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21. September 2021
Weltweit hat sich die Konjunktur im Sommer deutlich belebt, allerdings führte die Delta-Variante dazu, dass die Erwartungen zunehmend häufiger verfehlt wurden. Daher haben wir unsere kurzfristigen Wachstumsprognosen für die USA nach unten korrigiert. Gleichzeitig stellt sich wegen der hohen Inflationsraten verstärkt die Frage, wann die Zentralbanken wohl mit der Drosselung ihrer Wertpapierkäufe („Tapering“) beginnen. Die Inflationsbefürchtungen konzentrierten sich zunächst auf die USA. Inzwischen wird jedoch auch im Euroraum die höchste Inflationsrate seit knapp einem Jahrzehnt verzeichnet. Vorerst sind die Anleger nach wie vor davon überzeugt, dass es sich um eine vorübergehende Inflationsspitze handelt und dass die Rate von selbst wieder zurückgeht. So ist es auch eingepreist.  [mehr]
Deutsche Bank Research Weltwirtschaftlicher Ausblick: Kurzfassung Wie sieht die Welt nach Corona aus? MAKROPROGNOSEN marion.laboure@db.com henry-f.allen@db.com jim.reid@db.com 21. September 2021 EUROPA DEUTSCHLAND Probleme aufgrund von Virusmutationen oder bei der Impfkampagne - Die Impfkampagnen machen zwar Fortschritte, infolge neuer Virusmutationen oder bei Problemen im Fortschreiten der Impfkampagnen könnte die Herdenimmunität jedoch erst später erreicht werden. Höher als erwartete Inflation - Falls die Inflationsraten dauerhaft bei 3 bis 4% (also über dem Zielwert) liegen, könnte dies eine starke Reaktion der Fed nach sich ziehen. Dies würde die globalen Finanzmärkte und eine Reihe von Schwellenländern spürbar in Mitleidenschaft ziehen und könnte womöglich eine globale Rezession auslösen. M Abwärts- WELT • Auf kurze Sicht sind die Wachstumsaussichten aus den folgenden Gründen weiterhin günstig: (i) erfolgreiche Impfkampagnen, (ii) umfangreiche fiskalpolitische Impulse und (iii) hohe Ersparnis und aufgestaute Nachfrage, die darauf warten abgebaut zu werden . • Für diese Prognose bestehen im Wesentlichen zwei Risiken. Erstens könnte eine neue Virusmutation resistenter gegen die Impfstoffe sein. Zweitens könnte die Inflation die Erwartungen übertreffen, sodass die Zentralbanken früher als erwartet einen restriktiveren geldpolitischen Kurs einschlagen. USA • Das reale BIP liegt inzwischen über dem Vor-Pandemie Höchstwert, die Wirtschaft dürfte 2021 um 6 % wachsen. • Wir haben unsere Prognose gesenkt, da die Daten für Q2 enttäuscht haben, die Delta-Variante die Konjunktur kurzfristig dämpft und die Produktion weiterhin von Problemen in den Lieferketten in Mitleidenschaft gezogen wird. • Wir rechnen mit einer offiziellen Tapering-Ankündigung im November und dem ersten Tapering-Schritt im Dezember. CHINA SCHWELLENLÄNDER • Das reale BIP im Euroraum dürfte in diesem Jahr um 5% zulegen. Zunächst ermöglichte die Impf kampagne in Q2 eine rascher als erwartete Erholung, die Dynamik klingt allerdings inzwi schen ab. Der Abbau aufgestauter Kaufkraft und das NGEU-Paket unterstützen den weiteren Auf schwung aber nach wie vor. Die Delta Variante und Lieferengpässe bergen allerdings Risiken. • Wir haben die BIP-Prognose für Deutschland auf 3,1% gesenkt, da die Lieferengpässe anhalten. Bei rekordhohen Auftragsbeständen und lebhafter Nachfrage sollte das Wachstum im Jahr 2022 auf 4,3% anziehen. • Am 26. September finden die Bundestagswahlen statt. Mit einiger Sicherheit lässt sich lediglich sagen, dass jegliche Koalition wohl aus drei Parteien bestehen wird. • Wir haben unsere BIP-Wachstumsprognose für China vor Kurzem auf 8,4% im Jahr 2021 nach unten korrigiert. Gründe dafür sind die Auswirkun gen von Corona, die Abkühlung am Grundstücks- und Immobilienmarkt und eine mögliche Export verlangsamung. • Die PBoC dürfte ihren Leitzins im September um 10 Bp. senken und ihn im weiteren Verlauf unverändert lassen. • Das Wachstum in den Schwellenländern hat den pandemi schen Trends getrotzt. Die Zentralbanken haben eine restrik tivere Haltung eingenommen, aber viele befinden sich