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  4. Deutschland Monitor Unternehmensfinanzierung
31. August 2016
Die Kreditvergabe an Unternehmen und Selbstständige verharrte im zweiten Quartal de facto auf dem im März erreichten Stand (+0,1% bzw. +1,6% gg. Vorjahr). Kredite an Maschinenbau/Auto gingen nach zuletzt kräftiger Expansion deutlich zurück, dagegen setzte sich das robuste Wachstum im Dienstleistungssektor fort. Die meisten Bankengruppen legten zu, während Auslandsbanken und Landesbanken schrumpften. Die Zinsen sanken nochmals und könnten bei Einlagen in Kürze negativ werden. Im Leasing geht die Rekordjagd weiter, Anleihen lagen ebenfalls im Plus. Die deutsche Volkswirtschaft behielt ihren Wachstumstrend in Q2 bei (BIP +0,4% gg. Vq.), wobei es zu einem temporären Wechsel der Treiber kam. So waren die Investitionen deutlich rückläufig und auch der private Konsum enttäuschte. Stark entwickelte sich dafür der Außenbeitrag. Die BIP-Prognose für das Gesamtjahr wurde leicht angehoben (auf 1,9%), die für 2017 weiter auf 1% gesenkt. [mehr]
Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung Unternehmensfinanzierung Dämpfer bei der Kreditvergabe an deutsche Unternehmen und den Finanzie- rungsalternativen. Nach einer zuletzt kräftigen Expansion verharrte das Kredit- volumen mit Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland im zweiten Quartal praktisch auf dem erreichten Stand (EUR +1,4 Mrd. oder 0,1% gg. März). Verglichen mit dem Vorjahr ergibt sich damit ein moderates Plus von 1,6%. Rückschläge verbuchten insbesondere die Verkehrsbranche und Maschi- nenbau/Auto, während das Kreditgeschäft v.a. mit Wohnungsunternehmen und unternehmensnahen Dienstleistern weiter wuchs. Die meisten Bankengruppen konnten davon profitieren, ausgenommen waren die Auslandsbanken und einmal mehr Landesbanken und Förderbanken. Das Zinsniveau rutschte noch weiter ab; die Einlagenzinsen stehen kurz davor, in den negativen Bereich zu fallen. Das Einlagenvolumen liegt trotzdem mittler- weile 3,7% höher als vor einem Jahr. Dem Bank lending survey zufolge setzt sich die Margenerosion v.a. bei Krediten an große Unternehmen ungebremst fort. Vorteilhaft bleibt aber die Nachfragesituation, insbesondere bei langfristigen Krediten. Bei den anderen Finanzierungsquellen geht die Rekordjagd im Leasing weiter, das neue Kaufprogramm der EZB unterstützt das Anleihegeschäft, aber Aktien- emissionen finden nahezu überhaupt nicht mehr statt. Konjunktur Schwache Q2 BIP-Details – eingetrübter Ausblick. Die Details des besser als erwarteten Q2-Wachstums waren schwächer als es das Aggregat nahelegte. Insbesondere der Rückgang der Investitionen fiel stärker als erwartet aus. Die Nettoexporte überraschten positiv und überkompensierten den Rückgang der Binnenwirtschaft. Eine Gegenbewegung zu den starken Nettoexporten dürfte das Q3-Wachtum belasten. Die Binnenwirtschaft dürfte dagegen wieder anziehen. Seit der vorherigen Ausgabe des Monitors Unternehmensfinanzierung Anfang Juli 2016 führte das stärkere Q2-Wachstum und die Revision historischer Daten dazu, dass wir unsere BIP-Prognose für 2016 auf 1,9% (von 1,7%) erhöhten. Für das Jahr 2017 senken wir unsere Wachstumsprognose auf 1,0% (von 1,3%). Ein etwas schwächeres Lohnwachstum dürfte den Konsum und der ge- dämpfte Exportausblick sowie die hohe globale Unsicherheit die Ausrüstungsin- vestitionen belasten. Autoren Jan Schildbach +49 69 910-31717 jan.schildbach@db.com Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Editor Jan Schildbach Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de 31. August 2016 Verschnaufpause i m Kreditge schäft und der deutsche n Konjunktur in Q 2 20 16 Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 2 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung Unternehmensfinanzierung in Deutschland Kreditvolumen Das Kreditgeschäft in Deutschland hat im zweiten Quartal nach zuletzt guten Zahlen eine Verschnaufpause eingelegt. Die Kreditvergabe an Unternehmen