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  4. Weltwirtschaftlicher Ausblick - Kurzfassung
14. Oktober 2022
Die Aussichten für die Wirtschaft und die Märkte haben sich seit der Juni-Ausgabe unseres Weltwirtschaftlichen Ausblicks merklich verschlechtert. An den Rentenmärkten platzt eine historische Blase, an den Aktienmärkten findet eine Korrektur statt, wie sie nur einmal pro Generation vorkommt, und die Flucht in den USD hält an. Wir haben als Erste eine Rezession in den USA zum Jahresende 2023 prognostiziert – diese Erwartung ist inzwischen Konsens. Auch für den Euroraum bzw. Deutschland erwarten wir für 2023 eine Kontraktion um mindestens 2% bzw. 3%. [mehr]
Deutsche Bank Research Weltwirtschaf t licher Ausblick: Kurzfassung Schiffbruch MAKROPROGNOSEN marion.laboure@db.com henry - f.allen@db.com jim.reid@db.com 1 4 . Oktober 2022 EUROP A DEUTSCHLA N D WELT • Weltweit könnte eine Stagflation näher rücken. • Die Inflationsdynamik baut sich weiter auf; entsprechende Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken dämpfen das Wachstum in wichtigen Ländern • Russlands Invasion der Ukraine hat wichtige Rohstoffmärkte und Lieferketten erschüttert. USA CHINA SCHWEL L ENLÄ NDER • Wir erwarten für den Winter eine tiefe Rezession in Europa, nachdem die Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 auf unbestimmte Zeit eingestellt wurden, der Konflikt in der Ukraine eskaliert und die Auswirkungen der strikteren Geldpolitik zu spüren sind. • Wir haben die BIP - Prognose für den Euroraum für 2023 von - 0,3% auf - 2,2% korrigie rt. Die Prognosen für die Gesamtrate des HVPI bzw. die Kerninflationsrate bleiben mit 6,2% bzw. 4% hoch. Die EZB wird ihren Zinsanhebungszyklus fortsetzen; wir erwarten für Oktober bzw. Dezember Zinsschritte von 75 Bp. bzw. 50 Bp. Das Endniveau dürfte im M ärz 2023 bei 2,5% erreicht werden. • Wir prognostizieren für 2022 ein BIP - Wachstum von 3%. Das Konsumwachstum bleibt aufgrund restriktiverer COVID - 19 - Eindämmungsmaßnahmen gedämpft. • COVID - 19 stellt kurzfristig das größte Abwärtsrisiko für den Wachstumsausblick dar. Trotz steigender Rohstoffpreise werden die Preissteigerungen bei einem moderaten Lohnwachstum und geringer Binnennachfrage nicht in vollem Umfang weitergegeben. • In H2 2022 werden weitere politische Unterstützung smaßnahmen erforderlich sein . • Die Schwellenländer haben mit verschiedenen widrigen Umständen zu kämpfen, u.a. aggressiven Straffungen der Geldpolitik durch die Zentralbanken in Industrieländern und Abwärtsrisiken für Chinas Wachstum. Die Inflationsentwi cklung wird zunehmend von inländischen/länderspezifischen Faktoren bestimmt. • Chinas Probleme mit der Null - COVID - Strategie dämpfen Asiens Performance im Vergleich zu anderen Schwellenländern weiterhin. • Lateinamerika hat die größten Fortschritte bei der Norm alisierung der Politik gemacht. Inzwischen rücken politische Entwicklungen in den Vordergrund. Politische Risiken stellen nach wie vor ein beträchtliches Abwärtsrisiko dar. • In der Region CEEMEA bestehen beträchtliche Unterschiede. Für die CE3 sind die Risiken aufgrund der Entwicklungen in der Ukraine am größten; Südafrika befindet sich auf einem schmalen Grat zwischen besseren Terms of Trade und der langsam vorgehenden Zentralbank; in der Türkei ist die Politik nach wie vor wenig vorhersehbar . • Deutschland ist am stärksten von der Einschränkung der Gasversorgung betroffen. Wir haben daher die BIP - Prognose für 2023 von - 1% auf - 3 bis - 4% gesenkt. • Die Inflation dürfte im Jahr 2023 am unteren Rand unseres ursprünglichen Korridors von 8 - 12% liegen. Mögliche Preisdeckelungen im Energiegroßhandel und eine vorübergehende Mehrwertsteuersenkung bei Gas könnten den Inflationsdruck dämpfen . • Die restriktivere Geldpolitik der Fed dürfte dazu führen, d ass die Wirtschaft in H2 2023 in eine Rezession gerät. Dabei überwiegt das Risiko, dass die Rezession früher einsetzt und schwerer ausfällt. Dann sollte auch die Arbeitslosenquote in der Spitze auf über 5,5% in Q4 2023 ansteigen. • Angesichts überraschend ho her Inflationsraten prognostizieren wir zum Jahresende einen VPI von 7,2% (Q4/Q4) bzw. eine Kernrate des VPI von 6,2%. Im weiteren Verlauf dürften die Gesamtrate bzw. die Kernrate des VPI bis Ende 2023 wieder auf 3,9% bzw. 3,8% zurückgehen. • Die