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12. Februar 2016
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2014 hat sich die Anzahl der bargeldlosen Zahlungen im Euroraum laut Angaben der EZB erstmals nicht erhöht. Die Zahl der Transaktionen blieb mit 68 Mrd. unverändert. Dies ist jedoch auf eine Anpassung der statistischen Erfassungsmethode zurückzuführen, die zu einem Bruch in zahlreichen Datenreihen führte. Bereinigt um diesen Effekt war tatsächlich eine starke Entwicklung des Marktes zu verzeichnen: die bargeldlosen Zahlungen stiegen um ca. 7% gg. Vj. bzw. knapp 5 Mrd. Transaktionen. Dieser Zuwachs liegt sogar im oberen Bereich der Wachstumsraten der letzten Jahre. [mehr]
Stagniert der Zahlungsverkehr im Euroraum? – Nein! Seite 1 von 2 Aktueller Kommentar Stagniert der Zahlungsverkehr im Euroraum? – Nein! 12. Februar 2016 2014 hat sich die Anzahl der bargeldlosen Zahlungen im Euroraum laut Angaben der EZB erstmals nicht erhöht. Die Zahl der Transaktionen blieb mit 68 Mrd. unverändert. Dies ist jedoch auf eine Anpassung der statistischen Erfassungsmethode zurückzuführen, die zu einem Bruch in zahlreichen Datenreihen führte. Bereinigt um diesen Effekt war tatsächlich eine starke Entwicklung des Marktes zu verzeichnen: die bargeldlosen Zahlungen stiegen um ca. 7% gg. Vj. bzw. knapp 5 Mrd. Transaktionen. Dieser Zuwachs liegt sogar im oberen Bereich der Wachstumsraten der letzten Jahre. Wie üblich wies die Entwicklung der verschiedenen Zahlungsinstrumente Unterschiede auf. Allerdings waren diese im Jahr 2014 ausgeprägter als sonst – zumindest auf den ersten Blick. Kartenzahlungen gewannen bei den Konsumenten weiter an Popularität und stiegen um 6% gg. Vj. an, was ungefähr der Expansionsrate der vorherigen Jahre entsprach. Bezogen auf die Anzahl der Transaktionen machen sie jetzt 40% des bargeldlosen Zahlungsverkehrs aus. E-Geld-Zahlungen sind – wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau – wieder um mehr als 15% gg. Vj. gestiegen und machen z.Zt. 3% des Marktes aus. Dagegen hat sich das übliche moderate Wachstum von Überweisungen und Lastschriften nicht fortgesetzt: Stattdessen wurde ein Rückgang von 2% bzw. 9% gegenüber Vorjahresniveau verzeichnet. Dies resultierte in leicht geringeren Marktanteilen von jeweils 26%. Allerdings war dieser Rückgang auf methodische Änderungen zurückzuführen und spiegelt keine grundlegende Verschiebung von „klassischen“ elektronischen Instrumenten zu „moderneren“ Bezahlverfahren wider. Der Grund für den Rückgang dieser Zahlungsarten ist vielmehr die Reklassifizierung von mehreren Milliarden Überweisungen und Lastschriften als einfache Buchungen. Einfache Buchungen sind Zahlungen, die von einem Zahlungsdienstleister (in den meisten Fällen einer Bank) zugunsten oder zulasten eines Kundenkontos ausgelöst und gebucht werden, z.B. um die aufgelaufenen Zinsen einem Sparkonto gutzuschreiben. Diese Unterscheidung ist wichtig, da einfache Buchungen nicht in der Zahlungsverkehrsstatistik der EZB enthalten sind. Einige Länder, wie z.B. Spanien und Portugal, haben ihre Berichterstattung schon lange dementsprechend angepasst. Deutschlang und Österreich haben diese Kategorisierung jedoch erst 2014 eingeführt. Dies ist der Grund, weshalb Deutschland 2014 insgesamt 3,7 Mrd. Überweisungen und Lastschriften als einfache Buchungen reklassifiziert hat (Österreich: 0,9 Mrd. Transaktionen). Der Vergleich mit den Daten bis 2013 wird dadurch erschwert. Aber die Vergleichbarkeit der Daten zwischen verschiedenen Ländern sowie die Qualität der Daten des Euroraums insgesamt verbessern sich beträchtlich. Weitere methodische Umstellungen – wie Veränderungen bezüglich der Meldepflichtigen oder des Wohnsitzkonzepts – hatten keine großen Auswirkungen auf die Anzahl der Zahlungen. Für verschiedene Zahlungsinstrumente werden jetzt detailliertere Informationen erfasst, z.B. zu den Gegenparteien und der Art der Zahlungsauslösung. Im Laufe der Zeit könnten diese Daten einen besseren Einblick in die Struktur des Zahlungsverkehrsmarktes geben und die erhöhte Berichtslast rechtfertigen. Die Nicht-Euro-Länder sind jedoch Aktueller Kommentar Seite 2 von 2 nicht verpflichtet, die neuen Berichtsvorschriften der EZB zu übernehmen, was die Datenvergleichbarkeit und Markttransparenz einschränken könnte. Die Anzahl der Zahlungen im Euroraum ist in jedem Jahr seit Beginn der Datenerhebung gestiegen – einschließlich 2014, sofern der Einfluss statistischer Veränderungen berücksichtigt wird. Die Zahlen für 2015 werden erst im Spätsommer dieses Jahres veröffentlicht, aber es ist eine weitere Steigerung zu erwarten. Jedenfalls lassen die Zahlen, die führende Dienstleister im Zahlungsverkehr schon in ihren Berichten für 2015 veröffentlicht haben, keine Abschwächung der Wachstumsstory erkennen. Die zugrundeliegenden Trends wie der Rückgang der Barzahlungen und die Digitalisierung dürften sich fortsetzen und das Wachstum der Transaktionszahlen in den kommenden Jahren beflügeln. Bisher sind Barzahlungen hauptsächlich durch Kartenzahlungen ersetzt worden, was stark zu deren Anstieg beitrug. Zahlreiche neue Zahlungsdienstleister zielen jedoch ebenfalls auf dieses Potenzial ab, z.B. mit Lösungen für mobile person-to-person- oder Echtzeitzahlungen. Außerdem fördert die Zunahme des Internethandels innovative Dienste, die zugeschnitten sind auf Zahlungen zwischen räumlich entfernten Parteien in oftmals anonymen Situationen. Es wird sich zeigen, ob solche neuen Bezahlverfahren die etablierten Instrumente, die in der heutigen Zahlungsverkehrsstatistik dominieren, ergänzen oder ersetzen werden. Originalveröffentlichung in englischer Sprache: 4. Februar 2016 Weitere Informationen zu Instant revolution of payments? The quest for real-time payments         Autor: Heike Mai (+49) 69 910-31444 mehr zum Research-Bereich Banken, Finanzmärkte und Regulierung Aktuelle Kommentare - Archiv     © Copyright 2016. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. 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