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19. Februar 2021
Deutsches BIP: Robustes Gesamtjahr 2021, trotz Schwächeanfall in Q1. Der länger als anfänglich erwartete Lockdown, winterbedingte Verluste in der Bauproduktion und durch die Lieferprobleme bei Chips verursachte temporäre Produktionsstörungen in der Automobilindustrie haben uns veranlasst, unsere BIP-Prognose für Q1 auf -2% gg. Vq. abzusenken (von -0,5%). Wir erwarten aber weiterhin eine deutliche Erholung im Sommerhalbjahr, die von der kräftigen globalen Nachfrage, der extrem expansiven Geld- und Fiskalpolitik und nicht zuletzt durch die aufgestaute Konsumnachfrage der deutschen Haushalte getrieben werden sollte. Nach dem Einbruch um 5% in 2020 dürfte das deutsche BIP im Jahr 2021 um 4% zulegen. [mehr]
Microsoft Word - AD_2021.01_SA.docx Ausblick Deutschland Deutsches BIP: Robustes Gesamtjahr 2021, trotz Schwächeanfall in Q1. Der länger als anfänglich erwartete Lockdown, winterbedingte Verluste in der Bau produktion und durch die Lieferprobleme bei Chips verursachte temporäre Pro duktionsstörungen in der Automobilindustrie haben uns veranlasst, unsere BIP Prognose für Q1 auf -2% gg. Vq. abzusenken (von -0,5%). Wir erwarten aber weiterhin eine deutliche Erholung im Sommerhalbjahr, die von der kräftigen glo balen Nachfrage, der extrem expansiven Geld- und Fiskalpolitik und nicht zu letzt durch die aufgestaute Konsumnachfrage der deutschen Haushalte getrie ben werden sollte. Nach dem Einbruch um 5% in 2020 dürfte das deutsche BIP im Jahr 2021 um 4% zulegen. Impfungen: Wechselbad der Gefühle, aber die Zuversicht wird sich durchsetzen. Impfstoffe gegen COVID-19 werden noch bis in das 2. Quartal in Deutschland knapp sein. Dennoch gibt es Gründe für Optimismus. So gehen die Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen kontinuierlich zurück. Bei der Medikation dürfte es weitere Fortschritte geben. Wärmere Temperaturen und die Verfügbarkeit von Schnelltests für den Eigengebrauch sind weitere Gründe. Die Corona-Mutatio nen bleiben jedoch ein großer Ris ikofaktor. Inflation: Neue Prognose für 2021 jetzt 2%! Im Januar ist die VPI-Inflationsrate auf +1,0% gg. Vj. massiv angestiegen, was auch durch Sondereffekte verur sacht wurde. Aufgrund des kräftigen Preisanstiegs bei Waren (ohne Energie) stellt sich die Frage, ob trotz weiterhin wirkender preisdämpfender Fak toren eine höhere Inflationsdynamik aufgrund von Angebotsengpässen ins Haus steht. Insgesamt rechnen wir jetzt mit einer (durchschnittlichen) Jahresinflations rate von 2,0% im Jahr 2021. Zum Jahresende könnte die Inflationsrate sogar vorübergehend auf bis z u 3% in die Höhe schnellen, ehe sie dann wieder zum ersten Quartal 2022 auf rund 1 ½% zurückzufallen dürfte. Öffentliche Finanzen: Geringeres Defizit im Jahr 2020 impliziert einen noch hö heren Fehlbetrag für 2021. Infolge der Corona-Pandemie ist mit 4,8% vom BIP das zweithöchste Staatsdefizit seit der Wiedervereinigung aufgelaufen. 2021 dürfte das Defizit noch höher aus fallen, weil große Teile der für 2020 geplanten, aber noch nicht getätigten Ausgaben erst in diesem Jahr anfallen. Darüber hi naus wird auch das Fiskalpaket vom Februar moderat defiziterhöhend wirken.   Kontroversen um Corona-Strategie vor den Landtagswahlen . Nach der Wahl des neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet haben sich die Wogen in der CDU erst einmal geglättet. Die Nominierung des Kanzlerkandidaten der Union soll z wischen Ostern und Pfingsten erfolgen. Die CDU/CSU führt weiterhin in den Umfragen - trotz sinkender öffentlicher Unterstützung des Krisenmanagements. Die anstehenden Landtagswahlen erlauben ein erstes Stimmungsbild im Super wahljahr 2021. Oppositionsparteien klagen vor Bundesverfassungsgericht ge gen das neue Wahlrecht. Ob das BVerfG vor der Bundestagswahl entscheidet, ist offen. Autoren Sebastian Becker +49 69 910-21548 sebastian-b.becker@db.com Barbara Böttcher +49 69 910-31787 barbara.boettcher@db.com Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Marc Schattenberg +49 69 910-31875 marc.schattenberg@db.com Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Stefan Schneider Inhaltsverzeichnis Seite Prognosen .................................................... 2 Deutsches BIP: Robustes Gesamtjahr 2021, trotz Schwächeanfall in Q1 .......................... 3 Impfungen: Wechselbad der Gefühle, aber die Zuversicht wird sich durchsetzen ........... 7 Inflation: Neue Prognose für 2021 jetzt 2%! ............................................................. 10 Öffentliche Finanzen: Geringeres Defizit im Jahr 2020 impliziert einen noch höheren Fehlbetrag für 2021 .................................... 16 Arbeitsmarkt robust, aber noch weit entfernt von Vorkrisensituation ................................ 19 Deutsche Autoindustrie: Mühsame Erholung ..................................................... 21 Kontroversen um Corona-Strategie vor den Landtagswahlen ......................................... 25 DB Makro-Überraschungsindex Deutschland ............................................... 26 Datenkalender ............................................ 27 Finanzmarktprognosen .............................. 28 Datenmonitor .............................................. 29 Original in englischer Sprache: 17.02.2021 19. Februar 2021 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rück schlag - Inflation klettert auf 2% Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 2 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP-Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2020 2021P 2022P 2020 2021P 2022P 2020 2021P 2022P 2020 2021P 2022P Euroland -6,8 5,6 4,4 0,2 1,0 1,2 1,8 2,5 2,5 -9,0 -6,0 -3,8 Deutschland -5,0 4,0 4,0 0,4 1,3 1,4 6,6 6,2 5,9 -4,8 -5,9 -1,7 Frankreich -8,3 6,6 4,5 0,5 0,8 1,3 -2,5 -1,5 -0,9 -10,8 -6,1 -3,4 Italien -8,9 5,5 4,3 -0,1 0,1 0,8 2,8 3,2 3,0 -11,5 -8,4 -7,4 Spanien -11,0 6,3 6,4 -0,3 0,0 0,7 2,0 2,8 2,8 -12,7 -8,9 -5,5 Niederlande -4,1 3,9 2,8 1,1 0,9 1,2 10,0 10,2 9,5 -7,0 -5,0 -2,8 Belgien -7,7 5,6 4,4 0,4 0,9 1,1 0,0 -0,1 -0,7 -11,4 -7,3 -6,1 Österreich -7,5 3,4 4,5 1,4 1,0 1,0 2,2 2,5 2,5 -10,0 -7,2 -3,3 Finnland -4,2 2,9 3,1 0,4 1,1 1,2 -0,2 -0,5 -1,0 -8,0 -5,5 -3,5 Griechenland -8,6 5,5 5,9 -1,4 -0,5 0,0 -7,4 -5,4 -4,2 -8,1 -5,3 -2,7 Portugal -8,5 5,1 4,6 -0,1 0,2 0,7 -1,3 -0,5 -0,5 -7,3 -4,5 -2,8 Irland -1,8 3,0 3,5 -0,5 0,0 0,2 5,0 7,5 10,0 -7,0 -6,0 -3,8 Großbritannien -9,9 4,5 5,2 0,9 1,7 1,6 -2,7 -4,5 -4,9 -19,0 -8,7 -5,5 Dänemark -4,1 3,5 2,5 0,3 1,0 1,2 6,7 6,8 7,0 -4,1 -2,6 -1,9 Norwegen -1,3 3,5 2,7 1,3 2,8 1,9 3,1 4,0 4,2 -1,8 2,0 4,1 Schweden -3,0 3,3 2,7 0,7 1,2 1,4 4,2 4,2 4,0 -5,6 -2,5 -1,5 Schweiz -4,9 3,7 2,3 -0,7 0,1 0,4 8,5 8,9 9,6 -4,5 -1,7 -0,7 Tschech. Rep. -5,6 3,9 4,3 3,2 1,9 2,7 1,1 0,3 0,1 -6,7 -6,3 -5,0 Ungarn -5,5 5,1 4,5 3,3 3,6 4,1 -0,8 -0,5 -0,5 -7,2 -5,8 -4,5 Polen -2,8 5,0 4,0 3,4 2,2 2,8 2,9 1,9 1,2 -4,8 -3,7 -3,3 USA -3,5 5,9 4,4 1,2 2,4 2,0 -3,1 -3,5 -3,5 -15,4 -9,3 -5,4 Japan -4,9 2,6 2,3 0,0 0,2 0,6 3,3 4,5 4,8 -17,0 -13,3 -8,4 China 2,3 10,0 5,6 2,5 1,5 2,3 2,0 1,6 1,4 -6,2 -4,5 -3,8 Welt -3,3 6,3 2,7 2,9 *Die Inflationsprognosen für Euroland sowie für die EWU-Mitgliedsstaaten (harmonisierter Verbraucherpreisindex) berücksichtigen Monatszahlen für Januar 2021 noch nicht. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. 2020 2021 2019 2020 2021P 2022P Q1 Q2 Q3 Q4P Q1P Q2P Q3P Q4P BIP 0,6 -5,0 4,0 4,0 -2,0 -9,7 8,5 0,1 -2,0 3,3 3,0 1,4 Privater Konsum 1,6 -6,0 0,7 4,5 -2,3 -11,1 10,8 -3,5 -4,6 5,0 4,0 0,8 Staatsausgaben 2,7 3,4 3,9 0,3 0,8 2,2 0,8 1,5 1,5 0,2 0,2 0,2 Anlageinvestitionen 2,5 -3,5 3,7 4,8 -0,4 -6,6 3,6 0,7 -0,2 2,0 2,0 1,6 Ausrüstungen 0,5 -12,5 10,7 6,7 -7,0 -15,1 16,0 -1,0 2,0 3,0 4,0 3,0 Bau 3,8 1,5 1,8 3,3 5,1 -4,3 -1,9 1,8 -2,0 2,0 1,0 0,8 Lager, %-Punkte -0,7 -0,7 -0,7 -0,6 0,0 -0,1 -2,0 1,6 -0,3 0,2 -0,1 0,0 Exporte 1,0 -9,9 11,4 8,1 -3,3 -20,5 18,1 -0,6 -1,0 9,1 5,0 3,0 Importe 2,6 -8,6 7,9 7,6 -1,9 -15,9 9,1 -0,4 -2,0 10,1 4,2 2,0 Nettoexport, %-Punkte -0,6 -1,1 2,0 0,7 -0,8 -2,9 3,9 -0,1 0,3 0,1 0,6 0,6 Konsumentenpreise (VPI)* 1,4 0,5 2,0 1,3 Arbeitslosenquote, % 5,0 5,9 6,1 5,9 Industrieproduktion** -4,2 -9,9 8,0 5,0 Budgetsaldo, % BIP 1,5 -4,8 -5,9 -1,7 Öffentlicher Schuldenstand, % BIP 59,6 68,4 72,2 69,5 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 7,1 6,6 6,2 5,9 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd. 267,1 220,6 215 212 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung (VPI). Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen (HVPI) führen. ** Verarbeitendes Gewerbe (NACE C) Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 3 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Deutsches BIP: Robustes Gesamtjahr 2021, trotz Schwächeanfall in Q1 - Der länger als anfänglich erwartete Lockdown, winterbedingte Verluste in der Bauproduktion und durch die Lieferprobleme bei Chips verursachte tem poräre Produktionsstörungen in der Automobilindustrie haben uns veran lasst, unsere BIP-Prognose für Q1 auf -2% gg. Vq. abzusenken (von -0,5%). - Wir erwarten aber weiterhin eine deutliche Erholung im Sommerhalbjahr, die von der kräftigen globalen Nachfrage, der extrem expansiven Geld- und Fiskalpolitik und nicht zuletzt durch die aufgestaute Konsumnachfrage der deutschen Haushalte getrieben werden sollte. - Nach dem Einbruch um 5% in 2020 dürfte das deutsche BIP im Jahr 2021 um 4% zulegen. Risiken für diese Prognose ergeben sich aus der Pande mieentwicklung, eventuell nachhaltigeren Produktionsproblemen in der Au tomobilindustrie sowie möglichen Störungen von Just-in-time-Produktion durch die Grenzschließungen in Süddeutschland. Im Moment sieht es danach aus, dass die derzeitigen Lockdown-Einschränkun gen über den größten Teil des Q1 hinweg fortgelten. Der aktuelle Lockdown wäre damit doppelt so lang wie der erste vom 22. März bis Ende April 2020. Der Oxford Stringency Index deutet mit einem Stand von 83,5 darauf hin, dass die Maßnahmen derzeit sogar etwas strenger als im ersten Lockdown sind (76,9). Dabei beziehen sich die zusätzlichen Restriktionen vorwiegend auf das Umfeld der privaten Haushalte. Ungeachtet dessen prognostizieren weder wir noch sonst jemand einen ähnlich deutlichen BIP-Einbruch wie in Q2 2020 (-9,7% gg. Vq.). Beginn der Impfkampagne und Erholung des Welthandels stützen Der Lockdown-Effekt wird aus verschiedenen Gründen voraussichtlich sehr viel moderater ausfallen. Auch wenn hitzig über enttäuschend geringe Impffort schritte (siehe Artikel „Impfungen: Wechselbad der Gefühle, aber die Zuversicht wird sich durchsetzen") diskutiert wird - die Tatsache, dass mehrere hoch wirk same Impfstoffe verfügbar sind, hat dazu geführt, dass die zweite COVID-19 Welle das Geschäfts- und Verbrauchervertrauen weniger stark beeinträchtigt hat und dass die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten bisher sehr viel geringer sind. Die allmählich besser fließenden staatlichen Unterstützungsleistungen für Unternehmen sollten das Geschäftsvertrauen zusätzlich stützen. Die guten Nachrichten von der Impfstofffront waren auch ein Grund für die kräftigen Kurs anstiege an den Aktienmärkten seit Mitte Dezember. Darüber hinaus profitieren die Aktienmärkte und das Unternehmensvertrauen auch von der Tatsache, dass wichtige Zentralbanken wiederholt zugesagt haben, ihre außerordentlich lockere Geldpolitik noch längere Zeit beizubehalten. Der Welthandel lag im November um 1,5% über seinem Vorjahresvolumen. Das Wachstum beim Containerum schlag (6,5% gg. Vj.) hat sich im Dezember nur marginal auf 5,3% verlangsamt. Allerdings ging die Komponente für Exportaufträge im globalen Einkaufsmana gerindex von 51,1 im Dezember auf 50,1 im Januar zurück. Externer Rückenwind Im Jahr 2020 waren die USA und China mit einem Anteil von 16,4% an den ge samten deutschen Ausfuhren die beiden wichtigsten Exportmärkte für Deutsch land. Die Entwicklung in diesen beiden Ländern stützt das Vertrauen in der Ex portwirtschaft, das in der ifo-Umfrage vom Januar um weitere 4 Punkte zulegte Deutschland: Stringenz-Index ____________________________________ Quelle: Oxford University 15 25 35 45 55 65 75 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 2017 2018 2019 2020 2021 ifo Exporterwartungen Welthandel gg. Vj. (links) Neue Exportaufträge % Index Quellen: ifo, IHS Markit, CPB, EU-Kommission Positive Exportaussichten 2 1 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 4 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    und nur 3 Punkte unter seinem langjährigen Durchschnitt notiert. Die Exporte nach China stiegen im Dezember um 11,6% gegenüber Vorjahr an und dürften weiterhin robust bleiben, zumal unsere für Asien zuständigen Kollegen ihre BIP Wachstumsprognosen für China für das Jahr 2021 auf 10% angehoben haben. Die Lage ist damit ganz anders als im April/Mai 2020, als die deutschen Exporte um 30% gg. Vj. einbrachen. Die Wachstumserwartungen für die USA haben sich durch das geplante Konjunkturpaket von Präsident Biden nochmals verbes sert. Falls das angestrebte Gesamtvolumen von USD 1,9 Bill. tatsächlich er reicht wird, rechnen unsere Kollegen mit einem zusätzlichen Wachstumsimpuls von 2 Prozentpunkten (Q4/Q4). Die bisherige Prognose lautet bereits auf be achtliche 6,3%. Und selbst bei einem moderateren Umfang von USD 1,3 Bill. würde das Wachstum um ¾ Prozentpunkte angekurbelt, was auch Auswirkun gen auf die deutschen Exporte haben sollte. Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Q1 widerstandsfähig Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe dürfte besonders deutlich vom güns tigeren externen Umfeld profitieren. Die Auftragseingänge gingen im Dezember zwar um 1,9% gg. Vm. zurück (was vor allem auf eine schwächere Nachfrage aus anderen EWU-Ländern zurückzuführen ist, die sich derzeit im Lockdown befinden), sind aber im Vorjahresvergleich um 6,4% angestiegen. Im November waren die Auftragsbücher im Verarbeitenden Gewerbe so prall gefüllt wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Index für den Lkw-Verkehr, der eine enge Korrela tion mit der Industriekonjunktur aufweist, spricht ebenfalls für unsere konstruk tive Auffassung. Nach einer gewissen Volatilität um den Jahreswechsel herum hat er sich auf dem Niveau von September/Oktober des vergangenen Jahres eingependelt. Der Stromverbrauch deutet ebenfalls auf eine relativ stabile wirt schaftliche Aktivität hin, wobei die jüngsten Zahlen allerdings auch die sehr kalte Witterung widerspiegeln könnten. Die (vorübergehende) Chip-Knappheit stellt allerdings ein Risiko dar; einige Au tofabriken mussten deshalb bereits wieder Kurzarbeit anmelden. Dies dürfte das BIP um rund ¼% dämpfen; die Auswirkungen könnten jedoch durchaus auch doppelt so hoch ausfallen. Etwaige Schwierigkeiten für die Just-in-Time-Produk tion aufgrund der neuerlichen Grenzkontrollen zu Österreich und Tschechien sollten sich im Rahmen halten, weil für den Güterverkehr Ausnahmeregelungen gelten. Und angesichts des optimistischen Ausblicks für H2 ist nicht mit einem erneuten Rückgang der Investitionen zu rechnen. Die inländischen Auftragsein gänge für Investitionsgüter stiegen in Q4 um 9,1% gg. Vq. an und haben sich vollständig von ihrem Rückgang in H1 erholt; in Q4 lagen sie um 2,9% über dem Vorjahresniveau. Kälteeinbruch dämpft das Baugewerbe Der Kälteeinbruch Anfang Februar wirkt sich auf den Bausektor aus. Daher könnte die Produktion im Baugewerbe das Wachstum in Q1 um rund ¼%-Punkt dämpfen. Die Auftragseingänge und die Produktionserwartungen (ifo) deuten jedoch auf anhaltend gute Aussichten hin. Dafür sprechen auch die anhaltende Wohnungsknappheit in Deutschland und die hohen öffentlichen Infrastrukturin vestitionen. Länger als erwarteter Lockdown In unserem im Dezember veröffentlichten Ausblick auf 2021 gingen wir bereits davon aus, dass der am 16. Dezember verhängte Lockdown über die ursprüng liche Frist bis zum 10. Januar hinaus verlängert werden würde und dass einige Tatsächlicher Stromverbrauch (7-Tages-Durchschnitt) _____________________________________ Quelle: SMAR Lkw-Fahrleistung (Maut) _____________________________________ Quelle: Statistisches Bundesamt 110 115 120 125 130 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 2018 2019 2020 Auftragsbestand Inländische Aufträge Ausländische Aufträge % gg. Vj. Index Quelle: Deutsche Bundesbank Auftragseingang und Auftragsbestand 3 5 4 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 5 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Maßnahmen für den größten Teil des Q1 in Kraft bleiben würden. Am 10. Feb ruar wurden sämtliche Lockdown-Maßnahmen bis zum 7. März verlängert; le diglich Friseure dürfen bereits am 1. März wieder öffnen. Wegen der anstecken deren Virusmutationen strebt die Regierung inzwischen eine 7-Tage-Inzidenz von 35 pro 100.000 Einwohner (statt zuvor 50) an. Damit wird die Latte für eine allmähliche Öffnung des Einzelhandels bzw. von Restaurants und Hotels noch einmal höher gelegt. Konsum könnte in Q1 um knapp 5% gg. Vq. zurückgehen Wie in Q2 2020 dürfte sich der Lockdown vor allem auf den privaten Konsum auswirken, insbesondere im Nichtlebensmittel-Einzelhandel und bei persönli chen Dienstleistungen. Dem Dachverband der Textilindustrie zufolge brachen z.B. die Bekleidungsverkäufe im Januar um 78% gg. Vj. ein, d.h. ähnlich stark wie im April 2020 (-76%). Neue, alternative Vertriebskanäle ziehen bisher nur sehr wenig Nachfrage an. Autohändler mussten dagegen im laufenden Lock down nicht schließen, sodass der Rückgang der Autoverkäufe geringer ausfällt als im vorhergehenden Lockdown. Die Mobilitätsdaten zeigen, dass die Kun denzahlen im Einzelhandel und im Freizeitsektor ähnlich wie im ersten Lock down um rund 60% gesunken sind. Der Rückgang bei anderen Verkehrsarten, z.B. arbeitsbedingte Fahrten oder Transitverkehr, ist jedoch lediglich halb so stark wie im vergangenen April. In den ersten fünf Wochen des Jahres 2021 wurden pro Woche durchschnittlich rund 16.000 Flüge durchgeführt. Die Zahl liegt damit um 70% unter dem Vorjahresniveau, ist aber immer noch höher als im ersten Lockdown (knapp unter 10.000). Mehr Unterstützung vom Arbeitsmarkt Die Konsummöglichkeiten sind ähnlich stark eingeschränkt wie im ersten Lock down, weshalb wir damit rechnen, dass der Nachfragestau nach dem Ende des Lockdowns zu einem deutlich höheren Konsum führt. Zudem ist das Verbrau Apple Mobility Index Deutschland ____________________________________ Quelle: Apple,Inc. Fußgänger in deutschen Einkaufsstraßen ______________________________________________________________________________ Quelle: Hystreet Wöchentliche Flugbewegungen _____________________________________ Quelle: dfs.de -70 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 20 21 % gg. Vj. Pkw-Neuzulassungen 6 Quelle: Haver Analytics LP 8 7 9 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 6 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    chervertrauen etwas robuster. Wahrscheinlich ist dies auf stabilere Konjunk turerwartungen und eine optimistischere Einschätzung der Arbeitsmarktsituation zurückzuführen. Die Zahl der Kurzarbeiter ist von ihrem Tiefstand bei 1,8 Millio nen im Oktober wieder auf 2,6 Millionen im Januar angestiegen, aber nach wie vor weit von ihrem Höchststand von 6,1 Millionen vom vergangenen April ent fernt. Die Arbeitslosenzahlen gehen seit Oktober stetig langsam um rund 40.000 pro Monat zurück. Dies war selbst im Januar - dem ersten vollen Lockdown-Mo nat - der Fall. In Q1 wahrscheinlich BIP-Kontraktion um 2% Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Wirtschaft gelernt hat, besser mit dem Lockdown umzugehen. Dementsprechend dürfte die Belastung des Wachstums in Q1 geringer ausfallen. Allerdings mangelt es noch an Einzelheiten zur BIP Entwicklung in Q4, was es erschwert, Prognosen für die einzelnen Nachfrage komponenten in Q1 zu erstellen. Trotz der etwas besser als erwarteten Entwick lung in Q4 haben wir die Prognose für Q1 wegen des anhaltenden Lockdowns und des Kälteeinbruchs von -0,5% auf -2% gesenkt. Der wöchentliche Aktivitäts index (WAI) der Bundesbank scheint ebenfalls für eine vorsichtigere Einschät zung zu sprechen. Er ging in der Woche bis zum 14. Februar weiter zurück. Der WAI ist zwar selbst kein BIP-Indikator, kann aber für die Berechnung des BIP Rückgangs für das Quartal bis zum 14. Februar verwendet werden. Implizit ergab sich ein BIP-Rückgang um -1,1%. Der Index dürfte mit sehr hoher Wahr scheinlichkeit weiter zurückgehen, wenn die Wochen vor dem Lockdown aus dem Berechnungszeitraum herausfallen. Zudem hat der Index sowohl den Rückgang in Q2 2020 als auch den darauf folgenden Aufschwung deutlich un terschätzt. Wachstum von 4% für das Gesamtjahr 2021 zu erwarten Sofern sich die Nachrichten von der Pandemiefront wie erwartet verbessern, die Exportnachfrage hoch bleibt und sich der Nachfragestau seitens der privaten Haushalte auflöst, rechnen wir im Sommerhalbjahr mit kräftigen Quartalswachs tumsraten von rund 3% gg. Vq. Dazu dürften auch der witterungsbedingte Auf schwung im Bausektor und die Normalisierung der Autoproduktion nach der Überwindung der Lieferprobleme bei Chips beitragen. Daher rechnen wir für das Gesamtjahr nach wie vor mit einem BIP-Wachstum von 4%, haben unsere Prognose gegenüber Dezember (4 1/2%) also nur leicht nach unten genommen. Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) Wöchentlicher Aktivitätsindex (WAI) _____________________________________ Quelle: Deutsche Bundesbank -15 -10 -5 0 5 10 15 -10 -6 -2 2 6 10 17 18 19 20 21 gg. Vq. (links) gg. Vj. (rechts) Prognose Deutsches BIP-Wachstum im 1. Quartal wird aufgrund des anhaltenden Lockdowns voraussichtlich um 2% sinken Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 11 10 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 7 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Impfungen: Wechselbad der Gefühle, aber die Zuversicht wird sich durchsetzen - Impfstoffe gegen COVID-19 werden noch bis in das 2. Quartal 2021 in Deutschland knapp sein. Dennoch gibt es Gründe für Optimismus. So ge hen die Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen kontinuierlich zurück. Damit sinkt der Druck auf die Intensivstationen der Krankenhäuser. Die täglichen Neuinfektionen sinken recht stetig. Bei der Medikation dürfte es weitere Fortschritte geben. Ab März/April dürften wärmere Temperaturen und die Verfügbarkeit von Schnelltests für den Eigengebrauch zu einer weiteren Entspannung beitragen. - Die bereits existierenden Corona-Mutationen sind derzeit wohl der größte Risikofaktor. Wir wissen zudem nicht, ob es neue Mutationen geben wird, die noch ansteckender und/oder gefährlicher sind oder sein werden. Ein po sitives Signal ist, dass die täglichen Neuinfektionen auch in jenen europäi schen Ländern seit einigen Wochen (stark) sinken, in denen die Mutationen deutlich weiter verbreitet sind als in Deutschland. Zudem sieht es danach aus, dass die Impfstoffe bislang auch gegen die neuen Mutationen wirken. Impfauftakt: Auf Euphorie folgt Ernüchterung Als Ende 2020 in Großbritannien, den USA und einige Wochen später in der EU die ersten Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen wurden, war die Euphorie groß, nicht zuletzt an den Aktienmärkten. Allerdings war schon damals klar, dass Impfstoffe in den ersten Wochen und Monaten nach ihrer Zulassung knapp sein würden. Dies ging in der allgemeinen Begeisterung über den Durchbruch im Kampf gegen Corona aber geflissentlich unter. Auf die anfängliche Euphorie folgte schon bald die große Enttäuschung, vor allem in der EU sowie in Deutschland. So wurden die EU-Kommission