1. Research
  2. Produkte & Themen
  3. Publikationsreihen
  4. Ausblick Deutschland
27. Januar 2014
Wir erwarten im laufenden Jahr ein reales BIP-Wachstum von 1,5%. Ein erneut kräftiger privater Konsum sowie erstmals seit zwei Jahren wieder steigende Ausrüstungsinvestitionen sollten dafür den Grundstein legen. Zudem rechnen wir angesichts einer weltwirtschaftlichen Erholung auch mit einem leicht positiven Außenbeitrag. Fundamentale Stütze der Binnenwirtschaft bleibt auch im laufenden Jahr der Arbeitsmarkt. Bei weiter relativ stabilen Ölpreisen sowie einem ruhigen binnenwirtschaftlichen Preisklima dürfte die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2014 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (1,5%) verharren. Der öffentliche Haushalt wird einen leichten Überschuss ausweisen und die öffentliche Verschuldung wird in Richtung 76% des BIP fallen. [mehr]
Ausblick Deutschland: Weiter im Aufwind Aktuelle Themen Konjunktur Die deutsche Wirtschaft hat sich trotz des schwierigen internationalen Umfelds im Jahr 2013 gut entwickelt. Die wirtschaftliche Dynamik hat sich sogar be- schleunigt, und die Wirtschaft hat im zweiten Halbjahr ihr Potenzialtempo er- reicht. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist aber im Jahresdurchschnitt le- diglich um 0,4% gestiegen, was der äußerst schwachen Ausgangsbasis ge- schuldet war. Erfreulich ist, dass die Binnenkonjunktur zum Wachstumspfeiler geworden ist, nachdem das Wirtschaftswachstum im Jahr 2012 ausschließlich vom Außenbeitrag getragen wurde. Wir erwarten, dass im laufenden Jahr der Schwung gehalten werden kann und die wirtschaftliche Aktivität um 1,5% zu- nimmt. Ein erneut kräftiger privater Konsum sowie erstmals seit zwei Jahren wieder steigende Ausrüstungsinvestitionen sollten dafür den Grundstein legen. Zudem rechnen wir angesichts einer weltwirtschaftlichen Erholung auch mit einem leicht positiven Außenbeitrag. Fundamentale Stütze der Binnenwirtschaft bleibt auch im laufenden Jahr der Arbeitsmarkt. So dürfte die Erwerbstätigkeit weiter zunehmen und die Zahl der Arbeitslosen im laufenden Jahr wieder unter die 2,9-Millionen-Marke sinken. Bei weiter relativ stabilen Ölpreisen sowie einem ruhigen binnenwirtschaftlichen Preisklima dürfte die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2014 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (1,5%) verhar- ren. Der öffentliche Haushalt wird nach einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahr 2014 einen leichten Überschuss ausweisen und die öffentliche Ver- schuldung wird in Richtung 76% des BIP fallen, nach noch 81% Ende 2012. Dies ist im internationalen Vergleich eine herausragende Entwicklung. Autoren Bernhard Gräf +49 69 910-31738 bernhard.graef@db.com Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann Inhaltsverzeichnis Seite Weiter im Aufwind ...........................................1 Prognosetabellen .......................................... 14 Chartbook ..................................................... 15 Eventkalender ............................................... 22 Datenkalender .............................................. 23 Finanzmarktprognosen ................................. 24 Datenmonitor ................................................ 25 27. Januar 2014 Ausblick Deutschland Weiter im Aufwind - 6 - 4 - 2 0 2 4 08 09 10 11 12 13 14 15 Binnenwirtschaft Außenbeitrag Deutschland: Wachstumsbeiträge 1 % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 2 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Rückblick 2013: Wechsel der Wachstumstreiber Die deutsche Wirtschaft hat die Schwächephase des Winterhalbjahrs 2012/13 gut gemeistert und ist seit dem Frühjahr 2013, trotz eines widrigen internationa- len Umfelds, wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt. Dabei haben die Wachstumstreiber gewechselt. Die fehlenden Impulse aus dem Ausland wurden von der Binnennachfrage mehr als kompensiert, insbesondere vom privaten Konsum, der real um knapp 1% expandierte. Die Basis dafür bildete der stabile Arbeitsmarkt. So ist die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2013 um gut 230.000 oder 0,6% gestiegen, und die Stundenlöhne haben sich um 2,3% erhöht. Auch die Ausrüstungsinvestitionen, die in sechs Quartalen hintereinander ge- schrumpft waren, haben ab dem zweiten Quartal 2013 wieder leicht zugelegt. Enttäuschend verlief dagegen die Exportentwicklung. Im Zeichen der Rezession der südlichen Peripherieländer der Eurozone sowie des schwachen Wachstums in Frankreich sind die deutschen Exporte in die EWU auch im Jahr 2013 ge- schrumpft. Zudem hat sich auch die Nachfrage aus anderen wichtigen Abneh- merländern merklich abgeschwächt, so dass der deutsche Export zuletzt unter sein Vorjahresniveau gesunken war. Entsprechend war der Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr leicht negativ und hat damit Wachs- tum gekostet, im Gegensatz zum Jahr 2012, als der Außenbeitrag bei einer rückläufigen Binnennachfrage noch vollständig das Wachstum getragen hatte. Globale Wirtschaft: Aufschwung setzt sich fort Allerdings mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich das internationale Umfeld aufhellt. So hat sich das Wachstum der Industrieproduktionen, insbesondere in den asiatischen Schwellenländern, in den letzten Monaten beschleunigt, und das Vertrauen hat sich, gemessen an den Einschätzungen der Einkaufsmana- ger, spürbar verbessert. Wir erwarten daher, dass sich der Aufschwung nahezu überall festigt und sich das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr um rund einen Prozentpunkt auf 3 ¾% beschleunigt. Damit würde es leicht über dem Mittel der letzten drei Dekaden liegen. USA: Besser als gedacht Die amerikanische Wirtschaft hat die automatischen staatlichen Ausgabenkür- zungen (Sequestration) im letzten Jahr sowie die Auswirkungen der politischen Wirren um die Erhöhung der Schuldenobergrenze, die zu einer zweiwöchigen Schließung von öffentlichen Einrichtungen führten, besser überstanden als er- wartet. Zudem verabschiedete der US-Kongress kürzlich ein Budget für das Haushaltsjahr 2014 und beseitigte damit die zuvor bestehende Unsicherheit aus dieser Richtung. Wir rechnen damit, dass die US-Wirtschaft bei einem sich wei- ter bessernden Arbeitsmarkt sowie den zuletzt kräftiger gestiegenen Realein- kommen im laufenden Jahr um etwa 3 ½% zulegt, nach etwa 2% im Jahr 2013. Dazu trägt auch die weiterhin äußerst expansive Geldpolitik der Fed bei, die die baldige Reduktion ihres Wertpapierankaufprogramms zwar anstrebt, die Leitzin- sen aber noch auf längere Sicht unverändert belassen dürfte. -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien USA Eurozone Deutsche Exporte nach Regionen 2 Gl. 3M Durchschnitt, % gg.Vj. Quelle: Deutsche Bundesbank 30 35 40 45 50 55 60 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 98 00 02 04 06 08 10 12 Welt - BIP (links) Index der Einkaufsmanager (rechts) Globales Wachstum & Vertrauen 3 % gg.Vj. (links), Index (rechts) Quellen: IWF, Markit Ausblick Deutschland 3 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Konjunkturübertragung durch Globalisierung verstärkt Ein kräftigeres Wachstum in den USA hat spürbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Durch die zunehmende Integration Deutschlands in die Weltwirtschaft hat sich die Abhängigkeit von ausländischen Konjunkturentwick- lungen merklich erhöht. So hat sich die Offenheit der deutschen Wirtschaft, ge- messen am Anteil der Ex- und Importe von Gütern und Dienstleistungen am BIP, seit 1991 auf nahezu 100% fast verdoppelt. Damit ist die deutsche Wirt- schaft unter den G7-Ländern international die am stärksten integrierte Volks- wirtschaft. Untersuchungen zufolge übertragen sich Schwankungen der amerikanischen Konjunktur etwa zur Hälfte auf Deutschland. Dies geschieht über die direkten Handelsbeziehungen sowie Drittmarkteffekte, über Änderungen im Vertrauen von Unternehmen und Haushalten sowie über die Finanzmärkte, deren Vernet- zung kräftig gestiegen ist. So werden die deutschen Finanzmärkte weitgehend von den amerikanischen dominiert. Die Entwicklung an den Finanzmärkten be- einflusst wiederum über Vermögenseffekte den privaten Konsum und über den Zinskanal die Investitionen. Den Studien zufolge entfaltet ein um einen Prozent- punkt höheres Wachstum in den USA nach etwa vier Quartalen seine volle Wir- kung und würde das deutsche Wachstum um rund einen halben Prozentprunkt steigern. 1 Schwellenländer: Belebung unterschiedlich stark Auch für die Schwellenländer erwarten wir, gestützt auf ein kräftigeres Wachs- tum in China, im laufenden Jahr eine Belebung der Konjunktur. Die jüngsten Konjunkturindikatoren, insbesondere in den asiatischen Schwellenländern, stimmen optimistisch. Das Wachstum der Industrieproduktion hat dort wieder angezogen und lag im Herbst 2013 um 8% über dem Vorjahresniveau. Entspre- chend erwarten wir, dass das gesamtwirtschaftliche Wachstum der asiatischen Länder (ohne Japan) im laufenden Jahr mit knapp 7% rund einen Prozentpunkt höher als im Jahr 2013 ausfällt. Chinas Wirtschaftswachstum veranschlagen wir auf 8,6%, nach 7,7% im Jahr 2013. Für die deutsche Wirtschaft werden China und die anderen asiatischen Schwel- lenländer zunehmend wichtiger. So haben sich die deutschen Exporte nach China seit 1990 mehr als versiebenundzwanzigfacht, und der Anteil an der Ge- samtausfuhr ist von 0,7% Anfang der 90er Jahre auf jetzt gut 6 % gestiegen. Damit steht China, nach Frankreich (Anteil: 9,5%), den USA (knapp 8%), Groß- britannien und den Niederlanden (jeweils rund 6,5%), an fünfter Stelle der wichtigsten Abnehmerländer. In die asiatischen Schwellenländer gehen derzeit fast 12% der deutschen Ausfuhren. Der Anteil ist damit doppelt so hoch wie im Jahr 2000. In Lateinamerika dürfte die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums aufgrund der strukturellen Belastungen, wie beispielsweise bei Produktivität und Wettbe- werbsfähigkeit, deutlich schwächer ausfallen, während sie in Osteuropa, ge- stützt auf eine kräftigere Konjunktur in Russland sowie die engen Verflechtun- gen mit Deutschland, in etwa der in Asien entsprechen dürfte. 1 Siehe hierzu auch: Gräf, B., Peters, H., Rakau, O. (2013). Deutschland, USA und China: Tango zu Dritt? Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 29. November 2013. 