und Selbstständige expandierte nur noch minimal, um EUR 1,4 Mrd. (0,1%), gegenüber Vorquartal. Trotzdem blieb der Vorjahresvergleich praktisch unver- ändert bei soliden +1,6%. Ein wesentlicher Grund für den Dämpfer dürften die schwächeren Investitionen der Unternehmen gewesen sein, die ebenfalls zu Jahresanfang stark abgeschnitten hatten (zu den Details des Konjunkturverlaufs und -ausblicks siehe Teil 2 im Anschluss). Die Kredite an nichtfinanzielle Unternehmen im Euroraum als Ganzes stagnie- ren weiterhin. Das ausstehende Volumen stieg zwar von März bis Juni um 0,4%, lag damit aber auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Es bleibt also bei einem kreditlosen (schwachen) Aufschwung in der Währungsunion. Hinsichtlich der verschiedenen Sektoren in Deutschland gab es im zweiten Quartal vor allem für das zuletzt so starke Geschäft mit dem Verarbeitenden Gewerbe einen Rückschlag (EUR -1,8 Mrd.), so dass die Jahres-Wachstums- rate auf immer noch ordentliche 2,7% zurückging. Im etwas stetigeren Geschäft mit Dienstleistern hielt die Expansion dagegen an – der Anstieg um EUR 7 Mrd. war sogar der beste Vierteljahreswert seit 2007. Damit liegt das Plus verglichen mit dem Vorjahr mittlerweile bei 2,5%, ebenfalls der höchste Stand seit der Fi- nanzkrise. Nicht ganz so dynamisch sieht es bei den Selbstständigen aus, aber auch hier konnte ein Zuwachs von EUR 2,5 Mrd. im Quartal bzw. 1,6% über das Jahr verzeichnet werden. Insgesamt bleibt das Momentum im Kreditgeschäft mit deutschen Firmenkunden also solide. Mit Blick auf die einzelnen Wirtschaftszweige mussten Maschinenbau/Auto nach ihrem rasanten Wachstum in den Quartalen zuvor in Q2 einen Dämpfer hin- nehmen (EUR -2,4 Mrd.), liegen aber immer noch deutlich über Vorjahresni- veau. Andere Industriebranchen wie die Elektrotechnik (EUR +0,5 Mrd.) oder die Chemie (EUR +0,4 Mrd.) konnten dagegen erneut ein Plus verbuchen. Au- ßerhalb des Verarbeitenden Gewerbes zeigte sich ein eher schwaches Bild. Das Kreditgeschäft mit Verkehrsunternehmen brach so stark ein wie seit 2001 nicht mehr (EUR -3,6 Mrd.), so dass sich der Abwärtstrend nochmals beschleu- nigte. Auch die Volumina mit dem Handel (EUR -1,2 Mrd.) und den Versorgern (EUR -0,2 Mrd.) schrumpften. Die Anstiege beim Bau (EUR +0,5 Mrd.) und der Landwirtschaft (EUR +0,7 Mrd.) waren saisonaler Natur, beide Branchen behal- ten damit aber ihre positive Grundtendenz bei. Im Dienstleistungsgewerbe wurde das starke Q2-Ergebnis im Wesentlichen von zwei Wirtschaftszweigen getrieben: den Wohnungsunternehmen (EUR 3,6 Mrd.) und Telekom/Beratung/Werbung (EUR 1,9 Mrd.), den unternehmensnahen Dienstleistungen. Erstere profitieren zunehmend vom Immobilienboom in deut- schen Großstädten und erreichten ein neues Rekordhoch, letztere sind ohnehin eine strukturelle Wachstumsbranche und stiegen erstmals seit 2002 wieder über die Marke von EUR 100 Mrd. ausstehendes Kreditvolumen. Daneben verbuch- ten u.a. auch die Gewerbeimmobilienfirmen (EUR 0,7 Mrd.) und die Tourismus- branche (EUR 0,2 Mrd.) Zuwächse. Bei der Unterscheidung nach Fristigkeiten zeigt sich eine relativ unspektakuläre Verteilung: Die (eher volatilen) kurzfristigen Ausleihungen waren nach ihrem sehr kräftigen Anstieg von Januar bis März dieses Mal mit 2% rückläufig, die Volumina mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren erhöhten sich um 0,7% und die mit längeren Fristigkeiten um 0,4% gg. Vq. Letzteres war bereits das sechste Quartalsplus hintereinander, was die Robustheit der zugrundelie- genden Kreditdynamik unterstreicht. Zudem lag die Jahreswachstumsrate der langfristigen Kredite zuletzt 2001 auf einem derart hohen Niveau (von über 2%) -1,5 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 11 12 13 14 15 16 ggü. Vorjahr ggü. Vorquartal Kredite an inländische Unternehmen und Selbstständige* 1 % * ohne sonstige Finanzinstitute Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -6 -4 -2 0 2 4 6 11 12 13 14 15 16 Verarbeitendes Gewerbe Dienstleistungssektor