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16. Dezember 2015
Die deutsche Konjunktur war im Jahresverlauf 2015 äußerst stabil, obwohl der volatile Nachrichtenfluss von Ölpreisschock, Euro-Wechselkursabwertung, „Dieselgate“ bis hin zur Flüchtlingskrise anderes vermuten lassen könnte. Gestützt auf ein 15-Jahreshoch beim privaten Konsumwachstum legte die Wirtschaftsleistung auf Jahressicht wie bereits im Jahr 2014 um gut 1 ½% zu. Die Konjunktur dürfte sich im Jahr 2016 bei recht stabilem Jahresverlauf auf knapp 2% beschleunigen. Der private Konsum sollte der wichtigste Wachstumspfeiler bleiben. Der Staatsverbrauch wird angesichts des fortgesetzten Flüchtlingszustroms und der daraus resultierenden Ausgaben expansiv bleiben. Wenn die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gelingt, bietet die Flüchtlingskrise auf mittlere Sicht für das alternde Deutschland eine Chance. [mehr]
Ausblick Deutschland: Verstärkte Binnendynamik im Jahr 2016 Aktuelle Themen Konjunktur Die deutsche Konjunktur war im Jahresverlauf 2015 äußerst stabil, obwohl der volatile Nachrichtenfluss von Ölpreisschock, Euro-Wechselkursabwertung, „Die- selgate“ bis hin zur Flüchtlingskrise anderes vermuten lassen könnte. Gestützt auf ein 15-Jahreshoch beim privaten Konsumwachstum legte die Wirtschafts- leistung auf Jahressicht wie bereits im Jahr 2014 um gut 1 ½% zu. Die Konjunktur dürfte sich im Jahr 2016 bei recht stabilem Jahresverlauf auf knapp 2% beschleunigen. Aufgrund des anhaltend blutleeren Welthandels, der geringen Dynamik in wichtigen Schwellenländern und der weniger kräftigen Euro-Abwertung dürfte der Außenhandel nicht mehr zum Wachstum beitragen. Insbesondere in H1 2015 konnte sich der deutsche Export noch – dank hoher Nachfrage aus den USA – vom nahezu stagnierenden Welthandel absetzen. Darunter werden wahrscheinlich auch die Ausrüstungsinvestitionen leiden. Der private Konsum sollte hingegen bei etwa gleichbleibendem Wachstumstempo und gestützt auf eine solide Arbeitsmarktentwicklung der wichtigste Wachs- tumspfeiler bleiben. Der Staatsverbrauch wird angesichts des fortgesetzten Flüchtlingszustroms und der daraus resultierenden Ausgaben expansiv bleiben. Letzterer könnte neben höheren Infrastrukturinvestitionen ebenfalls die Bauinvestitionen anregen. Die Staatsfinanzen dürften dadurch zwar unter Druck kommen. Dank der hervorra- genden Ausgangssituation bleibt ein ausgeglichener Haushalt aber möglich. Wenn die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt gelingt, bietet die Flüchtlingskrise auf mittlere Sicht für das alternde Deutschland eine Chance. Dazu bedarf es aber neben massiven Investitionen in das Humankapital der Flüchtlinge eines Aufbrechens der immer stärker verkrustenden und die Wirt- schaftsdynamik bremsenden Strukturen in Deutschland. Hier könnten die Herausforderungen der Flüchtlingskrise einen willkommenen Katalysator liefern. Autoren Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Jochen Möbert +49 69 910-31727 jochen.moebert@db.com Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann Inhaltsverzeichnis Seite Konjunktur 2015: Konsumboom ......................2 Prognosetabellen .......................................... 13 DB Makro-Überraschungsindex Deutschland .................................................. 14 Eventkalender ............................................... 15 Datenkalender .............................................. 16 Finanzmarktprognosen ................................. 17 Datenmonitor ................................................ 18 16. Dezember 2015 Ausblick Deutschland Verstärkte Binnendynamik im Jahr 2016 Ausblick Deutschland 2 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Konjunktur 2015: Konsumboom Das Wirtschaftsjahr 2015 war dominiert von einer Vielzahl an Themen. Der Be- ginn des Jahres war geprägt von den positiven Auswirkungen des massiven Ölpreisverfalls und der markanten Abwertung des Euro gegenüber dem USD auf den privaten Konsum bzw. die deutschen Exporte. Darauf folgte eine neue Episode in der Griechenlandkrise mit langwierigen Verhandlungen mit der neu- en griechischen Regierung über ein drittes Rettungspaket. Diese erreichten ihren Höhepunkt, als ein Strategiepapier des deutschen Finanzministers be- kannt wurde, in dem ein temporärer Exit Griechenlands aus dem Euro- Währungsgebiet als eine Option diskutiert wurde. Im Herbst gerieten Risiken für das Wachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern und das „Diesel- gate“ rund um die Volkswagen AG in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese ließen große Sorgen um die Aussichten für die exportabhängige deutsche In- dustrie aufkommen. Zudem nahm die Flüchtlingskrise im Verlaufe des zweiten Halbjahres neue Dimensionen an und stellte Deutschland vor außergewöhnli- che Herausforderungen. Trotz des turbulenten Nachrichtenflusses wuchs das deutsche Bruttoin- landsprodukt (BIP) in jedem Quartal des Jahres 2015 mit 0,3-0,4% gegenüber Vorquartal, was aufs Jahr hochgerechnet einem leicht über dem Trend liegen- den Wachstum von rund 1 ½% entspricht. Damit stellten die letzten zwei bis drei Jahre eine außergewöhnlich lange Periode mit stabilem Wachstum dar und ließen Deutschland seine Rolle als Stabilitätsanker in Europa fortsetzen. Das robuste Wachstum der deutschen Wirtschaft ging im Jahr 2015 wie im Vor- jahr vor allem auf die Binnenwirtschaft zurück. Dabei erreichte der private Kon- sum mit einem realen Plus von etwa 2% den mit Abstand höchsten Wert seit dem Jahr 2000. Getragen wurde diese Entwicklung vom anhaltend robusten Beschäftigungsaufbau und einem soliden realen Lohnplus, das durch die Ein- führung des Mindestlohns zu Beginn des Jahres und den Ölpreisverfall verstärkt wurde. Dagegen blieben die Bauinvestitionen trotz des sehr günstigen Umfelds hinter den Erwartungen zurück, weil schwache öffentliche und gewerbliche In- vestitionen das solide Wachstum bei den Wohnbauten teilweise kompensierten. Die deutsche Exportwirtschaft erlebte ein gespaltenes Jahr. Auf Jahressicht steht zwar ein kräftiges Plus von real fast 6% zu Buche. Allerdings war dies vor allem dem kräftigen Jahresanfang 2015 zu verdanken. Die wirtschaftliche Erho- lung in Europa und die zum Teil wechselkursgetriebene Nachfragedynamik aus den USA waren die wichtigsten Treiber der anfänglichen Exportstärke. Im Ver- laufe des dritten Quartals 2015 häuften sich jedoch die Rückschläge. So ließ die Wirkung der EUR-Abwertung nach, was die deutschen US-Exporte von einem hohen Niveau aus dämpfte. Auch die Nachfrage aus den asiatischen Schwel- lenländern war rückläufig. Dies hinterließ auch Spuren bei den deutschen Aus- rüstungsinvestitionen, die in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Tempo verlo- ren. Unter dem Strich erreichte die deutsche Wirtschaft 2015 wie im Vorjahr ein Wachstum von gut 1 ½%. Ausblick 2016: Binnendynamik vs. Exportab- schwächung Die deutsche Wirtschaft könnte im Jahr 2016 mit knapp 2% noch etwas schnel- ler wachsen als im Vorjahr. Getrieben von den Dienstleistungssektoren hat sich die Konjunkturstimmung Ende 2015 aufgehellt. Der ifo-Dienstleistungsindex erreichte im vierten Quartal 2015 einen historischen Höchststand. Der private 0,6 0,8 1 1,2 1,4 1,6 0 20 40 60 80 100 120 140 14 15 Ölpreis (links) EUR/USD - Wechselkurs (rechts) EUR/USD-Wechselkurs und Ölpreis 1 USD/Barrel Brent (links); EUR in USD (rechts) Quellen: Deutsche Bank Research, Bloomberg Finance LP - 0,5 0,5 1,5 2,5 10 11 12 13 14 15 16 Reales BIP 2013 Durschnitt 2014 Durchschnitt 2015P Durchschnitt 2016P Durchschnitt Reales BIP - Wachstum 2 % gg. Vq. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 75 85 95 105 115 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Dienstleistungssektor Gewerbliche Wirtschaft* Exporterwartungen (Ver. Gew.) ifo - Geschäftserwartungen 3 2005=100 * Ver. Gew., Bau, Einzel - und Großhandel Quelle: ifo Ausblick Deutschland 3 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Konsum dürfte damit 2016 erneut den größten Wachstumsbeitrag liefern. Zwar dürfte die reale Kaufkraft durch leicht steigende Ölpreise etwas gedämpft wer- den – nach erheblichen Gewinnen im Vorjahr. Der Arbeitsmarkt sollte sich je- doch weiterhin robust entwickeln. Zudem dürften die staatlichen Ausgaben für die Versorgung der zahlreichen Flüchtlinge den Konsum stützen. Darüber hin- aus sollte der Lagerabbau der Unternehmen zum Ende kommen. Unsere Prog- nose einer nur moderaten Eintrübung des Exports besitzt Abwärtsrisiken, falls der Welthandel erneut hinter den ohnehin moderaten globalen Wachstumsaus- sichten zurückbleibt. Die deutsche Industrie ist diesem Risiko in besonderem Maße ausgesetzt. Die zuletzt weiter niedrigen Exporterwartungen des Sektors spiegeln dies wider. Politik vor großen Herausforderungen Die deutsche Konjunktur steht auf einem soliden Fundament. An dieser Ein- schätzung hat sich bis zuletzt nichts geändert. Die positiven Weichenstellungen, auf denen diese Erfolge basieren, liegen inzwischen aber viele Jahre zurück. Reformen wurden teilweise wieder zurückzugedreht. Vor allem die erreichte Flexibilität am Arbeitsmarkt wurde wieder eingeschränkt. Nicht zuletzt wegen der immer näher rückenden demografischen Belastungen wäre jedoch eine Reformagenda 2020 von Nöten, die auch helfen könnte, die schwache Investiti- onstätigkeit zu beleben. Die von der Politik richtigerweise angestrebte schnelle Integration der extrem hohen Zahl an Flüchtlingen verstärkt diesen Bedarf deutlich. Mehr statt weniger Flexibilität am Arbeitsmarkt, in der öffentlichen Verwaltung und in den Unter- nehmen wird nötig sein, um diese Herausforderung zu bewältigen. Bislang ste- hen bei der Politik allerdings das Dämpfen des Flüchtlingszustroms und die kurzfristige Unterbringung der schon in Deutschland befindlichen Flüchtlinge im Vordergrund. Ein Kraftakt aller Beteiligten wird nötig sein, um die demografische Chance, die mit der derzeit hohen Zuwanderung nach Deutschland verbunden ist, zu nutzen. Sollten diese Anstrengungen unterbleiben, würden Verteilungs- konflikte zunehmen und anhaltend hohe Staatsausgaben folgen. Internationales Umfeld 2016 Globales Wachstum: Ohne Lokomotive Das Wachstum der Weltwirtschaft könnte 2016 von gut 3% auf knapp 3 ½% zulegen. Damit würde gerade einmal das Tempo der Jahre 2013 und 2014 er- reicht und die Weltwirtschaft bliebe weiterhin deutlich hinter den Raten der Vor- krisenjahre zurück. Zudem fehlt eine eindeutige Lokomotive. Die großen Wirt- schaftsräume Eurozone und Asien dürften 2016 wohl mit etwa dem gleichen moderaten Tempo wie im Vorjahr wachsen. In den USA könnte sich das Wachs- tum auf gut 2% etwas verlangsamen. Die Binnenwirtschaft und insbesondere der Konsum sollten dort angesichts einer Arbeitslosenquote von rund 5% robust genug sein, um die angestrebte graduelle Zinsnormalisierung durch die US- Zentralbank nach über sieben Jahre mit Nullzinspolitik und QE zu verkraften. Angesichts der anhaltend extrem akkommodierenden Geldpolitik in anderen Regionen der Welt dürfte dies jedoch zu weiterem Aufwertungsdruck für den USD führen und die US-amerikanische Exportwirtschaft schwächen, was das Wachstum spürbar dämpfen sollte. Die Zentralbank wird daher voraussichtlich mit äußerster Vorsicht vorgehen. -2 -1 0 1 2 3 4 5 11 12 13 14 15 16 Privater Konsum Ausrüstungsinvestitionen Bau Außenbeitrag Rest BIP (% gg. Vj.) Wachstumsbeitrag zum realen BIP - Wachstum gg. Vorjahr, % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Wachstumsbeiträge zum BIP 4 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 00 02 04 06 08 10 12 14 16 USA EWU JP UK Quelle: Deutsche Bank Research Leitzinsen wichtiger Zentralbanken 5 Leitzinssatz, % Ausblick Deutschland 4 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Die asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländer könnten 2016 wie im Vor- jahr um gut 6% expandieren. Das wäre nur geringfügig über der Wachstumsrate im Krisenjahr 2009 und weit von jenen in den Vorkrisenjahren entfernt. Die Re- gion dürfte angesichts ihres export-/industriegetriebenen Wachstumsmodells vor allem durch den schwachen Welthandel gedämpft werden. Der Welthandel wuchs 2015 nur um real etwa 2% im Vergleich zu gut 3% im Schnitt der drei Vorjahre und zu gut 7% von 2000-2007. China dürfte für die Wachstumsver- langsamung in Asien der prägende Faktor sein. Chinas Wirtschaft befindet sich in einer Phase strukturell sinkendender Wachstumsraten, da ein gewisser Ent- wicklungsstand erreicht ist und die Regierung vom ressourcenintensiven hin zu einem stärker konsum- und dienstleistungsorientieren Wachstum umschwenkt. Umstritten ist, wie schnell das Wachstum zurückgeht. Vielfach diskutiert wird die These des „hard landing“ – einer rapiden Wachstumsverlangsamung. Wir neh- men an, dass das Wachstum 2016 nach 7% im Vorjahr nur langsam auf gut 6,5% zurückgeht und auch in den Folgejahren kein „hard landing“ droht. Nicht zuletzt durch die schwächere chinesische Nachfrage werden die globalen Roh- stoffpreise stark gedämpft und das Wachstum der globalen Rohstoffproduzen- ten in Mitleidenschaft gezogen. Brasilien und Russland sind Beispiele dafür, wobei politische Entwicklungen dort zusätzlich schwächen. Das in unserer Prognose etwas höhere globale Wachstum im Jahr 2016 geht darauf zurück, dass sich in Japan eine weitere konjunkturelle Erholung einstellt, nachdem es 2015 in eine seichte und kurze Rezession gefallen war. Zudem sollte sich die konjunkturelle Lage in Russland, der Ukraine und Brasilien all- mählich stabilisieren. Diese Länder waren 2015 in eine tiefe Rezession gefallen. Dies war einer der Hauptgründe dafür, dass sich das globale Wachstum 2015 etwas verringert haben dürfte. Eurozone: Reformmangel belastet weiter Die Eurozone wuchs 2015 mit etwa 1 ½% in etwa genauso stark wie Deutsch- land und damit deutlich stärker als 2014 (knapp 1%) und als wir noch Anfang 2015 erwartet hatten. Vor allem im ersten Quartal 2015 war das Wachstum mit +0,5% qq. Vq. so stark wie seit Anfang 2011 nicht mehr. In den Folgequartalen schwächte sich das Wachstum wieder etwas ab. Am Anfang des Jahres mach- ten sich wie bei Deutschland die positiven Effekte des Ölpreiseinbruchs auf den Konsum und der EUR-Abwertung auf die Exporte bemerkbar. Hinzu kam, dass die Fiskalpolitik 2015 keine weiteren Bremseffekte verursachte, sondern leicht stimulierend wirkte. Die Wirkung dieser Treiber dürfte 2016 jedoch deutlich nachlassen oder sich sogar leicht umkehren. Zudem gab es 2015 insgesamt nur moderate Fortschritte bei Strukturreformen, die wohl nicht ausreichen dürften, um eine weitere Beschleunigung der wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone zu befeuern. Damit bleibt die Erholung insgesamt moderat und weiterhin stark von der Geldpolitik geprägt. Eine weitere Normalisierung der Arbeitslosenquo- ten insbesondere in den vormaligen Krisenländern wird daher noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Wir erwarten für 2016 ein in etwa gleichbleibendes BIP- Wachstum von gut 1 ½%. Spanien mit knapp 3% und Irland mit 3 ½% BIP- Wachstum dürften am stärksten wachsen, auch wenn sie damit nicht ganz an die hoch dynamische zyklische Erholung des Vorjahres anknüpfen können. Frankreich und Italien dürften wie auch Österreich und Belgien mit jeweils rund 1 ½% wachsen. Dämpfend dürfte dagegen vor allem Griechenland wirken. Trotz der Kapitalverkehrskontrollen und der politischen Turbulenzen um das dritte Rettungspaket fiel Griechenlands Rezession im Jahr 2015 allerdings wohl viel weniger ausgeprägt aus, als zwischenzeitlich befürchtet. Im Verlaufe von 2016 sollte sich das Land wieder langsam aus der Rezession herausarbeiten. - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 Preisindex Welthandel (real) Welthandel (nominal) Quellen: Deutsche Bank Research, CPB % gg. Vj., gl. 3 - Monatsschnitt Welthandel 6 - 4 - 2 0 2 4 6 8 10 11 12 13 14 15 DE FR IT ES Reales BIP 7 % gg. Vj. Quelle: Eurostat 0 5 10 15 20 25 30 00 02 04 06 08 10 12 14 EWU DE FR IT ES Quelle: Eurostat Arbeitslosenquote (%) 8 