und damit auch indirekt die Bun desregierung dafür kritisiert, die Impfstoffe bei den einzelnen Herstellern zu spät und in zu geringer Menge bestellt zu haben. Auch die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) blieb nicht von Kritik verschont. Sie schloss die Zulassungsver fahren für die Impfstoffe später ab als die entsprechenden Behörden in den USA und UK, die sich für Notfallzulassungen entschieden hatten. Probleme der Unternehmen beim Hochfahren der Impfstoffproduktion verdüsterten zu Jahres beginn die Aussichten auf eine rasche Verbesserung der Versorgungssituation und schnelle Durchimpfung. Die Bilder von leer stehenden Impfzentren in Deutschland und lange Wartezeiten bei der Vereinbarung von Impfterminen für Menschen über 80 Jahre trugen ihren Teil zur Enttäuschung bei. All das wurde zu einem medialen Dauerthema mit großer Empörung, aber ohne wirklich neuen Erkenntnisgewinn. Beim „nationalen Impfgipfel" Anfang Februar betonte die Bundesregierung, dass es bis in den April hinein bei den Engpässen bleiben werde. In Summe stellte sie für das 1. Quartal die Lieferung von gut 18 Mio. Impfdosen in Aussicht. Im 2. Quartal sind etwa 77 Mio. Dosen zu erwarten und im 3. Quartal sollen knapp 127 Mio. Impfdosen geliefert werden. Damit wird sich die aktuelle Knappheit erst im Verlauf des 2. Quartals entspannen und teilweise auflösen. Glas halb voll oder halb leer? Je nach Sichtweise kann man die aktuelle Situation unterschiedlich interpretie ren. Für die einen dominiert die vorerst unzureichende Verfügbarkeit an Impf stoffen und trübt das eigene Stimmungsbild erheblich. Für andere überwiegen die positiven Aussichten, weil bereits ein knappes Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie schon mehrere Impfstoffe gegen das Virus zugelassen sind 0 20 40 60 80 100 120 Dez 20 Jan 21 Erstimpfung Zweitimpfung Impfungen pro Tag noch auf niedrigem Niveau 1 Impfungen gegen COVID-19 in Deutschland, verabreichte Impfdosen, '000 Quelle: RKI 0 1 2 3 4 5 Dez 20 Jan 21 Erstimpfung Zweitimpfung Über 4 Mio. Impfdosen verabreicht 2 Quelle: RKI Verabreichte Impfdosen gegen COVID-19 in Deutschland, kumuliert, Mio. Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 8 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    und weitere auf den Markt kommen werden. Positiv ist zumindest, dass die Ak zeptanz der Impfstoffe in der EU hoch ist. Der Verzicht der EMA auf eine Notfall zulassung könnte dabei eine Rolle spielen. Jedenfalls ist die Impfbereitschaft in den letzten Wochen gestiegen. Impfstoffknappheit im 2. Halbjahr kein Thema mehr Tatsache ist, dass die Knappheit an Impfstoffen im Laufe des Jahres nachlas sen und vermutlich in der 2. Jahreshälfte kein Problem mehr sein wird. Selbst für den Fall, dass bereits geimpfte Menschen nach einiger Zeit eine Auffri schung benötigen, dürften dann genügend Impfstoffe verfügbar sein. Die Bun desregierung stellt in Aussicht, dass bis zum Ende des meteorologischen Som mers (21. September) jedem Menschen in Deutschland ein Impfangebot ge macht werden kann. Dies gilt sogar für den Fall, dass kein weiterer Impfstoff mehr auf den Markt kommt und „lediglich" die bereits zugelassenen Präparate von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca genutzt werden können. Im Zusammenhang mit der aktuellen Impfstoffknappheit mag ein Blick in den Rückspiegel hilfreich sein: Zu Beginn der Pandemie waren medizinische Mas ken und sonstige Schutzausrüstung Mangelware. Darüber spricht heute kaum noch jemand, weil die Versorgung inzwischen sichergestellt ist. Es kann gut sein, dass der Impfstoffmangel im Sommer 2021 auch nur noch eine Randnotiz in der Corona-Pandemie sein wird. Viele Gründe für Optimismus Trotz der noch für einige Wochen anhaltenden Knappheit bei Impfstoffen gibt es eine Reihe von Gründen, optimistisch auf die kommenden Wochen und Monate zu blicken: - Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen geht seit einigen Wo chen zurück. Noch im Februar dürften alle Bewohner solcher Einrichtungen geimpft werden, wenn sie dies möchten. Auch bei Pflegekräften, medizini schem Personal und anderen Personen, die der Prioritätsstufe 1 angehören (z.B. Menschen über 80), schreiten die Impfungen voran. Bis Mitte Februar wurden mehr als 4 Mio. Impfdosen verabreicht. Schon die erste Impfung re duziert das Risiko schwerer Krankheitsverläufe. Im gesamten 1. Quartal sol len etwa 10 Mio. Menschen in Deutschland geimpft werden. - Durch die steigende Zahl an Impfungen bei älteren Menschen, die über durchschnittlich oft schwer an COVID-19 erkranken, wird der Druck auf die Intensivstationen der Krankenhäuser weiter sinken. Die Zahl der Intensivpa tienten in Deutschland ist seit dem Höhepunkt von 5.762 Menschen Anfang Januar inzwischen auf unter 3.200 gesunken. Zwar ist es tragisch, dass ein Teil dieses Rückgangs auf den COVID-19-Tod von Intensivpatienten zu rückzuführen ist. Der Trend bei der Auslastung geht jedoch in die ge wünschte Richtung. - Die Zahl der täglichen Neuinfektionen geht in den letzten Wochen recht ste tig zurück. Dazu haben auch die Corona-Restriktionen beigetragen. Der ak tuelle Lockdown wurde bis Anfang März verlängert. Zwar setzt schon vorher an Schulen für die unteren Jahrgangsstufen der Wechselunterricht ein. Eine schnelle und umfassende Öffnung aller geschlossenen Wirtschafts- und Kulturbereiche ist aber für März noch nicht zu erwarten. Es sieht derzeit da nach aus, als sei der Abwärtstrend bei den täglichen Neuinfektionen stabil. Die 7-Tage-Inzidenz liegt deutschlandweit inzwischen unter 60 (Höhepunkt war 197 vor Weihnachten). Auch damit sinkt der Druck auf die Krankenhäu ser. Zudem gelingt es den Gesundheitsämtern wieder besser, Infektionsket ten nachzuverfolgen. 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 Okt 20 Dez 20 Feb 21 Weniger COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung 3 Zahl der COVID-19-Patienten in intensiv medizinischer Behandlung in Deutschland Quellen: RKI, DIVI 0 5 10 15 20 25 30 Mrz 20 Jun 20 Sep 20 Dez 20 Quelle: RKI Sinkende Fallzahlen 4 Tägliche bestätigte COVID-19-Fälle in Deutschland, gleitender 7-Tage-Schnitt, '000 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 9 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    - Durch den medialen und politischen Fokus auf die Impfstoffknappheit ist fast etwas in den Hintergrund gerückt, dass die EMA mit der Prüfung eines Antikörper-Medikaments gegen COVID-19 begonnen hat. Dieses Medika ment hat in den USA bereits eine Notfallzulassung erhalten. Es soll schwere Krankheitsverläufe bei Risikopatienten verhindern oder abmildern. Weiterer Fortschritt bei der Medikation ist in den kommenden Monaten zu erwarten. - Berechtigte Hoffnungen ruhen auch auf den wärmeren Temperaturen ab März/April. Die erste Corona-Welle brach im April 2020, als die damaligen Lockdown-Maßnahmen ihre Wirkung entfalteten. Trotz der anschließenden Öffnungen blieben die Neuinfektionen über den gesamten Sommer auf ei nem sehr niedrigen Niveau. Sie lagen von Mitte Mai bis Anfang August durchweg unter 1.000 pro Tag. Erst im Verlauf des Septembers und stark beschleunigt im Oktober tendierten die Fallzahlen wieder nach oben. Im Sommer waren über Wochen weniger als 300 Corona-Patienten in intensiv medizinischer Behandlung. Mit den Impfungen sowie der einsetzenden Her denimmunität auch durch die bereits infizierten und für eine gewisse Zeit im munen Menschen dürften die relevanten Zahlen im Sommer 2021 sogar noch günstiger ausfallen als im letzten Jahr. Dazu wird auch beitragen, dass im Einzelhandel und ÖPNV das Tragen von medizinischen Masken (statt Alltagsmasken) vorerst Pflicht bleiben dürfte, dass die Gesundheitsämter technologisch aufgerüstet haben oder dass Schnelltests für den Eigenge brauch großflächig verfügbar sind. Mutationen als Unsicherheitsfaktor Und dennoch bleibt ein Restrisiko. Wir wissen nicht, wie sich die Corona-Mutati onen auf das Infektionsgeschehen auswirken werden. Ihr Anteil an allen Infekti onen ist in den letzten Wochen bereits auf mehr als ein Fünftel gestiegen. Zu dem wissen wir nicht, ob es neue Mutationen geben wird, die noch anstecken der und/oder gefährlicher sind oder sein werden. Hygieneregeln und Abstands gebote sowie das Tragen von medizinischen Masken werden auch deshalb noch für einige Monate zu unserem Alltag gehören. Mit Blick auf die Mutationen ist es ein positives Signal, dass die täglichen Neuinfektionen auch in jenen euro päischen Ländern seit einigen Wochen (stark) sinken, in denen die Mutationen deutlich weiter verbreitet sind als in Deutschland (z.B. UK, Irland, Dänemark, Portugal). Zudem sieht es danach aus, dass die Impfstoffe bislang auch gegen die neuen Mutationen wirken und zumindest das Risiko von schweren Krank heitsverläufen vermindert wird. Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) 0 50 100 150 200 250 300 Dez 20 Jan 21 Feb 21 Neuinfektionen Todesfälle Quelle: RKI Todesfälle sinken mit Zeitverzögerung 5 Neuinfektionen und Todesfälle mit COVID-19 in DE, gleit. 7-Tage-Schnitt, 01.12.2020=100 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 10 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland Inflation: Neue Prognose für 2021 jetzt 2%! - Im Januar 2021 stiegen die Verbraucherpreise mit 1,0% gg. Vj. (0,8% gg. Vm. nic ht saisonbereinigt bzw. 1,3% gg. Vm. saisonbereinigt) deutlich stär ker als erwartet an. Dieser Preissprung ist zwar großenteils auf Sonderfak toren wie die Mehrwertsteuererhöhung, steigende Energiepreise und die Einführung einer CO 2 -Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude zurückzuführen, d.h. auf transitorische Faktoren, denen die Geldpolitik insgesamt keine größere Aufmerksamkeit schenken dürfte. Dennoch stellt sich angesichts des kräftigen Preisanstiegs für in die Kernrate eingehende Güter (ohne Energie) die Frage, ob die Januar-Werte auf eine stärkere z ugrundeliegende Inflationsdynamik hindeuten. - Wir rechnen nunmehr mit einer Beschleunigung der durchschnittlichen Infla tionsrate auf 2,0% im Jahr 2021 (vorhergehende Prognose: 1,4%). Dies e Prognoseanhebung ergibt sich aus deutlich höheren Energiepreisen, die rund ½%-Punkt zur Inflation beitragen dürften, der Erhöhung der Mehrwert steuer (0,4%-Punkte) sowie der Einführung einer CO 2 -Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude. Die Kernrate (ohne Lebensmittel und Energie) dürfte 2021 im Durchschnitt bei 1,5% liegen (2020: 0,9%). 