Selbstständige ... nach Branche 2 % gg. Vorjahr Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -6 -4 -2 0 2 4 6 11 12 13 14 15 16 Kurzfristige Kredite Mittelfristige Kredite Langfristige Kredite ... nach Fristigkeit* 3 % gg. Vorjahr * ohne sonstige Finanzinstitute Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -12 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 11 12 13 14 15 16 Kreditbanken darunter Auslandsbanken Landesbanken Sparkassen Genossenschaftsbanken ... nach Bankengruppe* 4 * ohne sonstige Finanzinstitute % gg. Vorjahr Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 3 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung über einen solch langen Zeitraum (von jetzt schon mindestens neun Monaten). Aus Sicht der verschiedenen Bankengruppen verlief das zweite Quartal entwe- der schwarz oder weiß – entweder legten die Kreditvolumina deutlich zu oder nahmen deutlich ab. Die meisten Entwicklungen der jüngsten Zeit hielten im Grundsatz an, nur für die Auslandsbanken gab es nach dem zuletzt sehr star- ken Abschneiden mal wieder einen Dämpfer (-1,4% gg. Vq.), getrieben von einem Minus im Geschäft mit Maschinenbau/Auto, bei dem die Expansion zuvor besonders ausgeprägt gewesen war. Die inländischen Kreditbanken dagegen legten in ihrem traditionell besten Quartal um kräftige 2,5% zu, auf den höchs- ten Kreditbestand seit der Übernahme der Hypovereinsbank durch die italieni- sche Unicredit 2005. Für die Kreditbanken insgesamt ergibt sich damit ein um solide 3,6% größeres Kreditbuch als im Vorjahr. Sparkassen (+1% gg. Vq.) und Genossenschaftsbanken (+1,1%) setzten ihren mit dem Beginn der Finanzkrise eingeschlagenen Wachstumskurs ungebremst fort, und auch die Schrumpfung der Landesbanken hielt unverändert an (-1,7%). Die Sparkassen haben mit einer aufs Jahr gerechneten Rate von 4% mittlerweile das höchste Wachstums- tempo seit 2008 erreicht, die Genossenschaftsbanken liegen weiterhin noch darüber. Auch die Zurückhaltung der staatlichen Förderbanken hatte in Q2 Be- stand (-0,6% gg. Vq.). Andere Finanzierungsquellen Ähnlich wie im Kreditgeschäft war das Bild im vergangenen Vierteljahr auch bei den Finanzierungsalternativen durchwachsen. Die Emission von Commercial Paper durch Nichtbanken lag netto bei mäßigen EUR 191 Mio. – trotzdem liegt das 2016 bisher erreichte Volumen dank des sehr guten Jahresauftakts bereits über dem Gesamtwert von 2015. Die netto zwischen März und Juni neu begebenen EUR 4,5 Mrd. an Unterneh- mensanleihen waren dagegen ein gutes Resultat, wenn auch nicht so spektaku- lär, wie es manche Marktteilnehmer angesichts des neuen Aufkaufprogramms der EZB gehofft haben dürften. Interessanterweise war die Nettoemission im Juni, dem Monat, in dem die EZB mit ihren Käufen begann, sogar negativ. Im Euroraum insgesamt sah es dieses Quartal ganz ähnlich aus: Ein insgesamt sehr gutes Ergebnis von EUR 37,9 Mrd. (das viertbeste seit Beginn der Statistik 1990) beinhaltete einen schwachen Monat Juni, der aber dank des Booms zu- vor nicht groß ins Gewicht fiel. Der Ausblick für das Neugeschäft bleibt aufgrund des weiterhin vorteilhaften Zinsumfelds und der starken Nachfrage nicht nur der EZB günstig. Von einem Rekord zum nächsten eilt wiederum das Leasinggeschäft in Deutschland. Mit insgesamt EUR 14,1 Mrd. an Neuabschlüssen wurde wie selbstverständlich ein neues Q2-Allzeithoch erklommen, was angesichts eines mittlerweile vernachlässigbaren Immobilienleasings (EUR 111 Mio.) praktisch identisch mit dem Ergebnis im Mobiliengeschäft ist. Das Wachstumstempo hat sich dabei sogar noch weiter beschleunigt, auf satte 12% gg. Vj. Die treibenden Kräfte sind dabei vielfältig; stark schnitten sowohl Pkw und Lkw/Busse als auch Maschinen ab. Einzig die Schwäche bei geleaster Büroelektronik hielt an. Im Gegensatz dazu bleibt die Lage bei Aktienemissionen in Deutschland desas- trös. Ein Gesamtvolumen von Börsengängen und Kapitalerhöhungen von EUR 662 Mio. im oft besten Quartal des Jahres ist das schlechteste