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  4. Ausblick Deutschland

Wolken über der noch märchenhaften Wirtschaftslage

4. September 2018
Wirtschaftslage bleibt – trotz etwas gedämpfter Konjunktur – geradezu märchenhaft. Auch in H2 wird die Binnennachfrage Wachstumsstütze bleiben. Wir halten an unserer BIP-Wachstumsprognose von rund 0,5% gg. Vq. für Q3 und Q4 fest. Aufgrund der Zusammensetzung des Wachstums in H1 sinkt der Wert für das Gesamtjahr allerdings marginal auf 1,9% (2,0%), wobei die Abwärtsrisiken überwiegen. Trotzdem bleibt die Wirtschaft in sehr guter Verfassung. Das Wachstum liegt über der Potenzialrate, die Arbeitslosenquote sinkt auf unter 5%, und die Inflation beschleunigt sich nicht auf deutlich über 2%. Hinzu kommen noch ein Haushaltsüberschuss von über 1% und ein Schuldenstand von unter 60% – das klingt (zumindest in Europa) wirklich wie aus dem Märchen. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: Deutsche Industriekonjunktur, Fachkräftemangel in der Bauindustrie, Unternehmenssteuern, sozialpolitisches Paket der Groko, EZB und QE-Ausstieg) [mehr]

Weitere Dokumente der Reihe "Ausblick Deutschland"

70 (13-24)
13. März 2018
13
Trotz der unerwarteten Stagnation der Inlandsnachfrage in H2, der schwachen Produktions- und Einzelhandelsdaten im Januar sowie des Rücksetzers bei den Umfragen in der Industrie im Februar, glauben wir weiterhin, dass sich der Wirtschaftsboom in Deutschland – nicht zuletzt wegen des hohen Niveaus der ifo- und PMI-Indizes, höherer Kapazitätsauslastung und prall gefüllter Auftragsbücher – auch in 2018 fortsetzt. Die boomende Wirtschaft zeigt sich bereits deutlich in höheren Lohnabschlüssen und einer ansteigenden Lohndrift. Allerdings zeigen unsere Schätzungen nur ein begrenztes Durchwirken der Lohnentwicklung auf die Kernrate der Inflation, die aber Richtung 2% steigen sollte. Da gleichzeitig der Druck bei den volatilen Inflationskomponenten (Nahrungsmittel, Energie) nachlässt, dürfte sich die Inflationsrate insgesamt in 2018/19 eher seitwärts entwickeln. [mehr]
5. Februar 2018
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Die Konjunktur hat im Winterhalbjahr kaum an Schwung verloren. Der enge Arbeitsmarkt und prall gefüllte Auftragsbücher der Unternehmen bescheren den Gewerkschaften eine hervorragende Verhandlungsposition, wenngleich die diesjährigen Abschlüsse wohl letztlich nicht ganz so hoch ausfallen dürften, wie sich mancher Arbeitnehmer und die EZB erhoffen. Gleichzeitig werden bei den Verhandlungen über eine Neuauflage der Groko die fiskalischen Überschüsse komplett ausgegeben. Gerade so, als gäbe es keine demografischen Herausforderungen und gerade so, als seien „Nullzinsen“ und eine boomende Wirtschaftsentwicklung ein Normalzustand. Wie intonieren die Narren, wenn das Ende der Karnevalszeit naht? „Am Aschermittwoch ist alles vorbei.“ [mehr]
14. Dezember 2017
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Die deutsche Wirtschaft ist in 2017 um rund 2,3% gewachsen und lieferte damit die positive Überraschung unter den Industrieländern. In 2018 dürfte das BIP nochmals um 2,3% steigen. Dies wäre das fünfte Jahr in Folge, in dem Deutschland über Potenzial wächst. Die anstehende Lohnrunde, insbesondere aber die hohe Nachfrage bei global abschmelzenden freien Kapazitäten, könnten zu einer stärkeren zugrundeliegenden Preisdynamik führen, als von uns derzeit prognostiziert. Wir haben schon im Vorfeld der Bundestagswahl unsere Sorge geäußert, dass eine neue Regierung aufgrund der aktuellen (vorübergehenden!) Idealkonstellationen am Arbeitsmarkt und im Staatsaushalt den immer drängenderen Herausforderungen durch Digitalisierung, Demografie und Globalisierung – ähnlich wie ihre Vorgängerin – nicht genügend Aufmerksamkeit schenken wird. Die unerwarteten Schwierigkeiten bei der Regierungsbildung haben diese Sorgen nochmals erhöht. [mehr]
