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  4. Ausblick Deutschland
31. Oktober 2013
Mit dem Anstieg der deutschen Hauspreise haben die Bedenken zugenommen, dass ein Immobilienboom begonnen hat, der mit spürbaren negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft enden könnte. Wir erwarten, dass sich der Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland fortsetzt, halten aber die Bildung einer Blase für unwahrscheinlich und sehen die Preisanstiege insgesamt als Normalisierung des Wohnimmobilienmarktes. Das IAB hat im Oktober einen neuen Frühindikator für die kurzfristige Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes vorgestellt. Im Gegensatz zu anderen Arbeitsmarkt-Frühindikatoren zielt er auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und nicht der Beschäftigung ab. Aufgrund der Konstruktion und des Zwecks des IAB-Indikators ist er weniger gut geeignet, die Beschäftigungsentwicklung zu prognostizieren als zum Beispiel das ifo-Beschäftigungsbarometer und der PMI, für die die Unternehmen nach ihren Beschäftigungsabsichten befragt werden. [mehr]
Ausblick Deutschland: Von Übertreibungen und Ängsten Aktuelle Themen Konjunktur Deutschlands Hauspreise in internationaler und historischer Perspektive. Mit dem Anstieg der deutschen Hauspreise haben die Bedenken zugenommen, dass ein Immobilienboom begonnen hat, der mit spürbaren negativen Auswir- kungen auf die deutsche Wirtschaft enden könnte. Unsere Analyse der Haus- preiszyklen der OECD-Länder zeigt, dass der augenblickliche Preisanstieg in Deutschland, im Vergleich mit vergangenen Anstiegen, moderat ausfällt. Vergli- chen mit anderen OECD-Staaten weist Deutschland sogar eine merklich unter- durchschnittliche Preisentwicklung auf. Wir erwarten, dass sich der Anstieg der Immobilienpreise in Deutschland fortsetzt, halten aber die Bildung einer Blase für unwahrscheinlich und sehen die Preisanstiege insgesamt als Normalisierung des Wohnimmobilienmarktes. Neuer IAB-Arbeitsmarktindikator: Nützlich, aber kein Ersatz für ifo und PMI. Das IAB hat im Oktober einen neuen Frühindikator für die kurzfristige Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes vorgestellt. Im Gegensatz zu anderen Arbeits- markt-Frühindikatoren (ifo-Beschäftigungsbarometer und PMI-Beschäftigungs- komponente) zielt er auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und nicht der Be- schäftigung ab. Mit einem Wert von 99,6 im Oktober deutet der IAB-Index wie die anderen Indikatoren auf eine anhaltende Seitwärtsbewegung des Arbeits- marktes über die nächsten Monate hin, was sich mit unserer Einschätzung deckt. Zwar beschreibt der neue Indikator die Entwicklung der monatlichen Ar- beitslosigkeit mit einem Monat Vorlauf relativ gut, allerdings ist aus wachstums- analytischer Sicht die Beschäftigung der aussagekräftigere Indikator. Als zu- sätzliche Informationsquelle ist der IAB-Index gut geeignet. Ersetzen kann er aber weder das ifo-Beschäftigungsbarometer noch die Einkaufsmanager- umfragen. Autor en Bernhard Gräf +49 69 910-31738 bernhard.graef@db.com Jochen Möbert +49 69 910-31727 jochen.moebert@db.com Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG DB Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann Inhaltsverzeichnis Seite Prognosetabellen ............................................2 Deutschlands Hauspreise in internationaler und historischer Perspektive ...........................3 Neuer IAB-Arbeitsmarktindikator: Nützlich, aber kein Ersatz für ifo und PMI...... 10 Grafik des Monats ......................................... 12 Chartbook: Konjunktur .................................. 14 Chartbook: Branchen .................................... 17 Chartbook: Finanzmärkte .............................. 18 Chartbook: Wirtschaftspolitik ......................... 23 Eventkalender ............................................... 24 Datenkalender .............................................. 25 Finanzmarktprognosen ................................. 26 Datenmonitor ................................................ 27 31. Oktober 2013 Ausblick Deutschland Von Übertreibungen und Ängsten Ausblick Deutschland 2 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P 2013P 2014P 2015P Euroland - 0,2 1,2 1,4 1,5 1,4 1,5 1,8 1,4 1,3 - 2,9 - 2,4 - 2,0 Deutschland 0,5 1,5 1,4 1,5 1,5 1,8 7,1 7,0 7,1 0,0 0,2 0,4 Frankreich 0,2 1,3 1,9 1,1 1,5 1,3 - 1,7 - 1,5 - 1,3 - 4,1 - 3,3 - 2,9 Italien - 1,7 0,6 0,5 1,5 1,5 1 ,5 0,6 1,3 1,8 - 3,1 - 2,9 - 2,9 Spanien - 1,5 0,5 1,3 1,7 1,1 1,2 1,2 1,5 1,8 - 6,5 - 5,3 - 4,0 Niederlande - 1,1 0,4 1,2 2,8 1,8 1,8 12,8 11,7 12,3 - 3,9 - 3,3 - 3,0 Belgien 0,1 1,2 1,6 1,2 1,4 1,6 - 0,5 0,5 0,5 - 3,0 - 2,9 - 2,7 Österreich 0,4 1,4 1,8 2,1 1,7 1,8 3,2 3,5 3,5 - 2,1 - 1,8 - 1,6 Finnland - 1,0 0,9 1,5 2,4 2,0 1,9 - 0,8 - 0,4 0 ,7 - 2,7 - 1,8 - 0,7 Griechenland - 4,3 0,8 2,0 - 0,6 - 0,4 0,0 0,0 1,0 2,0 - 4,5 - 3,4 - 2,5 Portugal - 1,7 0,8 1,3 0,6 0,9 1,1 0,5 1,5 2,0 - 5,4 - 4,4 - 3,3 Irland 0,5 2,0 2,0 0,8 1,1 1,3 3,5 4,0 4,0 - 7,4 - 4,9 - 2,8 Großbritannien 1,5 2,5 2,0 2,7 2,2 2,0 - 3,5 - 3,2 - 2,8 - 6,0 - 4,8 - 4,1 Dänemark 0,2 1,8 1,5 0,7 1,5 1,9 6,3 6,1 6,0 - 2, 0 - 1,8 - 1,5 Norwegen 1,8 2,4 2,6 2,3 2,6 2,0 12,5 12,0 11,5 11,0 10,5 10,0 Schweden 0,7 2,3 2,5 0,1 1,1 2,0 6,5 6,0 6,0 - 1,5 - 1,0 0,5 Schweiz 1,9 2,0 2,0 - 0,1 0,5 1,0 12,5 12,1 11,8 0,7 0,8 1,0 Tschech. Rep. - 0,5 2,0 2,8 1,4 1,2 2,0 - 0,6 - 1,0 - 2,5 - 3,1 - 2,7 - 2,6 Ungarn 0,4 1,1 1,7 1,9 1,9 3,1 1,2 0,6 0,2 - 2,9 - 2,9 - 2,7 Pol en 1,0 2,5 2,8 1,1 2,1 2,4 - 1,0 - 2,2 - 2,8 - 3,6 - 3,3 - 3,1 USA 1,8 3,2 3,5 1,7 2,6 2,3 - 3,0 - 3,1 - 3,2 - 3,8 - 3,1 - 2,0 Japan 1,8 1,0 1,2 0,2 2,7 1,5 1,6 2,9 3,8 - 9,3 - 7,4 - 6,0 Welt 2,8 3,7 3,9 3,0 3,5 3,4 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutsch land. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland*: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. DX 2012 2013 2011 2012 2013P 2014P 2015P Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3P Q4P BIP 3,3 0,7 0,5 1,5 1,4 0,7 - 0,1 0,2 - 0,5 0,0 0,7 0,3 0,3 Privater Konsum 2,3 0,8 0,9 1,0 0,8 0,0 0,0 0,3 0,1 0,2 0,5 0,4 0,3 Staatsausgaben 1,0 1,0 0,8 0,7 0,2 0,4 - 0,5 0,6 0,1 0,1 0,6 0,1 0,1 Anlageinvestitionen 6,9 - 2,1 - 1,2 3,4 2,8 - 0,4 - 1,9 0,1 - 0,6 - 2,1 1,9 0,4 0,6 Ausrüstungen 5,8 - 4,0 - 2,5 4,1 3,7 - 0,4 - 3,7 - 0,6 - 0,3 - 2,1 0,9 0,5 1,0 Bau 7,8 - 1,4 - 1,1 2,2 2,5 - 0,5 - 1,0 0,5 - 1,0 - 2,2 2,6 0,3 0,3 Lager, % - Punkte - 0,1 - 0,5 0,2 0,0 0,0 - 0,1 - 0,1 - 0,3 0,1 0,4 - 0,1 - 0,1 0,0 Exporte 8,0 3,2 1,7 6,5 6,0 1,7 1,4 0,5 - 1,6 - 0,7 2,2 2,0 2,3 Importe 7,4 1,4 2,5 6,7 6,0 0,1 0,7 0,1 - 0,9 - 0,4 2,0 2,3 2,7 Nettoexport, % - Punkte 0,7 0,9 - 0,2 0,3 0,5 0,8 0,4 0,3 - 0,5 - 0,2 0,2 0,0 0,0 Konsumentenpreise* 2,1 2,0 1,5 1,5 1,8 2,1 1,9 2,0 2,0 1,5 1,5 1,6 1,5 Arbeitslosenquote, % 7,1 6,8 6,9 6,7 6,6 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 6,8 6,8 6,9 Budgetsaldo, % BIP - 0,8 0,1 0,0 0,2 0,4 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,2 7,0 7,1 7,0 7,1 * Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen füh ren. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, DB Research Ausblick Deutschland 3 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Deutschlands Hauspreise in internationaler und historischer Perspektive — Mit dem Anstieg der deutschen Hauspreise haben die Bedenken zuge- nommen, dass ein Immobilienboom begonnen hat, der mit spürbaren nega- tiven Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft enden könnte. — Unsere Analyse der Hauspreiszyklen der OECD-Länder zeigt, dass der augenblickliche Preisanstieg in Deutschland verglichen mit vergangenen Anstiegen moderat ausfällt. Verglichen mit anderen OECD-Staaten weist Deutschland sogar eine merklich unterdurchschnittliche Preisentwicklung auf. — Wir erwarten, dass sich die Immobilienpreise in Deutschland auch in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Dabei scheint die Bildung einer Blase aber eher unwahrscheinlich. So zeigen die für den Wohnungsmarkt relevan- ten Größen, wie beispielsweise der Arbeitsmarkt und die Kreditentwicklung, keine Anzeichen einer Überhitzung. Zudem stabilisieren institutionelle Fak- toren, wie z.B. hohe Eigenkapitalanforderungen und Vorfälligkeitsentschä- digungen. Aber auch der demographische Wandel und mögliche Eingriffe seitens der Regulierungsbehörden und der Regierung sollten einer Überhit- zung entgegenwirken. Hinzu kommt, dass die Erschwinglichkeitsmaße, trotz Bewertungsschwierigkeiten, nicht auf den Beginn einer Blase hindeuten. Daher betrachten wir die Preisanstiege insgesamt als Normalisierung des Wohnimmobilienmarktes. Der Anstieg der Preise auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt seit Anfang 2008, besonders in den Ballungszentren der Großstädte 1 , löste Bedenken be- züglich des Beginns eines Immobilienbooms aus, vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen in den USA, Spanien und Irland. Sicherlich sind die Voraussetzungen für einen Boom in Deutschland im Augenblick gegeben: histo- risch niedrige Kreditzinsen, Angst vor einem Inflationsanstieg und, verglichen mit anderen Ländern, niedrige Immobilienpreise. Die folgende Analyse der OECD-Immobilienpreiszyklen zeigt, dass der Anstieg der realen deutschen Immobilienpreise seit 2008 mit 1,7% jährlich nicht nur moderat verglichen mit den Anstiegen in den vergangenen deutschen Zyklen ist, sondern auch deutlich unter dem in anderen OECD-Ländern liegt. Aus ei- nem solchen Vergleich kann zwar nicht die künftige Entwicklung abgeleitet wer- den, er hilft aber den Status quo des deutschen Zyklus einzuordnen. Auch wenn wir einen Anstieg des realen Preisniveaus in den nächsten Jahren erwarten, halten wir die Bildung einer Blase in Deutschland für unwahrschein- lich. Bisher sehen wir keine Überhitzungsanzeichen der Wirtschaft und die be- sonderen institutionellen Merkmale, der anstehende demographische Wandel und die Möglichkeiten der Aufsichtsbehörden und der Regierung, bei Bedarf einzugreifen, sollten die Preisanstiege allerdings moderat ausfallen lassen. Da- her betrachten wir den seit 2008 zu beobachtenden Preisanstieg als einen Normalisierungsprozess. 