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16. November 2010
Die Freien Wohlfahrtsverbände (FW) gehören traditionell zu den wesentlichen Akteuren der Sozialwirtschaft in Deutschland. Seit geraumer Zeit sind sie als Anbieter von Sozial- und Wohlfahrtsdiensten mit veränderten, weniger förderlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Wesentliche Bedeutung kommt dabei folgenden Faktoren zu: ... [mehr]
Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände Research Briefing Wirtschaft & Politik Autor Alexander Falter +49 69 910 - 31830 alexander.falter@db.com Editor Dieter Bräuninger +49 69 910 - 31708 dieter.braeuninger@db.com Publikationsassistenz Angelika Greiner Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland Internet: www.dbresearch.de E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 DB Research Management Thomas Mayer — Die Freie Wohlfahrtspflege stellt die größten Arbeitgeber in Deutschland und ist in zukunftsrelevanten Märkten aktiv. Insgesamt beschäftigte sie 2008 1,54 Mio. Menschen. Seit 1970 hat sich die Beschäftigung in etwa vervierfacht. Dennoch wird diese Institution im aktuellen Wirtschaftsl e- ben kaum wahrgenommen. — Die Freie Wohlfahrtspflege weist freilich eine äußerst heterogen e Stru k- tur auf. Die sechs Mitgliedsverbände selbst stellen Zusammenschlüsse vieler einzelner selbstständiger Träger und Einrichtungen dar. Die Stati s- tik der Freien Wohlfahrtspflege weist für 2008 insgesamt 102.000 Einric h- tungen aus. — Die Wohlfahrtspflege lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: Erstens marktferne Bereiche, die größtenteils durch Zuwendungen und Spenden finanziert werden; zweitens die wirtschaftlich insgesamt bedeutenderen Einrichtungen des Gesundheits - und Pflegewesens, sowie Kindertage s- st ätten. In diesem zweiten, marktnahen Bereich steht die Freie Woh l- fahrtspflege in der Regel in Konkurrenz sowohl mit öffentlichen als z u- nehmend auch mit privaten Trägern. — Unseren Schätzungen zufolge setzte die Freie Wohlfahrtspflege 2008 in marktnahen Berei chen rund EUR 38 Mrd. um. Sie liegt damit vor ma n- chen Branchen des verarbeitenden Gewerbes. — Die Freien Wohlfahrtsverbände verfügen in den marktnahen Bereichen über eine solide Wettbewerbsposition. Auf der Ebene einzelner Betriebe könnte sich die Gemeinnütz igkeit jedoch als Hemmschuh hinsichtlich der Finanzierung von Investitionen und Innovationen erweisen. 16. November 2010 Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 1970 1981 1990 1993 1996 2000 2004 2008 Beschäftigte der FW Hauptamtlich Beschäftigte in Tsd. Quelle: BAGFW Research Briefing 2 16. November 2010 Die Spitzenverbände der FW: — Arbeiterwohlfahrt ( gegründet 1919) — Deutscher Caritasverband (1897) — Deutsches Rotes Kreuz (1866) * — Diakonie (1848) * — Der Paritätische Wohlfahrtsverband (1924) — Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden (1917) *Vorläuferorganisation Quelle: BAGFW Organisation s struktur Bei den FW handelt es sich um eine kompl e- xe, pyramidenförmige Verbandsstruktur. Die Einrichtungen und Dienste selbst bilden die kleinsten Einheiten und sind auf freiwilliger Basis nach oben hin zu einem Spitzenve r- band auf Bundesebene zusammengeschlos - sen. Eine zentra le Lenkungsfunktion, wie sie in privatwirtschaftlichen Konzernen vo r- herrscht, ist nicht existent. Die einzelnen Träger und Verbände sind rechtlich und wir t- schaftlich unabhängige Einrichtungen, oft in Vereinen oder gemeinnützigen GmbHs org a- nisiert. Es kann aber sehr wohl wirtschaftliche Liefer - und Leistungsbeziehungen zwischen Einrichtungen innerhalb der Verbände geben. Dies ist ökonomisch am ehesten mit einem Fra nchise - Unternehmen vergleichbar (vgl. Darstellung S. 3). Zusätzlich existieren noch Arbeitskrei se und Fachausschüsse zur gesellschaftlichen und politischen Meinungsbildung sowie Fachve r- bände und überregionale Mitgliedsorganisat i- onen. Als Interessenvertretung haben sich die sechs Spitzenverbände in der Bundesarbeit s- gemeinschaft der Freien Wohlfahrtsp flege (BAGFW) zusammengeschlossen. Analog existieren für die Landesverbände die La n- desarbeitsgemeinschaften (LAGFW). Auf unteren Ebenen finden sich so genannte Ligen der FW. Die Wohlfahrtspflege im Wandel Die Freien Wohlfahrtsverbände (FW) gehören traditionell zu den wesentlichen Akteuren der Sozialwirtschaft in Deutschland. Seit geraumer Zeit sind sie als Anbieter von Sozial- und Wohlfahrts- diensten mit veränderten, weniger förderlichen Rahmenbedingun- gen konfrontiert. Wesentliche Bedeutung kommt dabei folgenden Faktoren zu: — Die Ausgabenpolitik des Staates ist in den relevanten Bereichen restriktiver geworden. Indiz dafür ist der Rückgang der Sozialleis- tungsquote von 31,2% in 2000 auf 29% in 2008. — Gleichzeitig erhöht der demografische Wandel den Bedarf an Einrichtungen der Altenpflege und des Gesundheitswesens. 1 Diese traditionellen Bereiche der FW gehören im alternden Deutschland zu den wichtigen Zukunftsmärkten mit erheblichem Beschäftigungs- und Wertschöpfungspotenzial. — Allerdings leiden die derzeitigen Hauptfinanziers, die gesetzliche Kranken- und die Pflegeversicherung, an zunehmender Finanz- not. Deshalb könnte die unmittelbare private Nachfrage der Bür- ger nach den entsprechenden Diensten an Gewicht gewinnen. — Zudem haben sich in der ambulanten und (teil)stationären Pflege sowie bei den Krankenhäusern private, marktwirtschaftlich orien- tierte Teilnehmer etabliert. — Mit der angebotsseitigen Ausdifferenzierung der Märkte mehren sich Forderungen nach einheitlichen Wettbewerbsbedingungen. Deshalb dürften staatliche Unterstützungen der FW wie Steuer- vergünstigungen auf den Prüfstand kommen. So stellt sich die Frage nach der künftigen Rolle der Einrichtungen der Freien Wohlfahrtsverbände. Werden sie sich unter veränderten Bedingungen behaupten können? Und grundsätzlicher: Ist das Kon- zept der FW in Zeiten des Effizienzdogmas noch zeitgemäß? Bevor diese Fragen aufgegriffen werden, soll im Folgenden zu- nächst die wirtschaftliche Bedeutung der Verbände der Freien Wohl- fahrt näher betrachtet werden. Besonderheiten der FW Die Wohlfahrtsverbände lassen sich dem Dritten bzw. Non-Profit- Sektor zuordnen. Der Begriff Dritter Sektor umfasst prinzipiell einen Bereich der Wirtschaft, in welchem staatliche Lenkung und markt- wirtschaftliche Prinzipien ohne Dominanz nebeneinander existieren, während Non-Profit auf den Verzicht der Gewinnerzielung abstellt. 