2022 dürfte sich die Ge-samtinflationsrate wieder auf 1,3% abschwächen, wenn die Mehrwert-steuer- und Energiepreiseffekte aus der Rate herausfallen. - In den kommenden Jahren spricht weiterhin viel für eine strukturell geringe Inflationsdynamik (negative Output-Lücke, ungünstige Arbeitsmarktsituation, schwächere Verhandlungsposition der Gewerkschaften). Nichtsdestotrotz besteht das Risiko einer Beschleunigung der Preisdynamik über die Ange botsseite. - Mittelfristig drohen Preisrisiken hauptsächlich aufgrund (a) eines stärker als erwarteten Rückgangs des Wachstumspotenzials (wodurch das Gesamtan gebot schrumpft und bei einer überschießenden Nachfrage Preisdruck ent steht), (b) einer höheren Marktkonzentration/größeren Preissetzungsmacht der Unternehmen, die die Pandemie überstanden haben, (c) des Zusam mentreffens eines Nachfragestaus und eines (vorübergehend) reduzierten Angebots, (d) höherer administrierter Preise (aufgrund der leeren Staats kassen), (e) eines zunehmenden Arbeitskräftemangels (im Zuge der Alte rung der Bevölkerung) und (f) steigender Lohnnebenkosten (infolge der zu erwartenden Anhebung der Sozialversicherungsbeiträge). Diese Inflations risiken könnten sich verwirklichen, wenn die ultraexpansive Geld- und Fis kalpolitik auch dann noch beibehalten wird, wenn sie eigentlich schon zu rückgenommen werden müsste („zu lange zu locker"). -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation % gg. Vj. und Wachstumsbeiträge zur jahresdurchschnittlichen Inflationsrate, Prozentpunkte Quellen: Statistische Bundesamt, Deutsche Bank Research Inflationsausblick 2021/22 (Verbraucherpreisindex) 1 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 11 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland Deutsche VPI-Inflationsrate im Januar deutlich höher als erwartet Aufgrund der Corona-Pandemie, die zumindest vorerst insgesamt die Inflation dämpfte, sowie aufgrund mehrerer transitorischer Faktoren (vorübergehende Mehrwertsteuersenkung, niedrigere Energiepreise) sc hwächte sich die Verbrau cherpreisinflation landesweit im Jahr 2020 auf lediglich 0,5% (2019: 1,4%) ab. Die Kerninflationsrate (VPI ohne Energie- und Lebensmittelpreise) ging von 1,5% auf lediglich 0,9% zurück. Die Energiepreise sanken sogar um 4,8% und dämpften die Inflationsrate dadurch um rund ½%-Punkt. Bei den Lebensmittel preisen war dagegen mit 2,4% ein noch stärkerer Anstieg als im Jahr 2019 (1,4%) zu verzeichnen, was die Inflationsrate um 0,2%-Punkte nach oben trieb (Grafik 1). Im Dezember (vgl. unseren Ausblick 2021) hatten wir noch eine Normalisierung der Inflationsrate im Jahr 2021 prognostiziert. Wir erwarteten damals für 2021 eine Beschleunigung auf 1,4% (Gesamtrate, nationale Definit ion des VPI). Diese Prognose basierte auf folgenden Annahmen: (a) einem stärkeren BIP Wachstum, das die Kernrate ankurbeln sollte, (b) der Wiederanhebung der Mehrwertsteuersätze (die bei einer hälftigen Weitergabe der Steuererhöhung die Inflationsrate um 0,4%-Punkte steige rn sollte), (c) moderat steigenden Ener giepreis en im Zuge der Ölpreiserholung und (d) zusätzlichen preissteigernden Effekten infolge der Einführung einer CO 2 -Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude. 1 Aufgrund dieser Faktoren wurde von der Mehrheit der Marktteilnehmer (Kon senserwartung) für den Januar 2021 wieder deutlich positive(re) Inflationszahlen erwartet. Hintergrund: Im Dezember 2020 legten die Verbraucherpreise zwar um +0,5% gg. Vm. zu, gingen jedoch auf Jahressicht spürbar zurück (Jahres veränderungsrate: -0,3% gg. Vj.). Mit +0,8% gg. Vm. bzw. +1,0% gg. Vj. fielen die Inflationsraten jedoch im Januar sehr viel höher als erwartet aus (Konsens prognose: +0,4% gg. Vm. (nicht saisonbereinigt) bzw. +0,7% gg. Vj.). Saisonbe reinigt schnellte der VPI-Index sogar noch stärker in die Höhe, nämlich um +1,3% gg. Vm. (Dezember: +0,2% gg. Vm.) (Grafik 2). Die Preise für in die Kerninflationsrate eingehende Güter und Dienstleistungen (VPI ohne Energie und Lebensmittel) stiegen saisonbereinigt um +0,9% gg. Vm. an (Dezember: 0%). Die Energie- und Lebensmittelpreiskomponenten des VPI legten derweil sogar um +2% gg. Vm. bzw. +5,4% gg. Vm. zu (Dezember: -0,8% gg. Vm. bzw. +1,7% gg. Vm.) (Tabelle 4). Angesichts dieses Preissprungs im Januar haben wir etwas tiefer gebohrt, um die zugrunde liegende Inflationsdynamik besser zu verstehen. Insbesondere möchten wir wissen, ob die Januar-Daten ausschließ lich auf Einmalfaktoren zurückzuführen (bzw. Ausreißer) sind oder ob doch eine sich aufbauende, höhere strukturelle Inflationsdynamik dahinter steckt (zumin dest in gewissem Umfang). Ein genauerer Blick auf die Januar-Zahlen Rein rechnerisch hätte die Wiederanhebung der Mehrwertsteuersätze die Ge samtrate des Verbraucherpreisindex um rund 1,6% nach oben treiben sollen (vgl. eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom Juni 2020). Da die Unternehmen Änderungen bei der Mehrwertsteuer in der Regel jedoch nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben, dürfte der tatsächliche Effekt deut lich geringer ausfallen. Bei einer hälftigen Weitergabe der Steuererhöhung (also etwa im selben Umfang wie bei der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung im vergangenen Sommer), könnte sich daraus jedoch immer noch ein Preis- 1 Diese Effekte sollten die preisdämpfenden Effekte des Strompreisrückgangs aufgrund der Senkung der EEG-Umlage insgesamt mehr als kompensieren. Die Deutsche Bundesbank erwartet für 2021 bzw. 2022 netto einen preissteigernden Effekt in Höhe von 0,3 bzw. 0,2 Prozentpunkten. -1,5 -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 19 20 21 VPI Gesamtindex Waren ohne Energie Dienstleistungen % gg. Vm. (saison-/kalenderbereinigte Werte) Quellen: WEFA, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Verbraucherpreise: Mit viel Schwung ins neue Jahr 2 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 12 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    effekt von bis zu +0,8%-Punkten ergeben (bei sofortiger Weitergabe im Steuer erhöhungsmonat Januar). Verbraucherpreisentwicklung (nach Verwendungszweck) Promille 2015 Jan 21 Dez 20 Jan 21 / Dez 20 Jul 20 / Jun 20 Jan 21 Jul 20 Jan Juli Jan 21 Jul 20 Verbraucherpreisindex (VPI) (nicht-saisonbereinigt) 1.000,00 1,0 -0,3 1,3 -1,0 0,8 -0,5 -0,6 0,2 1,4 -0,7 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 96,85 1,9 0,4 1,6 -2,7 2,6 -2,7 0,7 -0,4 1,9 -2,3 Alkoholische Getränke und Tabakwaren 37,77 2,1 1,7 0,4 -1,7 0,8 -0,6 0,2 0,0 0,6 -0,6 Bekleidung und Schuhe 45,34 1,1 -5,4 6,5 -2,3 1,1 -4,6 -5,1 -4,0 6,2 -0,6 Wohnung, Wasser, Strom, Gas/andere Brennstoffe 324,70 0,7 0,2 0,5 -0,4 0,9 -0,4 0,3 0,0 0,7 -0,4 Möbel, Leuchten, Geräte u.a. Haushaltszubehör 50,04 1,2 -0,9 2,0 -2,1 2,0 -1,9 0,0 -0,5 2,0 -1,4 Gesundheit 46,13 0,0 -0,5 0,5 -0,8 1,0 -0,8 0,3 -0,1 0,6 -0,7 Verkehr 129,05 0,5 -2,7 3,2 -1,3 3,6 -0,1 -0,4 0,1 4,0 -0,2 Post und Telekommunikation 26,72 -1,5 -3,4 2,0 -2,1 2,2 -2,2 0,0 0,0 2,1 -2,2 Freizeit, Unterhaltung und Kultur 113,36 1,7 1,0 0,7 0,0 -5,7 3,7 -5,3 -5,3 -0,5 9,0 Bildungswesen 9,02 1,6 0,5 1,1 -0,1 0,8 0,0 0,7 0,7 0,0 -0,7 Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen 46,77 1,8 1,8 0,0 -0,4 0,3 0,0 0,2 0,2 0,0 -0,2 Andere Waren und Dienstleistungen 74,25 2,4 1,4 1,0 -1,0 1,1 -0,6 0,2 0,2 0,9 -0,8 Quellen: Statistisches Bundesamt, WEFA, Deutsche Bank Research Differenz der Monatsrate gg. 5-J Durchschnitt Gewicht Jahres veränderungsrate Veränderungen in der Jahresrate Monatsrate 5-J Durchschnitt Monatsrate (2016-20) % gg. Vj. Prozentpunkte % gg. Vm. % gg. Vm. % Verbraucherpreisentwicklung (Sondergliederungen) Promille 2015 Jan 21 Dez 20 Jan 21 / Dez 20 Jul 20 / Jun 20 Jan 21 Jul 20 Jan Juli Jan 21 Jul 20 Verbraucherpreisindex (VPI) (nicht-saisonbereinigt) 1.000,00 1,0 -0,3 1,3 -1,0 0,8 -0,5 -0,6 0,2 1,4 -0,7 Waren 468,16 0,6 -1,8 2,4 -2,0 2,5 -1,9 -0,4 -0,4 2,9 -1,5 Dienstleistungen 531,84 1,4 1,1 0,3 -0,2 -0,8 0,8 -0,9 -0,9 0,1 1,7 Verbraucherpreisindex ohne Energie und Nahrungsmittel 811,30 1,4 0,4 1,1 -0,7 0,0 -0,1 -0,5 -0,5 0,5 0,4 Nahrungsmittel 84,87 2,2 0,5 1,7 -2,7 2,6 -2,7 0,6 0,6 1,9 -3,3 Energie 103,83 -2,3 -6,0 3,7 -2,1 5,4 -0,7 -0,4 -0,4 5,7 -0,4 Verbraucherpreisindex (VPI) (saisonbereinigt) 1.000,00 0,9 -0,2 1,1 -1,0 1,3 -0,8 VPI ohne Nahrungsmittel und Energie 896,17 1,4 0,3 1,1 -0,6 0,9 -0,5 Nahrungsmittel 84,87 2,2 0,5 1,7 -2,8 2,0 -2,5 Energie 103,83 -2,3 -6,0 3,7 -2,1 5,4 -0,7 Waren ohne Energie 1,0 -1,0 2,0 -1,5 2,2 -1,4 Dienstleistungen 531,84 1,3 1,1 0,2 -0,3 0,1 -0,1 Mieten 232,75 1,3 1,3 0,0 0,0 0,2 0,1 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, WEFA, Deutsche Bank Research Differenz der Monatsrate gg. 5-J Durchschnitt Gewicht Jahres veränderungsrate Veränderungen in der Jahresrate Monatsrate 5-J Durchschnitt Monatsrate (2016-20) % gg. Vj. Prozentpunkte % gg. Vm. % gg. Vm. % 4 3 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 13 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Deutliche Anstiege der Energie- und Lebensmittelpreiskomponente haben den VPI im Januar ebenfalls spürbar nach oben getrieben, nämlich um rund +0,6 bzw. +0,2%-Punkte (saisonbereinigte Beiträge). Darüber hinaus hat wohl die Einführung der CO 2 -Bepreisung für Verkehr und Wärme zu einem weiteren Preisauftrieb im Bereich Verkehr geführt; zugegebenermaßen ist der Anstieg der VPI-Verkehrskomponente (siehe Tabelle 3) jedoch in erster Linie auch eine Folge der höheren Energie- bzw. Kraftstoffpreise (ausgelöst durch höhere Öl preise). Der sprunghafte Anstieg der Inflationsrate ist also in der Tat zu einem großen Teil auf transitorische bzw. Sonderfaktoren zurückzuführen. Diese erklären den Anstieg jedoch nicht zur Gänze. Unseres Erachtens ist vor allem die Entwick lung der Preise für in die Kerninflationsrate eingehende Güter (ohne Energie) eine Erwähnung wert. Denn saisonbereinigt schnellten die Preise im Januar für diese Gütergruppe um +2,2% gg. Vm. in die Höhe. Dies war der stärkste An stieg seit Februar 1995. Die Jahresveränderungsrate (% gg. Vj.) stieg dadurch von -1% im Dezember auf +1% an. Zudem fiel der Preisanstieg bei den in die Kernrate einfließenden Gütern im Januar 2021 sehr viel stärker aus als die im Zuge der Mehrwertsteuersenkung ausgelöste Preissenkung im Juli 2020 (+2,2% gg. Vm. im Januar 2021, verglichen mit -1,4% gg. Vm. im Juli 2020). Diese Dis krepanz nehmen wir mit Blick auf die künftige Inflationsdynamik mit Besorgnis zur Kenntnis. Entsprechende Inflationssorgen spiegeln sich auch im Anstieg der 10J-Break-even-Sätze und der 5J/5J/-Swap-Sätze seit Ende des vergangenen Jahres wider. Welche Gründe sprechen für eine strukturell höhere Inflationsrate? Insgesamt rechnen wir (noch immer) nicht mit einer strukturell bzw. permanent höheren Inflationsrate von deutlich über 2%. Die Output-Lücke ist weiterhin ne gativ, d.h. die Produktionskapazitäten sind nach wie vor nicht voll ausgelastet (Grafik 5). Dies schwächt die Verhandlungsposition der Gewerkschaften bei den anstehenden Tarifverhandlungen und dämpft damit tendenziell die Kerninflati onsrate. Allerdings nimmt unseres Erachtens das Risiko zu, dass sich die Preisdynamik deutlicher beschleunigen könnte, als es die Märkte derzeit anneh men. Dies wäre dann der Fall, wenn bestimmte Risikofaktoren eintreten. Um welche Risikofaktoren handelt es sich dabei? Insgesamt könnte die Corona Pandemie nicht nur die gesamtwirtschaftliche Nachfrage (und damit das tat sächliche BIP) vorübergehend dämpfen, sondern auch das gesamtwirtschaftli che Angebot (und damit das Produktionspotenzial) reduzieren. Schätzungen der Output-Lücke (Abweichungen des tatsächlichen BIP vom Produktionspotenzial) müssen daher im Moment mit noch größerer Vorsicht als sonst interpretiert wer den. Da es sich bei der Output-Lücke um eine nicht beobachtbare Größe han delt, die geschätzt werden muss, ist es durchaus möglich, dass die politischen Entscheidungsträger die Unterauslastung der Produktionsmöglichkeiten über schätzen, indem sie dauerhafte Kapazitätsverluste unterschätzen. Angesichts der umfangreichen fiskal- und geldpolitischen Lockerungsmaßnah men könnte sich die Inflationsdynamik rasch beschleunigen. Der erwartete An stieg der Unternehmensinsolvenzen (vor allem in den besonders schwer ge troffenen Dienstleistungssektoren wie der Gastronomie-, Beherbergungs- und Messewirtschaft sowie des Einzelhandels) könnte in diesem Zusammenhang dazu führen, dass die überlebenden Unternehmen über eine größere Preisset zungsmacht verfügen. Um ihre von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogenen Gewinnmargen zu steigern, könnten diese Unternehmen zu Preiserhöhungen greifen. Abgesehen davon könnte der Lohn- und Preisdruck mittelfristig zuneh men, weil die rasche Alterung der Bevölkerung zu einem verstärkten Arbeits kräftemangel führt. Die Deutsche Bundesbank argumentiert in ihrem Monatsbe -6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 0,00 0,25 0,50 0,75 1,00 1,25 1,50 1,75 2,00 06 08 10 12 14 16 18 20 22 Kerninflationsrate (HVPI) Produktionslücke (OECD) Produktionslücke (IWF) Produktionslücke (EU-Kommission) Outputlücke (%) (rechts), Inflation (%) (links) Deutlich negative Outputlücke dämpft die Kerninflationsrate 