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17. April 2014
Die Unterschiede zwischen der deutschen Automobilindustrie und der Automobilindustrie in Deutschland werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen – der Aufbau von Produktionskapazitäten in den Wachstumsmärkten schreitet voran. Die Expansion im Ausland muss nicht zu Lasten des Automobilstandorts Deutschland gehen, eine stabile oder gar positive Entwicklung des Autostandorts Deutschland ist jedoch kein Selbstläufer. Wir skizzieren drei Szenarien zur möglichen Entwicklung des Autostandorts Deutschland bis 2025. In unserem wahrscheinlichsten Szenario bleibt die inländische stückzahlmäßige Pkw-Produktion bis dahin etwa auf dem heutigen Niveau. Deutschland profitiert dabei von einer allmählichen Erholung der westeuropäischen Autonachfrage. Zudem gewinnen kleinere Exportmärkte an Bedeutung. [mehr]
Zukunft des Automobilstandorts Deutschland Aktuelle Themen Deutschland Der Unterschied zwischen der deutschen Automobilindustrie und der Automobil- industrie in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig größer geworden. Dies ist eine Folge der zunehmenden Lokalisierung der Autoproduktion im Ausland. Auch künftig wird die Auslandsproduktion deutscher Hersteller expandieren. Damit diese Entwicklung nicht zu Lasten des Produktionsstandorts Deutschland geht, müssen die Unternehmen die Produktivität im Inland stetig erhöhen und ihre Fahrzeuge technologisch weiter verbessern. Die Politik muss für investiti- onsfreundliche Rahmenbedingungen sorgen. Aktuelle politische Entwicklungen (z.B. in der Arbeitsmarktpolitik) lassen aber befürchten, dass die Autoproduktion am Standort Deutschland für die Unternehmen künftig weniger attraktiv wird. 2013 erreichte die Pkw-Produktion (Stückzahlen) deutscher Unternehmen im Ausland über 8,6 Mio. Einheiten. Dieser Wert lag um 133,7% über dem Niveau von 2000. Im Gegensatz dazu übertraf die inländische Pkw-Produktion des Jah- res 2013 (5,4 Mio.) das Ergebnis von 2000 nur um 6,1% (+0,5% p.a.). Neben der Lokalisierung der Produktion bilden die Exporte die zweite Säule der Globalisierungsstrategie. 2013 wurden über 77% der in Deutschland gefertigten Pkw exportiert. Zwar sind die Pkw-Exporte zwischen 1995 und 2013 um über 70% gestiegen. Allerdings findet seit einigen Jahren kein Wachstum mehr statt. Die Autonachfrage z.B. in China wird zunehmend aus lokalen Fabriken bedient. Wir skizzieren drei Szenarien zur möglichen Entwicklung des Autostandorts Deutschland bis 2025. In unserem wahrscheinlichsten Szenario bleibt die inlän- dische Pkw-Produktion bis dahin etwa auf dem heutigen Niveau. Deutschland profitiert dabei von einer allmählichen Erholung der westeuropäischen Auto- nachfrage. Zudem gewinnen kleinere Exportmärkte an Bedeutung. Im Negativ- szenario, dem wir eine Wahrscheinlichkeit von rd. 25% beimessen, verschlech- tern sich die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland, sodass die inlän- dische Produktionsbasis allmählich geschwächt wird. Eine stabile oder gar posi- tive Entwicklung des Autostandorts Deutschland ist also kein Selbstläufer. Autor Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Editor Lars Slomka Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann 17. April 2014 Zukunft des A utomobil - standort s Deutschland 4 5 6 7 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Historie Szenario 1 (ca. 65%) Szenario 2 (ca. 10%) Szenario 3 (ca. 25%) Pkw-Produktion in Deutschland gemäß verschiedenen Szenarien*, Mio. Quellen: VDA, Deutsche Bank Research * Linearer Verlauf unterstellt Automobilproduktion in Deutschland: Stabile oder positive Entwicklung ist kein Selbstläufer Unter Mitwirkung des VDA – Verband der Automobilindustrie Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 2 | 17. April 2014 Aktuelle Themen 1. Einleitung: Deutsche Automobilindustrie gut positioniert Die deutsche Automobilindustrie hat sich in den letzten Jahren im internationa- len Wettbewerb sehr gut behauptet. In den meisten wichtigen Automärkten der Welt konnten deutsche Unternehmen ihre Anteile am jeweiligen Pkw-Absatz ausbauen oder zumindest halten. Noch vor gut 20 Jahren, als die Branche nach dem Wiedervereinigungsboom in eine tiefe Rezession rutschte und mit hohen strukturellen Kosten zu kämpfen hatte, wurde von einigen Marktbeobachtern der Abgesang auf die deutsche Automobilindustrie angestimmt. Insofern ist die seit- her positiv verlaufene Entwicklung beachtenswert. Die deutschen Hersteller hätten diesen Erfolg nicht erzielen können, wenn ihre Produktpalette nicht den Wünschen der Autokunden entspräche. Fahrzeuge von deutschen Konzernmarken zählen in puncto Sicherheit, Leistungsvermö- gen, Komfort, Vielfalt, Design, Zuverlässigkeit und Image zur Weltspitze. Maß- geblich für die erfreuliche Entwicklung war ferner eine Konzentration auf Kern- kompetenzen, die dazu beigetragen hat, die eigenen Fixkosten zu senken. Ge- rade in den 1990er Jahren lagerten die Hersteller nennenswerte Teile ihrer Wertschöpfung an Zulieferer und andere vorgelagerte Branchen aus. In der Folge sank der Anteil der inländischen Bruttowertschöpfung am Produktionswert von 33% im Jahr 1991 auf knapp ein Viertel zehn Jahre später. Auch die mode- raten Lohnabschlüsse der letzten Jahre erhöhten die relative Wettbewerbsfä- higkeit der Branche gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Parallel dazu kamen immer mehr flexible Arbeitszeitmodelle in den Unternehmen zum Ein- satz, die es ermöglichen, konjunkturelle Schwankungen ohne größere Eingriffe in die Stammbelegschaften zu meistern. Ein weiterer Vorteil des Wirtschafts- zweigs ist die enge technologische und räumliche Verzahnung von Herstellern, Zulieferern, Logistikunternehmen, Ausrüstern (z.B. Maschinenbau) und universi- tären und sonstigen Forschungseinrichtungen. Dieses automobile Cluster in Deutschland ist in dieser Form weltweit wohl einmalig und ermöglicht u.a. konti- nuierliche Produktivitätsfortschritte und Innovationen. Internationalisierungsstrategie wichtiger Schlüssel zum Erfolg Von besonderer Bedeutung für den Erfolg der deutschen Automobilindustrie war darüber hinaus ihre massive Internationalisierungsstrategie. So haben die Unternehmen in den letzten Jahren nicht nur immer mehr ausländische Ab- satzmärkte erschlossen. Sie diversifizierten zudem ihren Einkauf und beziehen viele Vorleistungen (Teile und Komponenten) aus dem Ausland; unter den zehn größten Importländern in der Branche befinden sich vier osteuropäische Staa- ten. Darüber hinaus erweiterte die deutsche Automobilindustrie – Autohersteller und Zulieferer – in den letzten Jahren ihre Produktionskapazitäten im Ausland. In der Folge ist die stückzahlmäßige Autoproduktion deutscher Unternehmen im Ausland stark gestiegen, während sie im Inland im langfristigen Trend (auf ho- hem Niveau) eher stagnierte. Neben den Produktionsbereichen baut die Bran- che seit geraumer Zeit auch ihre F&E-Aktivitäten im Ausland aus. Deutsche Automobilindustrie ≠ Automobilindustrie in Deutschland Vor allem die zunehmende Lokalisierung der Produktion hat dazu geführt, dass die Unterschiede zwischen der „deutschen Automobilindustrie“ und der „Auto- mobilindustrie in Deutschland“ immer größer geworden sind. Im folgenden Be- richt wollen wir untersuchen, welche Auswirkungen diese divergierende Ent- wicklung auf den Automobilstandort Deutschland haben kann und ob sein Wachstumspotenzial langfristig geschmälert wird. Diese Fragestellung ist nicht zuletzt deshalb relevant, weil ein Blick auf die Entwicklung der Automobilproduk- tion in anderen westeuropäischen Ländern zeigt, dass es keine Selbstverständ- 0 10 20 30 40 50 60 05 06 07 08 09 10 11 12 13 Westeuropa USA* China Marktanteile deutscher Konzernmarken tendenziell gestiegen 1 Anteil deutscher Konzernmarken an Pkw - Neuzu - lassungen bzw. am Pkw - Absatz, % * Light Vehicles Quelle: VDA 0 20 40 60 Westeuropa Osteuropa ZA RU* CN BR* KR US* JP Quelle: VDA Marktanteile vor allem in Europa hoch 2 Anteil deutscher Konzernmarken am Pkw - Absatz bzw. an den Pkw - Neuzulassungen,%, 2013 * Light Vehicles 15 20 25 30 35 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Wertschöpfungstiefe sinkt in 1990er Jahren, ist