0 20 40 60 80 100 91 95 99 03 07 11 DE UK FR US JP Offenheit 4 Exporte und Importe von Gütern & Diensten in % des BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, OECD, BEA 0 2 4 6 8 10 12 00 02 04 06 08 10 12 China Südostasiatische Schwellenländer andere asiatische Länder Deutsche Exporte nach Asien 5 Anteil am Gesamtexport, % Quelle: Deutsche Bundesbank Ausblick Deutschland 4 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Eurozone: Aus der Rezession In der Eurozone haben Spanien und Portugal im zweiten Halbjahr 2013 die Re- zession verlassen, und in Italien sowie in Griechenland hat sich die Schrump- fung der Wirtschaftsaktivität merklich verlangsamt. Wir erwarten, dass sich die- se Besserung im laufenden Jahr fortsetzt und alle Euroländer wieder auf einen bescheidenen Wachstumspfad zurückkehren. Dafür sprechen neben zyklischen Argumenten vor allem geringere fiskalische Entzugseffekte. Für die Eurozone insgesamt erwartet die Europäische Kommission für das laufende Jahr nur noch eine Verringerung des strukturellen Budgetsaldos und damit eine Wachstums- dämpfung von 0,3% des BIP, nach noch 1% des BIP im Jahr 2013. Insgesamt dürfte die Wirtschaft der Eurozone im Jahr 2014 um rund 1% expandieren, nach -0,4% im Vorjahr. Für Frankreich rechnen wir mit einem Wachstum von knapp 1%, für Italien und Spanien lediglich mit 0,6%. Dabei werden die strukturellen Anpassungen in Spanien, insbesondere im Bausektor, sowie eine daraus resul- tierende anhaltend hohe Arbeitslosigkeit von über 25% das Wachstum wohl noch über mehrere Jahre dämpfen. Auch die griechische Wirtschaft könnte im laufenden Jahr wieder wachsen. Gestützt auf einen weiter dynamischen Touris- mussektor sowie positive Impulse von den Exporten und Investitionen könnte das reale BIP leicht um 0,8% zunehmen, nach -4,3% im Jahr 2013. Eine Belas- tung für das griechische Wirtschaftswachstum bleibt der Konsum, der bei weiter sinkenden Einkommen auch im Jahr 2014 schrumpften dürfte. Deutschland: Erneut Wachstumsspitzenreiter in der Eurozone Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Halbjahr 2013 in etwa mit ihrer Potenzial- rate gewachsen (+0,3% gegenüber dem Vorquartal, was einer Jahresrate von 1 ¼% entspricht). Wir gehen davon aus, dass Deutschland diesen Schwung im laufenden Jahr zumindest hält bzw. sogar leicht steigern kann. Bei Quartals- wachstumsraten von etwa 0,4% ergibt sich daraus ein jahresdurchschnittliches Plus von 1,5%. Deutschland würde damit erneut der Wachstumsspitzenreiter unter den größeren Euroländern sein. Zudem wird das Fundament für den Auf- schwung breiter, da neben der Binnennachfrage auch die Auslandsnachfrage zum Wachstum beitragen dürfte. Wirtschaftspolitische Annahmen: Fiskalpolitik neu- tral, Geldpolitik weiter expansiv Unsere Wachstumsprognose basiert auf der Annahme, dass von der Fiskalpoli- tik im laufenden Jahr keine dämpfenden Effekte auf das Wirtschaftswachstum ausgehen. So dürfte der strukturelle Budgetüberschuss des gesamten öffentli- chen Sektors, d.h. der Budgetsaldo unter Ausschluss der durch die Konjunktur verursachten Effekte, mit knapp ½% des BIP auf seinem Vorjahresniveau ver- harren. Im vergangenen Jahr wurden die fiskalpolitischen Zügel leicht angezo- gen, so dass sich der Überschuss des strukturellen Budgets um gut ¼ Prozent- punkte des BIP erhöhte, mit entsprechend wachstumsdämpfenden Wirkungen. - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 8 10 06 07 08 09 10 11 12 13 ES FR IT PT GR EWU EWU: Wirtschaftswachstum 6 Reales BIP, % gg.Vj. Quelle: Eurostat 0 5 10 15 20 25 30 05 06 07 08 09 10 11 12 13 EWU DE ES FR IT EWU: Arbeitslosigkeit 7 Harmonisierte Arbeitslosenquoten, % Quelle: Eurostat - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 08 09 10 11 12 13 14 % gg.Vq. (links) % gg.Vj. (rechts) Deutschland: Wirtschaftswachstum 8 Reales BIP, % gg.Vq. (links), % gg.Vj. (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 5 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen EZB legt sich erstmals fest … Die Konjunktur im Euroraum stabilisierte sich im Verlaufe des Jahres 2013 zwar, die Kreditvergabe der Banken blieb aber äußerst schwach und die Lage an den Finanzmärkten angespannt. Die Europäische Zentralbank (EZB) behielt daher ihre akkommodierende Geldpolitik bei. Am 7. November senkte sie sogar ihren Leitzinssatz auf das historische Tief von 0,25%. Schon im Juli 2013 hatte die Zentralbank Neuland betreten, indem sie ankündigte, den Leitzins für längere Zeit auf dem derzeitigen oder einem noch niedrigeren Niveau zu halten. Diese Festlegung, auch „Forward Guidance“ genannt, beendete das zuvor über 14 Jahre aufrechterhaltene Mantra, sich niemals festzulegen. Mit diesem Schritt wollte die EZB die Erwartungen festigen, dass die Zinsen trotz etwas besserer Konjunkturdaten und der Befürchtung einer weniger stimulierenden Geldpolitik in den USA noch über einen längeren Zeitraum sehr niedrig bleiben werden. … und hält die Ruhe an den Märkten aufrecht Über die letzten zwei Jahre hatte die EZB eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Stabilisierung der Konjunktur und Finanzmärkte in Europa eingenommen. Dazu hat sie sich schrittweise einen immer umfangreicheren Instrumenten- kasten zugelegt, zu dem auch unorthodoxe Maßnahmen gehören. Insbesonde- re das Versprechen des EZB-Präsidenten Mario Draghi, alles Notwendige zu tun, um den Euro zu sichern, und das daraufhin von der EZB angekündigte, aber bislang noch nicht angewandte Anleiheankaufprogramm (OMT – Outright Monetary Transactions) haben seit Mitte 2012 für einen spürbaren Rückgang der Risiken und eine Beruhigung der Finanzmärkte gesorgt. Die Risikoaufschlä- ge für italienische und spanische Staatsanleihen gegenüber deutschen haben sich seitdem in etwa halbiert, nachdem für das Halten spanischer Staatsanlei- hen im Juli 2012 noch ein Risikoaufschlag von über 5% zu entrichten war. Die so gewonnene Ruhe soll den Krisenländern die Zeit geben, um strukturelle An- passungsmaßnahmen durchzuführen, ihre Volkswirtschaften wieder wettbe- werbsfähiger zu gestalten und die langfristige Schuldentragfähigkeit wieder her- zustellen. Die Schritte der EZB finden jedoch nicht uneingeschränkt Unterstützung. Viel- fach, insbesondere in Deutschland, wird die Kritik geäußert, dass die relative Ruhe an den Finanzmärkten bei einer zugleich einsetzenden konjunkturellen Erholung den Reformdruck auf die Peripherieländer verringert. Zudem wurden Sorgen geäußert, dass die lange Niedrigzinsphase die deutschen Sparer unnö- tig belastet und das Bilden von Blasen am deutschen Immobilienmarkt begüns- tigt. Es spricht allerdings vieles dafür, dass die derzeitige konjunkturelle Lage in der EWU extrem niedrige Zinsen generell durchaus rechtfertigt. So war die Wirt- schaft der EWU im Jahr 2012 um etwa 2% des BIP unterausgelastet. Aufgrund des erneuten BIP-Rückgangs im Jahr 2013 dürfte die Unterauslastung sogar auf etwa 3% gestiegen sein. Mit Werten zwischen 4 bis 5% übertrafen dabei Spanien und Italien den Durchschnitt deutlich. Frankreich lag etwa im Schnitt der Währungsunion, und selbst die deutsche Wirtschaft wies im vergangenen Jahr noch eine leichte Unterauslastung auf. Deflation in der Eurozone? Eher nicht! Die EZB begründete ihren Zinsschritt im November 2013 vor allem mit dem veränderten Ausblick für die Inflation. So war die Inflationsrate in der europä- ischen Währungsunion im Oktober 2013 deutlich auf 0,7% gefallen. Dies war die niedrigste Inflationsrate seit Ende 2009. In einigen Ländern, wie Griechen- Globale Wirtschaft 9 Reales BIP, % gg. Vj. 2012 2013P 2014P 2015P USA 2, 8 2, 0 3, 5 3, 8 Japan 1, 4 1, 5 0, 7 1, 3 Eurozone - 0, 6 - 0, 4 1, 0 1, 4 Deutschland 0, 7 0, 4 1, 5 1, 4 Frankreich 0, 0 0, 2 0, 9 1, 6 Italien - 2, 6 - 1, 8 0, 6 0, 7 Spanien - 1, 6 - 1, 3 0, 6 1, 2 Niederlande - 1, 3 - 1, 1 0, 7 1, 3 Griechenland - 6, 4 - 4, 3 0, 8 2, 0 Portugal - 3, 2 - 1, 6 0, 8 0, 9 Irland 0, 1 0, 2 1, 8 2, 2 Großbritannien 0, 3 1, 5 2, 7 2, 0 Asien ex Japan 6, 0 5, 9 6, 9 6, 8 China 7, 8 7, 7 8 , 6 8, 2 Indien 4, 1 4, 3 5, 5 6, 0 Osteuropa 2, 7 2, 3 2, 8 3, 4 Lateinamerika 2, 8 2, 3 2, 7 3, 1 Welt 3, 0 2, 8 3, 8 4, 0 Quellen: IWF, Deutsche Bank Research 0 1 2 3 4 5 6 7 10 11 12 13 Italien Spanien Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Research Staatsanleihen mit Restlaufzeit 10 Jahre, Prozentpunkte Renditeabstand zu Deutschland 10 SMP SMP Phase II Rede Draghi + OMT 3J LTRO I+II Forward Guidance 0 1 2 3 4 5 6 7 8 00 02 04 06 08 10 12 14 EWU JP UK USA % Quellen: Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Research Leitzinssätze 11 Ausblick Deutschland 6 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen land, Irland und Zypern, lagen die Verbraucherpreise sogar unter ihrem Vorjah- resniveau. Zwar markierte dies den Tiefpunkt, da die Inflation danach wieder leicht anzog. Mario Draghi erklärte allerdings, dass die Eurozone eine „anhal- tende Periode mit niedrigen Inflationsraten“ vor sich habe, die eine noch stärker akkommodierende Politik erfordert, um mittelfristig eine Inflationsrate auf dem von der EZB angepeilten Niveau von knapp unter 2% zu erreichen. Teilweise wurde die schwache Preisentwicklung schon als Deflation bezeichnet. Mario Draghi wies allerdings zu Recht darauf hin, dass die Preise weder in ge- nügend Ländern, noch über viele Warengruppen hinweg rückläufig sind, um schon von einer Deflation zu sprechen. Vor allem in den Peripherieländern sind niedrigere Preissteigerungen sogar willkommen, da sie Zeichen der notwendi- gen und stattfindenden Rückgewinnung der Wettbewerbsfähigkeit sind. Auch die für die mittelfristige Preisentwicklung wichtigen Inflationserwartungen blieben fest bei 2% verankert. Außerdem spiegeln die derzeit niedrigen Inflationsraten die hohe Unterauslastung der Wirtschaft sowie stabile oder sogar fallende Roh- stoffpreise wider. Die langsam voranschreitende konjunkturelle Erholung sollte mit Verzögerung auch wieder etwas stärker steigende Preise nach sich ziehen. Warnungen vor einer Deflation scheinen daher derzeit übertrieben. Zinsen bleiben auf absehbare Zeit niedrig Auch wenn Deflationssorgen nicht angebracht sind, dürfte die EZB ihren Leit- zins bis weit in das Jahr 2015 auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau halten, um so die Kreditvergabe und Investitionstätigkeit zu stützen und die kon- junkturelle Erholung voranzutreiben. Wir halten weitere Maßnahmen z.B. zur Erhöhung der Liquidität im Bankensektor, beispielsweise durch längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, für möglich. Dennoch erwarten wir nicht zuletzt auf- grund des weiterhin notwendigen Schuldenabbaus im privaten und öffentlichen Sektor, dass das Wachstum der Eurozone schwach bleibt und dass die Wirt- schaft der Eurozone auch im Jahr 2015 immer noch unterausgelastet ist. Dem- zufolge sollte auch die Inflation in der Eurozone im laufenden und kommenden Jahr zwischen 1 und 1,5% bleiben. Dies sollte auch einen von