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1. August 2013
Sieht man von den zyklischen Schwankungen ab und betrachtet das Trendwachstum der Beschäftigung in Deutschland, stellt sich die Frage, wie sich die Beschäftigung angesichts der demographischen Veränderungen in den kommenden Dekaden entwickeln wird, wenn das Durchschnittsalter der Bevölkerung weiter kräftig steigt und die geburtenstarken Jahrgänge der Baby Boomer aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Unseren Berechnungen zufolge wird die Bevölkerung insgesamt bis 2030 zwar nur um knapp 3% abnehmen, die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter allerdings um fast 12% sinken. [mehr]
Ausblick Deutschland: Trendwachstum der Beschäftigung - auf längere Sicht negativ Aktuelle Themen Konjunktur — Die Beschäftigung ist seit 2007 um durchschnittlich knapp 2% gestiegen, und die Arbeitslosenquote hat sich seit ihrem Höchststand im März 2005 nahezu halbiert. — Die Alterung und das Schrumpfen der Bevölkerungszahl stellen in den kommenden Dekaden eine enorme Herausforderung für den Arbeitsmarkt dar. — Aufgrund der aus dem Arbeitsmarkt ab 2020 ausscheidenden geburten- starken Baby-Boomer-Generationen wird die Zahl der Personen im er- werbsfähigen Alter bis 2050 mehr als doppelt so stark sinken wie die der Gesamtbevölkerung. — Selbst in unserem optimistischsten Szenarium, das Nettozuwanderungen von 200.000 Personen p.a. sowie den Anstieg der Erwerbspersonenquoten auf internationale Spitzenwerte vorsieht, wird das Trendwachstum der Be- schäftigung etwa ab 2030 negativ. — Die in diesem Szenarium unterstellten Anpassungen sind gewaltig und set- zen einen gesellschaftlichen sowie politischen Konsens voraus, dessen Er- reichen derzeit noch fraglich ist. Autor en Bernhard Gräf +49 69 910-31738 bernhard.graef@db.com Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG DB Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann | Bernhard Speyer Inhaltsverzeichnis Seite Trendwachstum der Beschäftigung – auf längere Sicht negativ ................................1 Prognosetabellen .......................................... 10 Grafik des Monats ......................................... 11 Chartbook: Konjunktur .................................. 13 Chartbook: Branchen .................................... 16 Chartbook: Finanzmärkte .............................. 17 Chartbook: Wirtschaftspolitik ......................... 22 Eventkalender ............................................... 23 Datenkalender .............................................. 24 Finanzmarktprognosen ................................. 25 Datenmonitor ................................................ 26 1. August 2013 Ausblick Deutschland Trendwachstum der Beschäftigung – auf längere Sicht negativ 24 25 26 27 28 29 30 -3 -2 -1 0 1 2 3 01 03 05 07 09 11 13 % gg.Vj. (links) Mio. (rechts) % gg.Vj. (links), Mio. (rechts), sb. Quelle: Deutsche Bundesbank Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 1 Ausblick Deutschland 2 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Der deutsche Arbeitsmarkt entwickelte sich in den letzten Jahren äußerst gün- stig. Die Anzahl der Erwerbspersonen erhöhte sich seit 2004 kontinuierlich und hat mit rund 42 Mio. im Jahr 2012 einen Rekordstand erreicht. Zudem ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit dem Jahr 2007 (mit Ausnahme des Jahres 2009 1 ) durchschnittlich um knapp 2% gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen von ihrem Höhepunkt von gut 5 Mio. im März 2005 auf zuletzt etwas mehr als 2,9 Mio. gesunken, und die Arbeitslosenquote hat sich seither von über 12% auf 6,8% nahezu halbiert. Dazu haben neben konjunkturellen Effekten und moderaten Lohnabschlüssen auch die Hartz-Reformen der Jahre 2003 bis 2005 beigetragen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass die Effekte struktu- rell und permanent sind. 2 Allerdings hat sich zuletzt konjunkturell bedingt das Wachstum der Beschäftigung verlangsamt. Nachdem es im September 2012 noch bei rund 2% gelegen hatte, betrug die Zunahme in den ersten vier Mona- ten dieses Jahres nur noch etwa 1 ¼% – wenig verwunderlich bei einem Rück- gang der realen Wirtschaftsleistung von 0,7% im vierten Quartal 2012 und ei- nem nur sehr moderaten Wirtschaftswachstum von 0,1% im ersten Quartal 2013. Die demographische Herausforderung Sieht man von den zyklischen Schwankungen ab und betrachtet das Trend- wachstum der Beschäftigung, stellt sich die Frage, wie sich die Beschäftigung angesichts der demographischen Veränderungen in den kommenden Dekaden entwickeln wird, wenn das Durchschnittsalter der Bevölkerung weiter kräftig steigt und die geburtenstarken Jahrgänge der Baby Boomer aus dem Arbeits- markt ausscheiden. Unseren Berechnungen zufolge wird die Bevölkerung ins- gesamt bis 2030 zwar nur um knapp 3% abnehmen, die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter allerdings um fast 12% sinken. 3 Um die Frage zu beant- worten, haben wir auf ein Konzept zurückgegriffen, das u.a. 2006 von der Fede- ral Reserve Bank of Kansas City 4 und 2013 von der Federal Reserve Bank of Chicago 5 zur Analyse des Trendwachstums der US-amerikanischen Beschäfti- gung herangezogen wurde. Die Identitätsgleichung der Beschäftigung Ausgangspunkt ist die sogenannte „Employment Identity“, also die Identitäts- gleichung, die die Beschäftigung mit der Bevölkerung, der Erwerbspersonen- quote und der Beschäftigungsquote verbindet. 1 Aber selbst in 2009 nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung trotz der tiefen Rezes- sion (reales BIP -5,1%) lediglich um 0,1% ab, während in nahezu allen anderen Industrieländern die Arbeitslosenquoten kräftig angestiegen waren. 2 Durch eine effizientere Vermittlung, mehr Aktivierung und Eigenverantwortung sowie höhere Flexibilität sollte die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes verbessert werden, was sich seit 2006 in höheren Chancen, aus Arbeitslosigkeit in Erwerbsfähigkeit zu wechseln, zeigt. Vgl. Klinger, S., Rothe, T., Weber, E. (2013). Makroökonomische Perspektive auf die Hartz-Reformen. Die Vortei- le überwiegen. IAB-Kurzbericht 11/2013. Ein Working Paper des IWF legt die Vermutung nahe, dass die Hartz-Reformen die strukturelle Arbeitslosenquote um 1,4 Prozentpunkte abgesenkt ha- ben. Vgl. Krebs, T. , Scheffel, M. (2013). Macroeconomic evaluation of labor market reforms in Germany. IMF Working Paper 13/42. 3 Dabei haben wir eine konstante Geburtenrate von 1,4, eine mittlere Zunahme der Lebenserwar- tung sowie eine Nettozuwanderung von 200.000 Personen ab 2015 unterstellt. 4 Vgl. Clark, T.E., Nakata, T. (2006). The Trend Growth Rate of Employment: Past, Present, and Future. Federal Reserve Bank of Kansas City. Economic Review. First Quarter. 5 Vgl. Aaronson, D., Brave, S. (2013). Estimating the trend in employment growth. Chicago Fed Letter 312. 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 00 02 04 06 08 10 12 Arbeitslosenquote (links) Anzahl der Arbeitslosen (rechts) Arbeitslosigkeit 2 % (links), Mio. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank Ausblick Deutschland 3 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Es gilt: (i) Beschäftigung = Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter * Erwerbspersonenquote * Beschäftigungsquote Unter der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter werden üblicherweise die Per- sonen im Alter von 15 bis 64 Jahren verstanden. Entsprechend der Gesetzesla- ge in Deutschland, die von 2012 bis 2030 eine schrittweise Anhebung des ge- setzlichen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre vorsieht, wurde die Obergrenze dieser Altersgruppe in unserer Untersuchung für die Übergangszeit flexibel an- gepasst. Die Erwerbspersonenquote umfasst jenen Anteil an der Bevölkerung im er- werbsfähigen Alter, der dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich zur Verfügung steht. Dieser Teil setzt sich aus den Erwerbstätigen sowie den Erwerbslosen zusam- men. (ii) Erwerbspersonenquote = Erwerbspersonen / Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter * 100 mit Erwerbspersonen = Erwerbstätige + Erwerbslose Die dritte Komponente der Identitätsgleichung, die Beschäftigungsquote, ver- bindet die Anzahl der Erwerbspersonen mit der Anzahl der Beschäftigten und ist der (prozentuale) Anteil der Erwerbspersonen, der einer Beschäftigung nach- geht. (iii) Beschäftigungsquote = Erwerbstätige / Erwerbspersonen * 100 Da sich die Beschäftigungsquote und die Erwerbslosenquote zu 100 aufaddie- ren, entspricht die Beschäftigungsquote dem Term 100 - Erwerbslosenquote. Entsprechend kann zur Abschätzung der langfristigen Entwicklung der Beschäf- tigungsquote alternativ auch die Erwerbslosenquote verwendet werden, was wir im Folgenden auch getan haben. Die Vorgehensweise Das Trendwachstum der Beschäftigung wird dementsprechend durch die Ent- wicklung der Bevölkerung, der Erwerbspersonenquote sowie der Beschäfti- gungs- bzw. Erwerbslosenquote determiniert. Folglich müssen diese drei Kom- ponenten bzw. deren Entwicklung langfristig abgeschätzt werden. Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben wir mit unserem Bevölke- rungsmodell nach Altersjahren auf Grundlage der Daten des Zensus 2011 be- rechnet. Dabei haben wir bis 2050 eine konstante Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau und eine mittlere Zunahme der Lebenserwartung bei der Geburt von gut 7 Jahren für Männer und knapp 7 Jahren für Frauen 6 unterstellt. Da im Ge- gensatz zum natürlichen Bevölkerungssaldo, d.h. der Differenz zwischen Gebur- ten und Sterbefällen, die Höhe der Zuwanderung in den vergangenen Dekaden stark schwankte und damit eine erhebliche Unsicherheit für die Vorhersage für die kommenden Dekaden besteht, haben wir zwei Varianten für den Wande- rungssaldo durchgerechnet. Variante 1 geht ab 2015 von Nettozuwanderungen von 100.000 Personen pro Jahr aus, Variante 2 von 200.000 Personen. Die Abschätzung der Entwicklung der altersspezifischen Erwerbspersonenquo- ten haben wir auf Basis der Daten des Mikrozensus vorgenommen und zwei 6 Die Zunahme entspricht in etwa der Basisannahme der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausbe- rechnung des Statistischen Bundesamtes, die Anstiege um 7,8 Jahre (Männer) und 6,8 Jahre (Frauen) unterstellt. Vgl. Statistisches Bundesamt (2009). Bevölkerung Deutschlands bis 2060. 