seither aber recht stabil 3 Anteil Bruttowertschöpfung am Produktionswert in der Automobilindustrie in Deutschland, % Quelle: Statistisches Bundesamt Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 3 | 17. April 2014 Aktuelle Themen 0 2 4 6 8 10 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Exporte Auslandsproduktion Inlandsproduktion Deutsche Automobilindustrie wird internationaler 6 Pkw - Produktion deutscher OEMs* und Pkw - Exporte aus Deutschland, Mio. * Original Equipment Manufacturer Quelle: VDA lichkeit ist, dauerhaft ein hohes Produktionsniveau zu halten. Beispielsweise liegt die Automobilproduktion in Frankreich oder Italien heute deutlich niedriger als noch vor wenigen Jahren. Letztlich geht es also auch um die Frage, ob sich der Automobilstandort Deutschland weiterhin gut im internationalen Wettbewerb behaupten kann oder ob auch er – wie andere europäische Länder – an Bedeu- tung verlieren wird. Wir werden die potenzielle Entwicklung des Automobilstandorts Deutschland anhand von drei Szenarien skizzieren. Zuvor erfolgt eine Datenanalyse der Pro- duktion der deutschen Automobilindustrie im In- und Ausland, der Automobil- produktion in Deutschland sowie der Autoexporte aus Deutschland heraus. Zum Vergleich betrachten wir zudem die Produktionszahlen in anderen EU-Ländern und nennen ausgewählte Gründe für divergierende Entwicklungen. Zum Ab- schluss gehen wir auf mögliche Stellschrauben ein, die die deutsche Politik in der Hand hat, um den Automobilstandort zu stärken. 2. Globalisierungsstrategie der deutschen Automobilindustrie Bevor wir die Produktionszahlen im In- und Ausland näher betrachten, ist eine Vorbemerkung zur statistischen Datenbasis sinnvoll: In der Automobilindustrie ist es üblich, die wirtschaftliche Entwicklung der Branche anhand der Anzahl von produzierten oder verkauften bzw. neu zugelassenen Fahrzeugen zu mes- sen. Diese stückzahlmäßige Betrachtung hat den Vorteil, dass die entsprechen- den Daten zeitnah (häufig auf Monatsbasis) vorliegen und relativ leicht zu erfas- sen sind. Ein Nachteil ist jedoch, dass wertmäßige bzw. qualitative Unterschiede zwischen einzelnen Fahrzeugtypen (z.B. Oberklasse versus Kompaktklasse) sowie allgemeine Verbesserungen der Fahrzeugqualität im Zeitablauf durch eine Betrachtung der reinen Stückzahlen nicht erfasst werden. Daher ist der reale Produktionsindex ein besserer Indikator für die konjunkturelle Entwicklung der Automobilindustrie. Er umfasst nämlich jene qualitativen Komponenten und auch die Produktion der in Deutschland tätigen Kfz-Zulieferindustrie (inklusive der ausländischen Unternehmen). Ferner ermöglicht er einen Vergleich mit an- deren Industriezweigen, für die der Produktionsindex ebenfalls erhoben wird. Auch die Daten zum Produktionsindex sind als Monatswerte zeitnah verfügbar. Qualitatives Wachstum übertrifft stückzahlmäßiges Wachstum deutlich Wie groß die Bedeutung dieses qualitativen Wachstums für die Automobilindust- rie ist, zeigt ein Vergleich der Produktion in Stückzahlen mit dem realen Produk- tionsindex: Im Jahr 2013 lag die stückzahlmäßige Pkw-Produktion in Deutsch- land um 16,5% über dem Niveau von 1991 und um 43,5% über dem Tiefstand des Rezessionsjahres 1993. Der Produktionsindex des Jahres 2013 übertraf den Wert von 1991 dagegen um 81%. Im Vergleich zu 1993 lag der Zuwachs sogar bei annähernd 116%. Diese enormen Unterschiede sind auf die wertmä- ßigen Qualitätsverbesserungen der Fahrzeuge (z.B. mehr Sicherheitstechnolo- gie, höherwertige Motorisierung und Ausstattung) zurückzuführen und nicht die Folge von Preissteigerungen. Für die EU-Länder wird der Produktionsindex in der Automobilindustrie nach einheitlicher Abgrenzung von Eurostat ausgewiesen. Für jene Länder, in denen eine nennenswerte Endmontage von Fahrzeugen erfolgt, liegen zudem die stückzahlmäßigen Produktionsdaten vor. Insofern ist ein Vergleich zwischen Ländern in beiden Fällen möglich. Eine Analyse der Produktionsentwicklung deutscher Automobilhersteller im In- und Ausland ist jedoch auf die Stückzahlen beschränkt, denn nur hier liegen Zahlen zur Auslandsproduktion deutscher Unternehmen vor. Dagegen unterscheidet der Produktionsindex eines Landes nicht nach den jeweiligen Aktivitäten von nationalen oder ausländischen Firmen bzw. allgemein nach deren Herkunft. 0 2 4 6 8 ES FR CZ HU AT PL UK IT SK US Viele Importe in der Automobilindustrie stammen aus Osteuropa 4 Größte Importmärkte Deutschlands in der Auto - industrie*, Einfuhren je Land, Mrd. EUR, 2013 * Automobilindustrie insgesamt, inkl. Zulieferer Quelle: Statistisches Bundesamt 60 80 100 120 140 160 180 200 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Pkw - Produktion, Stückzahlen Produktionsindex Automobilindustrie Spürbares qualitatives Wachstum 5 Automobilproduktion in Deutschland, 1991=100 Quellen: Statistisches Bundesamt, VDA Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 4 | 17. April 2014 Aktuelle Themen Auslandsproduktion hängt Inlandsproduktion spürbar ab Ein wesentlicher Bestandteil der Globalisierungsstrategie der deutschen Auto- mobilindustrie ist – wie im einleitenden Kapitel erwähnt – die starke „Lokalisie- rung“ der Automobilproduktion im Ausland. Dies lässt sich eindrucksvoll durch Zahlen belegen: Im Jahr 2013 erreichte die Pkw-Produktion (Stückzahlen) deutscher Unternehmen im Ausland über 8,6 Mio. Einheiten. 1 Dieser Wert lag um 133,7% über dem Niveau von 2000 und sogar fast viermal so hoch wie 1995. Für den Zeitraum 2000 bis 2013 entspricht dies einer jahresdurchschnitt- lichen Wachstumsrate von 6,7%. Das qualitative Wachstum dürfte noch deutlich höher ausgefallen sein, weil auch die Ausstattung der im Ausland gefertigten Fahrzeuge immer besser wird. Im Gegensatz dazu übertraf die inländische Pkw-Produktion des Jahres 2013 das Ergebnis von 2000 nur um 6,1% (+0,5% p.a.); gegenüber 1995 lag der Zu- wachs bei knapp einem Viertel. Seit 1998 lag die die Pkw-Produktion in Deutschland mit Ausnahme des Rezessionsjahres 2009 immer über 5 Mio. Ein- heiten. Im Durchschnitt hat sich das Niveau bei gut 5,3 Mio. Einheiten einge- pendelt, wenngleich konjunkturbedingte Abweichungen nach oben und unten zu beobachten waren. Auffällig ist, dass sich die Schere zwischen Inlands- und Auslandsproduktion vor allem in den Jahren 2010 bis 2012 beschleunigt öffnete. 2010 wurden erstmals mehr Autos deutscher Konzernmarken im Ausland als im Inland produziert. 2013 lag die Auslandsproduktion schon um knapp 59% über der inländischen Pkw-Fertigung. Die deutsche Autoindustrie fuhr die Produktion an ihren auslän- dischen Standorten also nach der Krise 2009 spürbar nach oben. In dieser Zeit wurden im Ausland viele neue Autofabriken eröffnet und bestehende erweitert; dies gilt vor allem für China, aber auch für die NAFTA-Region. Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen der deutschen Automobilindustrie ist aber auch langfristig gestiegen; er lag 2011 bei knapp EUR 130 Mrd. Damit entfielen rd. 43% der gesamten ausländischen Direktinvestitionen des deutschen Verar- beitenden Gewerbes auf die Automobilindustrie. China mit Abstand wichtigster ausländischer Produktionsstandort Die neu geschaffenen Produktionskapazitäten in China spiegeln sich auch in der Statistik der größten ausländischen Produktionsstandorte der deutschen Automobilindustrie wider. Während China im Jahr 2005 noch eines von vielen bedeutenden Fertigungsländern der Branche war, liegt es inzwischen unange- fochten an der Spitze: Im Jahr 2013 liefen in China knapp 3,5 Mio. Autos deutscher Unternehmen von den Bändern; 2005 waren es erst gut 430.000. Dies entspricht einem jahresdurchschnittlichen Wachstum von annähernd 30%. Etwa 40% der deutschen Auslandsproduktion entfallen damit auf China. In Spanien, dem zweitwichtigsten ausländischen Produktionsstandort, wurden 2013 „nur“ rd. 720.000 Pkw deutscher Hersteller gebaut. Damit ist der Abstand zu China enorm. Auf den weiteren Plätzen folgen Brasilien, die USA, Tsche- chien und Mexiko; hier lag die Produktion 2013 jeweils über einer halben Million Einheiten. Gegenüber 2005 wuchs die Produktion vor allem in den USA (durch- schnittliches Wachstum: 13,9% p.a.), in der Slowakei (+8,7% p.a.) sowie in Me- xiko (7,2% p.a.). In Russland, wo 2013 knapp 190.000 Autos deutscher Unter- nehmen die Fabrikhallen verließen, gab es 2005 noch keinen Produktions- 1 Wir beziehen uns hier und im Folgenden auf die Abgrenzung des VDA. Danach umfasst die „Auslandsproduktion der deutschen Hersteller“ sämtliche Fahrzeuge von BMW, Daimler und Volkswagen (inklusive sämtlicher Konzernmarken wie Mini, Smart oder Seat). Zudem gehen in die Statistik die Pkw-Produktion im belgischen Ford-Werk Genk sowie die Produktion von Autos der Marke Opel in Polen ein, weil diese den deutschen Ford-Werken bzw. der Adam Opel AG zugerechnet werden. 