steigenden US-Renditen ausgehenden Anstieg der Renditen langfristiger Staatsanleihen der Mitgliedsländer der Eurozone begren- zen, zumal die EZB mit ihren unorthodoxen Maßnahmen, beispielsweise Wert- papierkäufen, Gewehr bei Fuß steht, um einen in ihrer Sicht ungerechtfertigten Renditeanstieg insbesondere in den Peripherieländern zu begrenzen. Daher erwarten wir zwar eine gewisse Normalisierung bei den Anleiherenditen, rech- nen aber nur mit einem Anstieg der Rendite deutscher Staatsanleihen auf Sicht von zwölf Monaten auf etwa 2 ¼%. - 6 - 4 - 2 0 2 4 00 02 04 06 08 10 12 14 EWU DE ES FR IT EWU: Gesamtwirtschaftliche Auslastung 12 Gesamtwirtschaftliche Unter - ( - ) und Über - auslastung (+), in % des potenziellen BIP Quelle: EU Kommission 0 1 2 3 4 11 12 13 EWU DE ES FR IT EWU: Inflation 13 Harmonisierter Verbraucherpreisindex, % gg. Vj. Quelle: Eurostat Ausblick Deutschland 7 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Unsere Erwartungen für Deutschland im Einzelnen Privater Konsum: Weiter wichtigste Stütze des Wachstums Der private Konsum setzt die robuste Entwicklung der letzten Jahre fort. Nach einem realen Anstieg um knapp 1% im Jahr 2013 könnte das Konsumwachstum im laufenden Jahr erneut diese Größenordnung erreichen. Die aktuelle Entwick- lung steht dank der positiven Lohnentwicklung und des anhaltenden Beschäfti- gungsaufbaus auf einer breiten Basis und könnte im weiteren Jahresverlauf dank stärker steigender Unternehmens- und Vermögenseinkommen und der anstehenden Rentenerhöhungen sogar an Dynamik gewinnen. Die nominalen verfügbaren Einkommen sollten im Jahr 2014 um etwa 2 ¾% zunehmen, nach gut 2% im Vorjahr. Dabei besteht ein gewisser Spielraum für eine leicht höhere Sparquote, nachdem sie im Vorjahr, auch begünstig durch das Niedrigzinsum- feld, mit 10% auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2002 gefallen war. 2 Zudem hat die Risikoaversion der Haushalte bei der Vermögensanlage im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise zugenommen, mit entsprechend niedriger Rendite der Finanzvermögen, was den zur Milderung der demografischen Aus- wirkungen notwendigen Aufbau privater Vorsorge konterkariert. 3 Arbeitsmarkt: Weitere Verbesserung, aber mit Risiken Die robuste Konsumentwicklung ist nicht zuletzt auf den äußerst stabilen Ar- beitsmarkt zurückzuführen. Zwar stieg die Arbeitslosenquote im Jahr 2013 im Zuge der zu Jahresbeginn schwachen Wirtschaftsentwicklung leicht von 6,8% auf 6,9% an. Jedoch war dies immer noch der zweitniedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Zudem dürfte die Quote dank des kräftigeren Wachstums im Jahr 2014 auf 6,7% sinken. Diese Erwartung stützt sich auch auf die zuletzt wieder etwas verbesserten Unternehmenseinschätzungen. Der Beschäftigungsaufbau dürfte anhalten. Wir erwarten, dass die Zahl der Be- schäftigten im laufenden Jahr um mehr als 300.000 oder etwa 0,75% zunimmt, nachdem das Beschäftigungsplus im Jahr 2013 bei gut 230.000 gelegen hatte. Das Beschäftigungsniveau würde damit wieder einen neuen Höchststand er- klimmen. Dies ist vor allem der hohen Nettozuwanderung zu verdanken. Nach 206.000 im ersten Halbjahr 2013 und wohl über 400.000 im Gesamtjahr 2013 sollte die Zuwanderung auch im laufenden Jahr nicht viel niedriger ausfallen. Vor allem aus den osteuropäischen EU-Ländern finden Zuwanderer ihren Weg nach Deutschland, was nicht zuletzt durch die ab 2014 geltende volle Arbeit- nehmerfreizügigkeit begünstigt wird. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt ist im europäischen Vergleich einma- lig. Allerdings bestehen erhebliche Risiken. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sind es weniger die konjunkturellen, sondern vielmehr poltische Risiken, die sich 2 Siehe hierzu auch: Gräf, B., Rakau, O. (2013). Niedrigzinsen dämpfen Sparneigung der privaten Haushalte. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 1. Oktober 2013, sowie: Gräf, B., Schneider, S. (2012). Niedrigzinsperiode: Risiken und Nebenwirkungen für Deutschland. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 24. August 2012. 3 Siehe hierzu auch: Gräf, B., Rakau, O. (2013). Anlageverhalten deutscher Haushalte: Risikoaver- sion im Zuge der Finanzkrise merklich gestiegen. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutsch- land. 2. September 2013. 0 2 4 6 8 10 12 14 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Sparquote Rendite 10J Staatsanleihen % Quellen: Statistisches Bundesamt, Global Insight Deutschland: Sparquote & Rendite 10J Staatsanleihen 14 - 12 - 8 - 4 0 4 8 12 05 06 07 08 09 10 11 12 13 Arbeitnehmerentgelt Monetäre Sozialleistungen Unternehmens - und Vermögenseinkommen Quelle: Statistisches Bundesamt % gg. Vj., gl. 3Q Durchschnitt Deutschland: Einkommenswachstum 15 Ausblick Deutschland 8 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen aus den anvisierten Veränderungen in der Arbeitsmarktregulierung ergeben. So will die Große Koalition einige erfolgreiche Arbeitsmarktinstrumente, die im Zuge der Agenda 2010 eingeführt wurden, wieder einschränken. Dazu gehören Zeit- und Leiharbeit sowie Werkverträge. Die Leiharbeit trug etwa ein Fünftel des Beschäftigungsaufbaus von 2005 bis 2011, war zuletzt aber schon rückläufig. Die durch diese Instrumente gewonnene Flexibilität, insbesondere in konjunktu- rellen Schwächephasen, dürfte so teilweise wieder verlorengehen, was die Be- schäftigungsdynamik dämpfen würde. Schwerer wiegt allerdings der geplante einheitliche Mindestlohn von EUR 8,50 pro Stunde, der mittelfristig zwischen 450.000 und bis zu einer Million Arbeitsplätze kosten könnte. 4 Erhoffte Kauf- kraftgewinne könnten bei der von uns erwarteten Beschäftigungsreaktion gänz- lich ausbleiben. Die Befürchtungen gründen sich vor allem auf die Höhe des Mindestlohns. Er liegt relativ zum Medianlohn in etwa gleichauf mit jenem in Frankreich, wo signifikante Beschäftigungsverluste nachgewiesen wurden. Be- sonders stark vom Mindestlohn betroffen wären vor allem Problemgruppen, die zu den größten Profiteuren der Agenda 2010 Reformen gehörten. 5 Ähnlich skeptisch äußerte sich der Sachverständigenrat. Er warnte in seinem Jahresgutachten 2013/14 vor einer „rückwärtsgewandten Wirtschaftspolitik“ und insbesondere vor einer Verwässerung der Reformen der Agenda 2010. Dies ist vor allem mit Blick auf die demografische Entwicklung Deutschlands wichtig. So wird das Arbeitskräftepotenzial schon etwa ab 2020 spürbar schrumpfen, wenn die Baby-Boom-Generation in den Ruhestand wechselt und nur teilweise von den schwach besetzten nachfolgenden Generationen ersetzt wird. 6 Ein Fach- kräftemangel sowie Nachfolgeregelungen werden zunehmend ein Thema. 7 Wohnungsbau expandiert kräftig Die Bauinvestitionen haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2013 zur Stütze der Binnenkonjunktur entwickelt. Nachdem der lange und kalte Winter den Jahres- auftakt verhagelt und im ersten Quartal für einen kräftigen Rückgang gesorgt hatte, sind die Bauinvestitionen etwa ab der Jahresmitte wieder gewachsen. Positiv entwickelte sich dabei der Wohnungsbau, der für fast 60% der Bauinves- titionen steht, sowie der öffentliche Bau (Anteil gut 10%). In beiden Bereichen legten die Investitionen um etwa 1% zu. Dagegen bremsten die gewerblichen Bauinvestitionen (Anteil 30%) mit einem Rückgang von wohl über 2%, der unter anderem die geringe Kapazitätsauslastung der Industrie und die mit der Euro- Krise verbundene Investitionszurückhaltung widerspiegelt. Das Jahresergebnis im öffentlichen Bau war stark geprägt durch die massive wetterbedingte Schwä- che im ersten Quartal, die von den Impulsen des Wiederaufbaus nach den Frühjahrsüberflutungen mehr als gutgemacht werden konnte. Das Umfeld für Wohnungsbauinvestitionen bleibt weiter günstig. Neben niedri- gen Finanzierungskosten sprechen auch die niedrigen Anlagezinsen, die die Portfolioumschichtungen in Sachwerte weiter antreiben dürften, der robuste Arbeitsmarkt, die günstigen Einkommensaussichten sowie eine hohe Nettozu- wanderung für eine anhaltend kräftige Wohnungsnachfrage. Auch die weiter gestiegenen Wohnungsbaugenehmigungen deuten darauf hin, dass die Woh- nungsbauinvestitionen 2014 mit etwa 4% kräftiger als im Jahr 2013 zunehmen. 4 Siehe hierzu auch: Schneider, S. (2013). Mindestlohn von EUR 8,50: Eine falsche Weichenstel- lung. Deutsche Bank Research. Standpunkt Deutschland. 5 Siehe hierzu auch: Gräf, B. , Peters, H. (2013). Arbeitsmarkt: Weiter im Aufwind. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 15. Oktober 2013. 6 Siehe hierzu auch: Gräf, B. (2011). Arbeitsmarkt Deutschland: Tiefgreifende Herausforderungen durch demografischen Wandel. Deutsche Bank Research. Aktuelle Themen 523. 22. August 2011. 7 Siehe hierzu auch: Bräuninger, D. (2013). Demografie und Mittelstand: Der Handlungsdruck steigt. Deutsche Bank Research. Aktuelle Themen. 25. März 2013. -1.000 -800 -600 -400 -200 0 200 400 -400 -200 0 200 400 600 800 1.000 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Beschäftigung Arbeitslosigkeit, invertiert Veränderung gg. Vj., Tsd. Deutschland: Arbeitsmarkt 16 Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bank Research 0 50 100 150 200 250 300 05 06 07 08 09 10 11 12 13 Wohnbauten Öffentlicher Bau Gewerblicher Bau EUR Mrd., gl. 4Q Summe Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland: Bauinvestitionen 17 0 1 2 3 4 5 6 7 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 EUR Mrd., sb., gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank Deutschland: Wohnungsbaugenehmigungen 18 Ausblick Deutschland 9 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Im Zuge der sich beschleunigenden Konjunktur sollte der Gewerbebau Impulse erhalten und um etwa 2% zulegen. Im weiteren Jahresverlauf sollten auch die Investitionen des Staates dynamischer wachsen. Diese Entwicklung ist auch gestützt auf die bessere fiskalische Situation der Kommunen, die etwa die Hälf- te der öffentlichen Bauinvestitionen tätigen. Insgesamt dürften die öffentlichen Bauinvestitionen im Jahresdurchschnitt 2014 um deutlich über 5% zunehmen. Immer noch keine Immobilienblase! Mit etwa 5% stiegen die Wohnimmobilienpreise auch im Jahr 2013 weiter merk- lich an und setzten die 2010 begonnene Aufwärtsentwicklung mit leicht geringe- rem Tempo fort. Gerade die Immobilien in den attraktiven Ballungszentren er- fuhren weiter hohes Interesse. Dort stiegen die Preise 2013 mit etwas unter 10% deutlich überdurchschnittlich. In ihrem Monatsbericht Oktober 2013 warnte die Bundesbank sogar davor, dass Immobilien in attraktiven Großstadtlagen relativ zum fundamental gerechtfertigten Niveau um bis zu 20% überbewertet