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  4. Ausblick Deutschland
28. Januar 2013
Wir erwarten, dass eine Erholung der deutschen Wirtschaft im Zuge einer Stabilisierung der Eurozone sowie einer Belebung in den Schwellenländern etwa im Frühjahr 2013 einsetzt. Aufgrund der schwachen Startposition wird das jahresdurchschnittliche Wachstum 2013 aber wohl lediglich ¼% betragen. Dennoch dürfte der Arbeitsmarkt weiter relativ stabil bleiben. Der Anstieg der Konsumentenpreise dürfte sich bei stabilen Ölpreisen im Verlauf von 2013 leicht zurückbilden. Der öffentliche Haushalt wird sich 2013 zwar konjunkturbedingt verschlechtern. Mit einem öffentlichen Defizit von nur rund ½% des Bruttoinlandsprodukts würde Deutschland im internationalen Vergleich aber weiter eine herausragende Position einnehmen. [mehr]
Ausblick Deutschland: Langsam aufwärts in 2013 Aktuelle Themen Konjunktur Die deutsche Wirtschaft hat das schwierige Umfeld im Jahr 2012 gut gemeistert. Trotz der tiefen Rezession in den südlichen Peripherieländern der Eurozone, der spürbaren Wachstumsabschwächung in den Schwellenländern sowie der Verunsicherung durch die Schuldenkrise hat die deutsche Wirtschaft um 0,7% zugelegt. Die Wachstumsdynamik hat sich allerdings im Verlauf des Jahres 2012 merklich abgeschwächt, und die Wirtschaftsleistung ist im 4. Quartal 2012 sogar voraussichtlich um 0,5% gesunken, was zeigt, dass sich Deutschland nicht vollständig von der Entwicklung seiner Nachbarländer abkoppeln konnte. Wir erwarten, dass eine Erholung der deutschen Wirtschaft im Zuge einer Stabi- lisierung der Eurozone sowie einer Belebung in den Schwellenländern etwa im Frühjahr 2013 einsetzt. Dies wird durch die zum Jahreswechsel besser werden- de Stimmung in der deutschen Wirtschaft unterstützt. So stieg der ifo-Index im Januar zum dritten Mal in Folge an, was üblicherweise einen konjunkturellen Wendepunkt ankündigt. Aufgrund der schwachen Startposition wird das jahres- durchschnittliche Wachstum 2013 aber wohl lediglich ¼% betragen. Dennoch dürfte der Arbeitsmarkt weiter relativ stabil bleiben. Der Anstieg der Konsumen- tenpreise dürfte sich bei stabilen Ölpreisen im Verlauf von 2013 leicht zurückbilden. Der öffentliche Haushalt wird sich 2013 zwar konjunkturbedingt verschlechtern. Mit einem öffentlichen Defizit von nur rund ½% des Bruttoinlandsprodukts würde Deutschland im internationalen Vergleich aber weiter eine herausragende Position einnehmen. Autor Bernhard Gräf +49 69 910-31738 bernhard.graef@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG DB Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann | Bernhard Speyer Inhaltsverzeichnis Seite Langsam aufwärts in 2013 ..............................1 Prognosetabellen .......................................... 12 Grafik des Monats ......................................... 13 Chartbook: Konjunktur .................................. 15 Chartbook: Branchen .................................... 18 Chartbook: Finanzmärkte .............................. 19 Chartbook: Wirtschaftspolitik ......................... 24 Eventkalender ............................................... 25 Datenkalender .............................................. 26 Finanzmarktprognosen ................................. 26 Datenmonitor ................................................ 27 28. Januar 2013 Ausblick Deutschland Langsam aufwärts in 2013 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 91 95 99 03 07 11 3 Anstiege in Folge 3 Rückgänge in Folge Industrieproduktion ifo Geschäftsklima Dritter Anstieg des ifo Geschäftsklimaindexes deutet auf konjunkturellen Wendepunkt hin DX Alles normalisierte Daten: Industrieproduktion, arbeitstäglich bereinigt, % gg. Vj.; ifo Geschäftsklimaindex 2005=100 Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 2 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Deutsche Wirtschaft erfolgreich in schwierigem Umfeld … Die deutsche Wirtschaft ist gut aufgestellt, hoch wettbewerbsfähig und besitzt im Export die richtige Produkt- und Länderausrichtung, um von den globalen Wachstumsimpulsen besonders zu profitieren. Zudem sind die Finanzen der privaten Haushalte, der Unternehmen und des öffentlichen Sektors in guter Ver- fassung. Dies erklärt, warum Deutschland seit Ausbruch der Verschuldungskrise wesentlich stärker als seine Nachbarländer gewachsen ist und den Einbruch im Jahr 2009 schon mehr als wettgemacht hat. So ist die deutsche Wirtschaft von 2010 bis 2012 um jährlich gut 2 ½% expandiert, und die deutsche Wirtschafts- leistung übertrifft ihr Vorkrisenniveau schon wieder um gut 2%. Dagegen haben die Wirtschaften der anderen Mitgliedsländer der Europäischen Währungsunion (EWU) im gleichen Zeitraum nahezu stagniert, und ihr reales Bruttoinlandspro- dukt (BIP) liegt im Schnitt noch um mehr als 4% unter dem Vorkrisenniveau. … aber nicht immun gegenüber Rezession in der EWU Die deutsche Wirtschaft hat sich zwar in einem zunehmend schwierigeren Um- feld gut behauptet. Sie ist aber nicht immun gegenüber der tiefen Rezession in den südlichen Peripherieländern der EWU sowie der Stagnation in Frankreich, dem mit einem Anteil von knapp 10% immer noch wichtigsten Abnehmerland deutscher Ausfuhren. Insgesamt gehen knapp 40% der deutschen Exporte in die Mitgliedsländer der Eurozone. Seit Ende 2011 sind die Auftragseingänge aus diesen Ländern schon rückläufig, zuletzt mit zweistelligen Raten. Entspre- chend schrumpfen die deutschen Exporte in die EWU schon seit einigen Mona- ten. Dies konnte nur zum Teil durch kräftigere Exporte nach Asien und insbe- sondere in die USA kompensiert werden, so dass sich das Wachstum der deut- schen Exporte im Verlauf des letzten Jahres verlangsamt hat. Wachstumsdynamik 2012 merklich gedämpft Die schwächeren Exporte haben die ohnehin von der im Zuge der Schuldenkri- se gestiegenen Unsicherheit merklich belasteten Investitionen zusätzlich ge- dämpft. So waren die Ausrüstungsinvestitionen schon seit dem 4. Quartal 2011 zurückgegangen und dürften zum Jahresende 2012 wohl deutlich unter ihrem Vorjahresniveau gelegen haben. Der private Konsum hat im letzten Jahr zwar moderat zugenommen und den Rückgang der Investitionen kompensiert. Auf- grund der abnehmenden Außenhandelsdynamik hat sich das Wachstum im Jahresverlauf 2012 aber dennoch spürbar abgeschwächt, und das reale BIP dürfte im 4. Quartal 2012 sogar um 0,5% geschrumpft sein. Aufgrund des kräfti- gen Wachstums im 1. Halbjahr hat die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahres- durchschnitt 2012 aber noch um 0,7% zugelegt. Globales Umfeld hellt sich 2013 etwas auf Obwohl es in den jahresdurchschnittlichen Wachstumsraten kaum zum Aus- druck kommt – für die Weltwirtschaft erwarten wir für 2013 mit 3,2% nur ein leicht höheres Wachstum als 2012, für die USA sogar ein leicht niedrigeres Wachstum von lediglich 2% nach 2,3% im letzten Jahr, und die Wirtschaft der Eurozone dürfte nach zuvor -0,5% im Jahresdurchschnitt 