0 20 40 60 80 100 120 140 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Deutscher Investor gehört zur Automobilindustrie Ausländisches Investitionsobjekt gehört zur Automobilindustrie Unmittelbare und mittelbare deutsche Direkt- investitionen im Ausland, Bestand, EUR Mrd. Quelle: Deutsche Bundesbank Bestand an ausländischen Direkt- investitonen in der Autoindustrie steigt 7 0 1 2 3 4 CN ES BR US CZ MX SK PL BE ZA UK RU HU AT 2013 2005 Pkw - Produktion deutscher OEMs außerhalb Deutschlands, Mio. Quelle: VDA China mit Abstand der wichtigste Produktionsstandort 8 Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 5 | 17. April 2014 Aktuelle Themen standort. Von den großen ausländischen Produktionsstandorten unterschritten 2013 lediglich Belgien und Großbritannien das Produktionsvolumen des Jahres 2005. Dies ist u.a. eine Folge der angespannten Lage des westeuropäischen Automarktes in den letzten Jahren, die sich negativ auf die lokale Produktionstä- tigkeit ausgewirkt hat. Aufgrund des starken Wachstums der Autonachfrage außerhalb Europas haben die deutschen Unternehmen primär auch dort ihre Kapazitäten erweitert. Viele Motive für Auslandsproduktion maßgeblich Wenn man mögliche Auswirkungen der steigenden Auslandsproduktion deutscher Unternehmen auf den hiesigen Automobilstandort untersuchen will, muss man sich fragen, welche Motive für den Aufbau der Produktionsstätten in den einzelnen Märkten maßgeblich waren. So können Indizien dafür gefunden werden, ob der Zubau im Ausland zu Lasten inländischer Fabriken geht oder vor allem dazu dient, eine zusätzliche Nachfrage zu bedienen. Grundsätzlich sind bei Standortentscheidungen viele Faktoren relevant. Von großer Bedeutung sind klassische Standortkosten (z.B. Löhne, Steuern und Gebühren, Energiepreise), die von Land zu Land stark abweichen. Ein weiteres Motiv für eine Fertigung im Ausland ist es, die lokalen Absatzmärkte leichter zu erschließen. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Anteil deutscher Autohersteller an der Pkw-Produktion in einzelnen Ländern und dem jeweiligen lokalen Marktanteil am Absatz. Das heißt, in jenen Ländern, in denen deutsche Unternehmen mit Produktionsstätten vertreten sind, ist ihr Marktanteil am Pkw-Absatz tendenziell höher (s. Grafik 9). Ferner können Zölle und nicht- tarifäre Handelshemmnisse für eine stärkere Produktion im Ausland sprechen. Eine wichtige Rolle in der Automobilindustrie spielen in diesem Zusammenhang so genannte Local-Content-Vorschriften. Dabei müssen die Unternehmen einen gewissen Teil der Wertschöpfung in dem Land erbringen, in dem sie die Fahr- zeuge auch verkaufen wollen. Solche Vorgaben haben dazu geführt, dass in Deutschland vorgefertigte, aber zerlegte Bausätze in ausländischen Montage- werken final zusammengebaut werden (CKD-Fertigung; CKD = completely knocked down); neben dem Erfüllen der Local-Content-Vorschriften können durch die CKD-Fertigung häufig auch Importzölle deutlich reduziert werden. Weitere Gründe für eine vermehrte Auslandsproduktion können in verminderten Wechselkursrisiken oder niedrigeren Transportkosten liegen. Ein Mindestmaß an politischer Stabilität ist natürlich eine wichtige Grundvoraussetzung für ein Engagement im Ausland. Bedeutung der einzelnen Motive von Markt zu Markt unterschiedlich Bei der Auswahl ausländischer Produktionsstandorte haben die genannten Fak- toren eine unterschiedliche Rolle für die deutsche Automobilindustrie gespielt, wie die folgenden Beispiele zeigen. So überwiegt in China das Motiv, die seit Jahren stark wachsende lokale Auto- nachfrage zu bedienen. Faktisch werden bislang fast alle Pkw von deutschen Herstellern, die in China vom Band laufen, auch lokal abgesetzt; ohnehin sind Pkw-Exporte aus China heraus – gemessen an der gesamten Produktion aller Autohersteller – (bislang) noch unbedeutend. Ein weiterer Treiber der Automo- bilproduktion deutscher Unternehmen in China sind Local-Content-Vorschriften bzw. das Vermeiden von Importzöllen. Freilich sind vor Ort auch die Lohn- und andere Standortkosten niedriger als in Deutschland. Bei den westeuropäischen Ländern ist die Motivation für die Auslandsproduktion deutscher Hersteller weniger offenkundig. Wichtig ist natürlich, dass Westeuro- pa insgesamt für die deutschen Autohersteller nach wie vor der wichtigste Ab- Autoproduktion in China wird übe r- wiegend lokal abgesetzt R² = 0,39 0 20 40 60 80 0 20 40 60 80 Quellen: VDA, Deutsche Bank Research Produktion vor Ort begünstigt lokalen Absatz* 9 X: Anteil dt. OEMs an lok. Pkw - Produktion, % Y: Anteil dt. OEMs an lok. Pkw - Absatz, % * Basierend auf Daten für 2011 Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 6 | 17. April 2014 Aktuelle Themen satzmarkt ist. Eine nennenswerte Produktion vor Ort ist deshalb nur natürlich. Ein weiteres übergeordnetes Argument liegt auch darin, dass eine regional di- versifizierte Produktionsstruktur durch das Vermeiden von Klumpenrisiken vor- teilhaft sein kann. Niedrigere Lohnkosten dürften vor allem bei Investitionen in den 1980er und 1990er Jahren eine Rolle gespielt haben (z.B. bei Engage- ments in Portugal oder Spanien). Zum Teil ist die Auslandsproduktion auch die Folge von Übernahmen von originär ausländischen Autoherstellern oder Marken durch deutsche Unternehmen (z.B. Volkswagen und Seat oder BMW und Mini); hierdurch wurden lokale Produktionskapazitäten häufig übernommen. Innerhalb des EU-Binnenmarktes sind dagegen Zölle und nicht-tarifäre Handelshemmnis- se nicht relevant. Im Falle von Osteuropa spricht viel dafür, dass die niedrigen lokalen Produkti- onskosten der wesentliche Grund für den Aufbau von Fabriken durch deutsche Unternehmen gewesen sein dürfte: 2013 erreichten die Arbeitskosten in der Automobilindustrie in Tschechien nur knapp 24% des deutschen Niveaus, in der Slowakei rd. ein Fünftel. Die Erschließung des lokalen Absatzmarkets ist weni- ger bedeutsam. Dies ist daran zu erkennen, dass 2012 nur 15% der lokal ge- bauten Autos deutscher Konzernmarken auch vor Ort abgesetzt wurden. 73% wurden dagegen nach Westeuropa exportiert. Der Produktionsstandort Osteu- ropa bleibt also dauerhaft wichtiger als der Absatzmarkt. Auch bei den osteuro- päischen EU-Ländern ist das Vermeiden von Handelsbarrieren ohne Belang, während dieses Motiv für den Aufbau von Fabriken in Russland bedeutsam ist. Ein Blick auf den Produktionsstandort USA zeigt ein differenziertes Bild. Zwar setzen deutsche Unternehmen viele der lokal gefertigten Autos auch in den USA ab; im Jahr 2013 waren es laut VDA 42%. Allerdings sind auch die Exporte von Bedeutung: 24% der in den USA produzierten Autos mit deutschem Mar- kenzeichen gingen 2013 nach Europa, weitere 23% wurden aus den USA nach Asien exportiert. Diese differenzierte Absatzstruktur spricht dafür, dass die USA als Produktionsstandort aus vielerlei Gründen für deutsche Unternehmen attrak- tiv sind. Neben der Erschließung des sehr bedeutenden lokalen Marktes sind die im Vergleich zu Deutschland niedrigen Lohnkosten vorteilhaft: Sie machten 2013 nur rd. 53% des deutschen Niveaus aus und machen damit den Export in Drittmärkte wirtschaftlich rentabel. Maßgeblich für die niedrigen Arbeitskosten ist, dass die Autowerke und damit auch die Belegschaften der deutschen Unter- nehmen noch relativ jung sind. Ferner sinken die Wechselkursrisiken, wenn deutsche Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks produzieren. Weniger relevant sind dagegen die Importzölle der USA, die ohnehin schon ein niedriges Niveau erreicht haben (2,5%). Die nicht-tarifären Handelshemmnisse (z.B. gegenseitige Anerkennung technischer