2 1 Gemäß Berechnungen der Deutschen Bundesbank könnten Hauspreise in den wichtigen Metro- polregionen 10% überbewertet sein, wobei die fairen Werte demographische Entwicklungen und ökonomische Variablen berücksichtigen. In den großen attraktiven deutschen Städten könnten die Überbewertungen in einigen Fällen bis zu 20% betragen. Vergleiche Deutsche Bundesbank (2013) „Die Preissteigerungen bei Wohnimmobilien seit dem Jahr 2010: Einflussfaktoren und re- gionale Abhängigkeiten“. Monatsbericht Oktober 2013. 2 Vergleiche auch Ausblick Deutschland: BIP-Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2. April 2013. Ausblick Deutschland: Langsam aufwärts in 2013. Januar 2013. Ausblick Deutschland: Deutsche Konjunktur am Wendepunkt? Dezember 2012. Ausblick Deutschland: Ein riesiger Schritt für die EWU oder Echternacher Springprozession? Oktober 2012. Global Econom- ic Perspectives: Euro area property prices: Germany versus the rest. Juni 2012. Ausblick Deutschland 4 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Identifizierung der Preiszyklen im Wohnimmobilienbereich Um einen Immobilienpreiszyklus zu identifizieren, verwenden wir einen metho- disch relativ einfachen Ansatz. 3 Ein Aufschwung der Immobilienpreise ist defi- niert als ein Preisanstieg über mindestens sechs aufeinanderfolgende Quartale, wobei bei dieser Definition die Höhe des Preisanstiegs unberücksichtigt bleibt. Im Gegensatz dazu spricht man von einem Abschwung, wenn das Preisniveau in mindestens sechs aufeinanderfolgenden Quartalen fällt. Unter Verwendung der OECD-Immobilienpreisdaten analysieren wir die Entwicklung von 27 In- dustrieländern auf Quartalsbasis bis 1970 zurück. 4 In unserem Datenbestand identifizieren wir unter Berücksichtigung dieser Definition 92 Aufschwünge und 74 Abschwünge. Da wir besonders an der Entwicklung der Wirtschaft in extremen Zyklen (Immo- bilienboom und anschließender Krise, sogenannte Boom-Bust-Zyklen) interes- siert sind, haben wir unsere Stichprobe weiter aufgeteilt. Um die moderaten Zyklen von den Boom-Bust-Zyklen abzugrenzen, verwenden wir den Median- preisanstieg aller Aufschwünge, der im Durchschnitt der OECD-Länder 6,9% pro Jahr betrug, als Maß. Preisanstiege unterhalb des Wertes definieren wir als „moderat“ und Preisanstiege darüber als „Boom“. Größe und Dauer internationaler Hauspreiszyklen Der internationale Hauspreiszyklus offenbart interessante Unterschiede zwi- schen Boom-Bust- und moderaten Zyklen. Im Vergleich zu früheren Zyklen der OECD-Länder ist die Amplitude des gegenwärtigen deutschen Zyklus äußerst moderat. International stiegen die nominalen Hauspreise um jährlich 13,3% während ei- nes Booms und 7,6 % während eines moderaten Zyklus, real stiegen sie um 9,2% bzw. 3,6% (Abbildungen 1 und 2). Während der Krise fielen die realen Preise um 7,2% jährlich und 3,2% während eines moderaten Preissenkungszyk- lus. Die Median-Dauer eines Booms beträgt 17 Quartale (Mittelwert: 25) und ist damit etwas länger als die Dauer der Preisrückgänge (Median: 14 Quartale, Mittelwert: 17). Der hohe Durchschnittswert für die Boomzyklen verglichen mit dem Medianwert resultiert aus einigen besonders langen Boomphasen (Abbil- dung 3). Darunter waren Irland, Spanien und die USA mit 50 Quartalen (1994- 2007), 45 Quartalen (1996-2007) und 56 Quartalen (1993-2006). Während die- ser Boomphasen stiegen die Preise in den Vereinigten Staaten um insgesamt 62%, in Spanien um 121% und in Irland sogar um 251%. Die sich anschließen- de Krise führte dann zu Preisrückgängen um 28% in den Vereinigten Staaten, um 35% in Spanien und um 50% in Irland. Diese Preiskorrekturen hatten starke negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft. 3 Vergleiche Harding, D. (2003) Towards an econometric foundation for turning point based analy- sis of dynamic processes, Yale PhD dissertation, Chapter 4; Cunningham, R.; Kolet, I. (2007). Housing Market Cycles and Duration Dependence in the United States and Canada. Bank of Ca- nada Working Paper 2007-2. 4 Länder in unserem Datenbestand sind Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Island, Irland, Isra- el, Italien, Japan, Korea, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, Schweiz, USA. - 30% - 20% - 10% 0% 10% 20% 30% - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 10. - 90. Perzentil 25. - 75. Perzentil Median IE (1994 - 2006) ES (1996 - 2007) US (1993 - 2006) Quartale vor und nach dem Höchststand Realer Hauspreisanstieg (Boom - Bust Zyklen) 1 Annualisierte Quartals - Wachstumsraten Quellen: OECD, DB Research Ausblick Deutschland 5 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Vielfältige Wechselwirkungen zwischen Häuserpreisen, Finanz- märkten und der Realwirtschaft in Boom-Bust Zyklen Die Veränderung der Häuserpreise hat signifikante Effekte auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft während Boom-Bust Zyklen (Abbildung 2). Die Kausalität ist allerdings nicht eindeutig. So gibt es sicherlich auch Rückwirkungen von den Finanzmärkten und der Realwirtschaft auf die Häuserpreise. Im Folgenden be- trachten wir die Entwicklung von für den Häusermarkt wichtigen ökonomischen Indikatoren (Kreditwachstum, Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosenquote) in Boom-Bust Zyklen genauer und legen den Fokus insbesondere auf die Im- mobilienbooms in Irland, Spanien und den Vereinigten Staaten (Abbildungen 3- 6). Die Entwicklung dieser drei Variablen wird für den Zeitraum von 20 Quarta- len vor dem Höhepunkt der Immobilienpreise (Boom-Phase) bis 20 Quartale danach (Bust-Phase) in den Abbildungen 4-6 dargestellt. Für die Boom-Bust OECD-Länder: Unterschiedliche Entwicklung ökonomischer Indikatoren in Boom-Bust- und moderaten Zyklen 2 Preise ↑ Preise ↓ Vergleichstests der Mittelwerte (Preise ↑ vs. Preise ↓) Durchschnitt des realen Median - Hauspreiswachstums (gg. Vq., annualisiert) Boom - Bust Zyklen 9.2% - 7.2% *** Moderate Zyklen 3.6% - 3.2% *** Durchschnitt des nominalen Median - Hauspreiswachstums (gg. Vq., annualisiert) Boom-Bust Zyklen 13.3% -0.6% *** Moderate Zyklen 7.6% 0.4% *** Durchschnitt des realen Median - BIP - Wachstums (gg. Vq., annualisiert) Boom-Bust Zyklen 3.2% 0.8% *** Moderate Zyklen 2.8% 1.6% *** Vergleichstests der Mittelwerte (Boom - Bust vs. moderate Zyklen) ** *** Durchschnitt des Median - Kreditwachstums (gg. Vq., annualisiert) Boom-Bust Zyklen 12.0% 8.0% *** Moderate Zyklen 9.2% 8.0% ** Vergleichstests der Mittelwerte (Boom - Bust vs. moderate Zyklen) *** Durchschnitt der Median - Arbeitslosenquoten Boom-Bust Zyklen 5.3% 6.2% *** Moderate Zyklen 6.1% 7.2% *** Vergleichstests der Mittelwerte (Boom - Bust vs. moderate Zyklen) *** *** Anmerkung: Boom-Zyklen sind definiert als Phasen mit Hauspreisanstiegen über dem Median und Bust-Zyklen als die sich daran anschließenden Preisrückgangsperioden. Die moderaten Zyklen erstrecken sich über die Preisanstiegsperioden unter dem Median und die sich daran anschließenden Preisrückgangsperiden. Die Gleichheit der Mittelwerte wurde mit einem einfachen t-Test getestet. Gleichheit der Mittelwerte kann zum 1% (***), 5% (**) und 10% (*) Signifikanzniveau abgelehnt werden. Quellen: OECD, DB Research Besonders lange Boomphasen 3 Land Zeitpunkt des Hau s- preishöhepunkts Preisanstiege pro Jahr Dauer (Quartale) Belgien 2010 Q4 7,7% 103 Niederlande 2008 Q4 9,6% 72 Norwegen 2007 Q3 13,3% 59 Dänemark 2007 Q1 12,7% 56 US A 2006 Q4 4,5% 56 Irland 2007 Q1 20,1% 50 Schweden 2007 Q4 10,9% 49 Großbritannien 2007 Q4 14,6% 47 Spanien 2007 Q3 10,8% 45 Quellen: OECD, DB Research - 10% - 5% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 10. - 90. Perzentil 25. - 75. Perzentil Median IE (1994 - 2006) ES (1996 - 2007) US (1993 - 2006) Quartale vor und nach dem Höchststand Kreditwachstum (Boom - Bust Zyklen) 4 Quellen: OECD, DB Research Annualisierte Quartals - Wachstumsraten Ausblick Deutschland 6 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Zyklen in den OECD-Ländern werden die Entwicklungen der gesamten Vertei- lung jeder Variable abgebildet, was die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Ländern verdeutlicht. Ein Haupttreiber des Immobilienbooms war ein kräftiges Kreditwachstum. Im Verlauf vergangener Booms stieg das Kreditwachstum in den OECD-Ländern kontinuierlich auf 15% zum Zeitpunkt des Höhepunkts der Booms an und betrug im Durchschnitt 12% p.a. (Abbildung 3) Damit einher ging ein relativ kräftiges Wirtschaftswachstum, das allerdings nicht nachhaltig war. Während der Bust- Phase kühlte sich das Kreditwachstum innerhalb von fünf Jahren deutlich auf nur noch 2,5% ab. Dies hatte negative Effekte auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft. Zudem stieg die Verschuldung durch die massiven Interventio- nen der Staaten und der Zentralbanken erheblich an. Prominente Beispiele sind die Zyklen in den Vereinigten Staaten, Spanien und Irland. Während das reale Wirtschaftswachstum im Verlauf der Boom-Phasen in den OECD-Ländern bei 3,2% pro Jahr lag, waren dies in Bust-Phasen nur noch 0,8%. In den am stärksten betroffenen Ländern (25. Perzentil) ging die Wirt- schaftsaktivität sogar zurück und es dauerte rund 5 Jahre bis diese sich wieder erholte. Mit der Wachstumsverlangsamung erhöhte sich die Arbeitslosenquote kontinuierlich von etwa 5% im Jahr des Höhepunkts der Häuserpreise auf 8% fünf Jahre danach. Dabei stieg die Arbeitslosenquote in den besonders betrof- fenen Ländern sogar um 5%-Punkte auf 12% an (75. Perzentil). Interessanterweise liegt das durchschnittliche BIP-Wachstum über dem gesam- ten Boom-Bust Zyklus unter dem eines moderaten Zyklus. Dies verdeutlicht, dass Boom-Bust Zyklen negative ökonomische als auch gesellschaftliche Aus- wirkungen mit sich bringen. Bis zum Jahr 2006/07 waren die jährlichen BIP-Wachstumsraten in den Verei- nigten Staaten (2%), Spanien (3%) und Irland (5%) relativ konstant. Mit dem Einbruch der Häuserpreise fiel das Wachstum – insbesondere zwischen dem ersten und dritten Jahr – rapide. In den Vereinigten Staaten ging das reale BIP zeitweise um 3,8%, in Spanien um 3,7% und in Irland sogar um 7,1% zurück. 20 Quartale nach dem Höhepunkt der Häuserpreise und anschließender Korrektur expandierten die Volkswirtschaften wieder. Das BIP-Niveau lag allerdings immer noch unter dem vor dem Platzen der Blase. Besonders ausgeprägt war der An- stieg der Arbeitslosenquote in Spanien, die von 8% auf 26% zunahm. In Irland erhöhte sie sich von 4% auf 14% und in den USA verdoppelte sie sich von 5% auf 10%. Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt setzte in den USA allerdings durch die schneller beginnende und stärkere Erholung der Realwirtschaft sowie dem wohl flexibleren Arbeitsmarkt früher als in Irland und Spanien ein. Zudem nahm die Bedeutung des Bausektors an der Gesamtwirtschaft in den Vereinigten Staaten während des Booms geringer zu als in Spanien und Irland (Abbildung 7). Daher war der Effekt der sektoralen Anpassungen, die die strukturelle Ar- beitslosigkeit in die Höhe treiben, in den Vereinigten Staaten geringer. Internationaler Vergleich von Hauspreiszyklen: Moderate deutsche Amplituden Einfache Mittelwerttests zwischen den deutschen und den internationalen Hauspreiszyklen zeigen, dass die Preisbewegungen in Deutschland deutlich geringer waren (Abbildung 2). Während Aufschwüngen, also während der von uns definierten Booms sowie in Perioden mit moderaten Preisanstiegen, ver- teuerten sich die realen Hauspreise um 2,6% pro Jahr in Deutschland und um 6,9% in den OECD-Ländern. In den darauffolgenden Abschwungphasen fielen die Preise um 2,3% in Deutschland und um 5,2% in den OECD-Ländern. - 10% - 8% - 6% - 4% - 2% 0% 2% 4% 6% 8% 10% - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 10. - 90. Perzentil 25. - 75. Perzentil Median IE (1994 - 2006) ES (1996 - 2007) US (1993 - 2006) Quartale vor und nach dem Höchststand Annualisierte Quartals - Wachstumsraten Quellen: OECD, DB Research Reales BIP Wachstum (Boom - Bust Zyklen) 5 1% 6% 11% 16% 21% - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 10. - 90. Perzentil 25. - 75. Perzentil Median IE (1994 - 2007) ES (1996 - 2007) US (1993 - 2006) Quartale vor und nach dem Höchststand Arbeitslosenquote (Boom - Bust Zyklen) 6 Quellen: OECD, DB Research % 0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% - 40 - 35 - 30 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 IE (2000 - 2011) ES (1996 - 2011) US (1995 - 2011) Bauinvestitionen 7 % des BIP USA nur Investitionen in Wohnimmobilien Quellen: OECD, DB Research Quartale vor und nach dem Höchststand Ausblick Deutschland 7 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Die Entwicklung des Wirtschaftswachstums, der Arbeitslosigkeit und der Kredite war ebenfalls deutlich unterschiedlich. In Preisanstiegsphasen expandierten die OECD-Länder um durchschnittlich 3% pro Jahr, und das Kreditwachstum lag bei etwa 11% p.a. In Abschwungphasen verlangsamte sich das Wachstum auf 1% und die Kreditvergabe auf 8% pro Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg in der OECD um etwa 1 %-Punkt. In Deutschland ist eine so unterschiedliche Entwick- lung nicht sichtbar, da es bisher in Deutschland keinen Boom-Bust-Zyklus ge- geben hat, der üblicherweise zu solchen Ausschlägen führt. In Deutschland war das Wirtschaftswachstum in vergangenen Abschwungphasen der Hauspreise sogar höher als in Aufschwungphasen. Dagegen waren das Kreditwachstum und die Entwicklung der Arbeitslosenquote nicht signifikant unterschiedlich in den beiden Phasen. Aktuelle deutsche Hauspreisanstiege unter denen in vergangenen Aufschwungphasen In der Vergangenheit kam es in Deutschland nur dann zu Anstiegen der realen Hauspreise, wenn sich die Einkommens- und Inflationserwartungen signifikant änderten (Abbildung 9). In der ersten Phase Anfang der 1970er Jahre boomte die deutsche Wirtschaft und es herrschte Vollbeschäftigung. Die Phase Ende der 1970er Jahre fiel zusammen mit der Ölpreiskrise, die für ein Anziehen der Inflationsraten sorgte. Der Anstieg der realen Hauspreise ab Anfang der 1990er Jahre wurde durch den deutschen Wiedervereinigungsboom getrieben, wobei attraktive Abschreibungsbedingungen zu hohen Bauinvestitionen in Ostdeutsch- land führten. Die jüngste Phase begann mit dem Ausbruch der globalen Wirt- schaftskrise im Jahr 2008, wobei historisch niedrige Geldmarkt- und Kapital- marktzinsen, aufkommende Inflationssorgen und eine verglichen zu anderen Ländern niedrige Bewertung die Preisentwicklung begünstigte. Entwicklungen in Preisaufschwungs- und -abschwungsphasen: OECD-Länder ggü. Deutschland 8 Preise ↑ Preise ↓ Vergleichstests der Mittelwerte (Preise ↑ vs. Preise ↓) Durchschnitt des realen Median - Hauspreiswachstums (gg. Vq., annualisiert) Gesamte Stichprobe 6.9% - 5.2% *** Deutschland 2.6% - 2.3% *** Vergleichstests der Mittelwerte (Deutschland vs. gesamte Stichprobe) *** *** Deutschland 2008 - 12 1.7% - Durchschnitt des realen Median - BIP - Wachstums (gg. Vq., annualisiert) Gesamte Stichprobe 3.0% 1.1% *** Deutschland 1.8% 2.4% *** Vergleichstests der Mittelwerte (Deutschland vs. gesamte Stichprobe) ** Deutschland 2008-12 1.8% - Durchschnitt des Median - Kreditwachstums (gg. Vq., annualisiert) Gesamte Stichprobe 10.6% 7.7% *** Deutschland 8.7% 8.4% Vergleichstests der Mittelwerte (Deutschland vs. gesamte Stichprobe) *** Deutschland 2008-12 1.8% - Durchschnitt der Median - Arbeitslosenquoten Gesamte Stichprobe 5.4% 6.4% *** Deutschland 5.1% 6.0% Vergleichstests der Mittelwerte (Deutschland vs. gesamte Stichprobe) Deutschland 2008-12 6.8% - Anmerkung: Die Gleichheit der Mittelwerte wurde mit einem einfachen t-Test getestet. Gleichheit der Mittelwerte kann zum 1% (***), 5% (**) und 10% (*) Signifikanzniveau abgelehnt werden. Quellen: OECD, DB Research Ausblick Deutschland 8 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Im Vergleich zu vergangenen deutschen Phasen realer Hauspreisanstiege ist die aktuelle Preisentwicklung bis jetzt als äußerst moderat zu bezeichnen (Ab- bildung 8). Während die realen Preise seit Anfang 2008 nur um 1,7% pro Jahr stiegen, verteuerten sich diese in vergangenen Aufschwungphasen mit 2,6% pro Jahr signifikant höher. Schlussfolgerungen Unsere Untersuchung zeigt starke negative Auswirkungen von platzenden Häu- serblasen auf die Finanzmärkte und die Realökonomie. Nicht nur war die Real- wirtschaft in diesen Zeiten volatiler, sondern auch das Wachstum war in Boom- Bust-Zyklen niedriger als in moderaten Hauspreiszyklen. Die negativen Konse- quenzen platzender Hauspreisblasen waren besonders tiefgreifend in den USA, Spanien und Irland. Darüber hinaus zeigte sich, dass hohe Schuldenstände und der Anstieg der strukturellen Arbeitslosigkeit das längerfristige Wachstum dämpften. Im Vergleich zu internationalen Hauspreiszyklen waren deutsche Zyklen in den 1970er Jahren und am Ende der 1980er Jahre eher durch moderate Entwick- lungen gekennzeichnet. Diese begannen dann, wenn sich Einkommens- und Inflationserwartungen merklich änderten. Richtige Boom-Bust-Zyklen mit im internationalen Vergleich überdurchschnittlichen Preisanstiegen und –rück- gängen gab es in Deutschland nicht. Der von uns durchgeführte Vergleich mit früheren Zyklen sowie der Entwicklung in anderen Ländern kann zwar die Frage nicht beantworten, ob die deutsche Entwicklung in einen Boom mit anschließender schmerzhafter Korrektur endet. Wenn, dann steht Deutschland überhaupt erst am Anfang einer solchen Ent- wicklung. Unsere Analyse liefert aber eine recht gute Einschätzung der gegen- wärtigen Marktlage, die von einigen Beobachtern schon als Hauspreisboom bezeichnet wird. Folgende Schlussfolgerungen lassen sich ziehen: 1. Der aktuelle Preisanstieg in Deutschland ist eher moderat relativ zur eigenen Historie und insbesondere zu früheren internationalen Entwicklungen. Er kon- zentriert sich zudem vor allem auf Metropolregionen, wo die Preise überdurch- schnittlich gestiegen sind und insbesondere Wohnungen gemäß einer Studie der Bundesbank rund 10% überbewertet sein könnten. 2. Die positive Interaktion von Preiserwartungen, Kreditentwicklung und Real- wirtschaft, die die Boom-Bust-Zyklen in vielen OECD-Ländern charakterisierten, sind in Deutschland nicht vorhanden. Aktuell wächst Deutschlands Wirtschaft in etwa mit der Potenzialrate und das Kreditwachstum ist eher moderat. Ebenso sind die Kreditstandards laut Bank Lending Survey straffer geworden. Lediglich der Arbeitsmarkt mit einer Beschäftigung auf historischem Hoch deutet auf ein relativ dynamisches makroökonomisches Umfeld hin. 3. Wir erwarten, dass der seit vier Jahren andauernde deutsche Hauspreiszyk- lus sich noch einige Zeit fortsetzen dürfte, da die Zinssätze wahrscheinlich noch eine Zeit recht niedrig bleiben dürften, die Nettozuwanderung nach Deutschland auf hohem Niveau bleiben könnte und Deutschlands Wirtschaft seinen robusten Wachstumskurs in den nächsten Jahren fortsetzen sollte. Darüber hinaus könn- ten negative Entwicklungen in den Peripherieländern der Eurozone und ein Wiederaufleben der Unsicherheit an den Finanzmärkten zu zusätzlicher Nach- frage nach deutschen Wohnimmobilien führen. 4. Wir erwarten allerdings weiterhin keine Blase auf dem deutschen Wohnim- mobilienmarkt. Dafür sprechen das institutionelle Umfeld, die demografische 95 100 105 110 115 120 125 130 70 74 78 82 86 90 94 98 02 06 10 Anstiegsphasen realer Wohnimmobilienpreise Reale Immobilienpreise 1.7% p.a. 2.5% p.a. 2.9% p.a. 2.6% p.a. Reale Immobilienpreise in Deutschland 9 Index 2010 = 100 Quellen: OECD, DB Research Ausblick Deutschland 9 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Entwicklung und, falls notwendig, Eingriffe von Regulierungsbehörden und der Regierung. Angesichts des zuvor 15 Jahre andauernden Rückgangs der realen Hauspreise ist der gegenwärtige Anstieg der Hauspreise daher insgesamt eher als Normalisierung zu interpretieren. Marie Lechler Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Ausblick Deutschland 10 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Neues IAB-Arbeitsmarktbarometer: Nützlich, aber kein Ersatz für ifo und PMI — Die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) hat im Okto- ber einen neuen Frühindikator für die kurzfristige Entwicklung des deut- schen Arbeitsmarktes vorgestellt. Dieser basiert auf einer Vollerhebung un- ter den Geschäftsführern aller Arbeitsagenturen. — Im Gegensatz zu anderen Arbeitsmarkt-Frühindikatoren (ifo-Beschäfti- gungsbarometer und PMI-Beschäftigungskomponente) zielt er auf die Ent- wicklung der Arbeitslosigkeit und nicht der Beschäftigung ab. Künftig soll der Index gegen Ende jedes Monats veröffentlicht werden, wenige Tage vor dem aktuellen Arbeitsmarktbericht. — Mit einem Wert von 99,6 im Oktober deutet der IAB-Index wie die anderen Indikatoren auf eine anhaltende Seitwärtsbewegung des Arbeitsmarktes über die nächsten Monate hin, was sich mit unserer Einschätzung deckt. — Zwar beschreibt der neue Indikator die Entwicklung der monatlichen Ar- beitslosigkeit mit einem Monat Vorlauf relativ gut, da er aufgrund der breiten Informationsbasis aus den Regionen Sonderentwicklungen besser aufgreift. Allerdings ist aus wachstumsanalytischer Sicht die Beschäftigung der wich- tigere Indikator, wozu der IAB-Indikator naturgemäß weniger aussagekräftig ist. Als zusätzliche Informationsquelle ist der IAB-Index gut geeignet. Erset- zen kann er aber weder das ifo-Beschäftigungsbarometer noch die Ein- kaufsmanagerumfragen. Mit ihrem neuen IAB-Arbeitsmarktindikator bringt die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit einen weiteren Frühindikator für den deutschen Ar- beitsmarkt auf den Markt. 