Ausblick Deutschland 5 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Deutschland: Weiter Stabilitätsanker Mit dem von uns erwarteten Wachstum von knapp 2% wird Deutschland im Jahr 2016 erneut schneller als die Eurozone insgesamt wachsen. Unter den großen Ländern der Währungsunion dürfte nur Spanien schneller wachsen. Deutsch- land bliebe damit der wichtigste Stabilitätsanker für die europäische Erholung. Wirtschaftspolitische Annahmen Fiskal- und Geldpolitik mit weiterer Lockerung Unsere Wachstumsprognose basiert auf der Annahme, dass sowohl von der Geldpolitik und vor allem der Fiskalpolitik im laufenden Jahr positive Effekte auf das deutsche Wirtschaftswachstum ausgehen. So dürfte der strukturelle Bud- getsaldo des gesamten öffentlichen Sektors, d.h. der Budgetsaldo unter Aus- schluss der durch die Konjunktur verursachten Effekte, ein leichtes Defizit ver- zeichnen, nachdem im Schnitt der zwei Vorjahre noch ein moderater Über- schuss i.H.v. knapp ½% des BIP erreicht wurde. So wird das Rentenpaket der Bundesregierung 2016 seine volle Budgetwirkung entfalten, eine kräftige Ren- tenerhöhung zur Jahresmitte die Rentenkasse belasten und die Bewältigung des Flüchtlingszustroms viel Geld kosten. Die fiskalischen Bremseffekte der Vorjahre kehren sich derzeit also zu einem fiskalischen Stimulus um, der nur in Krisenjahren wie 2009 und 2001 größer ausfiel. Geldpolitik: „As quickly as possible“ Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird im Prognosezeitraum noch einmal expansiver ausfallen als in den Vorjahren. Zwar wuchs die Eurozo- ne im Verlaufe von 2015 recht robust und die Inflation scheint ihren Tiefpunkt durchschritten zu haben, nachdem in den Vorjahren noch eine merkliche Disinflation vorgelegen hatte. Dazu trugen sowohl eine leicht beschleunigte Kerninflation, die in Q4 2015 bei rund 1% lag, als auch stärker steigende Nah- rungsmittelpreise bei. Nur die Energiepreisentwicklung wirkte weiterhin dämp- fend auf die Gesamtinflation. Zudem fielen die Kreditzinsen auf breiter Front. Außerdem belebte sich die Kreditvergabe an Unternehmen und vor allem an Haushalte. All dies dürfte die EZB als positive Auswirkungen ihrer Politik ver- bucht haben. Dennoch wurde Ende 2015 aus „whatever it takes“ – den berühmt gewordenen Worten des EZB-Präsidenten Mario Draghi aus dem Jahr 2012, mit denen er versprach, alles für den Erhalt der Währungsunion zu tun – „as quickly as possible“. So versprach Draghi in einer Rede in Frankfurt im November 2014, alles Nötige zu tun, um die Inflation so schnell wie möglich in Richtung 2% zu bringen. Mit den Sorgen um die mittelfristigen Inflationsaussichten begründete die Mehrheit des EZB-Rats im Dezember 2015 eine weitere Senkung des Einlagezinses auf -20 Bp. und eine Verlängerung des quantitativen Locke- rungsprogramms (QE) um sechs Monate bis mindestens März 2017. Niedrigzinsumfeld bleibt bestehen Daher rechnen wir damit, dass die EZB ihren Leitzins wohl bis weit in das Jahr 2018 hinein auf dem jetzigen Niveau halten wird. Damit dürfte das Zinsniveau insbesondere am kurzen Ende sehr niedrig bleiben. Ende 2015 wurden bspw. deutsche Staatsanleihen mit bis zu 7 Jahren Laufzeit zweitweise negativ ver- - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 97 01 05 09 13 17 Quellen: Deutsche Bank Research, EU - Kommission Fiskalischer Impuls 9 Veränderung des strukt. Budgetsaldos, % BIP Positiver bzw. ... ... negativer Konjunktureinfluss - 2 - 1 0 1 2 3 4 10 11 12 13 14 15 Kerninflation Nahrungsmittel Energie Insgesamt Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research Inflation Eurozone 10 Beitrag zur Gesamtinflation, % - Punkte 0,9 1 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 - 1,5 - 1 - 0,5 0 0,5 1 1,5 11 12 13 14 15 Renditeabstand USA - DE, 2J - Staatsanleihen (links) USD/EUR (rechts, invertiert) % - Punkte (links); EUR in USD (rechts) Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Renditeabstand & EUR/USD - Wechsel - kurs 11 Ausblick Deutschland 6 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen zinst. Selbst Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit rentierten nur bei etwa ½%. Steigende Renditen in den USA dürften zwar über den internationalen Zins- zusammenhang die europäischen Renditen etwas nach oben ziehen, der An- stieg sollte sich aber in engen Grenzen halten. Für Ende 2016 sehen wir ein Renditeniveau für 10jährige deutsche Bundesanleihen von etwa 1%. Euro noch stärker unter Druck Einer der Wirkungskanäle der EZB-Geldpolitik ist der Wechselkurs. Zwar ist der Wechselkurs für die EZB, im Gegensatz zu Zentralbanken mancher Schwellen- und Entwicklungsländer, kein geldpolitisches Ziel. Jedoch dürfte eine Abwertung der Gemeinschaftswährung willkommen sein, da so die Exporte gestützt und die Inflation über „importierte Inflation“ angetrieben werden sollten. Die kräftige Ab- wertung des EUR gegenüber dem USD von zwischenzeitlich über 20% im Jahr 2015 spiegelte sich in einer gestärkten Güterpreisinflation wider insbesondere bei langlebigen Gebrauchsgütern, die vielfach aus dem nicht europäischen Aus- land eingeführt werden. Wir erwarten, dass der EUR gegenüber dem USD im Verlaufe von 2016 die Parität erreicht. Angesichts unserer Prognose, dass die amerikanische Noten- bank die Zinsen langsam anhebt und die EZB das „geldpolitische Pedal“ durch- getreten lässt, könnte die Divergenz zwischen diesen Notenbanken sogar eine noch weitere Abwertung nach sich ziehen. Zuletzt wiesen der Abstand zwischen den deutschen und US-amerikanischen Zinsen für 2jährige Staatsanleihen und der EUR/USD-Wechselkurs einen recht guten Gleichlauf auf. Ende 2016 könnte der EUR/USD-Wechselkurs bei 0,9 liegen. Im zweiten Quartal 2014 lag der Kurs noch bei knapp 1,40 und fiel in der Folge rapide auf ein zwischenzeitliches Tief von etwa 1,05 im März 2015. Auch gegenüber anderen Währungen dürfte der EUR weiter abwerten. Die Abwertung sollte allerdings weniger ausgeprägt aus- fallen als gegenüber dem USD. Dies war auch 2015 schon der Fall. Die Dilemmata der EZB Die Geldpolitik der EZB ist allerdings nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen. So hat die EZB Ende 2015 umfangreiche neue Schritte angekündigt, obwohl die Anfang 2015 ergriffenen Maßnahmen wie der Beginn des Anleihekaufpro- gramms vermutlich noch nicht ihre volle Wirkung entfaltet haben. Geldpolitik entfaltet ihre größte Wirkung üblicherweise mit einer Verzögerung von mehreren Quartalen. Zudem dürfte die Geldpolitik der EZB wie jene der US Fed einem abnehmenden Grenznutzen unterliegen. Das heißt, jede weitere Einheit an geldpolitischer Lockerung hat einen geringeren positiven Einfluss auf die Real- wirtschaft bzw. die Inflation. Außerdem steigen potenziell die Risiken für die Finanzmarktstabilität vor allem in den Ländern der Eurozone, deren konjunktu- relle Lage eine weniger akkommodierende Geldpolitik erfordern würde. Langfri- stig könnte es darüber hinaus bei einer exzessiven Ausrichtung der Gelpolitik zu einem Vertrauensverlust kommen. Nicht nur deutsche Anleger könnten angesichts des Niedrigzinsumfelds in risiko- reichere Anlagen gedrängt werden. Dies stellt ein nicht unerhebliches Risiko dar, vor dem nicht zuletzt die Bundesbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht re- gelmäßig warnt. Die Skepsis des Bundesbankpräsidenten gegenüber einer er- neuten Ausweitung der Geldpolitik dürfte auch darin gründen. Am Anlageverhal- ten der deutschen Haushalte hat sich bislang jedoch kaum etwas verändert. Die Ersparnisse fließen weiterhin zum allergrößten Teil in risikoarme Anlagen wie Rentenversicherungen und Spareinlagen. Allenfalls die kräftig gestiegene Kre- ditaufnahme der Haushalte für die Immobilienfinanzierung könnte ein Warnzei- chen sein. Allerdings ist diese bislang nicht hoch genug, um die Verschuldung 80 85 90 95 100 105 110 115 120 11 12 13 14 15 Nom. Effektiver Wechselkurs EUR/USD Quelle: EZB Nominaler effektiver Wechselkurs ggü. 38 Währungen, und USD, Juli 2012=100 EUR-Wechselkurse 12 1600 1800 2000 2200 2400 2600 