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  4. Ausblick Deutschland
1. Juli 2013
Deutsche Unternehmen haben insbesondere die Öffnung Osteuropas und der Schwellenländer genutzt, um globale Produktionsketten aufzubauen, und damit ihre Wettbewerbsposition gestärkt. Die Politik sollte daher alles daran setzen, Hemmnisse für die internationale Arbeitsteilung zu reduzieren. Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohnimmobilienmarkt vollzogen? In wachsenden Städten liegen positive Preis-Einkommens-Relationen vor, in schrumpfenden Städten besteht jedoch ein negativer Zusammenhang. Unsere Prognosen zeigen eine zunehmende Ausdifferenzierung der ostdeutschen Städte in den nächsten Jahren an. Als ökonomische Gründe für die zunehmende Auseinanderentwicklung diskutieren wir Infrastrukturkosten pro Kopf, Pfadabhängigkeit der Baukosten sowie Binnenwanderung. [mehr]
Ausblick Deutschland: Strukturelle Verbesserungen stützen Sonderstellung Aktuelle Themen Konjunktur Globale Wertschöpfungsketten sichern deutschen Unternehmen Wettbewerbs- vorteile. Globale Produktionsketten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Der Anteil ausländischer Wertschöpfung an den Exporten stieg weltweit von 20% im Jahr 1995 auf 25% im Jahr 2009. Deutsche Unternehmen haben insbesondere die Öffnung Osteuropas und der Schwellenländer genutzt, um globale Produkti- onsketten aufzubauen, und damit ihre Wettbewerbsposition gestärkt. So stieg in Deutschland der Anteil importierter Wertschöpfung an den Exporten dreimal so stark wie in der EU (ohne Deutschland). Davon profitieren höher qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland durch eine gestiegene und weniger konjunkturrea- gible Arbeitsnachfrage. Außerdem steigt die Kaufkraft der deutschen Konsu- menten durch geringere Endproduktpreise. Die Anpassungslasten geringer qua- lifizierter Arbeitskräfte werden durch eine mit dem Handelsvolumen steigende Nachfrage nach Dienstleistungen, insbesondere im Transport- und Logistikbe- reich, abgemildert. Trotz der nicht zuletzt infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise zunehmend kritischen Diskussion ist die Globalisierung für Deutsch- land vorteilhaft. Die Politik sollte daher alles daran setzen, Hemmnisse für die internationale Arbeitsteilung zu reduzieren. Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohnimmobilienmarkt vollzogen? Wir analysieren und prognostizieren die Preise von Bestandswohnungen in 24 ost- deutschen Städten. Da wir strukturelle Unterschiede in der Erklärungsstruktur der Preise zwischen wachsenden und schrumpfenden Städten identifizieren, teilen wir die Stichprobe entsprechend in zwei Teilstichproben ein. Die wichtig- sten Einflussfaktoren sind das verfügbare Einkommen und die Altersstruktur, wobei in wachsenden Städten positive Preis-Einkommens-Relationen vorliegen und in schrumpfenden Städten – etwas überraschend – ein negativer Zusam- menhang besteht. Unsere Prognosen zeigen eine zunehmende Ausdifferenzie- rung der ostdeutschen Städte in den nächsten Jahren an. Als ökonomische Gründe für die zunehmende Auseinanderentwicklung diskutieren wir Infrastruk- turkosten pro Kopf, Pfadabhängigkeit der Baukosten sowie Binnenwanderung. Autor en Jochen Möbert +49 69 910-31727 jochen.moebert@db.com Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG DB Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann | Bernhard Speyer Inhaltsverzeichnis Seite Prognosetabellen ............................................2 Globale Wertschöpfungsketten sichern deutschen Unternehmen Wettbewerbs- vorteile ............................................................3 Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohnimmobilienmarkt vollzogen? ................ 10 Grafik des Monats ......................................... 20 Chartbook: Konjunktur .................................. 22 Chartbook: Branchen .................................... 25 Chartbook: Finanzmärkte .............................. 26 Chartbook: Wirtschaftspolitik ......................... 31 Eventkalender ............................................... 32 Datenkalender .............................................. 33 Finanzmarktprognosen ................................. 33 Datenmonitor ................................................ 34 1. Juli 2013 Ausblick Deutschland Strukturelle Verbesserungen stützen Sonderstellung Ausblick Deutschland 2 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P 2012 2013P 2014P Euroland - 0,5 - 0,6 1,0 2,5 1,5 1,5 1,2 1,6 1,6 - 3,7 - 3,0 - 2,5 Deutschland 0,7 0,1 1,5 2,0 1,4 1,6 7,0 7,0 6,9 0,2 - 0,3 - 0,1 Frankreich 0,0 - 0,2 1,1 2,2 1,1 1,5 - 2,3 - 2,2 - 1,9 - 4,6 - 3,9 - 3,3 Italien - 2,4 - 2,0 0,5 3,3 1,6 1,5 - 0,5 0,6 0,9 - 3,0 - 3,4 - 3,0 Spanien - 1,4 - 1,5 0,5 2,4 1,6 1,6 - 1,1 0,5 0,3 - 10,0 - 6,2 - 5,3 Niederlande - 1,3 - 0,7 0,8 2,8 2,6 1,7 8,4 8,2 8,0 - 4,1 - 3,8 - 3,0 Belgien - 0,3 - 0,1 0,9 2,6 1,2 1,5 - 1,4 0,5 1,0 - 3,9 - 3,0 - 3,0 Österreich 0,8 0,4 1,4 2,6 2,0 1,8 1,8 2,5 2,8 - 2,5 - 2,1 - 1,8 Finnland - 0,2 - 0,7 1,1 3,2 2,3 2,1 - 1,9 - 1,0 - 1,0 - 1,9 - 2,3 - 1,8 Griechenland - 6,4 - 4,5 0,5 1,0 - 0,5 - 0,2 - 3,0 - 1,0 0,0 - 10,0 - 4,9 - 3,7 Portugal - 3,2 - 2,6 0,5 2,8 0,6 1,1 - 1,5 0,5 1,5 - 6,4 - 5,7 - 4,6 Irland 0,2 0,7 1,8 1,9 0,8 1,3 4,4 4,0 4,0 - 7,6 - 7,6 - 5,3 Großbritannien 0,2 1,1 1,8 2,8 2,7 2,1 - 3,8 - 2,8 - 2,4 - 5,5 - 6,5 - 6,0 Dänemark - 0,5 0,4 1,5 2,4 1,1 1,8 5,8 5,0 5,0 - 4,4 - 2,0 - 2,0 Norwegen 3,0 2,3 2,6 0,7 1,8 1,9 14,1 13,0 12,5 10,1 12,0 12,0 Schweden 1,1 1,5 2,0 0,9 0,2 1,4 6,9 7,0 7,0 - 0,7 - 1,0 - 0,5 Schweiz 1,0 1,5 1,5 - 0,7 - 0,4 0,5 13,6 13,0 13,0 0,4 0,3 0,3 Tschech. Rep. - 1,2 0,0 2,0 3,3 1,5 1,8 - 2,4 - 2,3 - 2,4 - 4,4 - 3,1 - 2,7 Ungarn - 1,7 0,4 1,1 5,7 1,8 2,4 1,6 1,2 0,5 - 2,0 - 2,7 - 2,6 Polen 1,9 0,8 2,5 3,7 1,3 2,2 - 3,5 - 2,3 - 3,1 - 3,9 - 3,6 - 3,3 USA 2,2 2,2 3,2 2,1 1,7 2,3 - 2,8 - 3,0 - 3,2 - 6,8 - 3,9 - 3,2 Japan 1,9 2,0 0,6 0,0 - 0,1 2,3 1,1 1,2 2,4 - 9,5 - 9,3 - 7,4 Welt 2,9 3,0 3,9 3,3 3,0 3,5 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Prognosen Deutschland*: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. DX 2012 2013 2010 2011 2012 2013P 2014P Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2P Q3P Q4P BIP 4,2 3,0 0,7 0,1 1,5 0,6 0,2 0,2 - 0,7 0,1 0,5 0,3 0,3 Privater Konsum 0,9 1,7 0,8 1,0 1,0 0,4 0,1 0,1 - 0,3 0,8 0,3 0,4 0,3 Staatsausgaben 1,7 1,0 1,2 0,3 0,6 0,5 - 0,4 0,7 0,1 - 0,1 0,1 0,1 0,1 Anlageinvestitionen 5,9 6,2 - 2,5 - 1,7 3,1 - 0,9 - 1,9 - 0,4 - 1,1 - 1,5 1,7 0,4 0,6 Ausrüstungen 10,3 7,0 - 4,8 - 3,2 4,0 - 1,1 - 3,0 - 2,2 - 2,0 - 0,6 0,3 0,5 1,0 Bau 3,2 5,8 - 1,5 - 0,2 2,3 - 0,6 - 1,4 0,5 - 0,7 - 2,1 3,0 0,3 0,3 Lager, % - Punkte 0,6 0,2 - 0,4 0,0 0,0 - 0,2 - 0,1 - 0,3 0,4 - 0,1 - 0,1 - 0,1 0,0 Exporte 13,7 7,8 3,8 0,7 6,5 1,2 3,1 1,4 - 2,4 - 1,8 2,0 2,0 2,3 Importe 11,1 7,4 2,2 1,1 6,8 - 0,2 2,3 0,6 - 1,3 - 2,1 2,2 2,3 2,7 Nettoexport, % - Punkte 1,7 0,6 0,9 - 0,1 0,3 0,7 0,6 0,4 - 0,7 0,1 0,1 0,0 0,0 K onsumentenpreise* 1,1 2,1 2,0 1,4 1,6 2,1 1,9 2,0 2,0 1,5 1,3 1,4 1,5 Arbeitslosenquote, % 7,7 7,1 6,8 6,9 6,7 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 6,8 6,8 6,8 Budgetsaldo, % BIP - 4,1 - 0,8 0,2 - 0,3 - 0,1 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,2 6,2 7,0 7,0 6,9 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Ausblick Deutschland 3 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Globale Wertschöpfungsketten sichern deutschen Unternehmen Wettbewerbsvorteile — Globale Produktionsketten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dies zeigt sich an dem seit Mitte der 1990er Jahre weltweit kräftig gestiegenen Anteil ausländischer Wertschöpfung an den Exporten – von 20% im Jahr 1995 auf 25% im Jahr 2009. — Deutsche Unternehmen haben insbesondere die Öffnung Osteuropas und der Schwellenländer genutzt, um globale Produktionsketten aufzubauen und dadurch ihre Wettbewerbsposition zu stärken. War der Anteil importier- ter Wertschöpfung an den Exporten Mitte der 1990er Jahre noch leicht unterdurchschnittlich, so lag er im Jahr 2009 etwas darüber. — Davon profitieren höher qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland durch eine gestiegene und weniger konjunkturreagible Arbeitsnachfrage. Außerdem steigt die Kaufkraft der deutschen Konsumenten durch geringere Endpro- duktpreise. — Die Anpassungslasten geringer qualifizierter Arbeitskräfte werden durch eine mit dem Handelsvolumen steigende Nachfrage nach Dienstleistungen, insbesondere im Transport- und Logistikbereich, abgemildert. — Trotz der nicht zuletzt infolge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise zunehmend kritischen Diskussion ist die Globalisierung für Deutschland vor- teilhaft. Die Politik sollte daher alles daran setzen, Hemmnisse für die inter- nationale Arbeitsteilung zu reduzieren. Der Welthandel wuchs in den vergangenen Jahrzehnten – insbesondere seit der Integration der großen Schwellenländer – deutlich stärker als die Weltwirt- schaft (Grafik 1). Vor allem offene und flexible Volkswirtschaften profitierten davon durch höheres Wirtschaftswachstum. 1 Möglich wurde dies durch umfas- sende Handelsliberalisierungen – Senkung der Zölle (Grafik 2), Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen, fallende Transportkosten 2 (Grafik 3) und der kontinuierlichen Verbesserungen der Informations- und Kommunikations- technologien (IKT). Während der traditionelle Außenhandel über den Austausch von Endprodukten ablief, revolutionierten die Verfügbarkeit von IKT seit den 1990er Jahren die Produktionsabläufe der Unternehmen, so dass diese ihre Produktion in verschiedene Stufen über Länder hinweg zerlegen konnten. 3 Multinationale Konzerne optimieren durch globale Wertschöpfungsketten ihre Produktionsprozesse. Spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen überneh- men als Nischenanbieter einzelne Produktionsstufen und profitieren von Ska- leneffekten. So stieg der Anteil des Vorleistungsgüterhandels von rund 54% im Jahr 2000 auf 58% des Weltgüterhandels (Grafik 4). Durch die Aufspaltung der Wertschöpfungsketten und die Auslagerung von Tei- len der Wertschöpfungskette ins Ausland entweder über den Aufbau von Toch- terunternehmen, die Beteiligung an ausländischen Unternehmen oder über die Vergabe an Dritte, können Konzerne ihre Wettbewerbsfähigkeit merklich stei- gern. 4 Multinationale Konzerne profitieren von geringeren Preisen in Folge eines intensiveren Wettbewerbs der Vorleistungsgüterproduzenten, durch eine breite- 1 Siehe für einen Überblick Newfarmer, R., Sztajerowska M. (2012), Trade an employment in a fast-changing world, in Lippoldt, D., Policy Priorities for International Trade and Jobs, OECD. 2 Arvis, J.-F. u.a. (2013), Trade Costs in the Developing World 1995-2010, Policy Research Wor- king Paper 6309, World Bank; Novy, D. (2013), Gravity redux: Measuring international trade costs with panel data, Economic Inquiry, 51 (1), S. 101-121. 3 Baldwin, R. (2009), Integration of the North American economy and new-paradigm globalisation, CEPR Discussion Papers 7523. 4 Grossman, G., Rossi-Hansberg, E. (2008), Trading Tasks: A Simple Theory of Offshoring, Ameri- can Economic Review, 98 (5), S. 1978-1997; Cadot, O. u. a. (2011), Trade Diversification: Drivers and Impacts, in Jansen M., Peters, R., Salazar-Xirinachs, J.M., Trade and Employment: from Myths to Facts, ILO. 0 2 4 6 8 10 80 84 88 92 96 00 04 08 12 BIP Handel Der Welthandel wächst seit Anfang der 1990er stärker als die Weltwirtschaft 1 Index, 1980 = 1 Quellen: IWF, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 1 2 3 4 5 6 7 88 92 96 00 04 08 CA (links) JP (links) US (links) EU (links) CN (rechts) Quelle: UNCTADstat Gegenüber Ländern mit Meistbegünstigungsklausel angewandter durchschnittlicher Zollsatz Zollsätze kontinuierlich am Fallen 2 80 85 90 95 100 105 96 98 00 02 04 06 08 Hochlohnländer Niedriglohnländer Länder mit niedrigeren mittleren Einkommen Länder mit oberen mittleren Einkommen Handelskosten sinken 3 1996=100, Durchschnittliche Handelskosten für Waren Quelle: Arvis, J. - F. u.a. (2013) Ausblick Deutschland 4 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen re Palette an Vorprodukten und durch eine effizientere Produktion. Da die Pro- duktion beispielsweise an spezialisierte Anbieter vergeben werden kann, kön- nen multinationale Konzerne auf eine bisher nicht im Unternehmen verfügbare Fachkompetenz zurückgreifen. Zudem wird der Zugang zu ausländischen Märk- ten durch die Produktion vor Ort erheblich erleichtert. Das weltweite Handelsvolumen steigt durch die wachsende Bedeutung der glo- balen Wertschöpfungsketten und damit des Vorleistungsgüterhandels überpro- portional, da die importierten Vorleistungen und dann das Endprodukt als Han- delsstrom in der Außenhandelsstatistik verbucht werden. Diese Mehrfachzäh- lungen entfallen bei der Betrachtung von Wertschöpfungsströmen. 