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15. Dezember 2022
Eine Stagflation rückt näher. Die Inflationsdynamik baut sich weiter auf; entsprechende Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken dämpfen das Wachstum in wichtigen Ländern. Russlands Invasion der Ukraine hat wichtige Rohstoffmärkte und Lieferketten erschüttert. [mehr]
Deutsche Bank Research Weltwirtschaf t licher Ausblick: Kurzfassung Drohende Rezession MAKROPROGNOSEN marion.laboure@db.com , henry - f.allen@db.com jim.reid@db.com 15. Dezember 2022 EUROP A DEUTSCHLA N D WELT • Eine Stagflation rückt näher. • Die Inflationsdynamik baut sich weiter auf; entsprechende Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken dämpfen das Wachstum in wichtigen Ländern. • Russlands Invasion der Ukraine hat wichtige Rohstoffmärkte und Lieferketten erschüttert . USA CHINA SCHWELL ENLÄ NDER • Energiekrise löst moderate Rezession und hohe Inflation aus; das BIP dürfte 2023 um 0,6% schrumpfen. • Das Risiko von Gasrationierungen sinkt, aber hohe Preise stellen einen dauerhaften Schock für reale Einkommen und Wettbewerbsfähigkeit dar. Eine Erholung setzt wegen Straffungskurs der EZB und US - Rezession erst 2024 ein. Die Inflation hat ihren Höchststand überschritten, geht jedoch nur allmählich zurück; die Kernrate dürfte bis Ende 2023 über 4% liegen . • China ist auf dem Weg zur Öffnung. Bis Mitte 2023 dürften die Mobilität eingeschränkt und das Wachstum schwach sein, wenn das Land mit einem ernsthaften Omikron - Ausbruch umgehen muss. • Nach einer erneuten Öffnung zur Jahresmitte 2023 sollte eine Wachstumsb elebung auf 4,5% im Jahr 2023 bzw. 6,5% im Jahr 2024 einsetzen. Der Immobiliensektor dürfte sich ebenfalls erholen. • Weiterhin bestehen beträchtliche Unsicherheiten für die Schwellenländer durch die globale Straffung der Geldpolitik, geopolitisch bedingte Risiken für Energieversorgung und Null - C OVID - Strategie in China. Der Höhepunkt des geldpolitischen Zyklus ist jedoch in den mei sten Schwellenländer n mindestens ebenso nahe oder näher als bei Fed und EZB, und die Inflationsdynamik verlangsamt sich. Tempo, Abfolge und geordneter Ablauf von Chinas Öffnung sind 2023 entscheidend . • Asien - Langsame Normalisierung der Politik, spürbare B elastung durch Entwicklung in China. Schwächere welt - weite Nachfrage sorgt für Gegenwind. • Lateinamerika - Größte Fortschritte bei der geld - politischen Normalisierung. Fokus verlagert sich auf Politik und die Frage, ob die Öffnung in China die Nachfrage nach Rohstoffen stützt. • CEEMEA - CE3 in besonderem Maße Risiken durch Entwicklungen in der Ukraine ausgesetzt; weiterhin hohe politische Unsicherheiten in der Türkei; zunehmende politische Turbulenzen in Südafrika. M • Im Winterhalbjahr 2022/23 dürfte Deutschland in eine Rezession geraten. Im Frühjahr sollte sich die Wirtschaft stabilisieren, wenn die Sorgen um Gasversorgung weiter abklingen und die fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen zunehmend zu spüren sind. Angesicht s der Entwicklung in den USA erwarten wir für H2 lediglich Quartalswachstumsraten von rd. 0,3%. • Im Gesamtjahr 2023 dürfte das deutsche BIP um 1% schrumpfen. Die weiterhin anfallenden Kosten für die Anpassung der Energieversorgung dürften das Wachstum auc h 2024 belasten . • Wachstum verlangsamt si ch infolge der Fed - Straffungsmaßnahmen, die ab Q3 2023 eine Rezession auslösen dürften. Der Tiefstand der BIP - Wachstumsrate sollte bei - 1,1% liegen, der Höchst - stand der Arbeitslosenquote bei 5,5% in Q1 2024 erreicht werden. Durch die Rezession verlangsamt sich die Inflation und kehrt bis 2025 zum Fed - Zielwert von 2% zurück. • Die Wachstumsdynamik ist deutlich geringer; Gegenwind kommt von der Preisentwicklung, geringeren fiskalpolitischen Impulsen, einer restriktiveren Geldpolitik, strafferen finanziellen Bedingungen und geopolitischen Risiken. Weltwirtschaftlicher Ausblick 15. Dezember 202 2 MARKTPROGNOSEN Dauerhaft hohe Inflationsraten - Wenn sich die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung lösen und die Inflation nicht wie erwartet sinkt, müssen die Zentralbanken wohl noch aggressiver vorgehen, was die