2013 sogar weiter um 0,3% schrumpfen – rechnen wir im Verlauf von 2013 mit einer spürbaren wirt- schaftlichen Erholung. So gehen wir davon aus, dass die meisten Euroländer im 1. Quartal 2013 ihren zyklischen Tiefpunkt erreichen und dann auf einen mode- raten Wachstumspfad einschwenken. Auch in den USA sowie den Schwellen- 98 100 102 104 106 108 110 112 114 05 06 07 08 09 10 11 12 Deutschland EWU ohne Deutschland Wirtschaftsleistung 1 Reales Bruttoinlandsprodukt, Q1 2005 = 100 Quellen: Eurostat, DB Research - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 Insgesamt Asien USA EWU Deutsche Exporte nach Regionen 2 Gleitender 3M Durchschnitt, % gg.Vj. Quelle: Deutsche Bundesbank - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 07 08 09 10 11 12 % gg.Vq. (links) % gg.Vj. (rechts) Deutschland: Wirtschaftswachstum 3 Reales BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 3 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen ländern rechnen wir damit, dass im Verlauf von 2013 das Wirtschaftswachstum anzieht. Dahinter steht die Erwartung, dass die USA nach dem weitgehenden Einebnen der Fiskalklippe auch das Problem der Schuldenobergrenze zu Beginn des Jah- res lösen. Infolgedessen sollte die Unsicherheit weichen und sich der Investiti- onsstau in den USA auflösen. Als fiskalische Klippe wird das Auslaufen der Steuersenkungen des früheren Präsidenten Bush, der Wegfall temporärer Steuererleichterungen von Präsident Obama zum Jahresende 2012 sowie au- tomatische Kürzungen in Folge der 2011 gescheiterten Konsolidierungsver- handlungen bezeichnet, was zu einer tiefen Rezession im 1. Halbjahr 2013 ge- führt hätte. Die Demokraten und Republikaner haben sich jedoch zum Jahres- wechsel darauf geeinigt, die Ausgabekürzungen um 2 Monate zu verschieben und Steuererhöhungen – bis auf eine Mehrbelastung von Gutverdienern – ganz zu verhindern. Unserer Erwartung ist, dass – nach langen, kontroversen Ver- handlungen – auch die rechtliche Schuldenobergrenze von den Parteien erhöht wird und so eine mögliche Pleite der USA verhindert wird. Desweiteren erwarten wir, dass sich auch das Wachstum der Schwellenländer beschleunigt. So scheint die chinesische Volkswirtschaft schon im 4. Quartal 2012 ihren zyklischen Tiefpunkt hinter sich gelassen, da das Quartalswachstum von 7,4% (Q3) auf 7,9% zugelegt hatte. 2013 dürfte China wieder mit über 8% wachsen. Entsprechend dürfte der Welthandel, dessen Wachstum sich im Jahr 2012 auf weniger als 3% halbiert hat, 2013 wieder etwas kräftiger zulegen. Zudem werden die Dämpfungseffekte durch die fiskalische Konsolidierung in der Eurozone im Jahr 2013 wohl geringer ausfallen als im Vorjahr. Unseren Schätzungen zufolge summieren sich die Dämpfungseffekte für das Wirt- schaftswachstum aufgrund der Konsolidierung im laufenden Jahr auf knapp 1% des BIP der Eurozone gegenüber noch 1 ½% im letzten Jahr. Alles in allem hellt sich damit das globale Umfeld für die deutsche Wirtschaft auf, da wir ebenso erwarten, dass es auch geringere Störfeuer durch die Eurokrise gibt. Budgets der Peripherieländer auf dem richtigen Weg Ein Blick auf die Entwicklung der öffentlichen Budgetsalden zeigt, dass der Konsolidierungsprozess in der Eurozone erfolgreich verläuft. Zwar dürften mit Ausnahme Italiens die südlichen Peripherieländer, aber auch Frankreich, im Jahr 2013 das 3%-Defizit-Limit des Stabilitäts-und Wachstumspakts noch rei- ßen. Mit Ausnahme der kleineren Länder Griechenland, Portugal und Irland könnten aber dann 2014 alle anderen Euroländer diesen Grenzwert unterbieten. Das öffentliche Defizit der Eurozone insgesamt veranschlagen wir 2013 auf 2,7% des BIP nach 3,3% im Jahr zuvor. Aufgrund des schwachen Wachstums wird allerdings die Schuldenquote, d.h. die öffentliche Gesamtverschuldung in Relation zum BIP, in nahezu allen Euroländern noch steigen und in der Eurozo- ne Ende 2014 95% betragen. EZB beruhigte Märkte … Zwar bestehen mit Blick auf die Umsetzung des griechischen Reform- und Kon- solidierungsprogramms und die großen Probleme spanischer Banken sowie der Diskussion um die strukturellen Herausforderungen für die italienische und fran- zösische Wirtschaft nach wie vor erhebliche Unsicherheiten für die Eurozone. Mit der Ankündigung Ende Juli von EZB-Präsident Mario Draghi, alles Erforder- liche für den Erhalt des Euro zu unternehmen, und dem im September 2012 von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossenen Anleiheankaufprogramm sind unserer Einschätzung zufolge die Risiken allerdings spürbar geringer ge- worden. Globale Wirtschaft 4 Reales BIP, % gg.Vj. 2011 2012 2013 2014 USA 1,8 2,3 2,0 2,9 Japan - 0,5 2,0 0,6 0,6 Eurozone 1,4 - 0,5 - 0,3 1,1 Deutschland 3,0 0,7 0,3 1,5 Frankreich 1,7 0,1 - 0,3 1,0 Italien 0,6 - 2,1 - 0,9 0,5 Spanien 0,4 - 1,3 - 1,1 0,6 Niederlande 1,0 - 1,0 - 0,1 1,7 Griechenland - 7,1 - 6,5 - 4,2 0,9 Portugal - 1,6 - 2,9 - 1,2 0,8 Irland 1,4 0,2 0,8 1,9 Großbritannien 0,8 - 0,1 0,9 1,8 Asien ex Japan 7,6 6,0 6,7 7,5 China 9,3 7,8 8,2 8,9 Indien 7,9 4,6 6,8 7,1 Osteuropa 4,7 3,0 3,5 3,9 Lateinamerika 3,9 2,7 3,5 3,9 Welt 3,8 2,9 3,2 4,0 Quellen: IWF, DB Research Öffentlicher Budgetsaldo 5 Gesamter öffentlicher Sektor, % BIP 2011 2012 2013 2014 Eurozone - 4,1 - 3,3 - 2,7 - 2,3 Deutschland - 0,8 0,1 - 0,4 - 0,2 Frankreich - 5,2 - 4,6 - 3,6 - 2,8 Italien - 3,9 - 2,9 - 2,3 - 2,5 Spanien - 9,4 - 7,9 - 6,1 - 5,1 Niederlande - 4,5 - 4,0 - 3,2 - 2,0 Griechenland - 9,4 - 7,0 - 6,1 - 5,0 Portugal - 4,4 - 5,3 - 4,8 - 3,4 Irland - 13,4 - 8,3 - 8,0 - 6,2 Quellen: Eurostat, DB Research Öffentliche Verschuldung 6 Gesamter öffentlicher Sektor, % BIP 2011 2012 2013 2014 Eurozone 88,1 93,2 95,4 95,1 Deutschland 80,5 81,7 80,7 78,5 Frankreich 86,0 91,5 95,4 95,8 Italien 120,7 128,8 12 9,8 129,6 Spanien 69,3 85,3 91,0 93,0 Niederlande 65,5 71,7 73,2 74,3 Griechenland 170,6 170,8 184,8 188,2 Portugal 108,1 115,8 119,0 120,2 Irland 106,4 113,9 117,9 118,7 Quellen: Eurostat, DB Research Ausblick Deutschland 4 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Das Anleiheankaufprogramm (OMT – Outright Monetary Transactions) erlaubt den unlimitierten Kauf von Staatsanleihen eines Landes insbesondere im Lauf- zeitbereich von 1 bis 3 Jahren durch die EZB, wenn das Land sich unter den Euro-Rettungsschirm begibt und dessen Konditionalität akzeptiert. Die EZB begründete dieses Programm mit ungerechtfertigten Risikoaufschlägen für Währungsrisiken, die in der Eurozone aber nicht existieren dürften. Zuvor waren die Renditeabstände spanischer und italienischer Staatsanleihen zu deutschen Bundesanleihen auf über 6 bzw. 5%-Punkte gestiegen. Zeitweise lagen damit die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen in Spanien bei 7 ½% und in Italien bei 6 ½%, was aufgrund des schwachen Wachstums auf längere Sicht die Länder in eine Schuldenspirale getrieben hätte. Die Finanzmärkte reagierten auf die Ankündigung des Programms euphorisch mit deutlichen Rückgängen der Ren- diteaufschläge