5 Quellen: OECD, IWF, Europäische Kommission, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 14 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    richt vom Dezember 2020, dass eine Normalisierung der Wirtschaft und eine zu nehmende Arbeitskräfteverknappung ab dem Jahr 2023 zu stärkeren Lohnstei gerungen führen könnten (beides dürfte die Kerninflationsrate anschieben). Auch die zu erwartenden Anhebungen der Sozialversicherungsbeiträge (gesetz liche Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung) in den Jahren 2022/23 könnten zu weiterem Aufwärtsdruck auf die Preise führen, weil dadurch die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber ansteigen. Wie wir bereits an anderer Stelle erläutert haben, steht die zunächst bis Ende 2021 abgegebene „Sozialgarantie" der Bundesregierung (welche die Sozialabgaben auf höchstens 40% begrenzt) aufgrund der angespannten Finanzlage des Staates auf recht wackeligen Fü ßen (vgl. unseren Ausblick Deutschland vom September 2020). Leere öffentliche Kassen, vor allem auf der kommunalen Ebene, könnten ebenso zu einer deutlichen Inflationsbeschleunigung beitragen. Die finanzielle Belastung der öffentlichen Haushalte wird immer stärker. Daher könnte es durchaus sein, dass die staatlich administrierten Preise für einige Güter und Dienstleistungen des öffentlichen Bereiches bald deutlich angehoben werden (Grafiken 6 und 7) (für weitere Einzelheiten vgl. unseren Inflationsausblick im Ausblick Deutschland vom November 2020). In diesem Zusammenhang sei er wähnt, dass die staatlich administrierten Preise im Januar 2021 bereits deutlich um +1,0% gg. Vm. bzw. +2,4% gg. Vj. angestiegen sind (Dezember 2020: 0% gg. Vm. bzw. +2,0% gg. Vj.). Neue Inflationsprognose: Jahresdurchschnitt jetzt bei 2% in 2021! Nach den überraschenden Januar-Zahlen rechnen wir nunmehr damit, dass die VPI-Inflationsrate im Durchschnitt des Gesamtjahres 2021 auf 2,0% in die Höhe schnellt (Dezember-Prognose: 1,4%) (Grafik 1). Ein Hauptgrund für diese deutli che Aufwärtskorrektur unserer Inflationsprognose für 2021 besteht darin, dass die Energiepreise voraussichtlich sehr viel stärker ansteigen und infolgedessen die Gesamtrate um rund 0,4%-Punkte nach oben treiben dürften. Denn in der Zwischenzeit haben die Zulassungen von COVID-19-Impfstoffen und die Ent scheidung der OPEC, die Ölförderung im Jahr 2021 nur langsam zu erhöhen, den Ölpreisen Auftrieb gegeben. Angesichts der deutlich höheren Ölpreise (Durchschnitt für Brent Blend im Jahr 2021: USD 60 pro Fass, was in Euro ge rechnet einem Plus von 30% gegenüber dem Jahr 2020 entspricht) (Grafik 8) und voraussichtlich stärker als erwarteter Preiseffekte infolge der Einführung der CO 2 -Bepreisung dürfte die Energiepreiskomponente des VPI im Jahr 2021 um mehr als 5% ansteigen und damit rund ½%-Punkt zur Inflationsrate beitragen (2020: -4,8% bzw. Beitrag von -½%-Punkt). Gleichzeitig dürften höhere Nahrungsmittelpreise die Inflationsrate noch weiter nach oben treiben. Die Nahrungsmittelpreise dürften 2021 um rund 2,8% zule gen und damit knapp ¼%-Punkt zur Gesamtinflationsrate beitragen (2020: +2,4% bzw. +0,2%-Punkte). In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass der HWWI-Lebensmittelpreisindex im Januar 2021 um 17½% gg. Vj. an stieg (auf EUR-Basis). Und zuletzt rechnen wir 2021 mit einer Kerninflationsrate von rund 1,5% (2020: 0,9%) und liegen damit ebenfalls etwas über unserer De zember-Prognose von 1,4%. Aktuelle PMI-Monatsdaten (Einkaufsmanager-in dex), wie z.B. die PMI-Input-/Output-Preise (Grafik 9), sowie die PMI Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe, und auch stark steigende Frachtraten deuten ebenfalls auf einen etwas stärkeren Preisdruck hin. Letztere sind das Ergebnis eines relativ starken Welthandels, der derzeit von der recht guten konjunkturellen Entwicklung in China beflügelt wird. Allerdings kann ein großer Teil der relativ hohen Kerninflationsprognose von 1,5% (Durchschnitt für die Jahre 2016-20: +1,2%) mit der Wiederanhebung der Mehrwertsteuersätze -1 0 1 2 3 4 5 6 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 Sozialversicherungen (% BIP) Gemeinden (% BIP) Länder (% BIP) Bund (% BIP) Administerierte Preise Preisentwicklung in % gg. Vj. (rechts), Finanzierungssaldo (links) Quellen: Statistisches Bundesamt, Eurostat, Deutsche Bank Research Administrierte Preise (HVP) im Kontext der deutschen Staatsfinanzen (VGR) 6 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 Administerierte Preise HVPI ohne administrierte Preise Harmonisierter Verbraucherpreisindex % gg. Vj. bzw. Beiträge (Prozentpunkte gg. Vj.) Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research HVPI: Beitrag der adminstrierten Preise zur Headline-Inflationsrate 7 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 -8 -4 0 4 8 12 16 17 18 19 20 21 22 VPI Energiekomponente (links) Ölpreis (Brent) (in EUR) (rechts) Ölpreis vs. VPI-Energiepreise 8 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research % gg. Vj. (auf Basis von Quartalsdurchschnitten) Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 15 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Anfang Januar 2021 erklärt werden. Die Deutsche Bundesbank schrieb in ihrem Monatsbericht für Dezember 2020, dass die Mehrwertsteueranhebung etwa ½ %-Punkt ihrer Prognose für die Kerninflationsrate im Jahr 2021 (1,5%; HVPI Definition) ausmache. Betrachtet man das Quartalsprofil, so könnte die Gesamt rate vorübergehend zum Jahresende auf bis zu 3% in die Höhe schnellen und dann im ersten Quartal 2022 wieder auf rund 1 ½% zurückgehen, wenn die preistreibenden Faktoren abklingen (Grafik 10). Die Bundesbank wies vor Kur zem darauf hin, dass die HVPI-Inflationsrate im Jahresverlauf kurzfristig über die Schwelle von 3% steigen könne. Die EU-Kommission erwartet inzwischen einen Anstieg der HVPI-Rate in Deutschland auf 2,3% im Jahr 2021 und im wei teren Verlauf einen Rückgang auf 1,3% im Jahr 2022 (Winterprognose 2021). Ähnlich wie die HVPI-Prognose der EU-Kommission erwarten wir für 2022 einen Rückgang der durchschnittlichen Gesamtinflationsrate (nationale Definition) auf lediglich 1,3%, weil die preistreibenden Mehrwertsteuer- und Energiepreis- effekte abklingen dürften und die strukturellen preisdämpfenden Effekte (schwa che Arbeitsmarktsituation und geringere Verhandlungsmacht der Gewerkschaf ten) fortbestehen sollten. Dies dürfte einen stärkeren Anstieg der Inflationsrate noch verhindern (Grafik 11). Allerdings sind unsere Inflationsprognosen in ho hem Maße vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und damit dem künfti gen Wachstumspfad abhängig. Angesichts der überraschend hohen Januar- Inflationszahlen sehen wir aber inzwischen mehr Aufwärts- als Abwärtsrisiken. Insbesondere eine stärkere Marktkonzentration - die den überlebenden Unter nehmen mehr Preissetzungsmacht verschafft - und eine zu zögerliche bzw. ver spätete Abkehr von der ultra-expansiven Geld- und Fiskalpolitik stellen unserer Einschätzung nach die Hauptrisiken dar, die im schlimmsten Falle zu einer strukturell höheren Inflationsdynamik führen könnten. Sebastian Becker (+49 69 910-21548, sebastian-b.becker@db.com) -1 0 1 2 3 4 96 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 Kernrate (OECD Daten) Bruttolöhne/-gehälter pro Arbeitnehmer % gg. Vj. Kerninflationsrate vs. Arbeitnehmer entgelte (brutto) 11 Quellen: OECD, Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Bruttolöhne-/gehälter pro Arbeitnehmer: Prognosen ent stammen dem Monatsbericht Dezember 2020 der Deutschen Bundesbank. -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 40 45 50 55 60 65 70 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 PMI Inputpreise (Index) (links) Verbraucherpreisindex (% gg. Vj.) (rechts) VPI-Inflationsrate vs. PMI Inputpreise 9 Quellen: IHS Markit, WEFA, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 16 17 18 19 20 21 22 Inflation Kerninflation Headline-Inflationsrate dürfte temporär Richtung 3% hochschießen 10 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research % gg. Vj. (auf Basis von Quartalsdurchschnitten) Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 16 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Öffentliche Finanzen: Geringeres Defizit im Jahr 2020 impliziert einen höheren Fehlbetrag für 2021 - Nach acht Jahren mit Überschüssen wurde 2020 zum ersten Mal wieder ein gesamtstaatliches Haushaltsdefizit verzeichnet. Mit EUR 158,2 Mrd. (4,8% des BIP) war die Haushaltslücke sogar größer als im Jahr 2010 (EUR 112,3 Mrd. bzw. 4,4% des BIP), in dem die globale Finanzkrise die öffentlichen Fi nanzen ernsthaft belastet hatte. Allerdings lag das letztjährige Defizit deut lich unter den Erwartungen; im Oktober 2020 hatte die Regierung noch ei nen Fehlbetrag in Höhe von 6 ¼% des BIP prognostiziert. - Das niedrigere Defizit lässt sich sowohl positiv als auch negativ interpretie ren. Positiv, da ein niedrigeres strukturelles Defizit den ohnehin schon star ken Anstieg der Staatsverschuldung etwas begrenzt und damit auch den künftigen Konsolidierungsbedarf im Nachgang der Krise reduziert. Negativ, da die deutlich geringer als erwarteten Ausgaben auch auf die anhaltenden Probleme bei der Auszahlung der versprochenen Unterstützungsleistungen an die vom Lockdown betroffenen Unternehmen hinweisen. - Im Jahr 2021 dürfte das Haushaltsdefizit deutlich höher als bislang erwartet ausfallen, weil große Teile der ursprünglich für 2020 geplanten Ausgaben zeitverzögert getätigt werden und damit erst im Haushaltsjahr 2021 anfallen werden. Darüber hinaus wird das Fiskalpaket vom Februar mit einem ge schätzten Volumen von rund EUR 10 Mrd. (bzw. 0,3% des für 2021 prog nostizierten BIP) moderat defiziterhöhend wirken. Insgesamt rechnen wir jetzt mit einem Anstieg des Haushaltsdefizits auf 5,9% des BIP im Jahr 2021. Im Jahr 2022 dürfte das Defizit dank der besseren Konjunktur sowie des Auslaufens der diskretionären Antikrisenmaßnahmen auf etwa 1,7% des BIP zurückgehen. Corona-Pandemie verursacht das zweithöchste Defizit seit 1991 Die hohen gesamtstaatlichen Haushaltsüberschüsse, die Deutschland seit 2014 erzielt hatte, sind aufgrund der Corona-Pandemie mittlerweile passé. So lag der konsolidierte gesamtstaatliche Finanzierungssaldo (Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungsträger) laut vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamts im Jahr 2020 zum ersten Mal nach acht Jahren wieder im Minus (Finanzergebnis nach Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung). Mit EUR 158,2 Mrd. (4,8% des BIP) war die Haushaltslücke sogar größer als im Jahr 2010 (EUR 112,3 Mrd. bzw. 4,4% des BIP), in dem die globale Finanzkrise die öffentlichen Finanzen ernsthaft belastet hatte (Grafiken 1 und 4). Demnach wurde im Jahr 2020 das zweithöchste Defizit seit der Wiedervereinigung ver zeichnet; nur 1995 war es noch höher gewesen, weil in jenem Jahr die Treu handschulden in den Staatshaushalt übertragen wurden (Grafik 4). Das letztjäh rige Staatsdefizit wurde durch Finanzierungsdefizite auf allen staatlichen Ebe nen hervorgerufen. Am größten war der Fehlbetrag im Bundeshaushalt (EUR 98,3 Mrd./3% des BIP), gefolgt von den Haushalten der Sozialversicherung (EUR 31,8 Mrd./1% des BIP), der Bundesländer (EUR 26,1 Mrd./0,8% des BIP) und der Kommunen (EUR 2 Mrd./0,1% des BIP) (Grafik 1). Das große gesamt staatliche Haushaltsloch wurde durch einen deutlichen Anstieg der öffentlichen Ausgaben (+9,5%) für die Krisenbekämpfung sowie die Finanzhilfen des Staa tes (z.B. Kurzarbeitergeld, Sofort-/Überbrückungshilfe, Kinderbonus) (Grafik 2), aber auch einen Rückgang bei den Staatseinnahmen (-3,8%) verursacht. Die Staatseinnahmen wurden insbesondere durch den Einbruch bei den Steuerein nahmen (-8%) belastet. Dieser ist sowohl auf rezessionsbedingte