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. - 300 - 200 - 100 0 100 200 300 400 500 600 50 55 60 65 70 75 80 85 90 95 00 05 10 Natürlicher Bevölkerungssaldo 3 Geborene minus Gestorbene, 1.000 Personen Quelle: Statistisches Bundesamt - 300 0 300 600 900 50 60 70 80 90 00 10 20 30 40 50 Wanderungssaldo Wanderungssaldo 0 Variante 1 (100.000 p.a.) Variante 2 (200.000 p.a.) Zuwanderungsszenarien 4 Mio. Personen Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 4 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Alternativen berechnet. Zum einen handelt es sich um ein „Status Quo“- Szenarium, d.h. für die kommenden Dekaden bleiben die altersspezifischen Erwerbspersonenquoten unverändert, zum anderen um das Szenario „Die drei Besten“, in dem wir bis 2030 einen Anstieg der Erwerbspersonenquoten auf das Niveau des Durchschnitts der drei Industrieländer mit den höchsten Erwerbs- personenquoten der entsprechenden Altersgruppe modelliert haben. Für die langfristige Entwicklung der Beschäftigungsquote haben wir alternativ die Arbeitslosenquote und für die Abschätzung des Trends das Konzept der natürlichen oder strukturellen Arbeitslosigkeit verwendet. Während diese übli- cherweise in Form einer inflationsstabilen Arbeitslosenquote (NAIRU, non accelerating inflation rate of unemployment) aus einer Phillipskurve abgeleitet wird, haben wir eine Analyse auf Basis der Arbeitslosenquoten nach Bildungs- abschlüssen vorgenommen, die uns angesichts der Probleme bei der empiri- schen Ermittlung der NAIRU – insbesondere in den letzten Jahren – sinnvoller erschien. Baby Boomer dominieren Entwicklung der Bevölkerung im er- werbsfähigen Alter Unseren Berechnungen zufolge sinkt die Zahl der Bevölkerung von derzeit rund 80,5 Mio. bis 2030 um 4,4% auf knapp 77 Mio. (Variante 1 mit Nettozuwande- rung 100.000 p.a.) bzw. um 2,7% auf gut 78 Mio. (Variante 2 mit Nettozuwande- rung 200.000 p.a.). Bis 2050 summiert sich der Rückgang auf knapp 10% (Va- riante 2) bzw. rund 14% (Variante 1). Die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft dagegen aufgrund des Baby-Boomer-Effekts deutlich stärker. Unter den Baby-Boomer-Generationen werden in Deutschland die geburtenstarken Jahrgänge der im Zeitraum von 1955 bis Ende der 60er Jahre Geborenen be- zeichnet. Diese erreichen etwa ab 2020 das Rentenalter, scheiden damit ent- sprechend aus der Gruppe der 15- bis 64-Jährigen aus und werden durch die nachfolgenden geburtenschwachen Jahrgänge nur zum Teil ersetzt. So nimmt die Zahl der 15- bis 64-Jährigen bis 2030 um 14% (Variante 1) bzw. 12% (Va- riante 2) ab und verringert sich bis 2050 noch einmal um 16,5% bzw. 12%. Bis 2050 nimmt damit die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter um fast 15 Mio. (Variante 1) bzw. 12 Mio. (Variante 2) ab. Die Alterung der Bevölkerung bewirkt damit erhebliche Änderung in der Bevöl- kerungsstruktur. So sinkt der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Szenario 1 bis 2050 um über 10 Prozentpunkte auf 55,5%, während der Anteil der über 65-Jährigen um 13 Prozentpunkte auf fast 34% steigt. Damit würde sich der Altenquotient, d.h. die Anzahl der Personen über 65 Jahre im Verhält- nis zu den Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren bis 2050 auf über 60% nahezu verdoppeln. 70,0 75,0 80,0 85,0 90,0 95,0 100,0 105,0 11 15 19 23 27 31 35 39 43 47 Insgesamt 15 - 64 Jährige Bevölkerungsprojektion 5 2011 = 100 Variante 1 - Annahmen: 1) Geburtenrate 1,4 2) Lebenserwartung bis 2055: Männer +7,2, Frauen +6,6 Jahre 3) Nettozuwanderung ab 2015 100.000 p.a. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 35 40 45 50 55 11 15 19 23 27 31 35 39 43 47 Variante 2 Variante 1 Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren 6 Mio. Annahmen: 1) Geburtenrate 1,4 2) Lebenserwartung bis 2055: Männer +7,2, Frauen +6,6 Jahre 3) Nettozuwanderung ab 2015: Variante 1: 100.000 p.a. Variante 2: 200.000 p.a. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 54 56 58 60 62 64 66 68 20 22 24 26 28 30 32 34 36 10 14 18 22 26 30 34 38 42 46 50 65+ (links) 15 - 64 (rechts) Alter in Jahren Bevölkerungsstruktur 7 Anteil der Altersgruppe an der Bevölkerung, % Variante 1: Nettozuwanderung ab 2015: 100.000 p.a. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 100 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 91 94 97 00 03 06 09 12 Nettozuwanderung 8 1.000 Personen Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 5 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Insgesamt halten wir die Variante 1 mit einer Nettozuwanderung ab 2015 von 100.000 Personen pro Jahr für die wahrscheinlichere. Zwar lag die Nettozu- wanderung insbesondere in den letzten beiden Jahren mit knapp 280.000 (2011) und fast 370.000 (2012) deutlich darüber und dürfte auch im laufenden Jahr noch wesentlich höher liegen. Dies war und ist allerdings größtenteils dem Ende der Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitnehmer aus den 2004 der EU beigetretenen Staaten Mitteleuropas und der tiefen Rezession in den Peripherieländern der Eurozone und den angesichts der dramatischen Erhöhung der Arbeitslosigkeit drastisch verschlechterten dortigen Beschäfti- gungsperspektiven geschuldet. Mit einer allmählichen Erholung in den Periphe- rieländern und der Normalisierung der Zuwanderung aus den Staaten Mitteleu- ropas sollte auch der Strom an Migranten nach Deutschland kleiner werden. Von Mitte der 90er Jahre bis 2010 wanderten netto lediglich gut 100.00 Perso- nen p.a. nach Deutschland zu. Arbeitskräfteangebot sinkt langfristig selbst im optimistischsten Szenario Während die Bevölkerung je nach Variante bis 2050 um knapp 10% (Zuwande- rung 200.000 p.a.) bis 20% (Wanderungssaldo von 0 ab 2017) zurückgeht, hängt die Entwicklung des Arbeitsangebots 7 neben der Höhe der Zuwanderung zusätzlich davon ab, wie sich die Erwerbspersonenquoten entwickeln, d.h. wie stark das Potenzial der Personen im erwerbsfähigen Alter ausgeschöpft wird. Im Folgenden betrachten wir unterschiedliche Szenarien der Erwerbspersonenent- wicklung bei Variation der Zuwanderung und der Entwicklung der Erwerbsper- sonenquoten, da die Treffsicherheit von Prognosen über die Zuwanderung und die Entwicklung der Erwerbspersonenquote deutlich geringer ist als die der na- türlichen Bevölkerungsentwicklung. Bei einer Langfristprognose der Wande- rungsströme müsste nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, der Herkunftsländer und alternativer Zielländer beachtet werden, sondern auch weitere sozio-ökonomische Faktoren. Die Entwicklung der Erwerbspersonen- quoten hängen ebenfalls von zahlreichen Faktoren, wie beispielsweise den Prä- ferenzen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ab, die langfristig nur sehr schwer zu prognostizieren sind. Seit Mitte der 1990er Jahre stieg die Erwerbspersonenquote insgesamt an. Nach Altersgruppen gab es allerdings unterschiedliche Entwicklungen: Während die Erwerbspersonenquote der 15- bis 24-Jährigen durch die höhere Bildungs- beteiligung gefallen ist, stieg die der über 25-Jährigen an. Insbesondere die Erwerbspersonenquote der über 55-Jährigen erhöhte sich kräftig. Beigetragen haben dazu die strukturellen Veränderungen nach den Arbeitsmarktreformen, mehr Flexibilität bei Arbeitszeitmodellen auf Seiten der Unternehmen und die Abschaffung der Förderung von Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit zu Beginn des Jahres 2010. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der drei Indust- rieländer mit den höchsten Erwerbspersonenquoten der jeweiligen Altersgrup- pen zeigt sich, dass Deutschland sein Potenzial bei den Jüngeren und Älteren bei weitem noch nicht ausschöpft. 7 In unserer Analyse verzichten wir auf die Berechnung der sog. Stillen Reserve, d.h. Personen, die weder erwerbstätig noch arbeitslos sind, aber bei geänderter Arbeitsmarktlage eine Erwerbs- tätigkeit aufnehmen würden, und setzen die Anzahl der Erwerbspersonen mit dem potenziellen Arbeitsangebot gleich. Nach Schätzungen des IAB befanden sich im Jahr 2012 1,4 Mio. Perso- nen in der Stillen Reserve (Siehe Fuchs, J. et al. (2013), IAB Prognose 2013: Der Arbeitsmarkt bekommt konjunkturellen Rückenwind, IAB-Kurzbericht 6/2013). - 5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 15 - 20 20 - 25 25 - 30 30 - 35 35 - 40 40 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60 - 65 >65 Total Alter in Jahren Erwerbspersonenquoten 9 Veränderung 1995 - 2011, % - Punkte Quelle: Statistisches Bundesamt 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 15 - 20 20 - 25 25 - 30 30 - 35 35 - 40 40 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60 - 65 >65 International die 3 Besten - 2012 DE - 2012 DE - 1995 Alter in Jahren Erwerbspersonenquoten nach Altersgruppen 10 Quellen: OECD, Statistisches Bundesamt, DB Research Vergleich Deutschlands mit Durchschnitt der 3 Industrieländer mit den höchsten Quoten, in % Ausblick Deutschland 6 | 1. August 2013 Aktuelle Themen So beträgt der Abstand der 15- bis 20-Jährigen zu den internationalen Spitzen- werten fast 30 Prozentpunkte und bei den 60- bis 65-Jährigen 17 ½ Prozent- punkte. Bei Personen im Haupterwerbsalter liegt die deutsche Erwerbspersonenquote dagegen bereits relativ nahe an den internationalen Spitzenwerten. Für die künftige Entwicklung der Erwerbspersonenquote unterscheiden wir daher zwi- schen einer konstanten Erwerbspersonenquote auf dem heutigen Niveau (Sze- nario „Status Quo“) und einer Steigerung der Erwerbspersonenquoten der je- weiligen Altersgruppe auf den Durchschnitt der drei Industrieländer mit der höchsten Quote (Szenario „Die drei Besten“) bis zum Jahr 2030. Insgesamt betrachten wir daher mit den drei unterschiedlichen Annahmen über den Wan- derungssaldo – 0, 100.000 und 200.000 Personen pro Jahr – sechs Szenarien für die Entwicklung der Anzahl der Erwerbspersonen. Wird nur der reine Demographieeffekt (Nettozuwanderung von 0 ab dem Jahr 2017; Erwerbspersonenquoten nach dem Szenario „Status Quo“) ermittelt, fällt das Arbeitskräfteangebot