und einem Anstieg der Aktienkurse. Allerdings wird das Anleihe- ankaufprogramm auch heftig kritisiert und insbesondere von der Deutschen Bundesbank mit Hinweis auf die Nähe zu einer Staatsfinanzierung sowie mögli- che Inflationsgefahren abgelehnt. … und komplettiert Strategie zur Lösung der Eurokrise Mit dem Programm der EZB scheint die Strategie zur Lösung der Schuldenkrise komplettiert zu sein. Während die nationalen Regierungen ihre „Hausaufgaben erledigen“, also die öffentlichen Finanzen konsolidieren sowie die Wettbewerbs- fähigkeit ihrer Volkswirtschaften durch Reformen stärken, und die europäische Gemeinschaft zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) diesen langjährigen Anpassungsprozess unter strenger Konditionalität durch zinsgüns- tige Finanzierungen unterstützen, sorgt die EZB an den Finanzmärkten für die notwendige Ruhe während der Zeit der Anpassungen und bekämpft Spekulatio- nen, die den Anpassungsprozess behindern könnten. Auch wenn diese Strategie klar und logisch erscheint, birgt ihre Umsetzung aber noch Risiken. So bedarf es zur Lösung der Krise eines perfekten Zusammen- spiels aller Beteiligten sowohl auf nationaler wie auch europäischer Ebene, was angesichts der politischen Unwägbarkeiten, zeitlicher Inkonsistenzen aufgrund von Wahlen sowie möglicher „moral hazard“-Problemen jedoch nicht notwendi- gerweise gewährleistet ist. So könnten die Reform- und Konsolidierungsan- strengungen eines Landes erlahmen, wenn es seine kurzfristige Situation durch niedrige Zinsen verbessern und die Kosten dafür über die EZB an andere wei- tergeben kann. Entsprechend sind Störungen auf dem Lösungsweg jederzeit möglich. Zudem scheint die Konditionalität, also Käufe von Staatsanleihen nur unter der Bedingung tiefgreifender Anpassungsprogramme, im Extremfall auch nicht unbedingt eine glaubwürdige Drohung zu sein, da die EZB die Reversibili- tät des Euro explizit ausgeschlossen hat, und ein Rückzug der EZB wohl zu erheblichen Verlusten sowie chaotischen Verhältnissen an den Märkten führen und damit gerade ein solches Szenario wahrscheinlicher machen würde. Niedrigzinsperiode hält weiter an … Angesichts der Rolle der EZB als tragende Säule bei der Lösung der Eurokrise rechnen wir damit, dass sie die Zinsen auf absehbare Zeit niedrig hält, um die Stabilität des Finanzsystems und eine konjunkturelle Stabilisierung nicht zu gefährden. Aktuell liegt der Leitzins bei 0,75%. Zwar hat sich die Lage an den Finanzmärkten wieder stabilisiert. Aufgrund der schwachen Konjunktur dürfte die EZB den Leitzins wohl bis in das Jahr 2014 hinein auf dem derzeitigen Ni- veau belassen. Im Zuge der Verschärfung der Eurokrise hat sich die Rendite von Bundesanlei- hen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren auf 1 ½% halbiert und pendelt etwa 0 1 2 3 4 5 6 7 11 12 13 IT ES Renditeabstand zu Deutschland 7 Staatsanleihen mit Restlaufzeit 10 Jahre, % - Punkte Quellen: Global Insight, DB Research Ankündigung des OMT Programms durch Mario Draghi 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 11 12 13 Rendite 10J Bundesanleihen 8 % Quelle: DB Research - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 80 84 88 92 96 00 04 08 12 10J Rendite Staatsanleihen 3M Geldmarktsatz Deutschland: Realzinsen 9 Nominale Zinsen - Inflationsrate, % Quellen: Statistisches Bundesamt, Global Insight Ausblick Deutschland 5 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen seit dem Frühjahr/Sommer 2012 um dieses Niveau. Bei einer Inflationsrate von 2% bedeutet dies eine negative Rendite von etwa ½%. Im Verlauf dieses Jahres erwarten wir eine Normalisierung des Renditeniveaus. Wie stark diese ausfällt ist davon abhängig, wie stark sich die Eurokrise entspannt und damit der Status Deutschlands als „sicherer Hafen“ abnimmt. Gegen Ende 2013 halten wir ein Renditeniveau von etwa 2 bis 2 ½% für möglich. Real betrachtet wären die Renditen dann zwar wieder positiv (etwa ½%), im historischen Vergleich aber weiter extrem niedrig. So betrug die reale Rendite langfristiger Bundesanleihen von 1980 bis 2000 im Schnitt 4,4% und von 2000 bis 2009 immerhin noch 2,6%. … mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen Zwar bringen niedrige Zinsen Vorteile für die Finanzierung des Staates sowie der Investitionen. Zudem schaffen sie Anreize für die Kreditaufnahme privater Haushalte. Sie bergen allerdings auch insbesondere auf längere Sicht erhebli- che Risiken. So hat gerade die Entwicklung in den letzten Jahren gezeigt, dass eine zu lange Niedrigzinsphase zu einem drastischen Anstieg der öffentlichen und privaten Verschuldung sowie zu Blasen bei den Vermögenspreisen, u.a. bei Immobilien, geführt hat. Welche Exzesse niedrige Zinsen verursachen, verdeut- licht die Entwicklung der Verschuldung der privaten Haushalte. Sie hat sich bei- spielsweise in Italien in Relation zum BIP seit 1999 verdoppelt und in Griechen- land sogar vervierfacht. Zudem könnten niedrige Zinsen den Konsolidierungs- ruck auf den Staatshaushalt und die Bankbilanzen verringern sowie die Risiko- bereitschaft bei privaten Haushalten und institutionellen Investoren erhöhen. Problematisch sind niedrige Zinsen vor allem für die Pensionsverpflichtungen von Unternehmen sowie für Versicherungen. Der Kapitalanlagebestand der Versicherungen in Deutschland beträgt rund EUR 1.300 Mrd., wovon rund 80% in festverzinslichen Wertpapieren angelegt sind. Derzeit können Versicherungen die für Neuverträge seit Anfang 2012 gesetzliche Mindestverzinsung von 1,75% noch relativ problemlos erfüllen, da sie noch Anleihen mit langer Laufzeit und hohem Kupon in ihrem Portfolio haben. Dies wird sich aber mit der Fälligkeit dieser Anleihen ändern, so dass möglicherweise der Garantiezins erneut ge- senkt werden muss und das Problem der geringen Verzinsung damit auf den Versicherungsnehmer, d.h. auf den Haushalt, übergeht. Zudem sind für den Aufbau einer im Zuge des demografischen Wandels und damit eines wohl sin- kenden staatlichen Rentenniveaus notwendigen privaten Altersvorsorge höhere Sparleistungen oder ein längerer Ansparzeitraum erforderlich. Wie stark der Zinseszinseffekt ausfällt, zeigt folgende Beispielrechnung. So muss bei einer um 1%-Punkt niedrigeren Verzinsung jährlich fast ein Viertel mehr oder 4,5 Jahre länger gespart werden, um aus einer privaten Altersvorsorge, die eine Anspa- rung über 20 Jahre und eine Restlebenszeit von 24 Jahren vorsieht, die gleiche Rentenleistung zu erhalten. Unsere Erwartungen für Deutschland im Einzelnen: Außenbeitrag 2013 negativ Die deutsche Wirtschaft hat sich erfolgreich auf die Nachfrage insbesondere der dynamisch wachsenden Schwellenländer eingestellt. So hat sich der Anteil der Exporte in die asiatischen Schwellenländer seit 2000 auf 10% verdoppelt, wobei sich der Anteil Chinas in diesem Zeitraum auf über 6% verviereinhalbfachte, und das Land zum fünftwichtigsten Absatzmarkt geworden ist. Fast die Hälfte der deutschen Exporte besteht