Fed sollte ihren aggressiven Zinsanhebungszyklus fortsetzen; für November prognostizieren wir einen Schritt von 75 Bp., gefolgt von 50 Bp. im Dezember. Der Höchststand sollte bei knapp 5% in Q1 2023 erreicht werden. Weltwirtschaftlicher Ausblick 1 4. Oktober 2022 MARKTPROGNOSEN WICHTIGE MAKRO - UND MARKTPROGNOSEN BI P - Wachstum (%) 202 2 P 202 3 P Leitzinsen (%) Aktuell Q 2 - 2 2 Q 4 - 22 Wichtige Marktkennzahlen Aktuell Q4 - 2 2 Global 3,1 2,2 USA: Federal Funds Rate 3,125 4,375 4,875 US 10J - Renditen (%) 3,92 3,85 USA 1,9 0,6 Euroraum: Deposit Facility Rate 0,75 2,00 2,50 EUR 10J - Renditen (%) 2, 12 2,05 Euroraum 2,9 - 2,2 Japan: Policy Balance Rate - 0,10 - 0,10 - 0,10 S&P 500 3655 4750 Deutschland 1,0 - 3,5 Großbritannien: Bank Rate 2,25 3,25 3,75 Gold (USD/Unze) 1629 1750 Japan 1,4 0,9 China: MLF 1Y Interest Rate 2,75 2,75 2,75 Oil WTI (USD/Barrel) 76,7 96,0 Großbritannien 3,5 0,0 Oil Brent (USD/Barrel) 84,1 100,0 China 3,0 5,0 Höher als erwartete Inflation - Wenn die Inflationserwartungen sich aus ihrer Verankerung lösen und die Inflation nicht wie erwartet sinkt, müssen die Zentralbanken wohl noch aggressiver vorgehen, was die Konjunkturverlangsamung/Rezession verschärfen dürfte. Früher als erwartet einsetzende US-Rezession - Wir prognostizieren für H2 2023 eine US Rezession; diese könnte jedoch schon früher eintreten. Eskalation in der Ukraine - Abwärtsszenarien ergeben sich, falls Russland nach militärischen Erfolgen der Ukraine aggressiver reagiert oder den Energiekrieg mit Europa nach der Schließung der Pipeline Nord Stream 1 verschärft. Abwärts- AKTIEN • Erholung im weiteren Jahresverlauf 2022. • Zum Jahresende 2022 sollte der S&P 500 bei 4750 notieren. • Auf Sektorebene dürften Finanztitel, Megacap - Wachstumstitel und Technologie am besten abschneiden. % STAATS - ANLEIHEN • 10J - Treasury - Renditen zum Jahresende voraussichtlich bei 3,85%. • Der Markt schätzt den Fed - Kurs wohl zum ersten Mal seit geraumer Zeit richtig ein . UNTER NEHMENS ANLEIHEN • Die Spreads dürften sich in Q2 2023 deutlich ausweiten und ihren Höchststand erreichen, wenn die US - Rezession eintritt. • Zum Jahresende 2022 rechnen wir sowohl im Investment - Grade - als auch im High - Yie ld - Segment mit einer moderaten Einengung der Spreads • Danach ist eine Ausweitung zu erwarten, wenn im Jahr 2023 die Rezession eintritt. • Die Preise für Brent Blend dürften zum Jahresende 2022 bei USD 100/Barrel notieren. • Danach sollten die Preise wieder auf USD 95/Barrel in Q2 2023 bzw. USD 90/Barrel in Q3/Q4 2023 sinken und 2024 weiter auf USD 85/Barrel zurückgehen. • Wenn, wie von der IEA erwartet, die russischen Lieferungen stärker verringert werden, dürften sich die Brent Blend - Preise wied er in Richtung USD 120/Barrel bewegen . GELD- POLITIK - Fed: Zinsschritt von 75 Bp. im November, gefolgt von 50 Bp. im Dezember sowie im weiteren Verlauf 25 Bp. Der Endstand sollte in Q1 2023 nahe 5% erreicht sein. - EZB: Zinsschritt von 75 Bp. im Oktober und von 50 Bp. im Dezember, sodass der Einlagensatz im März 2023 seinen Höchststand bei 2,5% erreicht. - BoJ: Keine Zinsänderungen. - BoE: 75 Bp. im November, 50 Bp. im Dezember und jeweils 25 Bp. im Februar und März auf einen Endstand von 4%. - PBoC: Keine Zin sänderungen. MARKT STIMMUNG • Schwierigkeiten zu erwarten: USA geraten 2023 in eine Rezession. • Aktien sollten sich zum Jahresende erholen. Die US - Rezession dürfte 2023 jedoch zu weiteren Marktturbulenzen, einschließlich einer Spread - Ausweitung, führen. H M M Weltwirtschaftlicher Ausblick 4. Oktober 2022 MA K RO EREIGNIS - KALENDER Oktober November Dezember 20 . - 21 . EU Sitzung Europäischer Rat 2 7 . EU EZB - Entscheidung 2 8 . JP E ntscheidung Bank of Japan 02 . US Fed - Entscheidung 03 . UK Entscheidung Bank of England 20 . - 21 . EU Sitzung Europäischer Rat 14 . US Fed - Entscheidung 15 . JP Entscheidung Bank of Japan 15 . EU EZB - Entscheidung © Copyright 202 2 . Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage - , Rechts - oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in andere n von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research - Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkei t, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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