Konjunkturverlangsamung/Rezession verschärfen dürfte. Früher als erwartete Rezession in den USA - Wir prognostizieren für H2 2023 eine US - Rezession; allerdings könnte diese auch früher eintreten. Höhere geopolitische Risiken - Russische Angriffe auf ukrainische Strominfrastruktur deuten auf mögliche Esk alation hin. Intensivere strategische Konkurrenz zwischen USA und China; Risiko, dass China auf neue US-Kontrollen reagiert. Abwärts- AKTIEN • Kurzfristig sollte sich die Bärenmarktrally in Q1 fortsetzen. • Mit dem Einsetzen der Rezession in Q3 dürfte der S&P 500 bei 3250 die Talsohle erreichen, sich aber zum Jahresende wieder erholen. • Zum Jahresende 2023 prognostizieren wir einen Stand von 4500 für den S&P 500 . % STAAT S - ANLEIHEN • Am kurzen Ende sind wir in den USA neutral und im Euroraum leicht bearish; der UST - Bund - Spread und der Bund - ASW dürften sich einengen, und Laufzeitprämien dürften weltweit ansteigen. • 10J - Treasury - Renditen zum Jahresende 2023 bei 3,65%, 10J - Bund - Renditen bei 2,60% . UNTER NEHMENS ANLEIHEN • Deutliche Spreadausweitung in H2 2023, wenn eine US - Rezession eintritt. • USD - IG - und HY - Spreads zum Jahresende 2023 bei +235 Bp. bzw. +860 Bp. • EUR - IG - bzw. HY - Spreads zum Jahresende 2023 bei +235 Bp. bzw. +860 Bp . • Brent Blend zum Jahresende 2023 bei USD 80/Barrel. • Über das nächste Quartal hinaus rechnen wir mit einem Abwärtstrend der Preise; die Lagerbestände dürften 2023 ähnlich hoch bl eiben wie in Q4 2022 und höher als im Jahresdurchschnitt 2022. • Durch Angebotsengpässe könnte der Preis für Brent Blend in Q1 2023 vorübergehend auf USD 100/Barrel ansteigen, bis zum Jahresende 2023 aber wieder in Richtung USD 80/Barrel sinken . GELD- POLITIK • Fed: Anhebung um 50 Bp. im Dezember und jeweils 25 Bp. im Februar, März und Mai. Endniveau von gut 5% in Q2 2023. • EZB: Jeweils 50 Bp. im Dezember und Februar, Endniveau des Einlagesatzes bei 3% im Mai 2023. • BoJ: Keine Zinsschritte. • BoE: Jeweils 50 Bp. im Dezember und Februar, jeweils 25 Bp. im März und Mai; Endniveau bei 4,5%. • PBoC: Keine Zinsschritte . MARKT STIMMUNG • Riskante Vermögenswerte dürften angesichts der US - Rezession ein schwieriges H2 2023 vor sich haben; Treasuries dürften zum Jahresende 2023 durch Zinssenkungen der Fed unterstützt werden. H M M Weltwirtschaftlicher Ausblick 15. Dezember 202 2 WICHTIGE MAKRO - UND MARKTPROGNOSEN BI P - Wachstum (%) 202 2 P 202 3 P Leitzinsen (%) Aktuell Q4 - 2 2 Q 1 - 2 3 Wichtige Marktkennzahlen Aktuell Q4 - 2 2 Global 3,0 2,0 USA: Federal Funds Rate 3,875 4,375 4,875 US 10J - Renditen (%) 3,52 3,75 USA 2,0 0,8 Euroraum: Deposit Facility Rate 2,00 2,50 2,75 EUR 10J - Renditen (%) 1,84 1,95 Euroraum 3,3 - 0,6 Japan: Policy Balance Rate - 0,10 - 0,10 - 0,10 S&P 500 4072 4200 Deutschland 1,7 - 1,0 Großbritannien: Bank Rate 3,00 3,50 4,25 Gold (USD/Unze) 1777 1650 Japan 1,5 1,2 China: MLF 1Y Interest Rate 2,75 2,75 2,75 Oil WTI (USD/Barrel) 81,6 91,0 Großbritannien 4,5 - 0,9 Oil Brent (USD/Barrel) 87,2 95,0 China 3,0 4,5 MA K RO EREIGNIS - KALENDER 2022 Dezember 2022 r Januar 2023 Februar 2023 14 . US Fed - Entscheidung 15 . UK BoE - Entscheidung 15 . EU EZB - Entscheidung - 01. . EU Euro - Einführung in Kroatien 16 . - 2 0 . WEF Jahrestagung in Davos 18. . JP BoJ - Entscheidung 01 . US Fed - Entscheidung 0 2 . EU EZB - Entscheidung 0 2 . UK BoE - Entscheidung © Copyright 202 2 . Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage - , Rechts - oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspr icht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in andere n von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research - Veröffentlichungen, vertreten werden. Die v orstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vol lständigkeit oder Angemessenheit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernomm en. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale Lo ndon, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkon g wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche S ecurities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. 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