Q2-Resultat seit der Wiedervereinigung überhaupt, und das trotz eines nach den Turbulenzen zu Jahresbeginn wieder stabilisierten Kursniveaus. Die Strukturprobleme am deut- schen Aktienmarkt – und Nachteile von Eigenkapital gg. laufend billiger wer- dendem Fremdkapital – manifestieren sich somit immer klarer. Einlagenvolumen Wie schon im ersten Quartal 2016 blieb das Einlagenvolumen mit Unternehmen - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 11 12 13 14 15 16 Commercial Paper inländischer Nichtbanken, Nettoemission 5 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research 0 2 4 6 8 10 12 14 16 11 12 13 14 15 16 Mobilien Immobilien Mrd. EUR Leasinggeschäft, Neuvolumen 7 Quelle: BDL - 2 0 2 4 6 8 10 11 12 13 14 15 16 Anleihen inländischer nichtfinanzieller Unternehmen, Nettoemission 6 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 11 12 13 14 15 16 Aktienemissionen inländischer Unternehmen (einschl. Finanzinstitute) 8 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 4 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung und Selbstständigen auch von April bis Juni nahezu unverändert (EUR +0,8 Mrd. gg. Vq.). Die zugrundeliegende Wachstumsdynamik ist jedoch ungebro- chen und erreichte den stärksten Wert seit 2011 (+3,7% gg. Vj.). Einmal mehr verlief die Entwicklung bei den (wachsenden) Sichteinlagen und den (schrump- fenden) Termineinlagen gegenläufig. Erstere legten um EUR 6,7 Mrd. zu, letzte- re sanken um EUR 5,9 Mrd. Ein wichtiger Grund dürfte die Konvergenz der Zinssätze der beiden Kategorien sein, die Unternehmen für ihre bei den Banken geparkte Liquidität erhalten (Details siehe unten). Sichteinlagen haben durch ihre bessere Verfügbarkeit damit relativ an Attraktivität gewonnen und sich ver- glichen mit Sommer 2008 inzwischen verdoppelt. Ergebnisse des Bank lending surveys der EZB Die Tendenz zur leichten Lockerung der allgemeinen Kreditstandards für Unter- nehmenskredite in Deutschland setzte sich in Q2 fort (berichtet von netto 3% der Institute). Bei den konkreten Konditionen gingen die Margen für durch- schnittliche Kredite erneut zurück (9%), und die Banken senkten auch die Kre- ditnebenkosten sowie Anforderungen an Covenants (jeweils 6%). Der Margen- druck war dabei bei großen Unternehmen erheblich kräftiger als bei KMUs (17% gg. 3%). Dieser grundsätzliche Unterschied ist bereits seit rund drei Jahren zu beobachten – während der Finanzkrise waren die Vorzeichen noch umgekehrt – und spricht für heftigeren Wettbewerb im Geschäft mit Großkunden als mit klei- neren Firmen. 13% der Banken verwiesen allgemein auf die Wettbewerbssitua- tion als Ursache für geringere Margen bei durchschnittlichen Krediten. In Euroland insgesamt wurden die Kreditstandards in ähnlicher Weise leicht ge- lockert. Die Diskrepanz bei der Margenentwicklung war hier jedoch noch ausge- prägter: Während die Marge für riskantere Kredite de facto stabil blieb, meldeten ganze 31% der Banken einen Rückgang bei durchschnittlichen Krediten. Nach dem deutlichen Anziehen der Kreditnachfrage in Deutschland in den Vor- quartalen stieg sie im abgelaufenen Vierteljahr nur noch moderat an (gemeldet von 6% der Banken). Das Wachstum konzentrierte sich auf langfristige Kredite (13%) und kleinere Unternehmen (10%) und war v.a. getrieben vom attraktiven Zinsniveau (22%) und Umschuldungen (16%), wohingegen der Einbehalt von Gewinnen die Nachfrage verringerte (19%). Im Euroraum als Ganzes blieb die Nachfragedynamik hoch (16% der Institute vermeldeten eine weitere Zunahme gg. Vq.), aber ebenfalls stärker bei KMUs als bei großen Unternehmen. Für das laufende Quartal gehen die deutschen Banken erneut von einer be- grenzten Lockerung der Kreditstandards aus (6%), ihre Pendants im Eurogebiet insgesamt prognostizieren keine nennenswerte Änderung. Auf der Nachfrage- seite erwarten beide eine Belebung (16% bzw. 24%) – nach der zuletzt verbes- serten „Prognosequalität“ der Banken und angesichts des zumindest anhaltend moderaten gesamtwirtschaftlichen