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17. Juni 2016
Auf den ersten Blick kann das Gießen von Metallen wenig Neues bieten. Immerhin sind erste metallurgische Verfahren zur Gewinnung und Bearbeitung von Gold und Kupfer bereits seit 7.000 Jahren bekannt. Zwar nur halb so alt, also etwa 3.500 Jahre, sind die ersten Techniken zur Eisen- und Stahlfertigung; aber freilich ebenfalls hochbetagt. Wer so viele Jahre „auf dem Buckel“ hat, dem wird in der modernen Zeit, die jenseits von Internet und Cloud Computing vieles als antiquiert und damit wenig spannend erachtet, kaum Interesse entgegengebracht. Diese Studie zeigt, welche Möglichkeiten die heimischen Gießereien in Zukunft in Hinblick auf den digitalen Wandel, erneuerbare Energien und Industrie 4.0 haben. [mehr]
Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen: Mittelfristig aufwärts trotz vieler Herausforderungen Aktuelle Themen Deutschland Gießereien zählen nicht zur New Economy, sind aber systemrelevant für den Produktionsstandort Deutschland. 2016 bringen wichtige heimische Industrie- kunden keine großen Nachfrageimpulse. Daher sinkt die Fertigung der Gieße- reien 2016 real um 2%. Mittelfristig stellen sich den Gießereien vielfältige Her- ausforderungen infolge neuer Trends in der Autoindustrie, der steigenden Be- deutung von Umweltthemen aber auch der Neuausrichtung im Zuge des digita- len Wandels. Gleichwohl sollten den heimischen Gießereien im Zeitraum 2017 bis 2020 Produktionszuwächse um 2% p.a. gelingen – wie 1995-2015. Die Automobilindustrie fragt auch künftig zum Zwecke der Optimierung ihrer Fahrzeuge die unterschiedlichsten Gussteile nach. Der moderne Fahrzeugbau nutzt zur Bewältigung des Leichtbaudiktats nicht zuletzt auch innovative Gieße- reitechnologie. Der großformatige Strukturguss kann mittlerweile komplett gefer- tigte Großteile wie vollständige Autotürstrukturen liefern; das spart viele Arbeits- schritte und Kosten. Überdies machen Gießereien nicht nur traditionelle Ver- brennungsmotoren immer leichter und effizienter, sondern tragen auch dazu bei, den langfristigen „Übergang zur E-Mobilität“ zu ermöglichen. Global ist auch künftig mit steigenden Umweltbelastungen zu rechnen. Zu deren Bewältigung kann und wird die Gießereiwirtschaft viel beitragen. Werden Gieße- reien noch mehr als bisher zum Recycling von Metallen genutzt, schont dies nicht nur die Umwelt, sondern erspart auch Energie und Kosten. Überdies wird die Rolle der Gießereien als wichtige Wegbereiter des globalen Trends hin zu erneuerbaren Energien wie Windkraft noch bedeutsamer. Der digitale Wandel entfaltete in letzter Zeit eine hohe Dynamik und wird in den kommenden Jahren noch bedeutsamer. Für die Gießereien kommt der Wandel zur rechten Zeit. Gießereien können mit neuen bzw. effizienteren Lösungen substanziell zur weiteren Optimierung industrieller Fertigungsprozesse beitra- gen. Die steigende globale Wohlfahrt führt zu mehr Nachfrage nach kundenindi- vidueller Einzelfertigung und Kleinserien in wichtigen Kundengruppen wie der Automobilindustrie und dem Maschinenbau. Für die Gießereien kommt es da- rauf an, sich in die neuen bzw. ändernden Wertschöpfungsketten der Kunden als Zulieferer noch gezielter einzufügen als bisher. Hoffnungsfroh stimmt, dass immer mehr Gießereien die wachsende Digitalisierung nicht nur beobachten, sondern selbst deren viele neue Möglichkeiten für eine noch kundenorientiertere und effizientere Produktion selbst nutzen. Während die Gießereien ihren Kunden beim digitalen Wandel helfen, erfährt auch die Gesamtbranche Gießereien ein zeitgemäßes „Upgrade“. Gießereien bleiben zwar immer in einer Zwischenposition zwischen der metallerzeugenden Industrie und ihren Kundengruppen. Sofern ihre Position künftig nicht durch falsche politische Weichenstellungen wie zu hohe Energiepreise unterminiert wird, können sie auch in Zukunft wertvolle Beiträge zur Modernisierung und Stärkung des Industriestandorts Deutschland leisten. Autor Josef Auer +49 69 910-31878 josef.auer@db.com Editor Lars Slomka Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de 17. Juni 2016 Mi ttelständische Gießereien meistern Herausforderungen Mittelfristig aufwärts trotz vieler Herausforderungen Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 2 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Gießereiindustrie keine New Economy, aber unverzichtbar Auf den ersten Blick kann das Gießen von Metallen wenig Neues bieten. Im- merhin sind erste metallurgische Verfahren zur Gewinnung und Bearbeitung von Gold und Kupfer bereits seit 7.000 Jahren bekannt, zu denen sich ein- bzw. zweitausend Jahre später solche für Blei und Zinn hinzugesellten. Zwar nur halb so alt, also etwa 3.500 Jahre, sind die ersten Techniken zur Eisen- und Stahlfer- tigung; aber freilich ebenfalls hochbetagt. Wer so viele Jahre „auf dem Buckel“ hat, dem wird in der modernen Zeit, die jenseits von Internet und Cloud Compu- ting vieles als antiquiert und damit wenig spannend erachtet, kaum Interesse entgegengebracht. Bereits auf den zweiten Blick aber entpuppt sich diese Stigmatisierung als vor- schnell und wenig haltbar; sie birgt damit auch erhebliche Risiken, insbesondere da eine solch vorschnelle Einschätzung wiederum auch Investitions- und Anla- geentscheidungen beeinflussen kann. Der Grund dafür ist einfach: Gießereien sind in der modernen Welt einfach unverzichtbar. Zu vielfältig ist ihr Kunden- spektrum. Auf Gusstechniken greift nämlich keineswegs nur die Edelmetallin- dustrie zurück. Nichteisen- und/oder Eisenmetalle sind auch für die moderne Bauwirtschaft und praktisch alle Industriebranchen essentiell und nur selten substituierbare Bestandteile. Und Fortschritte in den Kundenbranchen sind oft eng verbunden mit Innovationen im Gießereibereich, da ohne diese neue oder auch nur bessere Metallqualitäten kaum erreichbar sind. Gießereiindustrie durch zwei Hauptgruppen geprägt In der Branchenabgrenzung des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei- Industrie (BDG) setzt sich die Gießereibranche zusammen aus zwei Hauptgrup- pen: In Deutschland wird die Hauptgruppe Eisen- und Stahlguss (FE) dominiert vom Grauguss (57% des Produktionsvolumens) und Gusseisen mit Kugelgra- phit (37%), wohingegen Stahlguss und Temperguss mit 5 bzw. 1% mengenmä- ßig lediglich auf kleine Anteile kommen. In der Hauptgruppe Nichteisen(NE)- Metallguss führend ist der Aluminiumguss (86%), während Magnesiumkompo- nenten, Zink- und Kupferguss nur Produktionsanteile von 2 bis 7% haben. In der reinen Mengenbetrachtung (nach Tonnen, t) dominierte 2015 der FE- gegenüber dem NE-Metallguss im Größenverhältnis von rund 4 zu 1. Legt man dagegen den Umsatz zugrunde, wird zwischen beiden Hauptgruppen fast Pari- tät erreicht; freilich stets in Abhängigkeit von den jeweiligen Metallpreisen, ins- besondere dem für Aluminium. Gießereien bedienen zwar ein überaus breites und differenziertes Kundenspekt- rum. Immerhin umfasst es so unterschiedliche Branchen wie den Straßenfahr- zeugbau, die Eisen- und Stahlindustrie, die Bauwirtschaft, den Maschinenbau, Teilbereiche der Elektrotechnik, den Schiffbau, die Luft- und Raumfahrt, die Rohstoffexploration sowie die Energiewirtschaft; darunter zuletzt immer mehr auch die regenerative Energieerzeugung. Allerdings gibt es zwei Schwerge- wichte: Bestimmend ist, erstens, der Straßenfahrzeugbau, der in Deutschland mit 73% fast drei Viertel der NE-Metallgussfertigung und überdies mit 51% gut die Hälfte des FE-Guss abnimmt. Dazu zählt, zweitens, aber auch der Maschi- nenbau, dessen je nach Abgrenzung 30 bis fast 40 unterschiedliche Fachzwei- ge beim Eisen- und Stahlguss immerhin für etwa ein Drittel der Nachfrage sor- gen. Hierbei sind freilich die Grenzen zwischen Maschinenbau und Elektrotech- nik teilweise fließend. 