2 Die Literatur hierzu ist – wie der Sektor selbst – äußerst heterogen. 3 Merkmale sind die Nicht-Gewinn-Orientierung und eine spezifische Wertorientierung der einzelnen Institutionen. 4 Die FW befinden sich im Dritten Sektor in Gesellschaft von Vereinen (u.a. Sport und Kultur), Stiftungen und Gewerkschaften. Allein dies 1 Vgl. Blinkert und Gräf (2009), Enste (2009) für die Pflege sowie Bräuninger und Rakau (2010), Henke und Martin (2008) im Gesundheitsbereich. 2 Ähnlich ist der Begriff des Tertiären, also Dienstleistungssektors, manche Quellen gebrauchen die Begriffe als Synonyme, was Verwirrungen stiften kann. 3 Da es auch Definitionsunterschiede zwischen Non-Profit und Dritter Sektor gibt, ist „der― Sektor prinzipiell gar nicht existent. Die Definition des Dritten Sektors bein- haltet so ebenfalls Genossenschaften, während im Non-Profit-Bereich bspw. auch Stiftungen zu finden sind. 4 Vgl. Seiters (2005). Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 16. November 2010 3 Steuerbefreiung für gemeinnützige, mildtätige und kirchl iche Zwecke Als gemeinnützige Zwecke werden Zwecke verstanden, die die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet fördern (§52AO). Dies sind u.a. die Förderung von Jugend - oder Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheits - oder des Wohlfah rtswesens. Als mildtätige Zwecke werden die Unterstützungen von auf Hilfe angewiesener Personen (wegen Armut, körperlicher, geistiger oder seelischer Zustände) definiert. Die Gemeinnützigkeit erfordert ferner die Verankerung folgender Attribute in der jewe iligen Satzung: — Selbstlosigkeit : Die freiwillige Abgabe materieller Mittel ohne angemessene G e- genleistung. Dies hat das Verbot einer Gewinnausschüttung oder unangemess e- ner Bezahlung von Mitarbeitern sowie die Verpflichtung zur zeitnahen Verwendung der Mitt el zur Folge. Wirtschaftliche Täti g- keiten an sich werden hingegen nicht ausgeschlossen. — Ausschließlichkeit : Lediglich die steue r- begünstigten Zwecke dürfen verfolgt we r- den. — Unmittelbarkeit : Die Zwecke werden selbst oder durch Hilfspersonen verfolgt. Die Ein richtungen sind dann meist Zweckb e- triebe, also wirtschaftliche Geschäftsbetriebe mit dem Ziel, die Satzungszwecke der g e- meinnützigen Organisation zu verfolgen. Vgl. Kraus / Stegaresc u (2005), Henke et al. (2004) zeigt die Vielfalt der Interessen in diesem Sektor. Die FW nehmen hier nochmals eine Sonderstellung ein, zumal sich ihre Angebote an breite Bevölkerungsschichten richten. Die FW engagieren sich auf verschiedenen Gebieten von der Jugend- über die Altenhilfe bis zur Ausbildung sozialer Berufe. Die FW werden oft als einheitlicher Konzern betrachtet. Diese Dar- stellung ist nicht zutreffend. Vielmehr handelt es sich um äußerst heterogene Strukturen, ohne stringente hierarchische Steuerung. Am besten lassen sich die Verbände als (freiwillige) Zusammen- schlüsse vieler einzelner Träger charakterisieren (vgl. Box S. 2 und nachfolgende Übersicht). Einrichtungen der FW verfügen im Vergleich zu privatwirtschaft- lichen Unternehmen über Besonderheiten, die vor allem aus der Gemeinnützigkeit resultieren. So sind die Einrichtungen der FW von Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit und unterliegen bei Zweckbetrieben lediglich dem reduzierten Umsatzsteuersatz. 5 Spe- zielle Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen, bei denen mehr als 40% der Betreuungs- oder Pflegekosten von gesetzlichen Trägern übernommen wurden, sind indes auch ohne Gemeinnützigkeit von der Umsatzsteuer befreit. 6 Weiterhin verfügen manche der Verbände aus der Nähe zur Kirche über Zusatzeinnah- men durch kirchliche Zuwendungen. Wirtschaftsfaktor Freie Wohlfahrtspflege Große Marktanteile in vielen Bereichen Die Geschäftsfelder der FW sind vorwiegend im Kontext Sozialwirt- schaft angesiedelt, jedoch hinsichtlich Wettbewerbsintensität und Regulierung sehr heterogen. Generell lassen sich ein marktnaher und ein marktferner Sektor ausmachen. 7 Zu den marktnahen Bereichen gehören die Gesundheits- und Altenhilfe, in Ansätzen auch die Jugendhilfe. Hier werden Leistungen vorwiegend durch 5 Vgl. Kraus und Stegarescu (2005). 6 Vgl. Henke et al (2004). 7 Ähnliche Einteilungen finden sich auch bei Anheier, Seibel (1993) und Ottnad et al. (2000). 8% 37% 31% 24% Gesundheitshilfe Jugendhilfe Pflege (Alten- und Behindertenhilfe) Marktferne Bereiche (weitere Hilfen und Ausbildungszentren) Quelle: BAGFW Einrichtungen der FW Anteile an Gesamtzahl, 2008 1 Research Briefing 4 16. November 2010 (administrierte) Preise und/oder Gebühren entgolten. Zudem weist der Markt trotz weitgehend staatlicher Regulierung eine gewisse Pluralität von Anbietern auf. Auf Basis der Einrichtungsstatistik fallen rund 70% der Einrichtungen der FW in diese Bereiche. Mit Leis- tungszuwächsen der Ausgaben für Gesundheitsleistungen von 49% für die ambulante Pflege, 33% für die stationäre Pflege und 23% für Krankenhäuser zwischen 2000 und 2008 handelt es sich zudem um stark wachsende Betätigungsfelder. Zu den marktfernen Bereichen gehören etwa Beratungsstellen, (therapeutische) Selbsthilfegruppen und Gruppen des bürgerlichen Engagements. Für diese Angebote erhalten die Einrichtungen keine mit Marktpreisen vergleichbaren Entgelte. 