sein könnten und die Gefahr bestehe, dass sich die höhere Preisdynamik von den Städten ins Umland ausweitet. Diese Warnung halten wir für verfrüht und sehen angesichts des zuvor 15 Jahre andauernden Rückgangs der realen Hauspreise die jüngsten Preisanstiege eher als Normalisierung. Zudem blieb die Entwicklung bislang deutlich hinter internationalen Preiszyklen 8 zurück, und dank ordentlich zunehmender verfügbarer Einkommen blieben Immobilien im historischen und internationalen Vergleich sehr erschwinglich. Weitere Erholung der Ausrüstungsinvestitionen Nach sechs Quartalen in Folge mit einem Rückgang um insgesamt fast 8 % sind die Ausrüstungsinvestitionen seit dem Frühjahr 2013 wieder leicht gestie- gen. Dies konnte allerdings die schwache Ausgangsbasis nicht vollständig aus- gleichen, so dass die Ausrüstungsinvestitionen im Jahresdurchschnitt 2013 um etwas über 2 % gesunken sind. Angesichts der weiter niedrigen Finanzierungs- kosten, der Beruhigung der Eurokrise sowie der erwarteten weltwirtschaftlichen Erholung rechnen wir damit, dass die Erholung der Investitionskonjunktur im laufenden Jahr anhält und die Ausrüstungsinvestitionen um etwa 4 ¼% zulegen. Für eine stärkere Investitionsentwicklung spricht auch die zuletzt gestiegene Kapazitätsauslastung, die zum Jahresende 2013 ihr Durchschnittsniveau seit 1985 erreicht hat. Deutsche Industrie nimmt 2014 deutlich an Fahrt auf Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe dürfte 2013 preisbereinigt in etwa stagniert haben (2012: -1%). Zwar tendierte sie im Verlauf des letzten Jahres nach oben. Aufgrund des relativ niedrigen Ausgangsniveaus Anfang 2013 reich- te diese Aufwärtstendenz jedoch nicht aus, um im Jahresdurchschnitt ein Ferti- gungsplus zu erreichen. Die kräftigeren Impulse gingen im letzten Jahr von der Auslandsnachfrage aus. Die Auslandsaufträge dürften im ergangenen Jahr real um 2% gestiegen sein. Dabei fungierten vor allem die Länder außerhalb der Eurozone als Treiber, die ihre Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen um mehr als 4% erhöht haben. Dagegen entwickelte sich die Nachfrage aus der 8 Siehe hierzu auch: Möbert, J. und Peters, H. (2013). Deutsche Hauspreise in internationaler und historischer Perspektive. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 31. Oktober 2013. 70 90 110 130 150 170 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 DE FR IT UK IE ES Immobilienpreise 19 Hauspreise in Relation zum verfügbaren Einkommen, langfrisitger Durchschnitt = 100 Quelle: OECD 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 - 30 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Ausrüstungsinvestitionen (links) Kapazitätsauslastung (rechts) % gg.Vj. (links), % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo Institut Deutschland: Investitionen & Kapazitätsauslastung 20 70 80 90 100 110 120 08 09 10 11 12 13 Produktion Aufträge Aufwärtstrend 21 Produktion und Aufträge im Verarbeitenden Gewerbe, saisonbereinigt, DE, 2010=100 Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 10 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen EWU auch 2013 relativ schwach. Die Inlandsbestellungen dürften im Jahr 2013 leicht gesunken sein. Wir erwarten für das Jahr 2014 eine spürbar bessere Entwicklung des Verarbei- tenden Gewerbes in Deutschland. 9 So rechnen wir mit einem Anstieg der Pro- duktion um preisbereinigt 4%. Unser Optimismus stützt sich auf mehrere Säu- len. Zum einen deutet sich an, dass die EU nach Jahren der wirtschaftlichen Schwäche wieder auf Wachstumskurs zurückkehren wird. Da die deutsche Wirtschaft noch immer 57% ihrer Exporte in der EU absetzt und zudem interna- tional konkurrenzfähige Erzeugnisse herstellt, sollten hiesige Unternehmen von dieser Belebung profitieren. Zum anderen gewinnt auch die Konjunktur in den USA und China an Fahrt. Schließlich dürfte auch die deutsche Binnenkonjunktur anziehen, was sich u.a. in der wieder steigenden Investitionstätigkeit widerspie- gelt. Unsere Erwartung wird durch die Entwicklung der Geschäftserwartungen in der Industrie bestätigt, die sich seit Februar 2013 im positiven Bereich befinden und gegen Jahresende zulegten. Unter den großen Branchen könnte die Automobilindustrie im Jahr 2014 die höchste Wachstumsrate erzielen. Wir rechnen damit, dass diese Branche, die auch die Kfz-Zulieferer umfasst, ihre Produktion um 5 % ausweitet (2013: 1 %). Ein wesentlicher Treiber ist dabei die westeuropäische Autonachfrage, die 2014 erstmals seit 2009 wieder zulegen dürfte. Maßgeblich hierfür ist neben der all- gemeinen konjunkturellen Belebung vor allem der aufgestaute Nachholbedarf. Denn 2013 lagen die Pkw-Neuzulassungen zum sechsten Mal in Folge unter dem durchschnittlichen Niveau der letzten 15 Jahre. Auch in vielen außereuro- päischen Automärkten dürfte die Nachfrage 2014 weiter wachsen, wenngleich sich z.B. in den USA und China die Dynamik gegenüber 2013 verlangsamen wird. Unter dem Strich begünstigt 2014 die steigende Auslandsnachfrage die inländische Produktion der deutschen Automobilindustrie, die von ihrer hohen Exportquote (64%) und der internationalen Beliebtheit deutscher Automarken profitiert. Schließlich dürften auch die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland 2014 anziehen; wir rechnen mit einem Plus von etwa 3%. Dabei erwarten wir, dass die Nachfrage von gewerblichen Kunden etwas stärker steigen dürfte als jene der Privatkunden. Auch der Maschinenbau und die Elektrotechnik in Deutschland dürften 2014 wieder von der anziehenden Nachfrage aus dem Ausland stimuliert werden. Während die Länder außerhalb der EU in den letzten Jahren als Kunden an Bedeutung gewonnen haben, dürften die beiden Wirtschaftszweige 2014 wieder spürbar mehr Aufträge aus den EU-Staaten erhalten. Beide Branchen profitie- ren zudem von der besseren Investitionsneigung im Inland. Die Produktion im Maschinenbau und in der Elektrotechnik dürfte 2014 um real 4% bzw. um 3,5% zulegen, nachdem im Jahr 2013 jeweils noch Rückgänge zu verzeichnen wa- ren. Mittel- bis langfristig profitieren die beiden Sektoren davon, dass ihre Pro- dukte aufgrund von globalen Trends (z.B. Energie- und Ressourceneffizienz, Urbanisierung und Industrialisierung, Digitalisierung) vermehrt nachgefragt wer- den. Eine der wesentlichen Herausforderungen für die Unternehmen ist es, aus- reichend viele Fachkräfte zu gewinnen. Die Metallindustrie als wichtiger Lieferant der Automobilindustrie, des Maschi- nenbaus und der Elektrotechnik wird 2014 von der lebhaften Konjunktur dieser Kundengruppen begünstigt. Wir rechnen damit, dass die Metallindustrie ihre Produktion im laufenden Jahr um 4% ausweiten kann; auch dies wäre eine er- hebliche Verbesserung gegenüber 2013, als die Metallindustrie kaum mehr als stagnierte. In der Chemieindustrie – üblicherweise ein frühzyklischer Wirt- schaftszweig – setzte die Erholung 2013 erst spät ein. Für 2014 rechnen wir mit 9 Siehe hierzu auch: Auer, J. et al (2013). Deutsche Industrie: Spürbares Produktionswachstum 2014. Deutsche Bank Research. Aktuelle Themen. 2. Oktober 2013. -60 -40 -20 0 20 40 08 09 10 11 12 13 … zur Entwicklung der Geschäftstätigkeit … zur Entwicklung der Exporttätigkeit Erwartungen der Industrieunternehmen, Saldo aus positiven und negativen Meldungen, DE Quelle: ifo Institut Optimistische Erwartungen 22 60 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Aufträge aus der Eurozone Aufträge aus der Nicht - Eurozone Divergierende Entwicklung 23 Auslandsaufträge im Verarbeitenden Gewerbe, DE, 2010=100 Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 11 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen einem moderaten Aufwärtstrend, wobei auch hier die Nachfrage aus Westeuro- pa anziehen dürfte. Insgesamt dürfte die Produktion um 3% zulegen. Das Ernährungsgewerbe wird sich wohl auch 2014 im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen stabil entwickeln. Wir erwarten einen Anstieg der Produktion um 1%. Die Branche zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur unterproportional von einer gesamtwirtschaftlichen Belebung profitiert, dafür aber Rezessions- phasen relativ unbeschadet durchlebt. Problematisch bleibt für den mittelstän- disch geprägten Sektor die unbefriedigende Ertragslage. Der Spielraum für Preiserhöhungen ist hier angesichts des scharfen Wettbewerbs sowie der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels begrenzt. Energiewende: Wirtschaftliche Verträglichkeit muss mehr in den Fokus rücken Die Energiewende in Deutschland geht – in erster Linie wegen des über die EEG-Umlage geförderten Ausbaus der erneuerbaren Energien – mit steigenden Strompreisen einher. Allein seit 2007 sind die Strompreise um 20 bis 40% ge- stiegen. Gerade für energieintensive Wirtschaftszweige wird dies zunehmend zu einem Problem, obwohl viele Unternehmen mit einem hohen Energieverbrauch bislang noch von Ausnahmereglungen profitieren. Die industriellen Strompreise in Deutschland zählen zu den höchsten in Europa und liegen um 150% über dem Niveau in den USA. Dort sind aufgrund der unkonventionellen Gasvor- kommen auch die Gaspreise deutlich niedriger als in Deutschland und Europa. 10 Investitionsentscheidungen gerade von energieintensiven Unternehmen fallen zunehmend gegen Deutschland aus. Denn wenn (energieintensive) Unterneh- men Investitionen tätigen, aus denen sie 20 oder 30 Jahre Nutzen ziehen möch- ten, sind erwartete Energiepreise sowie Einschätzungen zur Versorgungs- sicherheit und zur Verlässlichkeit der energiepolitischen Rahmenbedingungen ein entscheidender Faktor. Deutschland schneidet in dieser Hinsicht derzeit schlecht ab. Eine hohe Kostenbelastung energieintensiver Betriebe hat auch negative Auswirkungen auf nachgelagerte Branchen, die selbst nicht energie- intensiv sind (z.B. Automobilindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik). Zwar schlummern in allen Branchen erhebliche Energieeinsparpotenziale, die zu wirt- schaftlich vertretbaren Kosten gehoben werden können, was teilweise von der KfW gefördert wird. Ferner werden energieeffiziente Produktionsprozesse und Produkte zunehmend zu einem internationalen Wettbewerbsfaktor. Preissignale sind daher wichtig, aber ein weiterer einseitiger Anstieg der Energiekosten in Deutschland würde den Standort schwächen. Die neue Bundesregierung hat die Problematik steigender Energiepreise er- kannt und will künftig bei der Förderung von Erneuerbaren u.a. der wirtschaftli- chen Effizienz einen höheren Stellenwert beimessen. Die Ausnahmeregelungen sollen überprüft werden, wobei energieintensive Unternehmen im internationa- len Wettbewerb (richtigerweise) auch künftig von Ausnahmeregelungen profitie- ren dürften. Die erwarteten Maßnahmen der neuen Bundesregierung werden jedoch lediglich dazu beitragen, dass die Strompreise künftig weniger stark stei- gen. Die Kostendebatte rund um die Energiewende wird also weitergehen. 