aus Maschinen und Transportausrüstungen, also Investitionsgütern. An den deutschen Exporten nach China macht diese Güter- gruppe sogar über 72% aus. Dies bringt Vorteile und kräftige Wachstumsimpul- se in globalen Aufschwungphasen, aber auch Nachteile, wenn in Abschwungphasen insbesondere die Investitionen stark eingeschränkt werden, 0 20 40 60 80 100 120 IT GR ES PT 1999 2011 Verschuldung privater Haushalte 10 % BIP Quelle: Eurostat 0 2 4 6 8 10 12 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96 00 04 08 12 10J Bundesanleihen Garantiezins 10J Rendite & Garantiezins 11 % Quellen: BaFin, Global Insight 0 2 4 6 8 10 12 99 01 03 05 07 09 11 China Südostasiatische Schwellenländer andere asiatische Länder Deutsche Exporte nach Asien 12 Anteil am Gesamtexport, % Quelle: Deutsche Bundesbank Ausblick Deutschland 6 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen wie die jüngste Entwicklung belegt. So sind die Ausrüstungsinvestitionen in den südlichen Peripherieländern im letzten Jahr kräftig zurückgegangen, beispiels- weise um fast 7% in Spanien, gut 10% in Italien und Portugal und 14% in Grie- chenland. Die deutschen Exporte dürften daher zumindest noch im 1. Quartal 2013 schwach bleiben. Mit dem Auslaufen der Rezession in den Peripherieländern der Eurozone ist dann in der zweiten Jahreshälfte wieder mit einer etwas zuneh- menden Nachfrage aus diesen Ländern zu rechnen. Dies dürfte zusammen mit einer weiterhin kräftigen Nachfrage aus den Schwellenländern, insbesondere aus China, zwar wieder zu einer dynamischeren Exportentwicklung führen. Aufgrund der schwachen Ausgangsposition zu Jahresbeginn werden die realen Ausfuhren unserer Erwartung zufolge im Jahresdurchschnitt 2013 jedoch mit 3 ¼% leicht schwächer als 2012 zunehmen. Mit Blick auf das Wachstum der Binnenwirtschaft dürften die realen Importe im Jahr 2013 mit gut 4% etwas kräftiger zunehmen als die Exporte. Entsprechend wird der Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum mit rund ¼%-Punkt negativ, nachdem die Nettoexporte 2012 noch 1,1%-Punkte zum Wachstum beigetragen hatten. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss bildet sich folglich 2013 auf EUR etwa 155 Mrd. oder 5 ¾% des BIP zurück, nach rund EUR 170 Mrd. oder knapp 6 ½% des BIP im letzten Jahr. Nur moderate Erholung der Ausrüstungsinvestitionen Die geringere Exportdynamik, gesunkene Gewinne und die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Verschuldungskrise waren wohl die wichtigsten Gründe dafür, dass die Investitionen in Maschinen und Transportausrüstungen im Jahr 2012 um 4,4% gesunken sind. Ein Blick auf die Investitionsquote, also das Ver- hältnis von Ausrüstungsinvestitionen und BIP, zeigt, dass sie in Deutschland zwar höher als in anderen europäischen Ländern ist. Das bedeutet aber keine Überinvestition, deren Abbau längerfristig die Investitionstätigkeit der Unter- nehmen hemmen würde. So braucht ein kapitalintensiv produzierendes Land wie Deutschland höhere Investitionen als andere Länder, die stärker arbeitsin- tensiv produzieren. Überdies trägt die Industrie in Deutschland fast ein Viertel zur gesamten Bruttowertschöpfung bei und liegt damit im europäischen Ver- gleich nach Irland an zweiter Stelle. Eine höhere deutsche Investitionsquote erscheint vor diesem Hintergrund nicht nur logisch, sondern auch zwingend notwendig. Entsprechend handelt es sich bei der aktuellen Investitionsschwä- che um eine zyklische Entwicklung, deren Tiefpunkt wohl bald erreicht sein dürfte. Die von uns erwartete Erholung der Ausrüstungsinvestitionen bleibt allerdings trotz der niedrigen Zinsen moderat. So rechnen wir damit, dass sich die Ge- winnerwartungen nur allmählich verbessern. Dafür sprechen trotz der von uns erwarteten konjunkturellen Erholung in den Schwellenländern die wohl weiter bestehenden Unsicherheiten über die Verschuldungskrise sowie das aufgrund der anhaltenden Konsolidierung der öffentlichen Finanzen nur schwache Wachstum der Eurozone. Zudem ist die Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie im 4. Quartal 2012 noch einmal kräftig gesunken und lag damit um 2,5%-Punkte unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Insgesamt dürfte das durchschnittliche Quartalswachstum der Ausrüstungsin- vestitionen im Jahr 2013 nur knapp 1% betragen, was weniger als halb so stark wie im Zeitraum 2004 bis 2007 wäre, als die Ausrüstungsinvestitionen um 2 ¼% pro Quartal zugelegt hatten. Aufgrund des hohen Wachstumsunterhangs zum Jahresanfang 2013 von gut 3% ergibt sich daraus für die Ausrüstungsinvestitio- nen im Jahresdurchschnitt 2013 ein weiterer Rückgang von 1 ¼%. 5,0 2,3 2,3 15,3 23,7 47,6 3,8 Nahrungsmittel Rohstoffe Mineralische Brennstoffe Chemische Produkte Verarbeitete Waren Maschinen & Transportausrüstungen Sonstige Waren Warenstruktur deutscher Exporte 13 2011, Anteil in % Quelle: OECD - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 06 07 08 09 10 11 12 13 Staatsausgaben Außenbeitrag Privater Konsum Investitionen Reales BIP, % gg.Vj. Deutschland: Wachstumsbeiträge 14 Zum realen BIP, % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 00 02 04 06 08 10 12 Ausrüstungsinvestitionen Nominaler Export Exporte & Investitionen 15 % gg.Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 7 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Bauinvestitionen: Aufschwung setzt sich fort Die Bauinvestitionen haben sich nach einem schwachen 1. Halbjahr, das auch eine weitere Normalisierung der Investitionstätigkeit des Staates nach dem Aus- laufen der Konjunkturprogramme widerspiegelte, in der zweiten Jahreshälfte 2012 erholt. Dennoch sind sie im Jahresdurchschnitt 2012 wohl um 1,1% ge- sunken. Bei den Bauinvestitionen zeigte sich 2012 zudem eine stark divergie- rende Entwicklung von Wohnungsbauinvestitionen sowie gewerblichen und öffentlichen Bauinvestitionen. Während die Wohnungsbauinvestitionen um gut 2 ½% zugelegt haben dürften, sind die gewerblichen Bauinvestitionen wohl leicht gesunken (-1%) und die öffentlichen Bauinvestitionen eingebrochen (-13%). Diese Divergenz dürfte sich in abgemilderter Form auch im Jahr 2013 fortsetzen. Das Umfeld für die Wohnungsbauinvestitionen bleibt weiter günstig. Neben niedrigen Finanzierungskosten sprechen auch die extrem niedrigen An- lagezinsen, die die Portfolioumschichtungen und damit die „Flucht in Sachwerte“ weiter antreiben dürften, der relativ stabile Arbeitsmarkt, die günstigen Einkom- mensaussichten sowie eine hohe Nettozuwanderung für eine anhaltend kräftige Wohnungsnachfrage. Auch die derzeit weiter steigenden Wohnungsbaugeneh- migungen deuten darauf hin, dass die Wohnungsbauinvestitionen 2013 mit rund 3% kräftiger als im Jahr 2012 zunehmen. Keine Immobilienblase Die Immobilienpreise sind zwar im Zuge der kräftigen Nachfrage im Jahr 2012 wie im Vorjahr in den Ballungszentren um etwa 8% und in Deutschland insge- samt um rd. 5% gestiegen. Von einer Immobilienblase ist Deutschland