8 Vielmehr sind die FW hier auf Zuwendungen und Spenden angewiesen. Gerade in diesen Bereichen leisten die FW jedoch wertvolle Arbeit für das Sozial- kapital in Deutschland. Zunehmender Wettbewerb durch private Anbieter Im Vergleich der Träger haben die FW (in den Abbildungen aus Da- tengründen mit den freigemeinnützigen Trägern gleichgesetzt) be- sonders bei Pflegeheimen und Kindergärten große Marktanteile von mehr als 50%. 9 Dies reflektiert die gerade auch in früheren Jahr- zehnten starke Position der FW in diesen Bereichen. Bei der Pflege brachte aber vor allem die Einführung der Pflegeversicherung zum 01.01.1995 eine Trendwende. Seither hat sich ein dynamischer Markt entwickelt. Ein weiter Kreis pflegebedürftiger Menschen kann nun relativ unabhängig von der eigenen finanziellen Lage professio- nelle Leistungen in Anspruch nehmen. Davon haben vor allem auch private Anbieter profitiert. Deren Anteil an allen zu versorgenden Pflegebedürftigen ist von 1999 bis 2007 von rund 25% auf 32% gestiegen. Im Bereich der ambulanten Pflege betrug der Anteil der privaten Einrichtungen 2007 sogar knapp 60%. Allerdings spielen hier auch Größeneffekte eine Rolle: Die Einrichtungen der privaten Anbieter sind im Durchschnitt (noch) deutlich kleiner. So sind die FW bezüglich der betreuten Pflegebedürftigen – sowohl ambulant als auch in Heimen – noch dominierend. 10 8 Vgl. Puch (2003). 9 In der Kinder- und Jugendstatistik liegt der Anteil der FW an den freigemeinnützi- gen Einrichtungen bei 99%. 10 Im Bereich der ambulanten Pflegedienste mit der Betreuung von bis zu 25 Pflege- bedürftigen betrug der Anteil der privaten Pflegeeinrichtungen beinahe 80%. Mit zunehmender Größe dominieren aber wieder die freigemeinnützigen Träger. Bei ambulanten Pflegediensten zwischen 50 und 100 Pflegebedürftigen beträgt ihr An- teil ca. 60%, ab 100 Versorgten sogar 74%. Deutlich abgeschlagen sind hier die öffentlichen Träger, welche knapp 2% der ambulanten Dienste und 6% der Pflege- heime ausmachten (Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes). 80 90 100 110 120 130 140 150 160 1999 2001 2003 2005 2007 Dienste, privat Dienste, freigem.* Pflegebedürftige, privat Pflegebedürftige, freigem. Ambulante Pflegedienste *Die freigemeinnützigen Träger umfassen laut amtlicher Statistik  und damit in dieser und allen folgenden Darstellungen  neben den FW u.a. Stiftungen und Religionsgemeinschaften. Es kann jedoch von einer dominanten Stellung der FW ausgegangen werden. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes Anzahl der Dienste und der betreuten Personen, 1999=100 2 Stand Sektor Gesamt - anzahl Öffentlich Privat Freigemein - nützig 2007 Ambulante Pflegedienste 11.529 1,7% 59,9% 38,5% 2007 Pflegeheime 11.029 5,8% 39,2% 55,1% 2008 Reha und Vorsorge 1.239 17,8% 56,2% 26,0% 2008 Krankenhäuser 2.083 31,9% 30,6% 37,5% davon allgemeine Krankenhauser 1.781 32,1% 30,2% 37,8% 2009 Kindergärten 50.299 34,3% 14,6% 51,1% Quellen: Destatis (Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Kinder - und Jugendstatistik), Kranke n- hausstatistik, Gesamtstatistik 2006 der BAGFW 500 550 600 650 700 750 800 850 900 02 03 04 05 06 07 08 Öffentlich Freigem. Privat Anzahl, absolut Trends am Krankenhaus - markt Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes 3 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140 150 2004 2005 2006 2007 2008 Öffentlich Freigem. Privat Belegungstage In allgemeinen Krankenhäusern, 2004=100 Quelle: DKG - Krankenhausstatistik 4 Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 16. November 2010 5 Bei den Krankenhäusern ist die Marktführerschaft der FW weniger stark ausgeprägt. 2008 waren in Deutschland von den 2.083 Kran- kenhäusern 37% als freigemeinnützig eingestuft, bei den 1.781 all- gemeinen Krankenhäusern waren es 38%. Auf dem – durch den Abbau von Überkapazitäten geprägten – Krankenhausmarkt verlie- ren die FW (und mehr noch die öffentlichen Träger) Marktanteile, während die privaten Kliniken gewinnen. Deren Zahl nimmt sogar absolut zu (von 2002 bis 2008 um 20%), vor allem auch infolge der Privatisierung öffentlicher Krankenhäuser. Die Zahl der freigemein- nützigen Krankenhäuser ist in der genannten Zeit hingegen um mehr als 10% gesunken. Auch hinsichtlich der Belegungstage all- gemeiner Krankenhäuser lässt sich ein Anstieg um 40% in privaten Kliniken feststellen, während die freigemeinnützigen allgemeinen Krankenhäuser leicht rückläufige Werte aufweisen (siehe Grafik 4) Die Freie Wohlfahrtspflege als Arbeitgeber Die klassische Wohlfahrtspflege, vorwiegend von ehrenamtlich täti- gen Helfern getragen, ist in den marktnahen Bereichen weitgehend passé. Professionalisierung und Ökonomisierung haben in der Be- schäftigungsstruktur ihre Spuren hinterlassen. Seit 1970 ist das hauptamtlich beschäftigte Personal von knapp unter 400.000 auf rund 1,5 Mio. Arbeitnehmer (Stand 01.01.2008) gestiegen. 11 Dies entspricht einem Anteil von 5,6% an der Gesamtzahl der sozialver- sicherungspflichtig Beschäftigten (2000: 3,4%). Der mit knapp 400.000 Personen größte Teil der Beschäftigten arbeitet in der Al- tenhilfe, gefolgt von der Gesundheits- und der Jugendhilfe. Unter den einzelnen Verbänden stellen die kirchlichen Verbände mit etwa 60% der Beschäftigten das Gros der Arbeitsplätze. Die kirchli- chen Verbände gehören damit zu den Top-Arbeitgebern in Deutsch- land – noch vor den großen Industrieunternehmen. 