Mindereinnah -200 -150 -100 -50 0 50 100 Sozialversicherungen Gemeinden Länder Bund Gesamtstaat Finanzierungssaldo nach Staatsebene (VGR), EUR Mrd. Staatshaushalt rutscht in tiefrote Zahlen 1 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 Ausgaben Bruttoinvestitionen Sozialleistungen Zinsausgaben % gg. Vj. (Gesamtstaat - VGR) Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Corona lässt die Staatsausgaben in die Höhe schießen 2 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 17 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    men als auch auf Einbußen infolge verschiedener Steuererleichterungen zu rückzuführen (wie z.B. die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung in H2 2020) (Grafik 3). Weiterhin angespannte Haushaltslage Nichtsdestotrotz fiel das gesamtstaatliche Defizit im Jahr 2020 deutlich geringer als erwartet aus. Im Oktober 2020 hatte das Bundesfinanzministerium noch ei nen sehr viel höheren Fehlbetrag von 6 ¼% des BIP prognostiziert. Das struktu relle Defizit hätte sich auf 3 ½% des BIP belaufen sollen (Deutsche Haushalts planung 2021). Tatsächlich fiel das Defizit also um rund 1 ½%-Punkte vom BIP niedriger als erwartet aus. Nach unserem Verständnis ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass sowohl die staatlichen Investitionen als auch die - an die vom Lockdown betroffenen Unternehmen gezahlten - Finanzhilfen deutlich ge ringer als geplant ausfielen. Zugleich schrumpfte das reale BIP nicht ganz so stark wie erwartet, nämlich „lediglich" um 5%; im Oktober 2020 hatte die Regie rung noch einen Rückgang um 5,8% prognostiziert. Allerdings könnten die Haushaltsansätze in der Pandemie auch aus Vorsichtsgründen vorab zu hoch angesetzt worden sein. Auf Basis einer einfachen Überschlagsrechnung schät zen wir, dass sowohl das zyklische Defizit um knapp ½%-Punkt (dank der etwas besseren Konjunktur) als auch das strukturelle Defizit um rund 1%-Punkt vom BIP niedriger als erwartet ausgefallen sind. Das niedrigere Defizit lässt sich sowohl positiv als auch negativ interpretieren. Positiv, da ein niedrigeres strukturelles Defizit den ohnehin schon starken An stieg der Staatsverschuldung etwas begrenzt und damit auch den künftigen Konsolidierungsbedarf im Nachgang der Krise reduziert. So fielen die tatsächli chen Ausgaben der Bundesregierung aufgrund der Inanspruchnahme von Ga rantien mit EUR 0,5 Mrd. sehr viel niedriger als befürchtet aus (ursprünglich ein gestellte Summe: EUR 7 Mrd.). Negativ, da die deutlich geringer als erwarteten Ausgaben auch auf die anhal tenden Probleme bei der Auszahlung der versprochenen Unterstützungsleistun gen (Überbrückungshilfe, November-/Dezember-Hilfe) an die vom Lockdown betroffenen Unternehmen hinweisen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge bis zum 16. Februar 2021 le diglich EUR 3,6 Mrd. der versprochenen November-Hilfen (geschätztes Volu men: EUR 15 Mrd.) an die Unternehmen ausgezahlt wurden. Daneben scheinen aufgestaute bzw. noch nicht abgeflossene Investitionsmittel eine wichtige Ursache dafür zu sein, dass der Staat im Jahr 2020 nicht so viel Geld ausgegeben hat wie ursprünglich geplant. Die außerbudgetären, aber für die Schuldenbremse relevanten Sondervermögen bzw. Nebenhaushalte der Bundesregierung (z.B. der Energie- und Klimafonds oder der digitale Infrastruk turfonds) erzielten nämlich laut vorläufigem Abschluss des Bundeshaushalts 2020 einen konsolidierten Überschuss in Höhe von EUR 27,7 Mrd. (bzw. 0,8% des BIP). Zur Erinnerung: Für das „Vor-Corona"-Haushaltssoll für den konsoli dierten Finanzierungssaldo dieser Sondervermögen wurde ein Defizit von EUR 5,9 Mrd. angesetzt (Haushaltsgesetz 2020). Anders ausgedrückt: Dieser Über schussbetrag, der in der Regel aus dem Kernhaushalt des Bundes gespeist wird, steht in den kommenden Jahren noch zur Verausgabung zur Verfügung. Ein großer Teil davon könnte bereits 2021 investiert werden. Zum Vergleich: Das tatsächliche Defizit des Kernhaushalts des Bundes lag im Jahr 2020 bei EUR 130 ½ Mrd. (Soll: EUR 217,8 Mrd.). Das Nachholen dieser noch nicht getä tigten bzw. verzögerten Ausgaben wird sich folglich in Zukunft defiziterhöhend auswirken. Das geringere Defizit im Jahr 2020 dürfte unserer Einschätzung nach also dazu führen, dass der Fehlbetrag im Jahr 2021 nunmehr umso größer -10 -5 0 5 10 15 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 Einnahmen Steuern Sozialbeiträge % gg. Vj. (Gesamtstaat - VGR) Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Steuereinnahmen brechen weg, Sozialbeiträge noch im Plus dank umfangreicher Kurzarbeit 3 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 92949698000204060810121416182022 Konjunktbereinigter Primärsaldo Konjunkturkomponente Zinsausgaben Finanzierungssaldo % BIP (Gesamtstaat - VGR) Quellen: Statistisches Bundesamt, AMECO, OECD, Bundesfinanzministerium, Deutsche Bank Research Ausblick für die Staatsfinanzen (2020-22) 4 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 18 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    ausfällt. Darüber hinaus wird das Fiskalpaket vom Februar mit einem geschätz ten Volumen von rund EUR 10 Mrd. (bzw. 0,3% des für 2021 prognostizierten BIP) moderat defiziterhöhend wirken. Insgesamt rechnen wir jetzt mit einem Anstieg des Haushaltsdefizits auf 5,9% des BIP im Jahr 2021. Im Jahr 2022 dürfte das Defizit dank der besseren Kon junktur sowie des Auslaufens der diskretionären Antikrisenmaßnahmen auf etwa 1,7% des BIP zurückgehen. Die Schuldenquote könnte daher bis Ende 2022 auf einen Spitzenwert von rund 72% des BIP klettern, um schließlich wieder auf ei nen moderat sinkenden Pfad einzuschwenken. Die künftige Entwicklung der Staatsfinanzen hängt jedoch in hohem Maße vom weiteren Pandemieverlauf ab. Insgesamt wird die staatliche Finanzlage auch 2021 angespannt bleiben. Zu dem dürfte die Konsolidierung nach der Krise sehr viel schwieriger werden als dies nach der Überwindung der globalen Finanzkrise der Fall war, in deren Folge der Staatshaushalt deutlich vom Arbeitsmarktboom profitierte. Die jüngst aufgeflammte Debatte über die Notwendigkeit einer umfassenderen Reform der Schuldenbremse lässt bereits erahnen, wie groß die fiskalpolitischen Herausfor derungen tatsächlich sind. Um die üblichen Vorgaben der Schuldenbremse be reits im Haushaltsjahr 2022 wieder einzuhalten, bleibt der nächsten Bundesre gierung gar nichts anderes übrig, als mutige und weitreichende fiskalpolitische Entscheidungen zu treffen. Sebastian Becker (+49 69 910-21548, sebastian-b.becker@db.com) Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschl ag - Inflation klettert auf 2% 19 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Arbeitsmarkt robust, aber noch weit entfernt von Vorkrisensituation - Die Corona-Pandemie hat auf die Erwerb stätigkeit insgesamt einen stärke ren Einfluss als auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Wäh rend sie sich stabilisierte, gingen die Zahl der ausschließlich geringfügig Be schäftigten und die der Selbstständigen weiter zurück. - Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich trotz des im Dezember 2020 ver schärften Lockdowns robust. Nicht zuletzt aufgrund des Basiseffekts aus 2020 dürfte die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2021 auf 2,76 Mio. steigen. Die Arbeitslosenquote wird bei auf 6,1% (2020: 5,9%) liegen. Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt zeigt sich trotz des im Dezember 2020 verschärften Lockdowns weiterhin robust. Die Arbeitslosenzahl ging im Jahres schlussquartal 2020 saisonbereinigt um 94.000 Personen gg. Vq. zurück. Der positive Trend setzte sich auch im Ja nuar mit einem Rückgang von 41.000 gg. Vm. fort. Die bisher begrenzten Auswirkungen des erneuten Lockdowns sind zum einen auf den nach wie vor großen Umf ang von Kurzarbeit (Jan: 2,6 Mio., Schätzung ifo Institut) zurückzuführen. Zu m anderen spielt sicherlich auch eine Rolle, dass Unternehmen sich bereits während des Konjunktureinbruchs in H1 2020 von Arbeitskräften getrennt haben dürften. Eine deutliche Frühjahrsbelebung ist für das Jahr 2021 nicht zu erwarten, vor al lem solange die weitreichenden Schließungen der personalintensiven Handels- und Dienstleistungsunternehmen fortbestehen. Zwar ist der Bestand der offenen Stellen weiter aufwärtsgerichtet, aber infolge des Lockdowns sanken die neuge meldeten Stellen zuletzt spürbar (saisonbereinigt: Jan: -11.000, Dez: -1.000, Nov: -4.000). So signalisieren auch die vorlaufenden Arbeitsmarktindikatoren für die kommen den drei Monate bei den Dienstleistungsunternehmen weiterhin zurückhaltende Einstellungsbereitschaft und vor allem im Handel eher einen Stellenabbau. Sollte es die Pandemieentwicklung erlauben (7-Tage-Inzidenz pro 100.000 stabil bei 35), die geschlossenen Wirtschaftsbereiche ab Mitte März wieder zu öffnen, dürfte hier erst einmal die Kurz arbeit zurückgefahren werden. Trotz ab nehmender Tendenz in den Monatsmeldungen dürfte die Arbeitslosenzahl im Jahresmittel 2021 auf 2,76 Mio. (2020: 2,7 Mio.) ansteigen. Das ist nicht zuletzt auch auf den Basiseffekt aus dem Jahr 2020 zurückzuführen. Die Arbeitslosen quote dürfte dann auf 6,1% (2020: 5,9%) klettern. Bereinigt um saisonale Einflüsse hat die Erwerbstätigenzahl im Dezember um 10.000 Personen zugenommen, lag damit aber noch 1,7% unter dem Vorjah resmonat. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im November bei 33,6 Mio. (-0,2% gg. Vj. nach der Schätzung der Bundesagentur für Arbeit). Weit kräftiger waren die Auswirkungen der Pandemie bei den ausschließlich ge ringfügig Beschäftigten, deren Zahl im November 8,2% unter dem Vorjahres- niveau lag. Sie haben keinen Anspruch auf Kurzarbeit, sodass deren Puffer- effekt hier nicht zum Tragen kommen kann. Auch die Zahl der Selbstständigen spiegelte in Q4 (-53.000 gg. Vq.) den Einfluss der Pandemie wider, was im Vor jahresvergleich mit einem Rückgang v on 194.000 (-4,7%) auf 3,9 Mio. umso deutlicher wird. Die schrumpfende Zahl der Selbstständigen könnte in der kom menden Konjunkturerholung ein Nachteil sein. 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 400 500 600 700 800 900 13 14 15 16 17 18 19 20 Offene Stellen (links) Arbeitslosenquote (rechts) '000 Quelle: Bundesagentur für Arbeit Deutscher Arbeitsmark dank Kurzarbeit vorerst weiterhin robust 1 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 16 17 18 19 20 IAB-Arbeitsmarktbarometer (Komponente A: Arbeitslosigkeit) ifo-Beschäftigungsbarometer PMI Beschäftigungskomponente PMI Industrie Beschäftigungskomp. Standardisierte Werte Quellen: ifo , IHS Markit , IAB , Deutsche Bank Research Vorlaufende Arbeitsmarktindikatoren signalisieren eine Seitwärtsbewegung 2 -800 -600 -400 -200 0 200 400 600 800 16 17 18 19 20 Differenz Erwerbstätige insgesamt soz. versich.