5 Der Unter- schied zwischen der Außenhandelsstatistik und der Betrachtung von Wert- schöpfungsströmen wird anhand eines einfachen Beispiels deutlich: 6 Ein chine- sisches Unternehmen exportiert ein Vorleistungsgut im Wert von EUR 2 Tsd. nach Deutschland, dies wird bei der Fertigung eines Endprodukts in Deutsch- land verwendet und das Endprodukt wird für EUR 22 Tsd. in die USA exportiert (Grafik 5). In der Außenhandelsstatistik würde das globale Handelsvolumen EUR 24 Tsd. betragen, obwohl nur eine globale Wertschöpfung in Höhe von EUR 22 Tsd. erbracht wurde. In der Außenhandelsstatistik hat die USA ein Handelsbilanzdefizit in Höhe von EUR 22 Tsd. und keinerlei Handelsbeziehun- gen mit China. Deutschland verbucht ein Handelsbilanzüberschuss in Höhe von EUR 22 Tsd. gegenüber der USA und ein Defizit in Höhe von EUR 2 Tsd. gegenüber China. Bei der Betrachtung der Wertschöpfungsströme wird das Handelsdefizit der USA in die Wertschöpfungsbeiträge aufgeteilt. Die USA hat ein Defizit gegenüber Deutschland in Höhe von EUR 20 Tsd. und gegenüber China in Höhe von EUR 2 Tsd. 5 Die OECD und die WTO haben auf Grundlage der Verknüpfung von Input-Output-Tabellen von 57 Ländern (alle OECD-Länder, BRIC, Indonesien und Südafrika) einen Datensatz mit den inter- nationalen Wertschöpfungsströmen für die Jahre 1995, 2000, 2005, 2008 und 2009 erstellt („Tra- de in Value Added – TiVD“, Datenstand: Juni 2013). Daten zu internationalen Wertschöpfungs- strömen gibt es auch in der „World Input-Output Database (WIOD)“. Siehe Aichele, R. Felber- mayr, G., Heiland, I. (2013), Der Wertschöpfungsgehalt des Außenhandels: Neue Daten, neue Perspektiven, ifo Schnelldienst 5/2013. 6 Siehe für detaillierte Darstellungen mit mehreren Wertschöpfungsstufen OECD (2013), Interconnected Economies – Benefitting from Global Value Chains. Bilaterale Überschüsse/Defizite sind bei Warenströmen der Außenhandelsstatistik und bei internationalen Wertschöpfungsströmen unterschiedlich 5 Quelle: DB Research 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 90 94 98 02 06 10 Quelle: OECD Vorleistungsgüteranteil am Welthandel gewinnt an Bedeutung 4 Anteil der Vorleistungsgüter am Welthandel, % Ausblick Deutschland 5 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Das Gesamtdefizit bleibt gleich, aber durch die bilateralen Positionen werden die globalen Verflechtungen der Unternehmen sichtbar. Veränderungen der Nachfrage in einem Land bewirken bei Verflechtungen der Unternehmen in globalen Wertschöpfungsketten, dass diese sich nicht nur auf ein Land, sondern auf mehrere Länder übertragen. So können die Konjunkturzyklen verschiedener Länder erheblich korrelieren, selbst wenn die in der Handelsbilanz sichtbaren Lieferbeziehungen vergleichsweise gering sind. Wenn der Absatz in den USA fällt, würde dies nicht nur in Deutschland, sondern auch in China die Nachfrage senken. In dem Beispiel wird auch deutlich, dass der deutsche Export von der Lieferung der chinesischen Vorleistungsgüter abhängig ist. Protektionistische Maßnahmen auf die deutschen Importe würden – bei mangelnden Ausweichmöglichkeiten auf alternative Vorleistungsgüter – ebenfalls die Produktion der Endprodukte einschränken und damit seine Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern. Die Sensitivität der Handelsströme von Vorleistungsgütern auf eine Veränderung von Handelskosten ist bei globalen deutlich höher als bei nationalen Wertschöpfungsketten. Zölle und weitere Handelshemmnisse verteuern die importierten Zwischenprodukte – vor allem, wenn diese mehrere Produktionsstufen in unterschiedlichen Ländern durchlaufen – und damit auch die Exporte eines Landes. Multilaterale Handelsabkommen, Rechtssicherheit, die Präsenz spezialisierter Dienstleister, insbesondere der Transport- und Logistikbranche, Handelsfinanzierung, Kommunikation sind Voraussetzungen für effiziente globale Wertschöpfungsketten. Der Wechsel von einer rein nationalen in eine globale Wertschöpfungskette hat zur Folge, dass importierte Vorleistungen einen immer größeren Anteil der Wertschöpfung der Exporte eines Landes ausmachen (Basar-Ökonomie 7 ). Dies trifft insbesondere auf kleinere Länder zu, deren Integration in globale Produkti- onsketten häufig weiter fortgeschritten ist als in großen Ländern mit entspre- chend hoher Absorption des Binnenmarktes. Unternehmen in größeren Ländern können hingegen auf ein breiteres Angebot an heimischen Vorleistungsgütern zurückgreifen (Grafik 6). Zudem ist der Anteil der ausländischen Wertschöpfung bei Rohstoffproduzenten wie beispielsweise Australien vergleichsweise gering, da der Bergbau – gemessen an der Wertschöpfung – einen geringen Anteil an Vorleistungsgütern benötigt. Weltweit stieg der Anteil importierter Vorleistungen an den Exporten von 20% im Jahr 1995 auf 27% im Jahr 2008 und fiel dann im Zuge des weltweiten Konjunktureinbruchs im Jahr 2009 auf 25%. Asien hat als „Werkbank der Welt“ und stark zunehmenden innerasiatischen Wertschöp- fungsketten mit über 30% den höchsten Anteil und die Region Afrika, Arabische Länder (Rohstoffexporteure) und Naher Osten (MEA) durch relativ hohe Han- delskosten und teilweise fehlende Rechtssicherheit mit etwa 10% den gering- sten (Grafik 7). Deutsche Unternehmen immer stärker in globale Wertschöpfungs- ketten eingebunden Im internationalen Wettbewerb behaupten sich die deutschen Unternehmen erfolgreich und haben trotz der aufstrebenden Schwellenländer – insbesondere China – kaum Welthandelsanteile verloren (Grafik 8). Im Jahr 2012 hatte Deutschland einen Anteil von rund 8%, knapp hinter den USA (8,5%) und China (11,2%). Bei relativ hohen und starren Löhnen für einfache Arbeit Mitte der 1990er Jahre, spielte die zunehmende Einbindung deutscher Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten eine entscheidende Rolle für die Aufrechterhal- 7 Sinn, H.-W. (2005), Die Basar-Ökonomie: Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht?, Econ, 2. Auflage. Aichele, R., Felbermayr, G. und Heiland, I. (2013), Neues aus der Basarökonomie, ifo Schnelldienst 6/2013. DE 09 US 09 CN 09 DE 95 US 95 0 5 10 15 20 25 30 0 20 40 60 2009 1995 Linear (2009) Linear (1995) Quellen: OECD - WTO TiVA database, IMF, DB Research x - Achse: ausländischer Wertschöpfungsanteil an den Exporten ; y - Achse: % des Welt - BIP Ausländischer Wertschöpfungsanteil fällt mit der G röße eines Landes 6 10 15 20 25 30 35 EU Asien Total DE Lateinamerika Dollarblock MEA 1995 2008 2009 Anteil der ausländischen Wertschöpfung an den Exporten 7 % der Exporte Quellen: OECD - WTO TiVA database, DB Research 0 2 4 6 8 10 12 14 95 99 03 07 11 CN FR DE IT JP UK US Anteil am Welthandelsvolumen, % Quelle: UNCTAD Deutschland mit bedeutendem Anteil am Welthandel 8 Ausblick Deutschland 6 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen tung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Während der ausländische Wertschöpfungsanteil deutscher Exporte Mitte der 1990er Jahre mit 19% knapp unter dem globalen Durchschnitt lag, war der Anteil im Jahr 2009 mit 27% leicht darüber (Grafik 9). Mit der Verlagerung von Teilen der Produktionskette – vor allem von einfachen und standardisierten Arbeitsabläufen – in Länder mit geringerem Lohnniveau oder dem Einkauf von ausländischen Vorprodukten steigerten die deutschen Unternehmen ihre Produktivität und senkten die durchschnittlichen Lohnkosten. Im Inland hingegen verblieben die Unternehmenszentralen, die Forschung- und Entwicklung sowie die Tätigkeiten, die hochqualifizierte, hochspezialisierte und gut bezahlte Fachkräfte benötigen. Paradebeispiel hierfür sind die großen Auto- bauer mit ihrer modularen Fertigung. Für den deutschen Mittelstand mit hoch- spezialisierten Nischenprodukten ist die Einbindung in globale Produktionsket- ten häufig der einzige Weg, Skaleneffekte zu erzielen. Für das Funktionieren der globalen Produktionsketten sind spezialisierte Dienst- leister nötig, insb. der Logistikbranche. So lag bei den Wertschöpfungsströmen der Anteil der Dienstleistungen an den Exporten im Jahr 2009 bei 48% (heimi- scher Anteil 36% und ausländischer 12%) und damit etwa 10%-Punkte über dem Anteil im Jahr 1995. Deutsche Unternehmen erhöhten ihre Direktinvestitionen seit Mitte der 1990er Jahren um fast das Vierfache auf einen Bestand von EUR 1.144 Mrd. im Jahr 2011. Die Zahl der Beschäftigten in ausländischen Tochterunternehmen oder an beteiligten ausländischen Unternehmen, verdoppelte sich in etwa seit Mitte der 1990er Jahre auf 6,3 Millionen im Jahr 2011 (Grafik 10). Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Osteuropa und Asien. Die deutschen Unternehmen nutzten die Öffnung der Schwellenländer und der Länder Osteuropas nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dazu, ihre Wettbewerbsposition zu stärken, indem sie dort Produktionsstandorte eröffneten und neue Absatzmärkte erschlossen. Mit der zunehmenden Verlagerung von Produktionsteilen nach Osteuropa und Asien, steigt der Anteil der importierten Vorleistungsgüter aus diesen Ländern und damit der Anteil der ausländischen Wertschöpfung aus diesen Regionen (Grafik 11). Der Anteil der ausländischen Wertschöpfung ist besonders ausgeprägt bei Sektoren, die importierte Rohstoffe benötigen, wie die chemische Industrie und die Metallerzeugung, und die modulare Produktionstechniken verwenden, wie der deutsche Fahrzeugbau und die Herstellung von Elektrogeräten, Maschinen und Ausrüstungen (Grafik 12). Bei erhöhter internationaler Wettbewerbsintensi- tät haben die deutschen Unternehmen somit trotz relativ hoher und nach unten starrer Löhne im Inland ihre Produktionskosten gesenkt. 8 8 Marin, D. (2010), Germany’s super competitiveness: A helping hand from Eastern Europe, voxeu. 80% 75% 73% 71% 72% 19% 24% 26% 28% 27% - 100 100 300 500 700 900 1100 1300 1500 1995 2000 2005 2008 2009 Heimische Wertschöpfung Reimporte Ausländische Wertschöpfung USD Mrd. Quelle: OECD - WTO TiVA database Ausländischer Wertschöfpungsanteil deutscher Exporte steigt 9 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 96 98 00 02 04 06 08 10 EWU Andere EU - Länder Andere europäische Länder Afrika Amerika Ozeanien und Polarregionen Asien Quelle: Deutsche Bundesbank Mio. Personen Beschäftigte in Unternehmen im Ausland, an denen deutsche Unternehmen beteiligt sind 10 Ausblick Deutschland 7 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Bei Betrachtung der Wertschöpfungsströme weicht zwar der aggregierte deutsche Überschuss nicht von dem der Warenströme ab, aber die bilateralen Positionen ändern sich teilweise erheblich (siehe Grafik 5 weiter oben). Wäh- rend Frankreich in der Außenhandelsstatistik das wichtigste Zielland der Expor- te und Importe ist, ist es bei den Wertschöpfungsströmen in beiden Fällen die USA, da bei den USA vor allem beim Import aus Drittländern Vorleistungsgüter deutscher Unternehmen enthalten sind und die Vernetzung über Produktions- ketten mit den USA relativ gering ist (Grafik 13 und 14). Der deutsche Über- schuss gegenüber den USA erhöht sich folglich bei den Wertschöpfungsströ- men. Gegenüber Frankreich sinkt der Überschuss durch die relativ engen Ver- flechtungen beider Volkswirtschaften (Grafik 15). Starke Veränderungen gibt es ebenfalls bei den Defiziten gegenüber den Niederlanden und Irland (Grafik 16). Die Importe aus den Niederlanden enthalten einen relativ hohen Wertschöp- fungsbeitrag deutscher Vorleistungsgüter und die Importe aus Irland haben ei- nen relativ geringen irischen Wertschöpfungsanteil. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 1995 2000 2005 2008 2009 EWU EU ohne EWU Andere europäische Länder Asien Dollarblock Lateinamerika MEA Sonstige Quelle: OECD - WTO TiVA database % der ausländischen Wertschöpfung Anteil der EWU sinkt bei ausländischer Wertschöpfung deutscher Exporte 11 0 10 20 30 40 Metallerzeugung u. Herstellung v. Metallerzeugnis. Chemische und nichtmetallische Mineralprodukte Fahrzeugbau Bekleidung, Leder und Schuhe Insgesamt Elektrogeräte und optische Geräte Maschinen und Ausrüstung Nahrungs - und Genussmittel Recycling Holz - , Papier - , Verlags - und Druckgewerbe Verkehr, Lagerung, Post, Telekommunikation Landwirtschaft Energie - und Wasserversorgung Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden Bausektor Handel, Gastgewerbe und Verkehr Unternehmensbezogene Dienstleistungen Finanzintermediation Sonstige Dienstleistungen Anteil der ausländischen Wertschöfpung in Sektoren mit modularer Fertigung und hohem Rohstoffbedarf besonders ausgeprägt 12 Quelle: OECD - WTO TiVA database %, 2009 0 2 4 6 8 10 12 FR US IT GB CN CH AT NL ES BE Exportanteil Wertschöpfungsanteil USA wichtigstes Zielland bei Wertschöpfungsexporten 13 % der Exporte, bzw. der Wertschöfpung, 2009 Quelle: OECD - WTO TiVA database 0 2 4 6 8 10 12 FR US CN NL IT GB AT CH PL ES Importanteil Wertschöpfungsanteil USA wichtigstes Herkunftsland bei Wertschöpfungsimporten 14 % der Exporte, bzw. der Wertschöfpung, 2009 Quelle: OECD - WTO TiVA database 0 5 10 15 20 25 30 35 US FR GB CH IT AU SA MX ES SE Handel Wertschöfpung 2009, USD Mrd. Quelle: OECD - WTO TiVA database Bilaterale deutsche Überschüsse 15 - 16 - 14 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 ID HU SK JP NO PL CN CZ IE NL Handel Wertschöfpung 2009, USD Mrd. Quelle: OECD - WTO TiVA database Bilaterale deutsche Defizite 16 Ausblick Deutschland 8 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Anpassungslasten für gering qualifizierte Arbeitskräfte durch Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik abmildern Mit der Reorganisation der Produktionsabläufe über Grenzen hinweg entstehen Verteilungseffekte für die heimischen Arbeitskräfte. Durch den Verbleib der Unternehmenszentralen und der Tätigkeiten, die den Einsatz von hochqualifi- zierten und hochspezialisierten Fachkräften erfordern, im Inland und der Verla- gerung von einfachen und standardisierten Tätigkeiten ins Ausland, verschiebt sich die Arbeitsnachfrage weg von geringer qualifizierten hin zu höher qualifi- zierteren Arbeitskräften. Verstärkt wird diese Nachfrageverschiebung durch den faktorverzerrenden technologischen Wandel. 9 Arbeitskräfte, die einfache und standardisierbare Tätigkeiten ausüben, sind somit einem erheblichem negativen Lohndruck ausgesetzt. Bei deutlich über den Weltmarktpreisen liegenden und nach unten inflexiblen Löhnen besteht die Gefahr, dass Arbeitsplätze in diesen Bereichen durch die Verlagerung der Produktionsteile ins Ausland oder alterna- tiv über den Import ähnlicher Produkte wegfallen. Die Beschäftigten könnten im schlimmsten Fall ihr bisher erworbenes Humankapital komplett abschreiben und müssten einen neuen Beruf erlernen. Abgemildert wird dieser Effekt allerdings durch die höhere Nachfrage nach Dienstleistungen, insb. der Transport- und Logistikbranche. Der internationale Lohndruck führte zusammen mit der damaligen schwierigen Lage auf dem heimischen deutschen Arbeitsmarkt dazu, dass die umfangrei- chen Arbeitsmarktreformen Mitte der 2000er Jahre durchgeführt wurden und die Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen gemeinsamen beschäftigungs- freundlichen Kurs einschwenkten. Hauptsächlich im Produzierenden Gewerbe ist es den Unternehmen seitdem möglich bei temporären Nachfrageeinbrüchen den Arbeitseinsatz durch die Reduktion der Arbeitszeit flexibel nach unten an- zupassen, was im Jahr 2009 zur Abfederung des Einbruchs der weltweiten Nachfrage für die beeindruckende Stabilität der Beschäftigung sorgte. Ebenfalls stiegen die realen Löhne nur noch moderat, die Arbeitskosten sind aber unter den G7-Ländern immer noch auf dem höchsten Niveau (Grafik 17). Der Anteil der Beschäftigung des Produzierenden Gewerbes an der Gesamtbeschäftigung stabilisierte sich in der Folge in den vergangenen Jahren bei einem Anteil von knapp unter 19% und stoppt momentan den fallenden Abwärtstrend (Grafik 18). Die vergleichsweise moderaten Lohnabschlüsse – auch nachdem die Arbeitslo- sigkeit gesunken ist – dürften wohl teilweise auf die durch die Globalisierung neu hinzugekommene potenzielle Arbeitsmarktkonkurrenz aus dem Ausland zurückzuführen sein. Diese strukturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes sorgten für einen massi- ven Rückgang der Arbeitslosenquote vom Hochpunkt von fast 12% im Jahr 2005 auf unter 7% im Jahr 2012. Während aber bei Hochschulabsolventen mit einer Quote von unter 3% Vollbeschäftigung herrscht, liegt die Quote bei Perso- nen ohne berufliche Ausbildung bei etwa 20%. Die Situation für Arbeitskräfte mit geringer Qualifikation dürfte weiter angespannt bleiben. Hier ist die Arbeits- marktpolitik gefordert, die Beschäftigungsfähigkeit durch bspw. betriebliche In- tegrationsmaßnahmen, Qualifizierung und Mobilitätsförderung zu verbessern. Besorgniserregend ist, dass der Anteil von Personen ohne berufliche Qualifika- tion und ohne allgemeinen Schulabschluss bei den jüngeren Geburtskohorten wieder zunimmt (Grafik 19). Hier ist die Bildungspolitik gefordert – insb. auch bei frühkindlicher Bildung – zeitig den Grundstein für erfolgreiches lebenslanges Lernen zu legen. 9 Siehe Acemoglu, D. (2002), Technical Change, Inequality and the Labor Market, Journal of Economic Literature 40(1), S. 7-72. 0 5 10 15 20 25 30 35 DE FR IT CA US JP GB BR CN IN Daten für CN (2009) und IN (2007) sind nicht direkt untereinander oder mit denen der anderen Länder vergleichbar. Quellen: BLS, DB Research Arbeitskosten in EUR pro Stunde im Verarbeitenden Gewerbe 2011 Deutschlands Arbeitskosten unter den G7 am höchsten 17 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 70 74 78 82 86 90 94 98 02 06 10 Land - und Forstwirtschaft, Fischerei Produzierendes Gewerbe ohne Bau Baugewerbe Dienstleistungen % aller Erwerbstätigen Quelle: Statistisches Bundesamt Vor 1991 nur Westdeutschland Stabilisierung des Beschäftigungsanteils des Produzierenden Gewerbes 18 0 5 10 15 20 25 30 35 30 - 35 35 - 40 40 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60 - 65 >65 Insg. Anteil der Personen ohne beruflichen Bildungsabschluss steigt für jüngere Kohorten wieder 19 % der jeweiligen Altersgruppe, 2011 Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 9 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Höher qualifizierte Arbeitskräfte profitieren von höherer und weni- ger konjunkturreagiblen Arbeitsnachfrage Arbeitskräfte mit höherer Qualifikation werden hingegen stärker nachgefragt und die Beschäftigung wird über den Konjunkturzyklus stabiler. 10 Zudem optimieren ausländische Konzerne ihre Produktionsketten und verlagern Tätigkeiten von höher qualifizierten Arbeitskräften, wie Forschung- und Endwicklung oder regio- nale Unternehmenszentralen. Die Beschäftigung in deutschen Unternehmen mit ausländischer Beteiligung stieg um das 1,5-fache seit Mitte der 1990er Jahre auf 2,8 Millionen im Jahr 2011 (Grafik 20). Etwa 60% arbeiten in Unternehmen, an denen Unternehmen aus anderen EWU-Ländern beteiligt sind – Mitte der 1990er Jahre waren es nur rund 40%. Stärkung der internationalen Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen durch Optimierung globaler Produktionsketten nicht behindern Durch die ständige Optimierung der globalen Wertschöpfungsketten können die deutschen Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsposition stärken. Der Gesamteffekt dürfte aber nicht nur für die Unternehmen, sondern auch insge- samt für die heimischen Arbeitskräfte vorteilhaft sein. Klarer Profiteur sind Ar- beitskräfte höherer Qualifikation, deren Bevölkerungsanteil seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt – von 8,8% im Jahr 1991 auf 13.2% im Jahr 2011 (Hoch- schulabsolventen). Zudem befindet sich die Beschäftigung momentan auf Höchstständen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist seit Mitte der 2000er Jahre um etwa 3 Millionen Personen gestiegen, stärker als die Anzahl der Erwerbstätigen. Negative Effekte auf Arbeitskräfte geringerer Qualifikation werden durch die höhere Arbeitsnachfrage von Dienstleistern in- sbesondere der Transport- und Logistikbranche abgemildert und sollten durch die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik weiter abgeschwächt werden. Um weiter von den positiven Gesamteffekten des Ausbaus globaler Produkti- onsketten zu profitieren, sollten Handelshemmnisse abgebaut werden und die Liberalisierung von Dienstleistungen weiter vorangetrieben werden. 11 Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) 10 Peters, H.; Weigert, B. (2013), Beschäftigungsentwicklung innerhalb multinationaler Unterneh- men während der globalen Rezession 2008/2009, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, 4/2013, erscheint demnächst. 11 OECD (2013), Trade Policy Implications of Global Value Chains. 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 96 98 00 02 04 06 08 10 EWU Andere EU - Länder Andere europäische Länder Afrika Amerika Ozeanien und Polarregionen Asien Beschäftigte in Unternehmen in Deutschland, an denen ausländische Unternehmen beteiligt sind 20 Mio. Personen Quelle: Deutsche Bundesbank Ausblick Deutschland 10 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohn- immobilienmarkt vollzogen? — Wir analysieren auf Stadtebene Nachfrage und Angebot der ostdeutschen Wohnimmobilienmärkte. Anschließend leiten wir daraus Einflussfaktoren auf das Marktgleichgewicht ab und prognostizieren die Preisentwicklung für Be- standswohnungen bis 2030. — Die in unserer Analyse robusteste Variable mit hoher Erklärungskraft ist das verfügbare Einkommen. In den wachsenden Städten gilt dabei: Der Preis für Bestandswohnungen steigt um rund EUR 80 pro Quadratmeter, wenn das verfügbare Einkommen der Haushalte um tausend Euro ansteigt. — Mit Hilfe externer Prognosen des Altersquotienten als auch der Trendfort- schreibung verfügbarer Einkommen prognostizieren wir eine weitere Diffe- renzierung der Preisentwicklung ostdeutscher Städte. So sollten in vielen Städten die Preise weiter steigen und in vielen anderen Städten die Preise weiter nachgeben. Daher lässt sich die im Titel gestellte Frage „Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohnimmobilienmarkt vollzogen?“ nicht ein- heitlich beantworten. 1. Die jüngsten Entwicklungen Preise steigen seit 2009 In den neuen Bundesländern hat der Wohnimmoblilienmarkt neue Aufmerksam- keit erfahren. Die Mitte der 90er Jahre vorherrschenden Preisübertreibungen sind auf Grund der jahrelang stagnierenden oder fallenden nominalen Preise abgebaut. In den letzten Jahren entwickelten sich in einigen Städten die Preise für Bestandswohnungen sogar wieder dynamisch nach oben. Zu diesen Städten zählen insbesondere Erfurt, Jena, Potsdam, Rostock und Weimar. Aber selbst in den strukturschwächeren ostdeutschen Städten stabilisierten sie sich jüngst (Grafik 1 und 2). 75 100 125 150 175 90 94 98 02 06 10 Apartment neu Apartment Bestand Einfamilienhaus Reihenhaus neu Reihenhaus Bestand 1990=100 Quellen: BulwienGesa, DB Research Preise für Wohnimmobilien in neuen Bundesländern 1 500 1.000 1.500 2.000 90 94 98 02 06 10 0,8 Max Median 0,2 Min EUR/qm Quellen: BulwienGesa, DB Research Bestandswohnungen (ex Berlin & Potsdam) 2 Ausblick Deutschland 11 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Genehmigungen und Fertigstellungen leicht verbessert Mit den steigenden Preisen sind in den letzten Jahren die Genehmigungen in den großen als auch kleinen Städten Ostdeutschlands gestiegen. Die Geneh- migungen liegen aber weiterhin deutlich unter den Niveaus der früheren Jahre (Grafik 3). Die Fertigstellungen haben sich erst leicht erholt und hinken den Ge- nehmigungen noch hinterher (Grafik 4). 2. Welche Marktkräfte wirken? Wir analysieren auf Stadtebene Nachfrage und Angebot der ostdeutschen Wohnimmobilienmärkte. Anschließend leiten wir daraus Einflussfaktoren auf das Marktgleichgewicht ab und prognostizieren die Preisentwicklung für Bestands- wohnungen bis 2030. Nachfragefaktor 1: Bevölkerungswachstum - einige Städte wachsen wieder In den letzten 20 Jahren sank die Bevölkerung in ostdeutschen Städten um rund 13%, während in Westdeutschland die Bevölkerung mit rund 6,5% und in Berlin mit 2% zulegte (Grafik 5). Relativ zu 1990 schrumpften fast alle ostdeutschen Städte. Nur Dresden, Jena, Potsdam und Weimar haben heute mehr Einwohner als damals. Zunächst schrumpften direkt nach der Wiedervereinigung alle von uns untersuchten 24 Städte. Jedoch verzeichneten Dresden, Erfurt, Greifswald, Jena, Magdeburg, Leipzig, Potsdam, Rostock und Weimar um das Jahr 2000 herum bereits wieder eine wachsende Einwohnerzahl. Seitdem wachsen diese Städte recht kontinuierlich weiter. In den letzten Jahren stieg dann auch die Bevölkerung in Chemnitz, Cottbus und Halle leicht an, wobei der Anstieg auf- grund einer höheren Studentenzahl womöglich nur temporär ist. In 12 weiteren untersuchten Städten jedoch schrumpfte die Einwohnerzahl fast stetig (Gra- fik 6). 