51 2 24 5 2 5 11 Straßenfahrzeugbau Schienenfahrzeugbau Maschinenbau Bauindustrie Stahlindustrie Elektroindustrie Sonstige Quelle: BDG Keine Industriebranche kommt ohne FE - Guss aus 1 FE, Abnehmerstruktur (t) in % 73 2 5 5 7 8 Straßenfahrzeugbau Schienenfahrzeugbau Maschinenbau Bauindustrie Elektroindustrie Sonstige Quelle: BDG Straßenfahrzeugbau wichtigster Abnehmer von NE - Guss 2 NE, Abnehmerstruktur (t) in % Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 3 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Deutsche Gießereiindustrie in Europa vorn Klar führend nach gegossenen Tonnen ist die deutsche Gießereiindustrie in Europa; weit vor Italien, Frankreich, der Türkei, Spanien und Polen. An der Spit- ze liegt sie dabei sowohl beim FE-Guss als auch beim NE-Metallguss. Weltweit belegt die heimische Gießereiindustrie in quantitativer Betrachtung nach China, den USA, Indien und Japan Platz fünf. Insbesondere unter Berücksichtigung qualitativer Aspekte zählen die deutschen Gießereien zu den innovativsten und leistungsfähigsten weltweit. Typisch für die deutsche Gießereibranche ist ihre mittelständische Unterneh- mensstruktur. Immerhin arbeiten in 94% der Betriebe unter 500 Personen. In ihren rund 600 FE- und NE-Metallgießereien beschäftigt der Fachzweig rund 80.000 Arbeitnehmer. Über die Jahre hat sich gezeigt, dass gerade die Mittel- standstruktur viele Vorteile bietet, ermöglicht diese doch eine besonders hohe Flexibilität und rasche Anpassungsfähigkeit an die neuen und sich ändernden Technologietrends sowie diesbezügliche Kundenanforderungen. Die Gießerei- branche trägt quantitativ zwar nur 1% zur Fertigung des Produzierenden Ge- werbes bei. Ihre Zulieferfunktion, nicht zuletzt für das exportintensive Investiti- onsgüter produzierende Gewerbe, verschafft ihr allerdings eine weitaus größere ökonomische Bedeutung. Konjunktureller Produktionsrückgang 2016 bahnt sich an 2015 noch leichtes Wachstum … Die deutsche Gießereiwirtschaft bekam 2015 das im Vergleich zum Vorjahr schwächere Abschneiden sowohl in den beiden Hauptkundenbranchen (der Automobilindustrie und dem Maschinenbau) als auch im gesamten Verarbeiten- den Gewerbe zu spüren. So konnte die Automobilwirtschaft die Produktion 2015 nur noch um 0,6% ausweiten, während im Jahr zuvor noch ein Plus von 4,3% möglich war. Und im Maschinenbau lag der Fertigungszuwachs 2015 mit 0,5% weniger als halb so hoch wie im Jahr 2014 (+1,2%). Kein Wunder, dass sich die Wachstumsrate im Verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vorjahr fast hal- bierte (+1,1% nach +2% 2014). Infolge der nur verhaltenen Entwicklung der Kundenbranchen lag der Produktionszuwachs der deutschen Gießereien 2015 mit +1,4% deutlich unter dem Vorjahresergebnis (2014: +4,1%). Dabei schnitten die beiden Hauptgruppen und ihre Subsegmente keineswegs gleich ab. In reiner Mengenbetrachtung (also in Tonnen) verzeichnete der NE- Metallguss 2015 einen Zuwachs von 2,5% auf 1,162 mt (m meint Mio.). Dage- gen sank der quantitativ bedeutsamere FE-Guss um 1,7% auf 4,044 mt. Treiber für den NE-Metallguss war dabei allein der Fahrzeugbau, der 2015 5,3% mehr abnahm als im Vorjahr. Dagegen sank der Absatz in Richtung des Maschinen- baus um 3% und jener an die sonstigen Kunden um über 7%. Beim FE-Guss war allein der Absatz des Straßenfahrzeugbaus in etwa stabil (+0,1%), wohin- gegen der Maschinenbau und die sonstigen Abnehmer Rückgänge um 5% bzw. 2,7% verzeichneten. In der Hauptgruppe FE-Guss sank die Fertigung 2015 in den beiden größeren Produktbereichen; dies sind der Eisenguss um 1,7% auf 2,315 mt und die dukti- len Gusseisen um 1,4% auf 1,530 mt. Noch schwächer entwickelte sich der mengenmäßig weniger bedeutsame Stahlguss, dessen Ausstoß sich um 4,2% auf 198.200 t verminderte. Die Hauptgruppe NE-Metallguss verzeichnete dage- gen in allen Produktbereichen Zuwächse. Vom mengenmäßig bedeutendsten Produktsegment, Aluminium, wurden 2% mehr erstellt, so dass die Fertigung 1,014 mt erreichte. Die Produktion von Kupferguss nahm um 10,2% auf 79.400 t 0 2 4 6 DE IT FR TR ES PL GB CZ AT SE SI HU PT DK BE FI HR CH NO Produktion in Mio. t, 2014 Quelle: CAEF Deutsche Grießereiindustrie Nr. 1 in Europa 3 0 10 20 30 40 50 CN US IN JP DE RU BR KR IT FR Quelle: Nationale Verbände Deutsche Gießereiindustrie Nr. 5 weltweit 4 Produktion in Mio. t, 2014 Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 4 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen und die von Magnesium um 2,1% auf 15.200 t zu. Im Unterschied dazu blieb der Fertigungszuwachs von Zink mit +0,4% auf 53.500 t merklich zurück. … aber 2016 wahrscheinlich ein Fertigungsrückgang um 2% Für die heimische Gießereiwirtschaft birgt das Jahr 2016 eine Reihe von Her- ausforderungen, die nicht zuletzt auch von den Hauptabnehmerbranchen zu erwarten sind, und die auf die Geschäftsaussichten der Gießereien ausstrahlen. Hinzu kommt das gesamtwirtschaftliche Umfeld, d.h. die Wirtschaftsaussichten in Deutschland und in wichtigen Kundenländern, sowie, damit zusammenhän- gend, die zu erwartende Entwicklung der Zinsen und Wechselkurse. Die Aus- landsabhängigkeit der Gießereiwirtschaft wird manchmal unterschätzt. Es stimmt zwar, dass der direkte Exportanteil der Branche nicht mehr als 35% be- trägt. Addiert man jedoch den Gussanteil der exportierten Fertigerzeugnisse – nicht zuletzt der Automobile und Maschinen – hinzu, so resultiert eine doch be- trächtliche Auslandsaffinität von rund vier Fünftel. Insofern ist das Geschehen auf den Auslandsmärkten von erheblicher Relevanz für die heimischen Gieße- reien. Von der Zinsseite her drohen Investitionen der heimischen Gießereibetriebe und – in Summe wohl wichtiger – ihrer Kunden wohl kaum größeres Ungemach. Tatsächlich dürften die Finanzierungskosten übers Jahr sowohl in Deutschland als auch dem Rest von Euroland niedrig bleiben. Ähnliches gilt auch für wichtige Kundenländer wie die USA. Dort wurde zwar der erste Zinsschritt „nach oben“ Ende 2015 vorgenommen und die nächste Zinsanhebung ist angekündigt; aller- dings rechnen derzeit die meisten Marktteilnehmer bis Ende 2016 nicht mit dramatischen Anstiegen, die die US-Investitionstätigkeit stark drosseln könnten. Die für den Auslandsabsatz jenseits von Euroland so wichtigen Wechselkurse sollten ebenfalls in wichtigen Kundenländern nicht zu einer spürbaren Barriere werden. Da wir bis Ende 2016 eher eine Stärkung des US-Dollar gegenüber dem Euro erwarten, sollte dies den US-Absatz stabilisieren; seit Jahresbeginn hat der Euro gegenüber dem US-Dollar sogar eher aufgewertet. Die Währungen anderer Länder dürften gegenüber dem Euro im Vergleich zu den Jahren zuvor relativ schwach bleiben. Dazu zählen viele rohstoffreiche Länder, nicht zuletzt auch Russland, dessen Wechselkurs bis Jahresende auf heutigem Niveau blei- ben dürfte. Seitens der beiden wichtigsten Industriekunden, der Automobilindustrie und dem Maschinenbau, sind 2016 zwar keine großen Nachfrageimpulse zu erwar- ten. Es droht aber auch kein scharfer Einbruch. 1 Etwas erfreulicher ist die Ent- wicklung der heimischen Bauwirtschaft; dagegen belastet die global recht schwache Nachfrage nach Bautechnik. Verantwortlich sind je nach Branche teilweise recht unterschiedliche Einflussfaktoren. Unter Abwägung aller Einfluss- faktoren ist für die deutschen Gießereien 2016 kaum mehr als eine rückläufige Produktion um etwa 2% wahrscheinlich. Automobilindustrie mit leicht besserem Wachstum Die deutsche Automobilindustrie konnte in den letzten drei Jahren ihre Produk- tion preisbereinigt um über 6% steigern und gab der Gießereiindustrie damit wertvolle Anstöße. Die Aussichten für das laufende Jahr sind nach einem über- raschend guten Jahresbeginn besser als im Vorjahr. Wir erwarten einen Ferti- gungsanstieg um 2,5%. Die Ursachen dafür sind vielfältig und basieren teilweise auf länderspezifischen Besonderheiten: 1 Zu den Industrieperspektiven vgl. auch Heymann, Eric. Deutsche Industrieproduktion: Gutes erstes Quartal, aber kein stabiler Aufwärtstrend. Deutsche Bank Research. Aktueller Kommentar. 