10 Vgl. Auer, J. et al. (2013). Energiewende 2.0 – Wettbewerbsfähigkeit nicht riskieren. Standpunkt Deutschland. Deutsche Bank Research. 60 70 80 90 100 110 120 130 00 02 04 06 08 10 12 An Haushalte An gewerbliche Anlagen An Sondervertragskunden Starker Strompreisanstieg 24 Erzeugerpreisindex Strom bei Abgabe an verschiedene Kunden, 2010=100 Quelle: Statistisches Bundesamt 0 50 100 150 200 250 300 NO US SE NL PL FR GR UK PT DE JP IT USD pro MWh, 2012 Quelle: IEA Hohe Stromkosten in Deutschland 25 - 30 - 20 - 10 0 10 20 95 98 01 04 07 10 Verarbeitendes Gewerbe Energieintensive Branchen Nicht - energieintensive Branchen Quelle: Statistisches Bundesamt Geringe Investitionen 26 Anteil der Nettoanlageinvestitionen an den Bruttoanlageinvestitionen, % Ausblick Deutschland 12 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Netto-Exporte tragen 2014 wieder zum Wachstum bei Im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung dürften auch die deutschen Exporte wieder kräftiger zunehmen. Der IWF schätzt, dass der Welthandel im laufenden Jahr um rund 5% zunimmt, nach knapp 3% im Jahr 2013. Die deutsche Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen dürfte mit rund 5 ¾% etwas stärker als der Welthandel expandieren, was allerdings auf die schwache Entwicklung im Vor- jahr zurückzuführen ist, als der preisbereinigte Export lediglich um gut ½% zu- genommen hatte. Die realen Einfuhren dürften im laufenden Jahr sogar um 6% steigen. Zum einen entwickelt sich die inländische Nachfrage weiter dynamisch, zum anderen liefert auch der Export angesichts des auf rund 30% gestiegenen ausländischen Wertschöpfungsanteils kräftigere Impulse für die deutsche Im- portnachfrage, die im Jahr 2013 mit knapp 1,5% stärker als die Exporte zuge- nommen hatte. Entsprechend trägt der Außenbeitrag, also die Differenz von Ex- und Importen, im laufenden Jahr wieder mit 0,25 Prozentpunkten zum Wirt- schaftswachstum bei, nachdem er im Jahr 2013 0,3 Prozentpunkte an Wachs- tum gekostet hatte. Die Leistungsbilanz, d.h. die Differenz zwischen den Ex- und Importen von Gü- tern und Diensten, dürfte im laufenden Jahr erneut mit einem Überschuss in der Größenordnung des Vorjahres (EUR 185 Mrd. oder 7% des BIP) schließen. Zuletzt war der hohe deutsche Leistungsbilanzüberschuss vom IWF, dem ame- rikanischen Finanzministerium und der Europäischen Kommission als Gefahr für die Weltwirtschaft und als Hemmnis für einen Abbau der Leistungsbilanzdefizite in der Eurozone kritisiert worden. Wir halten diese Kritik aber für wenig zutref- fend, da sich der deutsche Überschuss vor allem mit den Ländern außerhalb der EWU aufgebaut und sich der bilaterale Leistungsbilanzüberschuss mit der EWU in den vergangenen Jahren auf 2% des BIP halbiert hat. 11 Zudem ist der deutsche Exporterfolg nicht das Ergebnis einer fehlgeleiteten Politik, sondern von Millionen von Einzelentscheidungen ausländischer Konsumenten und Fir- men, die deutsche Produkte den eigenen und jenen der Konkurrenz vorziehen. „Lohndumping“ wettern die Kritiker. Allerdings sind die deutschen Löhne, die bis dato zum überwiegenden Teil privat bestimmt werden, in den letzten beiden Dekaden in etwa innerhalb des durch Produktivitäts- und Preisanstieg gegebe- nen Rahmens gestiegen und liegen nach wie vor im internationalen Vergleich am oberen Ende. Dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber anderer Länder glaubten, die Regel der produktivitätsorientierten Lohnpolitik über Jahre ignorieren zu können und in der Hoffnung auf immerwährende Wertsteigerungen ihrer Immo- bilien eine untragbare Verschuldung eingingen, ist wohl kaum Deutschland vor- zuwerfen. Der hohe Leistungsbilanzüberschuss geht auch nicht auf eine zu geringe deutsche Nachfrage nach ausländischen Gütern zurück. So entwickel- ten sich die realen deutschen Importe und die Weltexporte in den vergangenen Dekaden mehr oder weniger synchron. Inflation: Weiter niedrig Gegen Jahresende 2013 hat sich die Inflation, vor allem getrieben durch im Vorjahresvergleich niedrigeren Ölpreise sowie einen leicht nachlassenden Preisdruck bei Nahrungsmitteln, merklich abgeschwächt und im Jahresdurch- schnitt auf 1,5% verringert, nach 2,0% im Jahr 2012. Für das laufende Jahr erwarten wir einen Preisanstieg in ähnlicher Größenordnung mit Risiken eher nach unten. Ein nachhaltiger Lohndruck existiert nicht, die Wirtschaft wird im laufenden Jahr bestenfalls ihre Output-Lücke schließen, und die preistreibenden 11 Siehe hierzu auch: Schneider, S., Peters. H. (2013). Deutsche Leistungsbilanzüberschüsse – Kritik nicht stichhaltig. Deutsche Bank Research. Standpunkt Deutschland. Rohstoffpreisprognosen 27 2012 2013 2014P Brent Blend USD/b 112 109 98 Aluminium USD/t 2 . 049 1 . 874 1 . 813 Kupfer USD/t 7 . 958 7 . 331 7 . 075 Nickel USD/t 17 . 519 15 . 362 15 . 000 Zink USD/t 1 . 948 1 . 957 2 . 050 Quellen: IWF, Deutsche Bank - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 - 50 0 50 100 150 200 55 60 65 70 75 80 85 90 95 00 05 10 EUR Mrd. (links) % BIP (rechts) Deutschland: Leistungsbilanzsaldo 28 Quellen: Deutsche Bundesbank, Statistisches Bundesamt - 4 - 2 0 2 4 6 8 71 75 79 83 87 91 95 99 03 07 11 gg. EWU gg. anderen Ländern Deutschland: Leistungsbilanzsaldo 29 % BIP Quellen: Deutsche Bundesbank, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 13 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Effekte des von uns erwarteten schwächeren Euros werden durch wohl niedri- gere Ölpreise und auf breiter Front nachgebende Agrarrohstoffpreise kompen- siert. Mit Blick auf die kräftigere US-Konjunktur sowie früher und stärker steigenden Zinsen in Amerika rechnen wir damit, dass sich der Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahresdurchschnitt 2014 etwas abwertet. Zum Jahresende 2014 erwarten wir einen USD/EUR-Wechselkurs von 1,25. Inflationsgefahren gehen auf längere Sicht von der Geldpolitik aus, die zwar für die Eurozone ins- gesamt angemessen, aber für Deutschland zu expansiv ist. Budget mit leichtem Überschuss Die Entwicklung der öffentlichen Finanzen verlief in den letzten Jahren erfreu- lich. Der öffentliche Haushalt war im vergangen Jahr nahezu ausgeglichen, nachdem im Jahr 2012 noch ein leichter Überschuss verzeichnet wurde. Die öffentliche Verschuldung war etwa zur Jahresmitte 2013 unter die 80%-Marke des BIP gefallen, während die meisten Euroländer mit steigenden Schuldenquo- ten zu kämpfen haben. Im laufenden Jahr sind die Aussichten auf einen weite- ren Haushaltsüberschuss günstig. Die Steuereinnahmen sprudeln nach der jüngsten Steuerschätzung weiter, und die im Koalitionsvertrag beschlossenen Renten- und Ausgabensteigerungen schlagen sich zumindest im Haushalt 2014 nur begrenzt nieder. Da die große Koalition die verfassungsrechtlich verankerte Schuldenbremse respektiert, sind auch über 2014 hinaus Überschüsse zu er- warten, auch wenn diese wohl niedriger als bislang veranschlagt ausfallen dürf- ten. Auch der fortschreitende Portfolioabbau bei den Bad Banks sorgt für einen stetig sinkenden Schuldenstand. Im laufenden Jahr könnte die Schuldenquote auf 76 % des BIP sinken. Allerdings sind angesichts des Koalitionsvertrags Zweifel an der von der Koalition angestrebten Rückführung der Verschuldung auf unter 70% des BIP bis zum Jahresende 2017 angebracht. So will die Koali- tion die Rentenleistungen massiv ausweiten und die Staatsausgaben leicht er- höhen. Darüber hinaus will sie einige erfolgreiche Arbeitsmarktinstrumente, beispielsweise Zeit- und Leiharbeit sowie Werkverträge, stärker regulieren, was die Flexibilität des Arbeitsmarktes einschränken und einem Aufbruch in die Ver- gangenheit gleichkommen würde. Bernhard Gräf (+49 69 910-31738, bernhard.graef@db.com) Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) Deutschland: Prognosen auf einen Blick 31 2012 2013P 2014P 2015P Reales BIP 0, 7 0, 4 1, 5 1, 4 Privater Konsum 0, 8 0, 9 0, 9 0 , 8 Staatsausgaben 1, 0 1, 1 0, 7 0, 1 Anlageinvestitionen - 2, 1 - 0, 8 4, 0 2, 9 Ausrüstungen - 4, 0 - 2, 2 4, 2 3, 6 Bau - 1, 4 - 0, 3 3, 0 2, 8 Lager, % - Punkte - 0, 5 0, 0 0, 0 0, 0 Exporte 3, 2 0, 6 5, 6 5, 9 Importe 1, 4 1, 3 6, 1 6, 0 Nettoexport, % - Punkte 0, 9 - 0, 3 0, 2 0, 4 Konsumentenpreise 2 , 0 1, 5 1, 5 1, 8 Öffentl. Verschuldung, % BIP 81, 0 79, 6 77, 2 74, 7 Arbeitslosenquote, % 6, 8 6, 9 6, 7 6, 6 Budgetsaldo, % BIP 0, 1 - 0, 1 0, 1 0, 2 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd. 187 193 193 200 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 7, 0 7, 1 6, 9 6 , 9 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 07 08 09 10 11 12 13 Inflation insgesamt Kerninflation *) Deutschland: Inflation 30 % gg.Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research *) Ohne Nahrungsmittel - und Energiepreise Ausblick Deutschland 14 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P Euroland - 0,4 1,0 1,4 1,3 1,0 1,4 1,9 1,7 1,7 - 3,1 - 2,4 - 2,0 Deutschland 0,4 1,5 1,4 1,5 1,5 1,8 7,1 6,9 6,9 - 0,1 0,1 0,2 Frankreich 0,2 0,9 1,6 1,0 1,3 1,2 - 1,7 - 1,5 - 1,3 - 4,1 - 3,6 - 3,1 Italien - 1,8 0,6 0,7 1,3 1,0 1,4 0,6 1,4 1,9 - 3,0 - 2,9 - 2,9 Spanien - 1,3 0,6 1,2 1,5 0,8 1,1 1,4 2,1 2,5 - 6,6 - 5,8 - 4,5 Niederlande - 1,1 0,7 1,3 2,6 1,0 1,5 10,3 10,5 11,0 - 3,9 - 3,3 - 3,0 Belgien 0,2 1,2 1,6 1,2 1,3 1,5 - 2,5 - 2,0 - 1,0 - 2,8 - 2,7 - 2,6 Österreich 0,4 1,4 1,8 2,1 1,5 1,7 2,7 3,0 3,0 - 2,1 - 1,8 - 1,6 Finnland - 1,3 0,8 1,4 2,2 1,7 1,8 - 1,3 - 1,1 - 0,8 - 2,3 - 2,1 - 1,9 Griechenland - 4,3 0,8 2,0 - 0,8 - 0,6 0,2 - 0,5 0,5 1,0 - 13,5 - 2,0 - 1,0 Portugal - 1,6 0,8 0,9 0,4 0,6 1,0 0,0 1,0 1,5 - 5,7 - 4,5 - 3,5 Irland 0,2 1,8 2,2 0,5 0,8 1,1 5,0 4,5 4,0 - 7,4 - 4,9 - 2,8 Großbritannien 1,5 2,7 2,0 2,6 2,1 1,9 - 4,1 - 3,5 - 3,1 - 6,1 - 4,7 - 4,1 Dänemark 0,4 1,8 1,5 0,8 1,5 1,9 6,5 6,0 5,5 - 1,5 - 2,0 - 2,5 Norwegen 1,9 2,5 2,7 2,1 2,0 2,1 12,0 11,5 11,2 11,0 10,5 10,0 Schweden 0,9 2,4 2,8 0,0 1,0 2,1 6,2 5,6 5,2 - 1,5 - 1,0 - 0,5 Schweiz 2,0 2,1 2,0 - 0,2 0,4 0,8 11,9 11,5 11,5 0,7 0,8 0,9 Tschech. Rep. - 1,2 1,7 2,2 1,4 1,1 2,0 - 0,6 - 1,1 - 2,5 - 3,1 - 2,7 - 2,6 Ungarn 0,7 1,8 2,0 1,7 1,5 2,7 2,2 2,0 1,5 - 2,5 - 2,9 - 2,7 Polen 1,4 3,0 3,9 0,9 2,0 2,7 - 2,2 - 2,6 - 2,3 - 4,8 4,0 - 3,1 USA 2,0 3,5 3,8 1,5 2,5 2,3 - 3,0 - 2,7 - 2,8 - 3,8 - 3,1 - 2,0 Japan 1,5 0,7 1,3 0,3 2,8 1,6 0,8 1,2 2,2 - 9,1 - 7,5 - 6,1 Welt 2,8 3,8 4,0 3,0 3,4 3,4 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg. Vq., Jahresdaten % gg. Vj. DX 2013 2011 2012 2013 2014P 2015P Q1 Q2 Q3 Q4P BIP 3,3 0,7 0,4 1,5 1,4 0,0 0,7 0,3 0,3 Privater Konsum 2,3 0,8 0,9 0,9 0,8 0,3 0,6 0,1 Staatsausgaben 1,0 1,0 1,1 0,7 0,1 0,1 - 0,2 0,5 Anlageinvestitionen 6,9 - 2,1 - 0,8 4,0 2,9 - 1,9 1,6 1,6 Ausrüstungen 5,8 - 4,0 - 2,2 4,2 3,6 - 1,6 1,2 0,5 Bau 7,8 - 1,4 - 0,3 3,0 2,8 - 2,3 1,9 2,4 Lager, % - Punkte - 0,1 - 0,5 0,0 0,0 0,0 0,4 - 0,3 0,2 Exporte 8,0 3,2 0,6 5,6 5,9 - 1,0 2,4 0,1 Importe 7,4 1,4 1,3 6,1 6,0 - 0,6 1,9 0,8 Nettoexport, % - Punkte 0,7 0,9 - 0,3 0,2 0,4 - 0,2 0,3 - 0,4 Konsumentenpreise* 2,1 2,0 1,5 1,5 1,8 1,5 1,5 1,6 1,3 Arbeitslosenquote, % 7,1 6,8 6,9 6,7 6,6 6,9 6,9 6,8 6,9 Industrieproduktion 7,4 - 0,4 - 0,2 3,8 3,0 Budgetsaldo, % BIP - 0,8 0,1 - 0,1 0,1 0,2 Öffentlicher Schuldenstand, % BIP 80,0 81,0 79,6 77,2 74,7 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,2 7,0 7,1 6,9 6,9 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd. 161 187 193 193 200 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 15 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Chartbook — Nach vorläufigen Angaben wuchs das deutsche BIP 2013 um real 0,4%. Die Verlangsamung gegenüber dem Vorjahr (0,7%) ist vor allem dem schwachen Winterhal b- jahr 2012/2013 geschuldet. In H2 2013 stabilisierte sich das Wac hstum jedoch nahe bei der Potenz ialrate. — Das Wachstum war ausschließlich von inländischen Faktoren – maßgeblich dem privaten Konsum – getr a- gen, die 0,7% - Punkte zum Wachstum beitrugen. Dag e- gen bremste der schwache Außenhandel ( - 0,4 % - Punkte). Investitionen fielen erneut leicht. 