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 B - Städte C - Städte D - Städte Anzahl Quellen: BulwienGesa, DB Research Genehmigungen in ostdeutschen Städten 3 0 2 4 6 8 10 12 14 16 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Genehmigungen Fertigstellungen Anzahl in Tausend Quellen: BulwienGesa, DB Research Wohngebäude in neuen Bundesländern 4 Ausblick Deutschland 12 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Nachfragefaktor 2: Zunehmende Heterogenität in der Altersstruktur Nach 1990 zogen vor allem jüngere Einwohner aus den ostdeutschen Städten weg. Entsprechend stiegen dort die Altersquotienten, hier definiert als das Ver- hältnis von über 60-Jährigen zu den 20- bis 60-Jährigen, zügig an (Grafik 7). Ähnlich wie bei der Einwohnerentwicklung divergieren die Altersquotienten in den ostdeutschen Städten zunehmend (Grafik 8). So ist der Altersquotient seit 2005 in Brandenburg an der Havel, Eisenach, Erfurt, Greifswald, Jena, Magde- burg, Potsdam, Rostock, Stralsund und Weimar nur noch leicht gestiegen und in Dresden und Leipzig sogar in einigen Jahren gesunken. Nachfragefaktor 3: Positive Entwicklung verfügbarer Einkommen Die Einkommen zogen in den letzten Jahren deutlich an. Sie wachsen in den neuen aber weiterhin weniger stark als in den alten Bundesländern. Jedoch brachen durch die Finanzkrise 2008 die verfügbaren Einkommen im Westen stärker ein als im Osten. Ostdeutschlands Wirtschaft ist weniger von globalen Entwicklungen abhängig als etwa Deutschlands Großstädte oder auch das Ver- arbeitende Gewerbe in Süddeutschland. Aufgrund der Einkommensentwicklung und der dadurch stabileren Nachfrage könnten Immobilieninvestitionen in eini- gen ostdeutschen Städten grundsätzlich zur Risikominimierung von Deutsch- landportfolios beitragen (Grafik 9). Wenig überraschend wuchs das Einkommen in Städten mit Bevölkerungswachstum stärker als in den schrumpfenden Städ- ten (Grafik 10). 80 90 100 110 90 93 96 99 02 05 08 11 Ost (ex Berlin) West (ex Berlin) Berlin +6,5% +2,0% -13,2% Bevölkerung 5 1990=100 Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Hinweis: Die jüngsten Daten des Mikrozensus sind hierbei noch nicht berücksichtigt. - 2,5 - 2,0 - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 ...wieder wachsenden Städten …immer noch schrumpfenden Städten Einwohnerentwicklung in... 6 % gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 0% 20% 40% 60% 80% 90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 …sinkender Einwohnerzahl …steigender Einwohnerzahl Durchschnittliche Altersquotienten in ostdeutschen Städten... 8 Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 10% 25% 40% 55% 70% 90 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 Max Min Mittel Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Altersquotient in beobachteten Städten: 60 - Jährige zu 20 - bis 60 - Jährigen 7 Ausblick Deutschland 13 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Wie elastisch ist das Angebot? Der hohe Wohnungsleerstand in den neuen Bundesländern (Grafik 11) sugge- riert ein recht elastisches Wohnangebot. Jedoch besteht der hohe Leerstand seit Jahren und vermutlich sind zu einem großen Teil die immer gleichen Woh- nungen seit Jahren ungenutzt. Entsprechend kann man fragen, inwieweit diese Wohnungen überhaupt noch Teil des Wohnmarktes sind, wenn ihnen keine Nachfrage gegenüber steht. Das faktische Wohnungsangebot ostdeutscher Städte könnte also ähnlich unelastisch sein wie im Westen. Diese Argumentati- on wird durch die Tatsache unterstützt, dass die Bauaktivität im Osten nur wenig von der im Westen abweicht. Wäre das Angebot im Bestand in den neuen Bun- desländern elastischer, dann wäre eine geringere Bauaktivität zu erwarten (Gra- fik 12). - 2 - 1 0 1 2 3 4 96 98 00 02 04 06 08 10 12 West Ost ex Berlin Verfügbares Einkommen 9 % gg. Vj. Hinweis: Basierend auf 124 Städten Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 2 - 1 0 1 2 3 4 96 98 00 02 04 06 08 10 12 ...schrumpfenden Städten …wachsenden Städten % gg. Vj. Hinweis: Basierend auf 24 ostdetuschen Städten Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Verfügbares Einkommen in Ostdeutschlands... 10 2 4 6 8 10 2007 2008 2009 2010 2011 WD BB MV SA ST TH % Quellen: CBRE, Empirica, DB Research Leerstandsquoten in neuen Bundesländern vs. Westdeutschland 11 0 100 200 300 400 500 600 700 Min 20% Median 80% Max West Ost Fertigstellungen 2011 12 pro 100.000 Wohnungen Hinweis: Auswertung über 125 Städte hinweg. Quellen: BulwienGesa, Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 14 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Angebotselastizität in teuren Städten größer In den ostdeutschen Städten lag das mittlere Verhältnis von Fertigstellungen zum Wohnungsbestand bei 120 Fertigstellungen pro 100.000 Wohnungen und der maximale Wert bei knapp 400 Fertigstellungen. Erwartungsgemäß stiegen die Fertigstellungen dort besonders stark an, wo besonders hohe Erschwing- lichkeitsindizes vorliegen. Dabei handelt es sich vor allem um große und wach- sende Städte (Grafik 13). 3. Was beeinflusst das Marktgleichgewicht? Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage Das Finden von kausalen Zusammenhängen zwischen Immobilienpreisen und möglicher erklärender Variablen ist recht komplex. Unter der Annahme eines unelastischen Angebots kann der Einfluss von Nachfragevariablen auf den Preis mit Standardverfahren identifiziert werden. Ein wichtiger Analyseschritt ist hier jedoch, den Datenbestand schrumpfender und wachsender Städte getrennt zu untersuchen. Denn die Einwohnerzahl hat nicht nur per se Einfluss auf die Preise von Bestandswohnungen, sondern beeinflusst auch die Erklärungsstruk- tur (Grafik 16). Haupteinflussfaktor: Verfügbares Einkommen Die in unserer Analyse robusteste Variable mit hoher Erklärungskraft ist das verfügbare Einkommen. In den wachsenden Städten gilt dabei: der Preis für Bestandswohnungen steigt um rund 80 Euro pro Quadratmeter, wenn das ver- fügbare Einkommen der Haushalte um tausend Euro ansteigt (Grafik 16, Modell 1). Auch in den schrumpfenden Städten hat das verfügbare Einkommen einen signifikanten Einfluss, jedoch ist das Vorzeichen überraschenderweise negativ. Das Ergebnis lautet demnach, wenn die verfügbaren Einkommen um tausend Euro steigen, fallen die Preise um rund 50 Euro pro Quadratmeter. Sinkt der Preis tatsächlich mit höherem Einkommen in schrumpfenden Städten? Um die Robustheit des negativen Einkommenskoeffizienten genauer zu unter- suchen, teilen wir die Gesamtstichprobe anhand des Altersquotienten in fünf Teilstichproben ein: alle Städte mit einem Altersquotient unter 45, 45 bis 50, 50 bis 55, 55 bis 60 und alle Städte mit einem Altersquotienten von mehr als 60. Regressionen für die Teilstichproben zeigen, dass der Einkommenskoeffizient durchweg signifikant ist und sukzessive von über EUR 100 auf minus EUR 40 bei einer Einkommenserhöhung um tausend Euro abnimmt. In den letzten bei- den Teilstichproben, den Städten mit relativ alter Einwohnerstruktur, ist der Koeffizient tatsächlich negativ. Das Ergebnis scheint also valide (Grafik 14 und 15). Darüber hinaus wird das Ergebnis grundsätzlich auch bestätigt, wenn man den Preis auf den Alterskoeffizienten regressiert (Grafik 16, Modell 2 und 3). Eine ökonomische Erklärung für die negative Preis-Einkommensrelation Das steigende Durchschnittsalter von schrumpfenden Städten könnte die Inves- titionsneigung in Wohnimmobilien und die Konsumneigung für das Gut „Woh- nen“ reduzieren. Auch eine mit dem Alter restriktivere Kreditnachfrage und Kre- ditvergabe reduziert die Transaktionen am Wohnungsmarkt. Zusätzliche Ein- kommen fließen in den schrumpfenden Städten dann eher in die Modernisie- Gesamtstichprobe nach Altersklasse 15 Alters - Koeffi - t - Sta - Beobach - within quotient zient tistik tungen R 2 - 45 117,9 4,78 17 0,7 45 - 50 48,3 1,30 25 0,09 50 - 55 33,1 2,31 18 0,34 55 - 60 - 38,1 - 2,35 15 0,44 60+ - 42,3 - 2,89 21 0,41 Hinweis: Fixed - Effects Schätzungen Quelle: DB Research 0 100 200 300 400 2 3 4 5 6 2011 ostdeutsche Städte : Bauleistung und Erschwinglichkeit (Bestand) 13 y - Achse: Fertigstellung/100.000 Wohnungen x - Achse: Erschwinglichkeitsindex Quellen: BulwienGesa, Statistisches Bundesamt, DB Research - 60 - 40 - 20 0 20 40 60 80 100 120 140 - 45 45 - 50 50 - 55 55 - 60 60+ Teilstichproben eingeteilt nach Alterskoeffizient Preissteigerung von Bestandswohnungen, wenn verfügbares Einkommen um EUR 1.000 steigt Quelle: DB Research Einkommenskoeffizient in Teilstichproben 14 Ausblick Deutschland 15 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen rung und Instandhaltung von Wohngebäuden und unsere Marktdaten erfassen nur den Kauf einer Immobilie. Regressionen Abhängige Variable: Preise von Bestandswohnungen 16 Fixed Effects Spezifikationen gepoolte Spezifikationen Modell 1 2 3 4 5 6 7 8 Koeffizienten – *signifikant zum 5% - Niveau - t - Werte in Klammern Gesamtstichprobe (N=24) verfügbares Einkommen 12,8 46,1* 12,0 10,1 - 10,7 39,9 72,1* in TEUR (1,02) (2,20) (0,56) (0,44) ( - 0,81) ( - 1,21) (3,50) Altersquotient (BBSR) - 9,3* - 16,8* 60 - J. pro hundert 20 - bis 60 - Jährige ( - 3,27) ( - 3,83) Studentenanteil - 24,6 - 26,3 5,3* 0,8 in % ( - 1,10) (0,27) (2,21) (0,42) Übernachtungen - 139,5 100,1* in Mio. (0,45) (3,66) Zentralitätskennziffer - 2,28 - 11,3* ( - 0,62) ( - 4,82) Konstante 676,5 1556,5* 533,7 1020,8 1454,5 1391,6* - 155,8 242,5 (1,77) (9,81) (1,12) (1,66) (1,55) (3,59) ( - 0,16) (0,45) (within) R 2 0,36 0,00 0,08 0,14 0,15 0,14 0,15 0,56 Stichprobe: wachsende Städte (N=12) verfügbares Einkommen 77,8* 104,0* 57,4 58,6 66,4* 69,8 97,8* in TEUR (4,41) (6,45) (1,84) (1,68) (2,12) - 1,97 (5,82) Altersquotient (BBSR) - 3,7 - 21,7* 60 - J. pro hundert 20 - bis 60 - Jährige ( - 0,36) ( - 2,12) Studentenanteil - 28,1 - 25,6 2,1 0,96 in % ( - 1,00) ( - 0,81) (0,96) (0,56) Übernachtungen - 82,3 67,5* in Mio. ( - 0,37) (2,39) Zentralitätskennziffer 0,4 - 12,6* - 0,07 ( - 4,25) Konstante - 1109,0* 1382,2* - 882,7 - 24,9 - 68,3 - 769,7 910,4 - 321 ( - 2,11) (2,99) ( - 1,63) ( - 0,03) ( - 0,04) ( - 0,85) ( - 0,89) ( - 0,52) (within) R 2 0,36 0,11 0,33 0,14 0,15 0,14 0,15 0,56 Stichprobe: schrumpfende Städte (N=12) verfügbares Einkommen - 48,6* - 24,1* - 43,8 - 50,1 - 23,7* - 53,1* 20,5 in TEUR ( - 4,76) ( - 2,32) ( - 1,88) ( - 1,67) ( - 3,46) (2,70) (0,85) Altersquotient (BBSR) - 8,0* - 4,1 60 - J. pro hundert 20 - bis 60 - Jährige ( - 3,41) ( - 1,89) Studentenanteil - 20,5 - 16,3 - 5,2 3,75 in % ( - 0,65) ( - 0,48) ( - 0,58) (0,39) Übernachtungen 32,7 1096,6* in Mio. (0,07) (4,42) Zentralitätskennziffer - 4,0 - 2,67* - 0,72 ( - 1,29) Konstante 2436,6* 1387,1* 1909,6* 2336,5* 3012,6* 1664,0* 2552,0* 449,4 (7,68) (10,95) (6,67) (3,56) (2,45) (7,35) (4,27) (0,55) (within) R 2 0,39 0,31 0,41 0,27 0,30 0,16 0,18 0,51 Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 16 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Anzahl der Übernachtungen und Zentralität der Städte als weitere, erklärende Variablen? In der Debatte um wichtige Einflussfaktoren auf die Wohnimmobilienpreise fal- len immer wieder mal Variablen wie die Anzahl der Übernachtungen oder die Zentralität des Einzelhandels, definiert als Einzelhandelsumsatz relativ zur ein- zelhandelsrelevanten Kaufkraft. In gepoolten Regressionen sind diese Variablen signifikant (Grafik 16, Modell 6), sowohl in der Gesamtstichprobe als auch in Teilstichproben. Jedoch werden in Panelschätzungen alle diese Variablen in- signifikant (Modell 3). Dies impliziert, dass diese Variablen nicht ursächlich für die Preissteigerungen sind, sondern lediglich mit einer unbeobachteten Variab- len, dem eigentlichen Preistreiber, korreliert sind. Lässt ein höherer Studentenanteil die Preise steigen? Entgegen der weitläufigen Hypothese, dass ein hoher Studentenanteil in einer Stadt die Preise für Wohnimmobilien erhöht, findet sich in unserem Datenbe- stand dafür kein Hinweis. So ist der Studentenanteil nur in der gepoolten Reg- ression (Grafik 16, Modell 5) und nur für die Gesamtstichprobe signifikant. In den Teilstichproben und in Modell 6 ist die Studentenvariable aber insignifikant, und in den Panelschätzungen ist die Variable insignifikant und hat durchweg ein negatives Vorzeichen. Unser Datenbestand enthält den Studentenanteil jedoch nur bis 2010. Womöglich steigt die Erklärungskraft des Studentenanteils mit jüngeren Beobachtungen. 