bis zum Jahr 2050 um 35% oder etwa 15 Mio. Perso- nen. Mit einem derartigen Einbruch des Arbeitsangebots ist allerdings künftig nicht zu rechnen. Am oberen Ende liegt unser optimistischstes Szenario mit Nettozuwanderungen von 200.000 Personen p.a. und dem Anstieg der Erwerbspersonenquoten nach dem Szenario „Die drei Besten“. Danach steigt die Anzahl der Erwerbspersonen noch bis Anfang der 2030er Jahre an. Da die Erwerbspersonenquote nach Er- reichen der internationalen Spitzenwerte dann wohl nicht weiter steigt und der negative Demographieeffekt größer als der positive Zuwanderungseffekt ist, sinkt die Anzahl der Erwerbspersonen anschließend selbst in diesem Szenario kontinuierlich. Im Jahr 2050 liegt die Anzahl der Erwerbspersonen rund 3 Mio. Personen unter dem Niveau von rund 42 Mio. Personen des Jahres 2012. Der Rückgang ergibt sich aus dem Demographieeffekt von -15 Mio. Personen, der Zuwanderung +5 Mio. und der Erwerbsquotenerhöhung +7 Mio. Alters s pezifische Erwerbspersonenquoten – d ie jeweil s 3 Besten, 2012, % 11 15 - 20 20 - 25 25 - 30 30 - 35 35 - 40 40 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60 - 65 >65 NL 61,1 AU 79,1 CH 89,2 PT 91,9 SE 92,7 SE 92,9 SE 92,1 SE 89,9 SE 86,2 NZ 70,7 JP 19,9 DK 55,5 CH 78,8 PT 88,9 CH 90,5 PT 91,2 AT 91,0 FI 91,5 CH 89,2 CH 84,3 SE 68,1 NZ 19,9 AU 54,9 NL 78,3 NL 88,2 SE 90,2 AT 89,9 FI 90,7 CH 91,3 FI 87,3 DK 83,0 NO 62,8 NO 18,7 Ø 57,2 78,8 88,8 90,8 91,3 91,5 91,6 88,8 84,5 67,2 19,5 DE 28,5 69,5 83,0 87,1 88,2 90,1 89,7 86,8 79,4 49,8 5,0 Quelle: OECD 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 15 - 20 20 - 25 25 - 30 30 - 35 35 - 40 40 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60 - 65 >65 Alter in Jahren Erwerbspersonenquoten 12 Abstand Deutschlands zum Durchschnitt der 3 Industrieländer mit den jeweils höchsten Quoten, 2012 in % Quelle: OECD 25 27 29 31 33 35 37 39 41 43 45 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 Bev 0, EWPQ Status quo Bev 100.000, EWPQ Status quo Bev 200.000, EWPQ Status quo Bev 0, EWPQ 3 Besten Bev 100.000, EWPQ 3 Besten Bev 200.000, EWPQ 3 Besten Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Mio. Personen Szenarien der Erwerbspersonen - entwicklung 13 - 15,0 - 10,0 - 5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 Demographie Nettozuwanderung Erwerbsquotenerhöhung auf 3 Besten Insgesamt Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Basierend auf Bevölkerungsfortschreibung mit Nettozuwanderung von 200 Tsd. und Steigerung der Erwerbvsquoten auf die der Besten 3 bis zum Jahr 2030 Demographieeffekt überwiegt in der langen Frist selbst im optimistischsten Szenario 14 Veränderung der Erwerbspersonen ggü. dem Jahr 2012, Mio. Personen Ausblick Deutschland 7 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Anteil der Älteren am Arbeitsangebot wird rapide steigen Der demographische Wandel verändert zudem die Altersstruktur des Arbeits- angebots. Der Anteil der Älteren steigt dabei umso mehr, je geringer die Netto- zuwanderung ist und je höher die Erwerbsbeteiligung der Älteren. Die Spann- breite des Anteils der Erwerbspersonen, die älter als 55 Jahre alt sind, liegt im Jahr 2050 zwischen 23% und 34% und damit in allen Szenarien deutlich über dem Wert von 18% im Jahr 2012. Die betrachteten Szenarien machen deutlich, dass langfristig das Arbeitsange- bot selbst bei optimistischen Annahmen langfristig wohl rückläufig ist und der Anteil der Älteren deutlich steigen wird. Beschäftigung auch bei optimistischen Annahmen ab etwa 2030 rückläufig Bislang wurde die Arbeitsangebotsseite betrachtet. Wie sich künftig die Be- schäftigung und die Arbeitslosigkeit entwickeln werden, hängt von der Inter- aktion mit der Arbeitsnachfrage ab. Die Unsicherheit einer Langfristprojektion der Arbeitsnachfrage ist im Vergleich zu der des Arbeitsangebots deutlich hö- her. 8 Die Arbeitsnachfrage hängt maßgeblich von der Entwicklung der Attrakti- vität des Standortes Deutschland ab. Das Zusammenspiel zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage bestimmt die strukturelle Erwerbslosenquote. Bei der Langfristschätzung wählen wir zwei Szenarien für die Entwicklung der natürlichen oder strukturellen Erwerbslosen- quote, wodurch dann mit dem Zusammenhang Beschäftigungsquote = 100 – Erwerbslosenquote auch der Pfad der Beschäftigungsentwicklung vorgegeben wird. 9 Dabei schätzen wir die strukturelle Erwerbslosenquote auf Basis des be- ruflichen Abschlusses ab. Im ersten Szenario nehmen wir an, dass die Unter- nehmen künftig bei rückläufigem Arbeitsangebot ihre Rekrutierungsbemühun- gen und Qualifizierungsanstrengungen intensivieren und dadurch die Arbeitslo- senquote von Arbeitskräften mit einem beruflichen Abschluss von etwa 4 ½% im Jahr 2012 auf das Vollbeschäftigungsniveau von 3% Ende der 2020er Jahre sinkt. Die Integration von Arbeitskräften ohne beruflichen Abschluss in den Ar- beitsmarkt dürfte hingegen bei weiter zunehmendem Globalisierungsdruck und dem fortgesetzten Wirken des faktorverzerrenden technologischen Wandels eine Herausforderung bleiben. Die Erwerbslosenquote dieser Gruppe halten wir über den Projektionszeitraum konstant bei etwa 14 ½%. Mit diesen Annahmen sinkt die Erwerbslosenquote von etwa 6% im Jahr 2012 auf 4 ½ % Ende der 2020er Jahre. 10 Im alternativen Szenario unterstellen wir, dass die Erwerbslosenquote konstant auf dem heutigen Niveau von etwa 6% bleibt. Dieser Wert entspricht in etwa der NAIRU. 11 Im Zeitablauf verändert sich diese bei Strukturbrüchen allerdings rela- tiv stark. Seit den Arbeitsmarktreformen Mitte der 2000er Jahren ist die NAIRU rückläufig. 8 SVR (2009), Herausforderungen des demografischen Wandels, Expertise Mai 2011. 9 Hierbei unterstellen wir, dass eine entsprechende Arbeitsnachfrage vorhanden ist. 10 Die Erwerbslosenquoten basieren auf den Daten des Mikrozensus und weichen wegen unter- schiedlicher Abgrenzungen von den qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten des IAB ab. Nach Angaben des IAB liegt die Arbeitslosenquote der Personen mit beruflicher Ausbildung im Jahr 2011 bei 5,1% und die der Personen ohne Ausbildung bei 19,6%. Siehe Weber, B., Weber, E. (2013), Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, IAB-Kurzbericht 4/2013. 11 Siehe OECD (2013) Economic Outlook 93, Annual Projections; De la Serve, M-E., Lemoine, M. (2011), Measuring the NAIRU: a complementary approach, Banque de France Working papers 342; Kajuth, F. (2010), NAIRU estimates for Germany: new evidence on the inflation- unemployment trade-off, Deutsche Bundesbank, Discussion Paper 19/2010; Fitzenberger et al. (2008), The Phillips Curve and NAIRU Revisited: New Estimates for Germany, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 228 (5+6), S. 465-496. 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 Bev 0, EWPQ Status quo Bev 100.000, EWPQ Status quo Bev 200.000, EWPQ Status quo Bev 0, EWPQ 3 Besten Bev 100.000, EWPQ 3 Besten Bev 200.000, EWPQ 3 Besten Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Mio. Personen Anteil der Älteren (55+) an den Erwerbspersonen 15 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 5,0 7,0 9,0 11,0 13,0 2012 2009 2008 2005 2003 2000 x - Achse: Arbeitslosenquote, % y - Achse: Inflation, % gg. Vj. Arbeitslosigkeit & Inflation 16 Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 8 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Die Spannbreite der Beschäftigungsentwicklung hängt dann von der Entwick- lung der Erwerbspersonen und der Annahmen über die Arbeitslosenquoten ab. Unter Ausklammerung des Szenarios mit einem Wanderungssaldo von Null, das nur zur Veranschaulichung des Demographieeffekts mit betrachtet wurde, steigt die Beschäftigung im optimistischen Erwerbspersonenszenario (Erwerbsperso- nenquote „Die drei Besten“, Wanderungssaldo 200.000 p.a.) durch Erhöhung der Partizipation und Fallen der Arbeitslosenquote auf 4 ½% bis 2030 zwar noch an, geht danach aber selbst in diesem Szenario zurück. Im Jahr 2050 liegt die Beschäftigung um etwa 5% oder 2 Mio. unter dem Niveau des Jahres 2012. Im Szenario mit einer konstanten Erwerbspersonenquote („Status Quo“) und einem jährlichen Wanderungssaldo von 100.000 Personen sinkt die Beschäfti- gung kontinuierlich und fällt bis 2050 um rund 11 Mio. Personen oder 27%. 12 Fazit: Gedämpfter Ausblick Das Trendwachstum der Beschäftigung wird demographisch bedingt in den kommenden Dekaden negativ werden. Wann dies geschieht, hängt davon ab, welche, und vor allem in welchem Ausmaß, Maßnahmen zur Dämpfung der demographischen Effekte ergriffen werden. Selbst in unserem optimistischsten Szenarium, das bis 2030 die quasi volle Ausschöpfung des Potenzials an er- werbsfähigen Menschen sowie eine Nettozuwanderung von jährlich 200.000 Personen vorsieht, lassen sich die Effekte nur so lange kompensieren, wie die Maßnahmen durchgeführt werden. Danach fällt die Entwicklung wieder auf ihren zugrundeliegenden Pfad zurück. Überdies sind die in diesem Szenarium unter- stellten Anpassungen gewaltig. Dies bedeutet, dass Deutschland zu den jeweils führenden Ländern hinsichtlich des Eintritts ins und den Austritt aus dem Er- werbsleben sowie bei der Beschäftigung von Frauen und Müttern aufschließt. So hat beispielsweise Japan die höchste Erwerbspersonenquote bei Personen im Alter von über 65 Jahren, und das tatsächliche Renteneintrittsalter von japa- nischen Männern lag 2011 bei beachtlichen 69,3 Jahren! Zwar ist das Renten- eintrittsalter in Deutschland im vergangenen Jahr ebenfalls auf einen Spitzen- wert von 61 Jahre gestiegen – mit Blick auf die nach dem Szenarium notwendi- gen Anpassungen bleibt allerdings noch viel zu tun. Das Szenarium setzt damit einen gesellschaftlichen und politischen Konsens für Maßnahmen voraus, der wohl nicht ohne weiteres selbstverständlich ist, was die nach wie vor bestehen- de Diskussion über die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters innerhalb der nächsten drei Dekaden von 65 auf 67 Jahre zeigt. Zwar besteht die Chance, dass auf längere Sicht die Arbeitslosenquote sinkt. Allerdings sind dem Grenzen (nach unten) und somit auch bei der Beschäftigung (nach oben) gesetzt, denn angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs und des fortgesetz- ten Wirkens des faktorverzerrenden technologischen Wandels dürfte die Ar- beitslosenquote von Geringqualifizierten, insbesondere diejenige von Personen ohne Berufsabschluss, kaum sinken. Bernhard Gräf (+49 69 910-31738, bernhard.graef@db.com) Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) 12 Für das alternative Szenario mit einer konstanten Arbeitslosenquote liegt die Beschäftigung im Jahr 2050 je nach Erwerbspersonenszenario zwischen 380.000 und rund 490.000 Personen un- ter den in Abbildung 16 angegebenen Beschäftigungsprojektionen. Da der Verlauf sich qualitativ nicht grundlegend unterscheidet, wurde auf die Darstellung verzichtet. 