12 Die Beschäftigtenstruktur der FW in den marktnahen Bereichen hat sich insgesamt stark verändert. Im Jahr 2000 waren in der Gesund- heitshilfe und in der Pflege insgesamt 734.000 Menschen beschäf- tigt. 2008 weist die Statistik hier rd. 1,1 Mio. Beschäftigte aus. Der Beschäftigungszuwachs entfällt aber zu 85% auf Teilzeitbeschäftig- te. 13 Die Zahl der Teilzeitkräfte bei der Pflege hat sich sogar von 276.000 auf 565.000 verdoppelt. Insgesamt sind 54% der Beschäf- tigten bzw. 830.000 Mitarbeiter der FW teilzeitbeschäftigt. Der Anteil der FW an allen (sozialversicherungspflichtigen) Teilzeitbeschäftig- ten in Deutschland betrug 2008 damit 16,7%. Finanzierung Die Finanzierungsquellen der FW lassen sich nach Beiträgen der Sozialkassen, öffentlichen Mitteln, Spenden des privaten Sektors und Eigenmitteln, das sind u.a. Zinserträge aus Vermögen, differen- zieren (aktuelle Daten über Eigenmittel liegen hier aber nicht ausrei- chend vor). Der größte Teil der Finanzierung stammt aus Entgelten für Leistun- gen, die die FW für die Sozialversicherungen, nämlich die gesetzli- che Kranken- und die Pflegeversicherung, erbringen. 14 Die Preise ergeben sich hier jedoch nicht über Angebot und Nachfrage, sondern werden zwischen den Kostenträgern (GKV, GPV, PKV) und 11 Bis 31.12.2008 ist diese Zahl nach Einzelangaben der Verbände auf mindestens 1,7 Mio. Beschäftigte angewachsen (vgl. Tabelle 5). 12 Das größte deutsche Industrieunternehmen beschäftigt 400.000 Mitarbeiter (2009), der größte Automobilhersteller 370.000 Mitarbeiter, und dies weltweit. 13 Dabei sind atypische Beschäftigungsverhältnisse auch im Bereich Sozialwirtschaft auf dem Vormarsch. Vgl. Dathe et al. (2009), Kühnlein und Wohlfahrt (2006). 14 Vgl. auch Ottnad et al. (2000), IW (2004). 0 200.000 400.000 600.000 Vz 2000 Vz 2004 Vz 2008 Tz 2000 Tz 2004 Tz 2008 Gesundheitshilfe Pflege (Alten- und Behindertenhilfe) Quelle: BAGFW Entwicklung Voll - /Teilzeit Hauptamtlich Beschäftigte 7 Arbeitgeber FW Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2000 2008 FW in Mio. 1.16 1.54 Anteil an allen Beschäfti g- ten 4,4% 5,6% Anteil an allen Teilzeitschäftigten n/v 16,7% Quellen: Bundesagentur für Arbeit, BAGFW 5 Verband Hauptamtl. Beschäftigte Stand Caritas 507.500 31.12.2008 Diakonie 443.600 01.01.2008 Rotes Kreuz 132.000 31.12.2008 AWO 114.600 31.12.2008 Der Parität i- sche 3 1 7.400 01.01.2008 Vgl. BAGFW 1.540.000 01.01.2008 Quellen: Caritas, Diakonie, DRK, AWO, BAGFW 6 Research Briefing 6 16. November 2010 den Leistungserbringern verhandelt. 15 Die Entgelte der Sozialver- sicherungsträger werden von privaten Zuzahlungen der Haushalte ergänzt. Beispiele hierfür sind die Zuzahlungen zur Pflege oder die Zahlungen der so genannten Hotelleistungen für Unterkunft und Verpflegung in Heimen. 2008 haben sich Letztere auf insgesamt EUR 5,3 Mrd. summiert. Die öffentlichen Mittel lassen sich in direkte Zuwendungen und indi- rekte Hilfen unterteilen, wobei letztere in hohem Maße Subventions- charakter haben. Die direkten öffentlichen Zuwendungen fallen al- lerdings quantitativ mit (mindestens) EUR 61 Mio. gering aus. 16 Hier handelt es sich zumeist um zweckgebundene Projektzuweisungen. Zu den indirekten Subventionen gehören: 1. Zuzahlungen für Zivildienstleistende, welche für die FW rund EUR 330 Mio. ausmachen dürften. 17 Privaten Trägern stehen keine Zivildienstleistenden zur Verfügung. Das relativiert sich aber dadurch, dass gerade im Bereich der Pflege und der Kran- kenhausversorgung die Zahl der Zivildienstleistenden stark rück- läufig ist. 18 2. Die Abzugsfähigkeit von Zuwendungen an gemeinnützige Orga- nisationen sowie politische Parteien. Diese betrugen im letzten Subventionsbericht der Bundesregierung insgesamt EUR 1,4 Mrd. Freilich dürfte ein erheblicher Teil davon an die Parteien fließen. 3. Befreiungen von Gewerbe-, Körperschafts- und Umsatzsteuern. Experten schätzen die Subventionshöhe von Körperschafts- und Gewerbesteuer für kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Zwecke auf rund EUR 220 Mio., die der Umsatzsteuer auf EUR 250 Mio. 19 Die FW erhalten weiterhin Spenden. Allerdings ist diese Quelle volatil und größtenteils von besonderen Ereignissen wie der Flut in Ostdeutschland 2002 oder etwa Hurricane Katrina bestimmt. Im Jahre 2008 betrug das Spendenvolumen der Organisationen der FW innerhalb des DZI-Spendenindizes etwas mehr als EUR 100 Mio. Die Beträge sind größtenteils zweckgebunden. Wirtschaftsleistung Das klassische Maß für den Beitrag eines Sektors zum BIP ist die Bruttowertschöpfung (BWS), wie sie durch die Input-Output- Rechnung ermittelt wird. Diese Rechnung erfasst in Deutschland die Wertschöpfung der Dienstleistungen Gesundheit, Sozialwesen, Un- terricht und Entsorgung nur aggregiert. Deren Anteil an der gesam- ten Wertschöpfung hat sich seit 2000 von 11,8% auf 12,9% 15 Da es sich bei GKV und sozialer Pflegeversicherung um öffentliche Haushalte handelt, wird oft von einer Finanzierung von über 90% aus öffentlichen Haushalten gesprochen und kritisiert. Diese Darstellung ist jedoch unzureichend, da auch pri- vate Anbieter von Beiträgen der Sozialkassen profitieren. 16 Die Zuwendungen laut GuV der Verbände summieren sich zu EUR 153 Mio., davon sind eindeutig EUR 61 Mio. öffentlichen Haushalten zuzuordnen, EUR 15 Mio. der Kirche und EUR 6,2 Mio. der EU. Bei EUR 70,2 Mio. kann auf- grund fehlender Tiefe der Statistik keine Zuweisung vorgenommen werden. 17 Legt man von EUR 470 Millionen des Bundeshaushaltes für Sold, Versicherungs- leistungen und Entlassungsgeld auf den Anteil der Zivildienstleistenden von 71% um, ergeben sich insgesamt Leistungen in Höhe von rund EUR 330 Mio. 18 Siehe hierzu Falter und Bräuninger (2010). 19 Vgl. Boss und Rosenschon (2010). Die Umsatzsteuerbefreiung der Sozialversiche- rungsträger, Krankenhäuser, Diagnosekliniken, Altenheime, Pflegeheime, der am- bulanten Pflegedienste, der Wohlfahrtsverbände und der Blinden summiert sich insgesamt auf EUR 6 Mrd. Dies umfasst allerdings auch private Träger. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 2000 2008 Gesundheitshilfe Jugendhilfe Pflege (Alten- und Behindertenhilfe) Weitere Hilfen und Ausbildung Beschäftigung im Wandel Quelle: BAGFW Gesamtstatistik Anteile der Bereiche an Gesamt - beschäftigung der FW 8 0 50 100 150 200 250 300 350 400 2001 2003 2005 2007 Quelle: DZI - Spendenalmanach Volatile Spendeneinnahmen FW - Organisationen im DZI - Spenden - index, in EUR Mio. 9 0 5 10 15 20 25 30 2000 2002 2004 2006 2008 Amb. Pflege (Teil)stat. Pflege Ausgaben für Pflege Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes In EUR Mrd. 10 Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 16. November 2010 7 Annahmen und Methodik Schätzungen über Leistungsvolumina sind äußerst schwierig. In den Statistiken findet sich meist nur eine Unterteilung der Träger nach öffentlich, privat und freigemeinnützig. Der Schluss liegt nahe, dass die FW in der Gesamtheit einen hohen Anteil, an den freigemeinnützigen Trägern hat , dennoch führt dies zu Verzerrungen . Genauere Berechnungen werden durch u nterschiedliche Erhebungs zeiträume von relevanten Daten erschwert, was Extra - und Interpolationen nötig macht. Für die Berechnung gilt die Annahme, d ie Träger arbeiten im Sinne einer identischen Produktionsfunktion. Zudem wird im Falle der Annäherung über Beschäftigtenzahl en eine identische Beschäftigungsstruktur (Voll - / Teilzeit) vorausgesetzt. Darüber hinaus we r- den Kosten - und Leistungs unterschiede der einzelnen Anbieter ver nachlässigt. Hierdurch ergeben sich Verzerrungen. Da im Be reich der Pflegeheime zu dem von ei n em fixen Grun d- p ersona lbestand ausgegangen wer den muss ( weswegen kleinere Heime zu stark ins G e- wicht fallen würden ) , wird hier auf die Pfleg e- bedürftigen zurückgegriffen . Für Kliniken und Reha/Vorsorgezentren existieren Angaben über die konkreten Pflegetage. Lediglich für die Rettungsdienste musste auf Beschäftigte zurückgegriffen werden, da hier keine Ei n- satzstatistik nach Trägern existiert. (EUR 263 Mrd.) im Jahr 2007 erhöht. Aufgrund mangelnder Daten ist eine Berechnung der BWS der FW hier aber nicht möglich. Statt- dessen wird das jeweilige Leistungsvolumen angenähert. Als Quelle dient hier die Ausgabenrechnung der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, somit beschränkt sich die Schätzung auf Krankenhäu- ser, Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Reha- und Vorsorgeein- richtungen sowie Rettungsdienste. Die Orientierung an der Ausga- benrechnung erscheint plausibel, da sie den Endverbrauch und somit aus makroökonomischer Sicht die letzte Verwendung der Gü- ter und Dienstleistungen abbildet. Diese Größe könnte somit in etwa dem verwendungsseitigen BIP-Anteil entsprechen (vgl. auch Box links). 20 Die Ausgaben für Krankenhäuser betrugen 2008 insgesamt EUR 66,7 Mrd. Davon entfallen ein Großteil auf ärztliche Leistungen und Waren. Zieht man die Ausgaben für Waren ab, ergibt sich ein Leistungsvolumen in Höhe von EUR 53,5 Mrd., wovon geschätzt rund 34% oder EUR 18,4 Mrd. auf die FW entfallen. Die Finanzie- rung ist mit einem Anteil von 82% stark von der GKV abhängig. Die Ausgaben für Pflege in Heimen und ambulante Pflegedienste haben sich im Untersuchungszeitraum um 38% von EUR 20,6 Mrd. auf EUR 28,5 Mrd. im Jahre 2008 erhöht. Davon entfällt der Großteil auf die (teil)stationäre Pflege. Für die FW lassen sich Anteile in Höhe von EUR 16,3 Mrd. abschätzen, was mehr als 50% des Gesamtvolumens ausmacht. In der Pflege ergibt sich ein höherer Anteil privater Zuzahlungen. Die Finanzierung ist hier somit weit weniger abhängig von einem einzelnen Träger. Dies resultiert vor allem aus dem starken Anstieg bei den Kosten für Hotelleistungen in Pflegeheimen, also für Unterkunft und Verpflegung, die vorwiegend von privaten Haushalten bezahlt werden (vgl. Grafik 11). 21 Auch wenn Rettungsdienste und Vorsorgeeinrichtungen quantitativ weniger ins Gewicht fallen als etwa Krankenhäuser, ergab sich 2008 ein Leistungsvolumen von immerhin mehr als EUR 10 Mrd. Die Reha- und Vorsorgeeinrichtungen verfügen hiervon über ein Leistungsvolumen von EUR 8 Mrd. (2008). Da diese vorwiegend 20 Die Ausgaben wurden den Erbringungsorten zugeordnet. Kosten von Waren wie Arznei- und Hilfsmitteln wurden nicht berücksichtigt, da diese zumeist über externe Apotheken in den jeweiligen Krankenhäusern und Heimen abgerechnet werden und somit als Leistungen der FW ausgeschlossen werden können. 21 Hier hat eine Verlagerung von öffentlichen zu privaten Haushalten stattgefunden. Während sich seit Einführung der Pflegeversicherung die Ausgaben der öffentli- chen Haushalte an den Zahlungen zu Hotelleistungen um rund 60% auf gerade einmal EUR 735 Mio. verringert haben, zahlen die privaten Haushalte mit EUR 5,3 Mrd. rund das Sechsfache der Summe von 1996. 0 100 200 300 400 500 600 700 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 Priv. HH, 1996 = 100 Öff. HH (ohne SV), 1996 = 100 Unterkunft und Verpflegung Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes 11 Leistungsvolumina ausgewählter Sektoren 2008 Sektor Gesamt ( in EUR Mrd. ) Anteil FW (in%) Anteil FW (in EUR Mrd). Ambulante Pflege 8,6 51,7%* 4,4 Pflegeheime 19,9 59,9%* 11,9 Krankenhäuser 53,5 34,3% 18,4 Rettungsdienste 2,8 64,6% 1,8 Reha/Vorsorge 8,0 16,4% 1,3 Gesamt 92,8 40,8% 37,9 *Extrapolierte Werte Quellen: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Pflegestatistik, Gesamtstatistik des BAGFW, Eigene Berechnungen 12 Research Briefing 8 16. November 2010 Die FW als Produzent en von Sozialem Kapital Der Begriff Soziales Kapital, geprägt von Robert Putnam und Jean Bourdieu , b e- schreibt unter anderem soziale s Vertrauen und auch positive Reziprozität ( Hilfst du mir, so helfe ich Dir ) als wichtigen Faktor für das Funktionieren einer Gesellschaft. * Beide Autoren sehen in sozialem Kapital einen Faktor, der ökonomisches Kapital einer G e- sellschaft komplementär bzw. substitutiv beeinflussen kann, ökonomisch intuitiv könnte dies als sinken de Transaktionskosten über den Aufbau von Vertrauen innerhalb eines Marktsystems inter pretiert werden.