4. Projektionen der Bestandspreise bis 2030 Erste Modellprojektion auf Grundlage einer Bevölkerungsprognose Einfache Modelle sind meistens unvollständig. So haben auch hier vermutlich unbeobachtete oder uns unbekannte Variablen Einfluss auf die Bestandspreise. Sparsam parametrisierte Modelle liefern aufgrund ihrer Robustheit oft bessere Prognosen. Preisprognosen auf der Grundlage von Bevölkerungsprognosen Hier nehmen wir das den Altersquotienten berücksichtigende Regressionsmo- dell (Grafik 16, Modell 2) und füttern es mit den Ergebnissen der vom Bundesin- stitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bis in das Jahr 2030 progno- stizierten Altersquotienten. So können wir die Bestandspreise prognostizieren. Grafik 17 und 18 zeigen die Quadratmeterpreise der besonders teuren und die durchschnittliche jährliche Preiszunahme der sich besonders verteuernden Städte bis 2030. Alternativmodell: Trendfortschreibung des Einkommens Als Berechnungsgrundlage für ein zweites Modell unterstellen wir entsprechend der Einkommensentwicklung der letzten Jahre eine Trendfortschreibung bis 2030 der verfügbaren Einkommen. Auch hier unterteilen wir gemäß den obigen Berechnungen die Stichprobe in schrumpfende und wachsende Städte. Grafik 19 und 20 zeigen die Prognosen dieses Ansatzes im Vergleich zum Basissze- nario, wobei beide Ansätze ähnliche Ergebnisse liefern. 800 1.200 1.600 2.000 2.400 P CB DD HRO J EF GW WE L HAL MD C EUR/qm Städteranking 2030: Preise 17 Quelle: DB Research Hinweis: Die Prognosen beruhen auf der Annahme positiven Bevölkerungswachstums. Insbesondere für Chemnitz, Cottbus und Halle ist dies eine kritische Annahme. 0 1 2 3 4 C CB MD HAL GW EF HRO WE L DD P J Städteranking 2030: Preisveränderung 18 % p.a. Quelle: DB Research Hinweis: Die Prognosen beruhen auf der Annahme positiven Bevölkerungswachstums. Insbesondere für Chemnitz, Cottbus und Halle ist dies eine kritische Annahme. Ausblick Deutschland 17 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Preisverfall in strukturschwachen Städten Beide Modelle prognostizieren auch für eine Reihe von Städten, in denen bis 2030 die Preise stark sinken. Dies dürfte auch eher mit einem sinkenden Le- bensstandard einhergehen und die Politik bewegen, entsprechend den Vorga- ben des Grundgesetzes, das gleiche Lebensbedingungen in allen Teilen Deutschlands fordert, gegenzusteuern. Einige Städte konnten jedoch den in den letzten 20 Jahren stattfindenden Preis- und Bevölkerungsrückgang trotz intensi- ver Städtebauförderung im Osten (Grafik 22) und dort insbesondere in den ein- kommensärmeren Städten (Grafik 23), nicht aufhalten. Daher stellt sich die Fra- ge, warum sollte sich das bis 2030 ändern, insbesondere bei Wegfall oder Kür- zung des Solidaritätszuschlags. Eine Reihe von ökonomischen Gründen lassen die starke Divergenz der Immo- bilienpreise plausibel erscheinen: 1. Kosten der Infrastruktur Die Pro-Kopf-Kosten für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur wachsen über- proportional mit sinkender Einwohnerzahl. Auch die Investitionsbereitschaft der privaten Haushalte dürfte mit dem Alter der Einwohner sinken. Beide Argumente sprechen dafür, dass die Anzahl der Städte, bei denen Investitionen in die In- frastruktur lohnend sind, abnimmt. Abkürzungen 21 Chemnitz C Cottbus CB Magdeburg MD Erfurt EF Weimar WE Jena J Leipzig L Halle HAL Dresden DD Potsdam P Rostock HRO Greifswald GW Quelle: DB Research 0 1 2 3 4 C CB MD EF WE J L HAL DD P HRO GW …verfügbarem Einkommen …Altersquotient % p.a. Quelle: DB Research Städteranking 2030: Preisveränderung geschätzt mit... 20 Hinweis: Die Prognosen beruhen auf der Annahme positiven Bevölkerungswachstums. Insbesondere für Chemnitz, Cottbus und Halle ist dies eine kritische Annahme, da die Einwohnerzahl in den letzten Jahren nur leicht angestiegen ist. 800 1.200 1.600 2.000 2.400 2.800 P J EF DD CB WE L HRO GW C MD HAL ...verfügbarem Einkommen …Altersquotient EUR/qm Quelle: DB Research Hinweis: Die Prognosen beruhen auf der Annahme positiven Bevölkerungswachstums. Insbesondere für Chemnitz, Cottbus und Halle ist dies eine kritische Annahme, da die Einwohnerzahl in den letzten Jahren nur leicht angestiegen ist. Städteranking 2030: Preise geschätzt mit... 19 0 100 200 300 400 langfristig kurzfristig 1996 bis 2010 2005 bis 2010 Ost West Städtebauförderung 22 EUR/Einwohner Quellen: INKAR, DB Research 200 250 300 350 400 21 22 23 24 25 26 y - Achse: Förderung EUR je Einwohner x - Achse: Medianeinkommen 2010 in TEUR Quellen: INKAR, DB Research Städtebauförderung nach Raumordnungseinheiten 23 Ausblick Deutschland 18 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen 2. Pfadabhängigkeit der Baukostenentwicklung: Durchschnittliche Baukosten in neuen Ländern liegen aktuell über den Markt- preisen in strukturschwachen Regionen (Grafik 24), und Baukosten variieren nur wenig über die Jahre hinweg (Grafik 25). Damit sind Neuinvestitionen Verlust- bringer und Immobilien verlieren in den strukturschwachen Regionen ihre Inves- titionseigenschaft, wodurch die Zahl der Neubauten rapide sinken könnte. 3. Stärkere Binnenwanderung i. Die beschriebenen Entwicklungen könnten weitere Wanderungsbewegun- gen auslösen, denn Eigentümer in schrumpfenden Städten haben Anreize, ihre Immobilie frühzeitig zu verkaufen. Ansonsten setzen sie sich dem Risi- ko aus, zu einem späteren Zeitpunkt einen noch niedrigeren Verkaufspreis zu erzielen. ii. Eine unsere Projektionen nicht erfassende Größe ist die Einwohnerentwick- lung im eher ländlichen Raum Ostdeutschlands. So leben nur rund 3 ½ Mil- lionen der 16 Millionen Einwohner in den von uns untersuchten Städten. Die Frage ist, wohin ziehen Menschen, die jetzt im ländlichen Raum leben, wenn die Aussichten am Arbeitsmarkt und die Qualität der Infrastruktur in ländlichen Gegenden weiter sinkt? Ein gewisser Anteil könnte in die umlie- genden Städte ziehen und damit den Bevölkerungsrückgang in einigen Städten bremsen. Jedoch ist zu vermuten, dass ein Großteil in die wach- senden Städte zieht und damit die bisherige Divergenz verstärkt. Könnten schrumpfende Städte nicht eine neue Wirtschaftsdynamik entfalten? Zweifellos sind unsere Ergebnisse nur grobe Einschätzungen basierend auf den derzeitigen ökonomischen Rahmenbedingungen. So könnte einzelnen Städte im Laufe der nächsten Jahrzehnte die Wiederansiedlung abgewanderter Indust- rien gelingen, sie würden also gerade von niedrigen Immobilienpreisen und Löhnen profitieren. Auch erfolgreiche, massiv expandierende Unternehmen könnten die Perspektive für einige Städte deutlich verbessern. Jedoch ist zu erwarten, dass solche Entwicklungen sich nur für einzelne Städte ergeben, aber nicht das Gesamtbild in den neuen Ländern verändern. Sind beide Prognosen zu optimistisch? Die Demografie könnte negativere Wirkungen haben als in obigen Prognosen angenommen. In diesem Fall altern die Städte schneller und über eine niedrige- re Trendwachstumsrate steigen die Einkommen langsamer als unterstellt. Je- doch könnten beide Effekte, Alterung und schwache Einkommensentwicklung, wiederum die Binnenwanderung beschleunigen, da dann strukturschwache Regionen noch früher Schwierigkeiten haben, ihre Infrastruktur aufrecht zu er- halten. Durch die erwarteten Wanderungsbewegungen hin zu den wachsenden Städten sollten diese aber trotzdem profitieren, so dass selbst in diesem Nega- tivszenario Investitionen in Wohnimmobilien in den bisher wachsenden Städten interessante Investitionsziele sein könnten. 1.000 1.200 1.400 1.600 1.800 2.000 2.200 2.400 2.600 2.800 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 Baukosten Max 80% Median 20% Min EUR/qm Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Neue Länder ex Berlin ex Potsdam: Baukosten vs. Marktpreise (Neubau) 24 900 1.000 1.100 1.200 BB MV SA ST TH 2008 2011 Baukosten: Wohngebäude 25 EUR/qm Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 19 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen 5. Fazit Wie wir dargelegt haben, ist der ostdeutsche Markt inhomogen. Insofern lässt sich die eingangs gestellte Frage „Ist die Trendwende am ostdeutschen Wohn- immobilienmarkt vollzogen?“ nicht einheitlich beantworten. Auf Basis der BBSR- Bevölkerungsprognosen und der Trendfortschreibung der Einkommensentwick- lung der Haushalte lässt sich eine starke Divergenz zwischen weiter wachsen- den und weiter schrumpfenden Städten ableiten. Einige der wachsenden und bereits prosperierenden Städte scheinen auch künftig ein solides Ertragspoten- zial zu bieten. Aufgrund der bisher geringeren globalen Wirtschaftsabhängigkeit, die beispielsweise westdeutsche Großstädte aufweisen, könnten sie risikoredu- zierend im Deutschlandportfolio wirken. Investitionen in die bisher schrumpfen- den Städte werden unserer Ansicht nach nur im Einzelfall belohnt. Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Ausblick Deutschland 20 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Grafik des Monats Deutschland: Schuldenabbau der privaten Haushalte setzt sich fort Die privaten Haushalte in Deutschland haben ihre Verbindlichkeiten im letzten Jahr nur leicht um EUR 15 Mrd. auf knapp EUR 1,6 Bill. erhöht. Dies zeigen kürzlich veröffentlichte Daten der Bundesbank. In Relation zum BIP – die ge- bräuchlichere Definition – ist die Verschuldung der Haushalte sogar leicht von 59,8% auf 59,2% gesunken. Damit setzte sich der seit 2003 (73,1%) bestehen- de Abwärtstrend, wenn auch deutlich verlangsamt, fort. Der Schuldenstand liegt inzwischen wieder auf dem Niveau aus Mitte der 1990er Jahre. Dies resultierte aus dem in den letzten Jahren relativ zum BIP sehr schwachen Wachstum der Wohnungsbau- und Konsumentenkredite und dem Rückgang der sonstigen Kredite. Die Zeit bis Ende der 1990er Jahre war noch stark vom Immobilien- und Bauboom der Nach-Wendezeit geprägt, der für einen starken Anstieg der Woh- nungsbaukredite sorgte. Im Vergleich zu den Haushalten in anderen Mitgliedsländern der europäischen Währungsunion sind jene in Deutschland weniger stark verschuldet. So betru- gen die Verbindlichkeiten in der EWU Ende 2011 (neuere Daten noch nicht ver- fügbar) 69,1% des BIP also knapp 10%-Punkte mehr als in Deutschland. Deut- lich über dem EWU-Schnitt lagen Spanien (2012: 86%), Portugal (100%) und Irland (112%), also aktuelle Krisenländer, aber z.B. auch die Niederlande (139%). Dies sind vor allem Länder, in denen der Immobiliensektor vor der Krise stark aufgebläht war, was beispielsweise in Irland zu einer mehr als Verdopp- lung der Verschuldung gg. 2001 führte. Griechenland und Frankreich lagen zu- letzt etwa im Schnitt der Eurozone, wobei die griechischen Haushalte ihre Ver- schuldung von niedrigem Niveau aus aber mehr als verdreifacht haben. Aller- dings spricht einiges dafür, dass die private Verschuldung gerade in Ländern mit überdurchschnittlicher Verschuldung ihren Höhepunkt überschritten hat. So sank der Wert in Portugal und Irland in den letzten drei Jahren und in Spanien in den letzten beiden Jahren merklich. Der starke Anstieg der privaten Verschuldung in den Jahren vor der Krise er- laubt den genannten Krisenländern, ihre inländische Nachfrage (Wohnbauinve- stitionen und Konsum) deutlich auszuweiten. Das erreichte Niveau war ange- sichts der Wirtschaftskraft der Länder aber nicht dauerhaft tragbar. Daher be- steht trotz der begonnenen Rückführung der Schuldenquoten noch Anpas- sungsbedarf. Dies wird die Inlandsnachfrage in diesen Ländern auch in den kommenden Jahren dämpfen, da die Haushalte kaum neue Schulden aufneh- 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 80 91 95 99 03 07 11 Mrd. EUR (links) % BIP (rechts) DE: Schulden der privaten Haushalte sinken relativ zum BIP... DX Deutschland, Verbindlichkeiten privater Haushalte Quelle: Deutsche Bundesbank 0 20 40 60 80 100 120 140 95 97 99 01 03 05 07 09 11 DE FR GR IE IT PT ES EWU ...und sind im internationalen Vergleich niedrig DX Verbindlichkeiten privater Haushalte, % BIP Quellen: Deutsche Bundesbank, Eurostat, Banco de Espana, Nationale Behörden Ausblick Deutschland 21 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen men werden (können) und einen größeren Teil der verfügbaren Einkommen für die Schuldentilgung statt für den Konsum verwenden dürften. Die Situation in Deutschland zeigt sich genau umgekehrt. Angesichts der im historischen und im internationalen Vergleich relativ niedrigen Verschuldung der privaten Haushalte ist der Bedarf für ein weiteres Absenken niedrig. Zudem haben wir in den letzten Ausgaben des „Ausblick Deutschland“ mehrmals be- tont, dass die verfügbaren Einkommen 2013 spürbar zulegen sollten, da die Beschäftigung ein weiteres kleines, und die Löhne ein spürbares Plus verzeich- nen dürften. 12 Diese Argumentation stützt unserer Prognose, dass die schwa- che Investitions- und Exporttätigkeit im laufenden Jahr durch eine spürbare Zu- nahme des Konsums mehr als ausgeglichen werden sollte und so das (magere) BIP-Wachstum von 0,1% in Deutschland allein von der Binnennachfrage getra- gen werden dürfte. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) 12 Siehe „Ausblick Deutschland: Tarifrunde 2013 – Kräftiges reales Plus“ vom 16. Mai 2013 und „Ausblick Deutschland: Stimmungsindikatoren – erneuter Dämpfer im Frühjahr“ vom 2. April 2013 für eine Diskussion der Lohnentwicklung sowie der Einkommensentwicklung. Ausblick Deutschland 22 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (1) — Mit +0,1% gg. Vq. enttäuschte das BIP - Wachstum in Q1. Dennoch, nach - 0,7% in Q4 dürfte der Tiefpunkt durc h- schritten sein. Der negative Vorjahresvergleich in Q1 entstand durch einen Arbeitstageeffekt. Wir erwarten e i- ne Wachstumsbeschleunigung im Jahresverlauf. Au f- grund des statistischen Unterhangs erwarten wir 2013 im Jahresdurchschnitt aber nur ein Wachstum von +0,1%. — Die wetterbedingte Gegenbewegung im Bausektor und robuster privater Konsum dürften für das relativ kräftige BIP - Wachstum von 0,5% gg. Vq. in Q2 sorgen. — Das Wachstum dürfte 2013 vom Konsum getragen we r- den, dagegen dämpft der Außenhandel . Investitionen bleiben schwach. — Trotz der konjunkturellen Abschwächung in 2012 hat sich die deutsche Wirtschaft im Vergleich zu den meis - ten anderen EWU - Ländern, deren BIP stagnierte bzw. sogar schrumpfte, noch gut entwickelt. — Angesichts des verbleibenden Anpassungsbedarfs in einigen EWU - Ländern dürfte die EWU in H1 2013 in der Rezession verharren und danach nur auf einen sehr fl a- chen Wachstums pfad einschwenken. Die Wirtschaft ist 2012 um 0,5% geschrumpft. 2013 dürfte das BIP trotz der erwarteten Erholung im Jahresverlauf erneut sinken ( - 0,6%), wobei merkliche Abwärtsrisiken bestehen. — Im Juni ist das ifo - Geschäftsklima zum zweiten Mal in Fol ge angestiegen, hat aber noch nicht wieder die höh e- ren Werte von Anfang des Jahres erreicht, die durch bessere Erwartungen getrieben waren. Der Index liegt aber über seinem langfristigen Durchschnitt und deutet auf ein BIP - Wachstum von etwa ½% gg. Vq. in Q 2 hin. — Der Index legte im Juni vor al lem wegen der höheren (Export - ) Erwartungen im Verarbeitenden Gewerbe zu, während die eher inländischen Sektoren (Bau und Ha n- del) eine leichte Stimmungseintrübung zu verzeichnen hatten. Der Einzelhandels - und Bauindex be finden sich aber spürbar über ihren historischen Durchschnitten, was auf eine robuste inländische Konjunktur hindeutet. — Der Composite - Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg wie der ifo - Index im Mai und Juni leicht an, blieb aber unter dem Q1 - Schnitt. Die Stimmungsverbesserung ging vor allem auf positivere Einschätzungen der Dienstleister z u- rück (51,3 ggü. 49,7 zuvor), während sich der Industri e- index eintrübte (48,7 ggü. 49,4 zuvor). — Die PMIs liegen im Schnitt nur etwas über der Wachs - tumsschwelle von 50 un d sind damit deutlich pessimist i- scher als der ifo - Index. Wir bevorzugen aber den ifo - Index, da dieser die realwirtschaftliche Entwicklung z u- letzt besser abbildet (bspw. BIP und Industrieprodukt i- on). - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 10 11 12 13 14 EWU ex DE DE BIP - Entwicklung: DE vs. EWU % gg. Vq. Quelle: Eurostat 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 35 40 45 50 55 60 65 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 23 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (2) — Nach zwei kräftigen Anstiegen von je über 2% gg. Vm. ist der Auftragseingang im April um 2,3% gefallen. Damit fiel er in etwa auf dem Niveau des ersten Quartals. Der Rückgang war stark von den schwankungsanfälligen Bestellungen von Flugzeugen geprägt, die zuvor kräftige Zuwäc hse verbuchten. Im April lagen die Aufträge ins - gesamt, wie in den beiden Vormonaten, noch leicht unter dem Vorjahresniveau. — Konjunkturumfragen (ifo, PMI) lassen weiter Auftragsa n- stiege erwarten. Relativ zu den Auftragseingängen w a- ren die Umfragen – insbes ondere PMI – zuletzt zu pos i- tiv. Wir erwarten daher nur eine gedämpfte Erholung. — Im April stieg die Indu strieproduktion um 1,8% gg. Vm., auch dank des kräftigen wetterbedingten Plus beim Bau (+6.7%). Das Verarbeitende Gewerbe (+1,2%) legte aber dank der Investitionsgüter (+4,0%) ebenfalls mer k- lich zu. — Dank des dritten Fertigungsplus in Folge liegt die Indus t- rieproduktion inzwischen über dem Vorjahresniveau – das erste Mal seit Juni 2012. Dies hat Erwartungen an eine deutliche Erholung des Industriesektor s geweckt. — Allerdings sind die Aufträge im Vorjahresvergleich noch im Minus, und ifo/PMI deuten bislang nur auf eine te m- poräre Beschleunigung in Q2 hin. — Momentan belastet die schwache Konjunkturentwicklung während des Winterhalbjahrs (BIP Wachstum Q4: - 0,7% gg. Vq.; Q1: +0,1% gg. Vq.) den der Konjunktur nachla u- fenden Arbeitsmarkt. — Im Mai 2012 stieg die Beschäftigung noch um 1,2% gg. Vj. Im Mai 2013 waren es nur noch 0,6% gg. Vj. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zuletzt 1,3% übe r Vj. — Mit saisonbereinigt 41,8 Mio. Personen markiert die Zahl der Erwerbstätigen weiter historische Höchststände. — Im Juni verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um 12 Tsd., nachdem sie in den drei Vormonaten um in Schnitt 11 Tsd. angestiegen war. Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahl in den letzten Monaten lag die Arbeit s- losenquote im Mai und Juni bei 6,8% und damit niedriger als zuvor (6,9%). Dies lag an der jährlichen Neuberec h- nung der Erwerbspersonen (die Basis der Quote) im Mai. Ihre Zahl stieg im Vorjahresvergleich um 580 Tsd. — Frühindikatoren waren im Juni uneinheitlich, deuten aber insgesamt auf eine Seitwärtsbewegung des Arbeitsmar k- tes in den nächsten Monaten. Ab Herbst 2013 dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt wieder ver bessern. Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 2013 dennoch von 6,8% (2012) auf 6,9% ansteigen. - 20 - 10 0 10 20 30 11 12 13 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 77 82 87 92 97 102 107 112 117 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 20 08 09 10 11 12 13 Industrieproduktion (links) ifo - Erwartungen (4 M. verz., re.) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt Industrieproduktion und ifo - Erwartungen 90 95 100 105 110 115 120 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 Erwerbstätige (links) ifo - Beschäftigungsbarometer (um 6 Monate verzögert, rechts) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Bundesagentur für Arbeit Erwerbstätige und ifo - Beschäftigungsbarometer - 100 - 50 0 50 100 150 200 4 5 6 7 8 9 10 08 09 10 11 12 13 Veränd. der Arbeitslosigkeit (rechts) Arbeitslosenquote (links) Arbeitslosigkeit % der zivilen Erwerbspersonen (links); gg. Vm., '000 (rechts) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, DB Research Ausblick Deutschland 24 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (3) — Die Inflation beschleunigte sich im Juni auf 1,8% gg. Vj. nach noch 1,5% im Vormonat. Der Anstieg wurde durch die Energiekomponente getrieben (+3,0% nach +1,6%). Die höhere Wachstumsrate geht aber auf einen Basis - effekt zurück, da Öl - und Energiepreis im Vormonatsve r- gleich sanken. Nahrungsmittelpreise stiegen wie schon im Mai um 5,4%. Die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) blieb konstant bei 1,2%. — Angesichts moderater Wachstumsraten und einer Stab i- lisierung der Ölpreise, erwarten wir eine gedämpfte Infl a- tionsentwicklung in den nächsten Monaten. Für 2013 erwarten wir eine durchschnittliche Inflatio nsrate von 1,4%. — Im April stiegen die Importe um +2,2% gg. Vm. und die Exporte um +1,9%. Das ist jeweils der zweite Anstieg in Folge. Der Handelsbilanzüberschuss blieb nahezu ko n- stant bei EUR 17,7 Mrd. Im Vorjahresvergleich sind be i- de Warenströme nur leicht im Plus. — Die Schwäche der Importe in Q1 ( - 1.4% gg. Vq.) ist wohl teilweise den gefallenen Rohstoffpreisen und dem L a- ge rabbau geschuldet. Darauf deutet die Einkaufsman a- ger - Umfrage hin . Die Exporte (+0.4%) litten unter dem schwach wachsenden Welthande l (Q1: +0,7% gg. Vq.). — In Folge der Eurokrise und der Rezession in vielen EWU - Ländern sind die Exporte dorthin gg. Vj. rückläufig, wä h- rend die Importe leicht steigen. Daher sank der dt. Ha n- delsbilanzüberschuss gg ü . den EWU - Staaten deutlich. — Mehr als ausgeglichen wird dieser Rückgang bisher aber durch den Anstieg der Exporte nach Asien und in die USA. Insbesondere der Auto - Export trieb. Allerdings li e- ßen die US - Exporte zuletzt stark nach. — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an den gesamten deutschen Exporten um nahezu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 37% gefallen (Asien 16% und USA 8%). — Nach zwischenzeitlichen Rückgängen haben sich die ifo - Exporterwartungen im Juni wieder erholt. Dennoch de u- ten sie in den nächsten Monaten nur auf eine verhalte n- de Exportdynamik hin. Dies wird auch durch den glob a- len PMI für das Verarbeitende Gewerbe mit Werten knapp über 50 unterstützt. — Die Importe dürften bei einer Stabilisierung der Rohstof f- preise, dem Ende des Lagerabbaus sowie einem recht hohen Beschäftigungsniveau und realen Einkommen s- zuwächsen relativ zum Export leicht stärker wachsen. — Der Wachstumsbeitrag der Nettoexporte war in Q1 2013 knapp positiv (Q1: +0,1% - Punkte, Q4: - 0,8% - Punkte), dürfte im Gesamtjahr aber leicht negativ werden. -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 08 09 10 11 12 13 Inflationsrate Kerninflationsrate % gg. Vj. (Kerninflationsrate wegen Statistikumstellung erst ab 2011 verfügbar) Quellen: Statistisches Bundesamt Inflationsrate und Kerninflationsrate 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 25 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Branchen — Die reale Produktion des Verarbeitenden Gewerbes hat im März und April zugenommen; in den ersten vier M o- naten des Jahres lag sie um 0,8% über dem Niveau von Sept. - Dez. 2012. Die Auftragseingänge überstiegen das Niveau der Vorperiode um 1,1%. — Impulse dürften im Jahresverlauf aus dem außereurop ä- ischen Ausland kommen, aber auch die Aufträge aus der EU stabilisierten sich zuletzt. — Für 2013 halten wir weiterhin eine Stagnation der Pr o- duktion für wahrscheinlich (2012: - 1%), nicht zuletzt w e- gen des schwachen 4. Quartals 2012, in dem die Fert i- gung unter dem Durchschnitt des Gesamtjahres lag. — Die Produktion in der Autoindustrie nahm in den letzten drei Monaten zu, im April sogar um 6,4% gg. Vm. — Die Geschäftserwartungen in der Automobilindustrie tendieren am aktuellen Rand aber uneinheitlich: Sie sanken im März und April deutlich, nachdem sie zuvor dreimal in Folge gestiegen waren; im Mai und Juni le g- ten sie jedoch wieder etwas zu. Die Kapazitätsauslas - tung hat sich Anfang 2013 stabilisiert. — Auch aufgrund des statistischen Unterhangs erwarten wir für 2013 einen Produktionsrückgang in der Autom o- bilindustrie von real 2%; eine Revision der Prognose nach oben ist jedoch zunehmend wahrscheinlich. — Die Auftragseingänge im Maschinenba u sendeten zuletzt uneinheitliche Signale. 