5 Der Index soll einmal im Monat etwa zwei Tage vor dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht werden und die Entwicklung der Arbeitslosenzahl auf eine Sicht von rund drei Monaten beschreiben. Der entscheidende Unterschied zu den vorhandenen Indikatoren ist das Abzielen auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und nicht der Beschäftigung. Die wohl gebräuchlichsten und nützlichsten Indikatoren für die Beschäftigungsentwicklung sind das ifo-Beschäftigungsbarometer und die Beschäftigungskomponente des Einkaufsmanagerindexes (PMI). Arbeitsmarktindikator mit Mehrwert Für den IAB-Indikator werden alle Geschäftsführer der über 150 lokalen Ar- beitsagenturen befragt, wie sich die Arbeitslosigkeit (unabhängig von den sai- sonalen Schwankungen) in ihrem eigenen Bezirk in den nächsten drei Monaten entwickeln wird. Die Antwortmöglichkeiten sind: „viel mehr“, „mehr“, „gleich“, „weniger“ und „viel weniger“. Die Antworten werden in einen Index übersetzt, wobei ein Wert von 100 auf eine konstante Arbeitslosenzahl hindeutet. Werte über 100 signalisieren eine sinkende Arbeitslosenzahl. Bei der Umfrage handelt es sich um eine Vollerhebung. Die Umfrage wird allerdings erst seit November 2008 durchgeführt. Der Stützzeitraum ist dadurch bislang noch recht kurz und überdies durch die Auswirkungen der Finanz- und Staatsverschuldungskrise geprägt. Zu den Vorteilen der neuen Umfrage gehören laut IAB zum Beispiel, dass lokale Gegebenheiten und Informationen schnell aufgegriffen werden können. So ste- 5 Siehe Hutter, Christian, Enzo Weber, Katrin Schmidt und Silke Delfs (2013). Neuer Frühindikator für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Startschuss für das IAB-Arbeitsmarktbarometer. IAB- Kurzbericht, 20/2013. bzw. Hutter, Christian und Enzo Weber (2013). Constructing a New Lead- ing Indicator for Unemployment from a Survey among German Employment Agencies. IAB- Discussion Paper Nr. 17. Nürnberg. 92 96 100 104 108 -12 -8 -4 0 4 8 12 09 10 11 12 13 Arbeitslose (links) IAB - Arbeitsmarktbarometer, 6 Monate Vorlauf (rechts) IAB-Arbeitsmarktbaromter deutet auf stabile Arbeitslosigkeit hin 1 % gg. Vj. (links); Index, invers (rechts) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, IAB Ausblick Deutschland 11 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen hen Arbeitsagenturen bspw. oft im Kontakt zu den lokalen Handwerkskammern und Firmen. Größere Firmenschließungen oder Neugründungen werden so erfasst. Umgekehrt sollten diese aber auch in den Beschäftigungsabsichten der Unternehmen (ifo/PMI) reflektiert sein. Wichtiger könnte daher sein, dass auch das Ende von Arbeitsmarktmaßnahmen im Gegensatz zu den Beschäftigungs- indikatoren in den IAB-Index einfließt. Zudem müssen sich Arbeitslose in Deutschland spätestens drei Monate vor einem anstehenden Arbeitsplatzverlust bei der Arbeitsagentur melden. Dadurch kann ein Vorlauf gegenüber der Ent- wicklung der Arbeitslosigkeit entstehen. Hohe Prognosegüte der monatlichen Arbeitsmarktzahlen Die Veröffentlichung der monatlichen Arbeitsmarktzahlen produziert immer wie- der gewisse Überraschungen. So führte das Auslaufen von Arbeitsmarktpro- grammen im September zu einem ungewöhnlich hohen Anstieg der saisonbe- reinigten Arbeitslosenzahl um 25 Tsd., wohingegen der Durchschnitt der Analys- ten einen Rückgang um 5 Tsd. erwartet hatte. Eine einfache Prognose auf Ba- sis des IAB-Index war in diesem Fall zwar auch nicht viel näher an der Realität als Prognosen auf Basis des ifo und PMI. Auf den gesamten vorliegenden Zeit- raum zeigt sich aber, dass der IAB-Index bei einem Monat Vorlauf immerhin 67% der Schwankung der Arbeitslosenzahl erklären kann (Grafik 2). Beim ifo- Beschäftigungsbarometer sind es 32% und beim PMI 44% (je zwei Monate Vor- lauf). Damit liefert der neue Arbeitsmarktindikator für diese spezifische Aufgabe einen merklichen Mehrwert. Konjunkturrelevanz weniger ausgeprägt Für die Wachstumsanalyse ist die Beschäftigung (derzeit) ein aussagefähigerer Indikator als die Arbeitslosigkeit. So besteht dank hoher Zuwanderungszahlen und steigender Erwerbsquoten von Älteren und Frauen derzeit eine Diskrepanz zwischen der Entwicklung der Arbeitslosen- und Beschäftigtenzahl. So lag die Beschäftigtenzahl zuletzt gut 250 Tsd. höher als im letzten Jahr, während die Arbeitslosenzahl um 50 Tsd. höher lag und damit ein negativeres Bild zeichnet. Aufgrund der Einkommens- und Wertschöpfungseffekte durch die anhaltend steigende Beschäftigung überwiegt der Konjunkturimpuls aus dieser Richtung die (leicht) negativen Effekte der steigenden Arbeitslosigkeit deutlich. Aufgrund der Konstruktion und des Zwecks des IAB-Indikators ist er weniger gut geeignet, die Beschäftigungsentwicklung zu prognostizieren als zum Beispiel das ifo-Beschäftigungsbarometer und der PMI, für die die Unternehmen nach ihren Beschäftigungsabsichten befragt werden. Der PMI kann gut 80% der Ver- änderung der Beschäftigung erklären. Beim Index vom ifo-Institut und dem IAB liegt der Wert bei etwa der Hälfte. Unabhängig von der spezifischen Prognosegüte für die monatlichen Schwan- kungen der Beschäftigten- und Arbeitslosenzahl sprechen aber alle Arbeits- marktindikatoren für eine fortgesetzte Stabilität am deutschen Arbeitsmarkt mit teilweise leichten Aufwärtstendenzen. Mit dem IAB-Arbeitsmarktindikator steht nun ein weiter valider Index zur Verfügung, der diese Erwartung stützt. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) -80 -60 -40 -20 0 20 40 60 80 100 09 10 11 12 13 Arbeitslose IAB* ifo* Veränderung gg. Vm., Tsd. Quelle: ifo, IAB, Bundesagentur für Arbeit Prognosen: IAB-Index besser als ifo 2 * Einfache lineare Prognose der Änderung der Arbeitslosen - zahl basierend auf den Arbeitsmarktindizes (1 bzw. 2 Monate verzögert). - 1000 - 800 - 600 - 400 - 200 0 200 400 - 400 - 200 0 200 400 600 800 1000 06 07 08 09 10 11 12 13 Beschäftigte (links) Arbeitslose (rechts) Tsd., gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit Entkopplung der Beschäftigten - von der Arbeitslosenzahl seit 2010 3 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 09 10 11 12 13 IAB - Arbeitsmarktbarometer ifo - Beschäftigungsbaromter PMI Beschäftigungskomponente BA - X Standardisierte Werte Quellen: Bundesagentur für Arbeit, ifo, IAB, Markit Arbeitsmarktindikatoren: Keine fundamental unterschiedliche Botschaft 4 Ausblick Deutschland 12 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Grafik des Monats Beschäftigungs“wunder“ dank Demografie und Unternehmens- dienstleistungen Mit 41,84 Mio. hat die Zahl der Erwerbstätigen im September saisonbereinigt wieder ein neues Rekordniveau erreicht. Von Anfang 2005 bis Mitte 2013 wur- den insgesamt 2,8 Mio. Stellen in Deutschland geschaffen. Unternehmens- dienstleister (+1,3 Mio.) und öffentliche Dienstleister (inkl. Erziehung u. Ge- sundheit, +850 Tsd.) trugen drei Viertel des Anstieges, obwohl sie nur etwa ein Drittel aller Beschäftigten stellen. Rund 46% des gesamten Beschäftigungsaufbaus kamen aus dem Bereich Un- ternehmensdienstleister , wovon wiederum mehr als 40% 6 auf die Vermittlung und Überlassung von Arbeitnehmern (Zeitarbeit) entfielen. Nicht näher spezifi- zierte Unternehmensdienstleister stehen für fast ein Viertel und Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung für gut 15% des Anstiegs der Arbeitnehmerzahl. Im öffentlichen Sektor konzentrierte sich der Beschäftigungsanstieg auf die Be- reiche Gesundheits- und Sozialwesen sowie auf (Alten-)Heime (insgesamt +690 Tsd.). Dieser Sektor sollte auch künftig deutlich von dem fortschreitenden de- mografischen Wandel profitieren. Auch im Erziehungs- und Bildungsbereich (+290 Tsd.) wurden Stellen geschaffen, davon mehr als ein Drittel in der Kinder- tagesbetreuung. Bei der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und der Sozial- versicherung verschwanden hingegen gut 200 Tsd. Stellen, was fast zur Hälfte aus dem Abbau bei der Bundeswehr und insbesondere der abgeschafften Wehrpflicht resultierte. Der Sektor Handel, Verkehr und Gastgewerbe (Anfang 2005 bis Mitte 2013: +425 Tsd.) war der dritte wichtige Wachstumstreiber. Fast 60% des Beschäfti- gungsanstiegs des Sektors kamen dabei vom Gastgewerbe, rd. 30% vom Ver- kehr und 10% vom Handel. Nur ein geringes Stellenplus gab es dagegen im verarbeitenden Gewerbe (+33 Tsd.) und im Bau (+83 Tsd.). Im verarbeitenden Gewerbe dürften das fortschrei- 6 Tiefer gegliederte Daten werden nur auf Jahresbasis veröffentlicht und beziehen sich weitgehend auf den Vergleich 2012 gg. 2004. Beschäftigungsentwicklung nach Sektoren DX Anteil, % Veränd., Tsd. 1995 2005 H1 2013 H1 13 gg. Q4 04 Land - u. Forstwirtschaft, Fischerei 2.3 1.7 1.6 - 38 Prod. Gewerbe ohne Bau 23.4 19.9 18.8 5 Ver. Gewerbe 21.3 18.4 17.5 33 Baugewerbe 8.9 6.0 5.9 83 Handel, Verkehr, Gastgewerbe 22.8 23.4 22.9 425 Information u. Kommunikation 2.7 3.2 3.0 44 Finanz - und Versicherungsdienstl. 