** Das Wirken der FW sollte das soziale Klima über Freiwilligenarbeit und eine zusätzliche Redistribution von Geld - und Sachleistungen verbessern. So repräsentieren die FW altrui s- tische Wertorientierungen in der Gesell schaft. Vor allem tra gen sie dazu bei, den Bedarf an staatlicher Umverteilung zu verringern. Dies mindert die Steuer - und Abgabenlast , da die Redistribution der FW auf freiwilliger Basis über Spenden und Ehrenamt erfolgt. Auch verweisen die FW auf ihre größere Nähe zu vielen L eistungsempfängern und ein oft b e- sonderes Engagement der Mitarbeiter. Mit ihrem Fachwissen zu sozialpolitischen Th e- men wie Armut, Pflege und Selbsthilfe sind die FW nicht zuletzt auch als Berater von Politik und sozialen Institutionen präsent. *V gl. für eine Übersicht Braun (2002) . ** Vgl. hierzu Rollwagen (2008) oder Knack / Keefer (1997). privatwirtschaftlich organisiert sind, ist der Anteil der FW allerdings mit geschätzten EUR 1,3 Mrd. eher gering. Insgesamt betrug 2008 das Leistungsvolumen der FW in den be- trachteten Bereichen unseren Schätzungen zufolge EUR 37,9 Mrd. von EUR 92,8 Mrd. insgesamt. Dabei sind mangels geeigneter Daten relevante Bereiche, vor allem Kindertagesstätten, bei denen die FW über große Marktanteile verfügen, nicht berücksichtigt. Es liegt nahe, dass der genannte Wert die FW als Wirtschaftsfaktor unterschätzt. 22 Das Leistungsvolumen der FW ist somit insgesamt höher als das so mancher Branche des verarbeitenden Gewerbes. Zum Vergleich betrugen 2008 die Jahresumsätze der Getränke- und Tabakherstel- ler je etwa EUR 12 Mrd., der Papierbranche rund EUR 36 Mrd. Position der FW im Wettbewerb Angesichts der nennenswerten wirtschaftlichen Bedeutung der FW stellt sich die Frage nach deren Perspektiven in einem zunehmend durch Wettbewerb geprägten Umfeld. Diese Frage kann indes hier – auch mangels der erforderlichen betriebswirtschaftlichen Daten – nicht im Detail geklärt werden. Vielmehr sollen einige relevante Indi- zien zu einem kleinen Mosaik der Wettbewerbsfähigkeit der FW bei Pflegediensten und im Krankenhausbereich zusammengefügt wer- den. Im Bereich der Pflege deutet die amtliche Statistik darauf hin, dass die FW oft höhere Pflegeentgelte verlangen als private Träger. Ins- besondere die Hotelleistungen, die ja gerade in hohem Maße von den privaten Haushalten bezahlt werden müssen, lagen preislich von 1999-2007 über denen privater Träger. Auch bei den Pflegebe- dürftigen der Stufen I bis III lagen die durchschnittlichen Vergütun- gen in stationären Einrichtungen der FW über denen privater Träger (vgl. Tabelle 13). Analysen zufolge sind rund 70% der Kosten eines Pflegeheimes auf Personalaufwendungen zurückzuführen. Das lenkt den Blick u.a. auf die Löhne. In der Vergangenheit haben sich die FW – auf freiwilliger Basis – stark an öffentlichen Tarifverträgen orientiert. Seit der Einführung des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVÖD) 2005 gewinnen aber auch eigene Tarifverträge an Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass die Anwendung von Tarif- verträgen in Heimen höhere Heimentgelte erklären kann, wobei die freigemeinnützigen Träger ein höheres Maß an Tarifbindung aufwei- sen. 23 Allerdings dürfte sich bei Pflegefachkräften angesichts des hier bereits bestehenden Fachkräftemangels zunehmend ein ein- heitliches Lohnniveau herausgebildet haben. Es dürften also vor- wiegend un- oder angelernte Kräfte höhere Tariflöhne erhalten. Wie erwähnt zeigt sich aber auch in der Sozialwirtschaft der Trend zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen. 24 Hinsichtlich der Krankenhäuser stellen Studien in freigemeinnützi- gen Kliniken ebenfalls höhere Personalkosten aufgrund der Orien- tierung am TVÖD fest. 25 Differenziert man jedoch die absoluten durchschnittlichen Personalkosten je Krankenhaus hinsichtlich der Klinikgröße, wird der Kostenvorteil vernachlässigbar (vgl. Grafik 14). Andere Studien gehen von einem geringen Gesamtkostenvorteil der freigemeinnützigen Krankenhäuser aus und legen nahe, dass dieser Wettbewerbsvorteil vorwiegend auf Steuervorteile der Gemeinnüt- 22 Ottnad et al. (2000) errechnen unter der Berücksichtigung aller Bereiche für das Jahr 1996 ein Leistungsvolumen in Höhe von EUR 44 Mrd. 23 Augurzky et al. (2008). 24 Vgl. Fußnote 13. 25 Im Folgenden Augurzky et al. (2009). Durchschnittsvergütung 2007 Dauerstationäre Vollpflege in Heimen nach Stufe Privat Frei - gem. Öffentl. Stufe I 41 43 46 Stufe II 54 58 60 Stufe III 67 73 74 Unterkunft und Verpflegung 19 20 20 In Euro pro Tag und Person, nach Trägern und Lei s- tungsarten Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes 13 Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 16. November 2010 9 zigkeit zurückzuführen ist. 26 Hinsichtlich der Arbeitsproduktivität, hier gemessen anhand der Belastungszahlen nach Betten liegen private und freigemeinnützige Träger mit rund 200 Pflegetagen pro Vollkraft gleichauf. 27 Soweit es, wie Studien belegen, hinsichtlich der Qualität keine auffallenden Unterschiede zwischen privaten und freien Trä- gern gibt, sprechen diese Daten gegen die verbreitete These einer geringeren Kosteneffizienz freigemeinnütziger gegenüber privater Träger. Allerdings sprechen Experten den privaten Krankenhäusern höhere Effizienz hinsichtlich Management und auch Vorteile in Bezug auf die Innenfinanzierung von Investitionen zu. Da die Finanzierung größerer Investitionsprojekte im Krankenhausbereich gemäß dem dualen Prinzip grundsätzlich den Bundesländern obliegt, die aber weitgehend auf fiskalischen Sparkurs eingeschwenkt sind, ist die Fähigkeit, Investitionen in moderne (Groß-)Technologien selbst zu stemmen, von erheblicher Bedeutung. Auch die Casemix-Daten zeigen, dass private Kliniken effizienter wirtschaften. So erwirtschaf- ten Beschäftigte privater Krankenhäuser bei im Schnitt weniger Pa- tienten mehr Umsatz in Form von Casemix-Punkten, was sich als erhöhte Wirtschaftlichkeit bei besserer Betreuungsrelation interpre- tieren lässt. 