-pfl. Beschäftigte Veränderung gg.Vj. (1.000 Personen) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bank Corona-Pandemie mit starkem Einfluss auf die Erwerbstätigkeit 3 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschl ag - Inflation klettert auf 2% 20 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Vor dem Hintergrund unserer BIP-Prognos e von +4,0% im Jahr 2021 erwarten wir im Jahresdurchschnitt 2021 eine Zunahm e der Erwerbstätigkeit um 90.000 (+0,2%) Personen (2020: -1,1%). Das Vorkrisenniveau könnte dann in H2 2022 wieder erreicht werden. Trotz der konjun kturellen Erholung wird die Kurzarbeit auch im Jahr 2021 weiterhin eine Rolle spielen und im Jahresdurchschnitt nicht unter 1 Mio. Arbeitnehmer fallen. Im kommenden Jahr dürfte sie auf durch schnittlich 200.000 zurückgehen. Marc Schattenberg (+49 69 910-31875, marc.schattenberg@db.com) - 1 2 3 4 5 6 Prognose Mio. Erwartete Entwicklung der Kurzarbeit 4 Quellen: Arbeitsagentur, ifo Institut, Deutsche Bank Research Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 21 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Deutsche Autoindustrie: Mühsame Erholung Die Corona-Krise beeinflusst nach wie vor die wirtschaftliche Entwicklung der Automobilindustrie. Diese sah sich schon zuvor mit konjunkturellen Problemen konfrontiert. Die meisten Autohersteller und viele Zulieferer hatten ihre Fabriken in Deutschland im April und Anfang Mai geschlossen. Der Produktionshochlauf startete im Anschluss und hielt bis zum Jahresende an. Dennoch sank der Pro duktionsindex im Gesamtjahr 2020 um 24%. Lieferengpässe bei Halbleitern dämpfen derzeit die Produktionstätigkeit, weshalb die Fertigung im 1. Quartal spürbar sinken dürfte. Gleichzeitig hat sich die globale Autonachfrage in den letzten Monaten erholt. China ist hier Vorreiter, während der Lockdown die Auto verkäufe in Q1 in weiten Teilen Europas belastet. Strukturelle Herausforderun gen wie die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA oder China bleiben akut. Zudem muss die Automobilindustrie 2020 und 2021 zum ersten Mal strenge CO 2 -Flottenziele in der EU erfüllen. Grafik 1: Die Geschäftserwartungen der deutschen Automobilindustrie blieben trotz der aktuellen Knappheit bei Halbleitern Ende 2020 und Anfang 2021 im po sitiven Bereich. Die Einschätzung der aktuellen Lage ist jedoch wieder in den negativen Bereich gerutscht. Der Lockdown und sein negativer Einfluss auf die Autoverkäufe sowie der schwache Produktionsauftakt Anfang 2021 spielen da bei eine Rolle. Der konjunkturelle Tiefpunkt im Corona-Zyklus liegt aber in je dem Fall hinter uns. Im Oktober 2020 erreichte der Auftragsbestand in der Bran che das höchste Niveau seit Beginn der Zeitreihe. Darauf folgte im November lediglich ein moderater Rückgang. -100 -80 -60 -40 -20 0 20 40 60 80 17 18 19 20 21 Lage Erwartungen ifo Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie 1 Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen (%) Quelle: ifo -80 -60 -40 -20 0 20 40 60 17 18 19 20 21 … der Produktionstätigkeit … des Exportgeschäfts … der Beschäftigungsentwicklung ifo-Erwartungen hinsichtlich ... 2 Automobilindustrie in Deutschland, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen (%) Quelle: ifo Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 22 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Grafik 2: Bei den Unterkomponenten des ifo-Konjunkturtests zeigt sich ein ge mischtes Bild. Die Produktions- und Exporterwartungen liegen leicht im negati ven Bereich, was auf die Chip-Knappheit sowie den Lockdown in Europa zu rückzuführen ist. Die Beschäftigungserwartungen liegen jedoch noch immer tief im negativen Bereich. Die Beschäftigung in der Autoindustrie, ein nachlaufender Indikator, begann Mitte 2019 zu sinken. Die Zahlen könnten sich in den kom men Monaten stabilisieren. Grund für den Beschäftigungsabbau ist auch die strukturelle Umstellung auf E-Mobilität. Im Vergleich zum Sommer 2018 sind ak tuell 45.000 Menschen weniger in der Branche beschäftigt. Grafik 3: Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Automobilindustrie sank Anfang Q2 2020 auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung; die Pro duktionszahlen folgten (temporäre Fabrikschließungen im April und Anfang Mai). In H2 2020 war die Kapazitätsauslastung spürbar gestiegen. Die moderate Erholung der globalen Pkw-Nachfrage von den niedrigen Niveaus in Q2 stützte dabei auch die Produktion. In China liegt der Kfz-Absatz seit Mai durchweg über Vorjahresniveau. Gleichwohl gab es in Q1 einen Rücksetzer bei der Kapazitäts auslastung. Das passt zu unserer Erwartung, dass die Automobilproduktion in Deutschland in den ersten Monaten von 2021 gg. Vj. sinken wird. Grafik 4: Die stückzahlmäßige Pkw-Produktion in Deutschland sank 2020 um 25%. Dies war der vierte Rückgang in Folge. Das Minus fiel beim Produktionsin dex, der auch qualitative Komponenten umfasst (z.B. bessere Ausstattung), ähnlich stark aus (-23,9%). Die Fertigung in Q1 wird durch die Lieferschwierig 40 60 80 100 120 20 40 60 80 100 15 16 17 18 19 20 21 Kapazitätsauslastung, % (links) Produktion, sb., 2015=100 (rechts) Produktion und Kapazitätsauslastung in der deutschen Automobilindustrie 3 Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt -70 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 17 18 19 20 21 Pkw-Produktion, Stückzahlen, gleit. 3-Monatsdurchschn. Produktionsindex, arbeitstägl. ber., gleit. 3-Monatsdurchschn. Automobilproduktion in Deutschland 4 % gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, VDA Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 23 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    keiten bei Halbleitern, den Lockdown und wahrscheinlich auch durch die Kon trollen an der Grenze zu Tschechien gedämpft; das Land ist ein wichtiger Liefe rant von Vorprodukten in der Autoindustrie. Eine kräftige Erholung ist aber wahr scheinlich, weil die Lieferschwierigkeiten nur temporärer Natur sind und die Pkw-Nachfrage nach den Lockdown-Maßnahmen anziehen wird. Der Produkti onsindex könnte im Gesamtjahr 2021 um bis zu 30% steigen. Grafik 5: Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland hatten sich nach dem ersten Corona-Schock relativ schnell erholt. Die Inlandsbestellungen tendieren seit einigen Monaten mehr oder weniger seitwärts, während die Auslandsauf träge zum Jahresende von hohem Niveau zurückgingen. Die Pkw-Neuzulassun gen in Deutschland sanken 2020 um 19%. Im kommenden Jahr dürfte dieser Verlust nicht gänzlich ausgeglichen werden. Grafik 6: Die schwache Autonachfrage in wichtigen deutschen Exportmärkten Ende 2018, im Jahr 2019 und 2020 belasteten die deutschen Autoexporte. Die Pkw-Exporte sanken 2020 um 24% (Stückzahlen). Das war der vierte Rückgang in Folge. In der zweiten Jahreshälfte 2020 machte sich schon ein gewisser Nachholbedarf bemerkbar. In China übersteigen die Pkw-Verkäufe das jeweilige Vorjahresniveau bereits seit Mai. Die aktuellen Lockdown-Maßnahmen in der EU sowie die immer hohen täglichen Neuinfektionen in den USA dämpfen zu Jahresbeginn 2021 jedoch die Pkw-Nachfrage. Im 2. Quartal dürfte jedoch eine Erholung einsetzen. 20 40 60 80 100 120 140 17 18 19 20 Inland Ausland Auftragseingang in der deutschen Automobilindustrie 5 sb., 2015=100 Quelle: Statistisches Bundesamt -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 15 16 17 18 19 20 2 1 Pkw-Neuzulassungen, CN, US*, EWU, UK Nom. Exporte der dt. Automobilind. (Euro), gleit. 3M-Durchschn. % gg. Vj. * Light vehicles Globale Autonachfrage und Exporte der deutschen Automobilindustrie 6 Quellen: ACEA, Bureau of Economic Analysis, China Automotive Information, Statistisches Bundesamt Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 24 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Grafik 7: Abgesehen vom aktuellen Konjunkturzyklus setzen Autohersteller und Kfz-Zulieferer ihre Anstrengungen fort, die Produktion von Elektrofahrzeugen bzw. entsprechenden Zulieferteilen und Ausrüstungen in ihren Fabriken zu stei gern. Immer mehr Modelle befinden sich im Angebot. Bis spätestens 2021 müs sen die durchschnittlichen CO 2 -Emissionen aller neu zugelassenen Pkw in der EU auf 95 g/km sinken. Wird dieses Ziel verfehlt, drohen Strafzahlungen für die Automobilindustrie. Der technologische Wandel stellt die globale (und nicht nur die deutsche) Automobilindustrie vor große Herausforderungen, denn er wird bislang vor allem durch strenge staatliche CO 2 -Grenzwerte für Pkw und weniger durch Marktkräfte getrieben. Die Autokäufer sind bislang noch zurückhaltend, zumindest solange keine kräftigen Subventionen gewährt werden. Hohen Inves titionen steht also ein kleiner Markt gegenüber. Ironischerweise hat die Corona Krise dabei geholfen, den Anteil von Elektrofahrzeugen in der EU zu steigern. Denn der Absatz von Benzinern und Diesel-Pkw gab im Zuge der Corona-Krise deutlich nach, während Elektrofahrzeuge in vielen Ländern von (noch) höheren Förderprogrammen profitieren. Der Marktanteil von Elektroautos nahm 2020 in der EU auf 10,5% zu (2019: 3%). Subventionen waren dafür ein wesentlicher Treiber. Die Transformation bei den Antriebstechnologien ist kein spezifisches Problem der deutschen Automobilindustrie. Die deutsche Automobilindustrie ist aus heutiger Sicht besser für die „elektromobile" Zukunft gerüstet als der Auto mobilstandort Deutschland, wo sich in den letzten Jahren einige kostenseitige Standortfaktoren gegenüber anderen Standorten verschlechtert haben (Steuer sätze für Kapitalgesellschaften, Löhne, Strompreise). Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) 012345678 Diesel Benzin Elektroautos* Vollhybride Sonstige 2019 2020 * Batterieelektrisch, Plug-in-Hybride, Range Extender, Brennstoffzelle Quelle: ACEA Mio., Einheiten Pkw-Neuzulassungen in der EU nach Antriebsart 7 Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 25 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Kontroversen um Corona-Strategie vor den Land tagswahlen - Nach der Wahl des neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet haben sich die Wogen in der CDU erst einmal geglättet. Die Nominierung des Kanzlerkan didaten der Union soll zwischen Ostern und Pfingsten erfolgen. - Die CDU/CSU führt weiterhin in den Umfragen - trotz sinkender öffentlicher Unterstützung des Krisenmanagements. Die anstehenden Landtagswahlen erlauben ein erstes Stimmungsbild im Superwahljahr 2021. - Oppositionsparteien klagen vor Bundesverfassungsgericht gegen das neue Wahlrecht. Ob das BVerfG vor der Bundestagswahl entscheidet, ist offen. Die CDU hat Armin Laschet zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Während er in der digitalen Stichwahl nur knapp gegen Friedrich Merz gewann, entfielen letztlich 83% der Briefwahlstimmen auf ihn. Laschet hat nun eine Gratwande rung vor sich, um seine bundespolitischen Ambitionen zu untermauern. Zum ei nen muss er den wirtschaftsliberalen Flügel der CDU starker einbinden, ohne die politische Mitte aus den Augen zu verlieren. Zum anderen gilt es, die weiter hin populäre Kanzlerin zu unterstützen und gleichzeitig das eigene Profil weiter zu schärfen. Laschets Beliebtheitswerte sind zwar jüngst gestiegen (Deutsch landTrend), aber weiterhin sieht eine Mehrheit der Umfragen Markus Söder als vielversprechenderen Kanzlerkandidaten. Die Entscheidung von CDU und CSU über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten im April/ Mai wird aber weniger von Umfragen als von allgemeinen politischen und parteilichen Aspekten beeinflusst werden. CDU/CSU führt trotz Kritik am Krisenmanagement in den Umfragen. Die Kritik an der Impfstrategie des Bundes und der Länder - und ganz generell an den Krisenmaßnahmen - schlagen sich in sinkender öffentlicher Unterstützung nie der: Nur noch 42% der Deutschen stehen hinter dem gegenwärtigen Kurs, im Mai 2020 waren es noch 67%. Dennoch führt die CDU/CSU in Umfragen weiter hin deutlich (s. Grafik). Tatsächlich wirken die Umfragewerte der Parteien seit einiger Zeit wie „eingefroren". Die Grünen erreichen um die 20%, die SPD kommt trotz einer gewissen Distanzierung vom Regierungshandeln kaum über die 15%, die FDP bleibt nicht weit von der 5%-Hürde entfernt und die AfD düm pelt um die 10%. Die anstehenden Wahlen in Baden-Württemberg und in Rhein land-Pfalz werden daher mit (An-)Spannung gesehen, auch wenn bei Landtags wahlen regionale Aspekte im Vordergrund stehen. Aber die SPD kämpft um die Fortsetzung ihrer Regierungskoalition, die Grünen und die CDU um den Status der stärksten Partei. Umfragen deuten derzeit auf einen gewissen Vorsprung der jeweiligen Regierungskoalitionen. Aber selbst dann werden die Bundespar teien den Wahlausgang für strategische Analysen nutzen. Klage gegen Wahlrechtsreform beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG). Die Oppositionsfraktionen