2013 könnte sich die Ausland s- nachfrage aber aufgrund einer allmählichen Stabilisi e- rung der Eurozone und einer Wachstumsbeschleunigung in Asien beleben. — Für 2013 rechnen wir dennoch mit einem Rückgang der Produktio n im Maschinenbau um 1% (2012: +1,3%). D a- bei unterstellen wir im Verlauf von 2013 eine aufwärts gerichtete Produktionsentwicklung; in den letzten drei Monaten konnten bereits etwas stärkere Werte beobac h- tet werden. — In den frühzyklischen Branchen sind erst verhaltene Konjunkturimpulse zu erkennen. — Die Produktion in der kunststoffverarbeitenden Industrie lag in den ersten vier Monaten d.J. um 1,4% über dem Niveau der Vorperiode. Die Geschäftserwartungen sti e- gen zuletzt wieder an. — Die Metallerzeugung könn te 2013 ein marginales Pr o- duktionsplus erzielen (2012: - 3,8%). Die Produktion legte zuletzt leicht zu. — In der Chemieindustrie dürfte die Fertigung 2013 um 1% zunehmen (2012: - 2,6%). Zuletzt tendierte die Produkt i- on allerdings schwächer. — — 90 95 100 105 110 115 10 11 12 13 Aufträge Produktion 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Verarbeitendes Gewerbe: Produktion und Aufträge 50 60 70 80 90 100 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Kapazitätsauslastung (rechts) Produktion (links) Automobilindustrie: Produktion & Kapazitätsauslastung 2010=100, sb. (links), Kapazitätsauslastung in % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Produktion Auftragseingang Maschinenbau: Aufträge und Produktion 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt 90 95 100 105 110 10 11 12 13 Chemie Kunststoffe Metallerzeugung und - bearbeitung Produktion: Frühzyklische Branchen 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 26 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (1) — Dank leicht verbesserter Stimmungsindikatoren für die Eurozone veränderte die EZB den Leitzins am 6. Juni nicht, obwohl die EZB ihre Wachstumsprognose für 2013 leicht auf - 0.6% nach unten genommen hat. Zudem stel l- te Draghi weitere unkonventionelle geldpolitische Ma ß- nahmen – wie bspw. die Belebung des ABS Marktes für KMU - Kredite – , wenn überhaupt, eher für die mittlere Frist in Aussicht. — Basierend auf Euribor - Kontrakten erwarten die Märkte, dass die EZB ihre ultralockere Geldpolitik für längere Zeit beibehält. Der 3 - M Satz dürfte auf 0,6% zum Jahresende 2014 und auf etwa 1% zum Jahresende 2015 steigen. — Andeutungen des US - Notenbankchefs, Ben Bernanke, die Fed könnte ihre monatlichen Käufe von Treasuries und MBS in Höhe von USD 85 Mrd. in den kommenden Monaten reduzieren und womöglich Mitte 2014 gänzlich einstellen, beunruhigten die Märkte. Die Renditen de r 10 - jährigen Treasuries stiegen seit Anfang Mai von 1,6% auf kürzlich 2,5% an. — Dies zog die Rendite 10 - jähriger deutscher Anleihen nach oben. Seit Anfang Mai stiegen die Renditen von 1,2% auf 1 ¾%, und der Renditeabstand zwischen US - und deutschen Anleih en verdoppelte sich in etwa auf 80 Bp. — Sorgen darüber, dass sich der globale Zinszyklus – au s- gelöst von der Debatte über den QE3 - Ausstieg der Fed – drehen könnte, führten zu einem Anstieg der Anleih e- renditen europäischer Länder. — Seit Anfang Mai stiegen die Renditen der Kernländer der Eurozone um 50 bis 60 Bp. — Ebenfalls erhöhten sich die Intra - EWU - Renditeabstände zwischen den Kernländern. Gegenüber deutschen A n- leihen stiegen die Renditeabstände der anderen Ker n- länder um 2 Bp. (Öst erreich) bis 9 Bp. (Frankreich). — Die Renditen von italienischen, spanischen und irischen 10 - jährigen Staatsanleihen stiegen seit Anfang Mai um etwa 70 Bp., so dass sich die Renditeabstände ggü. deutschen Staatsanleihen um 10 bis 20 Bp. erhöhten. — Portuga l wurde am stärksten getroffen. Anfang Mai g e- lang es Portugal noch, nach über 2 Jahren erfolgreich eine 10 - jährige Staatsanleihe zu emittieren, und die Renditen fielen anschließend. Seit dem Tief von 5,2% (21. Mai) sind die Renditen aber wieder um 150 Bp. g e- stiegen. Der schwache Wirtschaftsausblick und erneute Streiks belasteten die Stimmung der Märkte. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins 3M - Satz EWU: Leitzins & 3M - Satz % Quellen: EZB, Global Insight 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 11 12 13 % Quelle: Global Insight Rendite 10 - jähriger deutscher Staatsanleihen 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 12 13 Niederlande Finnland Frankreich Österreich EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight 200 300 400 500 600 700 12 13 Spanien Italien EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight Ausblick Deutschland 27 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (2) — Derzeit liegt der DAX bei etwa 8000 Punkten. Der DAX hat sich zuletzt gut gehalten, wohl auch , da es bei tei l- weise negativen Realzinsen am deutschen Anleihemarkt an Anlagealternativen fehlt. Der Abstand der Divide n- den - zur Anleiherendite liegt auf hohem Niveau. — Zwar erwarten wir, dass die mehr als zwei Jahre dauernde Abwärtskorrektur der Gewinnerwartungen g e- gen Jahres ende auslaufen sollte. Enttäuschungen von Seiten der Weltkonjunktur dürften insbesondere deutsche Unternehmen treffen. Der DAX sollte daher underperformen. — Unsere Aktien - Analysten erwarten einen Stand des DAX von 8000 und einen Stand des Stoxx 600 von 315 zum Jahresende. — Rohstoffpreise – insbesondere Metalle wie Aluminium und Kupfer – fielen durch die Sorge über das Wachstum in China und der Debatte über den QE3 - Ausstieg der Fed kräftig, da eine Verbindung zwischen QE und Kap i- talflüsse in Rohstoffe beste hen dürfte. Durch das erwar t- ete etwas höhere Wachstum Chinas und der Weltwir t- schaft in H2 dürften Rohstoffpreise wieder moderat ste i- ge. — Nahrungsmittelpreise sind in Q3 2012 wegen Dürren (z.B. USA und Osteuropa) deutlich gg. Q2 gestiegen, fi e- len zuletzt ab er wieder recht kräftig. Im Mai 2013 lagen sie fast 20% unter dem Höchststand des vergangenen Jahres. — In H2 2013 dürfte sich die Nachfrage nach Öl im Zuge der weltweiten Konjunkturbelebung erhöhen. Zusätzliche preistreibende Wirkungen könnten von der Angebotsse i- te (z.B. geopolitische Risiken, Iran) ausgehen. — In Folge der deutliche Ausweitung des Angebots insb. durch die höhere Produktion an Schieferöl in den USA. haben unsere Rohstoffstrategen ihre Prognose von USD 115 auf USD 107 per Barrel im Q4 2013 gesenkt. Aktuell notiert der Ölpreis bei etwas über USD 100 per Barrel Brent. — Der Goldpreis liegt momentan bei etwa USD 1 . 200 per Feinunze und damit etwa 30% unter dem Höchststand des vergangenen Jahres (4. Okt 2012; USD 1 . 792 per Feinunze). Belasten d wirken die Ankündigung der Fed , QE3 im Laufe des Jahres zu reduzieren, die Erhöhung der realen Zinsen und ein stärkerer USD. — Unsere Rohstoff-Analysten senkten ihre Goldpreispro- gnose von USD 1.525 auf USD 1.300 per Feinunze zum Q4 2013. Trotzdem wäre dies der größte Preisrückgang gg. Vj. (eop) seit dem Jahr 1997. 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 07 08 09 10 11 12 13 Dax 30 EuroStoxx 50 (normiert) Aktienindizes Quellen: Global Insight, DB Research 0 20 40 60 80 100 120 140 160 08 09 10 11 12 13 Nahrungsmittel Industrierohstoffe Insgesamt Energierohstoffe Rohstoffpreise HWWI Index, 2010=100, EUR Basis Quelle: HWWI 0 20 40 60 80 100 120 140 160 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Barrel EUR je Barrel Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research Ölpreis Brent Blend, USD oder EUR je Barrel 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Feinunze EUR je Feinunze Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research USD oder EUR je Feinunze Goldpreis Ausblick Deutschland 28 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (3) — Trotz der öffentliche n Sorge über Inflationsgefahren e r- warten die von der EZB befragten privaten Prognostiker keinen Anstieg der Inflation. Ihre Erwartungen über die Inflationsrate (EWU) in 2 Jahren blieben zuletzt konstant bei 1,8%. Unverändert wird in 5 Jahren eine Inflationsr a- te von 2,0% erwartet. — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter A n- l eihen berechnete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen 2 und gut 2 ½%. — Allerdings dürfte diese „implizite Inflationserwartung“ verzerrt sein. Zum einen ist der derzeitige Realzins nahe Null ökonomisch nur schwer z u erklären. Zum anderen sind die Anleiherenditen durch massive Käufe einiger großer Zentralbanken und bestehender „S afe haven“ - Käufe wohl nach unten verzerrt. — — — — Nachdem der EUR/USD im Februar das Hoch von 1,37 erreicht hatte, bewegt sich der EUR/USD im Q2 in dem relativ engen Band von 1,28 bis 1,34. Die verbesserten ökonomischen US - Daten und keine weiteren Schocks durch die europäischen Schuldenkrise glichen sich in etwa aus. — In H2 2013 dürfte sich das Wachstum der USA auf etwa 3% erhöhen und die Fed d ie QE3 - Käufe verringern. Dies dürfte für einen stärkeren USD sorgen – unsere Strat e- gen rechnen daher mit einem EUR/USD Kurs von 1,23 in 6 Monaten (1,26 in 3 Monaten). Sie sehen die aktuelle USD - Stärke als Beginn eines mehrjährigen USD - Auf - wertungszyklus. -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 13 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächste 12 M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg 0,8 0,9 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 130 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Nom. eff. EUR - Wechselkurs (l.) Realer eff. EUR - Wechselkurs (l.) USD je EUR (r.) Wechselkursentwicklung des Euro 1999Q1=100 (links), USD je EUR (rechts) Quellen: EZB, Reuters Ausblick Deutschland 29 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (4) — Die verhaltene Entwicklung bei Unternehmenskrediten des ersten Quartals setzte sich im April fort ( - 0,2% gg. Vorjahr). — Obwohl das deutsche Kreditwachstum nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums liegt, schlägt sich die seit sechs Quartalen rückläufige Invest i- tionstätigkeit im Kreditvolumen nieder (EUR - 2.1 Mrd. gg Vorjahr im April). Teilweise auch Substitution durch A n- leiheemission. — Im Euroraum fiel das Kreditvolumen: - 4,6% gg. Vorjahr im April, b edingt durch anhaltendes Deleveraging und Schwierigkeiten in Krisenländern. — — Im April stieg das Hypothekenvolumen erneut deutlich +2,4% gg. Vorjahr. Zuwächse damit auf dem Niveau der Vorkrisenperiode. — Niedriges Zinsniveau und in Teilen positive Erwart ungen an den Immobilienmärkten wirkten sich bisher nur b e- grenzt auf die Kreditnachfrage aus, da Investitionen zum Teil durch Portfolioumschichtungen finanziert werden. — Nach wie vor höheres Hypothekarkreditwachstum in Deutschland als in der EWU (+1,2% im April). — Zinssätze für Unternehmens - und Hypothekarkredite in Deutschland weitgehend unverändert seit Jahresbeginn und auf historisch niedrigem Stand: April 2,9% für Hyp o- thekar - und 3% für Unternehmenskredite. — Das niedrige Zinsniveau senkt Refinanzierungskosten der Banken, was wiederum auch an Kunden weiterg e- geben wird. — Unternehmen schätzen Kreditvergabe weiter als unpr o- blematisch ein. — Im Mai Anteil der Industr ieunternehmen, die Kreditve r- gabe als restriktiv einstufen, weiterhin auf niedrigem N i- veau bei geringfügigem Anstieg gg. Vormonat (+0,3 Pr o- zentpunkt e ). Bei Bauunternehmen verfestigt sich deutl i- cher rückläufige Tendenz ( - 1,2 Prozentpunkte gg. Vo r- monat). -8 -4 0 4 8 12 16 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Kredite an Unternehmen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research -2 0 2 4 6 8 10 12 14 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Privates Hypothekenvolumen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins Ø - Zins für private Hypotheken (Neugeschäft) Ø - Zins für Unternehmenskredite < EUR 1 Mio. (Neugeschäft) Zinsen für Kredite % Quellen: EZB, Bundesbank 0 10 20 30 40 50 60 09 10 11 12 13 Verarbeitendes Gewerbe Bau Kredithürde Anteil der Unternehmen, die angeben, die Kreditvergabe sei "restriktiv" (in %) Quelle: ifo Ausblick Deutschland 30 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (5) — Die Ausgabe von Schuldverschreibungen des öffentl i- chen Sektors in Deutschland blieb im Vergleich zu den beiden Vorjahren gedämpft. Die deutschen Länder und die Bundesregierung erlösten dabei rund EUR 44 Mrd. im April 2013. — Die Zahlen hinkten der Entwicklung der beiden Vorjahre hinterher, wobei sie in den ersten 4 Monaten des Jahres 2013 EUR 163 Mrd. betrugen. — Der öffentliche Sektor in Deutschland profitiert noch i m- mer vom " S afe - haven" - Effekt, so dass langfristige Staat sanleihen zu Allzeit - Niedrigzinsen angeboten we r- den können (1,2% im April). — Die Banken haben im April EUR 83 Mrd. erlöst und d a- mit die höchste Anleihebegebung seit Juni 2010 da rg e- stellt. — Die Ausgabe von Bankanleihen stieg in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 kräftig an und erreichte dabei den bislang zweithöchsten Wert für einen Viermonat s- zeitraum (EUR 304 Mrd.). — Die deutschen Banken setzten die Verbesserung ihrer Kapitalstruktur und ihrer Liquidität fort, wobei sie zur F i- nanzierung die Anleihemär kte in Anspruch nahmen. — Die Ausgabe von Unternehmensanleihen erreichte im April mit EUR 4,1 Mrd. den höchsten jemals beobacht e- ten Wert in einem Monat April. — Nach einer verhaltenen Entwicklung im ersten Quartal des Jahres 2013 erholte sich die Ausgabe v on Unte r- nehmensschuldverschreibungen deutlich. — Da die Suche nach Rendite in einem Niedrigzinsumfeld die Finanzierungskosten für Unternehmen drückt, scheint sich dadurch das Ausgabevolumen von Unte r- nehmensanleihen allmählich wieder auf das Niveau des langf ristigen Durchschnitts über die letzten vier Jahre zu begeben. — Mit einem Wert von EUR 93 Mio. stieg die Emissionst ä- tigkeit am Aktienmarkt im April verglichen zum Vorja h- reswert von EUR 66 Mio. leicht an. — Die Aufnahme von Eigenkapital durch Unternehmen in den ersten 4 Monaten des Jahres lag bei lediglich EUR 1,2 Mrd., dem niedrigsten Wert der letzten sechs Jahre. 