28 Gemeinnützigkeit als Wettbewerbsvorteil? Den FW werden aufgrund der Gemeinnützigkeit wettbewerbliche Vorteile (durch Steuerbefreiungen bzw. -vergünstigungen, öffentli- che Zuwendungen oder der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Spen- den) unterstellt. Indes bedarf es hier für die marktnahen Bereiche einer differenzierteren Darstellung. Viele, oft fälschlicherweise der Gemeinnützigkeit zugeschriebene Vergünstigungen sind nämlich an Tätigkeitsmerkmalen in den relevanten Bereichen festgemacht. So gilt etwa die Umsatzsteuerbefreiung für Krankenhäuser und Pflege- einrichtungen auch für private Anbieter. 29 Die spezifischen Steuer- vorteile der Gemeinnützigkeit hinsichtlich Körperschafts- und Ge- werbesteuer summieren sich lediglich auf EUR 220 Mio. im Ver- gleich zu geschätzten EUR 38 Mrd. Leistungsvolumen. 30 Die öffentlichen Zuwendungen und Spenden 31 sind meist zweckge- bunden und können zudem aufgrund der vorherrschenden Organi- sationsstrukturen nicht zwischen den einzelnen Einrichtungen trans- feriert werden. Insbesondere bei Zuwendungen für Investitionen tritt häufig eine Diskrepanz zwischen der zeitnahen Verwendung der Mittel, die die Gemeinnützigkeit vorschreibt, und langfristig angeleg- ter und starrer öffentlicher Haushaltsplanung zutage. Weiterhin verbietet es die Gemeinnützigkeit, Gewinne auszuschüt- ten bzw. Investoren Residualeinkommen zu gewähren. Damit ist eine Aufnahme von Eigenkapital, wie sie zum Beispiel privatwirt- schaftlichen Unternehmen zur Verfügung steht, nicht möglich. Die 26 Vgl. Henke et al. (2004). 27 Im Detail ergeben sich 203,1 für freigemeinnützige Träger und 201,6 für private Träger (Quelle: Destatis). 28 Absatz vgl. Augurzky et al. (2009). 29 So sind Krankenhäuser ohnehin umsatzsteuerbefreit. Pflegeeinrichtungen, die mehr als 40% über die soziale Pflegeversicherung abrechnen, ebenso. Es liegt nahe, dass dies für nahezu alle Einrichtungen der FW zutrifft. 30 Vgl. Boss und Rosenschon (2010). 31 Die Spendensumme der DZI-Spendenindexorganisationen übersteigt für 30 Orga- nisationen kaum die Milliardengrenze. Der höchste Einzelbetrag einer Organisati- on innerhalb des Spendenalmanachs betrug 2007 rund EUR 128 Mio., der höchs- te Betrag eines Verbandes der Wohlfahrtspflege innerhalb des Almanachs EUR 38 Mio. FW und Ehrenamt Das Ehrenamt , also die freiwillige Betät i- gung ohne Lohnanspruch zur Förderung des Allgemeinwohls, zählt zu den Vorze i- gebereichen der FW. Generell zeigt sich beim Ehrenamt aber ein zwiespältiges Bild. So ist d er Anteil der freiwillig Engagierten insgesamt von 1999 bis 2004 um 2% auf 36% der Bevölkerung ab 14 Jahren ang e- stiegen, allerdings vorwiegend in Sport - und Kulturvereinen. * Eine Studie begründet für die Sozialwirtschaft den dortigen Rüc k- gang des Ehre namtes über die zunehme n- de Professionalisierung . Ehrenamt werde mittlerweile vorrangig als Laienarbeit b e- trachtet und innerhalb der FW eher der Tradition als fachlicher Kompetenz zug e- ordnet. Eine Minderung der Wertschätzung und somit auch der Attraktivität des Ehre n- amtes sei die Folge. ** Ungeachtet dessen belegen die (geschätzten) eigenen Ang a- ben der großen Ver bände der FW ein Engagement von rund 2 ,4 Mio. Freiwilligen. Untersuchungen über die geleisteten A r- beitsstunden divergieren zwischen den – meist regio nalen Umfragen – stark. Frühere S chätzungen basierend auf den Studien des John Hopkins - Projekts zur Erforschung des Non - Profit - Sektors von 1996, ermitte l- ten einen Anteil von ehrenamtlicher Täti g- keit in Höhe v on einem halben Prozent des BIP * * . * Vgl. BMFSJ F (2005). * * Ottnad et al. (2000). 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Öffentlich Freigem. Privat KH mit 100 bis 199 Betten KH mit 200 bis 499 Betten Personalkosten in Kliniken Quellen: Destatis, eigene Berechnungen Je Krankenhaus in EUR Mio. 14 Research Briefing 10 16. November 2010 FW zwischen Non - Profit und Transp a- renz Autoren sehen vor allem auf Märkten mit asymmetrischer Information Vorteile des Prinzips des Nicht - Erwerbsstrebens .* Beispi e- le für solche Märkte finden sich gerade im Gesundheitswesen und in der Pflege, wo die Leistungsanbieter (z.B. Ärzte) hinsichtlich des Leistungsbedarfs einen Informationsvo r- sprung haben. D araus kann die Tendenz zu Überversorgung resultieren. Non - Profit - Organisationen, so die These, haben gering e- re Anreize, den Informationsvorsprung en t- sprechend zu nutzen. Über das Versprechen, nicht nach Gewinnen zu streben, findet bei ihnen eine Selbstbind ung statt. Ähnlich einer Investition in den Ruf signalisiert das Non - Profit - Prinzip dem Nachfrager ein Verspr e- chen , der Informationsvorsprung werde nicht ausge nutzt. Freier Wettbewerb kann indes auch eine entsprechende Wirkung entfachen. De n positiven Aspe kten von Non - Profit stehen Anreize zu Ineffizienz entgegen, die sich vorrangig aufgrund unvollständiger Eige n- tumsrechte ergeben . Um Vorwürfe n der Ineff i- zienz zu begegnen , öffnen sich die FW immer mehr Wettbewerb und Ökonomisierung .** Über Evaluierungsmaßna hmen wie die mit t- lerweile institutionell verankerten Pflegenoten soll die Qualität der Leistungen nach außen transportiert werden. * Vgl . hierzu Nährlich (1998), Kraus / Stegarescu (2005) . ** Aus Sicht der Property Rights - Theorie fehlt hier das ius fruendi, das Recht , erzielte Gewinne selbstständig zu ve r- wenden. Ein Beispiel für Kritik findet sich in der Monopolkom - mision (1998) . Finanzierung beschränkt sich so auf Eigenmittel und teureres Fremdkapital. Zudem wird die Bildung von Rücklagen im Vergleich zu privaten Trägern erschwert. 32 Gerade hinsichtlich der Innenfi- nanzierung wird hier den freigemeinnützigen Trägern eine zusätzli- che Belastung auferlegt. Dies macht die FW als Marktakteur relativ inflexibel, was auch von Stimmen innerhalb der Verbände beklagt wird. 33 Bestehende Potenziale nutzen Die FW reagieren aber schon länger auf das veränderte Umfeld. Evaluierungen, Controllingsysteme und Statistiken 34 sollen Vorwürfe von Ineffizienz, zu hohen Kosten und mangelnder Transparenz entkräften. 