2012 war der Außenhandel noch der wichtigste Wachstumstreiber. — Dank stabiler Quartalswachstumsraten von rd. 0,4% gg. Vq. sollte das BIP 2014 um 1,5% zulegen. — Der ifo - Index stieg im Januar auf den höchsten Wert seit Mitte 2011 und setzte damit den Aufwärtstrend, der im A p- ril 2013 einsetzte, fort. Zuletzt war die Stimmungsaufhe l- lung steigenden Erwartungen geschuldet (höchster Wert seit Anfang 2011), während die Einschätzung der G e- schäftslage auf hohem Niveau etwa stagnierte. — Vor allem die bessere Stimmung und steigende Expor t- erwartungen im verarbeitenden Gewerbe trugen zu dem Aufwärtstrend bei. Diese Entwic klung stützt unsere E r- wartung, dass die deutsche Wirtschaft gut ins Jahr 2014 starten sollte und das Wachstum vom In - und Ausland getragen werden dürfte. — Der ifo - Index überzeichnete zuletzt allerdings die Wac h s tumsaussichten. Für Q4 2013 deutete er 0,9% Wa c h stum gg. Vq. an – mehr als doppelt so hoch wie die vo r aussichtliche tatsächliche Wachstumsrate. — Der Composite - Einkaufsmanagerindex stieg im Januar überraschend deutlich an (55,9 nach 55,0). Dies ging auf die deutliche Verbesserung im V erarb. Gewerbe z urück (56,3 nach 54,3). Dahingegen war die Einschätzung im Dienstleistungsbereich nahezu unverändert (53,6 nac h 53,5). Damit war der PMI des V erarbeitenden Gewerbes den zweiten Monat in Folge höher als jener des Diens t- leistungssektors nach über zwei Jahren mit umgekehrten Vorzeichen, was darauf hindeutet, dass das BIP - Wachstum 2014 auch Impulse aus dem Ausland erhält. — Die Industrie profitierte im Januar laut Einkaufsmanager n von sehr hohem Produktionswachstum (60,4 nach 57,9) sowie dynamischen Auftragseingä ngen (insgesamt: 59,0 nach 56,6; Ausland: 57,0 nach 54,7). — Im Dienstleistungssektor waren die Ergebnisse gemisc h- ter: Der Auftragseingang verlangsamte sich (50,7 nach 52,5). Die Geschäftserwartungen verbesserten sich j e- doch wieder deutlich (58,8 nach 57,2). - 2,0 - 1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 14 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 14 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 40 50 60 70 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 16 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Die Industrie spiegelte im Verlaufe des letzten Jahres zunehmend die konjunkturelle Erholung der Weltwir t- schaft. Dank Großaufträgen lag der Auftragseingang im Nov. gut 5% über Vorjahr (gl. 3M - Schnitt). Bei der Pr o- duktion ist die Erholung bislang weniger eindeutig (+1,9%). Sowohl der ifo - Index als auch der PMI deuten auf eine weitere Beschleunigung hin. — Im November stieg die Produktion um 1,9% gg. Vm. und glich damit die Schwäche der zwei Vormonate ( - 1,2% nach - 0,6%) in etwa aus. Insbesondere das V erarbeite n- de Gewerbe legte im November stark zu (+3,1%). Der Energiesektor ( - 3,3% nach - 2,4%) litt hingegen unter dem milden Wetter. Der Bau setzte seine Schwäch e- phase mit dem vierten Rückgang in Folge fort. — Der Auftragseingang setzte seine volatile Erh olungste n- denz im November fort (+2,1% gg. Vm. nach - 2,1%). Getragen wurde der Anstieg von den Kernaufträgen (+3,0%), die die Vormonatsschwäche ( - 2,2%) mehr als ausglichen. Die volatile von Großaufträgen getriebene Komponente sonstiger Fahrzeugbau (Flugzeu ge, Schi f- fe) normalisierte sich im November wieder und dämpfte daher den gesamten Auftragseingang. — Die Aufwärtstendenz der Aufträge ist regional breit ang e- legt. Insbesondere die Bestellungen aus der EWU (Nov.: +9,4%, gl. 3M - Schnitt) lag zuletzt deutlich üb er dem Vo r- jahresniveau – ein Zeichen für die konjunkturelle Stabil i- sierung in der Eurozone. Das Plus beim sonstigen Au s- land betrug 6,0%. Inlandsbestellungen schwächelten im Vergleich dazu (+3,3%). — Die inländische Produktion in den großen deutschen Indus triebranchen tendierte in den letzten Monaten nach oben. Gleichwohl war dieser Trend nicht stetig, sondern von Aufs und Abs geprägt. Besonders auffällig waren die Schwankungen in der Automobilindustrie (zeitliche Ve r- schiebung von Werksferien). — Im Zuge der konjunkturellen Beschleunigung erwarten wir für 2014 einen aufwärts gerichteten Produktionsve r- lauf. Den stärksten Produktionszuwachs im Jahr 2014 erwarten wir für die Automobilindustrie (real +5%). Tre i- ber ist vor allem die wieder anziehende Autonachfrage in Westeuropa. Vom günstigen gesamtwirtschaftlichen U m- feld dürften auch der Maschinenbau (+4%) und die Elektrotechnik (+3,5%) profitieren. Die Metallindustrie wird (+4%) als wichtiger Zulieferer der Investitionsgüte r- hersteller von dieser Dynamik begünstigt . In der Chemi e- industrie dürfte der Zuwachs 2014 „nur“ bei 3% liegen. 60 70 80 90 100 110 120 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 14 Industrieproduktion (links) Auftragseingang (links) ifo Erwartungen - Ver. Gew. (rechts; 4M verzögert) Industrieproduktion, Auftragseingänge und ifo-Erwartungen % gg. Vj., gl. 3M-Schnitt (links); 2005=100 (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo -20 -10 0 10 20 30 11 12 13 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Automobilindustrie Maschinenbau Elektrotechnik Metallindustrie Chemieindustrie Quelle: Statistisches Bundesamt 2010=100, sb. Produktion der größten Industriebranchen Ausblick Deutschland 17 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Der deutsche Handelsbilanzüberschuss betrug in N o- vember EUR 17,8 Mrd. – der dritthöchste Wert der let z- ten fünf Jahre. Exporte stiegen im November leicht (+0,3% gg. Vm.) – der vierte Anstieg in Folge. Die Impo r- te fielen recht deutlich ( - 1,1%). Sie waren im Vormonat aber um kräftige 3,0% angestiegen. Die schwache I m- portnachfrage im November ist vermutlich teilweise auf den niedrigen Ölpreis und wetterbedingt geringe Nac h- frage z.B. nach Heizöl zurückzuführen. — Im November lagen Exporte (+3,7% gg. Vj.) und Importe (+1,3%) relativ deutlich über ihren Vorjahresniveaus. Z u- vor fiel dieser Vergleich noch negativ oder nur leicht p o- sitiv aus. Allerdings ist die deutliche Verbesserung stark durch einen Basiseffekt getrieben, da Importe und E x- po r te in November 2012 aufgrund der schwächelnden Konjunktur stark gefallen waren. — Die Erholung der Exporte wird von allen wichtigen Zie l- regionen getragen. Selbst die Exporte in die Eurozone trugen dazu bei. Zuvor waren sie fast zwei Jahre lang geschrumpft. — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an den gesamten deutschen Exporten um nahe - zu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 37% gefallen (Asien 16% und USA 8%). — Im Dezember fielen die ifo - Exporterwartungen zwar. Sie blieben aber auf einem spürbar höheren Niveau als noch zur Jahresmitte 2013 und deuten eine weitere Exportb e- schleunigung an. In H1 2013 überzeichneten sie die ta t- sächliche Erholung aber merklich. Auch die Details des Einkauf smangerindexes der Industrie sowie unsere Erwartungen für das BIP - Wachstum in den USA und in China stützen die These sich verbessernder Exporte. — Die deutschen Importe dürften aufgrund des realen Ei n- kommensplus der Haushalte und wieder steigender Nachfrage nach Vorprodukten ebenfalls ordentlich wachsen. 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 20 0 20 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte nach Zielregion Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 14 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 18 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Der deutsche Arbeitsmarkt hat das Jahr 2013 positiv beendet, was darauf hindeutet, dass sich die konjunktu- relle Erholung seit dem Frühjahr 2013 inzwischen auch am Arbeitsmarkt niederschlägt. Im Dezember fiel die Ar- beitslosigkeit um recht hohe 15 Tsd. Zuvor war sie vier Monate in Folge um im Schnitt 10 Tsd. gestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb im November konstant bei 6,9%. — Im Jahresdurchschnitt 2013 war die Arbeitslosenquote leicht auf 6,9% von 6,8% gestiegen. Dank der stärkeren Konjunktur sollte sie 2014 aber wieder auf 6,7% fallen. — Der Beschäftigungsaufbau setzte sich in November mit einem Stellenplus von 26 Tsd. fort nach zuvor +31 Tsd. Damit lag sie um 0,6% über Vorjahr. Die Beschäftigung expandierte 2013 dank Zuwanderung und steigender Erwerbsquoten merklich. — Frühindikatoren (ifo-Beschäftigungsbarometer und PMI) deuten für die nächsten Monate eine moderat positive Entwicklung am Arbeitsmarkt an. — Der Einzelhandelsumsatz erhöhte sich im November um 0,8% gg. Vm. (Okt.: -0,7%). Von Januar bis November lag der Umsatz aber nur 0,3% über Vorjahr. Damit blieb die Dynamik des Einzelhandels – wie üblich – merklich hinter jener des privaten Konsums zurück (2013: +0,9%). — Sowohl das GfK Konsumklima als auch das von der EU- Kommission veröffentliche Konsumentenvertrauen deuten auf eine weiter aufwärtsgerichtete Einzelhandels- dynamik hin. — Diese Erwartung wird auch von der Einkommensentwick- lung der privaten Haushalte gestützt. So sollten die ver- fügbaren Einkommen bei steigender Beschäftigung und steigenden Stundenlöhnen um nominal über 2% zule- gen. — Die Inflation erhöhte sich im Dezember leicht von 1,3% auf 1,4%. Damit blieb sie insgesamt gedämpft. Dabei stiegen die Nahrungsmittel- (+3,2% nach +2,8%) und Energiepreise (+1,1% nach -0,3%) etwas stärker als zu- vor. Dagegen gab die Kerninflation leicht nach (+1,3% nach +1,4%). — Im Jahresdurchschnitt 2013 lag die Inflation bei 1,5% (2012: +2,0%). Aufgrund der niedrigen gesamtwirtschaft- lichen Auslastung, stabiler Rohstoffpreise und des nied- rigen globalen Preisdrucks dürfte die Inflation 2014 trotz der Wachstumsbeschleunigung stark gedämpft bleiben (2014P: +1,5%). 