20. Mai 2016. 0 0,5 1 1,5 2 2,5 3 3,5 4 4,5 DE TR FR IT ES PL GB CZ SE AT SI PT HU DK BE FI CH HR NO Quelle: CAEF Deutschland führend in Europa im Eisen - und Stahlguss 5 Produktion in Mio. t, 2014 Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 5 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen In Deutschland rechnen wir dank der zuletzt spürbar günstigen Lohn- und Ge- haltsentwicklung mit einer Fortsetzung des positiven Konsumklimas. Davon sollten im laufenden Jahr auch die Neuzulassungen profitieren. Die Zuwachsra- te sollte daher über dem Vorjahr liegen und damit das Wachstumstempo beim Inlandsabsatz begünstigen. Freilich dämpfen die mannigfaltigen Irritationen rund um die Diesel-Affäre der Volkswagen AG den heimischen Autoabsatz mit dieser Motorentechnologiesparte. Allerdings führen Substitutionseffekte zugunsten konkurrierender heimischer Hersteller, die ähnliche Automobile fertigen, dazu, dass die heimische Gesamtnachfrage nach Dieselfahrzeugen per Saldo weni- ger in Mitleidenschaft gezogen werden dürfte als zu Beginn der Krise noch vie- lerorts befürchtet wurde. Hinzu kommt, dass sich einige potentielle Diesel- Käufer für (auch heimische) Benzinmodelle entscheiden werden. Ähnliche Bremseffekte rund um Dieselfahrzeuge wie in Deutschland sind auch im Rest Europas zu erwarten. Und Europa ist bekanntlich der einzige große Absatzmarkt für Diesel-Pkw. Gleichwohl sollte sich die schon im letzten Jahr zu beobachtende Erholung des gesamten europäischen Fahrzeugmarktes weiter fortsetzen. Dafür spricht nicht zuletzt die anhaltende allmähliche Festigung der Gesamtwirtschaft in wichtigen Volumenländern der Eurozone (namentlich Italien und Spanien), die mittlerweile auch die dortigen Arbeitsmärkte belebt und damit dem Konsum positive Impulse gibt. Höhere Anforderungen an die Dieseltechno- logie und/oder der teilweise oder völlige Wegfall von Vergünstigungen (z.B. rund um die Kraftstoffpreise) führen auch europaweit in Summe zu leichten Substitu- tionseffekten nicht zuletzt zugunsten der Benziner. Für die Gießereien sind die- se Absatzverschiebungen allerdings weniger relevant als es den Anschein er- weckt, da natürlich auch für die Fertigung von Benzinmodellen FE- und/oder NE-Metallgussteile unentbehrlich sind. Aufgrund der Etablierung der Eurozone spielen Wechselkurseffekte innerhalb von Europa heute nicht mehr eine so große Rolle wie in der Zeit davor. In West- europa gehört das Volumenland Großbritannien zu den Ländern mit eigener Währung. Hier dämpft die Aufwertung des Euro gegenüber dem britischen Pfund im Vergleich zum Vorjahr den Autoabsatz aus deutscher Fertigung; aller- dings sind davon auch die konkurrierenden Hersteller aus den anderen Ländern der Eurozone betroffen. Insgesamt rechnen wir nach dem Rekordjahr 2015 bei den lokalen Pkw-Neuzulassungen 2016 mit einer nachlassenden Dynamik der UK-Autonachfrage, wenngleich die Ergebnisse zu Jahresbeginn recht gut wa- ren. Weiterhin stark eingetrübt sind die Absatzaussichten in Russland. Das Land leidet immer noch unter der scharfen Korrektur der Rohstoffpreise in den beiden letzten Jahren, insbesondere (aber nicht nur!) von Öl und Gas. Die leichte Bele- bung der Rohstoffpreise in den letzten Monaten ändert daran wenig. Zudem verteuert die Schwäche der russischen Währung den Import ausländischer Au- tomobile, nicht zuletzt auch aus Deutschland und den anderen Ländern der Eurozone. Den US-Absatz deutscher Automobile dämpft 2016 die Tatsache, dass der US- Automarkt nach mehreren Wachstumsjahren einen konjunkturellen Höhepunkt erreicht hat. Das hohe Ausgangsniveau und die Aufwertung des Euro gegen- über dem US-Dollar bis Mai 2016 minderten die Absatzaussichten. Eine Zu- satzbelastung bleibt freilich auch „Dieselgate“ und der damit verbundene Imageverlust; dies dürfte 2016 – und wahrscheinlich auch noch 2017 – die Ab- satzaussichten trüben. Gleichwohl fällt der Diesel-Anteil in den USA im Pkw- Segment gering aus. Eine wachsende Rolle spielt zudem der Aufbau von Pro- duktionsstätten in den USA (bzw. im Nachbarland Mexiko, dessen Währung traditionell nicht zur Stärke tendiert); dies hat zwar den Vorteil der Immunisie- rung gegenüber Aufwertungstendenzen, geht ab einem gewissen Grad an „Lo- kalisierung“ aber zu Lasten der Autoproduktion in Deutschland bzw. weiterer europäischer Standorte. Eine Stabilisierung der deutschen US-Exporte auf dem hohen 2015er Niveau wäre bereits ein Erfolg. 0 0,5 1 DE IT PL FR TR AT ES GB CZ HU NO SE SI PT HR CH FI DK BE Quelle: CAEF Deutschland führend in Europa im NE - Metallguss 6 Produktion in Mio. t, 2014 Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 6 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Die seit Oktober 2015 geltenden steuerlichen Anreize für Pkw-Käufe in China (mit bis zu 1,6 Litern Hubraum) gelten bis Herbst 2016; und sie haben den Au- tomarkt in den ersten Monaten seit Inkrafttreten bereits belebt. Gleichwohl dürf- ten die deutschen Autoexporte ins Reich der Mitte bestenfalls stagnieren; nach dem Rückgang 2015. Allerdings sollte dies nicht falsch interpretiert werden. Tatsächlich profitieren deutsche Autoproduzenten nämlich weitaus mehr vom wachsenden Automarkt in China als die mauen Exportaussichten suggerieren. Hauptgrund dafür ist die voranschreitende Lokalisierung der Autofertigung in China seitens deutscher (und anderer) Hersteller, was freilich die Andienung aus Europa verringert und damit die Exportzahlen schmälert. Maschinenbau legt 2016 nur leicht zu Die Maschinenbaubranche durchläuft derzeit eine für sie völlig untypische Pha- se. Normalerweise gilt sie nämlich als besonders zyklisch und damit schwan- kungsfreudig. Dies gilt für alle relevanten Branchenkennziffern, umfasst also so unterschiedliche Kennzahlen wie Geschäftserwartungen, Auftragseingänge, Kapazitätsauslastung und – last but not least – die Fertigung. Für die letzten vier Jahre zeigen die Kennziffern ein in den letzten Dekaden nicht bekanntes Phänomen, nämlich einen relativ gleichläufigen flachen Verlauf, insbesondere der Fertigung. In Summe hat die inländische Produktion im Maschinenbau seit 2012 nur marginal zugenommen. Nach unserer Einschätzung bleiben die Aussichten des deutschen Maschinen- baus auch im laufenden Jahr aufgrund seiner mit knapp 63% relativ hohen Ex- portquote nur verhalten; also im fünften Jahr nacheinander. Die Industriebran- che, die in Deutschland mit über 1 Mio. die meisten Beschäftigten zählt, be- kommt 2016 nämlich erneut die immer noch schwache Entwicklung der Welt- wirtschaft, vor allem die schwache Investitionstätigkeit, zu spüren. Gedämpft werden die Branchenperspektiven dabei keineswegs nur durch die direkten Belastungen im Auslandsgeschäft. Da das Exportgeschäft wichtiger Industriekunden wie das der Automobilindustrie (s.o.) ebenfalls von der nur schwachen Weltkonjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird, zügelt dies auch ihre Inlandsfertigung und strahlt damit mindernd auf ihre Bestellvolumina bei den heimischen Maschinenbauern aus. Im Unterschied zu vielen Industriebran- chen wird die deutsche Bauwirtschaft, die ebenfalls ein wichtiger Kunde des Maschinenbaus ist, weniger von der nur mäßigen Weltkonjunktur betroffen. Erfreulicherweise kann die deutsche Bauwirtschaft 2016 erneut mit einem Ferti- gungszuwachs rechnen (s. dazu unten); dies verheißt den heimischen Bauma- schinenherstellern in diesem Jahr erneut einen regen Orderzugang. Ein Treiber für die rege Bautätigkeit ist dabei das auch 2016 vorteilhafte Zinsumfeld, das freilich auch Investitionen in andere Maschinen begünstigt. Die Exportaussichten des deutschen Maschinenbaus sind von Land zu Land und Region zu Region unterschiedlich: — Im letzten Jahr haben die USA China überholt und wurden damit wieder zum wichtigsten Auslandskunden des Maschinenbaus. Sollte der US-Dollar gegenüber dem Euro infolge der unterschiedlichen Zinspolitik in