27,0 29,0 31,0 33,0 35,0 37,0 39,0 41,0 43,0 12 16 20 24 28 32 36 40 44 48 Bev 100.000, EWPQ 3 Beste Bev 200.000, EWPQ 3 Beste Bev 200.000, EWPQ Status Quo Bev 100.000, EWPQ Status Quo Beschäftigungsprojektionen 17 Mio. Personen Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Annahme: Natürliche Arbeitslosenquote sinkt von 5,9% (2012) auf 4,5% (2030) - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 13 17 21 25 29 33 37 41 45 49 Bev 200.000, EWPQ 3 Beste Bev 100.000, EWPQ 3 Beste Bev 200.000, EWPQ Status Quo Bev 100.000, EWPQ Status Quo Trendwachstum der Beschäftigung 18 % gg. Vj. Annahme: Natürliche Arbeitslosenquote sinkt von 5,9% (2012) auf 4,5% (2030) Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 9 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Ergebnisse der Szenarien 19 Bevölkerung Erwerbspersonen Beschäftigung Variation Nettozuwanderung Altersspezifische Erwerbspersonenquote Natürliche Arbeitslosenquote 100.000 p.a. "Status "Die drei "Status "Die drei Szenario 1 f Szenario 2 g Variante 1 a Q uo" c Besten" d Q uo" c Besten" d "Status "Die drei "Status "Die drei Total Alter: 15+ Erwerbspersonen - Quo" c Besten" d Quo" c Besten" d Mio. Mio. Mio. Mio. quote, % Mio. Mio. Mio. Mio. 2012 80,4 69,9 41,9 41,9 60,0 60,0 39,5 39,5 39,5 39,5 2015 80,4 70,1 41,6 42,7 59,4 60,9 39,3 40,3 39,3 40,2 2020 79,6 69,6 40,3 43,1 58,0 62,0 38,2 40,9 38,0 40,7 2025 78,3 68,7 38,2 42,9 55,7 62,5 36,4 40,9 36,1 40,5 2030 76,9 67,6 35,9 42,5 53,2 62,9 34,3 40,6 33,9 40,1 2035 75,3 66,4 34,2 40,7 51,5 61,2 32,7 38,9 32,3 38,4 2040 73,4 65,1 33,1 39,5 50,8 60,6 31,6 37,7 31,2 37,2 2045 71,3 63,5 31,7 38,1 50,0 60,0 30,3 36,4 29,9 35,9 2050 69,1 61,6 30,2 36,4 49,0 59,1 28,8 34,8 28,4 34,4 Bevölkerung Erwerbspersonen Beschäftigung 200.000 p.a. "Status "Die drei "Status "Die drei Szenario 1 f Szenario 2 g Variante 2 b Quo" c Besten" d Quo" c Besten" d "Status "Die drei "Status "Die drei Total Alter: 15+ Erwerbspersonen - Quo" c Besten" d Quo" c Besten" d Mio. Mio. Mio. Mio. quote, % e Mio. Mio. Mio. Mio. 2012 80,4 69,9 41,9 41,9 60,0 60,0 39,5 39,5 39,5 39,5 2015 80,4 70,1 41,6 42,7 59,4 60,9 39,3 40,3 39,3 40,2 2020 79,8 69,8 40,5 43,3 58,0 62,0 38,4 41,1 38,2 40,8 2025 79,1 69,3 38,7 43,5 55,9 62,7 36,9 41,4 36,5 41,0 2030 78,3 68,8 36,8 43,5 53,6 63,3 35,2 41,5 34,7 41,0 2035 77,3 68,1 35,5 42,1 52,2 61,8 33,9 40,2 33,5 39,7 2040 76,1 67,3 34,7 41,3 51,7 61,4 33,2 39,4 32,8 38,9 2045 74,7 66,3 33,9 40,4 51,1 61,0 32,3 38,6 31,9 38,1 2050 73,1 65,0 32,7 39,2 50,3 60,3 31,2 37,4 30,8 37,0 Annahmen für Bevölkerungsprojektionen: Geburtenrate 1,4, mittlere Zunahme der Lebenserwartung a) Nettozuwanderung 100.000 p.a. b) Nettozuwanderung 200.000 p.a. c) Alters s pezifische Erwerbspersonenquoten konstant auf Niveau von 2012 d) Alters s pezifische Erwerbspersonenquoten steigen bis 2030 auf Durchschnitt der 3 Industrieländer mit höchsten Quoten e) Bezogen auf Personen älter als 15 Jahre f) Natürliche Arbeitslosenquote sinkt bis 2030 von knapp 6% au f 4,5% g) Natürliche Arbeitslosenquote konstant Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 10 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P Euroland - 0,6 - 0,6 1,0 2,5 1,5 1,5 1,3 1,6 1,6 - 3,7 - 3,0 - 2,5 Deutschland 0,7 0,1 1,5 2,0 1,6 1,6 7,0 7,0 6,9 0,2 - 0,3 - 0,1 Frankreich 0,0 - 0,2 1,1 2,2 1,1 1,5 - 2,2 - 2,2 - 1,9 - 4,8 - 3,9 - 3,3 Italien - 2,4 - 2,0 0,5 3,3 1,6 1,5 - 0,5 0,6 0,9 - 3,0 - 3,4 - 3,0 Spanien - 1,4 - 1,5 0,5 2,4 1,6 1,6 - 1,1 0,5 0,3 - 10,6 - 6,2 - 5,3 Niederlande - 1,3 - 0,7 0,8 2,8 2,6 1,7 10,1 8,2 8,0 - 4,1 - 3,8 - 3,0 Belgien - 0,3 - 0,1 0,9 2,6 1,2 1,5 - 1,6 0,5 1,0 - 3,9 - 3,0 - 3,0 Österreich 0,8 0,4 1,4 2,6 2,0 1,8 1,8 2,5 2,8 - 2,5 - 2,1 - 1,8 Finnland - 0,8 - 0,7 1,1 3,2 2,3 2,1 - 1,8 - 1,0 - 1,0 - 1,9 - 2,3 - 1,8 Griechenland - 6,4 - 4,5 0,5 1,0 - 0,5 - 0,2 - 3,4 - 1,0 0,0 - 10,0 - 4,9 - 3,7 Portugal - 3,2 - 2,6 0,5 2,8 0,6 1,1 - 1,8 0,5 1,5 - 6,4 - 5,7 - 4,6 Irland 0,2 0,7 1,8 1,9 0,8 1,3 4,4 4,0 4,0 - 7,6 - 7,6 - 5,3 Großbritannien 0,2 1,1 1,8 2,8 2,7 2,1 - 3,8 - 2,8 - 2,4 - 5,5 - 6,5 - 6,0 Dänemark - 0,4 0,4 1,5 2,4 1,1 1,8 5,6 5,0 5,0 - 4,4 - 2,0 - 2,0 Norwegen 3,0 2,3 2,6 0,7 1,8 1,9 14,1 13,0 12,5 10,1 12,0 12,0 Schweden 1,1 1,5 2,0 0,9 0,2 1,4 6,9 7,0 7,0 - 0,7 - 1,0 - 0,5 Schweiz 1,0 1,5 1,5 - 0,7 - 0,4 0,5 13,6 13,0 13,0 0,4 0,3 0,3 Tschech. Rep. - 1,2 0,0 2,0 3,3 1,7 1,9 - 2,5 - 2,3 - 2,5 - 4,4 - 3,1 - 2,7 Ungarn - 1,7 0,4 1,1 5,7 1,9 2,5 1,7 1,2 0,5 - 2,0 - 2,7 - 2,6 Polen 1,9 0,8 2,5 3,7 1,3 2,2 - 3,5 - 2,3 - 3,1 - 3,9 - 3,6 - 3,3 USA 2,2 1,8 3,2 2,1 1,7 2,3 - 2,8 - 3,0 - 3,2 - 6,8 - 3,9 - 3,3 Japan 1,9 2,0 0,6 0,0 - 0,1 2,3 1,1 1,2 2,4 - 9,5 - 9,3 - 7,4 Welt 2,9 2,8 3,8 3,3 3,0 3,5 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland*: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. 2012 2013 2010 2011 2012 2013P 2014P Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2P Q3P Q4P BIP 4,2 3,0 0,7 0,1 1,5 0,6 0,2 0,2 - 0,7 0,1 0,5 0,3 0,3 Privater Konsum 0,9 1,7 0,8 1,0 1,0 0,4 0,1 0,1 - 0,3 0,8 0,3 0,4 0,3 Staatsausgaben 1,7 1,0 1,2 0,3 0,6 0,5 - 0,4 0,7 0,1 - 0,1 0,1 0,1 0,1 Anlageinvestitionen 5,9 6,2 - 2,5 - 1,7 3,1 - 0,9 - 1,9 - 0,4 - 1,1 - 1,5 1,7 0,4 0,6 Ausrüstungen 10,3 7,0 - 4,8 - 3,2 4,0 - 1,1 - 3,0 - 2,2 - 2,0 - 0,6 0,3 0,5 1,0 Bau 3,2 5,8 - 1,5 - 0,2 2,3 - 0,6 - 1,4 0,5 - 0,7 - 2,1 3,0 0,3 0,3 Lager, % - Punkte 0,6 0,2 - 0,4 0,0 0,0 - 0,2 - 0,1 - 0,3 0,4 - 0,1 - 0,1 - 0,1 0,0 Exporte 13,7 7,8 3,8 0,7 6,5 1,2 3,1 1,4 - 2,4 - 1,8 2,0 2,0 2,3 Importe 11,1 7,4 2,2 1,1 6,8 - 0,2 2,3 0,6 - 1,3 - 2,1 2,2 2,3 2,7 Nettoexport, % - Punkte 1,7 0,6 0,9 - 0,1 0,3 0,7 0,6 0,4 - 0,7 0,1 0,1 0,0 0,0 K onsumentenpreise* 1,1 2,1 2,0 1,6 1,6 2,1 1,9 2,0 2,0 1,5 1,5 1,6 1,5 Arbeitslosenquote, % 7,7 7,1 6,8 6,8 6,6 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 6,8 6,8 6,8 Budgetsaldo, % BIP - 4,1 - 0,8 0,2 - 0,3 - 0,1 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,2 6,2 7,0 7,0 6,9 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 11 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Grafik des Monats Importiert Uncle Sam wieder mehr deutsche Güter? Die Prognose für das deutsche BIP-Wachstum 2013 – wie jene für die meisten anderen Länder – setzt eine Erholung des Welthandels in der zweiten Jahres- hälfte voraus. Auch wenn zum Beispiel die ifo-Exporterwartungen auf eine ge- wisse Erholung hindeuten, lassen die deutschen Warenexporte insgesamt wie auch der Auftragseingang aus dem Ausland davon bislang wenig erkennen. Das Exportwachstum schwankte in den letzten Monaten recht deutlich; geglättet blieben die Exporte im Vorjahresvergleich im Mai allerdings nahezu unverän- dert. Die deutschen Exporte zeigen zumindest für einige Regionen leichte Anzeichen für eine positivere Entwicklung. So haben sich die Exporte in die USA von den negativen Wachstumsraten Anfang 2013 wieder merklich erholt und lagen im April/Mai knapp 6% über Vorjahr (geglättete Werte). In etwas abgeschwächter Form gilt dies auch für die Exporte nach Asien (ohne China), während die Ex- porte nach China ggü. Vorjahr zuletzt zumindest langsamer schrumpften. Die Exporte in die EWU sanken mit ungefähr gleichem Tempo weiter. Diese etwas positivere Entwicklung der Exporte in die USA und nach Asien in den letzten drei Monaten sollte jedoch noch mit Vorsicht betrachtet werden, denn: 1) Monatliche Schwankungen sind hoch und generell vorsichtig zu inter- pretieren. Dies gilt besonders für die deutschen Exporte in die USA, bei denen die kräftige Erholung der Wachstumsrate (gg. Vj.) zumindest zum Teil ein Er- gebnis zweier starker Monate (Exporte stiegen im März um 4,4% gg. Vm. und um 3,8% im April, aber fielen um 3% im Mai) und eines Basiseffekts ist; 2) Im Mai haben sich die Gesamtexporte trotz besserer Exporte in die USA und nach Asien noch nicht beschleunigt; 3) Die Exportaufträge sind laut Einkaufsmanger- umfrage (PMI) im Gegensatz zum ifo-Index eher abwärts gerichtet; 4) Die Wachstumsprognosen für China, so auch die der Deutschen Bank, wurden kürzlich leicht gesenkt und 5) Angesichts der Zunahme der Exporte in die USA (vor allem des Autosektors) sind die Erwartungen an deren Beitrag zum Wach- stum recht hoch. Zwar dürfte sich das US-BIP-Wachstum in der zweiten Jah- reshälfte unseres Erachtens nach beschleunigen; das erste Halbjahr hat jedoch teilweise enttäuscht und die Diskussion um einen Einstieg in den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der Fed könnte ebenfalls Spuren hinterlassen. Zudem -10 0 10 20 30 12 13 Insgesamt EWU Asien, ohne China China USA Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research Deutsche Warenexporte, % gg. Vj., gl. 3M-Schnitt Exporte in die USA (und mit Abstrichen nach Asien) scheinen wieder etwas Fahrt aufzunehmen DX 0 5 10 15 20 0 10 20 30 40 50 05 06 07 08 09 10 11 12 13 EWU (links) Asien, ohne China (rechts) USA (rechts) China (rechts) Anteil an deutschen Warenexporten nach Ländern/Regionen, %, gl. 3Q - Schnitt Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research US - Exportanteil erholt sich wieder; der chinesische könnte seinen Gipfel erreicht haben DX Ausblick Deutschland 12 | 1. August 2013 Aktuelle Themen gaben die US-Importe insgesamt im ersten Halbjahr sogar leicht nach, was dar- auf hindeutet, dass die besseren deutschen Exporte in die USA auf spezifisch deutsche Faktoren (möglicherweise Einmaleffekte) zurückgehen. Insgesamt erwarten wir zwar, dass sich die deutschen Exporte in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen. Das Tempo dürfte vor allem angesichts der schwachen inländi- schen Nachfrage in der EWU aber gedämpft bleiben. Die Exporte in die USA und nach Asien haben die Dynamik der deutschen Aus- fuhren 2012 entscheidend geprägt. So gingen im letzten Jahr knapp 70% des Exportwachstums von 3,4% auf diese Regionen zurück, der mit Abstand höchs- te Beitrag der letzten 10 Jahre. 