3.3 3.2 2.9 - 69 Grundstücks - und Wohnungswesen 0.8 1.1 1.1 21 Unternehmensdienstleister 7.5 11.1 13.2 1281 Öffentliche Dienstl., Erziehung, Gesundheit 21.7 23.0 23.3 850 Sonstige Dienstleister 6.5 7.4 7.3 170 Quelle: Statistisches Bundesamt - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 05 06 07 08 09 10 11 12 H1 13 Ver. Gewerbe Bau Handel, Verkehr, Gastgew. Inform. u. Kommunikation Unternehmensdienstl. Öffentliche Dienstleistungen* Rest Insgesamt Kumulierter Stellenaufbau seit Anfang 2005 nach Sektoren, Mio. Erwerbstätige Quelle: Statistisches Bundesamt Unternehmensdienstleister und öffentlicher Sektor treiben Beschäftigungsaufbau DX * Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit Ausblick Deutschland 13 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen tende Ausgliedern von nicht den Kernaufgaben zuzurechnenden Tätigkeiten, das Nutzen internationaler Wertschöpfungsketten und das Zurückgreifen auf z.B. Zeitarbeiter das Beschäftigungsplus trotz kräftiger Produktionsausweitung gebremst haben. Im Bausektor zeigte sich zwar zuletzt ein kräftiger Beschäfti- gungsanstieg, aufgrund des Rückgangs vor allem im Jahr 2005 blieb der Bei- trag zum Anstieg der Gesamtbeschäftigtenzahl im betrachteten Zeitraum aber gering. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Ausblick Deutschland 14 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (1) — In Q2 stieg das BIP um 0,7% gg. Vq. und beendete d a- mit die Schwächephase des Winterhalbjahres. D as recht starke Wachstum ging teilweise auf Nac hhol - und Sondereffekte zurück. — Im laufenden dritten Quartal dürfte das BIP weniger stark zule gen. Wir erwarten ein Wachstum von etwa 0,3% gg. Vq. Der Auftrags eingang und die Industriep roduktion le g- ten im Jul i /August weniger stark zu als im zweiten Qua r- tal . Das Niveau de s Einkaufsmanagerindexes in Q3 stützt unsere Wachstumserwartung ebenfalls, während der ifo - Index sogar ein etwas positiveres Bild zeichnet . — Für 2013 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 0,5 % . 2014 könnte d as Plus dann 1, 5% betragen . — Das BIP der Eurozone wuchs in Q2 2013 um 0,3% gg. Vq. Damit endete die 6 Quartale dauernde Rezession. Neben Deutschland (+0,7%) trug auch Frankreich (+0,5%) deutlich zum Wachstum bei. In Italien ( - 0,3%) und Spanien ( - 0,1%) schrumpfte das BIP langsamer. — Angesichts des verbleibenden Anpassungsbedarfs in einigen EWU - Ländern und des schwachen Welthandels (August: +2,2% gg. Vj., gl. 3M - Schnitt) dürfte d as EWU - BIP in H2 nur leicht wachsen. — Das EWU - BIP dürfte in 2013 trotz des positiven Wach s- tums in H2 erneut sinken . Vor allem wegen des stärker als erwarteten Wachstums in Q2 13 haben wir allerdings die Prognose von - 0,6% auf - 0,2% erhöht (2012: - 0,6%). — Nach fünf Anstiegen in Folge fiel der ifo - Index im Okt o- ber (107,4 nach 107,7) vor allem aufgrund niedrigerer Erwartungen (103,6 nach 104,2) etwas . Bei den Erwa r- tungen dürfte der Streit um die US - Schuldenobergrenze eine Rolle ge spielt haben . Der Index blieb aber über se i- nem Q3 - Schnitt und auf ihrem derzeitigen Nive au deuten die ifo - Erwartungen weiter auf ordentliches BIP - Wachstum hin. Zudem stiegen die Exporterwartungen auf ein neues Jahreshoch. — Zwar fiel der Index für das wichtige Verarbeitende G e- werbe (103,0 nach 103,5) und den Einzelhandel. Der Bauindex blieb hin gegen unverändert und der ifo - Index für den Großhandel glich den Vormonatsrückgang aus. — Der Composite Einkaufsmanagerindex fiel im Okt. zwar moderat (52,6 nach 53,2). Trotz des zweiten Rückgangs in Folge blieb er aber in etwa auf dem Q3 - Durchschnitt und deutet damit auf moderates BIP - Wachstum hin. — Der Rückgang des Gesamtindex ging auf den Dienstlei s- tungssektor zurück. Mit 52,3 nach 53,7 zuvor deutet de ssen Index aber auf eine intakte inländische Konjun k- tur hin. Zudem blieben die Geschäftserwartungen auf hohem Niveau stabil. Der Index für das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich dagegen leicht und stützt die Erwartung eines moderaten Aufwärtstrends des industr i- ellen Sektors. - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 14 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 10 11 12 13 14 EWU ex DE DE BIP - Entwicklung: DE vs. EWU % gg. Vq. Quelle: Eurostat 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 40 50 60 70 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 15 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (2) — Der Auftragseingang folgt einem moderaten (und au f- grund von Großaufträgen volatilen) Aufwärtstrend. I n den letzten drei Monaten lag er im Schnitt 3,5% über Vorjahr. Ohne die Großaufträge von der Luftfahrtmesse in Paris im Juni/Juli beträgt das Plus 1,3% . Insgesamt ist das Niveau also noch niedrig. — Im August ( - 0,3% gg. Vm.) und Juli ( - 1,9%) fiel der Au f- tragseingang zwar. Im Vergleich zum Vorquartal liegt er aber noch 0,7% höher. Rechnet man Großaufträge he r- aus, betrug das Plus im August 2,9% nach - 1,8% im Juli . — Ifo und PMI deuten für die nächsten Monate auf eine aufwärtsgerichtete Auftragsentwicklung hin. — Mit +1,4% gg. Vm. im August glich die Industrieproduk - tion den schwachen Vormonat aus (1,1%). Dies ging vor allem auf Investitionsgüter zurück (+4,4%). — Bliebe die Produktion im September unverändert, würde das Produktionsplus in Q3 0,8% gg. Vq. betragen. Damit würde der Industriesektor erneut, allerdings weniger stark als im Vorquartal, zum BIP - Wachstum beitragen. Insgesamt ist die Produktion noch niedrig . In den letzten drei Monate n lag sie noch knapp 1% unter Vorjahr. — Stimmungsindikatoren, die Kapazitätsauslastung und die etwas positivere globale Konjunktur deuten darauf hin, dass di e Industrie in Q4 weiter moderat zulegen sollte. — Die Beschäftigung le gt dank Zuwanderung und steige n- der Erwerbsquoten weiterhin ordentlich zu. Im Septe m- ber war sie rd. 250 Tsd. höher als im Vorjahr, während die Arbeitslosigkeit um etwa 50 Tsd. über dem Vorja h- reswert lag und damit ein negativeres Bild zeichnet. — Im September 2013 lag die Beschäftigung wie im Vo r- monat um 0,6% über Vorjahr. Damit setzt sich der mod e- rate Beschäftigungsaufbau fort. Die Zahl der sozialvers. Beschäftigten lag zuletzt 1,2% über Vj. — Trotz des nur leichten Anstiegs um 2 Tsd. gg . August markiert die Zah l der Erwerbstätigen weiter historische Höchststände (saisonbereinigt 41,8 Mio.). — Die übliche Erholung des Arbeitsmarktes im Herbst scheint dieses Jahr etwas schwächer auszufallen, so stieg die Arbeitslosigkeit im Oktober um 2 Tsd. gege n- über September, der dritte Anstieg in Folge. Das starke Einmaleffekte n geschuldete Plus im September (+25 Tsd.) wiederholte sich aber nicht. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 6,9%. — Frühindikatoren deuten derzeit leichte Aufwärtstende n- zen für den Arbeitsmarkt an. Wi r erwarten für das la u- fende Jahr eine Arbeitslosenquote von 6,9%, die im Jahr 2014 dank der stärkeren Konjunktur auf 6,7% sinken sollte. -20 -10 0 10 20 30 11 12 13 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 77 82 87 92 97 102 107 112 117 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 08 09 10 11 12 13 14 Industrieprod. (links) ifo - Erwartungen, Ver. Gew. (4 M. verz., re.) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt Industrieproduktion und ifo-Erwartungen 90 95 100 105 110 115 120 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 14 Erwerbstätige (links) ifo - Beschäftigungsbarometer (um 6 Monate verzögert, rechts) % gg. Vj (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Bundesagentur für Arbeit Erwerbstätige und ifo - Beschäftigungsbarometer - 100 - 50 0 50 100 150 200 4 5 6 7 8 9 10 08 09 10 11 12 13 14 Veränd. der Arbeitslosigkeit (rechts) Arbeitslosenquote (links) Arbeitslosigkeit % der zivilen Erwerbspersonen (links); gg. Vm., '000 (rechts) Quelle: Bundesagentur für Arbeit, DB Research Ausblick Deutschland 16 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (3) — Die Inflation ging im Oktober weiter zurück von 1,4% gg. Vj. auf 1,2%. Dazu trugen Energie - ( - 0,5% nach - 0,2%), Nahrungsmittelpreise (+4,1% nach +4,7%) und die Ker n- inflation (+1,1% nach +1,3%) bei. Damit spiegeln Ene r- gie - und Nahrungsmittelpreise die rückläufigen Wel t- marktpreise und den relativ starken EUR. Bei der Kerni n- flation dürfte d ie Abschaffung der Studiengebühren in Bayern eine Rolle gespielt haben. — Wir senken unsere Inflationsprognose für 2013 von 1,6% auf 1,5%. Seit Jahresbeginn liegt die Inflation bei 1,5%. Angesichts des moderaten BIP - Wachstums, der Erwa r- tung stabiler Rohstoffpreise und geringerer Lohnsteig e- rungen sollte die Inflation gedämpft bleiben. — Der Handelsbilanzüberschuss erholte sich im August wieder etwas (EUR 15,8 Mrd. nach EUR 15,0 Mrd. im Juli). Dabei stiegen die Exporte um 1, 0 % gg. Vm. und die Importe um 0,1 %. — Im laufenden Quartal lag der Handelsbilanzsaldo alle r- dings bislang leicht unter dem Vorquartal, da sich die Exporte etwas schwächer als die Importe entwickelten. — Die Außenhandelsdynamik war in H1 insgesamt gering und der Vorjahresvergleich der deu tschen Im - und E x- porte fiel zuletzt in den leicht negativen Bereich . Der Welthandel wuchs in H1 mit im Schnitt 1, 8 % gg. Vj. auch nur schwach (2012 : +2,0 %; 2011: 6 , 2 %). — In den letzten drei Monaten fiel der Vorjahresvergleich der Exporte in den negativen Bereich (August: - 2,3%, gl. 3 - Monatsschnitt) , da selbst die Exporte in die USA im J u- li unter das Vorjahresniveau gefallen waren. Die Exporte in die EWU - Länder sinken schon seit Anfang 2012 . — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an de n gesamten deutschen Exporten um nah e- zu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 37% gefallen (Asien 16% und USA 8%), da die Krisenländer ihre Importe stark einschränkten: Spanien - 36%; Italien - 10%; Port u- gal - 24% (2012 gg. 2008). — Die Exporterwartungen bewegen sich seit Anfang 2013 in etwa seitwärts und befinden sich aktuell auf einem Niveau etwas über dem langfristigen Durchschnitt. Auch die Exportaufträge laut PMI befinden sich im Expans i- onsbereich. Seit Anfang 2013 überzeichnen die ifo - Erwartungen die tatsächliche Exportentwicklung aber merklich. Die Exportdynamik dürfte in den nächsten M o- naten somit kaum zulegen. — Die deutschen Importe dürften bei einer gedämpften Erholung der Rohstoffpreise, dem Ende des Lagera b- baus sowie einem recht hohen Beschäftigungsniveau und realem Einkommensplus etwas stärker als der E x- port wachsen. -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 08 09 10 11 