Standards) sind in der Automobilindust- rie zwar noch nicht abgebaut, verglichen mit den zuvor genannten Faktoren sind sie für die Entscheidung, in den USA zu produzieren, jedoch weniger wichtig. Bei der Produktion in Südamerika (dominiert von Brasilien) ist die Erschließung des lokalen Marktes offenbar ein starkes Motiv, denn 2012 wurden 84% der in Südamerika produzierten Autos auch dort verkauft. Importzölle auf Fahrzeuge, die z.B. in Brasilien 35% betragen, und niedrige Lohnkosten kommen als Fakto- ren hinzu. Im Unterschied zu Brasilien dienen die Produktionskapazitäten deutscher Unternehmen in Mexiko viel stärker dem Export in Drittstaaten. Ne- ben den niedrigen Lohnkosten sind die liberalen Handelsbeziehungen zu vielen wichtigen Automärkten ein Vorteil des mexikanischen Standorts. Exporte sind zweites erfolgreiches Standbein der Globalisierungsstrategie, … Neben der Auslandsproduktion ist der Export von Fahrzeugen, Teilen und Kom- ponenten die zweite Säule der Globalisierungsstrategie der deutschen Automo- bilindustrie. Diese Strategie war in den letzten Jahren derart erfolgreich, dass 2013 über 77% der in Deutschland gefertigten Pkw exportiert wurden; 1995 10 20 30 40 50 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 DE FR IT ES Quelle: VDA Arbeitskosten steigen in Frankreich besonders stark 10 * Bezogen auf Arbeiter und Angestellte, inklusive Personal - zusatzkosten Arbeitskosten* in der Automobilindustrie, EUR pro Stunde 0 20 40 60 DE SE FR BE AT NL FI IT ES UK SI PT CZ SK HU PL RO Quelle: VDA * Bezogen auf Arbeiter und Angestellte, inklusive Personal - zusatzkosten Erhebliche Unterschiede bei den Arbeitskosten 11 Arbeitskosten* in der Automobilindustrie, EUR pro Stunde, 2013 - 50 - 25 0 25 50 09 10 11 12 13 Deutschlands Automobilindustrie: Exportmotor stottert 12 Deutsche Autoexporte*, wertmäßig, % gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research * Automobilindustrie insgesamt, inkl. Zulieferer Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 7 | 17. April 2014 Aktuelle Themen waren es „erst“ knapp 57%. Gemessen am Umsatz erreichte die Exportquote der Automobilindustrie 2013 rd. 65%. Diese Exportanteile sind ein Indiz für die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Kein anderes Land der Erde exportierte 2013 mehr Pkw als Deutschland. Zwischen 1995 und 2013 sind die stückzahlmäßigen Pkw-Exporte aus Deutsch- land um über 70% gestiegen. Damit liegt das Wachstum zwar unter jenem der Auslandsproduktion (+298% im genannten Zeitraum), aber deutlich über dem Zuwachs der stückzahlmäßigen Fertigung im Inland (+25%). Es ist also ganz offensichtlich, dass die Pkw-Exporte über den gesamten Zeitraum die wichtigste Konjunkturstütze für die inländische Fertigung waren. Auffällig ist, dass seit 2008, als die Finanzkrise die Weltwirtschaft erschütterte und auch die globale Automobilkonjunktur einbrach, einzelne Exportmärkte für Deutschland an Bedeutung verloren haben. Dies verdeutlicht ein Blick auf die wertmäßigen Exporte der hiesigen Automobilindustrie, die auch die Kfz- Zulieferer einschließt. Entfielen im Jahr 2008 auf Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande noch gut 25% aller Ausfuhren, waren es 2013 nur noch 16%. Als einziges großes westeuropäisches Land konnte in diesem Zeitraum nur das Vereinigte Königreich (UK) seinen Exportanteil von gut 10% auf knapp 11% erhöhen. Ferner ist auch der Anteil von Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei an den deutschen Exporten der Automobilindustrie seit 2008 ge- sunken (von 8,7 auf 7%). Hier macht sich bemerkbar, dass in den dort angesie- delten Fabriken vornehmlich Autos für den westeuropäischen Markt gebaut werden, der in den letzten Jahren stark schrumpfte. Stark an Bedeutung haben die Ausfuhren nach China gewonnen. Das Land kam 2008 erst auf einen Exportanteil von 3,2%; im letzten Jahr waren es schon 9,5%. Auch die USA sind als Exportmarkt wichtiger geworden, obwohl die Aus- fuhren 2009 krisenbedingt noch dramatisch eingebrochen waren. 2013 waren die USA mit einem Anteil von fast 14% wertmäßig der wichtigste ausländische Absatzmarkt für die hiesige Automobilindustrie. Ferner fielen die Ausfuhren der Branche nach Japan und Korea 2013 spürbar höher aus als noch im Jahr 2008. Insgesamt zeigt sich in den skizzierten Zahlen die Krise des westeuropäischen Automarktes sowie das starke Wachstum in China und – nach Überwinden der Krise – auch in den USA. Im Falle der beiden zuletzt genannten Länder ist auf- fällig, dass sowohl die Produktion vor Ort als auch die Exporte aus Deutschland in diese Märkte im Durchschnitt der letzten Jahre gestiegen sind. … aber Exportwachstum verliert spürbar an Dynamik Auffällig ist aber auch, dass die Wachstumsrate der Exporte nach China in den letzten Jahren stetig gesunken ist; und 2013 gab es sogar einen Rückgang um 6,7%, obwohl die Autoverkäufe in China im letzten Jahr um 23% expandiert waren. Hier zeigt sich, dass die lokale Nachfrage zunehmend auch durch lokale Produktionsstätten bedient wird, was Exporte aus Deutschland ersetzt. Auch bei den USA nahm die Wachstumsdynamik der Exporte 2013 spürbar ab. Insge- samt sanken die wertmäßigen Ausfuhren im letzten Jahr um 0,6%, wobei die erwähnte Absatzschwäche in Westeuropa hierfür der wichtigste Grund war. Bei den stückzahlmäßigen Pkw-Exporten ist schon seit einigen Jahren kein Wachstumstrend mehr zu beobachten. Im Jahr 2007 überschritten die Pkw- Exporte erstmals die Marke von 4 Mio. Einheiten. Zugleich markiert dieses Jahr den historischen Höchststand bei den Pkw-Ausfuhren. Natürlich spielt auch hier eine Rolle, dass Westeuropa als in Summe wichtigster Absatzmarkt in diesem Zeitraum stark schrumpfte. So lag der Anteil Westeuropas an den deutschen Pkw-Exporten 2008 noch bei 58%; bis 2013 sank er jedoch auf 49%. Ohne die Zuwächse bei den Ausfuhren nach UK wäre der Rückgang noch stärker ausge- fallen. Im Durchschnitt der letzten Jahre konnten die gesunkenen Ausfuhren Höchststand bei stückzahlmäßigen Exporten war 2007 errei cht 13,9 10,9 9,5 6,5 4,0 3,8 3,3 3,3 3,0 2,9 2,8 36,2 US UK CN FR RU IT BE ES AT JP TR Rest Exportstruktur breit diversifiziert 13 Quelle: Statistisches Bundesamt Anteile einzelner Märkte an wertmäßigen deutschen Autoexporten*, %, 2013 * Automobilindustrie insgesamt, inkl. Zulieferer 0 5 10 15 US UK CN FR RU IT BE ES AT JP TR NL PL 2013 2008 USA und China gewinnen spürbar an Bedeutung - Westeuropa verliert 14 Anteile einzelner Märkte an wertmäßigen deutschen Autoexporten*, % Quelle: Statistisches Bundesamt * Automobilindustrie insgesamt, inkl. Zulieferer Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 8 | 17. April 2014 Aktuelle Themen nach Westeuropa nicht durch höhere Exporte in andere Länder kompensiert werden. Insgesamt stellt sich daher die Frage, ob das Exportmodell der deut- schen Automobilindustrie durch die zunehmende lokale Produktion in den Wachstumsmärken dauerhaft unter Druck gerät. 3. Auswirkungen der Globalisierungsstrategie auf den Automobil- standort Deutschland Globalisierungsstrategie belastet noch nicht den heimischen Standort … Die im vorangegangenen Kapitel analysierten Daten zeigen, dass die rasant gestiegene Auslandsproduktion bislang noch nicht zu Lasten des Produktions- standorts Deutschland ging. So haben wir ausgeführt, dass auch die inländische stückzahlmäßige Fertigung – nicht zuletzt getrieben durch im langfristigen Ver- gleich höhere Pkw-Exporte – zugenommen hat; dies gilt noch viel stärker für das qualitative Wachstum. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt darin, dass viele ausländische Autofabriken mit hochwertigen Teilen und Komponenten (z.B. Motoren oder Getriebe) aus inländischen Betrieben beliefert werden. Abnehmer für die in Deutschland ansässigen Zulieferer sind dabei sowohl ausländische Autohersteller als auch Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Die hohe Bedeu- tung der Kfz-Zulieferer für die deutsche Automobilindustrie wird auch darin deut- lich, dass der Anteil der inländischen Bruttowertschöpfung am inländischen Produktionswert mit knapp 26% (2011; neuere Zahlen liegen noch nicht vor) deutlich höher ist als etwa in Frankreich oder Italien (14 bzw. 18%). Das bedeu- tet, Vorleistungen (aus anderen Branchen und/oder aus dem Ausland) spielen für die Autoindustrie in Frankreich und Italien eine größere Rolle als in Deutsch- land. Auch hinsichtlich der Beschäftigung in Deutschland trifft es zu, dass die Expan- sion der Automobilindustrie im Ausland nicht zu einem Rückgang in der Heimat geführt hat. Zwar kam es von Herbst 2008 bis Anfang 2010 zu einem temporä- ren krisenbedingten Verlust an Arbeitsplätzen in der Branche; dieser wäre ohne die befristete Ausweitung der Kurzarbeiterregelung sicherlich größer ausgefal- len. Seither ist die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie in Deutsch- land jedoch wieder gestiegen und liegt mit gut 760.000 aktuell um 9% über dem Niveau von Anfang 2010. Im Ergebnis trifft das Argument des VDA also zu, dass die zunehmende Produktion im Ausland dazu beiträgt, Arbeitsplätze im Inland zu sichern. In den letzten Jahren dürfte der Anteil der Ingenieure bzw. sonstigen Akademiker an der Gesamtbelegschaft gestiegen sein; offizielle öf- fentliche Daten liegen hierzu jedoch nicht vor. … und war im europäischen Vergleich deutlich erfolgreicher Auch ein Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung der Automobilindustrie in Deutschland, Frankreich und Italien, wo jeweils nationale Hersteller dominieren, verdeutlicht, dass sich eine Expansion der Unternehmen im Ausland und eine erfolgreiche Entwicklung der heimischen Produktionsbasis nicht ausschließen müssen. Das Gegenteil ist der Fall: Während der Produktionsindex in der Bran- che in Deutschland im Jahr 2013 wieder um real knapp 8% über dem Höchst- stand vor der Krise (2007) lag, ist das Fertigungsniveau in Frankreich (2013 gg. 2007: -34,6%) und in Italien (-38,3%) noch weit von früheren Hochs entfernt. Weder die französischen noch die italienischen Autohersteller richteten in den letzten Jahrzehnten ihre Aktivitäten derart offensiv auf die Erschließung auslän- discher, insbesondere außereuropäischer Märkte aus wie ihre deutschen Kon- kurrenten. Daher waren und sind französische und italienische Hersteller stärker von der Entwicklung des westeuropäischen Marktes abhängig, was die schlech- te Performance in der jüngeren Vergangenheit erklärt. Der Fokus auf Westeuro- 10 15 20 25 30 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 DE FR IT Realtiv hohe Wertschöpfungsanteile in Deutschland 15 Quelle: Eurostat Anteil Bruttowertschöpfung am Produktionswert in der Automobilindustrie, % 680 700 720 740 760 780 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Beschäftigung zuletzt gestiegen 16 Beschäftigte in der Automobilindustrie in Deutschland, '000 Quelle: Statistisches Bundesamt 50 60 70 80 90 100 110 120 05 06 07 08 09 10 11 12 13 DE FR IT ES UK Quelle: Eurostat Nur Deutschland spürbar über dem Vorkrisenniveau 17 Produktionsindex in der Automobilindustrie, 2005=100 Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 9 | 17. April 2014 Aktuelle Themen pa ist auch der wesentliche Grund für die gesunkene Autoproduktion in Spanien (2013 gg. 2007: -31,9%). In Frankreich, Italien und Spanien hat sich in den letz- ten Jahren auch die stückzahlmäßige Pkw-Produktion schlechter entwickelt als in Deutschland. Im langfristigen Vergleich ist der Niedergang vor allem in Italien augenfällig, wo 2013 knapp 73% weniger Autos von den Bändern liefen als noch im Jahr 2000. Wenig verwunderlich ist es, dass die Beschäftigung in der Branche in den südeuropäischen Ländern angesichts der negativen Produkti- onsentwicklung ebenfalls schrumpfte. Natürlich sind viele Gründe für die unterschiedliche Entwicklung der Automobil- industrie in den genannten Ländern maßgeblich. So erfreuen sich die Fahrzeu- ge der einzelnen Hersteller bei den Kunden unterschiedlicher Beliebtheit, was nichts oder wenig mit dem jeweiligen Produktionsstandort zu tun hat. Grund- sätzlich ist die deutsche Automobilindustrie im weniger konjunkturanfälligen Premiumsegment stark positioniert. Dagegen konzentrieren sich französische und italienische Hersteller vor allem auf das Volumensegment, wo die Konkur- renz mit japanischen, koreanischen, aber auch deutschen Marken groß ist und wo in den letzten Jahren verschiedene staatliche Kaufprämien zu erheblichen Schwankungen in einzelnen Märkten geführt haben. Ein Teil des Produktions- rückgans in Westeuropa ist auch auf den Aufbau neuer Kapazitäten in Osteuro- pa zurückzuführen. So übertraf die Pkw-Produktion in den osteuropäischen EU- Staaten im Jahr 2013 den Wert von vor zehn Jahren um mehr als das Doppelte. Maßgeblich für diese Verlagerung von West nach Ost waren klassische Stand- ortfaktoren wie die absolute Lohnhöhe, die Lohnentwicklung, die Arbeitsproduk- tivität oder Steuerniveaus. In dieser Hinsicht haben viele osteuropäische Länder und teilweise auch Deutschland in den letzten Jahren besser abgeschnitten als Frankreich oder Italien. 2 Trotz dieser Faktoren spricht unter dem Strich viel dafür, dass die unzureichen- de Internationalisierungsstrategie (Lokalisierung der Produktion, Erschließung außereuropäischer Wachstumsmärkte) der Automobilindustrie in Frankreich und Italien ein wesentlicher Grund für die im Vergleich zur Branche in Deutschland schlechtere wirtschaftliche Entwicklung ist. Erfolgsmodell des Automobilstandorts Deutschland in Gefahr? Ob sich der Automobilstandort Deutschland auch künftig erfolgreich weiterent- wickeln wird, hängt von vielen unsicheren Parametern ab. Folgende offene Fra- gen betreffen vor allem die Strategie der Hersteller: Wie schnell erfolgt der wei- tere Aufbau von neuen bzw. die Erweiterung bestehender Produktionsstätten im Ausland? Welche Modelle, die heute auch in Deutschland vom Band laufen, werden künftig zusätzlich oder ausschließlich im Ausland gefertigt? Welche Teile der Wertschöpfung (Kfz-Zulieferer) folgen der Endmontage? Wie schnell werden ausländische Fabriken als Export-Hub für Drittmärkte genutzt? In wel- chem Umfang wird es gelingen, für die deutschen Hersteller heute noch unbe- deutende Absatzmärkte (z.B. ASEAN) durch Exporte aus Deutschland zu er- schließen? Wie entwickeln sich die Investitionen in die heimischen Fabriken? Weitere strukturelle Einflussfaktoren werden eher von der Politik und den Tarif- partnern der Autoindustrie beeinflusst. Zu nennen sind die Steuerbelastung für Unternehmen, sonstige Standortkosten (z.B. Transport- und Energiepreise), die Arbeitsmarktpolitik, die öffentlichen Investitionen in Bildung und Forschung, die Verfügbarkeit von Fachkräften, die Qualität der Infrastruktur oder die Verände- rung von Löhnen und Gehältern. Da die Standortqualität immer relativ ist, kommt es stets auf die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen im Vergleich zu alternativen Produktionsstätten an. Ein weiterer Standortfaktor ist 2 Vgl. Heymann, Eric und Stefan Vetter (2013). Re-Industrialisierung Europas: Anspruch und Wirk- lichkeit. Deutsche Bank Research. EU-Monitor. Frankfurt am Main. - 10 10 30 50 70 SK EE PL CZ HU SI IE SE US OECD AU JP ES UK PT FI DE FR NZ AT DK EWU NL CA BE NO IT LU Vor allem Osteuropa ist deutlich produktiver geworden 19 Veränderung der Arbeitsproduktivität (Gesamt - wirtschaft) zwischen 2000 und 2012, % Quelle: OECD 70 80 90 100 110 08 09 10 11 12 DE FR IT ES UK Beschäftigung nur in Deutschland stabil 18 Quellen: Eurostat, VDA Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie, 2008=100 Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 10 | 17. April 2014 Aktuelle Themen das Maß an Offenheit eines Produktionsstandorts. So wird die Attraktivität ein- zelner Länder durch die Höhe von Zöllen und nicht-tarifäre Handelshemmnisse beeinflusst, die gegenüber wichtigen Handelspartnern bestehen. Daneben spielen auch konjunkturelle Faktoren eine Rolle: Da Westeuropa als Absatzmarkt für die Autoindustrie in Deutschland von besonderer Bedeutung ist, hängt die Entwicklung der inländischen Produktion in den nächsten Jahren stark davon ab, wie dynamisch und wie stetig/anhaltend die (erwartete) Erholung der Autonachfrage in Westeuropa ausfallen wird. Natürlich ist auch die konjunkturel- le Entwicklung in anderen wichtigen Exportmärkten bedeutsam. Da unsicher ist, wie sich die genannten Faktoren entwickeln werden, erscheint es sinnvoll, die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland anhand möglicher künftiger Szenarien zu beschreiben. Im Folgenden skizzieren wir drei mögliche Szenarien. Sie werden in einer Art Rückblick aus der Perspektive des Jahres 2025 beschrieben und umfassen wesentliche Entwicklungen auf dem Weg dort- hin. Szenario 1: Fortschreibung des Status quo Im ersten Szenario entwickelte sich der Automobilstandort Deutschland zwi- schen 2015 und 2025 im Ergebnis in etwa so wie in den Jahren zuvor. Die Branche war gekennzeichnet durch eine tendenziell stagnierende stückzahlmä- ßige Pkw-Produktion in Deutschland, stagnierende Pkw-Exporte, moderates qualitatives Produktionswachstum im Inland – vor allem durch bessere Ausstat- tung der Fahrzeuge – und eine weiter steigende Auslandsproduktion der deut- schen Hersteller. Die Investitionen der Branche in Deutschland dienten (vor allem im Volumensegment) überwiegend Erhaltungs- und Modernisierungs- investitionen, während im Ausland Erweiterungsinvestitionen dominierten. Die deutsche Automobilindustrie trieb die Lokalisierung der Produktion im Aus- land voran. Vor allem China und Nordamerika (USA und Mexiko) sind beliebte Produktionsstandorte. 