Umfelds wohl kein unrealistisches Szenario. Die deutschen Banken bleiben dabei wie schon seit einiger Zeit besonders op- timistisch für das Geschäft mit langfristigen Krediten (25%). Zinssätze Wie sich durch die Margenentwicklung bereits andeutete, ist das Zinsniveau im Geschäft mit Unternehmen in Q2 durch die Bank weiter unter Druck geblieben. Der durchschnittliche Zins für neue Großkredite > EUR 1 Mio. fiel um 13 Bp. auf nur noch 1,29%; für kleinere Kredite mussten 2,52% bezahlt werden (-6 Bp.). Der Rückgang war über alle Zinsbindungsfristen hinweg ähnlich stark. Histo- risch: Die Zinsen sowohl auf Sicht- als auch auf Termineinlagen markierten während des Quartals einen neuen absoluten Tiefpunkt von einem einzigen Bp. Negativzinsen schon im laufenden Quartal sind damit durchaus möglich. Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Wenn Sie den Monitor Unternehmensfinanzierung regelmäßig erhalten möchten, schicken Sie uns bitte eine E-Mail. Frühere Ausgaben stehen hier . 1.100 1.125 1.150 1.175 1.200 1.225 1.250 1.275 1.300 - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 11 12 13 14 15 16 Sichteinlagen, ggü. Vorquartal (links) Termineinlagen, ggü. Vorquartal (links) Volumen insgesamt** (rechts) Mrd. EUR * einschließlich sonstiger Finanzinstitute ** Enthält Rückgang um EUR 80,9 Mrd. in Q3 13 und Anstieg um EUR 9,4 Mrd. in Q4 14 aufgrund statistischer Umklassifizierungen. Sicht - und Termineinlagen von inländi - schen Unternehmen & Selbstständigen* 9 Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 5 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 Q3 13 Q1 14 Q3 14 Q1 15 Q3 15 Q1 16 Q3 16 Deutschland Euroraum * Q3 16 erwarteter Wert ... verschärft ... gelockert Bank lending survey: Kreditstandards für Unternehmen* 10 Quellen: Bundesbank, EZB - 40 - 35 - 30 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 Q2 13 Q4 13 Q2 14 Q4 14 Q2 15 Q4 15 Q2 16 Deutschland Euroraum ... gestiegen ... gesunken Bank lending survey: Margen für durchschnittliche Unternehmenskredite 11 Quellen: Bundesbank, EZB - 20 - 10 0 10 20 30 40 Q3 13 Q1 14 Q3 14 Q1 15 Q3 15 Q1 16 Q3 16 Deutschland Euroraum ... gestiegen ... gesunken Bank lending survey: Nachfrage nach Unternehmenskrediten* 12 * Q3 16 erwarteter Wert Quellen: Bundesbank, EZB 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 11 12 13 14 15 16 Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften, ≤ EUR 1 Mio. Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften, > EUR 1 Mio. Kredite an Selbstständige und Personengesellschaften % Ø - Zins im Kredit - Neugeschäft, nach Kredithöhe 13 Quelle: EZB 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 11 12 13 14 15 16 Kredite mit Zinsbindung ≤ 1 Jahr Kredite mit Zinsbindung von 1 - 5 Jahren Kredite mit Zinsbindung > 5 Jahre ... nach Zinsbindungsfrist 14 %, Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Quelle: EZB 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 11 12 13 14 15 16 Sichteinlagen Termineinlagen % Ø - Zins auf Einlagen von nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (Neugeschäft) 15 Quelle: EZB Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 6 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung Schwache Q2 BIP-Details – eingetrübter Ausblick — Die Details des besser als erwarteten Q2-Wachstums waren schwächer als es das Aggregat nahelegte. Insbesondere der Rückgang der Investitionen fiel stärker als erwartet aus. Die Nettoexporte überraschten positiv und überkompensierten den Rückgang der Binnenwirtschaft. Eine Gegenbewe- gung zu den starken Nettoexporten dürfte das Q3-Wachtum belasten. Die Binnenwirtschaft dürfte dagegen wieder anziehen. — Seit der vorherigen Ausgabe des Monitors Unternehmensfinanzierung An- fang Juli 2016 führte das stärkere Q2-Wachstum und die Revision histori- scher Daten dazu, dass wir unsere BIP-Prognose für 2016 auf 1,9% (von 1,7%) erhöhten. Für das Jahr 2017 senken wir unsere Wachstumsprognose auf 1,0% (von 1.3%). Ein