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20. März 2015
Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland der Bau von rund 285.000 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht einem Plus von 5,4% gg. 2013. Damit setzt sich der seit 2009 andauernde Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen fort. Die Bauzinsen waren 2014 weiter rückläufig und lagen im Durchschnitt des 4. Quartals bei 2,2%. Insgesamt dürfte Baugeld auch 2015 außerordentlich günstig bleiben. Die deutsche Konjunktur expandierte im 4. Quartal 2014 um 0,7% gg. Vq. Für 2015 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 2%. Die Bauinvestitionen dürften insgesamt erneut stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen und um rd. 2,7% zulegen (2014: 3,6%). [mehr]
Marktausblick Baufinanzierung DB Research Management Autor Internet Ralf Hoffmann Patricia Wruuck | patricia.wruuck@db.com | Tel.: +49 69 910-31832 http://dbresearch.de Marktausblick Baufinanzierung Immobilienmarkt Deutschland Q2/2015 20.03.2015 2014 Ausblick 2015 Zinsen deutscher Banken – Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (2014: Jahresdurchschnitt) 2,5 % Inflation 0,9 % Wirtschaftswachstum 1,6 % Arbeitslosenquote ( saisonbereinigt ) 6, 7 % Quelle: Deutsche Bank Research — 2014 beendete die deutsche Konjunktur mit einem star- ken 4. Quartal (+0,7% gg. Vorquartal nach +0,1% in Q3). Haupttreiber waren der private Konsum, befördert durch den Rückgang des Ölpreises. Auch die Exporterholung hatte sich zum Jahresende fortgesetzt. — Durch den starken Jahresausklang und die resultieren- den Überhangeffekte, weiterhin günstiges Öl und die gu- te Verbraucherstimmung im 1. Quartal verbessert sich unsere Wachstumsprognose für das Gesamtjahr. Für 2015 erwarten wir aktuell ein BIP-Wachstum von 2%. Die Bauinvestitionen dürften insgesamt erneut stärker als die Gesamtwirtschaft wachsen und um rd. 2,7% zulegen (2014: 3,6%). — 2014 war die Teuerung sukzessive rückläufig und betrug im vierten Quartal lediglich 0,5%. Insgesamt lag im ver- gangenen Jahr die Inflationsrate bei 0,9%. — Auch für 2015 erwarten wir weiter sehr niedrige Werte. In der ersten Jahreshälfte dürfte die Teuerung sogar rück- läufig sein. Für das Gesamtjahr sehen wir die Inflations- rate bei 0%. Die Inflationsrate dürfte sich gegen Ende des Jahres wieder normalisieren, so dass wir 2016 die Teuerung wieder bei rund 1,5% sehen. — Die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen haben in Q1 2015 ihren Sinkflug fortgesetzt und liegen momentan auf dem historisch niedrigen Niveau von etwa 0,2%. Der deutliche Rückgang war zuletzt vor allem den Effekten des umfangreichen Anleihekaufprogramms (QE) der EZB und Unsicherheiten im Hinblick auf die Situation Griechenlands geschuldet. Der Leitzins verharrt seit Sep- tember 2014 auf Rekordtiefstand (0,05%). — Die Bauzinsen waren 2014 weiter rückläufig (Durch- schnitt Q4 2,2%) – ein Trend, der sich zu Jahresbeginn fortsetzte (Jan. knapp 2,1%). Insgesamt dürfte Baugeld auch 2015 außerordentlich günstig bleiben. -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 2011 2012 2013 2014 2015 2016 BIP Bauinvestitionen Exporte Quelle: Deutsche Bank Research BIP-Prognose 2015: Wachstum jetzt bei 2% 1 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Inflationsausblick: Teuerung weiter auf sehr niedrigem Niveau 2 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Verbraucherpreisindex in % gg. Vorjahr 0 1 2 3 4 5 6 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Refi 10J Bundesanleihen Effektivzins Quellen: Bundesbank, EZB, Deutsche Bank Research Bauzinsen weiter sehr günstig 3 in % Marktausblick Baufinanzierung © Copyright 2015. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. 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In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. — Im vergangenen Jahr wurde in Deutschland der Bau von rund 284.900 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht ei- nem Plus von 5,4% gg. 2013. Damit setzt sich der seit 2009 andauernde Aufwärtstrend bei den Baugenehmi- gungen fort. — Wesentlicher Treiber der Zuwächse bleibt der Bau von Mehrfamilienhäusern: Hier wurde ein Anstieg von rd. 10.400 Wohnungen gg. Vorjahr verzeichnet (+8,8%). Die Anzahl der Genehmigungen für Ein- und Zweifamilien- häuser war dagegen rückläufig (-1,4% bzw. -5,4%). Zu- legen konnte auch der Bau von Wohnungen in Wohn- heimen. — Wohneigentum ist in Deutschland im langjährigen und internationalen Vergleich insgesamt relativ erschwinglich. Wachsende verfügbare Einkommen und vor allem sin- kende Zinsen wirken höheren Hauspreisen weiter entgegen. — Allerdings gibt es innerhalb Deutschlands deutliche Diffe- renzen bei der Dynamik von Immobilienpreisen. Daher gestaltet sich auch die Erschwinglichkeit von Wohneigen- tum regional sowie in Abhängigkeit von Lage und Objekt teils sehr unterschiedlich. Erschwinglichkeit= Kosten des Immobilienerwerbs ( inkl. Finanzierung s- kosten ) in Relation zum ver fügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf, d.h. je niedriger der Wert, desto erschwinglicher die Wohnung . — Heizen macht den weitaus größten Anteil am privaten Wohnenergieverbrauch aus. Im längerfristigen Vergleich ist der Heizkostenanteil leicht rückläufig (2005: 73%). Auch der Raumwärmeverbrauch pro Quadratmeter liegt inzwischen deutlich unter den Werten der 90er Jahre. — Parallel sind allerdings auch die Wohnflächen gestiegen – ein Trend, der sich aufgrund von Demographie, Haus- halten mit weniger Personen und steigenden Wohnan- sprüchen fortsetzen dürfte. Verbrauchswerte variieren abhängig vom Gebäudetyp, Altersklasse und Sanie- rungszustand erheblich. Rund 43% des Wohnungsbe- stands wurden zwischen 1949 und 1978 gebaut – der energetisch ungünstigsten Baualtersklasse. 0 20 40 60 80 100 120 00 02 04 06 08 10 12 14 16 Fertigstellungen Baugenehmigungen Baugenehmigungen 2014 um 5,4% gewachsen 4 Wohnungen insgesamt, Anzahl in Tausend je Quartal Quellen: Statistisches Bundesamt , ifo, Deutsche Bank Research 0 1 2 3 4 5 6 7 8 0 20 40 60 80 100 120 140 00 02 04 06 08 10 12 14 Hypothekenzinsen Hauspreise verfügbare Einkommen Erschwinglichkeitsindex Quellen: Haver, OECD, Destatis, EZB, Deutsche Bank Research Wohneigentum im langjährigen Vergleich weiter erschwinglich 5 Hauspreise, Einkommen und Erschwinglichkeit (links, indexiert 2000=100), Zinsen in % (rechts) 70 13 6 9 2 Raumwärme Warmwasser Kochen, Trocknen, Bügeln Haushaltsgeräte Beleuchtung Quelle: Destatis, Deutsche Bank Research Heizen ist Hauptenergieverwendung für Haushalte 6 Energieverbrauch privater Haushalte für Wohnen (2013, temperaturbereinigt)
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