3 Bis 2025 hatten die deutschen Hersteller ihre Kapazitä- ten auch in Indien, Brasilien und den ASEAN-Staaten erweitert, sie fielen aber deutlich kleiner aus als in den zuvor genannten Märkten. Die Kfz-Zulieferer fuh- ren ihre Auslandsinvestitionen ebenfalls nach oben, erhöhten damit die Konkur- renz zu den heimischen Standorten und ersetzten diese zum Teil sogar. Diese Erweiterung der Produktionsbasis vor allem in Nordamerika und China beein- flusste die Exporttätigkeit der Branche aus Deutschland heraus negativ. Wäh- rend 2013 in Summe noch knapp 900.000 Pkw aus deutscher Produktion in die USA und nach China gingen, was gut einem Fünftel aller deutschen Pkw- Exporte entsprach, waren es gut zehn Jahre später etwa 30 bis 40% weniger Autos. Der Großteil der weiter gestiegenen Autonachfrage in diesen Märkten wird im Jahre 2025 durch lokale Fertigung bedient. Zudem wurden die Fabriken im Ausland im Verlauf der Jahre verstärkt für Exporte z.B. nach Westeuropa genutzt. Dies traf zunächst vor allem auf die Werke in den USA und Mexiko zu, ab 2020 jedoch auch auf jene in China. Dass in diesem Szenario sowohl die stückzahlmäßige Produktion in Deutsch- land als auch die Pkw-Exporte „nur“ stagnierten und nicht sanken, war einem Wechsel der Zugpferde zu verdanken. Eine entscheidende Rolle spielte die 2014 einsetzende allmähliche Erholung der westeuropäischen Autonachfrage. So lagen die durchschnittlichen Pkw-Neuzulassungen in der EU-15 zwischen 2015 und 2025 um gut 2 Mio. Einheiten (oder rd. 20%) höher als 2013. Zugleich konnten die deutschen Autohersteller ihren Marktanteil in Westeuropa von rd. 3 Reale Beispiele bestätigen diesen Trend. Zu nennen sind die (künftige) Produktion des Audi Q5 in Mexiko sowie der Stufenheckversion des Audi A3 in China, die Fertigung der X-Modelle von BMW in den USA, der C-Klasse von Mercedes ebenfalls in den USA oder des VW Golf in China; die Liste ließe sich fortsetzen. Szenario 1: China und Nordamerika beliebte Produktionsstandor te Szenario 1: Autonachfrage in Wes t- europa sorgt für Impulse 1 1,5 2 2,5 3 3,5 10 11 12 13 14 15 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 West - EU*, links Ost - EU**, rechts * BE, DE, ES, FR, IT, UK ** CZ, HU, PL, RO, SI, SK Quellen: OICA, VDA Verlagerung der Pkw-Produktion von West- nach Osteuropa 20 Pkw - Produktion in ausgewählten EU - Ländern, Mio. Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 11 | 17. April 2014 Aktuelle Themen 50% halten. In dieser Zeitspanne wurden etwa 40% der westeuropäischen Nachfrage aus Werken in Deutschland beliefert. Daraus resultierte ein (gegen- über 2013) zusätzliches Exportvolumen von rd. 400.000 Fahrzeugen. 4 Deutsch- land konnte damit am stärksten von der Erholung der Pkw-Nachfrage in West- europa profitieren; freilich hatte sich bestätigt, dass Westeuropa für die Autoin- dustrie kein Wachstumsmarkt mehr ist, sondern dass ab 2014 vor allem die Rückgänge der Vorjahre wieder ausglichen wurden. In unserem Szenario war es Deutschland zudem gelungen, kleinere Wachstumsmärkte besser zu er- schließen und aus Deutschland zu beliefern. Dadurch konnten bis 2025 allmäh- liche Verluste bei den Exporten in Märkte mit steigender lokaler Fertigung kom- pensiert werden. Szenario 2: neue Dynamik Im zweiten Szenario erfuhr der Automobilstandort Deutschland bis 2025 neuen Schwung. Zwar investierten die deutschen Hersteller und Zulieferer auch in diesem Szenario mehr im Ausland als in der Heimat. Dennoch gewannen im Inland Erweiterungsinvestitionen an Bedeutung, u.a. weil neue Modelle vor al- lem im Premiumsegment auf den Markt gebracht wurden, die in Deutschland dank anhaltender Produktivitätsfortschritte auch 2025 noch profitabel gebaut werden können. Deutschland zählt im Vergleich zu anderen Autonationen nicht bei allen Standortfaktoren zur Spitzengruppe, aber das Gesamtpaket überzeugt auch ausländische Investoren; gerade Erfolge im Bereich der Prozessautomati- on (Industrie 4.0) sorgten für einen Produktivitätsschub in den heimischen Fab- riken. Ferner hatte Anfang der 2020er Jahre ein japanischer Autohersteller ein Montagewerk in Deutschland errichtet, in dem seither Fahrzeuge der konzernei- genen Premiummarke vom Band laufen. Durch diese Maßnahme konnte das Unternehmen in Deutschland und Europa höhere Marktanteile in diesem Seg- ment erzielen. Auch im Bereich der Zulieferer profitierte Deutschland von zu- sätzlichen Investitionen aus dem Ausland. Der Forschungsstandort Deutschland nimmt 2025 in der globalen Automobilindustrie nach wie vor einen Spitzenplatz ein. Den Herstellern war es in enger Kooperation mit den Universitäten gelun- gen, in hoher Zahl ausländische Studierende in Deutschland auszubilden und die jungen Fachkräfte anschließend auch an die Unternehmen zu binden. Dies beflügelte den technischen Fortschritt und das qualitative Wachstum und sorgte für eine große Akzeptanz neuer Technologien im Ausland. Auch im zweiten Szenario begünstigte die Erholung der Pkw-Nachfrage in Westeuropa die Autoproduktion in Deutschland. Deutsche Hersteller konnten sogar ihren Marktanteil weiter ausbauen. Zudem war es u.a. aufgrund günstiger Freihandelsabkommen gelungen, aufstrebende Automärkte wie Indien, die ASEAN-Staaten oder die arabischen Länder verstärkt aus Deutschland zu belie- fern; der Druck, vor Ort Montagewerke zu errichten, wurde durch den Abbau von Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen abgemildert. Die Autonach- frage in China wuchs bis 2025 so stark, dass Autos, die in den lokalen Fabriken produziert werden, noch immer kaum exportiert werden. Auch global gesehen stiegen die Autoverkäufe zwischen 2015 und 2025 in unserem zweiten Szenario stärker als im ersten. Unter dem Strich kletterte in unserem zweiten Szenario die Pkw-Produktion auf deutlich über 6 Mio. Einheiten und liegt 2025 damit um fast 20% höher als noch zehn Jahre zuvor. Das qualitative Wachstum fiel sogar noch weitaus dynami- scher aus, weil der durchschnittliche Fahrzeugwert durch alternative Antriebs- technologien, Leichtbau und neue Sicherheitstechnologien, wo ein schneller technischer Fortschritt erfolgte, gestiegen war. Die Exporte sind auch 2025 noch 4 Dass diese Schätzung nicht überaus optimistisch ist, ist daran zu erkennen, dass 2013 die deut- schen Pkw-Exporte nach Westeuropa sogar um 600.000 Einheiten unter dem Niveau von 2007 lagen. Szenario 2: Erweiterungsinvestitionen vor allem im Premiumsegment Szenario 2: Deutsche Autohersteller bauen Marktanteil in Westeuropa aus Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 12 | 17. April 2014 Aktuelle Themen das wichtigste Standbein für den Automobilstandort Deutschland, wobei die Unternehmen ihre Absatzmärkte weiter diversifiziert haben. Szenario 3: Schleichender Verlust an Wettbewerbsfähigkeit In unserem dritten Szenario verschlechtere sich die Position des Automobil- standorts Deutschland zwischen 2015 und 2025 allmählich. Mehrere Gründe waren dafür maßgeblich. Die politischen Rahmenbedingungen begannen in den Jahren 2014/15, sich ungünstig