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11. Januar 2023
Aufgrund verbesserter Vorlaufindikatoren, umfangreicher Fiskalpakete und des weiterhin robusten Arbeitsmarkts erwarten wir in Deutschland nun eine milde Rezession im Winterhalbjahr 2022/23. Nach -1% im Jahr 2023 erwarten wir einen BIP-Zuwachs von rund 1% im Jahr 2024. Basiseffekte bei Energie- und Rohstoffen dürften die Inflation noch etwas weiter fallen lassen, doch könnten sie Zweitrundeneffekte über dem EZB-Zielwert von 2% halten. Wir erwarten eine jahresdurchschnittliche Inflationsrate von rund 7% im Jahr 2023 und fast 4% im Jahr 2024. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen in Q3 2022 um 4,9% gegenüber Q3 2021. Dies impliziert für die letzten Monate wohl bereits fallende Preise. Für das Jahresende 2023 erwarten wir für die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen einen Anstieg auf 3,6%. Angesichts noch etwas höherer Zinsen im Laufe des Jahres dürfte die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland weiter nachgeben. [mehr]
5 Autor en Inter net Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 1 / 20 2 3 1 1 . Januar 20 2 3 Aktuell und Prognosen Ausblick 2023 Zinsen deutscher Banken: Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (letzter Wert = November 2022) 3 , 5 % DB - Prognose: Inflation im Jahr 20 2 3 ( Jahresdurchschnitt ) 7 , 1 % DB - Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 202 3 ( Jahresdurch schnitt ) - 1 ,0 % Arbeitslosenquote , saisonbereinigt ( letzter Wer t = Dez . 202 2 ) 5 , 5 % Quelle: D eutsche B ank Research - Ausgehend von den tiefen Niveaus im Herbst verbes serten sich in den letzten Monaten wichtige Vorlaufindi katoren wie die PMIs und der ifo - Index. Die umfangrei chen Fiskalpakete dürften den privaten Konsum weiter hin stützen . Der Arbeitsmarkt hält sich robust. - Daher erwarten wir nun eine milde Rezession im Jahr 2023. Vor allem im Winter dürfte die Wirtschaft schrumpfen und sich erst in der Folge etwas erholen, wobei aufgrund der erwarteten US - Rezession und der geopolitischen Gemengelage der Ausblick getrübt ble ibt. Nach - 1% im Jahr 2023 erwarten wir einen BIP - Zuwachs von lediglich rund 1% im Jahr 2024. - Im Dezember erhöhten sich die Verbraucherpreise um 8,6% ggü. Vj., nach noch 10% im November aufgrund der einmalig vom Staat übernommen en Abschlagszah lungen für Gaskunden . Basiseffekte bei Energie - und Rohstoffen dürften die Inflation in den kommenden Mo naten weiter fallen lassen. Jedoch dürften Zweitrunden effekte die Inflation über dem Ziel wert von 2% halten . - Wir erwarten eine jahresdurchschnittliche Inflationsrate von rund 7 % im Jahr 202 3 und fast 4% im Jahr 2024 . - Laut Destatis stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Q 3 202 2 um 4 , 9 % gegenüber Q 3 202 1 . Dies impliziert für die letzten Monate wohl bereits fallende Preise. - Die 10 - jährigen Bundrenditen erhöhten sich kräftig von rund - 0,4% im Dezember 2021 auf aktuell 2 ¼ % . Dies trieb die Volatilität im Anleihemarkt deutlich nach oben. D ie hohe Inflation und die erwarteten Zinsanhebungen der EZB haben die Renditen tendenziell erhöh t , wäh rend die drohende Rezession die Renditen dämpfen . - Im Zuge dieser Entwicklung verteuerten sich die 5 - 10 - jährigen Hypothekenzinsen von rund 1,2% im Dezem be r 2021 auf 3,5 % im November 2022 . Für das Jahres ende 202 3 erwarten wir 3 , 6 % . -6 -3 0 3 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP - Wachstumstreiber % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -3 0 3 6 9 11 13 15 17 19 21 23 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Gesamt - und Kerninflation % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 1 /20 2 3 © Copyright 2023. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Der Zinsschock reduziert das künftige Wohnungsange bot. Unsere Berechnungen legen nahe, dass im Jahr 2022 nur 2 79 . 6 00 und im Jahr 2023 nur 246.000 Woh nungen fertiggestellt werden. - Nachfrage zieht kräftig an. Wanderungssaldo betrug im Jahr 2021 329.000 Personen. Ukrainische Flüchtlinge kurbeln Wohnungsnachfrage weiter an. Einwohnerzahl könnte über die Dekade fast 8 6 Mio. erreichen . - Angebotsknappheit dürfte wohl noch über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, fortbestehen. - Im Zuge des starken Zinsanstiegs normalisierte sich die Erschwinglichkeit. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) liegt in Q4 2022 aufgrund der kräftig gestiegenen Zinsen bei rund 95 (Q4 2021: 33,7 und Tiefpunkt Q4 2020: 28,1). - Angesichts noch etwas höherer Zinsen im Laufe des Jahres dürfte die Erschwinglichkeit weiter nachgeben . - Das von uns erwartete Hypothekenzinsniveau von 3,6% würde ceteris paribus den Indexstand in Q1 auf über 100 erhöhen. Hinweis e : (1) H öher er Index wert (rote Linie) = niedrigere E rschwinglich keit . (2) E s bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschafts kraft, P reis e n und der Erschwinglichkeit . (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus - / Wohnungspreise inkl. Zins kosten ohne Tilgung relativ zum verfügb aren Haushalts einkommen pro Kopf. CO 2 -Bepreisung trifft Mieter und Vermieter - CO 2 -Preise werden ab dem Jahr 2023 nach einem Stu fenmodell entsprechend des Sanierungsgrades zwi schen Mieter und Vermieter geteilt. - Bei Wohngebäuden mit hohen Emissionen trägt der Vermieter bis zu 95% der CO 2 -Preise. Bei emissionsar men Gebäuden trägt der Mieter die Kosten komplett . - Unseren Berechnungen nach dürften die zusätzlichen Kosten bei W ohngebäuden mit hohen Emissionen in etwa 1 - 5% der Bruttomieten betragen. - Schon heute kann das einen beträchtlichen Anteil der Marge des Vermieters ausmachen. Details finden Sie in unserem Jahresausblick 2023 . 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte D-Städte DE Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 0 50 100 150 200 250 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Wohneigentum im Normalisierungsmodus y - Achse: 2005=100 0 1 2 3 4 5 0 5 10 15 20 2023 CO 2 - Kosten für Vermieter bei Gebäuden mit hohen Emissionen y - Achse: Kostenanteil in % der Bruttomiete p.a. x - Achse: Miete pro Quadratmeter Quelle: Deutsche Bank Research
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