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5. Januar 2022
Nach technischer Rezession im Winterhalbjahr erwarten wir einen kräftigen Aufschwung ab dem Frühjahr. Für das Gesamtjahr 2022 rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 4%. Im Jahr 2023 dürfte das Wachstum nach unserer Prognose auf das Trendwachstum zurückfallen. Infolge des großen statistischen Überhangs dürfte das BIP-Wachstum im Jahr 2023 jedoch bei 3% liegen. Rohstoff- und Vorleistungspreise sowie gestiegene Effektivverdienste dürften die Kerninflationsrate von 2,3% im Jahr 2021 auf 2,7% im Jahr 2022 treiben. Für das Jahresende 2021 erwarten wir für die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen 1,25% und einen weiteren Anstieg auf 1,45% am Jahresende 2022. Die Angebotsknappheit am Wohnungsmarkt dürfte im Jahr 2021 erneut gesunken sein. Trotz höherer Zinsen und höherer Hauspreise bleibt Wohneigentum im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 zinsseitig erschwinglich. [mehr]
Autoren Internet Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q1/2022 5. Januar 2022 Aktuell Ausblick 2022 Zinsen deutscher Banken Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger-Zinsbindung (letzter Wert = Oktober 2021) 1,10% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2022 (Jahresdurchschnitt) 2,9% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 (Jahresdurch schnitt) 4,0% Arbeitslosenquote (letzter Wert = Dezember 2021) 5,2% Quelle: Deutsche Bank Research - Nach technischer Rezession im Winterhalbjahr erwar ten wir einen kräftigen Aufschwung ab dem Frühjahr. Zu diesem Aufschwung dürften geringere Liefereng pässe und ein erneut nachlassendes Infektionsgesche hen über das Sommerhalbjahr beitragen. - Für das Gesamtjahr 2022 erwarten wir ein BIP Wachstum von 4%. Im Jahr 2023 dürfte das Wachs tum nach unserer Prognose auf das Trendwachstum zurückfallen. Infolge des großen statistischen Über hangs dürfte das BIP-Wachstum im Jahr 2023 jedoch bei 3% liegen. - Zweitrundeneffekte der hohen Energiepreise, die Ver teuerung der Vorprodukte für Importeure und Produzen ten (im November: Importpreise +24% ggü. Vorjahr, Produzentenpreise +19%) sowie gestiegene Effektiv verdienste dürften die Kernrate von 2,3% im Jahr 2021 auf 2,7% im Jahr 2022 treiben. - Da die Energiepreise im Jahr 2022 weniger stark zule gen dürften als im Vorjahr und der MwSt-Effekt entfällt, erwarten wir trotz Abschwächung im Verlauf eine Ge samtinflationsrate von rund 3% (2021 3,1%). - Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland in Q3 2021 um 12,0% gegenüber Q3 2020. - Die Bundrenditen haben nur etwas auf die anziehende Inflation reagiert (aktuell -0,12%, 2021 Minimum: -0,60%). Für das Jahresende 2022 erwarten wir Bundrenditen von 0,25% und 10-jährige EUR Swapraten von 0,64%. - Die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen lagen zuletzt bei 1,10%. Steigende Kapitalmarktzinsen erhöhen tenden ziell die Hypothekenzinsen. Für das Jahresende 2021 erwarten wir 1,25%. Die EZB dürfte ihre Anleihekäufe im Jahr 2022 kräftig zurückfahren. Zudem sollten so wohl die Corona-Krise als auch die Lieferengpässe an Bedeutung verlieren. Daher erwarten wir einen weiteren Anstieg auf 1,45% am Jahresende 2022 . -10 -5 0 5 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP-Wachstumstreiber % ggü. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -1 0 1 2 3 4 11 13 15 17 19 21 23 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Gesamt- und Kerninflation % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q1/2022 © Copyright 2022. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Im Jahr 2020 wurden 306.376 neue Wohnungen fer tiggestellt . Trotz Materialengpässen erwarten wir aber mals ein Plus von über 300.000 im Jahr 2021 (Veröf fentlichung im Mai 2022). - Das Nachfragewachstum schwächte sich dagegen ab. Der Wanderungssaldo betrug im Jahr 2020 nur 220.000 Personen und auch im Jahr 2021 war er mit vermutlich 250.000 Personen relativ niedrig. Folglich stagnierte die Einwohnerzahl erneut bei 83,2 Mio. - Fazit: Die Angebotsknappheit dürfte im Jahr 2021 da her erneut gesunken sein. - Im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 bleibt Wohneigentum zinsseitig erschwinglich. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) liegt aufgrund der leicht gestiegenen Zinsen bei rund 32,4 in Q3 2021 (Tiefpunkt Q4 2020: 28,1). - Erschwinglichkeit im Jahr 2022 sinkt wohl (= steigender Index) wegen höherer Zinsen und höherer Hauspreise. - Hypothekenzinsen von 1,25% impliziert für Q3 einen In dexstand von 36 Punkten, ceteris paribus. Hinweise: (1) Höherer Indexwert (rote Linie) = niedrigere Erschwinglichkeit. (2) Es bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschaftskraft, Preisen und der Erschwinglichkeit. (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus-/Wohnungspreise inkl. Zinskosten ohne Tilgung relativ zum verfügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf. Inflationsschutz und Immobilien - Wohnungsmarkt: Vor dem Hintergrund einer restriktiven Mietenpolitik dürfte eine gegebenenfalls dauerhaft hohe Inflation vermutlich großenteils vom Vermieter getragen werden. - Schutz bieten Index- und Staffelmietverträge, die im deutschen Wohnungsmarkt jedoch eher die Ausnahme sind. Im Gewerbeimmobilienmarkt dagegen sind diese Vertragsformen die Regel. Gewerbeimmobilien dürften also generell einen deutlich höheren Inflationsschutz bieten als Wohnimmobilien. Klicken Sie zum Weiterlesen auf unseren Link: Ausblick 2022: Neue Realitäten von Deutsche Bank Research. 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte D-Städte DE Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 0 50 100 150 200 05 07 09 11 13 15 17 19 21 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit 2005=100 Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Wohneigentum zinsseitig erschwinglich -1 1 3 5 7 01 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 Mietinflation Inflation Mieten für Neubau Wiedervermietung Mieten und Inflation % ggü. Vorjahr Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt
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