiten von Vorprodukten sind für die Unternehmen aktuell auch steigende Preise problematisch. Dies spiegelt sich in den Erzeugerpreisen wider, die im August 2021 um etwa 12% über dem Vorjahreswert lagen – der kräftigste Anstieg seit Dezember 1974. Die jüngste Entwicklung ist kein deutsches Phänomen. In vielen Ländern der Welt wird die aktuelle Konjunkturerholung durch Lieferengpässe und höhere Preise gedämpft. Lieferengpässe und steigende Preise für Vorleistungsgüter beeinträchtigen die konjunkturelle Erholung im Verarbeitenden Gewerbe. Hier übertraf der Auftragseingang im Juli 2021 das Produktionsniveau um 24%. Insgesamt erwarten wir, dass uns die Störungen der Lieferkette noch ins Jahr 2022 beschäftigen werden, auch wenn der Tiefpunkt in der Lieferkrise hinter uns liegen könnte. [mehr]

Weitere Dokumente zum Thema "Deutschland"

461 Dokumente
8. Dezember 2021
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Deutschland: Scholz wird 9. Bundeskanzler. Erstmals wird das Land von einer Koalition aus drei Parteien regiert. Neben der Corona-Pandemie wollen die Koalitionäre die Herkulesaufgabe „Klimaneutralität bis spätestens 2045“ sofort in Angriff nehmen. Die dazu notwendigen Investitionen und Finanzmittel machen allerdings die Einhaltung der Schuldenbremse zur Mission impossible. Der Koalitionsvertag enthält – ähnlich wie der Film mit Tom Cruise – einige kreative Ansätze, wie die Mission nach Ansicht der Koalitionäre (zumindest formal) gelingen könnte. [mehr]
1. Dezember 2021
2
Die Omikron-Variante des SARS-CoV2-Virus wurde von der WHO als besorgniserregend eingestuft. Virologen halten sich bislang mit Einschätzungen noch zurück. Nach gestrigen Beratungen von Bund und Ländern soll es bereits am kommenden Donnerstag eine Ministerpräsidentenkonferenz zu weiteren Corona-Maßnahmen geben. Die designierten Regierungsparteien haben ihren Koalitionsvertrag vorgelegt. Wir erörtern wichtige Aspekte in unserem Focus Germany: Coalition treaty aims at a greener economy and more resilient society. Inflationssprung im November: Nach erster Schätzung kletterte die deutsche Inflationsrate (VPI) im Nov. auf 5,2% gg. Vj. und damit auf ein 29-Jahreshoch. Die nach EU-Vorgaben harmonisierte Rate (HVPI) sprang sogar auf 6%. Für den deutlichen Anstieg des HVPI war neben bereits vielfach erörterten Sonder- und Basiseffekten auch die Neugewichtung von Pauschalreisen maßgeblich. [mehr]
24. November 2021
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Bei der Bekämpfung der Corona-Krise wird die Hospitalisierungsrate zum wichtigsten Indikator. Ab einer Rate von 3 tritt in den betroffenen Bundesländern die 2G-Regel in Kraft. Ab einem Wert von 6 gilt 2G+. Bei einer Hospitalisierungsrate von über 9 (aktuell drei Bundesländer) können weitere Einschränkungen auch einen regionalen Lockdown für einzelne Sektoren umfassen. Die weiterhin hohen Fallzahlen (Inzidenz heute 404,5) werden den privaten Verbrauch im Winterhalbjahr dämpfen. Derweil haben wir unsere Einschätzung zur Geldpolitik der Fed und der EZB geändert. Wir erwarten nun jeweils früher erste Zinsschritte. [mehr]
19. November 2021
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In the face of rapidly rising COVID-19 infection rates causing regional bottlenecks in intensive care units, the current caretaker federal government and heads of federal states agreed on further restrictions yesterday. From now on, the hospitalisation ratio in federal states will be the new single most important indicator to watch. It measures how many COVID-19 patients per 100,000 people have been hospitalised during the last 7 days. As soon as certain thresholds are exceeded, new restrictions will come into effect. In this Germany Blog, we explain the new thresholds and measures in detail and provide an economic assessment to illustrate the impact. [mehr]
19. November 2021
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Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige sanken in Q2 erstmals seit 2014, bevor sie sich in Q3 wieder etwas erholten (EUR +11,8 Mrd., +2,8% ggü. Vj.). Das Kreditvolumen mit der Industrie schrumpft deutlich, aber mit Dienstleistern und Selbstständigen wächst es stark. Auslandsbanken und Landesbanken liegen im Minus, Sparkassen und Genossenschaftsbanken profitieren. Anleiheemissionen laufen weiter schwungvoll; Aktien, Commercial Paper & Leasing haben sich normalisiert. Die deutsche Volkswirtschaft ist in Q3, wie schon im Vorquartal, solide gewachsen (+1,8% ggü. Vq.). Hauptstütze war der anziehende private Verbrauch. In Q4 werden vor allem die Industrie und der Bau weiter von Lieferengpässen und steigenden Preisen gebremst. Zudem dürften die kräftig gestiegenen Corona-Infektionen den privaten Verbrauch dämpfen. Die Prognose für das BIP-Wachstum 2021 liegt daher nur noch bei 2,5%; für 2022 dagegen bei 4,5%. [mehr]
10. November 2021
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Ein weiterer Corona-Winter. Das BIP-Wachstum hat sich in Q3 nicht weiter beschleunigt, da Lieferengpässe die Industrieproduktion zusehends dämpften. Im Winterhalbjahr werden die angebotsseitigen Engpässe weiter anhalten und erst im Jahr 2022 ganz allmählich abklingen. Angesichts des kräftigen Anstiegs der Corona-Fallzahlen dürfte sich der private Verbrauch abschwächen, nachdem er noch im Sommer die Wachstumslokomotive war. Zum Frühjahr hin könnte er jedoch wieder anziehen. Wir erwarten nun eine BIP-Stagnation im Winterhalbjahr, wenngleich die Risiken für eine Kontraktion zunehmen. Angesichts der Aufwärtskorrekturen für H1 liegt die durchschnittliche BIP-Wachstumsrate für 2021 immer noch bei 2,5% gg. Vj. Der Preisauftrieb hat die Erwartungen in vielen Bereichen weiterhin übertroffen. Trotz zunehmender Engpässe am Arbeitsmarkt hat dies jedoch (noch) nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale geführt. Außerdem in dieser Ausgabe: Regierungsbildung in Deutschland schreitet voran. [mehr]
14. Oktober 2021
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Deutschlands Potenzialwachstum wird in den kommenden Jahren zunehmend unter demografischen Druck geraten, es dürfte auf knapp ein ¾% absinken. Nachlassendes Potenzialwachstum beeinträchtigt die konjunkturelle Resilienz und schwächt tendenziell die Schuldentragfähigkeit. Daher sollte das Potenzialwachstum noch stärker in den Mittelpunkt politischer Debatten rücken. Es ist das große bindende Thema zwischen effizientem und zugleich klimagerechtem Wirtschaften, dem demografischen Wandel und dem Megatrend der Digitalisierung. Kurzfristig wirken steigende Energiekosten und die regulatorische Verkürzung der Nutzungszeiten von Anlagen wie ein negativer Angebotsschock. Das gilt umso mehr, wenn es mittelfristig nicht gelingt, die Chancen für Neuinvestitionen zu nutzen und adäquaten Ersatz zu installieren. [mehr]
12. Oktober 2021
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Das zuletzt kräftige Wachstum während der Sommermonate dürfte sich über den Winter abschwächen. Bis Frühling 2022 dürften die dämpfenden Einflussfaktoren nachgelassen haben und Nachholeffekte sollten das Wachstum erneut ankurbeln. Für die Jahre 2021 und 2022 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 3,1% und 4,3%. Im Jahresdurchschnitt 2021 erwarten wir eine Inflation von 3,0%. Steigende Kapitalmarktzinsen erhöhen tendenziell die Hypothekenzinsen; für das Jahresende 2021 erwarten wir 1,25% und einen weiteren Anstieg auf 1,45% bis Ende 2022. Wohneigentum bleibt zinsseitig weiterhin erschwinglich. [mehr]
8. September 2021
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Due to the continuing shortage of semiconductors, 2021 will be another weak year for Germany as an automotive location. Although the current economic and supply crisis may have reached its low point, a return to earlier highs is unlikely – even in the medium term. By contrast, German auto manufacturers are reporting positive results and gaining share in important markets. The discrepancy between Germany as an automotive location and the German auto industry is becoming apparent. [mehr]
8. September 2021
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Wegen der anhaltenden Knappheit an Halbleitern wird 2021 erneut ein schwaches Jahr für den Automobilstandort Deutschland. Zwar könnte in der aktuellen Konjunktur- und Lieferkrise der Tiefpunkt erreicht sein, eine Rückkehr zu früheren Höchstständen ist jedoch – auch mittelfristig – unwahrscheinlich. Die deutschen Autohersteller dagegen legen positive Ergebnisse vor und gewinnen Anteile in wichtigen Märkten. Die Diskrepanz zwischen Automobilstandort Deutschland und deutscher Automobilindustrie wird offenkundig. [mehr]
6. September 2021
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With less than three weeks to go until the German federal election, we put together a succinct presentation to address the following questions:

#1: Is the SPD boom yet another spike in voter preferences – that is going to mean-revert?
#2: How do policy platforms compare and where are the parties’ red lines?
#3: Which coalition option is most likely to materialize?
#4: Is a leftish red-red-green coalition a possibility at all?
#5: Are there any procedural stumbling blocks? How long might the Merkel government act as a caretaker government?
#6: What could fiscal, climate, distribution, and housing policies look like in a new three-way coalition?
#7: What is the likely impact on Germany’s potential growth?

In addition to summarizing our election outlook, we include snapshots of recently published research on how key policy areas like climate, energy, EU, distribution, and fiscal policy might be shaped by the next government. [mehr]
6. September 2021
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Beim Thema Wohnungspolitik haben die aktuellen Wahlprogramme der Parteien wenig Schnittmengen. Union, FDP und AfD schlagen weiterhin eine eher angebots- und SPD, Grüne und Linke eine eher nachfrageorientierte Wohnungspolitik vor. Union und FDP versprechen, den Preis- und Mietdruck über zusätzliches Angebot zu beseitigen und Anreize für Renovierungen zu bieten. Wer zur Miete wohnt und nie wieder umziehen möchte, dürfte sich durch die Programme der SPD, der Linken oder der Grünen angesprochen fühlen. Für private Haushalte dürfte die Belastung durch die Grunderwerbsteuer nach der Wahl womöglich sinken, für große Investoren dürfte sie dagegen eher zulegen. Keine Partei bietet ein Gesamtkonzept. Keine Partei schätzt die Folgen ihrer Forderungen im Hinblick auf benötigte Arbeitskräfte, Finanzmittel oder Flächen ab. [mehr]
22.2.0