Euroland und den USA in den kommenden Monaten aufwerten, würde dies die US- Nachfrage auch nach deutschen Maschinen stützen. Die Absatzaussichten sind 2016 allerdings alles andere als rosig, denn preisbereinigt könnten die amerikanischen Bruttoanlageinvestitionen im laufenden Jahr sogar etwas schrumpfen; hier wirken die niedrigen Preise für Energierohstoffe dämpfend auf die Investitionstätigkeit der Energiewirtschaft. — Das Chinageschäft der deutschen Maschinenbauer wird – anders als jenes der Autoproduzenten – (noch) nicht durch einen nennenswerten Aufbau ei- ner lokalen Fertigung vor Ort signifikant geschmälert. Eine zunehmende Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 7 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Herausforderung sind jedoch die chinesischen Maschinenbauer selbst, die im unteren und mittleren Maschinenbausegment immer mehr ernstzuneh- mende Wettbewerber werden; und dies keineswegs nur in China, sondern auch in vielen anderen Regionen und Ländern. Da China für die Moderni- sierung seiner Wirtschaft und Produkte aber gerade auch modernste Ma- schinenlösungen benötigt, wird es in den kommenden Jahren weiterhin gu- ter Kunde des global führenden Herstellers von Spezialmaschinen bleiben. Wie wertvoll chinesische Adressen deutsche Maschinen finden, belegen auch deren jüngste Direktinvestitionen in deutsche Unternehmen. — In Westeuropa haben sich die Absatzaussichten der deutschen Maschinen- bauer im Vergleich zu den Jahren direkt nach dem Beginn der Weltwirt- schaftskrise verbessert. In den letzten Jahren erholte sich die Wirtschaft der meisten Länder etwas, aber immerhin! Einige osteuropäische Länder zeigen sogar eine kräftige konjunkturelle Dynamik. All dies ist erfreulich, da Europa nach wie vor die wichtigste Absatzregion ist. Eine Ausnahme ist – neben der Ukraine – freilich Russland. Das bis vor zwei Jahren noch recht gute Russlandgeschäft belasten die verhängten Wirtschaftssanktionen sowie die (trotz jüngster Aufwärtskorrektur) in längerfristiger Betrachtung immer noch niedrigen Rohstoffpreise, die die Finanzierungskraft russischer Adressen schmälern. Seit dem Auslaufen des letzten Rohstoff-Superzyklus sind von den typischen Rohstoffländern – nicht selten Schwellenländer – noch immer kaum Impulse zu erwarten; trotz jüngster Aufwärtskorrektur. Vorrangige Themen der Rohstoff- und/oder Schwellenländer bleiben 2016 deren Aus- lastungsniveaus der Maschinenparks bzw. der Abbau von Überkapazitäten. Per Saldo dürfte die deutsche Maschinenbauproduktion 2016 mit +0,5% nur wenig zulegen. Rohstoffnahe Bereiche wie Explorationstechnik, Bergbauma- schinen, Gießereimaschinen, Hütten- und Walzwerkseinrichtungen sowie Land- technik dürften unterdurchschnittlich bleiben. Günstiger sind dagegen die Per- spektiven für die Fachzweige Robotik und Automation sowie Verpackungs-, Gummi- und Kunststoffmaschinen. Und – nicht zu vergessen – der Maschinen- bau wird auch in diesem Jahr am Auf- bzw. Ausbau der Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien im In- und Ausland teilnehmen. Man denke nur an den Ausbau der Windenergie oder das Thema Photovoltaik. Für die Gießereiwirtschaft bedeutet all dies, dass im laufenden Jahr von Seiten des Maschinenbaus – in Relation zur Automobilindustrie – weniger positive Wachstumsimpulse zu erwarten sind. Positiver Outperformer Bauwirtschaft stützt Gießereien Seit nunmehr einer Dekade verspürt die deutsche Bauwirtschaft eine Belebung ihrer Geschäftstätigkeit. Dank derer wurde sie zu einem sehr verlässlichen Kun- den der Gießereien. Die Aussichten der heimischen Bauwirtschaft sind im lau- fenden Jahr vergleichsweise günstig, so dass sie erneut zur Stabilisierung der Gießereikonjunktur beitragen sollte. Die Wachstumsbeiträge der einzelnen Baukundengruppen sind dabei keines- wegs gleich. 2 Tatsächlich dürften die Bauinvestitionen seitens des Wohnungs- baus und des öffentlichen Baus mit je 2,8% zulegen und damit merklich stärker als die des Wirtschaftsbaus (+0,6%). Dies ist auch deshalb von Relevanz, weil die Bedeutung des Wohnungsbaus mit einem Anteil von über 59% an den ge- 2 Zu Details vgl. Möbert, Jochen u.a. (2016). Wohnungsbau: Politik trägt nur allmählich zum Abbau des Nachfrageüberhangs bei. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 5. April 2016. S. 10-15. Zu den Hauspreisperspektiven vgl. Möbert, Jochen (2016). Hauspreise: Normalisierung bald abgeschlossen, Überbewertung wahrscheinlich. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 3. März 2016. S. 14-22. Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 8 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen samten Bauinvestitionen weitaus größer als jener der beiden anderen Haupt- gruppen zusammen ist (also knapp 41%). Der Wirtschaftshochbau dürfte auch 2016 die Investitionszurückhaltung des Verarbeitenden Gewerbes und einiger Dienstleistungssektoren zu spüren be- kommen. Etwas besser sind die Perspektiven im Wirtschaftstiefbau, der Impulse vom erhöhten Investitionsbudget der Bahn erhalten sollte. Günstig für den öf- fentlichen Bau ist die Absicht des Bundes, seine Investitionen in Straßen, Was- serwege sowie Schienen in diesem Jahr (und bis 2018) merklich auszuweiten. Der Hochbau sollte Anstöße nicht zuletzt auch von den Sonderfonds des Bun- des für finanzschwache Kommunen bekommen. Der quantitativ dominierende Wohnungsbau bleibt aufgrund eines überaus günstigen Treibers auf Wachstumskurs. Schon heute besteht nämlich auf vielen regionalen Wohnungsmärkten ein großer Nachfrageüberhang mit in der Ten- denz steigenden Wohnungs- und Mietpreisen. Deshalb ist eine Ausweitung des Neubaus und entsprechender Bauflächen dringend erforderlich. Schlagende Argumente dafür sind die nach wie vor hohe Binnenwanderung in die Ballungs- gebiete, die in jüngster Zeit merklich gestiegene Zahl von Flüchtlingen sowie die Mehrnachfrage infolge der günstigen Entwicklung der Beschäftigtenzahlen; die- se setzt nämlich immer mehr Menschen in die Lage, einen eigenen Haushalt zu gründen. Staatliche Anreize – von Sonderabschreibungen in Ballungsräumen bis hin zu zusätzlichen Mitteln für den sozialen Wohnungsbau – sollten zusätzli- che Bauinvestitionen anstoßen. Die Mitte 2015 in Kraft getretene Mietpreis- bremse für Groß- und Universitätsstädte, die „gut gemeint“ erscheint, könnte – je nach tatsächlicher Konkretisierung – allerdings die Investitionsneigung beim Neubau und Sanierungsvorhaben dämpfen. Alles in allem bleibt der Woh- nungsbau in diesem Jahr – und wohl auch auf mittlere Sicht – hinter seinen Möglichkeiten zurück; die eigentlich erforderliche massive Ausweitung des Wohnungsangebots etwa in Ballungsgebieten oder Universitätsstädten wird so wahrscheinlich auf absehbare Zeit (noch) nicht erreicht. Kurzfristig bleiben Preisperspektiven für Metalle verhalten Seitens der Preise für die Basisrohstoffe drohen der Branche 2016 wohl kaum besonders unliebsame Überraschungen. Die Metallpreise sind in den letzten Jahren aufgrund der Wachstumsverlangsamung in China sowie der Abschwä- chung auch im Rest der Welt und schließlich wegen hoher globaler Überkapazi- täten in einigen Segmenten der Metallerzeugung (v.a. Stahl) merklich gesun- ken. Heute noch besteht bei den meisten Industriemetallen aufgrund der zuletzt noch immer recht verhaltenen Weltkonjunktur ein Überangebot. Tatsächlich kommen die Metallerzeuger bei vielen Metallen auch wegen politischer Ein- flussnahme mit Kapazitätsanpassungen nicht zügig genug nach. Beides zu- sammen führte zu der in den Vorjahren nur sehr verhaltenen Metallpreisentwick- lung auf niedrigem Niveau. Die etwas höheren Metallpreise im ersten Quartal 2016 hatten nicht zuletzt zwei Ursachen: erstens, die tatsächlich sehr viel weniger als ursprünglich erwartet „aggressive“ Geldpolitik der amerikanischen Notenbank; zweitens, die spürbare Erholung der Ölpreise bereits im Vorfeld der Doha-Runde am 17. April. Speziell die Eisenerzpreise belebten die saisonale Wiederaufstockung der Lager der Stahlproduzenten in den ersten Monaten 2016 sowie die Produktionsanhebung Chinas nach Beginn des chinesischen Neujahrs. Insgesamt rechnen wir im Jahresdurchschnitt 2016 gegenüber 2015 mit niedri- geren Weltmarktpreisen für Aluminium, Kupfer, Zink und auch Eisenerz. 