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11. Dezember 2019
Das globale Wachstum hat sich in den vergangenen 18 Monaten synchron verlangsamt, erreicht aber aktuell – deutlich vor dem Abgleiten in eine Rezession – seine Talsohle und sollte Anfang des kommenden Jahres wieder auf Kurs kommen. Während sich die Konjunktur in näherer Zukunft noch etwas weiter abschwächen könnte, sind wir auf Sicht von mehreren Quartalen optimistisch. In der Handels- und nationalen Politik schwinden die Unsicherheiten, der Lagerüberhang ist begrenzt und die lockere Geldpolitik hat weiterhin spürbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. [mehr]
Microsoft Word - 20191211_WWA Kurzfassung_SA.docx Weltwirtschaftlicher Ausblick – Kurzfassung Wieder in der Spur 11. Dezember 2019 Autoren: henry-f.allen@db.com, quinn.brody@db.com, jim.reid@db.com 11. Dezember 2019 Internet: www.dbresearch.de Makroprognosen Welt — Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt sich, bleibt jedoch positiv, und wir er- warten eine Verbesserung im kommenden Jahr. Sowohl für 2019 als auch für 2020 prognostizieren wir ein Wachstum von 3,1%. — Die Wachstumsaussichten haben sich im vergangenen Monat aufgrund der Fort- schritte in der Handelspolitik, der günstigen Entwicklung beim Brexit und der Locke- rung der Finanzierungsbedingungen verbessert. — Nach wie vor besteht das Risiko, dass die handelspolitischen Spannungen anhalten oder zunehmen. Der weitere Verlauf des Brexit hängt vom Ergebnis der Wahlen am 12. Dezember ab. USA — Das Wirtschaftswachstum schwächt sich auf das Niveau der Potenzialrate langsam ab. Wir haben jedoch unsere Prognosen für das laufende und kommende Jahr ange- hoben. 2019 erwarten wir eine Expansion um 2,3% und 2020 ein leicht niedrigeres Wachstum um 1,7%. — Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe hat sich wieder erholt. Allerdings sind am Arbeitsmarkt einige Schwächen zu erkennen; die Zahl der Erstanträge auf Ar- beitslosenunterstützung ist gestiegen und signalisiert möglicherweise schwächeren Beschäftigungsausbau. — Die Lockerungen der Federal Reserve wirken auf die Konjunktur ein; die Verbraucher verschaffen sich zusätzliche Mittel, indem sie zunehmend Hypotheken auf ihre Wohnimmobilien aufnehmen. — Der Handelskonflikt ist nach wie vor sowohl das größte Aufwärts- als auch Abwärts- risiko für die Prognosen. Euroraum — Unsere Wachstumsprognose für den Euroraum im kommenden Jahr liegt bei 0,8%, da die Region im Winter stagniert. — Im Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere in Deutschland, stabilisiert sich das Ge- schäftsklima. Zudem hat sich die Lücke zwischen Auftragseingängen und Lagerbe- ständen deutlich verringert, was auf höheres Wachstum hindeutet. — Es bestehen weiterhin große Unsicherheiten, die sich jedoch etwas abschwächen könnten. Bisher wurden keine Zölle auf Autos verhängt und nach den Wahlen sind Fortschritte beim Brexit zu erwarten. China — Wir rechnen in den kommenden Monaten mit einer konjunkturellen Erholung in China, der Staatsrat kündigt Unterstützung für Infrastrukturinvestitionen an. Für 2020 prog- nostizieren wir 5,9% Wachstum. — Die Einkaufsmanagerindizes und die Infrastrukturinvestitionen sind erste Anzeichen von Wachstumsstabilisierung; die bisherigen Lockerungsmaßnahmen wirken sich in- zwischen auf die Konjunktur aus. — Die Inflation bleibt ein Risiko; die Schweinefleischpreise könnten vom derzeitig hohen Niveau noch weiter steigen. Dies könnte die PBoC von einer kurzfristig aggressiveren Lockerung abhalten. — Im Handelskonflikt gibt es Fortschritte. Dennoch könnten die Gespräche immer noch scheitern und dazu führen, dass der Konflikt über den Handel hinaus in Finanz-, Tech- nologie-, Sicherheits- oder anderen Sektoren spürbar wird. Wieder in der Spur Autoren: henry-f.allen@db.com, quinn.brody@db.com, jim.reid@db.com 11. Dezember 2019 Internet: www.dbresearch.de Schwellenländer — Das Wachstum der Schwellenländer fällt in diesem Jahr mit 4% niedriger als im Vor- jahr aus. 2020 sollte es sich auf 4,4% erholen, jedoch gibt es kaum noch Wachs- tumsimpulse. — In Lateinamerika rechnen wir mit einer Wachstumsbeschleunigung von 0,5% in die- sem Jahr auf 1,6% in 2020. Die politischen Risiken bleiben der entscheidende Faktor. — Im Raum Mittel- und Osteuropa, Naher Osten und Afrika bleiben länderspezifische Faktoren für die Entwicklung maßgeblich. Wir erwarten für 2020 ein Wachstum von 2,7%. — In Asien gibt es Anzeichen dafür, dass die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt; der Spielraum für weitere Lockerungen ist jedoch begrenzt. — Trotzdem überwiegen nach wie vor die Abwärtsrisiken; eine weitere Verzögerung oder gar ein Scheitern der Handelsgespräche zwischen den USA und China ist weiterhin möglich. Darüber hinaus bleiben einige landesspezifische