85 90 95 100 105 110 115 -400 -200 0 200 400 600 800 08 09 10 11 12 13 14 Arbeitslose, invertiert (links) Beschäftigte (rechts) ifo Beschäftigungsbarometer (6 Monate verzögert, rechts) '000 gg. Vj. (links); Index (rechts) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research, ifo Arbeitslosenquote, Beschäftigung und ifo-Beschäftigungsbarometer -4,0 -3,0 -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 08 09 10 11 12 13 14 GfK Konsumklima (links) Konsumentenvertrauen (EU Komm., links) Einzelhandelsumsätze (rechts) Einzelhandelsumsätze und Konsumentenvertrauen Konsumentenvertrauen, normalisiert (links); % gg. Vj., gl. 3M-Schnitt (rechts) Quellen: Gfk, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt, Europäische Kommission -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 08 09 10 11 12 13 Inflationsrate Kerninflationsrate Inflationsrate und Kerninflationsrate % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 19 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Die EZB senkte aus Sorge vor einer möglichen Deflation im Euroraum am 6. Nov. überraschend den Le itzins um 25 Bp. auf den historischen Tiefststand von 0,25%. Zu - dem wurde die Vollzuteilung bis Mitte 2015 verlängert. — Die EZB - Ratssitzung im Januar brachte keine neuen Maßnahmen zu Tage. Allerdings nutzte Mario Draghi die nachfolgende Pressekonferenz für eine kräftige „verbale Intervention“. Er machte klar, dass die EZB bereit steht, weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn i) die Zinsen am Geldmarkt „unberechtigterweise“ ansteigen oder ii) die mittelfristigen Inflationserwartungen fallen. — Wir erwarten, dass d ie EZB noch gegen Ende des ersten Quartals 2014 weitere moderate Lockerungsmaßna h- men ergreifen wird – vermutlich aufgrund anhaltender Sorgen um deflationäre Tendenzen. Basierend auf Draghis Äußerungen während der Pressekonferenz hat die Wahrscheinlichkeit für umfangreichere (quantitative) Maßnahmen – ähnlich wie in den USA und UK – aber wohl zugenommen. — Aufgrund der divergierenden Zins - und Wachstum s- erwartungen für den Euroraum und die USA hat sich der Renditeabstand zwischen den 10 - jährigen US Treasuries und den Bunds seit Mitte 2013 in etwa verdoppelt auf z u- letzt gut 1% - Punkt. — Die Zinsabstände der Peripherieländer gegenüber Deutschland ha ben sich zuletzt bei rd. 2% - Punkten st a- b i lisiert – deutlich niedriger als noch Mitte 2013 (rd. 3% - P.). Dies e Entwicklung wurde durch bessere Ko n- junkturindikatoren und die Hoffnung auf eine sich fortse t- zende Erholung in der EWU gestützt. Deutliche Ande u- tungen der EZB, dass ihre a k komm odierende Politik noch bestehen bleibt, dürfte die Einengung der Zinsa b- stände unterstützt haben. — Im Gegensatz zu der von der EZB genährten Debatte über Deflationsgefahren bleibt die langfristige Inflation s- erwartung (5 Jahre) der von der EZB befragten privaten Prognostiker fest verankert bei etwa 2%. In zwei Jahren sehen sie die Inflationsrate (EWU) unverändert bei 1,7%. — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter An - leihen berechnete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen knapp 2 und gut 2 ½%. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 14 EZB - Leitzins 3M - Satz EWU: Leitzins & 3M-Satz % Quellen: EZB, Global Insight 0 1 2 3 4 5 6 7 8 11 12 13 14 US DE FR IT ES Rendite 10-jähriger Staatsanleihen Quelle: Global Insight -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 13 14 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächste 12 M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg Ausblick Deutschland 20 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Die Kreditvergabe an Unternehmen bleibt anhaltend schwach, wobei der Rückgang in der Eurozone stä rker ausgeprägt ist al s in Deutschland: Im November - 5,7% bei Unternehmenskrediten in der Eurozone und - 1,3 % in Deutschland. Während die ausgeprägten Rückgänge in der Eurozone besonders anhaltendem Deleveraging g e- schuldet sind , spiegeln diese in Deutschlan d eher eine verhaltene Investitionstätigkeit und Rückgriff auf altern a- tive Finanzierungsmöglichkeiten wider. — Auch die Kreditvergabe an Haushalte entwickelte sich im November schwach. Im Euroraum bauen auch die Pr i- vathaushalte weiter Verbindlichkeiten ab (November: - 0,3%). In Deutschland waren im November dagegen lei chte Zuwächse zu verzeichnen (+ 1%), die vor allem durch Zuwächse bei Hypothekarkrediten entstanden sind. — Die Kreditvergabe an Haushalte in Deutschla nd zeigt divergierende Trends. Während Baukredite weiter Wachstum verzeichnen, ist die Konsumentenfinanzi e- rung rückläufig. — Die Zuwächse bei Hypothekarkredite n lagen 2013 stabil über der 2% - Marke. Auch im November stiegen die V o- lumina um rd. 2,2% ggü. Vorja hr, zeigten sich damit aber zuletzt weniger dynamisch als in d en Sommermonaten (Juli/August: + 2,5%). Dies dürfte sowohl dem leichten Zinsanstieg als auch lokalen Angebotsknappheiten am Immobilienmarkt geschuldet sein. Insgesamt legten die Kreditvolumina vo n Jan. bis Nov. um rd. 20 Mrd. zu. — Der Markt für Konsumentenkredite schr umpfte dagegen, im November - 4,1% ggü. Vorjahr. Haushalte scheinen angesichts zunehmender Kauflaune bei Anschaffungen verstärkt auf bestehende Rücklagen zurückzu greifen. — Die Zinsen für Hypothekar - und Unternehmenskredite lagen 2013 durchweg auf historisch niedrigem Niveau. Die erneute Leitzinssenkung der EZB Anfang November auf 0,25% hatte dazu beigetragen, diese Situation zu manifestieren. — Die Zinsen für Hypothekarkredite bet rugen während der ersten drei Quartale im Schnitt 2,7%. Während der Tiefststand mit knapp 2,6% im Juni erreicht wurde, ha t- ten die Bauzinsen zum Herbst hin wieder etwas angez o- gen. Diese Tendenz wurde jedoch im November g e- stoppt, und die Bauzinsen verharren – wie im Vormonat – bei 2,9%. Das niedrige Zinsniveau ging 2013 mit einer moderat wachsenden Kreditvergabe einher. — Demgegenüber sorgen stabil niedrige Zinsen bei Unte r- nehmenskrediten (November weiter bei 3%) für keine nachhaltige Belebung. -10 -5 0 5 10 15 20 06 07 08 09 10 11 12 13 EWU - nicht finanz. Kapitalgesell. EWU - priv. Haushalte DE - nicht finanz. Kapitalgesell. DE - priv. Haushalte Kredite an den privaten Sektor % gg. Vj. Quelle: EZB -6 -4 -2 0 2 4 6 05 06 07 08 09 10 11 12 13 Konsumentenkredite Hypothekenkredite Kredite an private Haushalte Deutschland, % gg. Vj. Quelle: EZB 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 13 EZB Leitzins Unternehmenskredite (<1 Mio. EUR, Neugeschäft) Hypotheken (priv. Hasuhalte, 5 - 10 jährige Zinsbindung, Neugeschäft) Zinssätze % Quellen: EZB, Deutsche Bundesbank Ausblick Deutschland 21 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen — Mit einem Finanzierungssaldo in Höhe von - 0,1% des BIP verfehlte Deutschland im letzten Jahr knapp einen ausgeglichenen Haushalt. 2012 war noch ein leichter Überschuss von 0,1% erzielt worden. — Der öffentliche Schuldenstand belief sich Ende 2013 auf 79,6% des BIP und sank somit wieder unter die Marke von 80%. Dies spiegelt einerseits die gute Situation auf der Einnahmeseite wider, andererseits führt der anha l- tende Portfolioabbau bei den Bad Banks quasi autom a- tisch zu einem Rückgang der Verschuldung. — Auch in den nächsten Jahren dürfte die Staatsverschu l- dung kontinuierlich zurückgehen. Regierung und EU - Kommission erwarteten bisher, dass sie bereits 2017 auf unter 70% des BIP sinken könnte. Angesichts der Pläne der neuen Regierungskoalition, die in den nächsten Ja h- r en zu einem merklichen Ausgabenanstieg führen dür f- ten, erscheint diese Prognose inzwischen allerdings recht optimistisch. Allein aus geplanten Leistungssteig e- rungen bei der Rente resultiert eine Belastung von mi n- destens 0,5% des BIP. — Die von der Großen Koalition auf Drängen der SPD a n- gestrebte Rente mit 63 für Versicherte mit 45 und mehr Beitragsjahren, zu denen auch Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I zählen sollen, nützt vor allem Fach - kräften, die mit 18 Jahren oder früher ins Arbeitsleben einge treten sind und – i.d.R. nach einer beruflichen Au s- bildung – überdurchschnittlich verdient haben. — Das zeigt sich näherungsweise beim Blick auf den Re n- tenzugang 2011: Unter allen Einkommensgruppen – hier gemessen an der Zahl der durchschnittl. in jedem Be i- tragsjahr erworbenen Entgeltpunkte und damit in Relat i- on zum jeweiligen Durchschnittslohn – erreichen rd. drei Viertel der Neurentner dieser Gruppe (mit mehr als 1,5 Punkten) 45 Jahre an Beitrags - und beitragsfreien Ze i- ten. Im Durchschnitt sind es indes nu r ein Drittel und bei den Geringverdienern (weniger als 0,5 Entgeltpunkte) sogar nur 6%. — Die Tür zur Frührente wird also gerade für jene Arbeits - kräfte wieder geöffnet, die für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und für die Finanzierung der Rentenversicherung eine wesentliche Rolle spielen. S o- zialpolitisch wird das Fragezeichen hinter der Rente mit 63 noch größer, wenn man bedenkt, wie stark die L e- benserwartung und damit die Rentenbezugsdauer mit dem Einkommen korreliert ist. - 10 - 6 - 2 2 6 10 0 20 40 60 80 100 91 95 99 03 07 11 15 Staatsdefizit (rechts) Staatsverschuldung (links) % des BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Staatsverschuldung und - defizit 0 20 40 60 80 unter 0,5 0,5 bis unter 1 1 bis unter 1,5 über 1,5** Insgesamt Rente mit 63 – v.a. Facharbeiter mit höheren Löhnen profitieren Neurentner mit 45 u. mehr Beitrags - u. beitragsfreien Zeiten* nach durch - schnittl. jährl. Entgeltpunkten (1 Pkt. ≙ Durchschnittslohn), Anteile in %, 2011 Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Deutsche Bank Research * Beitragsfreie Zeiten enthalten neben Arbeitslosigkeit u.a. z.T. (Hoch - )Schulausbildung, die bei Rente mit 63 nicht zählen soll. ** Daten durch Akademikeranteil verrzerrt. Ausblick Deutschland 22 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik DX Datum Ereignis Anmerkungen 27./28. Jan. Eurogruppe/ECOFIN - Sitzung Debatte über ESM ; Überprüfung der Anpassungsprogramme für Grieche n- land und Portugal sowie des Programms für den Finanzsektor Spaniens, Bankenunion. 