Grüne, FDP und Linke klagen gegen die von den Regie rungsparteien CDU/CSU und SPD in 2020 verabschiedete und umgesetzte Re form des Wahlrechts, die eine Verkleinerung des Bundestags zum Ziel hat. Die Details der Reform waren in der politischen Debatte und unter Verfassungs rechtlern von Beginn an umstritten. Die Oppositionsparteien argumentieren nun, dass die Neuregelung der Überhangmandate einseitig die CDU/CSU begüns tige und damit v.a. den Gleichheitsgrundsatz verletzte, aber wegen unklarer For mulierungen zur Mandatsverteilung auch gegen den Grundsatz der Normenklar heit verstoße. Sollten die Kläger mit ihrem Antrag, die Wahlrechtsänderung au ßer Vollzug zu setzen, Erfolg haben, würde das alte Wahlrecht wieder gelten. Wann das BVerfG entscheidet, ist offen. Barbara Böttcher (+49 69 910-31787, barbara.boettcher@db.com) Ursula Walther (ursula.walther@db.com) 55 31 45 28 22 37 56 45 55 63 0 2 04 06 08 0 x Söder Laschet x Scholz Habeck Baerbock x CDU/ CSU x SPD Grüne guter Kandidat kein guter Kandidat Umfrage vom 28. Januar 2021 Umfrage vom 15. Januar 2021 Quelle: ZDF Politbarometer % der Stimmen Söder führt das Beliebtheitsranking der (potentiellen) Kanzlerkandidaten an 1 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Jan. 20 Apr. 20 Jul. 20 Okt. 20 Jan. 21 CDU/CSU SPD Grüne FDP Linke AfD Pandemie** Wahl A. Laschet als CDU-Vorsitz Stärke der Parteien seit Beginn der Corona-Pandemie 2 % der Stimmen, wöchentlicher Duchschnitt der aktuellen Umfrageergebnisse* * Umfragen der führenden Meinungsforschungs institute (Allensbach, Kantar, Forsa, FG Wahlen, Infratest, INSA). **Beginn der Pandemie: Woche, in der in Deutschland der 100. COVID-19-Fall gemeldet wurde. Quellen: Wahlrecht.de, Deutsche Bank 62 4 13 43 34 10 3 19 4 10 2 10 11 15 1 0 20 40 60 80 100 Über hang Über hang Aus gleich Über hang Aus gleich 1949 2009 2013 2017 CDU/CSU SPD Linke Grüne AfD FDP Sonstige Vor allem die CDU/CSU und SPD erzielen Überhangmandate 3 Anzahl Überhang- und Ausgleichsmandate Quelle: Bundeswahlleiter Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 26 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Der DB Makro-Überraschungsindex vergleicht den Wert der veröffentlichten Konjunkturdaten mit den Markterwartun gen und liefert damit Hinweise über die Richtung künftiger Prognoseanpassungen. Neu berechnet von Marc Schattenberg und Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Quelle: Heiko Peters (2014). DB Makro-Überraschungsindex Deutschland. Ausblick Deutschland, 4. August 2014. Letzte 20 veröffentlichte deutsche Konjunkturdaten DX -0,7 -0,5 -0,3 -0,1 0,1 0,3 0,5 0,7 14 15 16 17 18 19 20 21 DB Makro-Überraschungsindex +/- 1 Standardabweichung DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Durchschnitt der z-Werte der vergangenen 20 Datenüberraschungen Werte über (unter) 0 bedeuten über (unter) der Markterwartung liegende Datenveröffentlichungen Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Bloomberg Ticker Indikator Berichts- monat Veröffentlich ungsdatum Aktueller Wert Bloomberg Konsensus Überra- schung Standardisierte Überraschung Quantils - rang GRZECURR Index ZEW - Konjunktur (Situation) 1 2021 19.01.2021 -66,4 -68,3 1,9 0,0 0,6 GRCP20YY Index VPI (% gg. Vj.) 12 2020 19.01.2021 -0,3 -0,3 0,0 0,2 0,4 GRZEWI Index ZEW - Konjunktur (Erwartungen) 1 2021 19.01.2021 61,8 59,4 2,4 0,2 0,7 GRGDPPGQ Index BIP (% gg. Vq.) 12 2020 29.01.2021 0,1 0,1 0,0 -0,2 0,3 GRIMP95Y Index Importpreise (% gg. Vj.) 12 2020 29.01.2021 -3,4 -3,2 -0,2 0,2 0,5 GRUECHNG Index Veränderung Arbeitslose (Tsd. gg. Vm.) 1 2021 29.01.2021 -41,0 7,5 48,5 1,4 0,9 GRFRIAMM Index Einzelhandelsumsätze (% gg. Vm.) 12 2020 01.02.2021 -9,1 -2,0 -7,1 -4,4 0,0 MPMIDEMA Index PMI Verarbeitendes Gewerbe 1 2021 01.02.2021 57,1 57,0 0,1 0,1 0,6 MPMIDESA Index PMI Dienstleistungssektor 1 2021 03.02.2021 46,7 46,8 -0,1 -0,1 0,4 GRIORTMM Index Auftragseingänge (% gg. Vm.) 12 2020 05.02.2021 -1,9 -1,0 -0,9 -0,4 0,3 GRIPIMOM Index Industrieproduktion (% gg. Vm.) 12 2020 08.02.2021 0,0 0,3 -0,3 -0,1 0,4 GRBTIMMM Index Importe (% gg. Vm.) 12 2020 09.02.2021 -0,1 -2,0 1,9 0,8 0,9 GRCAEU Index Leistungsbilanzsaldo (EUR Mrd.) 12 2020 09.02.2021 28,2 23,3 4,9 1,1 0,8 GRTBALE Index Handelsbilanz (EUR Mrd.) 12 2020 09.02.2021 15,2 14,0 1,2 0,3 0,6 GRBTEXMM Index Exporte (% gg. Vm.) 12 2020 09.02.2021 0,1 -0,6 0,7 0,3 0,6 GRCP20YY Index VPI (% gg. Vj.) 1 2021 10.02.2021 1,0 1,0 0,0 0,2 0,4 GRZECURR Index ZEW - Konjunktur (Situation) 2 2021 16.02.2021 -67,2 -66,5 -0,7 -0,1 0,4 GRZEWI Index ZEW - Konjunktur (Erwartungen) 2 2021 16.02.2021 71,2 59,5 11,7 1,2 0,9 MPMIDEMA Index PMI Verarbeitendes Gewerbe 2 2021 19.02.2021 60,6 56,5 4,1 4,5 1,0 MPMIDESA Index PMI Dienstleistungssektor 2 2021 19.02.2021 45,9 46,5 -0,6 -0,7 0,2 Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 27 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Marc Schattenberg, Sebastian Becker & Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Deutschland: Datenkalender Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 22.02.2021 10:00 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Februar 89,0 90,1 24.02.2021 8:00 Reales BIP (% gg. Vq., sb.) - Details Q4 2020 0,1 0,1 01.03.2021 14:00 Vorläufiger VPI (% gg. Vj., sb.) Februar 1,1 1,0 02.03.2021 9:55 Arbeitslosenrate (%, sb.) Februar 6,1 6,0 02.03.2021 8:00 Einzelhandelsumsätze (Index, sb.), % gg. Vm.* Januar 3,0 -9,1 05.03.2021 8:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (% gg. Vm., sb.) Januar -0,5 -1,9 08.03.2021 8:00 Industrieproduktion (% gg. Vm., sb.) Januar -3,0 0,9 09.03.2021 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Januar 20,5 16,1 09.03.2021 8:00 Warenexporte (% gg. Vm., sb.) Januar -2,6 0,1 09.03.2021 8:00 Warenimporte (% gg. Vm., sb.) Januar -8,0 -0,1 *lt. Statistischem Bundesamt auch früherer Veröffentlichungstermin möglich Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, IHS Markit Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 28 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Leitzinssatz, % Aktuell 0,125 -0,10 0,00 0,10 0,10 0,76 0,25 Mrz 21 0,125 -0,10 0,00 0,10 0,10 0,75 0,25 Jun 21 0,125 -0,10 0,00 0,10 0,10 0,90 0,25 Sep 21 0,125 -0,10 0,00 0,10 0,10 0,90 0,50 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,18 -0,06 Mrz 21 0,30 0,03 Jun 21 0,25 0,03 Sep 21 0,25 0,03 Rendite 10J Staatsanleihen, % Aktuell 1,29 0,10 -0,35 0,62 Mrz 21 1,05 0,05 -0,45 0,42 Jun 21 1,50 0,10 -0,15 0,54 Sep 21 1,15 0,10 -0,23 0,57 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,21 105,65 0,87 1,40 1,08 10,06 10,25 4,49 359,00 25,93 Mrz 21 1,23 104,38 0,89 1,38 1,09 10,08 10,32 4,45 350,00 25,00 Jun 21 1,25 105,00 0,89 1,40 1,10 10,00 10,25 4,40 345,00 25,00 Sep 21 1,28 102,50 0,90 1,43 1,11 9,88 10,00 4,40 340,00 24,80 Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% 29 | 19. Februar 2021 Ausblick Deutschland    Deutschland: Datenmonitor DX Q1 2020 Q2 2020 Q3 2020 Q4 2020 Q1 2021 Sep 2020 Okt 2020 Nov 2020 Dez 2020 Jan 2021 Feb 2021 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 92,6 80,7 91,9 91,9 93,3 92,6 90,9 92,2 90,1 ifo Geschäftserwartungen 88,5 81,6 96,7 93,3 97,5 94,9 91,9 93,0 91,1 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 90,1 78,0 90,5 95,8 93,4 94,2 95,4 97,8 97,7 Produktion (% gg. Vp.) -1,9 -18,8 14,1 6,6 2,2 3,7 1,5 0,9 Auftragseingang (% gg. Vp.) -2,5 -22,3 29,9 7,0 0,9 3,4 2,7 -1,9 Grad der Kapazitätsauslastung 82,9 71,4 74,4 79,1 80,4 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) 4,6 -1,9 -0,3 0,4 1,4 -0,5 2,3 -4,3 Auftragseingang (% ggü. Vp.) -3,8 -6,3 2,9 4,1 -0,6 2,0 ifo Bauhauptgewerbe 106,9 95,6 101,7 101,2 103,1 101,5 101,1 101,1 98,9 Konsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung -4,6 -14,0 -9,0 -10,5 -8,3 -9,5 -11,6 -10,5 -14,0 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) 0,7 0,6 4,1 0,5 -1,4 2,9 1,6 -9,1 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) -20,3 -47,4 -6,7 1,0 8,4 -3,6 -3,0 9,9 -31,1 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) -2,6 -28,4 41,4 6,8 -0,2 3,4 2,9 -2,6 Exporte (% gg. Vp.) -3,5 -21,8 20,5 5,0 2,3 0,9 2,3 0,1 Importe (% gg. Vp.) -2,2 -15,6 11,6 5,8 0,6 -0,1 5,4 -0,1 Nettoexporte (EUR Mrd.) 52,5 24,4 49,9 50,2 17,2 18,2 15,9 16,1 Arbeitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 5,0 6,2 6,3 6,1 6,3 6,2 6,1 6,0 6,0 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) -2,7 546,3 85,7 -94,3 -14,0 -39,0 -42,0 -40,0 -41,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 0,3 -1,3 -1,5 -1,6 -1,5 -1,5 -1,6 -1,6 ifo Beschäftigungsbarometer 96,9 89,3 95,0 96,2 96,3 96,4 96,7 95,5 95,0 Preise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 1,5 0,7 -0,2 -0,6 -0,4 -0,5 -0,7 -0,7 1,6 Kern-HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,1 0,5 0,0 0,3 0,1 -0,1 -0,1 2,0 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) 2,1 -5,5 3,9 14,1 11,3 12,1 12,9 17,2 25,1 Rohöl, Brent (USD/Bbl) 50,7 33,1 43,3 45,3 41,9 41,6 44,2 50,2 55,3 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 34,3 38,9 25,4 28,6 25,5 26,3 28,4 31,0 30,7 EC Unternehmensumfrage 2,2 -4,9 0,1 3,3 1,2 2,3 2,5 5,1 8,3 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 4,5 8,0 2,4 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,3 -2,2 0,3 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 4,4 5,2 2,5 Monetärer Sektor (gg. Vj.) M3 6,7 6,9 7,2 8,1 7,2 7,8 8,2 8,1 Trend von M3* 6,9 7,2 7,7 8,0 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 5,3 4,7 4,3 4,1 4,3 4,4 4,1 4,1 Kredite an öffentliche Haushalte 5,0 3,1 9,5 22,9 9,5 11,3 8,9 22,9 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode; * zentrierter 3M-Durchschnitt Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit      A usblick Deutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E-Mail eintragen. Für die Print-Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marketing 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910-31877 E-Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E-Mail: marketing.dbr@db.com  Robustes BIP 2021, trotz Q1-Rückschlag - Inflation klettert auf 2% .............................................. 19. Februar 2021  Ausblick 2021: Corona-Konjunktur ........................ 14. Dezember 2020  November Lockdown = Q4 BIP Knockdown ........... 4. November 2020  Deutsche Wirtschaft unerwartet robust ................ 25. September 2020  Wie stark fällt die Erholung in Q3 aus? ...................... 12. August 2020  Allmählich aus der Konjunkturschlucht ............................... 1. Juli 2020  Liebling, wir haben die Wirtschaft geschrumpft! ............... 13. Mai 2020  Deutsche Konjunktur weiterhin sehr zerbrechlich ..... 12. Februar 2020 © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankge schäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg ISSN (Print): 2512-2371; ISSN (Online): 2568-1079 Press Quality.joboptions << /ASCII85EncodePages false /AllowTransparency false /AutoPositionEPSFiles true /AutoRotatePages /None /Binding /Left /CalGrayProfile (Dot Gain 20%) /CalRGBProfile (sRGB IEC61966-2.1) /CalCMYKProfile (U.S. Web Coated \050SWOP\051 v2) /sRGBProfile (sRGB IEC61966-2.1) /CannotEmbedFontPolicy /Error /CompatibilityLevel 1.4 /CompressObjects /Tags /CompressPages true /ConvertImagesToIndexed true /PassThroughJPEGImages true /CreateJobTicket false /DefaultRenderingIntent /Default /DetectBlends true /DetectCurves 0.0000 /ColorConversionStrategy /CMYK /DoThumbnails false /EmbedAllFonts true /EmbedOpenType false /ParseICCProfilesInComments true /EmbedJobOptions true /DSCReportingLevel 0 /EmitDSCWarnings false /EndPage -1 /ImageMemory 1048576 /LockDistillerParams false /MaxSubsetPct 100 /Optimize true /OPM 1 /ParseDSCComments true /ParseDSCCommentsForDocInfo true 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