3 3 Zu Details vgl. Hsueh, Michael/Sporre, Grant (2016a). An early recovery. Deutsche Bank Markets Research. Commodities Quarterly. 22. März 2016. Hsueh, Michael/Sporre, Grant (2016b). Oil positioning at a new high. Deutsche Bank Markets Research. Commodities Digest. 13. Mai 2016. Preisprognose Industriemetalle verhalten 7 USD/t 2015 2016 2017 Aluminium 1664 1538 1595 Kupfer 5512 4619 4725 Blei 1787 1750 1808 Nickel 11864 9063 10250 Zinn 16061 16250 16000 Zink 1931 1734 1813 Eisenerz 55,63 44,25 45,75 Quelle: Deutsche Bank, Stand 13. Mai 2016 Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 9 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Hauptursache sind die immer noch bestehenden Angebotsüberhänge. Preis- dämpfend wirken – je nach Metall – eine zu hohe Metallproduktion und/oder die in den letzten Jahren aufgebauten Metalllager. Erst 2017 sollten die meisten Metalle im Jahresdurchschnitt wieder höher notieren als 2016. Mittelfristig kommt es für die Gießereien auf die Trendfolge an Auf mittlere Sicht sehen sich die Gießereien mit einer Vielzahl von Herausforde- rungen konfrontiert; diese können jedoch gemeistert werden. Zu den Herausfor- derungen zählen neue strukturelle Trends in der wichtigsten Abnehmerbranche, der Automobilindustrie, die steigende Bedeutung von Umweltthemen bis hin zu Recyclingfragen, aber auch die Neuausrichtung im Zuge des digitalen Wandels sowie des Megathemas Industrie 4.0. Autoindustrie: Leichtbaudiktat setzt innovative Gießereitechnologie voraus Die Automobilindustrie ist, wie bereits erwähnt, die mengenmäßig wichtigste Kundenbranche der Gießereien. Das komplexe Gebilde Automobil verlangt für seine Optimierung die unterschiedlichsten gegossenen Bauteile. Grob kann zwischen Eisen- und Stahlgussteilen sowie NE-Gussstücken differenziert wer- den. Zu den wichtigsten FE-Gussteilen im Automobil zählen der Motorblock, die Kurbel- und Nockenwelle, der Turbolader und die Pleuelstangen sowie Gehäuseteile. Eher dem NE-Guss (oft Aluminium und Zink) zuzuordnen sind unterschiedliche Teile wie Kolben, Zylinderkopf, Ventildeckel, Türgriffe, Hebel, Schalter, Gurtaufroller, Zündschloss- sowie Airbagteile. Die Automobilindustrie fragt zunehmend komplett gefertigte Großteile wie vollständige Türen nach; das begünstigt den großformatigen Strukturguss. Freilich kommen auch zunehmend Kunststoffe zum Einsatz, die dazu beitragen sollen, das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren. Der Wettbewerb zwischen den Materialien bleibt intensiv. Der derzeit stattfindende Wandel in der Automobilindustrie und dessen Rele- vanz für die Gießereien offenbart das Beispiel Motor besonders anschaulich. Hier treffen nämlich unterschiedliche Lösungskonzepte aufeinander, die wiede- rum erhebliche Implikationen für die zuarbeitenden Gießereien haben können. Gießereien verbessern Verbrennungsmotoren … Derzeit nimmt der Wettbewerb um „die richtige“ bzw. „zeitgemäße“ Motorenlö- sung zu. Die aufkommende Konkurrenz des Elektromotors und (perspektivisch) eventuell auch der Brennstoffzelle, also alternativer Antriebstechniken, lässt Verbrennungsmotoren auf den ersten Blick als antiquiert erscheinen. Dabei zeigte sich gerade in der Dekade bis 2014, als die Öl- und damit auch Kraft- stoffpreise zeitweise sprunghaft anstiegen, welche Verbesserungsmöglichkeiten die traditionellen Verbrennungsmotoren noch bieten. Auch künftig werden mo- derne Gießereien wertvolle Beiträge liefern, damit nicht zuletzt die kleinen Moto- ren noch leichter und sparsamer werden. Um dies zu erreichen, ist es erforder- lich, die spezifische Motorleistung weiter zu erhöhen. Dies wiederum setzt inno- vative Bauteile voraus, die der höheren mechanischen Belastung und Tempera- tur standhalten können. Hinzu kommt, dass die Motoren den stetig steigenden Emissionsanforderungen in den jeweiligen Ländern entsprechen müssen, in denen die Autos genutzt werden. Nicht zuletzt dank Downsizing wurden neue Motoren bereits in den letzten zehn Jahren im Schnitt um 30% leichter und damit kleiner, erbringen aber gleichwohl spürbar mehr Leistung. Um Gewichtseinsparungen zu erzielen, sind Motoren mit geringerer Wandstärke und damit weniger Material an den Stellen erforder- lich, wo die Belastungsanforderungen dies zulassen. Eine große Herausforde- Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 10 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen rung stellt dabei die steigende Komplexität der Anforderungen an den Motor- block dar. Die zunehmenden Aufgaben erfordern wiederum maximale Präzision und extreme Genauigkeit der Gussformen und damit Gießprozesse. Da der Guss von Serienmotoren in der Praxis typischerweise mehrere hunderttausend bis Millionen Mal erfolgt, sind zur Vermeidung unliebsamer Zusatzkosten vorab vielfältige Gusssimulationen und Testmotoren nötig. All dies können die Gieße- reien nur mittels einer intensiven Zusammenarbeit der Gießereiingenieure, Mo- dellbauer, Facharbeiter, Gießerei- und Industriemechaniker sowie Mechatroni- ker und Qualitätsprüfer erbringen. … aber E -Mobilität bringt neue Herausforderungen Die Elektromobilität findet zunehmend Anklang in Politik und Gesellschaft. Nicht zuletzt ist er ein Kernbestandteil der Vision von einer emissionsfrei(er)en Mobili- tät. Wird nämlich der Strom auf regenerativen Wegen (z.B. mittels Wind- oder Solaranlagen) gewonnen und dient dann als einzige Energiequelle für das Au- tomobil, belastet das eigentliche Fahren künftig die Umwelt tatsächlich spürbar weniger als heute. Kein Wunder also, dass in vielen Ländern mittlerweile Initiati- ven in Richtung E-Mobilität gestartet wurden bzw. werden. Deutschland gab bekanntlich bereits vor einiger Zeit das ehrgeizige Ziel aus, bis 2020 eine Million E-Autos auf seinen Straßen unterwegs zu haben. Da zu Jahresanfang 2016 von den insgesamt zugelassenen 45 Mio. Pkw aber erst 25.500 E-Autos und 130.000 Hybride waren, sah sich die Politik zuletzt unter Zugzwang. Ende April 2016 wurde in Deutschland ein Gesamtpaket zur Förderung der E- Mobilität verabredet, das dazu beitragen soll, den mengenmäßigen Durchbruch bei neuen technologischen Lösungen zu beschleunigen. Fraglich ist zwar, ob das Paket die umweltpolitisch beste und/oder kostengünstigste Lösung darstellt. Aufgrund der erheblichen bereitgestellten Mittel könnte es aber tatsächlich die nunmehr avisierte rasche Marktdurchdringung von 500.000 E-Autos erreichen. Bund und Autoindustrie stellen je EUR 600 Mio. für Kaufprämien zur Verfügung. Ausgenommen sind Autos, deren Basismodell bereits über EUR 60.000 kostet. Die Prämie für Käufer rein batteriegetriebener E-Autos beträgt EUR 4.000, jene für Plug-In-Hybride mit integriertem Verbrennungsmotor EUR 3.000; Bund und Industrie tragen je die Hälfte. Das Programm soll spätestens Ende 2019 auslau- fen; es gilt aber das Windhundverfahren, so dass die Fördersumme wohl schon sehr viel eher aufgebraucht sein könnte. Weitere EUR 300 Mio. gewährt der Bund für die Etablierung einer flächendeckenden Stromlade-Infrastruktur mit rund 15.000 Ladestellen; darunter solche für das schnelle Laden entlang von Fernstraßen. Zudem sollen bereits ab 2016 20% der Neuwagen des Bundes E- Autos sein. Für die deutsche Gießereiindustrie bringt die aufkommende und fortschreitende E-Mobilität schon deshalb vielfältige Herausforderungen, weil der Elektromotor – zumindest auf den ersten Blick – ihr bisheriges Kerngeschäft mit der Automobil- industrie, den Verbrennungsmotor, in seiner Existenz bedroht. Da die E- Elektro gewinnt global Anteile am Autoabsatz (Angabe in %) 8 2014 2020 2025 2030 Vollhybrid