6. Feb. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 13./14. Feb. Europäischer Rat Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. 17./18. Feb. Eurogruppe/ECOFIN - Sitzung Besprechung der Artikel IV Mission des IWF, Zwischenstand SSM, Diskuss i- on nationaler Haushaltsentwürfe für 2014. 22./23. Feb. Treffen der G20 - Finanzminister und - Notenbankgouverneure in Sydney Australien hat es zur Priorität gemacht, die Finanzsektorreformen in vier Bereichen zu vervollständigen: Steigerung der Widerstandsfähigkeit der Banken, Maßnahmen zur Vermeidung und zum Management der Insolvenz weltweit wichtiger Finanzinstitute, Förderung der Sicherheit der Derivate - märkte, Verbesserung der Überwachung des Schattenbanksektors. Feb. Europäische Kommission Veröffentlichung der Winter - Wirtschaftsprognose der Kommission. 2013 erfolgte die Veröffentlichung am 22. Februar. 6. März Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Wir erwarten weiterhin Lockerungsmaßnahmen gegen Ende von Q1, wobei der Schritt nur moderate Auswirkungen haben dürfte. Aber bei der Press e- konferenz im Januar gab es Signale, dass die Wahrscheinlichkeit substa n- tie l lerer Maßnahmen wie QE nicht Null und ste igend ist. 10./11. März Eurogruppe/ECOFIN - Sitzung 11. Überprüfung des makroökonomischen Anpassungsprogramms für Port u- gal und (möglicherweise) Debatte über planmäßige Beendigung des Pr o- gramms. Debatte über Defizitverfahren auf Basis der Winter - Wirtschafts - prognosen der Kommission und über deren Auswirkungen auf den Stabil i- tätspakt. 20./21. März Europäischer Rat Europäisches Semester, Wachstum und Besc häftigung. Ziele der Strategie „Europa 2020“ (Beschäftigung, FuE, Klima, Bildung, soziale Inklusion). Quelle: Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 23 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender DX Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 30. Jan . 2014 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) Dez . - 0,4 0,1 30. Jan . 2014 14:00 Vorläufiger VPI (sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Jan . - 0,5 (1,4) 0,4 (1,4) 30. Jan . 2014 10:00 Arbeitslosenrate (%, sb.) Jan . 6,8 (0,0) 6,9 (0,0) 31. Jan . 2014 8:00 Einzelhandelsumsätze (Index, sb.), % gg. Vm. Dez . 0,3 0,8 6. Feb . 2014 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. Dez . - 0,5 2,1 7. Feb . 2014 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. Dez . 0,5 1,9 7. Feb . 2014 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Dez . 18,3 17,8 7. Feb . 2014 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) De z . 1,0 (4,6) 0,3 (3,7) 7. Feb . 2014 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Dez . 0,7 (3,3) - 1,1 (1,3) 14. Feb . 2014 8:00 Reals BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q4 2013 0,3 0,3 - 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Feb . 56,0 56,3 - 9:30 PMI Dienstleistungssektor (Flash) Feb . 54,0 53,6 27. Feb 2014 10:30 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Feb . 110,5 110,6 Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Ausblick Deutschland 24 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Le itzinssatz, % Aktuell 0,125 0,10 0,25 0,50 0,00 0,75 0,20 1,50 2,50 2,85 0,05 M ä rz 14 0,125 0,10 0,25 0,50 0,00 0,75 0,20 1,50 2,50 2,70 0,05 Jun i 14 0,125 0,10 0,25 0,50 0,00 0,75 0,20 1,50 2,50 2,70 0,05 Dez ember 14 0,125 0,10 0,25 0,50 0,00 0,75 0,20 1,50 3,50 2,70 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,24 0,22 0,30 0,52 M ä rz 14 0,35 0,20 0,25 0,52 Jun i 14 0,35 0,20 0,25 0,52 Dez ember 14 0,35 0,20 0,35 0,52 Rendite 10J Staatsanleihen, % Aktuell 2,75 0,66 1,71 2,81 1,07 2,31 1,82 2,92 M ä rz 14 2,50 0,80 1,85 2,90 1,00 2,40 1,85 3,00 Jun i 14 2,75 0,70 2,00 3,00 1,10 2,50 2,05 3,20 Dez ember 14 3,25 0,80 2,25 3,25 1,25 2,70 2,35 3,40 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,37 103,47 0,82 1,66 1,23 8,79 7,46 8,33 4,17 303,62 27,49 M ä rz 14 1,35 106,00 0,83 1,63 1,23 8,85 7,46 8,40 4,12 291,30 27,00 Jun i 14 1,32 109,00 0,82 1,61 1,25 8,70 7,46 8,35 4,08 287,50 27,00 Dez ember 14 1,25 115,00 0,80 1,56 1,27 8,45 7,46 8,20 4,00 280,00 27,00 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 25 | 27. Januar 2014 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor DX Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 Aug . 2013 Sep . 2013 Okt . 2013 Nov . 2013 Dez . 2013 Jan . 2014 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 101,5 106,1 105,3 107,2 108,8 107,6 107,8 107,5 109,4 109,5 110,6 ifo Geschäftserwartungen 95,8 102,9 101,8 103,4 106,0 103,4 104,4 103,9 106,6 107,4 108,9 PMI Composite 49,1 52,8 49,9 52,9 54,5 53,5 53,2 53,2 55,4 55,0 55,9 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 95,2 101,1 100,4 102,7 104,5 103,1 103,5 103,1 105,2 105,2 106,3 PMI Verarbeitendes Gewerbe 46,3 49,7 48,7 51,2 52,9 51,8 51,1 51,7 52,7 54,3 56,3 Produktion (% gg. Vp.) - 2,5 0,2 1,5 0,7 1,6 - 0,6 - 1,2 1,9 Auftragseingang (% gg. Vp.) 0,8 0,5 1,4 1,7 - 0,2 3,1 - 2,1 2,1 Grad der Kapazitätsauslastung 81,4 82,5 82,1 83,2 83,2 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) - 1,2 - 5,6 10,6 1,4 - 0,8 0,1 - 1,4 0,7 Auftragseingang (% ggü. Vp.) 3,6 0,4 1,2 - 1,2 - 6,2 - 2,6 3,9 4,7 ifo Bauhauptgewerbe 117,8 125,5 123,7 120,4 121,2 120,3 119,1 119,1 121,0 123,6 124,3 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 50,0 53,8 49,9 52,6 54,1 52,8 53,7 52,9 55,7 53,5 53,6 Ko nsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 10,0 - 6,5 - 4,2 - 3,2 - 2,8 - 3,4 - 4,0 - 4,2 - 2,1 - 2,2 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) - 0,6 1,3 - 0,1 - 0,1 - 0,1 0,3 0,1 - 0,7 0,8 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) - 6,2 - 10,5 - 3,7 - 1,4 1,6 - 5,5 - 1,2 2,3 - 2,0 5,4 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 1,9 - 0,9 3,4 1,0 - 2,0 6,3 - 2,2 2,2 Exporte (% gg. Vp.) - 2,4 0,2 0,1 0,4 1,0 1,6 0,3 0,3 Importe (% gg. Vp.) - 0,8 - 1,2 1,2 - 0,3 0,1 - 1,9 3,0 - 1,1 Nettoexporte (EUR Mrd.) 47,0 50,1 47,8 49,5 15,8 18,7 16,7 17,8 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,9 6,9 6,9 6,8 6,9 6,8 6,9 6,9 6,9 6,9 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) 23,0 - 1,0 19,0 5,3 19,7 7,0 23,0 1,0 9,0 - 15,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 0,9 0,6 0,5 0,5 0,5 0,5 0,6 0,6 ifo Beschäftigungsbarometer 106,2 106,2 104,9 106,3 107,2 106,9 106,4 106,1 107,8 107,5 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,0 1,8 1,5 1,7 1,3 1,6 1,6 1,2 1,6 1,2 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,4 1,0 1,2 1,1 1,2 1,3 1,0 1,7 0,7 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 1,3 0,8 - 0,1 - 0,3 - 0,7 - 0,5 - 0,5 - 0,7 - 0,8 - 0,5 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) 0,7 - 3,5 - 7,0 - 12,2 - 10,4 - 11,5 - 11,4 - 11,3 - 9,8 - 10,2 Ölpreis (USD) 110,1 112,6 102,5 110,4 109,3 111,3 111,9 109,2 108,0 110,8 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 31,2 26,6 22,5 26,2 25,5 28,2 26,8 26,5 24,6 25,5 EC Unternehmensumfrage 2,9 3,7 - 0,6 2,8 6,1 2,8 4,3 3,8 5,8 8,6 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 3,1 4,1 1,6 1,1 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,8 2,2 1,8 1,8 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 3,7 4,7 1,3 1,0 Mo netärer Sektor (gg. Vj.) M3 6,9 5,4 3,8 2,5 3,0 2,5 1,9 1,3 Trend von M3 2,8 2,5 1,9 1,5 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen - 0,4 - 0,2 1,3 - 4,2 - 4,0 - 4,2 - 4,0 Kredite an öffentliche Haushalte 13,5 - 18,7 - 22,4 - 24,1 - 17,7 - 18,9 - 11,8 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com Im Ausblick Deutschland aus der Reihe Aktuelle Themen/Konjunktur we r- den volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen zu Deutschland behandelt. Jede Ausgabe enthält zudem Übersichtstabellen zu finanz - und wirtschaftspolitischen Terminen sowie einen detaillierten Datenmonitor zu deutschen Wirtschaftsindikatoren. Die Ausgabe erscheint monatlich. Sie wird ergänzt durch ein Update aus der Reihe Research Briefing/Konjunktur zur Monatsmitte, das neben einem aktuellen Überblick über wichtige Konjunktur - und Finanzmarktindikatoren ebenfalls eine Übersicht über wichtige Branchen sowie über das aktuelle wirtschaftspolitische Geschehen bietet.  Aufbruch in die Vergangenheit (Aktuelle Themen – Konjunktur) ............................. 29. November 2013  Trotz Wachstum in der Kritik (Research Briefing – Konjunktur) ............................ 19. November 2013  Von Übertreibungen und Ängsten (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ . 31. Oktober 2013  Arbeitsmarkt: Weiter im Aufwind (Research Briefing – Konjunktur) ................................ 15. Oktober 2013  Deutschland nach der Wahl (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ... 1 . Oktober 2013  Ja mei, is denn scho o’zapft? (Research Briefing – Konjunktur) ........................... 16. September 2013  Deutsches BIP +0,5% in 2013 – trotz Verlangsamung in H2 (Aktuelle Themen – Konjunktur) .............................. 2. September 2013  Das Wandern ist des Deutschen Lust (Research Briefing – Konjunktur) ................................ .. 15. August 2013  Trendwachstum der Beschäftigung – auf längere Sicht negativ ( Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ ..... 1. August 2013  Binnenkonjunktur – kein Selbstläufer ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 15. Juli 2013  Strukturelle Verbesserungen stützen Sonderstellung (Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ .......... 1. Jul i 2013  Deutsche Sonderstellung – Gefahr für den Euro? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 14. Juni 2013  Die schöne neue Welt der Geldpolitik (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 4. Juni 2013  T arifrunde 2013: Kräftiges reales Plus ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 16. Mai 2013  BIP - Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 (Aktuelle Themen) ................................ ............................. 30. April 2013  Wieder die Insel der Glückseligen? © Copyright 2014. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Fi- nanzdienstleistungsaufsicht verfügt. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG London, Mitglied der London Stock Ex- change, genehmigt und/oder verbreitet, die in Bezug auf Anlagegeschäfte im Vereinigten Königreich der Aufsicht der Financial Services Authority unter- liegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg Print: ISSN 1430 - 7421 / Internet: ISSN 1435 - 0734 / E - Mail: ISSN 1616 - 5640