3. November 2017
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Angestrebte Jamaika-Koalition: Nach der Sondierung ist vor den Verhandlungen. Es zeichnet sich ab, dass die Kanzlerwahl erst im Januar erfolgen könnte. Nachdem in der ersten Runde der Sondierungsgespräche bei vielen Themen entscheidende Details offen geblieben sind, stehen in den nächsten Wochen weitere herausfordernde Runden an. Erst danach sollen die eigentlichen Koalitionsverhandlungen erfolgen. Der gesamtwirtschaftliche Impuls einer schwarz-gelb-grünen Fiskalpolitik dürfte anfänglich, d.h. im Jahr 2018, eher begrenzt sein. Gleichwohl sind Schritte in die richtige Richtung einer Stärkung des Standortes Deutschland zu erwarten. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: November-Steuerschätzung, deutscher Leistungsbilanzüberschuss, Industrie in der EU, EZB-Politik) [mehr]
6. Oktober 2017
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Jamaika dürfte keinen fundamentalen Politikwechsel bringen. Der zusätzliche fiskalische Impuls der Steuer- und Ausgabenpolitik dürfte unserer Erwartung nach 2018 in der Größenordnung von 15 Mrd. EUR und 20 Mrd. EUR liegen. Dieser Betrag liegt nur geringfügig über den 15 Mrd. EUR, die vom scheidenden Finanzminister in Aussicht gestellt wurden und die wir schon in unserer BIP-Prognose von 1,8% für 2018 berücksichtigt hatten. Vorschläge im Wahlprogramm der FDP wie beispielweise eine Rückführung des ESM oder die Schaffung einer geregelten Austrittsprozedur für die Eurozone haben bei einigen EU-Politikern die Alarmglocken läuten lassen. Wir glauben allerdings nicht, dass sich diese Forderungen im Koalitionsvertrag wiederfinden werden. Trotz der FDP-Forderungen nach mehr markt- und regelbasierten Prozeduren innerhalb der EWU dürfte Deutschland im Fall einer krisenhaften Zuspitzung in einem Mitgliedsland die notwendige Unterstützung gewähren. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: Fiskalischer Spielraum der neuen Bundesregierung, Welthandel, Unkonventionelle EZB-Politik) [mehr]
6. September 2017
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Deutsche Konjunktur boomt, Lohninflation bleibt derzeit noch aus. Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2017 von 1,6% auf 1,9% angehoben. Die Prognose für 2018 haben wir nur leicht erhöht (von 1,7% auf 1,8%), da wir erwarten, dass der robusten Binnenkonjunktur wechselkursbedingte zunehmende Gegenwinde beim Export gegenüberstehen. Da sich die Aufwertung des Euro nur allmählich bemerkbar machen wird und die Investitionen anziehen, dürfte sich die BIP-Expansion in H2 nur geringfügig verlangsamen. Anfang 2018 stehen Tarifverhandlungen in wichtigen Sektoren an. Angesichts der günstigen Arbeitsmarktsituation sind eigentlich Abschlüsse von über 3% zu erwarten. Allerdings ist die (klassische) Phillips-Kurven-Relation nur schwach ausgeprägt und andere Faktoren könnten ein größeres Gewicht haben. (Weitere Themen in dieser Ausgabe: Lohnrunde 2018, deutsche Industrieprognose, unser EZB-Szenario) [mehr]
8. August 2017
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Prognose für das deutsche BIP-Wachstum in Q2 auf 0,8% angehoben. Starker privater Konsum belebt den Einzelhandel. Deutscher Fiskalausblick: Idealzustand währt nicht ewig! EZB: Zwei Schritte vorwärts, einer zurück. [mehr]
7. Juli 2017
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2017 BIP-Prognose +1,6%, Überhitzungsrisiken steigen in 2018. Die deutsche Wirtschaft dürfte auch im zweiten Quartal ihr kräftiges Wachstumstempo beibehalten haben. Insbesondere der Konsum entwickelt sich dank zuletzt wieder sinkender Ölpreise und weiter kräftig steigender Beschäftigung günstiger als erwartet. Wir haben unsere BIP-Prognose für das Gesamtjahr auf 1,6% (1,3%) angehoben, was einer kalenderbereinigten Rate von 2% entspricht. Kräftige Hauspreisanstiege in 2017 und 2018. Stärkere Vermögenseffekte? EZB: Allmählicher taubenhafter Ausstieg [mehr]