12 13 Inflationsrate Kerninflationsrate % gg. Vj. (Kerninflationsrate wegen Statistikumstellung erst ab 2011 verfügbar) Quellen: Statistisches Bundesamt Inflationsrate und Kerninflationsrate 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M - Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 14 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 17 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Branchen — Die reale Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland lag im Zeitraum Juni - August um 0, 9 % über dem Niveau der drei Monate zuvor . Gerade für den M o- nat August wurde ein merkliches Plus berichtet. Die Au f- tragseingänge überstiegen im gleichen Zeitraum das N i- veau der Vorperiode um real rd. 2 %. — Die Aufträge von außerhalb Europas entwickeln sich seit geraumer Zeit besser als jene a us der EWU. Am aktuellen Rand kam es jeweils zu einem Rückgang. — Im Jahresdurchschnitt von 2013 erwarten wir eine Sta g- nation der Produktion (2012: - 1%). Für 2014 sind wir o p- timistischer und rechnen mit einem Plus von 4%. — Die Automobilindustrie berichtet e für August 2013 einen deutlichen Zuwachs der inländischen Produktion. Nac h- dem fehlerhafte Meldungen zu einer deutlichen Abwärt s- revision der Vormonate geführt haben, bleiben wir für das Gesamtjahr 2013 daher bei unserer Prognose einer stagnierenden Automo bilproduktion. — 2014 könnte die inländische Produktion in der Autoi n- dustrie um r eal etwa 6% zulegen. Treiber ist unter and e- rem die wieder steigende Autonachfrage in Westeuropa. — Die Geschäftserwartungen in der Autoindustrie sanken zuletzt in den negativen Be reich. Auch Kapazitätsausla s- tung gab im 4. Quartal leicht nach. — Die Auftragseingänge im Maschinenbau sendeten zuletzt uneinheitliche Signale , zogen am aktuellen Rand jedoch an. Auch im Rest von 2013 sowie 2014 könnte sich die Auslandsnachfrage aufgrund einer Stabilisierung der E u- rozone und einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung in China beleben. Im Inland dürften 2014 wieder Impulse von den Ausrüstungsinvestitionen ausgehen. — Für 2013 rechnen wir noch mit einem Rückgang der Produktion im Maschinenbau um 1,5% (2012: +1, 3%). Dabei wird für den Rest von 2013 eine aufwärts gericht e- te Produktionsentwicklung unterstellt . Für 2014 erwarten wir ein Produktionsplus in Höhe von rd. 4% . — In den frühzyklischen Branchen fallen die Konjunkturi m- pulse sehr unterschiedlich aus. — Die Produktion in der Kunststoffindustrie tendiert in den letzten Monaten nach oben. Hier dürfte die Produktion 2013 um 1,5% wachsen. — Die Metallerzeugung musste am aktuellen Rand aber einen spürbaren Dämpfer hinnehmen. Im Gesamtjahr 20 13 dürfte Produktion nur in etwa stagnieren. — In der Chemieindustrie dürfte die Fertigung 2013 um 1% zunehmen (2012: - 2,6%). Zuletzt tendierte die Produkt i- on aber wieder etwas schwächer. 90 95 100 105 110 115 10 11 12 13 Produktion Aufträge Verarbeitendes Gewerbe: Produktion und Aufträge 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt 50 60 70 80 90 100 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Kapazitätsauslastung (rechts) Produktion (links) Automobilindustrie: Produktion & Kapazitätsauslastung 2010=100, sb. (links), Kapazitätsauslastung in % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Produktion Aufträge Maschinenbau: Produktion und Aufträge 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt 90 95 100 105 110 10 11 12 13 Chemie Kunststoffe Metallerzeugung und - bearbeitung Frühzyklische Branchen: Produktion 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 18 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (1) — Laut der Aussagen von EZB - Präsident Draghi setzt sich die moderate konjunkturelle Erholung fort. Die Abwärt s- risiken überwiegen bei der BIP - Prognose der EZB (2013: - 0,4% gg. Vj., 2014: +1,0% gg. Vj.). — Zudem wies Draghi darauf hin, dass die fallende Übe r- sc hussliquidität zwar ein positives Signal und Ausdruck der geringeren Fragmentierung der Finanzmärkte sei. Sollte sie „zu weit“ gehen, stünde die EZB aber bereit , ihren vollen Instrumentenkasten einzusetzen. Wir erwa r- ten, dass die EZB dann wohl einen neuen LTRO begibt. — Die Botschaft, dass die EZB ihre akkomodierende Politik auf absehbare Zeit beibehalten dürfte, blieb bestehen. — In den USA wurde in letzter Minute der Übergangshau s- halt bis zum 15. Januar verlängert und die Schulde n- obergrenze bis zum 7. Februar ausgesetzt. Die damit weiter bestehende Unsicherheit über den fiskalischen Kurs und zuletzt relativ schwache Arbeitsmarktzahlen dürften dazu führen, dass die Fed die Reduzierung der Assetkäufe wahrscheinlich erst im März 2014 beginnt und im zweiten Halbjahr 2014 beendet. — Daher fielen die Renditen 10 - jähriger US - Treasuries zuletzt wieder und liegen momentan bei 2,5%. — Dies zog die Rendite 10 - jähriger deutscher Anleihen nach unten . Die Rendite liegt momentan bei rund 1,8%. Der Renditeabstand zwischen U S - und deutschen Anle i- hen hat sich seit Mitte September um 25 Bp. auf 75 Bp. eingeengt. — Ausgehend von der Erwartung, dass die Fed erst später mit dem QE 3 - Ausstieg beginnt , fielen die globalen Zi n- sen wieder moderat. — Die Renditen der anderen Kernländer d er Eurozone sind etwa in gleichem Umfang gefallen, so dass der Rendit e- abstand gegenüber Deutschland nahezu konstant blieb. — Die Renditeabstände der Peripherieländer sind seit Mitte Juli gesunken. Hier haben bessere Konjunkturindikat o- ren und die Hoffnung auf eine sich fortsetzende Erh o- lung in der EWU wohl dämpfend gewirkt . — Während der Abstand Spaniens, Italiens und Irlands relativ kräftig gefallen ist, war der Rückgang im Falle Portugals geringer. Die positive Beurteilung durch die Troika und die Freigabe der nächsten Tranche sorgte Anfang Oktober aber für einen Rückgang des Rendit e- abstands unter 500 Bp. Nach Angaben der irischen R e- gierung plant Irland am 15. Dezember wieder komplett an den Markt zurückzukehren. Hier liegt der Renditea b- stand bei unter 200 Bp. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins 3M - Satz EWU: Leitzins & 3M - Satz % Quellen: EZB, Global Insight 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 11 12 13 DE USA % Quelle: Global Insight Rendite 10 - jähriger deutscher und amerikanischer Staatsanleihen 0 20 40 60 80 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Okt 13 Niederlande Finnland Frankreich Österreich EWU: Renditeabstände (i) Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight 100 200 300 400 500 600 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Okt 13 Spanien Italien Portugal Irland EWU: Renditeabstände (ii) Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight Ausblick Deutschland 19 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (2) — Unsere Aktienstrategen haben ihre DAX - Prognose für das Jahresende von 8000 auf 8400 Punkte angehoben . Der Rückgang relativ zum aktuellen Stand von rund 9000 Punkten wird damit begründet, dass die Margen durch geringere Preissetzungsmacht unter Druck bleiben und die Gewinnerwartungen für 2013 in der Q3 - Berichtssaison reduziert werden dürften. — Bis Ende 201 4 dürfte der DAX mit der Erholung der Weltwirtschaft mit seiner Trendwachstumsrate zulegen und auf 9700 Punkte steigen . — Für den Stoxx Europe 600 erwarten unsere Aktienstr a- tegen 315 zum Jahresende 2013. Momentan steht di e- ser bei etwa 320 Punkten. — Die Rohstoffpreise zeigten 2013 zunächst wegen Sorgen über das Wachstum in China und später wegen der D e- batte über den QE3 - Ausstieg der Fed eher nach unten. Anzeichen, dass das Wachstum in China und der Welt in H2 anzieht und die Fed ihre Assetkäufe bisher nic ht r e- duziert hat, haben die Rohstoffpreise zuletzt generell wieder an steigen lassen. — Im Gegensatz dazu fielen die Nahrungsmittelpreise seit dem Höhepunkt im Aug. 2012 kräftig. Der Rückgang hat sich Mitte 2013 wieder beschleunigt, nachdem er in H1 gebremst verlief. Aktuell liegen die Preise 25% unter dem Vorjahresniveau. — Mittelfristig dürften die Preise laut der OECD anziehen. — Seit Ende September fiel der Ölpreis aufgrund der a b- nehmenden Sorgen um Syrien wieder merklich. Zuletzt sorgten etwas schwächere US - Daten für einen weiteren Rückgang. Aktuell liegt der Ölpreis bei knapp unter USD 110 per Barrel . — Unsere Rohstoffstrategen erwarten einen Ölpreis v on USD 110 per Barrel in Q4 2 013 . Die deutliche Auswe i- tung des Angebots – insb. durch die höhere Produktion an Schieferöl in den USA – und die erhöhte Nachfrage mit der fortschreitenden Erholung der Weltwirtschaft dürften sich in etwa ausgleichen. — Der Goldpreis ist von USD 14 00 per Feinunze Ende August auf zwischenzeitlich unter USD 1300 per Feinu n- ze gefallen. Die Änderung der Erwartung, dass die Fed die Rückführung der Assetkäufe später starten dürfte, sorgte zuletzt wieder für einen Anstieg des Goldpreises auf aktuell etwa USD 1350 per Feinunze. Der Goldpreis liegt etwa 25 % unter dem Höchststand des v ergangenen Jahres (4. Okt. 2012: USD 1.792 per Feinunze). — Unsere Rohstoff - Analysten erwarten einen Goldpreis von USD 1.350 per Feinunze in Q4 2013. Dies wäre der größte Preisrückgang gg. Vj. (eop) seit dem Jahr 1997. 