etwas schwächeres Lohnwachstum dürfte den Konsum und der gedämpfte Exportausblick sowie die hohe globale Unsi- cherheit die Ausrüstungsinvestitionen belasten. Q2 2016: Wechsel der Wachstumstreiber aber nur temporär Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum auf 0,4% gg. Vq. (Q1: 0,7% gg. Vq.). Die Abschwächung fiel allerdings weniger ausgeprägt als von uns erwartet aus, da der Nettoexport positiv überraschte und damit die Wachs- tumstreiber drehten. Seit 2013 kamen die Wachstumsimpulse hauptsächlich von der Binnenwirtschaft. Der Anstieg des Außenhandels resultierte vor allem aus einem Importrückgang (-0,1% gg. Vq. gg. zuvor +1,3% gg. Vq.). Dies war der erste Rückgang seit En- de 2012, wobei der Preisanstieg zu geringeren realen Ölimporten geführt hat und weniger Investitionsgüter eingeführt wurden. Das Exportwachstum verlang- samte sich angesichts der schwachen Konjunkturentwicklung auf wichtigen Exportmärkten von 1,6% auf 1,2% gg. Vq. Die Binnenwirtschaft dämpfte das Wachstum. Sowohl der Lagerabbau als auch die inländische Endnachfrage kosteten Wachstum, wobei insbesondere die wetterbedingte, deutliche Gegenbewegung bei den Bauinvestitionen eine Rolle spielte (-1,6% gg. Vq. gg. zuvor +2,3% gg. Vq.). Die staatlichen Bauinvestitio- nen gingen nach den deutlichen Anstiegen in den beiden Vorquartalen sowohl für Wohnbauten als auch für Nichtwohnbauten zurück. Bei den privaten Bauin- vestitionen fielen die Investitionen in Nichtwohnbauten, aber die für Wohnbau- ten expandierten bereits das achte Quartal in Folge. Der Wohnungsbau profitiert weiter von den günstigen Fundamentalfaktoren (erhöhte Zuwanderung, robuster Arbeitsmarkt, historisch niedrige Zinsen). Die Ausrüstungsinvestitionen fielen ebenfalls deutlich (-2,4% gg. zuvor +1,2% gg. Vq.). Besonders deutlich war der Rückgang bei den Ausrüstungsinvestitio- nen des öffentlichen Sektors, die das zweite Quartal in Folge deutlich gefallen waren (-10%; Q1: -9% gg. Vq.). Dies kam allerdings nach dem Sprung im vier- ten Quartal (+25% gg. Vq.), der wahrscheinlich auf höhere Ausgaben für militä- rische Beschaffungen zurückging. Die Ausrüstungsinvestitionen des Staates liegen immer noch um mehr als 10% über dem Vorjahresniveau. Der private Konsum schwächte sich leicht ab (+0,2% gg. zuvor +0,3% gg. Vq.), da der Anstieg des Ölpreises um 31% gg. Vq. (Brent in Euro) die Realeinkom- men dämpfte. Trotz der günstigen Fundamentalfaktoren – robuste Arbeitsmarkt- lage, hohe Zuwanderung, historisch niedrige Zinsen – war der Rückgang der Endnachfrage allerdings stärker als von uns erwartet. Die BIP-Details zeigen insgesamt eine schwächere, zugrundeliegende Entwick- lung als es die robuste Wachstumsrate nahelegt. Die Entwicklung der Staatsfi- nanzen profitiert aber weiter von der anhaltend günstigen Arbeitsmarktentwick- - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 Q2 15 Q3 15 Q4 15 Q1 16 Q2 16 15 16P 17P Privater Konsum Staatskonsum Ausrüstungsinvestitionen Bauinvestitionen Lager Außenbeitrag Reales BIP Wachstumsbeiträge zum realen BIP - Wachstum, gg. Vq., % - Punkte Binnenwirtschaftlich getriebenes Wachstum 16 Quelle: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research - 2,0 - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 10 11 12 13 14 15 16 PMI gesamt (links) ifo Geschäftserwartungen (links) OECD CLI (links) Quellen: Markit, ifo , OECD, Statistisches Bundesamt Deutschland; standardisierte Werte (links); % gg. Vj. (rechts) Frühindikatoren zuletzt gefallen 17 - 0,8 - 0,4 0,0 0,4 0,8 Reales BIP Privater Konsum Staatskonsum Ausrüstungsinv. Bauinvestitionen Lager Außenbeitrag Q1 16 Q2 16 Wachstumsbeitrag zum realen BIP Wachstum, % gg. Vq., % - Punkte Quelle: Statistisches Bundesamt Außenbeitrag Hauptwachstumstreiber in Q2 2016 18 Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 7 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung lung und den durch die historisch niedrigen Zinsen bedingten deutlich gefalle- nen Zinsausgaben. Dank weiter sprudelnder