6. Juni 2017
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Deutsches BIP: Weitere Aufwärtsrisiken. Nach dem beeindruckenden BIP-Wachstum von 0,6 % gegen Vorquartal in Q1 deuten weiche Indikatoren (ifo, PMI) auf keinerlei Verlangsamung hin. Die Beschäftigung ist in 2017 bis dato ähnlich stark wie in 2016 gestiegen. Damit könnte unsere Prognose einer Zunahme des privaten Verbrauchs um 1% in 2017 zu vorsichtig sein. Im Winterhalbjahr haben sich die Ausfuhren zusammen mit dem Welthandel erholt. Allerdings gibt es Anzeichen, dass die Dynamik des Welthandels ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Zusammen mit den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten dürfte das moderate Exportwachstum die Investitionstätigkeit dämpfen. Nach der Bekanntgabe des Wachstums von 0,6% für Q1 haben wir unsere Prognose für 2017 von 1,0% auf 1,3% angehoben. Jüngste Umfragen deuten weitere Aufwärtsrisiken an. In 2018 könnte die deutsche Konjunktur überhitzen. (Weitere Themen dieser Ausgabe: Deutsche Industrieproduktion; Unternehmensfinanzierung in Q1 – Kreditvergabe; Konjunktur in der Eurozone; EZB-Politik) [mehr]
8. Mai 2017
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Im Jahr 2016 war das Wachstum des Welthandels mit +1,3% schwach und in manchen Monaten sogar rückläufig. Im Winterhalbjahr aber nahm der Welthandel mit einem Plus von rund 3% gegenüber den Vorjahresmonaten wieder Fahrt auf. Unser Modell prognostiziert allerdings nur ein moderates Wachstum von etwas mehr als 2% im Jahr 2017 und rund 3% im Jahr 2018. Aufgrund der aktuellen Wachstumsdynamik und struktureller Unsicherheiten beschreibt dies wohl eher den unteren Rand des Prognosekorridors. Die insgesamt vorsichtige Prognose steht allerdings auch mit den zunehmenden globalen Handelsrestriktionen im Einklang, denn trotz gegenteiliger Beteuerungen auf G20-Gipfeln steigt die Zahl der Handelshemmnisse an. (Weitere Beiträge in dieser Ausgabe: Deutsches Beschäftigungswunder; EZB-Geldpolitik) [mehr]
7. April 2017
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Öffentliche Investitionen: Mehr in der Pipeline. In der internationalen Debatte werden öffentliche Investitionen vielfach als nützlicher Hebel für eine höhere Binnennachfrage gesehen. Trotz internationaler Kritik und politischer Willensbekundung sind die öffentlichen Investitionen in Deutschland in den letzten zwei Jahren nur moderat gestiegen. In den kommenden Jahren dürften die öffentlichen Investitionen jedoch spürbar zulegen. [mehr]
8. März 2017
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Auf den ersten Blick scheint das anziehende BIP-Wachstum zum Jahresende 2016 (Q4: +0,4% gg. Vq.; zuvor: +0,1%) konsistent mit den angestiegenen Konjunkturindikatoren. Allerdings zeigt die Zusammensetzung des BIP-Wachstums eine eher schwächere zugrundeliegende Dynamik. Wir behalten deshalb unsere unter dem Konsens liegende BIP-Prognose von 1,1% für das Jahr 2017 bei. Unsere Inflationsprognose für 2017 heben wir insgesamt minimal an auf 1,7% von 1,6% nach nur 0,5% in 2016. Dabei erwarten wir die Kerninflation in 2017 weiter bei gut 1%. Sollten sich die Anzeichen für den globalen Preisauftrieb bestätigen, könnte die Kerninflation aber deutlicher zulegen, insbesondere wenn in 2018 anziehende Preise Zweitrundeneffekte bei den Lohnverhandlungen nach sich ziehen sollten. Wir erwarten weiterhin, dass die EZB erst im September Aussagen zum „Tapering“ treffen wird, die dann ab Januar 2018 umgesetzt werden. Von der Pressekonferenz erwarten wir Hinweise in Richtung eines langsamen und graduellen Übergangs zu einer weniger expansiven Geldpolitik. [mehr]
2.1.7