2800 3000 3200 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 09 10 11 12 13 14 15 16 CBPP SMP LTRO TLTRO PSPP ABS PP EZB - Bilanz (r.) EZB: Geldpolitische Maßnahmen 13 EUR Mrd. Quellen: EZB, Deutsche Bank Research - 40 - 20 0 20 40 60 80 100 120 140 11 12 13 14 15 Bargeld & Einlagen Schuldverschreibungen Aktien Sonstige Anteilsrechte Investmentzertifikate Versicherungs - und Alterssicherungssysteme Sonstige Forderungen Quelle: Deutsche Bundesbank Anteil an Geldvermögensbildung, 4Q - Schnitt, % Anlageverhalten deutscher Haushalte 14 Ausblick Deutschland 7 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen der Haushalte relativ zu ihren ebenfalls kräftig steigenden Einkommen in die Höhe zu treiben. Ein weiteres Dilemma besteht durch die von der EZB selbst geweckten Erwar- tungen. Der Fokus des EZB-Rates auf die Gesamtinflation und die Inflations- erwartungen macht die EZB-Politik anfällig für Enttäuschungen und Überreak- tionen. So hat sich die Gesamtinflation in der Eurozone bis Ende 2015 entgegen der Erwartungen kaum von der Nulllinie entfernt, da wiederholte Rückgänge des Ölpreises dämpfend wirkten. Dagegen zeigte die Kerninflation, bei der volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise außen vor bleiben, moderate Aufwärtsten- denzen. Die EZB hat Ende 2015 dennoch gehandelt und dies mit den Sorgen um eine Entankerung der Inflationserwartungen begründet. So könnten Haus- halte und Unternehmen aufgrund langanhaltend niedriger Inflationsraten ihre Lohnforderungen bzw. Preiserhöhungen anpassen. Angesichts der bisherigen Reaktionsfunktion der EZB bedeutet dies auch, dass Finanzmarktteilnehmer bei Abweichungen der Preisentwicklungen von den EZB-Prognosen neue Maß- nahmen der Zentralbank einpreisen. Darüber hinaus ist die EZB von anderen Akteuren abhängig. Langfristig kann ein höheres Wirtschaftswachstum der Eurozone nur durch Strukturreformen ermöglicht werden. Trotz einiger Fortschritte zuletzt vor allem auch in Italien ist der Bedarf an weiteren politischen Schritten angesichts der hohen Arbeitslosig- keit weiterhin enorm. Andere Entwicklungen dürften die politische Agenda im Jahr 2016 bestimmen. Dazu gehören Diskussionen über den Austritt Groß- britanniens aus der EU, die Gefahr von Terroranschlägen und der große Flüchtlingszustrom. Vor allem letztere könnten bei erneuter Nichteinhaltung der vereinbarten Budgetkonsolidierung als Erklärung herangezogen werden. Letztendlich bleibt die EZB der handlungsfähigste Akteur in Europa und dürfte sich weiter gezwungen sehen, die extrem akkommodierende Geldpolitik fortzu- setzen und damit Erwägung über die mittelfristigen Auswirkungen zum Beispiel für die Finanzstabilität hintenanzustellen. Unsere Erwartungen für Deutschland im Einzelnen Privater Konsum: Weiter wichtigste Konjunkturstütze Mit rund 2% Wachstum ist der private Konsum 2015 so kräftig gewachsen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Damit trug der Konsum etwa 60% des gesamtwirt- schaftlichen Wachstums. Für deutsche Verhältnisse kann man das durchaus als Boom bezeichnen, auch wenn es im Vergleich mit dem hohen kreditgetriebenen Konsumwachstum in den angelsächsischen und vielen Peripherieländern immer noch eher mau aussieht. Im Jahr 2000 waren es nur gut 40%, da das BIP- Wachstum insgesamt mit 3% merklich höher ausfiel. Das Konsumplus dürfte 2016 erneut der wichtigste Wachstumstreiber sein und um knapp 2% zulegen können. Die grundsätzlichen Stützen dieser Entwicklung dürften intakt bleiben. Das Beschäftigungswachstum sollte robust bleiben, auch wenn es wohl von +¾% auf knapp +½% abflacht. Das Lohnwachstum, das 2015 durch die Einfüh- rung des Mindestlohns Richtung 3% getrieben wurde, dürfte sich auf etwa 2 ½% moderieren. Einerseits dürfte der schwache Welthandel bei vielen Industrie- branchen die Arbeitnehmerverhandlungsmacht dämpfen; andererseits sollte die Binnenkonjunktur robust bleiben und viele Arbeitgeber klagen weiter über einen Mangel an Fachkräften. Von den Unternehmens- und Vermögenseinkommen dürften moderat dämpfende Effekte auf die verfügbaren Einkommen der Kon- sumenten ausgehen. Die schwache globale Nachfrage, niedrige Preisset- zungsmacht und Einmaleffekte dürften die grundsätzlich robuste Entwicklung 30 50 70 90 110 130 1,4 1,6 1,8 2 2,2 2,4 14 15 Inflationserwartungen (links) Ölpreis (rechts) Ölpreis und Inflationserwartungen 15 Quellen: Bloomberg Finance LP Marktimplizite Erwartung für Inflation auf 5J - Sicht, % (links); USD/Barrel Brent (rechts) - 10 - 5 0 5 10 15 92 96 00 04 08 12 Nettolöhne und - gehälter Monetäre Sozialleistungen Einkommen aus untern. Tätigkeit & Vermögenseinkommen Verfügbare Einkommen Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Nominal, % gg. Vj. Verfügbare Einkommen 16 Ausblick Deutschland 8 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen dämpfen. Die monetären Sozialleistungen werden trotz Rekordtief bei der Ar- beitslosigkeit wahrscheinlich erneut kräftig treiben. Sie stiegen 2015 auch we- gen des Rentenpakets der Bundesregierung, das die Mütterrente und die Rente mit 63 beinhaltete. Im Jahr 2016 dürften eine äußerst kräftige Rentenerhöhung und die sprunghaft steigenden Ausgaben für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen zu Treibern werden und einen erneuten Anstieg um etwa 4% mit sich bringen. Insgesamt dürften die verfügbaren Einkommen 2016 mit knapp 3% in der gleichen Größenordnung zulegen wie im Vorjahr, wobei wir die Spar- quote in etwa unverändert bei 9 ½% sehen. Flüchtlingszustrom treibt Zuwanderung auf über 1 Mio. Die zahlreichen internationalen Krisenherde sorgen für einen massiven Anstieg der Flüchtlingsströme nach Europa, insbesondere nach Deutschland. Der Flüchtlingszustrom, zusammen mit der anhaltenden erhöhten Nettozuwande- rung aus Osteuropa, dürfte die Nettozuwanderung nach Deutschland im Jahr 2015 auf den Höchstwert von weit über 1 Million heben. Damit könnte Deutsch- land unter den OECD-Ländern die USA als traditionell größtes Einwanderungs- land ablösen. Vorerst dürfte Deutschland Magnet für Flüchtlinge bleiben und vor die schwierige und mit erheblichen Kosten verbundene Aufgabe stellen, die Flüchtlinge zu integrieren und den Angebotsschock am Arbeitsmarkt abzufe- dern. Im Jahr 2016 dürfte die hohe Nettozuwanderung für einen positiven Kon- sumeffekt in Höhe von etwa ½%-Punkt sorgen, was das gesamtwirtschaftliche Wachstum um etwa ¼%-Punkt erhöht. Langfristig sind die Flüchtlinge eine Chance für das alternde Deutschland, in dem Arbeitskräfte knapp werden und die wirtschaftliche Dynamik zu erodieren droht. Ohne Zuwanderung würde das Wirtschaftswachstum in den nächsten 10 Jahren von derzeit im Schnitt etwa 1 ½% auf nur noch ½% p.a. fallen. Die Stabi- lität der sozialen Sicherungssysteme, insb. das umlagefinanzierte Rentensys- tem, würde auf die Probe gestellt. Ein Gelingen der Integration bietet in einem hypothetischen Win-Win-Szenario Deutschland die Chance 1 , seine Position als wirtschaftliches Powerhouse Europas zu festigen. Deutschland könnte als Ein- wanderungsland deutlich an Attraktivität gewinnen – noch wichtiger: die dazu notwendigen Veränderungen können der Gesellschaft, in der die Bewahrung des Status quo immer mehr zum Leitmotiv wird, neue Dynamik für die nächsten Dekaden verschaffen. Eine anhaltend hohe Nettozuwanderung dämpft den de- mografisch bedingten Rückgang der Trendwachstumsrate deutlich. Anstatt sich der Stagnation zu nähern, könnte das Trendwachstum auch in 10 bis 15 Jahren noch 1% betragen. Davon profitierten auch die Sozialsysteme. Öffentliche Finanzen: Überschüsse trotz Flüchtlingskrise Im ersten Halbjahr 2015 erzielte der deutsche Staat einen besonders hohen Budgetüberschuss von EUR 21 Mrd. Dieser resultierte zu rund 60% aus Son- dereffekten, wie Einnahmen aus Erstattung nach Urteilen des Bundesfinanzhofs zur Körperschafts- und Gewerbesteuer und dem Erlös durch die Versteigerung der Mobilfunklizenzen. Daher erwarten wir trotz der stark ansteigenden Ausga- ben für Flüchtlingszahlen im zweiten Halbjahr noch einen Gesamtjahresüber- schuss von knapp EUR 10 Mrd. (knapp 0,3% relativ zum BIP). Dieser Über- schuss und das robuste Wirtschaftswachstum senken den Schuldenstand auf etwa 72% des BIP nach etwa 75% im Vorjahr. Im Jahr 2016 dürfte die Staats- schuldenquote dann vor allem aufgrund eines Anstiegs des nominalen BIPs (Nenner der Staatsschuldenquote) unter 70% fallen, obwohl der Budgetüber- 1 Siehe für Details Flüchtlingszustrom: Eine Chance für Deutschland, Standpunkt Deutschland, Deutsche Bank Research, 3. November 2015. 