Steuereinnahmen lag der Finanzie- rungssaldo des Staates im zweiten Quartal bei +0,7% des BIP und im Durch- schnitt seit Ende 2014 bei 0,8%. Q3 Prognose reduziert – Binnenwirtschaft wieder Haupttreiber Allerdings rechnen wir damit, dass die Binnenwirtschaft wieder zum Haupttrei- ber wird. Bei den Nettoexporten gehen wir von einer Gegenbewegung im dritten Quartal aus. Der deutsche Export leidet weiter unter einer äußerst verhaltenen Nachfrage, wozu der relativ starke Euro beiträgt. Die Importe dürften angesichts der soliden Binnenwirtschaft wieder anziehen. Daher haben wir die Prognose für das dritte Quartal von 0,5% auf 0,2% gg. Vq. nach unten genommen. Der stärkste Rückgang des ifo-Index seit Mai 2012 deu- tet ebenfalls auf eine Abschwächung hin. Die ifo-Erwartungskomponenten deu- tet – basierend auf den Juli- und Augustwerten – für das dritte Quartal noch auf ein BIP-Wachstum von 0,3% gg. Vq. Insgesamt enttäuschten die Konjunkturin- dikatoren für Deutschland zuletzt recht deutlich, so dass unser DB Makro- Überraschungsindex das erste Mal seit Ende 2015 wieder in den tief negativen Bereich rutschte. Dennoch erwarten wir für die Binnenwirtschaft in H2 immer noch eine Wachs- tumsrate von 0,6%. Das Wachstum des privaten Konsums dürfte sich wieder etwas beschleunigen. Die Investitionen dürften im dritten Quartal auch wieder zulegen. Während die Fundamentalfaktoren für den Bausektor extrem günstig bleiben und wir dort mit einer dynamischen Entwicklung rechnen, dämpfen die Unsicherheiten (insbesondere Brexit, Türkei) und die schwache Weltkonjunktur die Ausrüstungsinvestitionen. Die Kapazitätsauslastung stieg nach Angaben der Unternehmen in der ifo-Befragung im dritten Quartal zwar leicht an, bleibt aber weiter für das Verarbeitende Gewerbe nur etwas über dem langfristigen Durch- schnitt. Der Großteil der Unternehmensinvestitionen dürfte daher aus Ersatzin- vestitionen bestehen. Nach wie vor weist der Automobilsektor die mit Abstand höchste Auslastung aus. - 0,6 - 0,4 - 0,2 0,0 0,2 0,4 0,6 Jan 14 Jul 14 Jan 15 Jul 15 Jan 16 Jul 16 DB Marko - Überraschungsindex +/ - 1 Standardabweichung Durchschnitt der z - Werte der vergangenen 20 Datenüberraschungen Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Werte über (unter) 0 bedeuten über (unter) der Markterwartung liegende Datenveröffentlichungen DB Makro - Überraschungsindex Deutschland 19 - 2,0 - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 10 11 12 13 14 15 16 Welthandel (links) Deutsche Güterexporte (links) PMI Neue Exportaufträge* (rechts) ifo Exporterwartungen* (rechts) * Vorlauf von 3 Monaten % gg. Vj. (3 - Monatsdruchschnitt, links), standardisierte Werte (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo, Markit, Deutsche Bank Research Gedämpfter Exportausblick 20 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 08 09 10 11 12 13 14 15 16 Ausrüstungsinvestitionen (links) Auftragseingänge ** (Inl. Investitionsgüter ohne Transport, links) ifo Exporterwartungen* (rechts) PMI* (neue Exportaufträge, rechts) *Vorlauf von * 2Q * *1Q % gg. Vj. (links), standardisierte Werte (rechts) Quellen: ifo, Markit, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Keine merkliche Beschleunigung der Ausrüstungsinvestitionen zu erwarten 21 75 80 85 90 95 Maschinen - bau Metall - erzeugnisse Chemie Ver. Gewerbe Pharma Metall - erzeugung Elektro - technik Automobil Q3 16 Q2 16 2015 Durchschnitt seit 2000 Kapazitätsauslastung, sb., % Quelle: ifo Auslastung der Industrieunternehmen insgesamt nur etwas über dem langfristigen Durchschnitt 22 Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 8 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung Prognose für 2016: Aufwärtsrevision auf 1,9% BIP-Wachstum Unsere Prognose für das BIP-Wachstum 2016 haben wir von 1,7% auf 1,9% erhöht. Dies liegt vor allem am unerwartet kräftigen Wachstum im zweiten Quar- tal und den Revisionen der Historie, die eine höhere Ausgangsbasis für den Rest des Jahres bilden. Das durchschnittliche