13 Die linke Grafik zeigt jedoch, dass dies vor allem auf das Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2012 zurückging. Denn in der zweiten Jahreshälfte hat sich insbesondere das Wachstum der Exporte in die USA von über 20% (im Vorjahresvergleich) bis in den leicht negativen Be- reich verlangsamt, was angesichts der beständig fallenden Nachfrage aus den EWU-Ländern den deutschen Export stark bremste. Die sich andeutende Be- schleunigung der Exporte nach Asien und in die USA dürfte dafür sorgen, dass diese Regionen erneut das deutsche Exportwachstum entscheidend antreiben. Aufgrund der unterschiedlichen Dynamiken der Regionen haben sich auch de- ren Anteile an den deutschen Ausfuhren verschoben. So scheint sich der Anteil der Exporte in die USA dank der dortigen wirtschaftlichen Erholung wieder auf über 8% zu erholen, nachdem er 2009 auf unter 7% gefallen war. Dagegen ist der Anteilszuwachs der Exporte nach China wohl zum Stillstand gekommen. Der Anteil stieg während der letzten (Krisen-)Jahre auf knapp über 6%, ist aber zuletzt (Q1 2013) wieder leicht darunter gefallen. Das dürfte auch daran liegen, dass das BIP-Wachstum dort etwas zurückging und die chinesische Regierung weniger auf investitionsgetriebenes Wachstums setzt, was z.B. deutsche Ma- schinenexporte bremsen dürfte. Die zunehmende Bedeutung Asiens für die deutschen Exporteure ist aber wohl dennoch nicht gefährdet. Rechnet man die Exporte nach China heraus, ist der Anteil der Exporte nach Asien seit 2008 gra- duell angestiegen und lag zuletzt bei über 10%. Der kumulierte Anteilsgewinn der drei Regionen steht einem sogar etwas größeren Rückgang des EWU- Anteils gegenüber. Dieser ist seit Anfang 2008 von über 43% auf zuletzt 38% gefallen, da sich viele Länder in der EWU in einer Rezession befinden. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) 13 Siehe auch: Deutsches Exportwachstum 2012 stützt sich auf wenige Branchen und Regionen. Aktueller Kommentar. 23. November 2012. Ausblick Deutschland 13 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (1) — Mit +0,1% gg. Vq. enttäuschte das BIP - Wachstum in Q1. N ach - 0,7% in Q4 dürfte dennoch der Tiefpunkt durc h- schritten sein. Nach einem kräftigen Anstieg (wette r- bedingte Aufholeffekte) in Q2 sollte das Wachstum in H2 nahe der Trendlinie liegen. Aufgrund des statistischen Unterhangs erwarten wir 2013 im Jahresdurchschnitt aber nur ein Wachstum von +0,1%. — Der negative Vorjah resvergleich in Q1 entstand durch einen Arbeitstageeffekt, der die Schwäche überzeichnet. — Das Wachstum dürfte 2013 vom Konsum getragen we r- den, dagegen dämpft der Außenhandel . Investitionen gehen erneut zurück. — Angesichts des verbleibenden Anpassungsbedarfs in einigen EWU - Ländern dürfte die EWU in H1 2013 in der Rezession verharren und danach nur auf einen sehr fl a- chen Wachstumspfad einschwenken. — Insgesamt d ürfte das BIP in 2013 trotz der erwarteten Erholung im Jahresverlauf erneut sinken ( - 0,6%; 2012: - 0,5%). Die Risiken für diese Prognose sind zu- letzt ausgewogener geworden. — Dank einer positiveren Bewertung der Geschäftslage zog das ifo Geschäftsklima im Juli erneut an – der dritte moderate Anstieg in Folge – und markiert einen guten Sta rt ins Q3. Die Geschäftserwartungen haben sich im Juli jedoch minimal eingetrübt. Ihr Niveau deutet auf ein BIP - Wachstum von etwa ½% gg. Vq. in Q3 hin. — Der recht kräftige Anstieg des Geschäftsklimas im Ei n- zelhandel glich die leichte Abschwächung im Bau mehr als aus. Der Einzelhandels - und Bauindex befinden sich spürbar über ihren historischen Durchschnitten, was auf eine robuste inländische Konjunktur hindeutet. Das G e- schäftsklima im wichtigen Verarbeitenden Gewerbe blieb unverändert leicht über historis chem Schnitt. Hier dämpft der schwache Welthandel das Geschäftsklima. — Der Composite Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg im Juli kräftig an und verringerte dadurch die Lücke zum ifo - Index. Dieser war in den letzten Monaten positiver als die Ergebnisse der E inkaufsmanager - Umfrage. — In der Industrie lag der Index im Juli wieder über der Wachstumsschwelle (50,3 gg. 48,6 zuvor). Die Aufträge insgesamt waren im leicht expansiven Bereich (50,6); die Aufträge aus dem Ausland gingen hingegen nur langsamer zurück (48, 3 gg. 47,0). Im Dienstleistung s- se k tor war der Anstieg ebenfalls kräftig (52,5 gg. 50,4) mit deutlichen Anstiegen beim Neugeschäft, den Erwar - tungen und der Beschäftigungskomponente. - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 10 11 12 13 14 EWU ex DE DE BIP Entwicklung: DE vs. EWU % gg. Vq. Quelle: Eurostat 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 40 50 60 70 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 14 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (2) — Die Auftragsdaten deuten 2013 bislang nicht auf eine starke Erholung der Industrie im Jahresverlauf hin. Im Mai ist der Auftragseingang um 1,3% gg. Vm. gefallen, nachdem schon im April ein kräftiges Minus ( - 2,2%) a n- fiel. Das Auftragsplus der Vormonate ist damit weitg e- hend rückgängig gemacht un d im Vorjahresvergleich bl ie b das Auftragsniveau im Minus. — Zwar waren die Daten durch volatile Großaufträge b e- einflusst. Zudem deuten der ifo bzw. PMI auf eine posit i- ve Auftragsentwicklung hin. Die Umfragen waren zuletzt jedoch „zu positiv“. Wir erwarten d aher nur eine schw a- che Erholung. — Die Industrieproduktion fiel im Mai um 1,0% gg. Vm. In den Vormonaten verzeichnete die Industrie aber recht kräftige Produktionsanstiege, wobei das 2% - Plus im A p- ril stark durch wetterbedingte Nachholeffekte im Bau (+8,3%) geprägt war. Zudem war der schwache Mai wohl durch Brückentageeffekte negativ beeinflusst. — In Q2 dürfte die Industrie kräftig zum BIP - Wachstum beitragen. Auf Basis der Daten für April und Mai dürfte das Plus für die Investitionsgüter (derzeit +4,6% gg. Vq.) sehr kräftig, bei Konsum - (+0,1%) und Zwischengütern (+0,7%) hingegen nur gering ausfallen. — Momentan belastet die schwache Konjunkturentwicklung während des Winterhalbjahrs (BIP - Wachstum Q4: - 0,7% gg. Vq.; Q1: +0,1% gg. Vq.) den der Konjunktur nachla u- fenden Arbeitsmarkt. — Im Mai 2012 stieg die Beschäftigung noch um 1,2% gg. Vj. Im Mai 2013 waren es nur noch 0,6% gg. Vj. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt 1,3% über Vj. — Aufgrund der auf Monatsebene leicht zunehmend en Beschäftigtenzahl markiert die Zahl der Erwerbstätigen weiter historische Höchststände (saisonbereinigt 41,8 Mio. Personen). — Im Juni verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 12 Tsd., nachdem sie in den drei Vormonaten um in Schnitt 11 Tsd. angestiegen war. Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahl in den letzten Monaten lag die Arbeit s- losenquote im Mai und Juni bei 6,8% und damit niedriger als zuvor (6,9%). Dies lag an der jährlichen Neuberec h- nung der Erwerbspersonen (die Basis der Qu ote) im Mai. Ihre Zahl stieg im Vorjahresvergleich um 580 Tsd. — Frühindikatoren stiegen im Jul i , deuten aber insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung des Arbeitsmarktes in den nächsten Monaten hin . Ab Herbst 2013 dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt w ieder verbessern. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2013 6,8% betragen, genauso wie im Vorjahr. - 20 - 10 0 10 20 30 11 12 13 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 77 82 87 92 97 102 107 112 117 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 08 09 10 11 12 13 Industrieproduktion (links) ifo - Erwartungen (4 M. verz., re.) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt Industrieproduktion und ifo - Erwartungen 90 95 100 105 110 115 120 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 Erwerbstätige (links) ifo - Beschäftigungsbarometer (um 6 Monate verzögert, rechts) % gg. Vj (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Bundesagentur für Arbeit Erwerbstätige und ifo - Beschäftigungsbarometer - 100 - 50 0 50 100 150 200 4 5 6 7 8 9 10 08 09 10 11 12 13 Veränd. der Arbeitslosigkeit (rechts) Arbeitslosenquote (links) Arbeitslosigkeit % der zivilen Erwerbspersonen (links); gg. Vm., '000 (rechts) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, DB Research Ausblick Deutschland 15 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (3) — Die Inflation beschleunigte sich im Juli auf 1,9% gg. Vj. nach 1,8% im Vormonat (April: 1,2%). Der Anstieg im J u- li wurde durch die Nahrungsmittel getrieben (+5,7% nach +5,4%). Die recht hohe Rate geht aber auf einen Basi s- effekt zurück, da die Nahrungsmittelpreise im Vorm o- natsvergleich leicht sanken. Die Kerninflation (ohne Na h- rungsmittel u. Energie) blieb vorauss ichtlich bei 1,3%. — Angesichts des moderaten BIP - Wachstums und stabiler Ölpreise erwarten wir eine gedämpfte Inflationsentwic k- lung in den nächsten Monaten. Für 2013 erwarten wir eine Inflationsrate von 1,4%, wobei von den Nahrung s- mittelpreisen trotz auslauf enden Basiseffekts Aufwärtsr i- siken ausgehen (instabiles Wetter/Überschwemmung). — Der Handelsbilanzüberschuss sank im Mai kräftig auf EUR 14,1 Mrd., den tiefsten Stand seit Dezember 2011, nach noch EUR 17,5 Mrd. im April. Die Exporte ( - 2,4% gg. Vm.) gingen im Mai deutlich zurück. Die Importe stiegen hingegen den dritten Monat in Folge ( +1,6%). — Im Vorjahresvergleich fielen Exporte ( - 4,8%) und Importe ( - 2,6%) im Mai merklich, wobei auch die große Zahl der Brückentage eine Rolle gespielt haben könnte. In der Periode Jan./Mai stagnierten die Exporte ( - 0,3%), wä h- rend die Importe, vor allem w egen Energieimporten, um 1,7% unter Vorjahr lagen. Der Unterschied hängt auch mit dem starken Rückgang der Importpreise (Jan./Mai: - 2,2%) bei nahezu stabilen Exportpreisen zusammen. — Die deutschen Exporte bewegten sich zuletzt weitgehend seitwärts, da die seit Mitte 2012 deutlich