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 85 89 93 97 01 05 09 13 Tausend Personen Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research Zahl der Asylbewerber in Deutschland 17 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 ≤14 14 - 17 18 - 34 35 - 64 ≥65 Personen mit anhängigen Asylverfahren, 2015 (Jan/Aug) Asylbewerber, 2015 (Jan/Sep) Deutsche Bevölkerung (2015) % Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research Altersstruktur der Flüchtlinge 18 - 1 - 0,5 0 0,5 1 1,5 2 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 09 10 11 12 13 14 15 Steuereinnahmen (links) Beschäftigte (rechts) Steuereinnahmen und Beschäftigte 19 % gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 9 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen schuss auf nahe Null schrumpften sollte. Das nur knappe Plus der öffentlichen Finanzen ist dabei eine Folge höherer Ausgaben insbesondere für Infrastruktur, Kindergeld und Rente sowie Mindereinnahmen durch die Anhebungen der Frei- beträge in der Einkommensteuer. Die größten Risiken für den fiskalischen Aus- blick im Jahr 2016 sind die Sozial- und Personalausgaben aufgrund der Flüchtlingskrise. Zur Abfederung eventueller künftiger Mehrausgaben hat die Bundesregierung im Nachtragshaushalt 2015 eine Rücklage von EUR 5 Mrd. eingestellt. Alles in allem dürfte aber der Staatshaushalt dank der konservativen Haushaltplanung und auch der robusten Konjunktur diese Mehrausgaben im Jahr 2016 gut verkraften. Zudem dürfte selbst bei deutlich höheren Mehrausga- ben die Schuldenbremse eingehalten werden. Der aktuelle strukturelle Budget- saldo liegt deutlich im Plus, wodurch auch bei dauerhaften Mehrausgaben durch den Flüchtlingsstrom ein recht großer Puffer relativ zum Schuldenbremsenziel (Begrenzung des strukturellen Defizits auf 0,35% des BIPs) besteht. Bau: Hauspreis- und Wohnbauzyklus setzt sich fort Nach einem kräftigen Wachstum von fast 3% im Jahr 2014 verzeichneten die Bauinvestitionen im Jahr 2015 eine deutliche Wachstumsverlangsamung auf rund 1%. Grund hierfür war insbesondere die nachlassende Investitionstätigkeit im Gewerbe- und im öffentlichen Bau. Im Gewerbebau wirkten die immer noch hohen Leerstände im Büromarkt und die weiter ansteigende Bedeutung des Internethandels investitionshemmend. Zudem könnten aufgrund von Kapazitäts- restriktionen gewerbliche und öffentliche Bauprojekte zu Gunsten des Wohn- baus zurückgestellt worden sein. Allerdings wuchsen auch im Wohnbau nach einem Plus von über 3% im Jahr 2014 die Bauinvestitionen mit rund 2½ % im Jahr 2015 weniger kräftig. Neben den auch hier wirkenden Kapazitätsrestriktio- nen ist dies vor allem auf staatliche Markteingriffe, in erster Linie die Einführung der Mietpreisbremse, zurückzuführen. Getragen wird die Nachfrage im Wohn- bau weiterhin von den günstigen Finanzierungsbedingungen, den robust wach- senden verfügbaren Einkommen und der steigenden Zahl von Erwerbstätigen. Auch ohne Berücksichtigung des Wohnbedarfs der Flüchtlinge steigt deshalb der Nachfrageüberhang, in erster Linie in den Ballungsgebieten, weiter an. Er könnte in den kommenden Jahren sowohl aufgrund von Binnenwanderung als auch regulärer Zuwanderung aus dem europäischen Ausland weiter zulegen. Dieses Marktumfeld bildet die Basis für eine Fortsetzung des seit dem Jahr 2009 bestehenden Hauspreis- und Bauzyklus. Aufgrund des hohen Auftragsbe- stand und einer womöglich leichten Ausweitung der Kapazitäten erwarten wir für 2016 eine Zunahme des Wohnbaus um fast 3% gegenüber dem Vorjahr. Falls die Kapazitätsprobleme angegangen würden, deutet der hohe Auftragsbestand auf Aufwärtsrisiken für diese Prognose hin. Für den Gewerbebau erwarten wir dank verbesserter Vorlaufindikatoren ein marginales Investitionsplus. Im öffent- lichen Bau sollte das Investitionstempo spürbar auf 3% anziehen. Aufgrund des Investitionsrückgangs im Jahr 2015 könnten Aufholeffekte und die im Bundes- haushalt veranschlagten Mittel für Infrastrukturinvestitionen Wachstumsimpulse im öffentlichen Bau setzen. Summa summarum dürften im Jahr 2016 die Bauin- vestitionen insgesamt um rund 2¼% wachsen. Immobilienpreise: Hauspreisdynamik bleibt hoch Das makroökonomische Umfeld und die absehbaren neuen geldpolitischen Impulse der EZB sollten die Preisdynamik in Schwung halten. So hat sich die lockere Geldpolitik nicht nur in weiter fallenden Hypothekenzinsen niederge- schlagen, sondern zum ersten Mal im aktuellen Zyklus ist eine massive Auswei- tung des Neukreditgeschäfts zu beobachten. Die kräftige Expansion war insbe- sondere über die Sommermonate des Jahres 2015 zu beobachten und dürfte zu -8,0 -4,0 0,0 4,0 8,0 12,0 09 10 11 12 13 14 15 16 Wohnbau Gewerbebau Öffentlicher Bau Bauinvestitionen 20 % gg.Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 75 100 125 150 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Wohnbau Gewerbebau Öffentlicher Bau 2010=100 Auftragsbestand - Bauwirtschaft 21 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 - 20 - 10 0 10 20 30 40 50 60 14 15 Neukreditvergabe (links) Wohnimmobilienpreise (rechts) Hauspreise und Kreditvergabe 22 % gg. Vj. Quellen: Hypoport, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 10 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen dem dynamischen Preisanstieg im gleichen Zeitraum beigetragen haben. Im Gesamtjahr stiegen Deutschlands Hauspreise mit rund 4-5% ähnlich stark wie in den Vorjahren. Auch in den Großstädten war der Trend mit einem Preisanstieg von rund 8% ungebrochen. Wir erwarten eine ähnliche Preisdynamik für das Jahr 2016. Die seit 1998 bestehende Unterbewertung deutscher Hauspreise, gemessen am historischen Preis-Einkommens-Verhältnis, würde dann im Jahr 2016 enden. Aufgrund des massiven Nachfrageüberhangs sollte der Zyklus über 2016 hinaus andauern, wodurch mittelfristig ein Anstieg makroprudentieller Risiken droht. Exporte: Schwacher Welthandel dämpft Aussichten Die deutschen Exporteure konnten sich vor allem in der ersten Jahreshälfte 2015 vom rauen internationalen Umfeld abkoppeln und damit ihren globalen Marktanteil steigern, der im Jahr 2014 bei fast 8,0% lag (Rang 3). Während der Welthandel die eh schon moderaten Erwartungen mit einem realen Wachstum von wahrscheinlich nur etwas mehr als 2 % im Jahr 2015 noch verfehlt haben dürfte 2 , stieg der deutsche Export mit etwa 5 ½% mehr als doppelt so stark an. Zurück ging dies vor allem auf eine deutliche Entkoppelung in der ersten Jah- reshälfte. Die außergewöhnlich dynamische US-Autokonjunktur und die deutliche Abwer- tung des EUR gg. dem USD sorgten dafür, dass die USA Anfang des Jahres 2015 Frankreich als traditionell wichtigsten Abnehmer deutscher Produkte ver- drängte. In der Spitze lagen die Exporte in die USA Mitte des Jahres 2015 37% über dem Vorjahresniveau und mittlerweile gehen mehr als 10% der deutschen Exporte in die USA. Seitdem schwächten sich die Exporte allerdings wieder ab und das über alle Regionen hinweg, so dass die Sonderkonjunktur der deut- schen Exporte dem Ende zugehen dürfte und sich die Entkoppelung vom Welt- handel im zweiten Halbjahr 2015 langsam auflöst. Diese gedämpfte Entwicklung dürfte sich auch im Jahr 2016 fortsetzen, da die Weltkonjunktur zwar etwas stärker, aber immer noch in äußerst moderatem Tempo expandieren dürfte. Anhaltend unterstützend wird aber wahrscheinlich der sich weiter abschwä- chende EUR wirken. Für das Jahr 2016 gehen wir von einem Wachstum der Exporte von 4% gg. Vj. aus. Die solide Entwicklung der Binnenwirtschaft, dürfte weiter dafür sorgen, dass das Wachstum der Importe über dem der Exporte liegt. Der Beitrag der Netto- exporte zum BIP-Wachstum dürfte daher im Jahr 2016 nur noch neutral ausfal- len, nach einem positiven Wert im Jahr 2015 (+ ½%-Punkte). Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss dürfte im Jahr 2015 seinen histori- schen Höchststand von rund 8% des BIP erreicht haben und im Jahr 2016 dann etwas unter 8% fallen, was die kritischen internationalen Töne bezüglich der Höhe etwas leiser klingen lassen dürfte. Ausrüstungsinvestitionen: Blutleere Entwicklung hält an Da die deutschen Ausrüstungsinvestitionen maßgeblich von der Investitionstä- tigkeit der exportstarken Unternehmen des Verarbeitendes Gewerbes bestimmt werden, spiegelt sich dort die Exportentwicklung wider. Diese schwächten sich im Verlauf des Jahres 2015 ab, wuchsen im Jahresdurchschnitt wohl um rd. 4% gg. Vj. und die Entwicklung im Jahr 2016 dürfte durch nur eine moderate Aufwärtsbewegung gekennzeichnet sein (2016P: +1 ½% gg. Vj.). Die Kapazi- tätsauslastung liegt nur etwas über dem langfristigen Durchschnitt, so dass die 2 Siehe für Details Sluggish global trade – cyclical or structural? Global Economic Perspectives, Deutsche Bank Research, 25. November 2014. -15 -10 -5 0 5 10 15 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 Deutsche Exporte Welthandel Real, % gg. Vj. Deutsche Exporte & Welthandel 23 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research, CPB - 4 - 2 0 2 4 6 8 10 12 14 15 Total EWU USA Asien Nicht - EWU Nominal, Veränderung (3M vs. 3M davor, %) Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Deutsche Exporte nach Zielland/ - region 24 - 50 0 50 100 150 200 250 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 14 EWU Europa (ohne EWU) Afrika Amerika Asien Ozeanien Insgesamt EUR Mrd. (Laufende 12 - Monatssumme) Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Deutscher Handelsbilanzsaldo 25 Ausblick Deutschland 11 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen stattfindenden Investitionen zum Großteil aus Ersatzinvestitionen bestehen dürf- ten. Hinzu kommen belastend die geopolitischen Risiken und Sorgen um die globale Konjunkturentwicklung. Verarbeitendes Gewerbe: 2016 bestenfalls marginales Plus Die wirtschaftliche Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes (Industrie) in Deutschland folgte in den letzten Monaten keinem einheitlichen Trend, sondern war von relativ vielen Aufs und Abs geprägt. In Summe konnten die Industrie- unternehmen in den ersten zehn Monaten von 2015 ihre Produktion um real 0,7% gg. Vj. erhöhen. Bei den Auftragseingängen ist im Vorjahresvergleich im gleichen Zeitraum noch ein Plus von 1,1% gg. Vj. zu verzeichnen. In beiden Fällen war die Tendenz zuletzt jedoch überwiegend rückläufig. Die Geschäfts- erwartungen der Industrie stiegen am aktuellen Rand drei Monate in Folge und liegen im positiven Bereich; dies ist durchaus ein optimistisches Signal. Jedoch ist der Zuwachs zu einem großen Teil auf den (überraschend starken) Anstieg dieses Frühindikators in der Automobilindustrie zurückzuführen. Die Kapazitäts- auslastung in der Industrie stieg zu Beginn des 4. Quartals leicht an, nachdem sie zuvor zwei Quartale in Folge gesunken war; auch hier also uneinheitliche Signale. Im Gesamtjahr 2015 dürfte die reale Produktion des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland 2015 um etwa ½% gestiegen sein. Für 2016 rechnen wir mit einem flachen, allenfalls leicht aufwärts gerichteten Verlauf der Industrieproduk- tion. Die Impulse von Seiten der Exporte und der inländischen Investitionen werden wohl zu gering ausfallen, als dass eine größere Dynamik möglich wäre. Insgesamt würde im Jahr 2016 aus dem von uns unterstellten Produktionsver- lauf in etwa eine „schwarze Null“ resultieren. Letztlich setzte sich damit die seit 2012 anhaltende Phase mit relativ geringen konjunkturellen Ausschlägen bei der Industrieproduktion fort. Angesichts des günstigen Zinsumfelds, der gesun- kenen Rohstoffpreise sowie der niedrigen Bewertung des Euro gegenüber den Währungen wichtiger Handelspartner ist dies eine enttäuschende Entwicklung. Die in den letzten Monaten recht stabile Entwicklung der Erzeugerpreise spricht ebenfalls für eine ruhige Industriekonjunktur. Unsere Prognose zur Industrieproduktion impliziert, dass der Anteil des Verar- beitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung 2016 (wie schon 2015) erneut sinkt. Zwar hat sich die deutsche Industrie in den letz- ten Jahren im internationalen Wettbewerb sehr gut behauptet. Aber eine ge- samtwirtschaftliche Renaissance der Industrie ist kurzfristig nicht wahrschein- lich. Auf Branchenebene werden viele der großen deutschen Industriezweige nach unserer aktuellen Prognose ihre Fertigung 2016 nicht oder allenfalls marginal ausweiten. So rechnen wir für die Automobilindustrie mit einem Produktionsplus von ½% im Jahr 2016. In der Metallindustrie (Metallerzeugung und Metaller- zeugnisse) ist im Durchschnitt ebenfalls ein kleines Plus möglich. Im Maschi- nenbau und der Elektrotechnik halten wir Stagnation für wahrscheinlich. In der Chemieindustrie könnte die Fertigung im Inland 2016 weiter sinken. Für die Pharma- und die Kunststoffindustrie erwarten wir jeweils ein Produktions- wachstum von 1%. Auffällig ist nach wie vor, dass sich die Industrie mit Investitionen in Deutschland zurückhält, wohingegen die Dienstleister investitionsfreudiger sind. Das reale Nettoanlagevermögen der Industrie lag 2013 (neuere Werte nicht verfügbar) leicht unter dem Niveau von 1995. Dies ist insofern besorgniserregend, als im realen Nettoanlagevermögen auch die aktivierten F&E-Aufwendungen der Unternehmen enthalten sind. Ohne ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung, neue innovative Produkte und effiziente Produktionstechnolo- -30 -20 -10 0 10 20 30 70 75 80 85 90 95 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 Kapazitätsauslastung (%, links) Ausrüstungsinvestitionen (% gg. Vj., rechts) Ausrüstungsinvestitionen & Auslastung 26 Quellen: Europäische Kommission, Statistisches Bundesamt 95 105 115 125 11 12 13 14 15 Inland Ausland Insgesamt Verarbeitendes Gewerbe, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt Industrie: Auftragseingang 27 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 50 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Quelle: ifo Verarbeitendes Gewerbe, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Industrie: Geschäftserwartungen & - lage 28 Ausblick Deutschland 12 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen gien fällt es grundsätzlich schwerer, die Produktivität zu steigern und im interna- tionalen Wettbewerb zu bestehen. Dies betrifft in vielen Fällen den Standort Deutschland mehr als die deutschen Unternehmen. Denn letztere erhöhen durchaus ihre Investitionen im Ausland und bauen dort zunehmend auch F&E- Einrichtungen auf. Inflation: Von Null auf …? Die Inflationsentwicklung im Jahr 2016 wird wohl erneut durch die Energiepreise dominiert. Nachdem die Inflation 2014 noch knapp 1% betragen hatte, hielt sich die Preisentwicklung 2015 nur noch knapp im positiven Bereich. Dies lag vor allem am Einbruch des Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte 2014 und ersten Jahreshälfte 2015, der dafür sorgte, dass Energiepreise so stark fielen wie im Krisenjahr 2009 und die Gesamtinflation um über ½%-Punkt dämpften. Im Jahr 2016 dürfte sich dies teilweise wieder umkehren, auch gestützt durch die erwartete weitere Abwertung des EUR gegenüber dem USD. Die Kerninflation dürfte 2016 allerdings etwas nachgeben. Zwar stützt die robuste Binnenkon- junktur und die solide Lohn- und Beschäftigungsentwicklung. Dagegen dämpft vor allem die Mietpreisentwicklung, was mit der Einführung der Mietpreisbremse im Zusammenhang stehen dürfte. Mieten sind mit einem Anteil von etwa einem Fünftel die wichtigste Einzelkomponente im Warenkorb der deutschen Konsu- menten. Zudem dürfte 2016 der moderat treibende Effekt durch die Einführung des Mindestlohns entfallen. Insgesamt bleibt damit der bremsende Einfluss der Inflation auf die reale Kaufkraft der deutschen Konsumenten äußerst moderat. Damit bleibt die deutsche Inflation aber das vierte Jahr in Folge leicht über dem Schnitt der Eurozone, was einen kleinen Beitrag zum Abbau der wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Währungsunion leisten sollte. Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) 100 105 110 115 11 12 13 14 15 16 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Verarbeitendes Gewerbe, realer Produktionsindex, 2010=100 Industrieproduktion 29 - 1 0 1 2 3 4 5 6 92 96 00 04 08 12 16 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation (% gg.VJ.) Inflation 30 Beitrag zur Gesamtinflation, % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 13 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2015P 2016P 2017P 2015P 2016P 2017P 2015P 2016P 2017P 2015P 2016P 2017P Euroland 1,5 1,6 1,5 0,1 0,9 1,6 3,0 2,7 2,3 - 2,2 - 2,0 - 1,6 Deutschland 1,7 1,9 1,6 0,3 1,3 1,7 8,1 7,8 7,7 0,3 0,0 0,0 Frankreich 1,1 1,4 1,5 0,1 0,8 1,3 - 0,1 - 0,5 - 0,6 - 3,8 - 3,4 - 2,9 Italien 0,7 1,4 1,0 0,1 0,8 1,5 2,1 1,8 1,8 - 2,8 - 2,4 - 2,1 Spanien 3,2 2,8 2,3 - 0,6 0,7 1,6 1,5 1,6 1,4 - 4,3 - 3,3 - 2,6 Niederlande 1,9 1,4 1,3 0,3 1,0 1,6 11,0 11,1 11,1 - 2,0 - 1,9 - 1,8 Belgien 1,4 1,3 1,2 0,6 1,7 1,8 - 0,8 - 0,5 - 0,2 - 2,7 - 2,7 - 2,3 Österreich 0,8 1,4 1,4 0,8 1,7 1,9 2,8 3,1 3,3 - 2,0 - 1,6 - 1,2 Finnland 0,1 0,8 1,0 - 0,1 0,9 1,3 0,3 0,4 0,6 - 3,4 - 3,2 - 3,1 Griechenland - 0,1 - 0,7 1,8 - 1,0 1,0 1,1 - 0,5 0,5 1,0 - 4,1 - 3,0 - 1,4 Portugal 1,5 1,7 1,5 0,6 1,1 1,5 1,1 1,2 0,9 - 3,0 - 3,0 - 2,8 Irland 5,2 3,5 3,0 0,0 1,5 2,0 5,0 4,5 4,5 - 2,1 - 1,5 - 1,3 Großbritannien 2,4 2,5 2,3 0,0 1,1 1,9 - 4,3 - 3,1 - 3,0 - 4,0 - 2,5 - 1,0 Dänemark 1,6 1,7 1,8 0,5 1,4 1,8 7,5 7,0 6,5 - 3,0 - 2,5 - 2,0 Norwegen 1,4 1,4 2,2 2,1 2,4 2,3 7,5 7,0 6,5 7,5 7,0 6,5 Schweden 3,2 2,7 2,5 0,0 1,0 1,9 6,0 5,7 5,5 - 1,5 - 1,0 - 0,5 Schweiz 1,0 1,2 1,6 - 1,1 - 0,4 0,3 9,0 8,0 8,0 0,0 - 0,5 - 0,5 Tschech. Rep. 4,5 2,7 3,2 0,4 1,6 2,0 1,6 1,2 0,7 - 1,9 - 1,4 - 1,2 Ungarn 2,7 2,4 3,3 0,0 2,1 2,7 3,1 3,3 2,5 - 2,4 - 2,2 - 2,0 Polen 3,4 3,5 3,5 - 0,9 1,1 1,7 - 1,1 - 1,6 - 1,8 - 2,9 - 2,9 - 2,7 USA 2,4 2,1 2,1 0,2 1,9 2,3 - 2,4 - 2,8 - 3,1 - 2,4 - 2,2 - 2,1 Japan 0,7 1,1 0,8 0,8 0,7 2,1 3,3 3,5 3,8 - 5,0 - 4,2 - 3,1 China 7,0 6,7 6,7 1,4 1,8 1,8 3,3 2,8 2,5 - 3,2 - 3,5 - 3,5 Welt 3,1 3,3 3,6 3,4 4,0 4,2 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. DX 2015 2016 201 3 2014 2015P 2016P 2017P Q1 Q2 Q3 Q4P Q1P Q2P Q3P Q4P BIP 0,3 1,6 1,7 1,9 1,6 0,3 0,4 0,3 0,3 0,5 0,2 0,5 0,5 Privater Konsum 0,6 0,9 1,9 1,8 1,3 0,4 0,1 0,6 0,3 0,4 0,4 0,4 0,4 Staatsausgaben 0,8 1,7 2,6 2,1 1,1 0,4 0,7 1,3 0,8 0,3 0,3 0,3 0,3 Anlageinvestitionen - 1,3 3,5 2,3 1,9 1,9 1,7 - 0,4 - 0,3 1,0 1,0 - 0,2 0,4 0,4 Ausrüstungen - 2,3 4,5 4,0 1,6 1,7 1,9 0,5 - 0,8 0,4 0,3 0,7 0,7 0,7 Bau - 1,1 2,9 0,8 2,2 2,2 1,8 - 1,3 - 0,3 1,6 1,7 - 0,9 0,2 0,2 Lager, %-Punkte 0,6 - 0,3 - 0,5 0,0 0,0 - 0,2 - 0,3 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Exporte 1,6 4,0 5,6 4,0 5,3 1,5 1,8 0,2 0,5 1,2 1,0 1,2 1,2 Importe 3,1 3,7 5,9 4,5 5,6 2,1 0,5 1,1 0,9 1,3 1,2 1,0 1,0 Nettoexport, %-Punkte - 0,5 0,4 0,4 0,0 0,2 - 0,1 0,7 - 0,4 - 0,1 0,0 0,0 0,2 0,2 Konsumentenpreise* 1,5 0,9 0,3 1,3 1,7 0,0 0,5 0,1 0,7 1,2 1,1 1,3 1,7 Arbeitslosenquote, % 6,9 6,7 6,4 6,5 6,8 6,5 6,4 6,4 6,4 6,4 6,5 6,6 6,6 Industrieproduktion 0,1 1,5 0,6 0,6 Budgetsaldo, % BIP - 0,1 0,3 0,3 0,0 0,0 Öffentlicher Schuldenstand, % BIP 77,4 74,9 71,5 69,2 67,1 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,5 7,3 8,1 7,8 7,7 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd. 182 212 246 245 248 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 14 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Der DB Makro - Überraschungsindex vergleicht den Wert der veröffentlichten Konjunkturdaten mit den Markterwartungen und liefert damit Hinweise über die Richtung künftiger Prognoseanpassungen. 3 Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) 3 Siehe für Details Ausblick Deutschland. 4. August 2014. Letzte 20 veröffentlichte deutsche Konjunkturdaten DX Bloomberg TickerIndikator Berichts- monat Veröffentlich- ungsdatum Aktueller Wert Bloomberg Konsensus Überra- schung Standardisierte Überraschung Quantils- rang GRFRIAMM IndexEinzelhandelsumsätze (% gg. Vm.)9 201530.10.150,00,4-0,40,00,5 MPMIDEMA IndexPMI Verarbeitendes Gewerbe10 201502.11.1552,151,60,50,50,8 MPMIDESA IndexPMI Dienstleistungssektor10 201504.11.1554,555,2-0,7-0,70,2 GRIORTMM IndexAuftragseingänge (% gg. Vm.)9 201505.11.15-0,71,0-1,7-0,80,2 GRIPIMOM IndexIndustrieproduktion (% gg. Vm.)9 201506.11.15-1,10,5-1,6-1,30,1 GRCAEU IndexLeistungsbilanzsaldo (EUR Mrd.)9 201509.11.1525,021,93,10,60,7 GRCP20YY IndexVPI (% gg. Vj.)10 201512.11.150,30,30,00,30,3 GRZECURR IndexZEW - Konjunktur (Situation)11 201517.11.1554,455,2-0,8-0,20,4 GRZEWI IndexZEW - Konjunktur (Erwartungen)11 201517.11.1510,46,04,40,50,7 GRIFPBUS Indexifo Geschäftsklimaindex11 201524.11.15109,0108,20,80,50,7 GRGDPPGQ IndexBIP (% gg. Vq.)9 201524.11.150,30,30,0-0,10,4 GRIMP95Y IndexImportpreise (% gg. Vj.)10 201527.11.15-4,1-3,9-0,20,20,6 GRFRIAMM IndexEinzelhandelsumsätze (% gg. Vm.)10 201530.11.15-0,40,4-0,8-0,30,3 MPMIDEMA IndexPMI Verarbeitendes Gewerbe11 201501.12.1552,952,60,30,30,7 GRUECHNG IndexVeränderung Arbeitslose (Tsd. gg. Vm.)11 201501.12.15-13,0-5,08,00,10,6 MPMIDESA IndexPMI Dienstleistungssektor11 201503.12.1555,655,60,00,00,5 GRIORTMM IndexAuftragseingänge (% gg. Vm.)10 201504.12.151,81,20,60,20,6 GRIPIMOM IndexIndustrieproduktion (% gg. Vm.)10 201507.12.150,20,8-0,6-0,50,3 GRCAEU IndexLeistungsbilanzsaldo (EUR Mrd.)10 201509.12.1523,023,7-0,7-0,60,3 GRCP20YY IndexVPI (% gg. Vj.)11 201511.12.150,40,40,00,30,3 Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research -0,5 -0,4 -0,3 -0,2 -0,1 0,0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 14 15 DB Marko - Überraschungsindex +/ - 1 Standardabweichung DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Durchschnitt der z-Werte der vergangenen 20 Datenüberraschungen Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Werte über (unter) 0 bedeuten über (unter) der Markterwartung liegende Datenveröffentlichungen -1,0 -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Cons. Ec. Prognosen, % - Punkte gg. Vm. DB Makro Überraschungsindex (Vorlauf 3M) DB Makro-Überraschungsindex Deutschland und Konsensusprognoserevisionen der BIP-Prognose Konsensusprognoserevisionen gg. Vm.; Durchschnitt der letzten 20 z-Werte Quellen: Consensus Economics Inc., Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 15 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik DX Datum Ereignis Anmerkungen 17./18. Dez. Europäischer Rat, Brüssel U.a. Debatte über Flüchtlingskrise u. Maßnahmen zur Stabilisierung der Lange an EU - Außengrenzen. 14./15. Jan Eurogruppe und ECOFIN, Brüssel Europäisches Semester: länderspez . wirtschaftspol. Empfehlungen (für 2016 u. Umsetzung 2015), Jahreswachstums - u. Warnmechanismusbericht, Lage in Zypern, in Griechenland u.a. 21. Jan. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Änderungen des geldpolitischen Kurses offen. 11./12. Feb Eurogruppe und ECOFIN, Brüssel Debatten über Winter - Wirtschaftsprognose der Kommission, über Wachstum u. Beschäftigung u. Qualität öffentl. Finanzen, Bankenunion u.a. 18./19. Feb. Europäischer Rat, Brüssel Debatte u. möglicherweise Beschluss zu Großbrita nniens Anliegen in Zusammenhang mit dem dort geplanten EU - Referendum u.a. 7./8. März Eurogruppe und ECOFIN, Brüssel Haushaltspol. Überwachung: Impli kationen der Winter - Wirtschafts prognose für Defizitverfahren, (mögl.) Lage in Zypern, Griechenland. 10. März Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Änderungen des geldpolitischen Kurses offen. 