erwartete Quartalswachstum 2016 liegt unverändert bei leicht über 0,4% gg. Vq. Aufgrund des etwas höheren BIP-Wachstums und wahrscheinlich leicht geringer als von uns ursprünglich erwarteten, flüchtlingsbezogenen Ausgaben, haben wir unsere Prognose des Finanzierungssaldos auf 0,5% des BIP angehoben. Dies wäre der dritte Überschuss in Folge. Ausblick für 2017 eingetrübter Für das Jahr 2017 senken wir unsere Wachstumsprognose von 1,3% auf 1,0%. Zum einen ist dies eine Folge unserer Prognoseänderung für das zweite Halb- jahr 2016. Zum anderen haben wir die Quartalswachstumsraten für das kom- mende Jahr leicht nach unten genommen: Das etwas schwächere Lohnwachs- tum dürfte das Konsumwachstum belasten. Die Ausrüstungsinvestitionen könn- ten weitgehend stagnieren. Der gedämpfte Exportausblick und hohe globale Unsicherheit schlagen negativ auf die Investitionsplanung der Unternehmen durch, was sich an der zuletzt schwachen Auftragslage für inländische Investiti- onsgüter zeigt. Die Nachfrage der Unternehmen nach Krediten zur Finanzierung von Investitionsgütern dürfte sich daher äußerst verhalten entwickeln. Die Er- sparnis der Unternehmen dürfte damit weiter deutlich über den Nettoinvestitio- nen liegen. Zur Finanzierung dürften sie zudem auf einbehaltene Gewinne zu- rückgreifen, die von den gefallenen Zinsausgaben profitieren. Das günstige Umfeld für Bauinvestitionen dürfte weiter anhalten und diese solide expandie- ren. Kapazitätsengpässe behindern einen stärkeren Anstieg Die prognostizierten durchschnittlichen Quartalswachstumsraten von etwa 0,35% gg. Vq. sind allerdings weiter solide angesichts der ungünstigen demo- graphischen Entwicklung und des aufgrund rückläufiger Migrationszahlen wohl geringeren Anstiegs der Staatsausgaben. Wir sehen aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheit über das externe Umfeld eher Abwärtsrisiken zu unserer Prognose. Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Politische Unsicherheit nach Brexit deutlich gestiegen 24 Index Quelle: Baker, Scot t, Bloom and Davis (2012) Measuring Economic Policy Uncertainty, http://www.policyuncertainty.com - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 11 12 13 14 15 16 Finanzierungssaldo des Staates deutlich im Plus 23 % des BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Verschnaufpause im Kreditgeschäft und der deutschen Konjunktur in Q2 2016 9 | 31. August 2016 Monitor Unternehmensfinanzierung © Copyright 2016. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. 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Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchan- ge, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Fi- nancial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro- duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be- rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. 25 2013201420152016P2017PQ1Q2Q3Q4Q1Q2Q3PQ4P BIP0,51,61,71,91,00,30,40,30,40,70,40,20,5 Privater Konsum0,70,92,01,61,20,40,10,60,40,30,20,30,4 Staatsausgaben1,21,22,83,91,70,40,71,31,21,30,60,80,8 Anlageinvestitionen-1,13,41,72,71,21,7-0,4-0,31,71,7-1,50,80,7 Ausrüstungen-2,15,53,71,90,01,90,5-0,81,81,2-2,41,00,1 Bau-1,11,90,33,12,01,8-1,3-0,32,02,3-1,60,81,2 Lager, %-Punkte0,6-0,3-0,5-0,30,0-0,1-0,50,30,1-0,3-0,10,10,0 Exporte1,94,15,23,02,01,51,80,2-0,71,61,20,50,4 Importe3,14,05,53,42,92,10,51,10,61,3-0,11,60,6 Nettoexport, %-Punkte-0,50,40,3-0,1-0,2-0,10,6-0,5-0,60,20,6-0,4-0,1 Konsumentenpreise*1,50,90,20,51,50,00,50,10,30,30,10,71,1 Arbeitslosenquote, %6,96,76,46,26,56,56,46,46,36,26,16,16,2 Industrieproduktion0,11,50,51,4 Budgetsaldo, % BIP-0,10,30,70,50,5 Öff. Schuldenstand, % BIP77,174,671,268,265,9 Leistungsbilanzsaldo, % BIP6,57,38,58,88,2 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd.190213256275265 2016 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research 2015 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen führen.
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