Risiken. Geldpolitik — Fed: Zinsen bleiben auf absehbare Zeit unverändert — EZB: Wie erwartet gab es im vergangenen Quartal ein neues Lockerungspaket, vor- erst keine Leitzinsänderungen vorhersehbar — BoJ: Keine Veränderungen, das Ziel für die Renditekurvenkontrolle bleibt möglicher- weise bis weit in das Jahr 2020 unverändert — BoE: Keine Zinserhöhung in diesem Jahr; geldpolitische Ausrichtung hängt vor allem vom Verlauf des Brexit ab — PBoC: Weiterhin konservativ, kurzfristig keine Lockerung Wichtige Abwärtsrisiken — Handelskonflikt: Eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China sowie eine Zollerhöhung auf europäische Produkte (Autos) würden den globalen Han- del dämpfen und die Weltwirtschaft hart treffen. — Rezession: Anhaltende Wachstumsschwäche in China & Europa und eine damit ver- bundene globale Rezession/deutliche Korrektur an den Finanzmärkten. — Geopolitische Risiken: Zunehmende Spannungen zwischen USA und Türkei sowie Iran und Saudi-Arabien und anderen Ländern können zu weiteren Unsicherheiten füh- ren. — Crash-Brexit: Das Risiko eines „No-deal“-Brexit ist gesunken, da die zwei größten Parteien sich für einen Deal ausgesprochen haben. Dies verringert die Risiken der Wahlen. Schlüsselthemen — Wachstum erreicht eine Talsohle: Es gibt erste Anzeichen dafür, dass die Weltwirt- schaft die Talsohle erreicht hat. Wir erwarten nun eine Verbesserung des globalen Wachstums im kommenden Jahr. — Handelskonflikt: Im Konflikt zwischen den USA und China hat sich die Lage ent- spannt. Allerdings sind Zollerhöhungen im Dezember weiterhin möglich und ein kon- kretes Handelsabkommen ist noch nicht abgeschlossen. — Brexit: Die Wahlen in diesem Monat werden ausschlaggebend für den Verlauf sein. Umfragen zufolge werden die Konservativen eine klare Mehrheit erreichen, sodass ein geordneter Brexit stattfinden wird und ein „No-deal“-Brexit vermieden werden sollte. Wieder in der Spur Autoren: henry-f.allen@db.com, quinn.brody@db.com, jim.reid@db.com 11. Dezember 2019 Internet: www.dbresearch.de Marktprognosen Marktstimmung — Beim Verlauf des Brexit und der Handelspo litik sind positive Entwicklungen zu erken- nen, und es gibt Anzeichen dafür, dass das gl obale Wachstum die Talsohle erreicht hat. — Die geldpolitischen Lockerungen der Zentralbanken haben spürbare Wirkungen auf die Weltwirtschaft. Aktien — Globale Aktien haben sich wieder erholt und die besser als erwarteten Gewinne dämpfen die Befürchtung einer Rezession. Staatsanleihen — Aufgrund von saisonalen Faktoren und Nach frage der Pensionsfonds erwarten wir bis zum Jahresende eine weitere Abflachung der Zinskurve in den USA. — In Europa und Großbritannien halten wir am „Steepening bias" fest. Devisen — Der Euro dürfte gegenüber dem Dollar aufwerten, wobei die politischen Entwicklungen in den USA dabei eine wichtige Rolle spielen werden. — Wir setzen außerdem auf den japanischen Yen und den russischen Rubel. Unternehmensanleihen — Sollte sich das globale Wachstum im kommenden Jahr nicht unerwartet erholen, wer- den sich die Credit Spreads voraussichtlich ausweiten. — USD-HY-Anleihen dürften im Vergleich zu EUR-HY-Anleihen besser abschneiden; un- sere Position ist in Bezug auf E UR-IG und USD-IG-Anleihen neutral. Schwellenländer — Chinas Wachstum sollte sich in Q4 verbesse rn, das Inflationsrisiko könnte jedoch eine aggressivere Lockerung der Geldpolitik verhindern. — Politische Risiken bleiben in Lateinamerika ein wichtiges Thema. Öl — Ölpreise dürften im kommenden Jahr sinken, während weitere Abwärtsrisiken beste- hen. — Die OPEC wird ihren Kurs voraussichtlich nicht ändern; mit großer Wahrscheinlichkeit bleiben die aktuellen Förderquoten bestehen. Wieder in der Spur Autoren: henry-f.allen@db.com, quinn.brody@db.com, jim.reid@db.com 11. Dezember 2019 Internet: www.dbresearch.de Wichtige Makro- und Marktprognosen BIP-Wachstum (%) Wichtige Marktkennzahlen 2018 2019P 2020P Aktuell Q4 19P Q4 20P Global 3,8 3,1 3,1 US 10J-Renditen (%) 1,83 1,85 USA 2,9 2,3 1,7 EUR 10J-Renditen (%) -0,29 -0,40 Euroraum 1,9 1,1 0,8 EUR/USD 1,10 1,10 1,20 Deutschland 1,5 0,5 1,0 USD/JPY 109 108 100 Japan 0,8 0,8 0,0 S&P 500 3.141 3.250 Großbritannien 1,4 1,2 1,3 Gold (USD/Unze) 1.461 1.520 1.644 China 6,6 6,2 5,9 Oil WTI (USD/Barrel) 56,2 58,0 49,0 Oil Brent (USD/Barrel) 61,6 65,0 53,0 Aktuelle Preise vom 02.12.2019 Leitzinsen (%) Aktuell 2019P 2020P USA 1,63 1,63 1,63 Euroraum -0,50 -0,50 -0,50 Japan -0,10 -0,10 -0,10 Großbritannien 0,75 0,75 0,75 China 3,30 3,30 3,00 Indien 5,00 5,00 4,75 Original in englischer Sprache: 2. Dezember 2019 © Copyright 2019. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver- fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön- nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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