Automobile 2,4 6,8 8,0 9,0 Plug - in - Hybrid - Automobile 0,2 1,4 3,5 6,0 Batterieelektrische Automobile 0,3 0,8 2,2 4,1 Summe 2,8 9,0 13,7 19,1 Diesel 20,4 19,0 18,3 17,9 Benzin 76,8 72,1 68,0 63,0 Quelle: Deutsche Bank, Continental, LMC Automotive Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 11 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Mobilität eine veränderte Antriebstechnologie erfordert, müssen die Gießereien ihre Fertigungsverfahren und Werkstoffauswahl anpassen. Freilich stehen sie bezüglich ihres jeweiligen Lösungskonzepts in direkter Konkurrenz zueinander. Wichtig und günstig für die Gießereien ist dabei derzeit noch das globale Zu- sammenspiel der Marktkräfte. Denn zumindest auf Sicht der nächsten 10 Jahre nimmt die globale Autonachfrage weiter merklich zu. Freilich vor allem in den Regionen, wo die Pkw-Dichte derzeit noch relativ niedrig ist; also in den bevöl- kerungsreichen Ländern Asiens (vor allem auch China, Indien, ASEAN) oder auch in Osteuropa (selbst in Russland nach Auslaufen der aktuell noch beste- henden Sanktionen). Diese globale Mengenexpansion, überwiegend noch auf Basis traditioneller Verbrennungsmotoren, überlagert wohl in ihrer positiven Wirkung für die Gießereiindustrie die steigende Konkurrenz seitens der E- Mobilität. Das heißt, der Anteil der Elektromobilität wird in vielen wichtigen Au- tomärkten (auch dank großzügiger Förderung) zunehmen, gleichzeitig legt der gesamte Pkw-Absatz weiter stark zu, so dass in zehn Jahren in absoluter Be- trachtung mehr Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor produziert und verkauft wer- den als heute. In der kommenden Dekade dürfte der Anteil der reinen batterieelektrischen Au- tos an allen gefertigten Fahrzeugen global wohl nicht mehr als einen einstelligen Anteil erreichen. Hinzu kommt, dass die derzeitige Elektrifizierung des Antriebs in den meisten Fällen den Verbrennungsmotor sogar begünstigt. Denn viele Hersteller setzen auf Hybrid-Fahrzeuge, in denen der Elektro- mit einem Benzin- bzw. Dieselmotor kombiniert wird. Doch selbst in dem Falle, in dem zu den rei- nen E-Autos auch jene mit Hybridlösung (Voll-Hybride und Plug-in-Hybrid- Autos) hinzuaddiert werden, dürfte deren Summe am Ende der Dekade bis 2025 erst 14% des Gesamtabsatzes erreichen. 4 Gleichwohl impliziert dies im- merhin, dass bis dahin in der relativ ehrgeizigen Region Europa womöglich be- reits mehr als jedes dritte neue Automobil über einen zumindest teilelektrischen Antrieb verfügt. Damit würde dem E-Antrieb der Übergang von der Nische in den Massenmarkt gelingen. Für Gießereien impliziert die auf mittlere Sicht noch keineswegs stattfindende vollständige Verdrängung des Verbrennungsmotors durch vollelektrische An- triebe, dass sie auch weiterhin die bis dato bekannten und bewehrten konventi- onellen Gussteile für Verbrennungsmotoren fertigen werden. Die Hybridfahr- zeuge erfordern jedoch zusätzliche Lösungen für den Elektroantrieb. Da näm- lich der Elektroantrieb von Hybridfahrzeugen – ähnlich wie der der reinen Elekt- rofahrzeuge – gekühlt werden muss, sind Motorengehäuse mit Wasserkühlung zu entwickeln. Überdies werden Downsizing und Leichtbau noch dringendere und anspruchsvollere Megathemen der Branche als bisher – auch dies mit dem Ziel, den Kraftstoffverbrauch bzw. die CO 2 -Emissionen der Fahrzeuge zu sen- ken. Der Leichtbau umfasst dabei alle Automobilelemente, angefangen vom Motor bis hin zu der Karosserie. Nicht zuletzt sind für reine E-Autos – noch mehr als für Hybride – neue, sichere und belastbare Gehäuse für die Batterien und die E-Motoren zu entwickeln und danach auch zu fertigen. Umweltthemen werden für Gießereien noch wichtiger Der Trend zum Leichtbau – insbesondere im Fahrzeugbau – ist ein wichtiger Umweltaspekt. Überdies sind aber noch sehr viel mehr Umweltthemen von stei- gender Relevanz für die Gießereien. Man denke nur an den global an Bedeu- tung gewinnenden Trend hin zu erneuerbaren Energiequellen oder der Trend zur Ressourcenschonung mittels Recycling. 4 Zu den Perspektiven der Elektromobilität vgl. auch Lache, Rod u.a. (2014). Pricing the Car of Tomorrow. Deutsche Bank Markets Research. FITT-Report. 15. Dezember 2014. Insb. S. 18-20. 25 30 35 40 45 50 55 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Materialverbrauch in Gießereiindustrie 9 %, Anteil Materialverbrauch am Bruttoproduktionswert, 1995-2013 Quelle: Statistisches Bundesamt 0 10 20 30 Industrie gesamt Gießereien Automobilindustrie Maschinenbau Energie Personal %, Anteil am Bruttoproduktionswert, 2013 Quelle: Statistisches Bundesamt Kostenbelastung ausgewählter Branchen 10 Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 12 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen Recycling der Gießereien erspart Energie und schont die Umwelt Metalle haben den natürlichen Vorteil, dass sie infolge ihrer Nutzung nicht „un- tergehen“, sondern im Prinzip zu 100% recycelbar sind. Die Gießereiindustrie nutzt diesen Materialvorteil der Metalle nicht nur, weil er Kosten spart. 5 Für die Wiederverwendung von Altmaterialien spricht zumindest viererlei: Erstens resul- tiert ein positiver Umweltnutzen, da metallische Rohstoffvorkommen geschont, weil nicht abgebaut werden müssen. Zweitens werden die Altmaterialien nicht kostspielig endgelagert, sondern dem Stoffkreislauf wieder zugeführt. Drittens erfordert der Recyclingprozess, d.h. die Sekundärproduktion, in der Regel weit- aus weniger Energie als die Primärproduktion; man denke nur an die im Ver- gleich zur Gewinnung von Primäraluminium aus Bauxit wesentlich weniger Energie erfordernde Erzeugung von Sekundäraluminium. Dies ist auch deshalb so wichtig, weil in Deutschland bekanntlich die Energiepreise für Metallprodu- zenten und -verarbeiter im internationalen Vergleich recht hoch sind. 6 Hinzu kommt, viertens, dass – zumindest in relativ ressourcenschwachen Ländern – der Ferntransport der Metalle (z.B. Kupfer aus Chile, Papua-Neuguinea oder künftig der Mongolei) vermindert bzw. völlig unterbleiben kann, was wiederum per Saldo zweifelsohne einen großen Umweltnutzen hat. Da der recycelte Me- tallschrott oftmals in anspruchsvolleren und innovativeren Produkten als zuvor eingesetzt wird (z.B. in Form zeitgemäßer Bauteile für Neufahrzeuge oder Ma- schinen), kann auch von einem über das eigentliche Recycling hinausgehenden Upcycling gesprochen werden; insofern ist die Gießereiindustrie ein unverzicht- barer Kernbestandteil eines volkswirtschaftlich und umweltpolitisch überaus wertvollen Veredelungsprozesses. Gießereien ermöglichen insofern einen ge- wissen “upgrade“ der industriellen Fertigung, der Bauwirtschaft und auch vieler Konsumgüter. Gießereien bleiben Wegbereiter des globalen Umwelttrends zu Erneuerbaren Zeitgemäße Energieformen wie die Windenergie sind ohne moderne Gussteile schier nicht vorstellbar. Kernbestandteile moderner Windkraftanlagen sind Ge- triebe, Naben und Wellen. Diese wiederum liefern Gießereien zu. Als Daumen- regel gilt, dass eine Windanlage je Megawatt installierter Leistung etwa 20 Ton- nen Guss erfordert. 7 Für deutsche Hersteller ein Vorteil sind die hohen metallur- gischen Anforderungen an die Guss-Komponenten, da sie – insbesondere im Offshore-Bereich – starken Windbelastung sowie unsicheren klimatischen Be- dingungen ausgesetzt sind. In der Windbranche finden viele Trends gleichzeitig statt. Einerseits ist der Trend zu großen Multimegawattanlagen ungebrochen; andererseits gibt es allerdings auch einen Trend zu kleinen, aber dennoch rela- tiv effizienten Anlagen – nicht zuletzt in den sich noch entwickelnden Ländern mit vielerorts noch geringer Stromnetzdurchdringung. Für die Gießereien kommt 5 Im Unterschied zu den Industriemetallen finden die von den Gießereien mehrfach genutzten anderen Mineralrohstoffe wie Sand als Sekundärrohstoffe zum Beispiel in der Zementherstellung oder im Straßenbau eine Weiterverwendung. 