13. März Landtagswahlen in Baden - Württemberg, Rheinland - Pfalz und Sachsen - Anhalt Aktuelle Umfragen deuten auf Ablösung der gegenwärtigen (grün - roten bzw. rot - grünen) Landesregierungen in beiden westdeutschen Ländern hin. 17./18. März Europäischer Rat, Brüssel Quelle: Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 16 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender DX Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 30. Dez 2015 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) November - 0,5 ( - 3,8) - 0,3 ( - 4,1) 4. Jan 2016 14:00 Vorläufiger VPI (sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Dezember 0,3 (0,7) 0,1 (0,4) 5. Jan 2016 10:00 Arbeitslosenrate (%, sb.) Dezember 6,4 6,3 7. Jan 2016 8:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. November - 1,0 1,8 8. Jan 2016 8:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. November 0,0 0,2 8. Jan 2016 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) November 18,0 20,8 8. Jan 2016 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) November - 2,2 (2,3) - 1,2 (3,0) 8. Jan 2016 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) November 0,7 (2,5) - 3,4 (2,8) 8. Jan 2016 8:00 Einzelhandelsumsätze (Index, sb.), % gg. Vm. November 0,5 - 0,1 14. Jan 2016 8:00 Reales BIP, % gg. Vj. 2015 1,7 1,6 Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Ausblick Deutschland 17 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Le itzinssatz, % Aktuell 0,125 0,10 0,05 0,50 - 0,75 - 0,35 0,05 0,75 1,50 1,35 0,05 Dez 15 0,375 0,10 0,05 0,50 - 0,75 - 0,35 0,05 0,75 1,50 1,35 0,05 Jun 16 0,875 0,10 0,05 0,75 - 0,75 - 0,35 0,05 0,50 1,50 1,35 0,05 Dez 16 1,125 0,10 0,05 1,00 - 0,75 - 0,35 0,05 0,50 1,50 1,35 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,26 0,15 - 0,13 0,58 Dez 15 0,58 0,15 - 0,15 0,58 Jun 16 1,08 0,15 - 0,15 0,85 Dez 16 1,33 0,15 - 0,15 1,12 Rendite 10J Staatsanleihen, % Aktuell 2,22 0,40 0,57 1,83 Dez 15 1,90 0,35 0,60 1,80 Jun 16 2,25 0,45 0,80 2,00 Dez 16 2,50 0,55 1,10 2,40 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,10 120,92 0,73 0,66 1,08 9,35 7,46 9,57 4,36 317,12 27,04 Dez 15 1,05 125,00 0,71 1,48 1,12 8,90 7,46 9,37 4,20 315,00 27,10 Jun 16 0,97 127,50 0,71 1,37 1,11 8,83 7,46 8,90 4,15 317,50 27,10 Dez 16 0,90 128,00 0,71 1,27 1,15 8,75 7,46 9,72 4,10 320,00 26,00 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 18 | 16. Dezember 2015 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor DX Q4 2014 Q1 2015 Q2 2015 Q3 2015 Q4 2015 Jun 2015 Jul 2015 Aug 2015 Sep 2015 Okt 2015 Nov 2015 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 104,7 107,2 108,3 108,3 107,6 108,0 108,4 108,5 108,2 109,0 ifo Geschäftserwartungen 100,4 102,7 102,8 102,6 102,1 102,4 102,2 103,3 103,9 104,7 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 99,9 102,8 104,0 102,9 103,1 103,2 103,0 102,6 102,4 103,6 Produktion (% gg. Vp.) 0,8 0,5 0,2 - 0,2 - 0,8 1,0 - 0,6 - 1,1 0,2 Auftragseingang (% gg. Vp.) 1,6 - 1,5 2,6 - 2,7 1,8 - 2,2 - 2,1 - 0,7 1,8 Grad der Kapazitätsauslastung 84,1 84,5 84,3 84,2 84,4 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) 1,2 1,2 - 0,7 - 0,7 - 1,7 0,1 - 0,2 1,1 2,0 Auftragseingang (% ggü. Vp.) - 0,9 7,7 - 4,6 0,2 - 3,8 - 1,0 0,0 7,2 ifo Bauhauptgewerbe 120,2 118,8 119,9 121,4 120,5 120,1 121,1 122,9 123,1 124,3 Ko nsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 1,2 1,0 3,0 - 0,3 2,8 1,4 0,7 - 2,9 - 4,6 - 4,5 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) 1,2 1,6 - 0,2 0,9 - 0,7 1,7 - 0,8 0,1 - 0,1 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) 2,7 6,4 4,2 6,1 12,9 7,4 6,2 4,8 1,1 8,9 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 1,2 - 3,2 5,1 - 4,8 4,6 - 6,3 - 1,7 - 1,1 1,8 Exporte (% gg. Vp.) 1,1 1,7 3,4 - 0,7 - 1,1 2,2 - 5,1 2,6 - 1,2 Importe (% gg. Vp.) 0,5 1,9 1,5 1,1 - 0,7 2,3 - 3,3 3,8 - 3,4 Nettoexporte (EUR Mrd.) 58,7 59,1 65,7 61,2 21,8 22,2 19,7 19,3 20,8 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,6 6,5 6,4 6,4 6,4 6,4 6,4 6,4 6,4 6,3 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) - 38,3 - 42,3 - 26,0 2,0 0,0 8,0 - 7,0 1,0 - 7,0 - 13,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 0,8 0,6 0,6 0,8 0,6 0,7 0,8 0,9 0,9 ifo Beschäftigungsbarometer 106,4 107,7 108,0 108,1 107,8 107,1 108,4 108,6 109,1 109,9 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 0,4 - 0,2 0,3 0,0 0,1 0,1 0,1 - 0,2 0,2 0,3 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,1 1,0 1,1 1,0 0,9 0,9 1,1 1,1 1,4 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) - 1,2 - 2,0 - 1,4 - 1,7 - 1,4 - 1,3 - 1,7 - 2,1 - 2,3 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) 0,9 2,3 - 0,5 - 7,0 - 1,6 - 2,4 - 9,0 - 9,6 - 10,7 - 12,3 Ölpreis (USD) 76,4 55,1 63,7 51,3 63,7 56,9 48,4 48,5 49,4 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 8,6 0,5 6,1 4,9 7,8 7,0 1,0 6,6 1,3 5,6 EC Unternehmensumfrage 2,1 - 0,4 1,5 0,8 3,2 2,0 - 0,1 0,5 1,8 2,1 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 1,7 1,7 1,8 1,5 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,6 2,4 3,0 2,7 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 1,8 2,3 2,5 2,3 Mo netärer Sektor (gg. Vj.) M3 4,9 7,4 7,6 8,2 7,6 7,9 7,3 8,2 8,6 Trend von M3* 7,6 7,6 7,8 8,0 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 1,7 2,6 2,1 2,5 2,1 3,0 2,9 2,5 2,7 Kredite an öffentliche Haushalte 12,6 32,3 12,2 11,1 12,2 8,9 15,5 11,1 15,9 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode; * zentrierter 3M - Durchschnitt Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat , Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com Im Ausblick Deutschland aus der Reihe Aktuelle Themen/Konjunktur we r- den volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen zu Deutschland behandelt. Jede Ausgabe enthält zudem Übersichtstabellen zu finanz - und wirtschaftspolitischen Terminen sowie einen detaillierten Datenmonitor zu deutschen Wirtschaftsindikatoren. Die Ausgabe erscheint monatlich.  Binnenkonjunktur läuft – aber keine Übertreibungen ................................ ........ 5 . Novem ber 2015  Migration, Metropolregion, Inflation ............................... 2. Oktober 2015  Solides BIP, Haushaltsüberschüsse, aber neue Herausforderungen ................................ . 1. September 2015  Risse im Fundament? ................................ ..................... 3. August 2015  Höhere Inflationsraten trotz gedämpfter Kerninflation ................................ ................... 29. Juni 2015  Reduzierte BIP - Prognose – Binnenkonjunktur aber intakt ................................ ............... 1. Juni 2015  Deutsches Sparverhalten vor QE - Herausforderungen ................................ ..................... 30. April 2015  Kräftiger Gegenwind für deutsche Exportwirtschaft trotz Euroabwertung .............................. 30. März 2015  Höheres Wachstum und Löhne, Sparer weiter vorsichtig ................................ ...................... 2. März 2015  Deutsches BIP nach Öl, EUR und EZB ........................ 2. Februar 2015  2015: Konjunkturerholung mit Risiken ............................ 6. Januar 2015  Strukturelle Verlangsamung des Welthandels belastet deutsches BIP - Wachstum ........................... 2. Dezembe r 2014  Weitere Enttäuschungen ................................ ........... 5. Nov ember 2014  Ice bucket challenge und strukturelle Investitionslücke ................................ .... 2. September 2014  So weit, so gut ................................ ................................ ...... 2. Mai 2014  2% Wachstum in 2015 trotz belastender Beschäftigungspolitik .............................. 28. Februar 2014  Weiter im Aufwind ................................ ......................... 27. Januar 2014  Aufbruch in die Vergangenheit (Aktuelle Themen – Konjunktur) ............................. 29. November 2013  Trotz Wachstum in der Kritik (Research Briefing – Konjunktur) ............................ 19. November 2013 © Copyright 2015. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. 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