auf die Branche und andere Teile der Industrie auszuwirken. Erfolgreiche Reformen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und zur Verbesserung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen wurden nach und nach wieder zurückgenommen. Die Möglichkeiten für die Industrie, sich durch Leiharbeit oder Arbeitszeitkonten flexibel auf konjunkturelle Hochs und Tiefs einzustellen, wurden eingeschränkt. Darüber hinaus wurde der Fachkräfteman- gel im Bereich der nicht-akademischen Facharbeiter dadurch verschärft, dass Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen schon im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand gehen konnten. Dies traf die Branche und auch andere In- dustriezweige in dem Moment besonders hart, als die Baby-Boomer-Generation in den Ruhestand eintrat. Die deutsche Energiepolitik führte zu überdurch- schnittlich steigenden Energiepreisen, was zu einer Investitionszurückhaltung bei wichtigen (energieintensiven) Zulieferbranchen wie der Metallindustrie führte und deren Innovationspotenzial schmälerte. Die enge Verzahnung der indust- riellen Wertschöpfungskette in Deutschland wurde so allmählich geschwächt. Insgesamt stiegen die Standortkosten gegenüber Osteuropa und auch Teilen Südeuropas (vor allem Spanien), wo es u.a. dank einer moderaten Lohnpolitik ab 2015 allmählich wieder gelang, Investitionen aus dem Ausland anzuziehen. Während sich die deutschen Hersteller im Premiumsegment noch relativ gut in diesem Umfeld behaupten konnten, sahen sich mehrere Unternehmen im Vo- lumensegment und auch viele Kfz-Zulieferer gezwungen, ihre Kapazitäten in Deutschland nach unten anzupassen. Dabei spielten auch die von der EU vor- gegebenen CO 2 -Grenzwerte für neue Pkw eine große Rolle. Denn um diese Grenzwerte zu erreichen, stiegen die durchschnittlichen Fahrzeugkosten spür- bar an. Dem Kostenanstieg begegnete die Branche mit der forcierten Verlage- rung von Produktionsstätten ins Ausland – vor allem nach Osteuropa. Die Wachstumsmärkte außerhalb Europas belieferten die Unternehmen schon ab 2020 ohnehin zu großen Teilen aus lokalen Fabriken, nicht zuletzt weil die Frei- handelsabkommen nur unbefriedigende Ergebnisse lieferten und hohe Import- zölle in vielen Emerging Markets noch immer an der Tagesordnung waren. Den Investitionen in Fabriken folgten Investitionen in F&E-Abteilungen im Ausland. Im Ergebnis pendelte sich die stückzahlmäßige Pkw-Produktion in Deutschland bis 2025 bei deutlich unter 5 Mio. Einheiten ein. Sogar das qualitative Wachs- tum sank in den meisten Jahren, wenn auch weniger stark. Insgesamt drei Au- towerke im Volumensegment wurden zwischen 2015 und 2025 – trotz verschie- dener politischer Rettungsversuche – geschlossen. Die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie sank um etwa 100.000. Zwar half die Erholung der Autonachfrage in Westeuropa, jedoch verloren deutsche Hersteller (und der Standort Deutschland) Markanteile, weil viele Kunden in Südeuropa nach der langen Krise noch mehr als zuvor günstige Kleinwagen nachfragten. Das deutsche Exportmodell geriet so nach und nach unter Druck. Zwischenfazit: Die Zukunft ist ungewiss, doch einige Trend zeichnen sich ab Natürlich wird keines der drei Szenarien genau so eintreten, wie es zuvor skiz- ziert wurde. Dennoch zeichnen sich heute schon einige Trends ab. Durch alle Szenarien zieht sich eine zunehmende Lokalisierung der Produktion durch. Wer wollte es den Unternehmen verdenken, dass sie versuchen, aus den Möglich- Szenario 3: Politische Rahmenbedi n- gungen verschlechtern sich merklich Szenario 3: Standortkosten in Deutschland steigen über - durchschnittlich Szenario 3: Inländische Auto - produktion sinkt Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 13 | 17. April 2014 Aktuelle Themen keiten der Globalisierung Nutzen zu ziehen? Die beiden entscheidenden Fragen sind in der Tat, wie schnell diese erfolgt und ob sie auch künftig nicht oder kaum zu Lasten des Heimatstandorts geht. Unter dem Strich halten wir das erste Szenario für am realistischsten. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario beziffern wir auf rd. zwei Drittel. Für die- ses Szenario spricht, dass sich Strukturen (gerade in relativ reifen Branchen) nicht so schnell ändern. Zwar steht die Automobilindustrie vor großen technolo- gischen und regulatorischen Herausforderungen und erfindet sich derzeit neu (alternative Antriebstechnologien, Leichtbau, Vernetzung des Fahrzeugs, integ- rierte Mobilitätskonzepte, autonomes Fahren usw.). Diese Trends betreffen aber nicht einen spezifischen Standort, sondern sind mehr oder weniger global wirk- sam. Ein weiterer Grund für die hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von Szenario 1 ist, dass die deutsche Automobilindustrie kein Interesse daran hat, ihre Heimat dauerhaft zu schwächen. Wenngleich die Wertschöpfungskette in der Branche immer internationaler wird, macht der Slogan „Made in Germany“ (oder „Engineered in Germany“) einen Teil des Erfolgs der deutschen Autohersteller aus. Zudem ist Deutschland einer der wichtigsten Absatzmärkte für Premium- fahrzeuge. Dass die zunehmende Lokalisierung der Produktion gerade in China negativ auf das Exportpotenzial Deutschlands wirkt, ist an der Entwicklung der Pkw-Exporte nach China zu erkennen: Diese lagen 2015 um 57% unter dem Niveau von 2011, wobei hier auch Änderungen in der statistischen Abgrenzung relevant sind. Dem zweiten Szenario würden wir eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 10% beimessen. Letztlich ist aus heutiger Sicht zu bezweifeln, dass in einem Hoch- lohnstandort wie Deutschland, wo die Autonachfrage perspektivisch nicht mehr wächst und wo die Autoindustrie bereits auf eine extrem hohe Exportquote kommt, umfangreiche Erweiterungsinvestitionen getätigt werden. Dass dritte Szenario versehen wir mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von im- merhin rd. 25%. Vor allem die politischen Aspekte, die in diesem Szenario be- schrieben werden, stimmen nachdenklich. Denn die Große Koalition ist tatsäch- lich dabei, mit gut gemeinten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfolgreiche Reformen der Vergangenheit zurückzunehmen, während sie paradoxerweise gleichzeitig von der EU-Peripherie genau solche Reformen einfordert. 5 Ob alle Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden und ob die Auswirkungen auf die Unternehmen dann tatsächlich so negativ ausfallen werden, wie im Szenario skizziert, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Politik muss berücksichtigen, dass sich Deutschland im Wettbewerb mit anderen Standorten befindet. Man hat den Eindruck, dass die Zeiten vergessen sind, in denen Deutschland als der „kranke Mann Europas“ galt. 4. Politische Handlungsoptionen zur Stärkung des Automobil- standorts Deutschland Die deutschen Automobilunternehmen werden auch in den nächsten Jahren bestrebt sein, die aus ihrer Sicht optimalen Standortentscheidungen zu treffen. Zwar gibt es in der Branche ein starkes Bekenntnis zum Heimatmarkt, aber Investitionen im In- und im Ausland müssen in erster Linie langfristig wirtschaft- lich tragfähig sein. Die Politik kann natürlich dazu beitragen, dass Investitionen im Inland für die Automobilindustrie attraktiver werden. Die in den Szenarien erwähnten Politikfelder zeigen den möglichen Handlungsbedarf an: — Arbeitsmarktpolitik: Deutschland ist hinsichtlich der Automobilindustrie ein Hochlohnstandort. Die hohen Löhne und Lohnnebenkosten konnten in der Vergangenheit häufig durch flexible Arbeitszeitmodelle und den Einsatz von 5 Zum Koalitionsvertrag siehe: Böttcher, Barbara und Klaus Günter Deutsch (2013). Große Koaliti- on – kleinmütige Politik. Deutsche Bank Research. Standpunkt Deutschland. Frankfurt am Main. 0 0,3 0,6 0,9 1,2 1,5 1,8 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 EWU UK US CN Pkw-Exporte aus Deutschland nach Absatzmärkten, Mio. Stück Quelle: VDA Euroland verliert massiv an Bedeutung 21 48 51 54 57 60 40 50 60 70 80 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Nettoanlagevermögen, EUR Mrd, links Modernitätsgrad, %, rechts Automobilindustrie Deutschland Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research * Wiederbeschaffungspreise ** Anteil Nettoanlagvermögen am Bruttoanlagevermögen Nettoanlagevermögen* steigt, Modernitätsgrad** sinkt 22 - 20 - 10 0 10 20 30 40 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Automobilindustrie Verarbeitendes Gewerbe Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Automobilindustrie investiert deultich mehr als Industrie insgesamt 23 Anteil der Nettoanlageinvestitionen an den Brutto - anlageinvestitionen, % Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 14 | 17. April 2014 Aktuelle Themen Leiharbeitern oder durch Werkverträge ausgeglichen werden. Zwar ist nachvollziehbar, dass die Politik Missbrauch in diesem Bereich verhindern will, aber eine pauschale Verurteilung von Leiharbeit und Werkverträgen ist nicht angebracht. Die „Rente mit 63“ dürfte sich ebenfalls negativ auf die Branche auswirken, da sie das Fachkräftepotenzial schmälert. Besser wäre es, Maßnahmen zu unterstützen, die dazu beitragen, ältere Menschen pro- duktiv und unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse in den Wertschöpfungsprozess einzubinden. In den letzten Jahren ist der Anteil äl- terer Menschen an den Erwerbspersonen in Deutschland stark gestiegen. — Energiepolitik: Die ambitionierte deutsche Energie- und Klimapolitik hat dazu geführt, dass die Energiepreise in Deutschland weltweit zu den höchs- ten zählen; dies gilt vor allem für Strom. Zwar produziert die Automobilin- dustrie in Deutschland selbst nicht energieintensiv, wichtige Zulieferbran- chen wie die Metallindustrie jedoch sehr wohl. Hier und in anderen energie- intensiven Industriezweigen hat bereits ein schleichender Prozess der De- Industrialisierung begonnen. 6 Um die industrielle Wertschöpfungskette in Deutschland nicht (weiter) zu schwächen, benötigen energieintensive Bran- chen, die im internationalen Wettbewerb stehen, auch künftig eine Sonder- behandlung. Angesichts der ambitionierten energiepolitischen Ziele in Deutschland wird es schwer sein, eine weitere überdurchschnittliche Ver- teuerung der Energiekosten zu vermeiden. — Bildungspolitik: Deutschland ist als rohstoffarmes Land besonders abhängig von seinem Humankapital. Dies gilt nicht zuletzt für die forschungsintensive Automobilindustrie. Es ist daher wichtig, die staatlichen Ausgaben für Bil- dung, Forschung und Entwicklung auf einem hohen Niveau zu verstetigen. Natürlich trägt auch die Industrie selbst einen großen Teil der Verantwor- tung, vor allem im Bereich Weiterbildung. — Infrastrukturpolitik. Es gibt in der Politik seit Jahren kein Erkenntnisproblem, dass die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland auf Verschleiß gefahren wird. Höhere Ausgaben für Straßen, Brücken und Schienenwege scheitern dage- gen vor allem an den Finanzierungsengpässen der öffentlichen Hand bzw. am Vorrang von konsumtiven vor investiven Ausgaben. Damit vor allem die Verkehrsinfrastruktur nicht noch mehr zu einem Engpassfaktor wird und ef- fiziente Produktionsabläufe (nicht nur) in der Automobilindustrie verhindert, müssen die Verkehrsausgaben dauerhaft erhöht werden und die zweckge- bundene Nutzerfinanzierung erweitert werden. Die so genannte Daehre- Kommission hat 2012 das Finanzierungsdefizit nur für die Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland auf EUR 7,2 Mrd. pro Jahr geschätzt. Die geplanten höheren Ausgaben in der laufenden Legislaturperiode von rd. EUR 5 Mrd. sind dabei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber ge- messen an den anstehenden Herausforderungen nicht ausreichend. Auch in anderen Infrastrukturbereich (z.B. Breitbandnetze) stehen umfangreiche Investitionen an. 7 — Handelspolitik: Als offene, global ausgerichtete Volkswirtschaft profitiert Deutschland von einer liberalen Handelspolitik. Dies trifft besonders auch auf die Automobilindustrie zu. Um Europa (und damit Deutschland) als Pro- duktionsstandort für die Automobilindustrie attraktiver zu machen, sollte sich die EU für eine weitere Liberalisierung des Handels einsetzen. Derzeit führt die EU mit Ländern oder Ländergruppen (z.B. USA, ASEAN-und Mercosur- Staaten, Indien) bilaterale Verhandlungen über Freihandelsabkommen oder bereitet diese vor. Während z.B. in den ASEAN-Staaten ein Abbau der ho- hen Importzölle hilfreich wäre, steht beim geplanten Abkommen mit den 6 Vgl. Heymann, Eric und Hannah Berscheid (2013). Carbon Leakage: Ein schleichender Prozess. Deutsche Bank Research. Aktuelle Themen. Frankfurt am Main. 7 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft (2014). Infrastruktur zwischen Standortvorteil und Investiti- onsbedarf. Köln. -30 -20 -10 0 10 20 95 98 01 04 07 10 Verarbeitendes Gewerbe Energieintensive Branchen Nicht - energieintensive Branchen Energieintensive Branchen fahren Anlagen auf Verschleiß 25 Quelle: Statistisches Bundesamt Anteil der Nettoanlageinvestitionen an den Brutto- anlageinvestitionen, % 30 40 50 60 70 97 99 01 03 05 07 09 11 Deutschland EU Ältere aktiver im Arbeitsmarkt 24 Erwerbstätigenquote der 55 - bis 64 - Jährigen, % Quellen: Eurostat, Statistisches Bundesamt 0 1 2 3 4 FI SE DK DE AT FR BE NL EU CZ IE UK PT ES HU IT PL GR BU RO Quelle: Eurostat Anteil aller F&E - Ausgaben am BIP, %, 2012* * Teilweise vorläufige oder geschätzte Daten Hohe F&E - Intensität in Nordeuropa 26 Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 15 | 17. April 2014 Aktuelle Themen USA 8 vor allem die gegenseitige Anerkennung von technischen Standards und Normen in der Autoindustrie im Fokus (Schlagwort: „once approved – accepted everywhere“). Dadurch könnten auf beiden Seiten des Atlantiks erhebliche Kosten eingespart werden. Die Handelskosten von nicht-tarifären Hemmnissen entsprechen nach Schätzungen von Ecorys sowohl für die USA als auch für die EU einem Zollniveau von mehr als 25%. 9 Unter dem Strich hat die Politik also einige wesentliche Stellschrauben in der Hand, über die sie die Attraktivität des Industriestandorts Deutschland positiv beeinflussen kann. Natürlich kann der Automobilstandort nur dann erfolgreich sein, wenn die hiesigen Unternehmen Produkte anbieten, die vom Kunden auch nachgefragt werden. 5. Fazit Die Unterschiede zwischen der deutschen Automobilindustrie und der Automo- bilindustrie in Deutschland werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Der Aufbau von Produktionskapazitäten in den Wachstumsmärkten schreitet künftig voran. In einer zunehmend globalisierten Welt mit regional unterschiedli- chem Wachstumspotenzial wäre alles andere auch eine Überraschung. Die Automobilhersteller werden immer versuchen, sich so an die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in einzelnen Ländern anzupassen, dass sie unter dem Strich möglichst dauerhaft möglichst gute Ergebnisse erzie- len. Die Expansion im Ausland muss nicht zu Lasten des Automobilstandorts Deutschland gehen. Dieser hat nämlich bestechende Vorteile, die wir in der Einleitung dieses Berichts dargestellt haben. Die Unternehmen der Branche werden darauf abzielen, auch künftig aus diesen Vorteilen wirtschaftlichen Nut- zen zu ziehen und diese weiter auszubauen. Die Voraussetzungen sind gut, dass Deutschland auch 2025 noch eines der wichtigsten Produktionsländer in der globalen Automobilindustrie sein wird. Allerdings bedarf es stetiger Anstren- gungen, um dieses Ziel zu erreichen: Bei den Unternehmen genießen die tech- nologische Weiterentwicklung des Autos unter Beachtung der Kosten sowie stetige Produktivitätsverbesserungen hohe Priorität. Und für die Politik gilt es, verlässliche und unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) 8 Vgl. Deutsch, Klaus Günter (2013). Atlantische Einheit im weltweiten Wettbewerb. T-TIP in Per- spektive. Deutsche Bank Research. EU-Monitor. Frankfurt am Main. 9 Ecorys Nederland BV (2009). Non-Tariff Measures in EU-US Trade and Investment – An Economic Analysis. Final Report to DG Trade. Rotterdam. Zukunft des Automobilstandorts Deutschland 16 | 17. April 2014 Aktuelle Themen © Copyright 2014. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. 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Weder der Autor noch die D eutsche Bank haben für diese Einschätzung ein Honorar erhalten.
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