aller- dings noch weit entfernt. So sind die Immobilienpreise im Jahr 2010 erstmals wieder seit 1995 nennenswert gestiegen. Zudem ist, gemessen an der Er- schwinglichkeit, d.h. die Immobilienpreise in Relation zum verfügbaren Einkom- men, nach OECD Berechnungen der deutsche Markt aktuell noch rund 20% unterbewertet. Immobilienpreise und verfügbare Einkommen sind überdies zu- letzt in etwa im Gleichgang gestiegen. Kaum Impulse vom gewerblichen und öffentlichen Bau Keine oder kaum Impulse sind dagegen im Jahr 2013 von den gewerblichen bzw. öffentlichen Bauinvestitionen zu erwarten. Die gewerblichen Bauinvestitio- nen werden insbesondere im Bereich der Büroimmobilien sowie im Einzelhan- delsbereich durch die schwache Konjunktur und die bestehenden Unsicherhei- ten belastet. Die kräftige Ausweitung des Gewerbebaus im Jahr 2011 (+8%) und die zuletzt deutlich gesunkene Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe stimmen zudem wenig hoffnungsvoll. Entsprechend rechnen wir auch im Jahr 2013 mit einem leichten Rückgang der gewerblichen Bauinvestitionen. Zwar dürften die öffentlichen Bauinvestitionen im Bereich des Straßen- und Tiefbaus im Jahr 2013 wieder leicht zunehmen. Angesichts der starken regiona- len Spreizung der Steuereinnahmen stellt die strukturelle Unterfinanzierung vieler Kommunen aber weiter ein erhebliches Hindernis dar. Insgesamt dürften die Bauinvestitionen im Jahr 2013 um rd. 2% zunehmen, nach einem Rückgang um ½% im Jahr 2012. - 25 - 15 - 5 5 15 25 - 50 - 30 - 10 10 30 50 1992 1995 1998 2001 2004 2007 2010 12M Gewinnerwartungen (links) Reale Ausrüstungsinvestitionen (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, IBES Thomson Reuters % gg.Vj. Deutschland: Gewinne & Investitionen 16 80 90 100 110 120 130 140 150 160 07 08 09 10 11 12 Deutschland: Wohnungsbau - genehmigungen 17 Q1 2007 = 100, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Statistisches Bundesamt 70 90 110 130 150 170 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 DE FR IT UK IE ES Immobilienpreise 18 Hauspreise in Relation zum verfügbaren Einkommen, langfristiger Durchschnitt = 100 Quelle: OECD 20 22 24 26 28 30 32 34 36 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland: Öffentliche Bauinvestitionen 19 EUR Mrd., gl. 4Q Summe Ausblick Deutschland 8 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Industrieproduktion stagniert 2013 Die deutsche Industrie hat sich eindrucksvoll von der tiefen Rezession der Jahre 2008/09 erholt und konnte im Jahresdurchschnitt 2011 den vorherigen Produk- tionsrekord aus dem Jahr 2008 sogar schon wieder leicht übertreffen. Insofern trugen die deutschen Industrieunternehmen maßgeblich zum Wirtschaftsauf- schwung der Jahre 2010/11 bei. Seit der zweiten Jahreshälfte 2011 bekommt die Industrie jedoch die merkliche konjunkturelle Abkühlung in Deutschland und wichtigen Exportmärkten zu spü- ren. Seither tendierte die inländische Produktion leicht nach unten. 2012 dürfte die Produktion preisbereinigt um etwa 1% gesunken sein. Dies ist jedoch durchaus ein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass sich die Konjunktur im westeuropäischen Ausland abermals schwach entwickelte. Die starke Position deutscher Industrieunternehmen etwa in Nordamerika oder Asi- en verhinderte einen stärkeren Rückgang der hiesigen Industrieproduktion. Dass sich aber die Konjunktur auch in vielen wichtigen außereuropäischen Ab- satzmärkten zuletzt abkühlte, machte sich vor allem im 4. Quartal 2012 bemerk- bar, als die Industrieproduktion in Deutschland spürbar einknickte und sich im Vergleich zum Vorquartal wohl um über 2% verringerte. Vor allem die bedeu- tenden exportintensiven Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie, der Ma- schinenbau oder die Elektrotechnik drosselten ihre Produktion gegen Ende des letzten Jahres merklich, zumal hier auch von der Inlandsnachfrage keine Impul- se ausgingen. Aufgrund des Fertigungsrückgangs im letzten Quartal 2012 startet die Industrie mit einem statistischen Unterhang ins neue Jahr. Dieser Unterhang von etwa 2,5% ist auch der wesentliche Grund dafür, dass wir kürzlich unsere Prognose für die deutsche Industrieproduktion im Jahr 2013 nach unten revidiert haben, und zwar auf Stagnation von zuvor 1,5%. Unsere Prognose basiert auf der Er- wartung, dass die Produktion im Verlauf von 2013 nach oben tendieren wird und damit den erwarteten verhaltenen Jahresbeginn kompensiert. Die Gründe für den moderaten Optimismus liegen u.a. in der Entwicklung der Geschäftserwartungen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie haben sich zuletzt viermal in Folge verbessert, wenngleich sie den negativen Bereich noch nicht wieder verlassen haben. Auch die Auftragseingänge haben sich am aktuellen Rand stabilisiert. Beim vergleichenden Blick auf die Produktionsprognose für einzelne industrielle Wirtschaftszweige fällt auf, dass wir kaum größere Ausschläge nach unten oder oben erwarten. Schon im letzten Jahr hat sich die Varianz der Wachstumsraten in den einzelnen Branchen gegenüber den Jahren 2009 bis 2011 deutlich ver- ringert. Dies ist als Normalisierung nach der außergewöhnlich tiefen Krise von 2008/09 und der ebenso außergewöhnlich raschen Erholung 2010/11 zu inter- pretieren. Insofern wird sich 2013 der Trend zu einer Rückkehr in relativ ruhiges Fahrwasser für das deutsche Verarbeitende Gewerbe voraussichtlich fortsetzen. Unter den großen Branchen dürfte die frühzyklische Chemieindustrie mit einem realen Produktionsplus von 1,5% im laufenden Jahr am besten abschneiden. Hier sieht es so aus, als sei das konjunkturelle Zwischentief schon überwunden. Für die Elektrotechnik erwarten wir ein marginales Produktionsplus, und für den Maschinenbau rechnen wir für 2013 mit einer Stagnation der Produktion. In beiden Branchen dürfte das außereuropäische Ausland der wichtigste Impuls- geber bleiben. In der Automobilindustrie halten wir 2013 dagegen einen Produk- tionsrückgang um real rd. 2% für wahrscheinlich – allerdings von hohem Niveau. Freilich besteht hier Potenzial für eine positive Überraschung. So könnte sich nämlich herausstellen, dass die Produktionsrückgänge im letzten Quartal 2012 vor allem deshalb so stark ausgefallen sind, weil die Branche aus Vorsichtsprin- zip und um einen Lageraufbau zu vermeiden stärker auf die Bremse getreten ist 80 90 100 110 120 05 06 07 08 09 10 11 12 Deutschland Eurozone ohne Deutschland 2005=100, gl. 3M Durchschnitt Quellen: Eurostat, Statistisches Bundesamt, DB Research Industrieproduktion 20 60 80 100 120 140 07 08 09 10 11 12 Inland Ausland (Eurozone) Ausland (Nicht - Eurozone) 2005=100, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland: Auftragseingang 21 - 60 - 40 - 20 0 20 40 60 06 07 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Quelle: ifo Deutschland: Geschäftsklima 22 Verarbeitendes Gewerbe, Salden aus positiven und negativen Firmenmeldungen Ausblick Deutschland 9 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen als dies erforderlich gewesen wäre. Das Ernährungsgewerbe dürfte nach einem der äußerst seltenen Produktionsrückgänge (2012: -0,5%) im laufenden Jahr wieder um ca. 1% zulegen. Privater Konsum 2013 wichtigster Wachstumstreiber Die Entwicklung der privaten Konsumausgaben verlief in den letzten Jahren erfreulich. Nachdem der private Konsum von 2000 bis 2008 mehr oder weniger stagniert hatte, entwickelte er sich in den Jahren 2011 und 2012 zu einem wich- tigen Wachstumsträger. Im laufenden Jahr dürfte der private Konsum sogar der wichtigste Wachstumstreiber sein. Wir erwarten, dass die realen Konsumaus- gaben 2013 – gestützt auf eine solide Lohnentwicklung, niedrigere Rentenbei- tragssätze und einen relativ stabilen Arbeitsmarkt – um gut ½% und damit nur leicht schwächer als im Vorjahr (0,8%) zunehmen. Dabei gehen wir davon aus, dass die nominalen verfügbaren Einkommen 2013 um rund 2 ¼% zunehmen, die Inflation im Jahresdurchschnitt 1 ¾% beträgt und die Sparquote bei 10,3% verharrt. Arbeitsmarkt weiter relativ stabil Die Abschwächung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums machte sich schon am Arbeitsmarkt bemerkbar. So hat die Zahl der Arbeitslosen etwa seit der Jah- resmitte 2012 leicht zugenommen und sich das Wachstum der sozialversiche- rungspflichtig Beschäftigten von 2 ¾% zu Jahresbeginn 2012 auf zuletzt etwa 1 ½% abgeschwächt. Das Auseinanderlaufen der Entwicklung von Beschäfti- gung und Arbeitslosen ist zu einem großen Teil durch die relativ hohe Zuwande- rung erklärbar. So waren 2012 voraussichtlich 340.000 Personen netto nach Deutschland zugewandert, nach 279.000 im Gesamtjahr 2011. Besonders stark stieg die Zuwanderung aus EU-Ländern und hier insbesondere aus den Peri- pherieländern, da die Menschen dort aufgrund der tiefen Rezession und der desolaten Situation auf den Arbeitsmärkten keine Beschäftigung finden. Die Ergebnisse von Unternehmensbefragungen zu den Beschäftigungsplanun- gen in den nächsten Monaten zeigen, dass die Unternehmen ihre Personalpla- nungen nach unten revidieren und teilweise schon einen Abbau planen. Zudem waren die Werte der Frühindikatoren für die Arbeitsmarktentwicklung, wie bei- spielsweise das ifo Beschäftigungsbarometer, der BA-X Stellenindex der Bun- desagentur für Arbeit, die Zahl der offenen Stellen und der Zeitarbeiter schon seit der 2. Jahreshälfte 2011 rückläufig. Zum Ende des letzen Jahres hat sich aber beispielsweise das ifo Beschäftigungsbarometer wieder etwas aufgehellt, was sich zur Jahresmitte 2013 auch auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln sollte. Das Wachstum der Beschäftigung dürfte sich im Jahresdurchschnitt aber weiter verlangsamen und die Zahl der Arbeitslosen zunehmen, im Jahresdurchschnitt 2013 allerdings knapp unter 3 Millionen bleiben. Entsprechend wird die Arbeits- losenquote leicht auf 7,1% steigen, nach 6,9% im Jahr 2012. Damit ist die Lage am deutschen Arbeitsmarkt mit Blick auf das internationale Umfeld aber weiter als relativ stabil und im europäischen Vergleich als ausgesprochen gut zu be- zeichnen. Industrieproduktion Deutschland 23 % gg.Vj. 2011 2012 2013 Ernährung 1,1 - 0,5 1,0 Getränke 3,7 0,5 1,0 Textil 1,3 - 7,0 - 1,0 Bekleidung 0,2 - 8,0 - 8,0 Papier 0,5 - 1,5 1,0 Chemie 1,3 - 3,0 1,5 Pharma 4,7 - 2,5 0,5 Kunststoffwaren 5,8 - 0,5 0,0 Baustoffe 8,2 - 4,0 - 1,0 Metallerzeugung 4,8 - 3,0 0,5 Metallerzeugnisse 11,7 - 1,0 1,5 Elektrotechnik 14,3 - 2,0 0,5 Maschinenbau 13,3 1,5 0,0 Automobil 13,3 0,0 - 2,0 Verarb. Gewerbe 8,7 - 1,0 0,0 Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 8,5 9,0 - 100 - 80 - 60 - 40 - 20 0 20 40 60 80 100 08 09 10 11 12 Anzahl der Arbeitslosen (links) Arbeitslosenquote (rechts) Deutschland: Arbeitslosigkeit 24 Veränderung gg.Vm., 1.000 (links), % (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 90 95 100 105 110 115 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 ifo Beschäftigungsbarometer * (links) Soz.vers.pflichtig Beschäftigte (rechts) 2005 = 100 (links), % gg.Vj. (rechts) *) Um 6 Monate nach vorn verschoben Quellen: ifo, Deutsche Bundesbank Deutschland: Beschäftigungsbarometer & Beschäftigung 25 Ausblick Deutschland 10 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Wirtschaftswachstum 2013 wohl nur ¼% Nach einem schwachen Start in das Jahr 2013 rechnen wir damit, dass sich die Dynamik der deutschen Wirtschaft im Sommerhalbjahr beschleunigt. Aufgrund der schlechten Ausgangsbasis wird das Wirtschaftswachstum im Jahresdurch- schnitt 2013 allerdings nur etwa ¼% betragen, gegenüber 0,7% im Jahr zuvor. Getragen wird das Wachstum vor allem von den privaten Konsumausgaben, während der Außenbeitrag negativ ist. Bei einer weiteren Stabilisierung der Eu- rozone sowie der von uns erwarteten Belebung der globalen Konjunktur – 2014 halten wir ein globales Wachstum von 4% für möglich – sollte sich auch der Aufschwung der deutschen Wirtschaft fortsetzen und die reale Wirtschaftsleis- tung im Jahr 2014 um 1 ½% zulegen. Für die Prognose des von uns im Frühjahr 2013 erwarteten konjunkturellen Wendepunktes bestehen naturgemäß erhebliche Risiken. Die jüngsten Verbes- serungen bei den Vertrauensindikatoren der Unternehmen schon als ersten Hinweis zu interpretieren, dass die Konjunktur sich deutlicher bessert und das von uns prognostizierte Wachstum nun höher ausfällt, wäre falsch. Die etwas besser ausgefallenen Stimmungsindikatoren sind vielmehr eine notwendige Voraussetzung für unsere Wachstumserwartung, die unterstellt, dass der kon- junkturelle Tiefpunkt bereits zu Jahresbeginn 2013 durchschritten wird. Inflation leicht niedriger Der Anstieg der Konsumentenpreise betrug zum Jahresende wie auch im Jah- resdurchschnitt 2012 rund 2%. Dabei war der Anstieg vor allem durch Nah- rungsmittel und Energie getrieben, deren Preise sich um 3,2% bzw. 5,7% erhöh- ten. Ohne Nahrungsmittel und Energie lag die sogenannte Kerninflationsrate weiter nur bei etwa 1,3%. Ein inländischer Preisdruck ist angesichts der im Zuge des deutlich unter dem Potenzial liegenden Wirtschaftswachstums leicht steigenden Unterauslastung der gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten nicht in Sicht. Die Kerninfla- tionsrate dürfte sich daher weiter in einem engen Band zwischen 1 und 1 ½% bewegen. Da wir im Jahr 2013 von nahezu unveränderten Ölpreisen und einem nur leicht schwächeren Euro ausgehen – zum Jahresende 2013 erwarten wir einen Kurs von USD 1,20 pro EUR –, dürfte der Anstieg der Energiepreise 2013 trotz der deutlich steigenden Strompreise unter dem im Vorjahr liegen. Entspre- chend wird sich die Inflationsrate insgesamt im Jahresverlauf 2013 leicht zu- rückbilden und dürfte im Jahresdurchschnitt bei etwa 1 ¾% zu stehen kommen. Die Inflationsrisiken sind zwar auf längere Sicht angesichts der für Deutschland insgesamt zu expansiven Geldpolitik sowie des OMT-Programms der EZB ge- stiegen. Diese dürfte sich aber wohl zunächst stärker bei den Vermögensprei- sen