rückläufige Dyn a- mik der Export e in die USA und nach Asien (insbesondere China) nicht mehr ausreichte, um die im Vorjahresvergleich sinkenden Exporte in die EWU - Länder über zu kompensi e- ren. Am aktuellen Rand gibt es Anzeichen, d ass sich die Exporte in die USA und nach China wieder beschleunigen. — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an den gesamten deutschen Exporten um nahe zu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 37% gefallen (Asien 16% und USA 8%), da die Krisenl änder ihre I m- porte ggü. 2008 stark einschränkten (2012 – Spanien: - 36%; Italien: - 10%; Portugal: - 24%). — Trotz des moderaten Rückgangs im Juli (nach kräftigem Plus im Juni) blieben die ifo - Exporterwartungen über i h- rem Q2 - Schnitt. Sie deuten in den nächs ten Monaten nur auf eine verhaltende Exportdynamik hin. Die Expor t- aufträge laut PMI und der globale PMI (<50) lassen j e- doch keine starke Erholung des Welthandels erwarten. — Die Importe dürften bei einer Stabilisierung der Rohstof f- preise, dem Ende des Lagera bbaus sowie einem recht hohen Beschäftigungsniveau und realen Einkommen s- zuwächsen relativ zum Export leicht stärker wachsen. — Der Wachstumsbeitrag der Nettoexporte war in Q1 2013 knapp positiv (Q1: +0,1% - Punkte, Q4: - 0,7% - Punkte), dürfte im Gesamtjahr aber leicht negativ werden. -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 08 09 10 11 12 13 Inflationsrate Kerninflationsrate % gg. Vj. (Kerninflationsrate wegen Statistikumstellung erst ab 2011 verfügbar) Quellen: Statistisches Bundesamt Inflationsrate und Kerninflationsrate 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 16 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Branchen — Die reale Produktion des Verarbeitenden Gewerbes lag im Zeitraum März bis Mai 2013 um 2,2% über dem N i- veau von Dez. 2012 bis Feb. 2013. Die Auftragseingä n- ge überstiegen im gleichen Zeitraum das Niveau der Vorperiode um 1,4%, tendierten im Verlauf aber zuletzt zweimal nach unten. — Impulse dürften im Jahresverlauf vor allem aus dem außereuropäischen Ausland kommen. Die Nachfrage aus der Eurozone schrumpfte zuletzt wieder. — Für 2013 rechnen wir mit einem Pro duktionswachstum von 1% (2012: - 1%). — Der für die deutschen Unternehmen wichtige Absat z- markt China zeigte 2012 Schwächen. Dementsprechend mussten deutsche Automobilproduzenten und Masch i- nenbauer bei den Ausfuhren empfindliche Einbußen hi n- nehmen. — Seit Jahresbeginn haben die Ausfuhren dieser wichtigen Exportbranchen jedoch wieder angezogen – trotz der gemischten Nachrichten aus China. Demnach dürften die Exporte nach China die Produktion jener Sektoren 2013 stützen. Dies gilt auch für die Ausfuhren in di e USA, in die die deutschen Automobilproduzenten und Maschinenbauer ebenfalls seit Jahresbeginn wieder mehr liefern. — In der Automobilindustrie konnte im Mai das hohe Pr o- duktionsniveau des Vormonats gehalten werden. Im Zeitraum März/Mai 2013 lag die rea le Fertigung um 12,3% über dem Niveau der drei Vormonate. — Dieser unerwartet starke Anstieg der inländischen Fert i- gung, der primär durch Exporte und die Nutzfahrzeu g- konjunktur getrieben wurde, bildet die Basis dafür, dass die inländische Produktion in der A utomobilindustrie im Gesamtjahr 2013 um real 4% zulegen dürfte. — Die Geschäftserwartungen in der Automobilindustrie liegen knapp im positiven Bereich. Die Kapazitätsauslas - tung der Branche nahm im 3. Quartal zu dritten Mal in Folge zu. — Die Impulse für die deutsche Pharmaindustrie kamen in den letzten Jahren vorwiegend aus dem Ausland. De m- gegenüber tendierte der Inlandsmarkt u.a. aufgrund der strikteren Regulierung schwächer. — Seit Jahresbeginn hat sich die Auftragslage im Inland verbessert (Jan. - Mai 2013 vs . Aug. - Dez. 2012: real +3,4%). Auch die Auslandsaufträge sind nach einem Einbruch zu Beginn des Jahres zuletzt wieder gestiegen (Apr./Mai vs. Feb./März: +5,8%). — Insgesamt erwarten wir aber für die pharmazeutische Industrie aufgrund des schwierigen Umfelds im Inland 2013 nur ein reales Produktionsplus von 0,5%. 90 95 100 105 110 115 10 11 12 13 Produktion Aufträge 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Verarbeitendes Gewerbe: Produktion und Aufträge 50 60 70 80 90 100 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Kapazitätsauslastung (rechts) Produktion (links) Automobilindustrie: Produktion & Kapazitätsauslastung 2010=100, sb. (links), Kapazitätsauslastung in % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 Automobilindustrie Maschinenbau DV - Geräte., elek., opt. Erzeugn. Elektr. Ausrüstungen EUR Mrd., geglättet Quelle: Statistisches Bundesamt Deutsche Exporte nach China nach Branchen 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Produktion Inlandsaufträge Auslandsaufträge 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Pharmaindustrie: Produktion und Aufträge Ausblick Deutschland 17 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (1) — Laut EZB - Präsident Draghi gab es Forderungen nach einer weiteren Zinssenkung bei der Ratssitzung der EZB am 4. Juli, allerdings waren wohl einige „Nord - Länder“ dagegen. In Anlehnung an ähnliche Maßnahmen der Fed und der BoE versucht die EZB die Zinsstruktu rkurve durch die Aussage, dass die Zinsen für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen oder niedrigeren Niveau bleiben werden, zu beeinflussen (forward guidance). — Basierend auf Euribor - Kontrakten erwarten die Märkte, dass der 3 - M Satz auf 0,5% zum Jahres ende 2014 und auf 0,9% zum Jahresende 2015 steigen dürfte. Das war allerdings bereits v or Draghis forward guidance der Fall. — Andeutungen von Bernanke, die Fed könnte ihre mona t- lichen Anleihekäufe in den kommenden Monaten red u- zieren und womöglich Mitte 2014 gänzlich einstellen, e r- höhten die Volatilität an den Märkten. Die z.T. wide r- sprüchlichen Botschaften aus den Protokollen der letzten Fed - Sitzung und jüngste Äußerungen von Bernanke h a- ben diese noch verstärkt. Die Renditen der 10 - jährigen Treasuries st iegen seit Anfang Mai von 1,6% bis auf 2,6% an. — Dies zog die Rendite 10 - jähriger deutscher Anleihen nach oben. Seit Anfang Mai stiegen die Renditen von 1,2% auf 1,7%. Der Renditeabstand zwischen US - und deutschen Anleihen hat sich mehr als verdoppelt auf rund 100 Bp. — Ausgehend von der Debatte über den QE3 - Ausstieg der Fed hat sich der globale Zinszyklus wahrscheinlich g e- dreht. Zudem stiegen die Anleiherenditen europäischer Länder durch die politische Unsicherheit in Portugal, Griechenland, Italien und Spanien. — Seit Anfang Mai erhöhten sich die Renditen der Kernlä n- der der Eurozone um 40 bis 60 Bp. Gegenüber deu t- schen Anleihen stieg der Renditeabstand für Frankreich um etwa 10 Bp. und blieb für Finnland, die Niederlande und Österreich etwa konstant. — Die Renditen von italienischen, spanischen und irischen 10 - jährigen Staatsanleihen stiegen seit Anfang Mai zw i- schen rund 30 Bp. (Irland) und 55 Bp. (Spanien), so dass sich die Renditeabstände ggü. deutschen Staat s- a n leihen für Italien (8 Bp.) und Spanien (1 0 Bp.) erhö h- ten. — Portugal wurde zwischenzeitlich durch die Regierung s- krise am stärksten getroffen und der Renditeabstand vergrößerte sich bis Mitte Juli ggü. Mai um fast 150 Bp. Seitdem beruhigte sich die Lage und der Renditeabstand fiel wieder um 120 Bp. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins 3M - Satz EWU: Leitzins & 3M - Satz % Quellen: EZB, Global Insight 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 11 12 13 DE USA % Quelle: Global Insight Renditen 10 - jähriger deutscher und amerikanischer Staatsanleihen 0 20 40 60 80 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Niederlande Finnland Frankreich Österreich EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight 200 250 300 350 400 450 500 550 600 Jan 13 Apr 13 Jul 13 Spanien Italien Portugal Irland EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight Ausblick Deutschland 18 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (2) — Derzeit liegt der DAX bei etwa 8300 Punkten. Der DAX hat sich zuletzt gut gehalten, wohl auch, da es bei tei l- weise negativen Realzinsen am deutschen Anleihemarkt an Anlagealternativen fehlt. Der Abstand der Divide n- den - zur Anleiherendite liegt auf hohem Niveau. — Momentan läuft die Q2 - Be richtssaison. Bei EPS und Umsätzen lagen die europäischen Zahlen unter dem historischen Durchschnitt. Erste Zahlen der deutschen Unternehmen waren gemischt (Umsätze +; EPS - ; 27 Unternehmen). Im Gegensatz dazu fielen die Q2 - Berichte in den USA in etwa wie erwartet aus, und in Asien gab es positive Überraschungen. — Unsere Aktien - Analysten erwarten einen Stand des DAX von 8000 und des Stoxx 600 von 315 zum Jahresende. — Rohstoffpreise fielen wegen Sorgen über das Wachstum in China und der Debatte über den QE3 - Ausstieg der Fed bis Anfang des Monats kräftig, da eine Verbindung zwischen QE und Kapitalflüssen in Rohstoffe bestehen dürfte. Durch das erwartete etwas höhere Wachstum Chinas und der Weltwirtschaft in H2 dürften Rohstof f- preise wieder moderat steigen. — Seit dem Hochpunkt im August 2012 fielen die Na h- rungs mittelpreise um fast 1/3. Obwohl der Rückgang sich 2013 verlangsamte, liegen sie etwa 20% unter dem Vorjahresniveau. Basiseffekte werden gg. Vj. im J u- li/Aug. sogar für noch stärkere Rückgänge sorgen. Alle r- dings verzeichneten viele EWU - Länder zuletzt deutliche Anstiege der Nahrungsmittelpreise auf VPI - Ebene. — In H2 2013 dürfte sich die Nachfrage nach Öl im Zuge der weltweiten Konjunkturbelebung erhöhen. Zusätzliche preistreibende Wirkungen könnten vo n der Angebotsse i- te (z.B. geopolitische Risiken, Iran) ausgehen. — In Folge der deutlichen Ausweitung des Angebots insb. durch die höhere Produktion an Schieferöl in den USA erwarten unsere Rohstoffstrategen einen Ölpreis von USD 107 per Barrel im Q4 2013. Aktuell notiert der Öl - preis bei etwa USD 110 per Barrel Brent. — Der Goldpreis liegt momentan bei etwa USD 1300 per Feinunze und damit rund 30% unter dem Höchststand des vergangenen Jahres (4. Okt 2012; USD 1792 per Feinunze). Belastend wirken die Ankündigung der Fed, QE3 im Laufe des Jahres zu reduzieren, die Erhöhung der realen Zinsen, ein stärkerer USD und nachlassende Inflationssorgen. — Unsere Rohstoff - Analysten erwarten einen Goldpreis von USD 1300 per Feinunze zum Q4 2013. Trotzdem wäre dies de r größte Preisrückgang gg. Vj. (eop) seit dem Jahr 1997. 