6 Die in Deutschland relativ hohen Energie- und Personalkosten belasten die heimischen Gieße- reien stärker als das gesamte Verarbeitende Gewerbe. Der Personalkostenanteil der Gießereien erreichte 2013 nämlich 25,5% und der Energiekostenanteil (jeweils am Bruttoproduktionswert; letzte verfügbare Zahlen) immerhin 5,8%; beide liegen somit jeweils weitaus höher als im Indust- riedurchschnitt (17,5% bzw. 2,1%). Aufgrund des hohen Energiekostenanteils traf der scharfe Anstieg der Energiepreise in der vorigen Dekade die Gießereien besonders stark. Die Energiein- tensität (definiert als der Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung) expandierte – insbe- sondere infolge der scharfen Verteuerung der fossilen Energien und damit auch des Stroms – von 9,5% im Jahr 2000 auf 19,8% in 2009. Und 2013 erreichte die Intensität immerhin noch gut 18,4% und war damit ein weiterhin schwerer Kostenblock für die deutschen Gießereien. Die Hälf- te der Energiekosten der Gießereien entstammt typischerweise dem reinen Schmelzenergiebe- darf; die restliche Hälfte absorbieren u.a. Bearbeitungsprozesse, Lokation und Transport. Zu wei- teren Details vgl. Wichtmann, Norbert. Kosten und Kostenstruktur der deutschen Gießerei- Industrie 2013. BDG Report. Ausgabe 3. 2015. S. 44-52. 7 Vgl. BDG. Aufbruch in eine starke Zukunft. Youcast. Ausgabe 4. 2015. S. 11. 48,5 13,5 9,5 4,3 4,1 20,1 CN US DE BR IN Sonstige China bei neu installierten Windkraftkapazitäten auf Platz 1 11 % Anteil der neu installierten Wind - kraftkapazitäten weltweit, 2015 Quelle: GWEC Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 13 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen es dabei darauf an, ihre Beiträge in der Wertschöpfungskette immer wieder neu zu hinterfragen. Wo möglich bzw. nötig, sind in Abstimmung mit den Zulieferern und Kunden die einzelnen Gussteile zu modernisieren, zu optimieren und gege- benenfalls auch Innovationen zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Der Trend zu den Erneuerbaren gibt damit den Gießereien nachhaltige Impulse. Das ist auch deshalb erfreulich für die Gießereien, weil sich Erneuerbare in im- mer mehr Ländern steigender Beliebtheit erfreuen, wobei staatliche Förderung in der Regel eine große Rolle spielt. Waren es in den ersten Jahren einzelne europäische Länder wie Dänemark und Deutschland, die das stärkste Volu- menwachstum verzeichneten, folgten bald auch einzelne US-Bundesstaaten und später China. 2015 war China bei Wind-Neuinstallationen erneut führend, mit einem Weltmarktanteil von 48,5% sogar dominant; also klar vor den USA (13,5%), Deutschland (9,5%), Brasilien und Indien (je 4%). 8 Und kürzlich hat selbst das Öl-Superland Saudi-Arabien eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien beschlossen. All das verspricht auf mittlere Sicht weiteres Volumen- wachstum für die Windkraft und damit nachhaltige Wachstumsimpulse für die Gießereiwirtschaft. Ein regulatorisches Risiko resultiert jedoch daraus, dass sich die Förderung entsprechender Anlagen verändern kann. Digitaler Wandel und Industrie 4.0 fordern Gießereien Für die Gießereiindustrie ist das Thema einer besser vernetzten Fertigung im Unternehmen sowie in den Zuliefer- und Abnehmerketten kein wirkliches Neu- land. Ganz im Gegenteil: Seit jeher arbeiten die Gießereien nämlich intensiv an der Verbesserung ihrer jeweiligen Wertschöpfungsketten und versuchen, über intensivierte Kundenbeziehungen ihren Mehrwert zu steigern. Optimierungsfra- gen und deren Lösungen waren insofern stets ein Kernbestandteil ihrer über viele Jahre praktizierten Erfolgsstrategie. Gleichwohl eröffnet der sich nun voll- ziehende digitale Wandel, der in den letzten Monaten und Jahren hohe Dynamik entfaltet, eine Vielzahl neuer Möglichkeiten rund um und in den etablieren Wert- schöpfungsketten, die es zu nutzen gilt. Dabei bieten sich von Fall zu Fall unter- schiedliche Anpassungsoptionen an. In Einzelfällen können revolutionäre Um- wälzungen in den Fertigungsabläufen stattfinden; aber in der Regel sind wohl eher evolutionäre Fort- und Weiterentwicklungen der Zulieferer-, Produktions- und Kundenketten zu erwarten. Der digitale Wandel kommt für die Gießereien zur rechten Zeit. Er bietet nicht nur neue bzw. effizientere Lösungen für die Optimierung der industriellen Ferti- gung. Er öffnet auch neue Möglichkeiten, den sich ändernden Kundenanforde- rungen Rechnung zu tragen. Ging der Trend zu Beginn und im Reifeprozess der Industrialisierung hin zur Massen- bzw. Serienfertigung, so sind in den letzten Jahren – und in naher Zukunft zunehmend – immer öfter Kleinserien bzw. kun- denindividuelle Einzelfertigungen gefragt. Ein wichtiger Grund dafür ist die stei- gende globale Wohlfahrt, die keineswegs nur in den Industrie- und Schwellen- ländern zu beobachten ist. Individualität und damit Einzelfertigung erhöht zwar die Kosten, aber immer mehr Kunden können es sich leisten und fordern es auch. Offensichtlich sind diese neuen Trends nicht zuletzt in wichtigen Kundengrup- pen der Gießereien wie dem Fahrzeug- und dem Maschinenbau. So kann die Automobilindustrie dank Digitalisierung sprunghafte Fortschritte in der Massen- fertigung erzielen und zeitgleich auch immer öfter kundenindividuelle Lösungen bis hin zu „Unikaten“ offerieren. Der deutsche Maschinenbau, ein weiterer wich- tiger Kunde der Gießereien, hatte schon immer einen Fokus auf kundenindivi- duelle Spezialanfertigungen. Gerade hier konnte er trotz Lohnkostennachteil gegenüber Serienanbietern in Ländern mit geringeren Arbeitskosten gut beste- 8 Vgl. GWEC (2016). Global Wind 2015 Report. April. S. 13. 33,6 17,2 10,4 5,8 5,3 27,7 CN US DE IN ES Sonstige China führend im Windmarkt 12 % Anteil der kumulierten Windkraftkapazitäten, 2015 Quelle: GWEC Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 14 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen hen. Die Digitalisierung ermöglicht den deutschen Herstellern nun die Vor- sprünge in vielen Maschinenbautechnologien auch in Kleinserien zu offerieren. Um an diesen Megatrends zu partizipieren, kommt es für die zuliefernden Gie- ßereien darauf an, sich in die neuen Wertschöpfungsketten noch gezielter ein- zufügen als bisher. Hier hilft den Gießereien nicht zuletzt, die Digitalisierung nicht nur zu beobachten, sondern deren viele neuen Möglichkeiten für eine effi- zientere und kundenorientierte Fertigung selbst zu nutzen. Eine ganze Reihe deutscher Gießereien und deren Verbandsorganisationen haben die neuen Trends früh erkannt, und einige Unternehmen sind bereits vollintegriert. 9 Die enge Interaktion mit den Kunden und Lieferanten bei der Etablierung der neuen Wertschöpfungsketten bringt viele Vorteile. Zwar sind zunächst recht hohe In- vestitionen in die neuen Technologien erforderlich. Ferner bindet die Digitalisie- rung auch Kapazitäten in den F&E-Abteilungen sowie im Management; dies stellt gerade für kleinere Betriebe eine große Herausforderung dar. Nach den Anfangsinvestitionen in die neuen Technologien sinken jedoch die Kosten der Gießereien per Saldo; dies wiederum macht sie wettbewerbsfähiger und ihre Produkte noch interessanter für die Kundenbranchen. Gießereien helfen Industriekunden wie der Autoindustrie bei der Transformation Aktuell nehmen die Herausforderungen für die Gießereien aufgrund von Neu- ausrichtungen infolge neuer Technologien und der zunehmenden Digitalisierung nicht zuletzt in den Hauptabnehmerindustrien Automobilindustrie und Maschi- nenbau weiter sprunghaft zu. Neben der geschilderten evolutionären Entwicklung hin zur E-Mobilität dürften vielfältige Innovationen das Autofahren an sich revolutionieren. Mit dem Trend hin zu autonomen Fahrzeugen, die also (freilich anfangs „nur“ fast völlig) fahrer- los fahren, verändern sich auch Gestalt und Ausstattung der Automobile. Dies erfordert bei den Gießereien vielerlei Neujustierungen, bietet aber auch Chan- cen. Eine