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 07 08 09 10 11 12 13 Dax 30 EuroStoxx 50 (normiert) Aktienindizes Quellen: Global Insight, DB Research 50 70 90 110 130 150 08 09 10 11 12 13 Nahrungsmittel Industrierohstoffe Insgesamt Energierohstoffe Rohstoffpreise HWWI Index, 2010=100, EUR - Basis Quelle: HWWI 75 80 85 90 95 100 105 110 115 120 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Okt 13 USD je Barrel (links) EUR je Barrel (rechts) Ölpreis Brent Blend, USD oder EUR je Barrel Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research 900 1000 1100 1200 1300 1200 1300 1400 1500 1600 1700 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Okt 13 USD je Feinunze EUR je Feinunze (rechts) Goldpreis USD oder EUR je Feinunze Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research Ausblick Deutschland 20 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (3) — Im Gegensatz zu der (zuletzt geringeren) öffentlichen Sorge über Inflationsgefahren, erwarten die von der EZB befragten privaten Prognostiker keinen Anstieg der Infl a- tion. In zwei Jahren sehen sie die Inflationsrate (EWU) bei 1,7% (zuvor 1,8%). Unverändert wird in 5 Jahren e i- ne Inflationsrate von 2,0% erwartet. — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter A n- leih en berechnete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen knapp 2 und gut 2 ½%. — Allerdings dürfte diese „implizite Inflationserwartung“ verzerrt sein. Zum einen ist der derzeitige Realzins von knapp ½% ökonomisch nur sc hwer zu erklären. Zum a n- deren sind die Anleiherenditen durch massive Käufe e i- niger großer Zentralbanken (v.a. USA, UK, JP) und b e- stehender „Safe haven“ - Käufe wohl nach unten verzerrt. — — — — Nachdem der EUR/USD im Februar das Hoch von 1,37 erreicht hatte, b ewegte sich der EUR/USD in Q2 in dem relativ engen Band von 1,28 bis 1,35. Zuletzt sor gten der US Haushaltsstreit und der wahrscheinlich spätere Start der Reduzierung der QE3 - Käufe der Fed sowie etwas schwächere US - Daten dafür, dass der EUR gg. dem USD auf 1,38 aufwertete. — Unsere Strategen sehen die fundamentalen Treiber für eine kräftige Aufwertung des USD weiterhin intakt, auch wenn sie von der anhaltenden Schwäche der Währung gg. dem EUR überrascht wurden. Weder die relative Wachstumsdynamik noch die Kap italflüsse stützten die aktuelle Stärke des EUR. Daher halten sie an der Erwa r- tung fest, dass der EUR/USD - Wechselkurs Ende Q4 auf 1,25 fällt und Ende Q1 2014 bei 1 ,23 liegt . Sie sehen die erwartete Festigung des USD als Beginn eines mehrjä h- rigen USD - Aufwer tungszyklus und prognostizieren das Erreichen der USD/EUR - Parität im Jahr 2017. -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 13 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächste 12 M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg 1,20 1,25 1,30 1,35 1,40 1,45 1,50 90 95 100 105 110 115 120 10 11 12 13 Nom. eff. EUR - Wechselkurs (links) Realer eff. EUR - Wechselkurs (links) USD je EUR (rechts) Wechselkursentwicklung des Euro 1999Q1=100 (links), USD je EUR (rechts) Quellen: EZB, Reuters Ausblick Deutschland 21 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (4) — Im September setzte sich der Rückgang bei Unterne h- menskrediten fort. Im Euroraum nach wie vor wesentlich stärkere Schrumpfungsprozesse ( - 5,5% gg. Vj.) bedingt durch anhaltendes Deleveraging sowie die makroök o- nomische Gesamtsituation. Allerdings verlangsamte sich der Rückgang leicht (August: - 5,7%). — In Deutschland seit Jahresbeginn Schrumpfung. Im dritten Quartal deutlicher und zuletzt im September bei - 2% (gg. Vj.). — In den Kreditvolumina scheinen sich Substitution über Anleihe emission – der Anstieg von nicht - MFI - Krediten und Intra - F irm en krediten – sowie die niedrige Investi - tionstätigkeit wi derzu spiegeln. — Entwicklung der Hypothekark redite im Euroraum im Se p- tember mit leicht gesteigerten Zuwächsen: +0,9% gg. Vj. (Aug: +0,7%). — In Deutschland weiter moderates Wachstum bei Hyp o- thekarkrediten, das inzwischen stabil über 2% - Marke liegt und Vorkrisenniveau erreicht hat. Im September setzte sich Trend stetig steigender Wachstumsraten im Jahresverlauf allerdings nicht fort: +2,4% gg. Vorjahr (Aug.: +2,5%). — Niedrige Zinsen verknüpft mit positiven Einkommens - und Arbeitsmarktbedingungen stärken die Immobilie n- nachfrage deutsche r Haushalte. — Die Zinsen für Hypothekar - und Unternehmenskredite sind nach wie vor auf historisch niedrigem Ni veau: U n- ternehmens - und Hypothekarkredite im August bei 2,9%. — Unternehmenskredite verbilligten sich dabei leicht ( - 0,1 Prozentpunkte gg. Juli) während Hypothek enzinsen den zweiten Monat in Folge wieder geringfügig anzogen (erneut +0,1 Prozentpunkt gg. Vormonat; Tiefststand im Juni bei 2,7%). — Das niedrige Leitzinsniveau bedeutet niedrige Refina n- zierungskosten der Banken, die diese auch an Kunden weitergeben. — U nternehmen schätzen Kreditvergabe w eiter als un - problematisch ein. Auch im September verblieb der A n- teil an Unternehmen, die Kreditvergabe als restriktiv ei n- stufen, auf sehr niedrigem Niveau. Dabei leichte Bew e- gung in unterschiedliche Richtung nach Sektore n. — Während im Bausektor ein leichter Rückgang zu ve r- zeichnen war ( - 0,4 Prozentpunkte gg. Vormonat), stieg die Kredithürde im verarbeitenden Gewerbe um 0,6 Pr o- zentpunkte im Vergleich zum August. - 8 - 4 0 4 8 12 16 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Kredite an Unternehmen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research - 2 0 2 4 6 8 10 12 14 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Privates Hypothekenvolumen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins Ø - Zins für private Hypotheken (Neugeschäft) Ø - Zins für Unternehmenskredite < EUR 1 Mio. (Neugeschäft) Zinsen für Kredite % Quellen: EZB, Bundesbank 0 10 20 30 40 50 60 09 10 11 12 13 Verarbeitendes Gewerbe Bau Kredithürde Anteil der Unternehmen, die angeben, die Kreditvergabe sei "restriktiv" (in %) Quelle: ifo Ausblick Deutschland 22 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (5) — Die Ausgabe von Schuldverschreibungen des ö ffentl i- chen Sektors in Deutschland ist zum zweiten Mal in Fo l- ge gestiegen und hat zum langfristigen Jahrestrend au f- geschlossen . Bund und Länder haben im August Anle i- hen im Wert von circa EUR 37 Mrd. ausgegeben. — Die kumulierten Emissionen liegen bisher bei EUR 313 Mrd. und sind damit niedriger als in den vergangenen beiden Jahren. — Durch die Normalisierung von Zinssätzen auf globalen Märkten scheint der „S afe - haven“ - Effekt, von dem der deutsche öffentliche Sektor in den letzten Jahren prof i- tiert hat, etwas abzuklingen. — Das Emissionsvolumen von Bankanleihen lag im August bei rund EUR 71 Mrd. und damit leicht unter dem bish e- rigen Jahresdurchschnitt von 2013 . — Die traditionelle Sommerflaute hat den Anstieg der Emissionen von Bankanleihen verlangsamt. Die Disku s- sion über ein „tapering“ der Fed, und die daraus resulti e- rende Volatilität in Anleihemä rkt en, hat diesen Effekt we i ter verstärkt. — Deutsche Banken haben in den ersten acht Monaten des Jahres 2013 EUR 621 M rd. auf dem Anleihemarkt gen e- riert, de n für diesen Zeitraum höchste n Betrag seit 2009. — Verglichen mit den vorherigen Monaten sind die Emiss i- onen von Unternehmensanleihen im August weniger stark angestiegen. Das Emissionsvolumen lag im August bei EUR 1, 7 Mrd. und markiert damit den zweitniedrig s- ten Wert des Jahres 2013. — Durch die starken Emissionen im ersten Halbjahr beläuft sich die kumulierte Emissionsaktivität 2013 bisher auf EUR 20,3 Mrd. und markiert damit einen Rekordwert für den Zeitraum von Jan. - Aug. — Eine saisonale Flaute, in Kombination mit der möglichen Reduzierung des Anleihekaufs durch die Fed („tapering“) scheint die Emissionsbereitschaft der Unternehmen am Anleihemarkt zu dämpfen. — Die Emissionstätigkeit am Aktienmarkt blieb auch im Augus t moderat . Unterneh men haben EUR 1 58 Mio. E i- genkapital au f den Aktienmärkten aufgenommen und bleiben damit unter dem mehrjährigen Monatsmittel, wenn auch über Vorjahresniveau. — Insgesamt hat durch den deutlichen Rückgang im Juli und den eher ruhigen August die Emissionstätigkeit an Schwung verloren und lag bislang (Jan. - Aug.) bei etwa EUR 8,5 Mrd. 0 100 200 300 400 500 600 700 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Staatsanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Bankanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Unternehmensanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Aktien Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 23 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Wirtschaftspolitik — Aktuelle Umfragen nach der Wahl belegen, dass die große Koalition die beliebteste Regierungskoalition geblieben ist. — Die Zustimmungswerte haben sich jüngst jedoch etwas abgeschwächt. Gleichwohl geben über 60% der Befra g- ten an, dass eine Große Koalition die Probleme in Deutschland am ehesten lösen kann. — Fast 60% der Befragten sind der Auffassung, dass sich die Grünen längerf ristig für eine Zusammenarbeit mit der CDU/CSU öffnen sollten. Bei den jeweiligen Anhängern ist dieser Wert sogar noch größer. Ein erster Versuch in einem Flächenland könnte aufgrund des Ergebnisses der Landtagswahl in Hessen möglich sein. — Während die Eurokrise bis Anfang 2013 das beher r- schende Thema für die deutschen Wähler war, ist sie z u- letzt wieder in den Hintergrund getreten. — Bei der Frage nach den beiden größten Problemen, d e- nen sich Deutschland aktuell stellen muss, wurde – trotz der aktuell nie drigen Erwerbslosenquote – von 22% der Befragten die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit genannt. — A m zweithäufigsten wurden die Sicherung des Rente n- niveaus (14%) und erst danach die Eurokrise (11%) als dringendste Probleme des Landes genannt. — Vor Beginn der Koalitionsverhandlungen hat die SPD auf ausdrückliche Forderungen nach Steuererhöhungen verzichtet. — Dieses Zugehen auf die Union findet eine deutliche Mehrheit der Wähler richtig. — Bei den Unionsanhängern ist die Zustimmung naturg e- mäß noch deutlicher – aber auch die Mehrheit der SPD - Anhänger findet das Zugehen auf die Union richtig. 48 31 28 48 22 66 0 20 40 60 80 gut schlecht gut schlecht gut schlecht CDU CSU SPD CDU CSU Grüne SPD Grüne Linke Bewertung möglicher Regierungskoalitionen in % Quellen: Politbarometer, Forschungsgruppe Wahlen und ZDF 0 10 20 30 40 50 60 70 08 09 10 11 12 13 Arbeitslosigkeit Wirtschaftslage Renten Euro - /Schuldenkrise Die wichtigsten Probleme in Deutschland Maximal zwei Nennungen Quelle: Forschungsgruppe Wahlen 0 10 20 30 40 50 60 70 80 finde ich richtig finde ich nicht richtig finde ich richtig finde ich nicht richtig finde ich richtig finde ich nicht richtig Alle CDU/CSU SPD Verzicht auf ausdrückliche Forderung nach Steuererhöhungen: Finden Sie das Zugehen der SPD auf CDU/CSU hier richtig? in % Quellen: Infratest dimap, ARD Morgenmagazin Ausblick Deutschland 24 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Ansprechpartner für die Chartbooks: Konjunktur und Finanzmärkte: Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Branchen: Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Wirtschaftspolitik: Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik DX Datum Ereignis Anmerkungen 7. Nov. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 14. - 16. Nov. Ordentlicher Parteitag der SPD in Leipzig Auf dem Parteitag wird u.a. der Parteivorstand neu gewählt. 14./15. Nov. Eurogruppe/ECOFIN - Sitzung Diskussion der EU - Herbstprognosen, Umsetzungsstand ESM - Bankenrekapitalisierung und Roadmap SSM. 2. Hälfte Nov. Wahrscheinlicher Abschluss der Verhandlungen von CDU/CSU und SPD über den Koalitionsvertrag Koalitionsvertrag dürfte relativ detaillierte Vorgaben für die einzelnen Politi k- felder enthalten, um das Risiko von Auseinandersetzungen in der künftigen Koalition gering zu halten. Ende Nov. - Anfang Dez. Wahrscheinlicher Termin für SPD - Mitgliederbefragung Die angekündigte Abstimmung der SPD - Mitglieder per Brief über die Erge b- nisse der Koalitionsverhandlungen mit der Union (Koalitionsvertrag) könnte in der zweiten Novemberhälfte beginnen. 5. Dez. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 9./10. Dez. Eurogruppe/ECOFIN - Sitzung Besprechung der Artikel IV Mission des IWF, Zwischenstand SSM, Diskussion nationaler Haushaltsentwürfe für 2014. 51. KW Wahrscheinlicher Termin für Kanzlerwahl Nach positivem Votum der SPD - Mitglieder und der Gremien von CDU und CSU (kleiner Parteitag) könnte Frau Merkel Mitte Dezember zur Kanzlerin einer großen Koalition gewählt werden. 19./20. Dez. Europäischer Rat Treffen der EU - Staats - und Regierungschefs in Brüssel. Thema voraussich t- liche Gemeinsame Sicherheits - und Verteidigungspolitik. Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 25 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender DX Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 6. Nov . 2013 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. Sep . 1,5 - 0,3 7. Nov . 2013 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. Sep . 1,0 1,4 8. Nov . 2013 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Sep . 17,3 15,8 8. Nov . 2013 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Sep . 1,8 (0,6) 1,0 ( - 3,3) 8. Nov . 2013 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Sep . 0,3 ( - 0,1) 0,1 ( - 1,2) 14. Nov . 2013 8:00 Real e s BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q3 2013 0,3 0,7 21. Nov . 2013 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Nov . 51,5 51,5 21. Nov . 2013 9:30 PMI Dienstleistungssektor (Flash) Nov . 52,7 52,3 22. Nov . 2013 10:30 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Nov . 107,5 107,4 28. Nov . 2013 14:00 Vorläufiger VPI (sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Nov . 0,4 (1,5) - 0,2 (1,2) 28. Nov . 2013 10:00 Arbeitslosenrate (%, sb.) Nov . 6,9 6,9 Quellen: DB Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Ausblick Deutschland 26 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Le itzinssatz, % Aktuell 0,125 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,20 1,50 2,50 3,60 0,05 Jan 14 0,125 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,30 1,50 2,50 3,10 0,05 Apr 14 0,125 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,30 1,50 2,50 3,00 0,05 Okt 14 0,125 0,10 0,50 0,50 0,00 1,25 0,40 1,75 2,50 3,00 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,24 0,22 0,23 0,52 Jan 14 0,35 0,20 0,25 0,55 Apr 14 0,35 0,20 0,30 0,55 Okt 14 0,35 0,20 0,40 0,55 10J Staatsanleihen Renditen, % Renditeabstände gg. EWU, % - Punkte Aktuell 2,50 0,57 1,75 2,44 - 0,76 0,57 0,11 1,12 Jan 14 2, 50 0,90 2,20 3,00 - 0,70 0,25 0,25 0,65 Ap r 14 2,75 0,90 2,30 3,25 - 0,65 0,20 0,30 0,70 Ok t 14 3,00 0,90 2,50 3,75 - 0,65 0,20 0,30 0,75 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,38 97,56 0,86 1,61 1,23 8,76 7,46 8,12 4,17 293,14 25,74 Jan 14 1,25 110,00 0,86 1,45 1,25 8,50 7,46 7,75 4,15 293,80 25,60 Apr 14 1,23 111,25 0,85 1,44 1,25 8,25 7,46 7,25 4,11 290,00 25,50 Okt 14 1,18 115,00 0,84 1,40 1,24 8,05 7,46 7,15 4,04 282,50 25,10 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 27 | 31. Oktober 2013 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor DX Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Q4 2013 Mai 2013 Jun 2013 Jul 2013 Aug 2013 Sep 2013 Okt 2013 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 101,4 106,1 105,3 107,2 105,7 105,9 106,2 107,6 107,7 107,4 ifo Geschäftserwartungen 95,6 103,0 101,9 103,3 101,6 102,5 102,4 103,3 104,2 103,6 PMI Composite 49,1 52,8 49,9 52,9 50,2 50,4 52,1 53,5 53,2 52,6 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 95,1 101,1 100,5 102,7 100,7 101,5 101,6 103,1 103,5 103,0 PMI Verarbeitendes Gewerbe 46,3 49,7 48,7 51,2 49,4 48,6 50,7 51,8 51,1 51,5 Produktion (% gg. Vp.) - 2,5 0,0 1,5 - 1,1 2,1 - 1,1 1,4 Auftragseingang (% gg. Vp.) 0,9 0,5 1,4 - 0,7 4,5 - 1,9 - 0,3 Grad der Kapazitätsauslastung 81,4 82,5 82,1 83,2 83,2 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) - 2,1 - 5,9 10,5 - 1,0 3,2 0,1 - 0,9 Auftragseingang (% gg . Vp.) 2,8 1,6 0,9 0,5 4,0 1,5 - 6,5 ifo Bauhauptgewerbe 117,7 125,7 123,8 120,3 123,5 123,4 121,9 120,2 118,9 118,9 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 50,0 53,8 49,9 52,6 49,7 50,4 51,3 52,8 53,7 52,3 Ko nsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 10,0 - 6,5 - 4,2 - 3,2 - 4,5 - 3,2 - 2,3 - 3,4 - 4,0 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) - 0,8 1,5 - 0,1 0,0 0,9 - 1,0 0,5 - 0,2 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) - 6,2 - 10,5 - 3,7 - 1,4 - 9,9 - 4,7 2,1 - 5,5 - 1,2 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 2,0 - 0,9 3,4 0,2 5,1 - 3,1 - 2,1 Exporte (% gg. Vp.) - 2,3 - 0,1 0,1 - 2,4 1,2 - 0,8 1,0 Importe (% gg. Vp.) - 1,0 - 1,5 1,3 1,4 - 1,0 0,3 0,1 Nettoexporte (EUR Mrd.) 47,0 50,1 47,6 14,2 16,0 15,0 15,8 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,9 6,9 6,8 6,8 6,8 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) 25,3 - 6,0 20,3 6,3 18,0 - 11,0 - 5,0 7,0 24,0 2,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 0,8 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 ifo Beschäftigungsbarometer 106,3 106,2 104,9 106,3 105,6 104,4 105,6 106,8 106,4 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,0 1,8 1,5 1,7 1,6 1,9 1,9 1,6 1,6 1,3 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,4 1,0 1,2 1,1 1,2 1,2 1,2 1,3 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 1,3 0,8 - 0,1 - 0,3 - 0,2 0,1 0,0 - 0,5 - 0,5 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) 0,7 - 3,5 - 7,0 - 12,2 - 6,7 - 8,2 - 13,7 - 11,5 - 11,4 Ölpreis (USD) 110,1 112,6 102,5 110,4 102,6 103,0 107,9 111,3 111,9 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 31,2 26,6 22,5 26,2 21,6 20,6 23,5 28,2 26,8 EC Unternehmensumfrage 2,9 3,7 - 0,6 2,8 - 1,8 0,5 1,3 2,8 4,3 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 3,1 4,0 1,4 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,9 2,2 1,6 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 3,7 4,2 1,1 Monetärer Sektor (gg. Vj.) M3 7,0 5,4 3,8 2,4 5,2 3,8 2,9 3,1 2,4 Trend von M3 5,1 4,0 3,2 2,8 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen - 0,4 - 0,2 1,3 - 0,1 1,3 - 0,5 - 4,2 Kredite an öffentliche Haushalte 13,5 - 18,7 - 22,4 - 23,1 - 22,4 - 25,1 - 24,1 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com Im Ausblick Deutschland aus der Reihe Aktuelle Themen/Konjunktur we r- den volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen zu Deutschland behandelt. Jede Ausgabe enthält zudem Übersichtstabellen zu finanz - und wirtschaftspolitischen Terminen sowie einen detaillierten Datenmonitor zu deutschen Wirtschaftsindikatoren. Die Ausgabe erscheint monatlich. Sie wird ergänzt durch ein Update aus der Reihe Research Briefing/Konjunktur zur Monatsmitte, das neben einem aktuellen Überblick über wichtige Konjunktur - und Finanzmarktindikatoren ebenfalls eine Übersicht über wichtige Branchen sowie über das aktuelle wirtschaftspolitische Geschehen bietet.  Von Übertreibungen und Ängsten ( Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ . 31 . Oktober 2013  Arbeitsmarkt: Weiter im Aufwind ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ 1 5 . Oktober 2013  Deutschland nach der Wahl (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ... 1 . Oktober 2013  Ja mei, is denn scho o’zapft? (Research Briefing – Konjunktur) ........................... 16. September 2013  Deutsches BIP +0,5% in 2013 – trotz Verlangsamung in H2 (Aktuelle Themen – Konjunktur) .............................. 2. September 2013  Das Wandern ist des Deutschen Lust (Research Briefing – Konjunktur) ................................ .. 15. August 2013  Trendwachstum der Beschäftigung - auf längere Sicht negativ ( Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ ..... 1 . August 2013  Binnenkonjunktur – kein Selbstläufer ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 15. Juli 2013  Strukturelle Verbesserungen stützen Sonderstellung (Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ .......... 1. Jul i 2013  Deutsche Sonderstellung – Gefahr für den Euro? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 14. Juni 2013  Die schöne neue Welt der Geldpolitik (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 4. Juni 2013  T arifrunde 2013: Kräftiges reales Plus ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 16. Mai 2013  BIP - Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 (Aktuelle Themen) ................................ ............................. 30. April 2013  Wieder die Insel der Glückseligen? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ..... 12. März 2013  Tiefpunkt (wohl) durchschritten (Aktuelle Themen) ................................ .............................. 1. März 2013  „Währungskrieg“ und pazifistische Europäer © Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenan- gabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Fi- nanzdienstleistungsaufsicht verfügt. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG London, Mitglied der London Stock Ex- change, genehmigt und/oder verbreitet, die in Bezug auf Anlagegeschäfte im Vereinigten Königreich der Aufsicht der Financial Services Authority unter- liegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg Print: ISSN 1430 - 7421 / Internet: ISSN 1435 - 0734 / E - Mail: ISSN 1616 - 5640