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 07 08 09 10 11 12 13 Dax 30 EuroStoxx 50 (normiert) Aktienindizes Quellen: Global Insight, DB Research 50 70 90 110 130 150 08 09 10 11 12 13 Nahrungsmittel Industrierohstoffe Insgesamt Energierohstoffe Rohstoffpreise HWWI Index, 2010=100, EUR Basis Quelle: HWWI 0 20 40 60 80 100 120 140 160 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Barrel EUR je Barrel Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research Ölpreis Brent Blend, USD oder EUR je Barrel 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Feinunze EUR je Feinunze Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research USD oder EUR je Feinunze Goldpreis Ausblick Deutschland 19 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (3) — Trotz der öffentlichen Sorge über Inflationsgefahren, erwarten die von der EZB befragten privaten Prognost i- ker keinen Anstieg der Inflation. Ihre Erwartungen über die Inflationsrate (EWU) in 2 Jahren blieben konstant bei 1,8%. Unverändert wird in 5 Jahren eine Inflationsrate von 2,0% erwartet. — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter A n- leihen berech nete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen 2 und gut 2 ½%. — Allerdings dürfte diese „implizite Inflationserwartung“ verzerrt sein. Zum einen ist der derzeitige Realzins nahe Null ökonomisch nur schwer zu erklären. Zum anderen sind die Anleiherenditen durch massive Käufe einiger großer Zentralbanken und bestehender „Safe haven“ - Käufe wohl nach unten verzerrt. — — — — Nachdem der EUR/USD im Februar das Hoch von 1,37 erreicht hatte, bewegt sich der EUR/USD im Q2 in dem r elativ engen Band von 1,28 bis 1,34. Die zuletzt z.T. widersprüchlichen Botschaften der Fed führen zur relativ volatilen Seitwärtsbewegung des EUR/USD Wechse l- kurses. — In H2 2013 dürfte sich das Wachstum der USA auf etwa 3% erhöhen und die Fed die QE3 - Käufe verringern. Dies dürfte für einen stärkeren USD sorgen – unsere Strat e- gen rechnen daher mit einem EUR/USD Kurs von 1,23 Ende Q4 (1,26 Ende Q3). Sie sehen die aktuelle USD - Stärke als Beginn eines mehrjährigen USD - Aufwertungs - zyklus und prognostizieren das E rreichen der USD/EUR Parität im Jahr 2017. -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 13 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächste 12 M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg 0,8 0,9 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 130 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Nom. eff. EUR - Wechselkurs (l.) Realer eff. EUR - Wechselkurs (l.) USD je EUR (r.) Wechselkursentwicklung des Euro 1999Q1=100 (links), USD je EUR (rechts) Quellen: EZB, Reuters Ausblick Deutschland 20 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (4) — Die schwache Entwicklung bei Unternehmenskrediten setzte sich auch im Juni fort. Erneut - 0,9% gg. Vj (EUR - 8,6 Mrd.). — Obwohl die Schrumpfungsrate nach wie vor deutlich unter dem Durchschnitt des Euroraums liegt, schlägt sich die bis zum ersten Quartal 2013 rückläufige Invest i- tionstätigkeit im Kreditvolumen nieder. Teilweise auch Substitution durch Anleiheemission. — Im Euroraum nochmals beschleunigter Rückgang auf - 5,1% g g. Vorjahr im Juni (Mai: - 5%), bedingt durch a n- haltendes Deleveraging und Rezession in Krisenländern. — — Im Juni stieg das Hypothekenvolumen um +2,4% gg. Vorjahr (EUR +23,3 Mrd. gg. Vj). In Q2 damit durchg e- hend Zuwächse auf dem Niveau der Vorkrisenperio de aber kaum weitere Beschleunigung. — Das anhaltend niedrige Zinsniveau sowie eine stabile Einkommens - und Beschäftigungssituation stärken die Immobiliennachfrage auf Seiten der Haushalte. — Nach wie vor höheres Hypothekarkreditwachstum in Deutschland als in der EWU (+0,8% im Juni). — Zinssätze für Unternehmens - und Hypothekarkredite in Deutschland seit Jahresbeginn weitgehend unverändert und auf historisch niedrigem Stand: Mai 2,8% für Hy p o- thekar - und 3% für Unternehmenskredite. — Das niedrige Leitzinsniveau senkt Refinanzierungs - kosten der Banken, was wiederum auch an Kunden weitergegeben wird. — Unternehmen schätzen Kreditvergabe weiter als un - problematisch ein. — Im Juni Anteil der Ind ustrieunternehmen, die Kreditve r- gabe als restriktiv einstufen, nach wie vor auf niedrigem Niveau bei weiterem Rückgang gg. Vormonat ( - 1,2 Pr o- zentpunkte). Bei Bauunternehmen ebenfalls historisch niedriger Stand sowie leichter Rückgang ( - 0,2 Prozen t- punkte). -8 -4 0 4 8 12 16 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Kredite an Unternehmen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research -2 0 2 4 6 8 10 12 14 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Privates Hypothekenvolumen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins Ø - Zins für private Hypotheken (Neugeschäft) Ø - Zins für Unternehmenskredite < EUR 1 Mio. (Neugeschäft) Zinsen für Kredite % Quellen: EZB, Bundesbank 0 10 20 30 40 50 60 09 10 11 12 13 Verarbeitendes Gewerbe Bau Kredithürde Anteil der Unternehmen, die angeben, die Kreditvergabe sei "restriktiv" (in %) Quelle: ifo Ausblick Deutschland 21 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (5) — Die Ausgabe von Schuldverschreibungen des öffentl i- chen Sektors in Deutschland blieb im Vergleich zu den beiden Vorjahren gedämpft. Die deutschen Länder und die Bundesregierung erlösten dabei rund EUR 41 Mrd. im Mai 2013. — In den ersten 5 Monaten des Jahres 2013 betrugen die kumulierten Emissionen von Staatsanleihen EUR 204 Mrd, gegenüber EUR 274 Mrd. im Vorjahr. — Der öffentliche Sektor in Deutschland profitiert als Emi t- tent noch immer vom "Safe - haven" - Effekt. — Die bislang starke Aktivität bei der Ausgabe von Banka n- leihen im Jahr 2013 hielt auch im Mai mit einem Ausg a- bevolumen von EUR 78 Mrd an. — Die Ausgabe von Bankanleihen erreichte dabei den bis - lang höchsten Wert für die ersten fünf Monate eines Ja h- res seit 2009 m it EUR 382 Mrd. — Die Tatsache, dass die Zinsen von Bankanleihen auf die tiefsten Stände seit 2008 gefallen sind, gab den Banken Anreiz, ihre Kapitalstruktur und ihre Liquidität zu verbe s- sern. — Die Unternehmen nutzten für ihre Finanzierung auch weiterhin die Anleihemärkte, wobei das Ausgabevol u- men im Mai EUR 2,4 Mrd. betrug. — Die kumulierten Emissionsvolumen im bisherigen Jahr summieren sich auf etwa EUR 13 Mrd. (+19.4%) — Die Ausgabe von Unternehmensanleihen bewegt sich auf dem Niveau des langfristigen Durch schnitts der let z- ten vier Jahre. — Mit einem Wert von EUR 93 Mio. stieg die Emissionst ä- tigkeit am Aktienmarkt im April verglichen zum Vorja h- reswert von EUR 66 Mio. leicht an. — Die Aufnahme von Eigenkapital durch Unternehmen in den ersten 4 Monaten des Jahres lag dennoch und trotz des unterstützenden Börsenumfelds bei lediglich EUR 1,2 Mrd., dem niedrigsten Wert der letzten sechs Jahre. 0 100 200 300 400 500 600 700 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Staatsanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Bankanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Unternehmensanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Aktien Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 22 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Wirtschaftspolitik — Die südeuropäischen Euro - Länder haben seit längerem mit immer weiter steigenden Arbeitslosenquoten zu kämpfen. Die allgemeine Arbeitslosenquote verdeckt allerdings, dass bestimmte Gruppen davon besonders betroffen sind. Neben den Jugendlichen sind dies vor a l- lem ausländische Arbeitnehmer. — Die Arbeitslosenquoten von Einheim ischen und EU - Ausländern unterscheiden sich in den meisten Ländern kaum. Dagegen haben Zuwanderer aus Nicht - EU - Ländern im Durchschnitt ein geringeres Qualifikations - niveau und somit schlechtere Arbeitsmarktchancen. In Griechenland, Spanien, aber auch in Be lgien sind über 30% der Nicht - EU - Ausländer aktuell ohne Job. Aufgrund der besseren Arbeitsmarktlage sind es in Deutschland und Österreich hingegen lediglich 12,9% bzw. 10,7%. — Das neueste Eurobarometer belegt, dass die Bürger in den europäischen Krisenst aaten nur wenig Vertrauen in ihr politisches System und ihre politischen Institutionen haben. Am anderen Ende der Skala finden sich die B e- nelux - Länder. — In den GIPS - Staaten geben zum Teil weniger als 10% der Befragten an, den Parteien und nationalen Regi e- ru ngen zu vertrauen. Die EU schneidet in diesen Lä n- dern zwar besser ab als die nationalen Institutionen, aber erreicht absolut betrachtet auch nur geringe Z u- stimmungswerte. — Neben den traditionell EU - skeptischen Briten gaben auch die Befragten in Deutschland und den Niederla n- den an, mehr Vertrauen in die eigene Regierung als in die EU zu haben. — Insgesamt konnte die Regierungskoalition ihren Vo r- sprung auf Rot - Grün wieder leicht ausbauen. Zusammen kommen CDU und FDP auf 46,5% der Stimmen, was für die absolute Mehrheit im Bundestag bereits ausreichen könnte. — Die CDU hat weiterhin einen deutlichen Vorsprung zur SPD. Kanzlerin Angela Merkel wird in Umfragen nach wie vor deutlich besser bewertet als ihr Herausforderer Peer Steinbrück. — Die im März gegründete AfD – deren Hauptforderung eine Neuordnung der Eurozone ist – liegt weiterhin deu t- lich unterhalb der 5% - Hürde. 0 10 20 30 40 AT DE NE BE FR IT ES GR Inländer EU - Ausländer Nicht - EU - Ausländer Quelle: Eurostat in % Arbeitslosigkeit in der Eurozone nach Staatsangehörigkeit 0 10 20 30 40 50 GR ES IT PT FR UK EU 27 DE BE NL Parteien Nationale Regierung EU Geringes Vertrauen in politische Institutionen % der Befragten, die den jeweiligen politischen Institutionen vertrauen Quelle: Eurobaromenter 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Sep 2009 Mär 2012 Mai Jul Sep Nov Jan 2013 Mär Mai Jul CDU/CSU SPD FDP Grüne Linke AfD 12,5 25,5 6 6,5 40 3,5 Wahl 2009 Deutscher Bundestag, wenn morgen gewählt würde Quelle: IfD Allensbach Wahl - bzw. Umfrageergebnisse, % Ausblick Deutschland 23 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Ansprechpartner für die Chartbooks: Konjunktur und Finanzmärkte: Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Branchen: Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Wirtschaftspolitik: Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik DX Datum Ereignis Anmerkungen 1. Aug. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 1. Sep. TV - Kanzlerduell Höhepunkt des Wahlkampfs, der (1) Sozialpolitik, (2) NSA - Skandal und (3) Eurokrise als Hauptthemen hatte. Letzte Konfrontation der Spitzenkandid a- ten. 3. Sep. 1. Lesung im Bundestag des Entwurfs Bundeshaushalt 2014 Entwurf sieht 2014 Ausgaben von EUR 295,4 Mrd. vor (2013: EUR 310 Mrd., einschließl. 8 Mrd. wegen Flutschäden (Fonds „Aufbauhilfe“)). Nettokredi t- aufnahme sinkt von EUR 25,1 Mrd. 2013 auf EUR 6,2 Mrd. 5. Sep. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 5./6. Sep. G20 - Gipfel in St. Petersburg Schwerpunkte russischer G20 - Präsidentschaft: mehr Wachstum und B e- schäftigung u.a. durch Investitionen und effiziente Regulierung. Dabei geht es u.a. um Finanzmarktregulierung und nachhaltige Fiskalpolitik. 13./14. Sep. Informeller ECOFIN in Litauen 15. Sep. Landtagswahl in Bayern Horst Seehofer dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit Ministerpräsident ble i- ben. Offen ist jedoch, ob die CSU die Mehrheit der Sitze im Landtag erre i- chen wird. 22. Sep. Landtagswahl in Hessen Auch ein möglicher Regierungswechsel würde keine entscheidende Verä n- derung der Mehrheitsverhältni sse im Bundesrat herbeiführen. 22. Sep. Bundestagswahl Zu aktuellen Umfrageergebnissen siehe Grafik im Chartbook Wirtschaftspol i- tik. 2. Okt. Sitzung des EZB - Rates mit Pressekonferenz in Paris Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 11 . - 13 . Okt . Jahrestreffen IWF und Weltbank Diskussion des weltwirtschaftlichen Ausblicks und der Lage an den Finan z- märkten. 14 . /15 . Okt . Eurogroup/ECOFIN - Sitzung Bewertung des Reformfortschritts der Programmländer, Vorbereitung des Eur. Rats. 24./25. Okt. Europäisc her Rat in Brüssel Sozialgipfel. Zudem Debatte über Maßnahmen für mehr Wettbewerbsfähi g- keit, Wachstum und Beschäftigung in EU. Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 24 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender DX Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 6. Aug . 2013 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. Juni 1,5 - 1,3 7. Aug . 2013 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. Juni 0,7 - 1,0 8. Aug . 2013 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Juni 15,1 14,6 8. Aug . 2013 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Juni - 1,9 ( - 3,9) - 2,0 ( - 2,9) 8. Aug . 2013 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Juni - 3,0 ( - 3,0) 1,4 ( - 2,0) 14. Aug . 2013 8:00 Reals BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q2 2013 0,5 0,1 22. Aug . 2013 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Aug 50,5 50,3 22. Aug . 2013 9:30 PMI Dienstleistungssektor (Flash) Aug 53,0 52,5 27. Aug . 2013 10:30 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Aug 106,5 106,2 29. Aug . 2013 14:00 Vorläufiger VPI (sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Aug 0,3 (1,8) 0,5 (1,9) 30. Aug . 2013 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) Juli 0,4 ( - 2,5) - 0,8 ( - 2,2) Quellen: DB Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Ausblick Deutschland 25 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Leitzinssatz, % Aktuell 0,100 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,20 1,50 2,50 4,00 0,05 Sep . 13 0,100 0,08 0,50 0,51 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 Dez . 13 0,100 0,08 0,50 0,51 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 Jun i 14 0,100 0,08 0,50 0,60 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,27 0,23 0,23 0,51 Sep . 13 0,35 0,30 0,50 0,51 Dez . 13 0,35 0,30 0,50 0,51 Jun i 14 0,35 0,30 0,50 0,60 10J Staatsanleihen Renditen, % Renditeabstände gg. EWU, % - Punkte Aktuell 2,65 0,80 1,53 2,33 - 0,61 0,55 0,15 1,00 Sep . 13 2,50 0,90 1,55 2,25 - 0,70 0,25 0,25 0,65 De z . 13 2,50 1,00 1,75 2,50 - 0,65 0,20 0,30 0,70 Jun i 14 3,00 0,80 2,00 2,80 - 0,65 0,20 0,30 0,75 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,32 97,80 0,86 1,53 1,23 8,59 7,46 7,86 4,23 297,88 25,91 Sep . 13 1,26 102,00 0,86 1,61 1,25 8,45 7,46 7,35 4,13 284,90 25,41 Dez . 13 1,20 110,00 0,85 1,56 1,25 8,25 7,46 7,25 4,00 279,30 25,20 Jun i 14 1,18 113,00 0,84 1,49 1,24 8,00 7,46 7,15 4,00 275,10 24,85 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 26 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor DX Q3 2012 Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Q3 2013 Feb 2013 Mrz 2013 Apr 2013 Mai 2013 Jun 2013 Jul 2013 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 102,3 101,4 106,1 105,3 107,4 106,7 104,4 105,7 105,9 106,2 ifo Geschäftserwartungen 94,3 95,6 103,0 101,9 104,6 103,6 101,6 101,6 102,5 102,4 PMI Composite 47,9 49,1 52,8 49,9 53,3 50,6 49,2 50,2 50,4 52,8 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 96,4 95,1 101,1 100,5 102,4 101,9 99,3 100,7 101,5 101,5 PMI Verarbeitendes Gewerbe 45,0 46,3 49,7 48,7 50,3 49,0 48,1 49,4 48,6 50,3 Produktion (% gg. Vp.) 0,2 - 2,6 0,0 0,6 1,1 2,0 - 1,0 Auftragseingang (% gg. Vp.) - 1,7 1,0 0,4 2,1 2,4 - 2,2 - 1,3 Grad der Kapazitätsauslastung 83,6 82,1 83,2 82,7 83,6 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) 0,5 - 2,3 - 6,6 - 0,3 - 5,8 15,7 - 1,7 Auftragseingang (% ggü. Vp.) - 1,2 2,2 2,4 4,2 - 5,4 0,7 0,5 ifo Bauhauptgewerbe 118,0 117,7 125,7 123,8 127,1 127,2 124,5 123,5 123,4 122,0 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 49,4 50,0 53,8 49,9 54,7 50,9 49,6 49,7 50,4 52,5 Ko nsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 7,9 - 10,0 - 6,5 - 4,2 - 6,4 - 5,4 - 4,9 - 4,5 - 3,2 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) - 0,7 - 0,6 1,9 0,3 - 0,5 - 0,2 0,3 0,7 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) - 7,0 - 6,2 - 10,5 - 3,7 - 10,5 - 17,1 3,8 - 9,9 - 4,7 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) - 1,0 2,2 - 1,0 2,0 2,8 - 1,4 - 0,7 Exporte (% gg. Vp.) 1,1 - 2,0 0,4 - 1,2 0,5 1,4 - 2,0 Importe (% gg. Vp.) 0,3 - 0,9 - 1,0 - 3,4 1,0 1,2 1,4 Nettoexporte (EUR Mrd.) 50,6 47,1 50,5 17,4 17,1 17,5 14,6 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,8 6,9 6,9 6,8 6,9 6,9 6,9 6,8 6,8 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) 26,3 28,7 - 8,7 19,7 - 1,0 13,0 4,0 17,0 - 12,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 1,0 0,9 0,7 0,8 0,7 0,7 0,6 ifo Beschäftigungsbarometer 105,9 106,3 106,2 104,9 106,5 106,4 104,7 105,5 104,4 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,1 2,0 1,8 1,5 1,8 1,8 1,1 1,6 1,9 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,2 1,3 1,4 1,0 1,2 1,8 0,6 1,1 1,2 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 1,4 1,5 1,1 0,3 1,2 0,4 0,1 0,2 0,6 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) - 4,5 0,7 - 3,5 - 7,0 - 3,2 - 3,7 - 6,2 - 6,7 - 8,2 Ölpreis (USD) 109,7 110,1 112,6 102,5 116,3 108,4 102,0 102,6 103,0 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 27,0 31,2 26,6 22,5 26,5 25,6 25,4 21,6 20,6 EC Unternehmensumfrage 0,8 2,9 3,7 - 0,6 3,2 2,5 - 0,4 - 1,8 0,5 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 3,3 3,2 4,1 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,5 2,8 2,4 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 3,5 3,8 4,3 Mo netärer Sektor (gg. Vj.) M3 6,9 6,0 5,3 4,2 5,8 5,3 5,7 4,6 4,2 Trend von M3 5,8 5,6 5,2 4,8 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 0,6 - 0,4 - 0,2 - 0,2 - 0,2 - 0,2 - 0,1 Kredite an öffentliche Haushalte 10,4 13,5 - 18,7 - 13,0 - 18,7 - 13,2 - 23,1 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland 27 | 1. August 2013 Aktuelle Themen Ausblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com Im Ausblick Deutschland aus der Reihe Aktuelle Themen/Konjunktur we r- den volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen zu Deutschland behandelt. Jede Ausgabe enthält zudem Übersichtstabellen zu finanz - und wirtschaftspolitischen Terminen sowie einen detaillierten Datenmonitor zu deutschen Wirtschaftsindikatoren. Die Ausgabe erscheint monatlich. Sie wird ergänzt durch ein Update aus der Reihe Research Briefing/Konjunktur zur Monatsmitte, das neben einem aktuellen Überblick über wichtige Konjunktur - und Finanzmarktindikatoren ebenfalls eine Übersicht über wichtige Branchen sowie über das aktuelle wirtschaftspolitische Geschehen bietet.  Binnenkonjunktur – kein Selbstläufer ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 1 5 . Jul i 2013  Strukturelle Verbesserungen stützen Sonderstellung (Aktuelle Themen) ................................ ................................ 1. Jul i 2013  Deutsche Sonderstellung – Gefahr für den Euro? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 14. Juni 2013  Die sch öne neue Welt der Geldpolitik (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 4. Juni 2013  T arifrunde 2013: Kräftiges reales Plus ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 16. Mai 2013  BIP - Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 (Aktuelle Themen) ................................ ............................. 30. April 2013  Stillstand der Lohnkonvergenz zwischen Ost - und Westdeutschland seit Anfang der 2000er Jahre ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 15. April 2013  Stimmungsindikatoren – erneuter Dämpfer im Frühjahr (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 2. April 2013  Wieder die Insel der Glückseligen? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ..... 12. März 2013  Tiefpunkt (wohl) durchschritten (Aktuelle Themen) ................................ .............................. 1. März 2013  „Währungskrieg“ und pazifistische Europäer ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ 18. Februar 2013 © Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenan- gabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. 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