gegenwärtig noch in der Anfangsphase der Normalisierung. • In Asien wird das Wachstum durch die Exportnachfrage gestützt, dennoch dürften die Zentralbanken ihre Geldpolitik zumeist später normalisieren als in anderen Regionen. • In Lateinamerika hat die Normalisierung der Geldpolitik in weiten Teilen der Region bereits begonnen. • Im Raum CEEMEA sind Anzeichen für eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik zu erkennen, dennoch dürften die Zentralbanken angesichts des Inflationsdrucks am Straf fungskurs festhalten. M Weltwirtschaftlicher Ausblick 20. September 2021 MARKTPROGNOSEN WICHTIGE MAKRO- UND MARKTPROGNOSEN BIP-Wachstum (%) 2021P 2022P Leitzinsen (%) Aktuell Q4-21 Q2-22 Wichtige Marktkennzahlen Aktuell Q4-21 Global 6,0 4,5 USA: Federal Funds Rate 0,125 0,125 0,125 US 10J-Renditen (%) 1,37 1,80* USA 6,0 4,7 Euroraum: Deposit Facility Rate -0,50 -0,50 -0,50 EUR 10J-Renditen (%) -0,32 0,00 Euroraum 5,0 4,5 Japan: Policy Balance Rate -0,10 -0,10 -0,10 EUR/USD 1,18 1,20 Deutschland 3,1 4,3 Großbritannien: Bank Rate 0,10 0,10 0,25 USD/JPY 110 112 Japan 2,3 2,8 * China: MLF 1Y Interest Rate 2,95 2,85 2,85 Gold (USD/Unze) 1794 1700* Großbritannien 6,7 5,0 Oil WTI (USD/Barrel) 68,3 67,0* China 8,4 5,5 Oil Brent (USD/Barrel) 71,7 70,0* * Abweichend zur am 9. September veröffentlichten englischen Original-Version, da die Prognose zwischenzeitlich angepasst wurde. MAKROEREIGNIS-KALENDER September Oktober November 9. EU EZB-Entscheidung 20. CA Wahlen in Kanada 22. US Fed-Entscheidung 22. JP BoJ-Entscheidung 23. UK BoE-Entscheidung 26. DE Bundestagswahlen 11.-17. IWF/Weltbank-Jahrestagung 21.-22. EU Sitzung des Europäischen Rats 27. GB Budget and Spending Review 28. EU EZB-Entscheidung 28- JP BoJ-Entscheidung 30.-31. G20-Gipfeltreffen, Italien 01-12. UN-Klimakonferenz 03. US Fed-Entscheidung 04. UK BoE-Entscheidung AKTIEN • Wir rechnen mit einem deutlichen Rücksetzer (S&P 500: -6% bis -10%), da die Indikatoren für das Makroumfeld ihre Höchststände erreicht haben dürften. Danach sollten sich die Aktienkurse wieder erholen. % STAATS- ANLEIHEN • Bei zahlreichen Treibern der Sommer-Rallye steht eine Wende bevor, die Renditen dürften in Q4 ansteigen. • Die Rendite von 10J-US-Treasuries dürfte zum Jahresende bei etwa 1,80%* liegen, diejenige von Bunds bei etwa 0%. • EUR/USD zum Jahresende bei 1,20; im Jahr 2022 dann bei 1,25. • Bei unseren Prognosen gehen wir davon aus, dass der Fed eine sanfte Landung der Konjunktur gelingt und keine übermäßige Überhitzung stattfindet, die zu einem Boom Bust-Zyklus führen würde. UNTER NEHMENS ANLEIHEN • Die Vorzeichen sind sehr günstig; die Konjunktur läuft gut, und die Zentralbanken werden weiterhin für lockere Bedingungen sorgen. Ein mögliches Tapering könnte die Märkte jedoch zunehmend nervös machen. Angesichts der hohen Bewertungen rechnen wir weiterhin eher mit einer Spreadausweitung. • Das saisonale Muster ist in Q4 tendenziell stärker. Dann dürfte sich der Markt auch auf das höhere Renditeniveau eingestellt haben. Daher rechnen wir mit einer Rallye zum Jahresende, etwa zurück zum aktuellen Stand. • Wir sind strategisch pessimistisch und sehen Brent in Q4 weiterhin bei rund USD 70/Barrel*. GELD- POLITIK • Fed: Zinsen bis Q3 2023 nahe null. • EZB: Auf absehbare Zeit keine Leitzinsänderungen. • BoJ: Keine Leitzinsänderungen. • BoE: Erster Zinsschritt (+15 Bp.) im August 2022. • PBoC: Wir erwarten eine Zinssenkung um 10 Bp. im September und danach unveränderte Zinsen. MARKT STIMMUNG • Rückschlag bei einigen wichtigen Vermögenswerten zu erwarten. • Wir prognostizieren 10J-UST-Renditen von 1,80%* zum Jahresende und eine Korrektur des S&P 500 um 6 bis 10%, wenn die Wachstumsrate ihren Höchststand erreicht. Wir sind strategisch pessimistisch für Öl und rechnen im kommenden Jahr mit einer Abwertung des US-Dollar gegenüber anderen wichtigen Währungen. WECHSEL- KURSE © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) steht. 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