35 Gleichwohl können noch Potenziale gehoben werden. Dazu gehören Größenvorteile der FW, die durch die Zersplitterung über eigenständige Träger verstellt sind. So könnten durch vermehrte Kooperationen innerverbandlicher Träger auf regionaler Ebene Kosteneinsparungen erzielt werden. Möglichkeiten – die in Ansätzen schon realisiert sind – betreffen etwa das Beschaffungswesen über Einkaufsgemeinschaften oder auch die Einführung von Innovationen im Software- und IT-Bereich. Gerade die Einführung einer EDV-Infrastruktur oder von Softwaresystemen ist oft mit hohen Fixkosten verbunden, die so über reine Größenvorteile leichter zu tragen wären. Auch liegt es nahe, dass die FW ihr Gemeinnützigkeitskonzept in marktnahen Bereichen stärker evaluieren. Über privatwirtschaftliche Unternehmensausgründungen, bei denen gemeinnützige Verbände als tragende Gesellschafter fungieren, könnte die Wettbewerbsposition der FW nachhaltig gestärkt werden. Einerseits würde sich die Kapitalbeschaffung über die Möglichkeit der Eigenkapitalfinanzierung deutlich verbilligen. Das Beispiel privater Kliniken zeigt, dass hier eine verbesserte Innenfinanzierung von Investitionen möglich ist. Gerade aber die Fähigkeit, Investitionen – auch ohne öffentliche Mittel – frei zu tätigen, dürfte in geraumer Zeit ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein. Weiterhin würde eine Beteiligung von Eigenkapitalgebern ebenso eine zunehmende Professionalisierung der Aufsichtsgremien bedeuten. Diese sind aktuell meist mit ehrenamtlich tätigen Personen besetzt. Im freien Wettbewerb generierte Erträge würden auch zu einer Querfinanzierung der klassischen Sozialwirtschaftsbereiche dienen können. Zu den schon bestehenden Pluspunkten der FW im Wettbewerb gehört die mithin gute Reputation. Wirtschaftlich gedacht könnte dabei die Wertorientierung für eine entsprechende Marktpositionierung (Markenbildung) genutzt werden. 32 Vgl. Henke et al. (2004), Ottnad et al. (2000), Ottnad (2007) und Brückers (2000). 33 Vgl. Brauns (2000). 34 So legt der BAGFW seit 2000 eine Gesamtstatistik vor. Auch die einzelnen Ver- bände geben Statistiken heraus oder veröffentlichen mittlerweile Geschäftsberich- te. Konkrete Umsätze können jedoch aufgrund der Verbandsstruktur nicht heraus- gegeben werden. Bisher weist lediglich die AWO in ihrem Geschäftsbericht 2008 einen Gesamtumsatz von EUR 3,8 Mrd. aus. 35 Ungeachtet der Anstrengungen der FW ist die fehlende Transparenz im Kosten- dickicht ein Problem. Bestehende Statistiken weisen oft Diskrepanzen hinsichtlich der Erhebungszeitpunkte auf. Aggregierte Übersichten über Umsatz und Kosten der Verbände liegen nicht vor, was Vergleiche zwischen den Trägergruppen im- mens erschwert und wohl auch wesentlich zum Ruf der FW als kostenineffiziente Leistungserbringer beigetragen haben dürfte. Hier herrscht – auch um den Wett- bewerb zwischen den Trägern zu ermöglichen – Nachholbedarf. Wirtschaftsfaktor Wohlfahrtsverbände 16. November 2010 11 Fazit Die FW werden oft verkannt. Dabei gehören sie zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Vor allem sorgen sie für einen wesentlichen Teil des Angebotes an sozialen Diensten. Das gilt auch für die umsatzstärksten marktnahen Sozialdienste, die Pflege und die stationäre Gesundheitsversorgung (Krankenhäuser). Hier halten die FW nach wie vor ebenfalls große Marktanteile und tragen entsprechend zur Wertschöpfung bei. Auf der Kostenseite profitieren sie dabei weit weniger als oft von spezifischen Eigenheiten der Gemeinnützigkeit unterstellt. Indes wäre es ebenso verfehlt, dieses Prinzip mit generell mangelnder Effizienz gleichzusetzen, wie es mitunter geschieht. Die verbesserte wettbewerbliche Aufstellung der FW dürfte zum einen auch Folge eines erhöhten Konkurrenzdrucks durch zahlreiche private Anbieter sein. Zum anderen erfordern neue rechtliche Rahmenbedingungen vor allem im Krankenhausbereich (Stichwort Fallpauschalen) seit geraumer Zeit effzientes Wirtschaften von allen Akteuren, die sich am Markt halten wollen. Gleichwohl weist die Struktur der FW insbesondere hinsichtlich der Investitions- und Innovationsfähigkeit noch Verbesserungspotenzial auf. Dies ist angesichts anhaltender Sparpolitik der Länder als Hauptfinanziers größerer Investitionen im Krankenhausbereich relevant. Nicht nur deswegen stellen sich Fragen nach der künftigen Rolle der Gemeinnützigkeit für die FW und nach veränderten Organisationsstrukturen. So ist es durchaus vorstellbar, dass in Zukunft Zweckbetriebe zunehmend durch privatwirtschaftliche Unternehmen ersetzt werden, die im Auftrag der Verbände agieren. Gemeinnützigkeit bzw. Gemeinwohlorientierung, wie sie für die FW prägend ist, ergibt sich schließlich nicht nur aus der Unternehmens- form, sondern vorwiegend aus der Unternehmenskultur. Dessen ungeachtet können die FW für die Zukunft auf Ihre Marktstellung, die vorhandene Infrastruktur hinsichtlich Einrichtungen und Personal und ihre weithin wohl gute Reputation bauen. Alexander Falter (+49 69 910-31830, alexanderf.falter@googlemail.com) Literatur: Anheier, Helmut K. und Wolfgang Seibel (1993). Defining the Nonprofit Sector: Ger- many. Working Paper 6. John Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project No. 6. Augurzky et al. (2008). 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Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research― gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage - , Rechts - oder Steuerb eratung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank verö ffentlichten Dokumenten, einschließlich Research - Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzunge n wird keine Gewähr übernommen. 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