0 100 200 300 400 500 600 700 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Staatsanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Bankanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Unternehmensanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bruttoemissionen von Aktien Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 31 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Wirtschaftspolitik — Der effektive Durchschnittssteuersatz gibt den komb i- nierten Belastungseffekt für Investitionen auf Unterne h- mensebene durch nominalen Steuersatz und die Art, wie die Bemessungsgrundlage bestimmt wird (inklusive e t- waiger Zuschläge), wieder. — Mit etwa 28% Steuerbelastung auf Unternehmensebene liegt Deutschland derzeit im europäischen Belastung s- vergleich im oberen Drittel. Die von den Oppositionspa r- teien vorgeschlagenen Steuererhöhungen würden Deutschland den zweithöchsten Wert in der EU besch e- ren. Dadurch würden die positiven Reformwirkungen der vergangenen Jahre in Richtung mehr steuerliche Wet t- bewerbsfähig keit in einem Schritt zu Nichte gemacht. — Steuerpolitik ist für die Wähler nicht das bestimmende Thema. Die Umverteilungsdebatte, obwohl von den O p- positionsparteien befeuert, spielt zwar eine wichtigere (73%, siehe links), aber gleichwohl deutlich gerin gere Rolle als in früheren Jahren. Die Besserstellung der u n- teren Einkommensgruppen wird von vielen für wichtiger gehalten als die höhere Belastung der oberen Gruppen. Lediglich 4 von 10 Bürgern wünschen sich die Erhöhung des Spitzensteuersatzes oder die W iedereinführung der Vermögensteuer. Während 7 von 10 kleine und mittlere Einkommen entlasten wollen. — Die Ergebnisse zur Befragung im Bereich Steuerpolitik sind besonders stark davon abhängig, wie die Fragen gestellt werden. Hier zeigt sich, dass der Grad an Z u- stimmung zu einem höheren Spitzensteuersatzes rapide abnimmt, wenn die Einkommensgrenze, ab der der Spi t- zensteuersatz gilt (42% ab Einkommen von EUR 53.000 ohne Reichensteuer), mit genannt wird. Nur noch 17% (statt 40%) halten dann eine weitere Erhöhu ng für no t- wendig. — In den jüngsten Wahlumfragen haben sich die Ergebni s- se der Parteien kaum geändert. Die CDU hat nach wie vor einen deutlichen Vorsprung zur SPD, die FDP kämpft mit der 5% - Hürde. Die im März neugegründete AfD – deren Hauptforderung eine Neuordnung der Eur o- zone ist – konnte in der Gunst der Wähler bislang nicht weiter zulegen. — Kanzlerin Angela Merkel liegt in den Umfragewerten nach wie vor weit vor ihrem Herausforderer, Peer Stein - brück. 17,0 22,0 27,0 32,0 37,0 42,0 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 DE FR IT ES PT GR EU - 27 Effektiver Durchschnittssteuersatz (EATR) in %, nicht finanzielle Unternehmen Quellen: ZEW, Eurostat 81 81 76 73 73 72 68 67 0 20 40 60 80 100 Energierpreisanstieg verlangsamen Sicherung der Renten Deutschland bei der Euro - Rettung entlasten Unterschiede zwischen Arm und Reich abbauen Kleinere, mittlere Einkommen entlasten Gesetzlichen Mindestlohn einführen Steuerhinterziehung stärker bekämpfen Staatsverschuldung abbauen Agenda der Wähler: Worum sollte sich die neue Bundesregierung besonders kümmern? Quellen: FAZ, Ifd Allensbach in %, Mehrfachnennungen möglich 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Sep 2009 Feb 2012 Apr Jun Aug Okt Dez Feb Apr. Jun CDU/CSU SPD FDP Grüne Linke AfD 14 26 7 6 38 3 Wahl 2009 Deutscher Bundestag, wenn morgen gewählt würde Quelle: IfD Allensbach Wahl - bzw. Umfrageergebnisse, % Ausblick Deutschland 32 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Ansprechpartner für die Chartbooks: Konjunktur und Finanzmärkte: Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Branchen: Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Wirtschaftspolitik: Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik DX Datum Ereignis Anmerkungen 4. Juli Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 4./5. Juli Tagung des Bundeswahlausschuss Entscheidung über Zulassung bislang nicht etablierter Parteien zur Bundes - tagswahl. U.a. dürfte AfD zugelassen werden. 19./20. Juli Treffen der G20 - Finanzminister und Notenbank - gouverneure in Moskau Lage der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten. Vorbereitung des G20 - Gipfels Anfang September. 1. Aug. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 5. Sep. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 5./6. Sep. G20 - Gipfel in St. Petersburg Schwerpunkte russischer G20 - Präsidentschaft: mehr Wachstum und B e- schäftigung , u.a. durch Investitionen und effiziente Regulierung. Dabei geht es u.a. um Finanzmarktregulierung und nachhaltige Fiskalpolitik. 15. Sep. Landtagswahl in Bayern Horst Seehofer dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit Ministerpräsident ble i- ben. Offen ist jedoch, ob die CSU die Mehrheit der Sitze im Landtag erre i- chen wird. 22. Sep. Landtagswahl in Hessen Auch ein möglicher Regierungswechsel würde keine entscheidende Verä n- derung der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat herbeiführen. 22. Sep. Bundestagswahl Zu aktuellen Umfrageergebnissen siehe Grafik im Chartbook Wirtschafts - politik. Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 33 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender DX Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 5. Jul i 2013 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. Mai 2,0 - 2,3 8. Jul i 2013 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. Mai 0,5 1,8 8. Jul i 2013 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Mai 17,6 17,6 8. Jul i 2013 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Mai 3,9 (4,1) 1,7 (3,2) 8. Jul i 2013 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Mai 4,9 (1,9) 2,2 (1,9) 24. Jul i 2013 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Juli 49,5 48,7 24. Jul i 2013 9:30 PMI Dienstleistungssektor (Flash) Juli 51,8 51,3 25. Jul i 2013 10:30 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Juli 106,5 105,9 31. Jul i 2013 10:00 Arbeitslosenrate (%, sb.) Juli 6,8 6,8 30. Jul i 2013 14:00 Vorläufiger VPI (sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Juli 0,3 (1,7) 0,1 (1,8) 29. Jul i 2013 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) Juni - 0,6 ( - 2,0) - 0,4 ( - 2,9) 31. Jul i 2013 8:00 Einzelhandelsumsätze (Index, sb.), % gg. Vm. Juni - 0,2 0,8 14. Aug . 2013 8:00 Reals BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q2 2013 0,5 0,1 Quellen: DB Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Le itzinssatz, % Aktuell 0,100 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,20 1,50 2,75 4,25 0,05 Jun i 13 0,100 0,08 0,50 0,51 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 Sep . 13 0,100 0,08 0,50 0,51 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 M ä rz 14 0,100 0,08 0,50 0,60 0,00 1,00 0,10 1,50 2,50 3,50 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,27 0,23 0,22 0,51 Jun i 13 0,10 0,30 0,50 0,51 Sep . 13 0,10 0,30 0,50 0,51 M ä rz 14 0,10 0,30 0,50 0,60 10J Staatsanleihen Renditen, % Renditeabstände gg. EWU, % - Punkte Aktuell 2,54 0,84 1,61 2,46 - 0,71 0,45 0,15 0,85 Jun i 13 2 ,50 0,90 1,55 2,25 - 0,70 0,25 0,25 0,65 Se p . 13 2,50 1,00 1,75 2,50 - 0,65 0,20 0,30 0,70 M ä rz 14 3,00 0,80 2,00 2,80 - 0,65 0,20 0,30 0,75 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,30 97,75 0,85 1,52 1,23 8,78 7,46 7,88 4,33 294,98 25,89 Jun i 13 1,26 102,00 0,86 1,61 1,25 8,45 7,46 7,35 4,13 288,57 25,41 Sep . 13 1,20 110,00 0,85 1,56 1,25 8,25 7,46 7,25 4,00 282,14 25,20 M ä rz 14 1,18 113,00 0,84 1,49 1,24 8,00 7,46 7,15 4,00 280,00 24,85 Ausblick Deutschland 34 | 1. Juli 2013 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Q1 2013 Q2 2013 Jan . 2013 Feb . 2013 M ä rz 2013 Apr il 2013 Mai 2013 Jun i 2013 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 107,1 102,3 101,4 106,1 105,3 104,3 107,4 106,7 104,4 105,7 105,9 ifo Geschäftserwartungen 100,1 94,3 95,6 103,0 101,9 100,7 104,6 103,6 101,6 101,6 102,5 PMI Composite 49,3 47,9 49,1 52,8 50,1 54,4 53,3 50,6 49,2 50,2 50,9 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 102,4 96,4 95,1 101,1 100,5 99,1 102,4 101,9 99,3 100,7 101,5 PMI Verarbeitendes Gewerbe 45,5 45,0 46,3 49,7 48,7 49,8 50,3 49,0 48,1 49,4 48,7 Produktion (% gg. Vp.) 0,0 0,2 - 2,6 0,2 - 0,6 0,6 1,2 1,8 Auftragseingang (% gg. Vp.) - 0,4 - 1,7 1,0 0,5 - 1,6 2,2 2,3 - 2,3 Grad der Kapazitätsauslastung 84,9 83,7 82,1 83,2 82,7 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) 2,6 0,5 - 2,3 - 6,6 - 0,5 - 0,3 - 5,8 16,8 Auftragseingang (% ggü. Vp.) - 5,2 - 1,3 2,1 2,6 9,5 4,4 - 5,5 1,0 ifo Bauhauptgewerbe 120,0 118,0 117,7 125,6 123,9 122,7 127,0 127,2 124,5 123,6 123,5 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 51,3 49,4 50,0 53,8 50,2 55,7 54,7 50,9 49,6 49,7 51,3 Ko nsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 1,1 - 7,9 - 10,0 - 6,5 - 4,2 - 7,6 - 6,4 - 5,4 - 4,9 - 4,5 - 3,2 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) 0,9 - 0,7 - 0,6 1,8 0,0 3,3 - 0,7 - 0,1 - 0,1 0,8 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) 0,2 - 7,0 - 6,2 - 10,5 0,0 - 10,5 - 17,1 3,8 - 9,9 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 0,1 - 1,0 2,2 - 1,0 - 2,7 2,1 2,7 - 1,5 Exporte (% gg. Vp.) 1,2 1,2 - 2,0 0,4 1,6 - 1,2 0,5 1,7 Importe (% gg. Vp.) - 0,2 0,2 - 0,8 - 1,4 3,4 - 3,9 0,7 2,2 Nettoexporte (EUR Mrd.) 47,8 50,6 46,9 51,2 15,8 17,7 17,6 17,6 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,8 6,8 6,9 6,9 6,8 6,9 6,9 6,9 6,9 6,8 6,8 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) 12,7 26,3 28,7 - 8,7 19,7 - 13,0 - 1,0 13,0 4,0 17,0 - 12,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 1,2 1,0 0,9 0,7 0,6 0,8 0,7 0,7 0,6 ifo Beschäftigungsbarometer 107,4 105,9 106,3 106,2 104,9 105,8 106,5 106,4 104,7 105,5 104,4 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,1 2,1 2,0 1,8 1,5 1,9 1,8 1,8 1,1 1,6 1,9 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,4 1,2 1,3 1,4 1,1 1,2 1,8 0,6 1,1 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 2,0 1,4 1,5 1,1 1,7 1,2 0,4 0,1 0,2 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) - 7,8 - 4,5 0,7 - 3,5 - 3,7 - 3,2 - 3,7 - 6,2 - 6,7 Ölpreis (USD) 108,2 109,7 110,1 112,6 113,1 116,3 108,4 102,0 102,6 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 25,0 27,0 31,2 26,6 22,5 27,6 26,5 25,6 25,4 21,6 20,6 EC Unternehmensumfrage 6,4 0,8 2,9 3,7 - 0,6 5,4 3,2 2,5 - 0,4 - 1,8 0,5 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 2,8 3,3 3,2 4,1 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,4 2,5 2,8 2,4 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 3,2 3,5 3,8 4,3 Mo netärer Sektor (gg. Vj.) M3 7,0 6,8 6,0 5,3 6,1 5,8 5,3 5,6 4,7 Trend von M3 6,0 5,7 5,6 5,2 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 0,7 0,6 - 0,4 - 0,2 - 0,3 - 0,2 - 0,2 - 0,2 Kredite an öffentliche Haushalte 22,0 10,4 13,5 - 18,7 - 5,4 - 13,0 - 18,7 - 13,2 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com Im Ausblick Deutschland aus der Reihe Aktuelle Themen/Konjunktur we r- den volkswirtschaftliche und wirtschaftspolitische Themen zu Deutschland behandelt. Jede Ausgabe enthält zudem Übersichtstabellen zu finanz - und wirtschaftspolitischen Terminen sowie einen detaillierten Datenmonitor zu deutschen Wirtschaftsindikatoren. Die Ausgabe erscheint monatlich. Sie wird ergänzt durch ein Update aus der Reihe Research Briefing/Konjunktur zur Monatsmitte, das neben einem aktuellen Überblick über wichtige Konjunktur - und Finanzmarktindikatoren ebenfalls eine Übersicht über wichtige Branchen sowie über das aktuelle wirtschaftspolitische Geschehen bietet.  Deutsche Sonderstellung – Gefahr für den E u ro? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 1 4. Juni 2013  Die schöne neue Welt der Geldpolitik (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 4. Juni 2013  T arifrunde 2013: Kräftiges reales Plus ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ....... 16. Mai 2013  BIP - Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 (Aktuelle Themen) ................................ ............................. 30. April 2013  Stillstand der Lohnkonvergenz zwischen Ost - und Westdeutschland seit Anfang der 2000er Jahre ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ...... 15. April 2013  Stimmungsindikatoren – erneuter Dämpfer im Frühjahr (Aktuelle Themen) ................................ ............................... 2. April 2013  Wieder die Insel der Glückseligen? ( Research Briefing – Konjunktur ) ................................ ..... 12. März 2013  Tiefpunkt (wohl) durchschritten (Aktuelle Themen) ................................ .............................. 1. März 2013  „Währungskrieg“ und pazifistische Europäer ( Research Briefing – Konjun ktur ) ................................ 18. Februar 2013 © Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenan- gabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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