rechtzeitige Einbindung der Gießereiwirtschaft in den Transformati- onsprozess der Fahrzeugindustrie sowie den damit einhergehenden digitalen Wandel der Mobilität ist für beide Seiten von Vorteil, somit eine klassische Win- win-Situation, bei der für beide Seiten Mehrwert generiert wird: Auf der einen Seite lernen die Gießereien schnell, wo die neuen Anforderungen liegen; z.B. bezüglich der Karosserie und anderer Bauteile. Auf der anderen Seite können sich deshalb die Autoproduzenten auf ihre Kernkompetenz konzentrieren, also die Fertigung sicherer, energieeffizienter und attraktiver Fahrzeuge. Gießereien unterstützen Maschinenbau beim „Upgrade“ Der heimische Maschinenbau, ein bekanntlich ebenfalls sehr wichtiger Gieße- reikunde, wird von der sich derzeit vollziehenden Zeitenwende in praktisch allen Industriezweigen, die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ subsumiert wird, ganz besonders begünstigt: — Zum einen profitieren die Mittelständler davon, dass der Standort Deutsch- land über mindestens drei Vorteile verfügt: erstens eine fortschrittliche Elektrotechnikindustrie, zweitens eine global führende Automatisierungs- technik sowie, drittens, besondere IT-Kompetenzen. Dank der vierten in- dustriellen Revolution, d.h. der 4.0-Integration in der völlig vernetzten Fabrik der Zukunft, sind deshalb überaus variantenreiche, flexible und maßge- schneiderte Maschinenlösungen auch in Kleinserien möglich. Das dürfte deutsche Maschinen noch vielfältiger und damit attraktiver machen. 9 Zu Beispielen für bereits intelligente Gießereien im digitalen Wandel vgl. diverse Beiträge in BDG. Industrie 4.0. Dialog der Maschinen. BDG Report. Ausgabe 2. 2015. S. 2-52. Mittelständische Gießereien meistern Herausforderungen 15 | 17. Juni 2016 Aktuelle Themen — Zum anderen begünstigt die deutschen Maschinenbauer die global steigen- de Nachfrage nach 4.0-Lösungen und damit fortschrittlicher Automatisie- rungstechnik. Ein gutes Beispiel für diesen globalen Megatrend und seine Bedeutung für deutsche Unternehmen sind aktuell die USA. 10 Für die dort angestrebte Re-Industrialisierung, d.h. die Wiederbelebung bzw. den Auf- holprozess der amerikanischen Industrie, sind deutsche Industrie- bzw. Ma- schinenlösungen von großer, vielleicht sogar entscheidender Bedeutung. Per Saldo und ganz generell wird somit durch die Interaktion von Mensch und Maschine bzw. Digitalisierung, Automation und Robotik Fortschritt für alle, also weltweit generiert. Für den derzeit stattfindenden „Upgrade“ des Maschinenbaus liefern moderne deutsche Gießereien unverzichtbare Bausteine. Dies hilft den Maschinenbau- ern, den steigenden Anforderungen seitens ihrer Kunden gerecht zu werden. Insofern sind Gießereien systemrelevant und schaffen beträchtlichen Mehrwert. Gießereien sind also nicht nur Modullieferant, sondern Kernbestandteil der künf- tig dank Digitalisierung und 4.0-Integration voll integrierten Wertschöpfungsket- ten der unterschiedlichsten Maschinenbaufachzweige. All das macht die neu entstehende Industriewelt, in der die intelligente Fabrik der Zukunft keine Fiktion mehr ist, sondern immer größere Aufgaben bewältigt, interessant und auch volkswirtschaftlich attraktiv. Doch ohne moderne Gieße- reien wäre die digitale Transformation der Industriegesellschaft(en) wohl kaum so praktikabel, einfach und überzeugend zu bewältigen. Fazit: Gießereien kurzfristig belastet; mittelfristig wieder aufwärts Auf Jahressicht geht die Fertigung der Gießereien wohl etwas zurück. Auf mitt- lere Sicht sind die Aussichten der Gießereiindustrie aber bereits wieder günsti- ger. Die Branche bekommt es in den kommenden Jahren zwar mit einer Reihe großer Herausforderungen zu tun. Nach unserer Einschätzung dürften die deut- schen Gießereien diese allerdings dazu nutzen, um sich noch besser gegen- über ihren Kunden als kompetente Problemlöser zu präsentieren. Schon heute zeichnen sich erste überzeugende Lösungsansätze ab. Unübersehbar sind Zu- kunftskonzepte für den Fortschritt in der Automobilindustrie (von Leichtbau bis hin zur E-Mobilität), Beiträge zur Beantwortung immer wichtiger werdender Um- weltfragen (von Recyclingfortschritten bis hin zur Expansion der regenerativen Energien) aber auch Hilfestellungen für die Kundenbranchen hinsichtlich der Bewältigung des digitalen Wandels sowie der Transformation der Produktions- und Wertschöpfungsketten. Nach unserer Einschätzung sollte es den Gießerei- en im Zeitraum 2017 bis 2020 gelingen, auf den bislang erreichten Wachstums- pfad zurückzukehren. Ein jährliches Produktionswachstum um 2% erscheint mittelfristig durchaus realisierbar. Dafür sprechen im Betrachtungszeitraum auch die ebenfalls günstigen Aussichten der wichtigen Abnehmerbranchen Automo- bilindustrie, Maschinenbau sowie Bauwirtschaft. Freilich werden die Gießereien auch in Zukunft immer eingebunden bleiben zwischen der Metallseite und ihren Kundenbranchen. Diese Position macht die Branche aber auch unverzichtbar und damit systemrelevant. Wird die Wettbe- werbsfähigkeit der deutschen Gießereien auch künftig nicht artifiziell untermi- niert, z.B. durch unangemessene politische Weichenstellungen wie zu hohe Energiepreise, bleiben die Perspektiven der Branche auch am Standort Deutschland günstig. Für den Industriestandort ist dies ein Segen. Josef Auer (+49 69 910-31878, josef.auer@db.com) 10 Vgl. Jahn, Thomas. Die USA feiern ihr Comeback. Handelsblatt (HB). 19. April 2016. S. 6/7. Wocher, Martin. Comeback der USA – made in Germany. HB. 21. April 2016. S. 20/21. Fokusthema D eutschland Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marketing 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com  Ausblick Deutschland: Wachstums - und Fiskalausblick: Risiken bleiben (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ......... 3. Jun i 2016  Deutsche Industrieproduktion: Gutes erstes Quartal, aber kein stabiler Aufwärtstrend ( Aktueller Kommentar ) ................................ ....................... 20. Mai 2016  Ausblick Deutschland: Wie die Rente finanzieren? (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ........ 12. Mai 2016  Ausblick Deutschland: Solides Wachstum, aber Probleme bei Export und Bau (Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ ......... 5. April 2016  Ende der goldenen Zeiten für Ö lstaaten dämpft auch 2016 das deutsche Exportwachstum ( Aktueller Kommentar ) ................................ ..................... 1 5 . März 2016  Q4 2015: Starker Schlussspurt in der Kreditvergabe, robuste deutsche Konjunktur ( Monitor Unternehmensfinanzierung ) ................................ . 1. Juni 2015  Ausblick Deutschland: Wachstum 2016: Exportindikator dämpft, Binnenwirtschaft läuft dank Staat und Bau ( Aktuelle Themen – Konjunktur ) ................................ ........ 3. März 2016  Deutsche Industrieproduktion enttäuscht zum Jahresende und startet 2016 mit Hypothek ( Aktueller Kommentar ) ................................ ................ 16. Februar 2016  Ausblick Deutschland: Kräftiger Gegenwind für deutsche Exportwirtschaft trotz Euroabwertung (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ...... 30. März 2015  Einheit in Vielfalt? Trends & Treiber von Immobilienbesteuerung in Europa und Deutschland (Research Briefing – Deutschland ) ................................ .. 26 . März 2015  Unternehmensfinanzierung & Konjun ktur in Deutschland (Monitor Unternehmensfinanzierung) ................................ 4. März 2015  Ausblick Deutschland: Höheres Wachstum und Löhne, Sparer weiter vorsichtig (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ........ 2. März 2015  Ausblick Deutschland: Höheres Wachstum und Löhne, Sparer weiter vorsichtig (Aktuelle Themen – Konjunktur) ................................ ........ 2. März 2015 © Copyright 2016. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. 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