als bei den Konsumentenpreisen niederschlagen. Öffentliche Finanzen in guter Verfassung Die öffentlichen Finanzen Deutschlands sind in guter Verfassung. Im Jahr 2012 schloss der öffentliche Haushalt mit einem positiven Saldo von 0,1% des BIP. Dazu haben vor allem konjunkturell bedingt kräftige sprudelnde Steuereinnah- men, der aufgrund der gesunkenen Renditen niedrigere Zinsendienst auf die öffentliche Verschuldung als auch das Auslaufen der Konjunkturpakete beige- tragen. Das schwächere Wirtschaftswachstum und die Senkung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung um 0,7%-Punkte auf 18,9% werden allerdings dafür sorgen, dass der Haushalt 2013 wohl wieder leicht rote Zahlen schreibt. - 1 0 1 2 3 4 5 6 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 14 % gg.Vq. (links) % gg.Vj. (rechts) Deutschland: Wirtschaftswachstum 26 Reales BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 07 08 09 10 11 12 Inflation insgesamt Kerninflation *) *) Ohne Nahrungsmittel - und Energiepreise Deutschland: Inflation 27 % gg.Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 50 55 60 65 70 75 80 85 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 00 02 04 06 08 10 12 14 Budgetsaldo (links) Öffentliche Verschuldung (rechts) Deutschland: Öffentliche Finanzen 28 Gesamter öffentlicher Sektor, % BIP Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 11 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Daher machen die geforderten stärkeren Sparanstrengungen durchaus Sinn, um den Haushalt nicht nur wie bislang über die Einnahmeseite, sondern auch über die Ausgabenseite zu konsolidieren. Mit Blick auf die Wachstumsabschwä- chung und die Tatsache, dass der Fehlbetrag 2013 wohl nur etwa ½% des BIP betragen und Deutschland im internationalen Vergleich damit weiter eine her- ausragende Position einnehmen würde, erscheint die eingeschlagene Haus- haltspolitik allerdings vertretbar. Mit dem wieder kräftigeren Wachstum dürfte sich der Fehlbetrag zudem im Jahr 2014 wieder zurückbilden. Deutschland be- findet sich damit auf gutem Weg, die im Grundgesetz verankerte Schuldenregel, die ab 2016 das strukturelle Budgetdefizit auf 0,35% des BIP begrenzt, zu erfül- len. Deutschland ist zudem wohl das einzige Euroland, in dem schon im Jahr 2013 die Schuldenquote zurückgeht, mit weiter sinkender Tendenz. Risiken hierfür liegen in potenziellen Belastungen durch die Eurokrise. Bundestagswahl 2013: Vor einem Regierungswechsel? Nach den Umfrageergebnissen von Januar 2013 liegt die aktuelle Regierungs- koalition mit zusammen 44% – so viel wie seit über zwei Jahren nicht mehr – wieder leicht vor einer möglichen Koalition aus SPD und Grünen, die zusammen 42% erhielten. Die Bundestagswahl – voraussichtlich im September 2013 – könnte dennoch zu einem Regierungswechsel führen, insbesondere falls die FDP – aktuell bei 5% – den Einzug ins Parlament doch verfehlen sollte, was ein herber Verlust von fast 10%-Punkten gegenüber dem Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl im September 2009 (14,6%) wäre. Derzeit würde den Antwor- ten der Befragten zufolge, die CDU/CSU auf einen Stimmenanteil von 39% kommen (Bundestagswahl 2009: 33,8%), die SPD würde 28% erhalten (23,0%). Die Grünen mit 14% (10,7%) und Die Linke mit etwa 7% (11,9%) dürften eben- falls ins Parlament einziehen. Bei möglichen alternativen Regierungskoalitionen besteht das Risiko, dass frühere erfolgreiche Reformen zurückgedreht werden könnten, obwohl diese in der Zukunft noch notwendiger werden. Bernhard Gräf (+49 69 910-31738, bernhard.graef@db.com) Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) Deutschland - Prognosen auf einen Blick 29 % gg.Vj. 2011 2012 2013 2014 Reales BIP 3,0 0,7 0,3 1,5 Privater Konsum 1,7 0,6 0,6 1,0 Staatsausgaben 1,0 1,0 1,0 0,7 Anlageinvestitionen 6,2 - 2,1 1,1 2,8 Ausrüstungen 7,0 - 4,4 - 1,2 4,4 Bau 5,8 - 1,1 1,9 1,5 Lager* 0,2 - 0,5 - 0,2 0,0 Exporte 7,8 4,1 3,2 4,9 Importe 7,4 2,3 4,2 5,0 Nettoexport* 0,6 1,1 - 0,2 0,3 Konsumentenpreise 2,3 2,0 1,7 1,6 Budgetsaldo, % BIP - 0,8 0,1 - 0,4 - 0,2 Arbeitslosenquote, % 7,1 6,8 6,9 6,8 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 5,7 6,4 5,7 5,5 * Beitrag zum Wirtschaftswachstum, % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research Ausblick Deutschland 12 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo BIP - Wachstum Inflation Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2012P 2013P 2014P 2012P 2013P 2014P 2012P 2013P 2014P 2012P 2013P 2014P Euroland - 0,5 - 0,3 1,1 2,5 1,6 1,6 0,9 1,3 1,6 - 3,3 - 2,7 - 2,3 Deutschland 0,7 0,3 1,5 2,0 1,7 1,6 6,4 5,7 5,5 0,0 - 0,5 - 0,3 Frankreich 0,1 - 0,3 1,0 2,2 1,5 1,6 - 2,1 - 2,0 - 2,3 - 4,6 - 3,6 - 2,8 Italien - 2,1 - 0,9 0,5 3,3 1,8 1,5 - 1,0 - 0,3 - 0,2 - 2,9 - 2,3 - 2,5 Spanien - 1,3 - 1,1 0,6 2,5 2,2 1,3 - 1,8 0,0 - 0,2 - 7,9 - 6,1 - 5,1 Niederlande - 1,0 - 0,1 1,7 2,8 2,3 1,8 9,0 9,0 9,5 - 4,0 - 3,2 - 2,0 Belgien - 0,2 0,0 1,0 2,6 1,8 1,7 0,0 0,5 1,0 - 3,4 - 3,3 - 2,6 Österreich 0,5 0,9 1,3 2,5 2,0 1,9 1,2 1,8 2,1 - 3,1 - 2,8 - 2,5 Finnland - 0,1 0,0 1,2 3,1 2,5 2,2 - 1,5 - 1,0 - 0,5 - 0,8 - 0,8 - 0,5 Griechenland - 6,5 - 4,2 0,9 1,1 0,1 - 0,2 - 6,0 - 4,0 - 3,0 - 7,0 - 6,1 - 5,0 Portugal - 2,9 - 1,2 0,8 2,8 1,0 1,2 - 1,5 0,0 1,0 - 5,3 - 4,8 - 3,4 Irland 0,2 0,8 1,9 2,0 1,4 1,5 2,0 2,5 3,0 - 8,3 - 8,0 - 6,2 Großbritannien - 0,1 0,9 1,8 2,8 2,5 2,2 - 4,7 - 4,4 - 3,5 - 5,3 - 6,7 - 5,9 Dänemark - 0,5 1,5 1,5 2,5 1,8 1,8 5,5 4,5 4,5 - 4,5 - 2,0 - 2,0 Norwegen 3,2 2,5 2,5 0,7 2,0 2,0 15,0 13,0 13,0 12,5 11,5 11,5 Schweden 1,2 1,9 1,9 0,9 2,0 2,0 7,5 6,0 6,0 - 0,5 0,0 0,0 Schweiz 1,0 1,5 1,7 - 0,6 0,4 0,8 11,0 10,5 10,0 0,0 0,2 0,5 Tschech. Rep. - 0,8 1,0 3,4 3,3 2,5 2,1 - 1,8 - 1,6 - 1,7 - 3,5 - 3,2 - 2,7 Ungarn - 1,3 0,0 1,6 5,7 4,1 3,5 0,9 1,5 0,9 - 3,0 - 2,9 - 2,8 Polen 2,2 1,6 2,3 3,8 2,6 2,3 - 3,4 - 3,0 - 3,7 - 3,6 - 3,5 - 2,9 USA 2,3 2,0 2,9 2,1 2,3 2,5 - 3,1 - 3,3 - 3,4 - 7,1 - 6,3 - 5,3 Japan 2,0 0,6 0,6 - 0,1 - 0,6 1,6 1,2 1,4 1,9 - 10,0 - 9,9 - 8,2 Welt 2,9 3,2 4,0 3,3 3,2 3,5 Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. 2012* 2013 2010 2011 2012 2013P 2014P Q1 Q2 Q3 Q4P Q1P Q2P Q3P Q4P BIP 4,2 3,0 0,7 0,3 1,5 0,5 0,3 0,2 - 0,3 0,0 0,2 0,4 0,2 Privater Konsum 0,9 1,7 0,8 0,6 1,0 0,0 0,1 0,3 0,1 0,0 0,2 0,4 0,3 Staatsausgaben 1,7 1,0 1,0 1,0 0,7 0,4 - 0,2 0,4 0,0 0,4 0,5 0,1 0,1 Anlageinvestitionen 5,9 6,2 - 2,1 1,1 2,8 - 0,8 - 2,1 0,2 - 0,1 0,4 0,6 0,6 0,6 Ausrüstungen 10,3 7,0 - 4,4 - 1,2 4,4 - 0,9 - 4,0 - 2,0 - 1,5 0,5 0,9 1,0 1,0 Bau 3,2 5,8 - 1,1 1,9 1,5 - 0,7 - 1,1 1,5 1,0 0,3 0,3 0,1 0,1 Lager, % - Punkte 0,6 0,2 - 0,5 - 0,2 0,0 0,0 0,0 - 0,3 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 Exporte 13,7 7,8 4,1 3,2 4,9 0,7 3,3 1,4 - 0,5 0,5 1,0 1,3 1,0 Importe 11,1 7,4 2,3 4,2 5,0 - 0,7 2,2 1,0 0,2 1,0 1,3 1,3 1,3 Nettoexport, % - Punkte 1,7 0,6 1,1 - 0,2 0,3 0,7 0,7 0,3 - 0,4 - 0,2 - 0,1 0,1 - 0,1 Konsumentenpreise 1,1 2,3 2,0 1,7 1,6 2,2 1,9 1,9 1,9 1,8 1,6 1,7 1,5 Arbeitslosenquote, % 7,7 7,1 6,8 7,0 6,8 6,8 6,8 6,8 6,9 7,0 7,0 7,0 7,0 Budgetsaldo, % BIP - 4,1 - 0,8 0,1 - 0,5 - 0,3 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,0 5,7 6,4 5,7 5,5 *Prognosen auf Basis der Daten bis einschließlich Q3 2012, da das Statistische Bundesamt aktuelle Daten für 2012 bislang nur für das Gesamtjahr veröffentlicht hat. Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 13 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Grafik des Monats Rück- und Ausblick auf deutsche Wohnimmobilienpreise Rückblick: Wohnimmobilienpreise stiegen weiter Die positive Preisentwicklung am deutschen Wohnimmobilienmarkt setzte sich 2012 fort. Nach den jüngsten Daten von BulwienGesa haben die Wohnimmobi- lienpreise, wie im Vorjahr, um rund 5% zugelegt. Besonders stark zogen mit 5 ½% die Wohnungspreise an. In den größten Städten (A-Städte) legten sie sogar um fast 8% zu. Die Preise für Einfamilien- und Reihenhäuser stiegen bundesweit um rund 3%. Bei einer Inflationsrate von 2%, lag der reale Haus- preisanstieg damit immer noch bei 1%. Weiterhin ist der Immobilienboom be- sonders stark in den großen, wirtschaftsstarken Städten. In einigen Städten wurden auch zweistellige Preiszuwächse beobachtet. Die Preise in den A- Städten stiegen mit fast 7% am kräftigsten, während Wohnimmobilien in B- Städten um 4,7%, in C-Städten um 3,9% und in D-Städten um 3,5% teurer wur- den (siehe Grafik). In strukturschwachen Städten stagnierten oder fielen die Preise sogar, teilweise um bis zu 5%. Ausblick: Aufschwung setzt sich fort Wir erwarten für 2013 ein ähnliches makroökonomisches Umfeld wie im letzten Jahr: Ein schwaches gesamtwirtschaftliches Wachstum mit recht stabilen Ar- beitslosenraten und einem leichten Anstieg der Beschäftigten. Gleichzeitig soll- ten auch die realen Einkommen leicht zulegen. So erwarten wir in 2013 einen über dem Produktivitätszuwachs liegenden Lohnanstieg. Angesichts der üppi- gen Liquiditätsversorgung seitens der EZB und der fallenden Renditen auf süd- europäische Staatsanleihen sind Deutschlands Wohnimmobilien mit Mietrendi- ten von typischerweise mehr als 4% weiterhin sehr attraktiv. Daher bleibt die Portfolioumschichtung von Finanzanlagen in Richtung Immobilienmarkt sowohl für deutsche Privatanleger als auch institutionelle Investoren eine interessante Investitionsmöglichkeit. Aufgrund der massiven Arbeitslosigkeit in den südeuro- päischen Ländern könnten auch die Nettozuwanderung (2012: +340.000) und die Kapitalzuflüsse weiterhin positive Impulse für den deutschen Wohnimmobi- lienmarkt die Nachfrage stimulieren. Angesichts der Globalisierung, Urbanisierung und demographischer Effekte sollte die Differenzierung der Wohnimmobilienpreise in Deutschland weiterhin zunehmen. Städte mit wettbewerbsfähigen Unternehmen werden Arbeitnehmer ABCD - Klassifizierung A - Städte: Wichtigste deutsche Zentren. Große, funktionsfähige Märkte. B - Städte : Großstädte mit nationaler und regionaler Bedeutung C - Städte: Wichtige deutsche Städte mit regionaler und eingeschränkt nationaler Bedeutung. D - Städte: K leine, regional fokussierte Standorte mit zentraler Funktion für ihr direktes Umland. Quelle: BulwienGesa Rückblick: Wohnimmobilienpreise stiegen weiter -4 0 4 8 2000 2003 2006 2009 2012 A - Städte Gesamt nach Bundesbankgewichtungsschema (Wohnungen, Häuser, Bestand, neu) D - Städte 2012 Wohnungs- und Hauspreise DX % gg. Vj. Quellen: BulwienGesa, DB Research Ausblick Deutschland 14 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen anziehen, während die Einwohnerzahl von Städten mit weniger wettbewerbsfä- higen Unternehmen eher stagniert oder zurückgeht. Die entsprechenden Unter- schiede in der Wohnraumnachfrage sollten sich dann weiterhin in den Preisen niederschlagen. Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Ausblick Deutschland 15 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (1) — Mit 0, 7 % gg. V j . wuchs das deutsche BIP 2012 deutlich langsamer als noch 2011 (+3,0%). Im Jahresverlauf sank die Dynamik zudem merklich von noch 0,5% Wachstum gg. Vq. in Q1 auf voraussichtlich - 0,5% in Q4. — Das Wachstum wurde 2012 vom starken Export in der ersten Jahreshälfte und mit Abstrichen vom Konsum g e- tr agen. Dagegen bremsten sinkende Investitionen. — Erste Anzeichen – Anstiege des ifo - Index und leic hte Beschleunigung des chinesischen BIPs – deuten auf e i- ne Belebung im Frühjahr hin. Aufgrund des negativen Q4 - BIP liegt unsere Prognose für 2013 bei ¼%. — Im Vergleich zum Rest der Eurozone ist die Wachstum s- abschwächung in Deutschland insgesamt moderat. Zwar sank das deutsche BIP in zwei der letzten fünf Quartale (Q4 2011 und Q4 2012), im Rest der Eurozone war dies jedoch in allen Quartalen der Fall. — Angesichts des verbleibenden Anpassungsbedarfs in einigen EWU - Ländern dürfte die EWU bis Anfang 2013 in e iner Rezession verharren und danach auf einen sehr flachen Wachstumspfad einschwenken. Die Wirtscha f t dürfte 2012 um 0,5% schrumpfen. 2013 dürfte das BIP ebenfalls leicht zurückgehen ( - 0,3%). — Mit 104,2 nach zuvor 102,4 ist das ifo Geschäftsklima zum 3. Mal in Folge angestiegen. In der Vergangenheit deutete dies auf einen konjunkturellen Wendepunkt hin. Deutschland sollte also keine technische Rezession e r- leben. Das BIP in Q1 dürfte aber noch schwach bleiben. — Der Anstieg des Indexes war erneut von bessere n E r- wartungen (4. Anstieg in Folge) getrieben, während sich die Geschäftslage in den letzten 4 Monaten kaum ve r- ändert hat. — Zu Erinnerung: Anfang 2012 gab es eine ähnliche En t- wicklung, ohne dass sich die Industrieproduktion besse r- te. Zudem hielt das Stimmun gshoch nur kurz an. — Der Einkaufsmanage rindex (PMI) für das Ver. Gew. s cheint auf dem Weg Richtung 50 zu sein. Mit 48,8 lag er im Januar deutlich über dem Q4 - Schnitt (46,3). Der Auftragseingang fiel so langsam wie seit Juni `11 nicht mehr und die Produkt ion (50,4) legte wieder leicht zu. — Der PMI im Dienstleistungssektor (55,3) lag merklich über der Wachstumsschwelle. Sowohl der Auftragsei n- gang als auch die Geschäftserwartungen deuten mit Ständen von über 53 auf solides Wachstums hin. — Weitere, moderate Ans tiege des ifo und des PMI wären konsistent mit einer schwachen Industrieproduktion in der kurzen Frist und einer Erholung im Frühjahr. - 1 0 1 2 3 4 5 6 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1 - 0,5 0 0,5 1 1,5 2 2,5 10 11 12 13 14 EWU ex DE DE BIP Entwicklung: DE vs. EWU % gg. Vq. Quelle: Eurostat 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 35 40 45 50 55 60 65 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 16 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (2) — Nach einem durch Großaufträge getriebenen Auftrag s- plus von 3,8% gg. Vm. im Okt. gab es mit einem Minus von 1,8% im November die erwartete Normalisierung. — Die Nachfrage nach deutschen Gütern scheint sich zu stabilisieren. Die Kernaufträge (ohne z.B. Flugzeuge, Schiffe) haben sich im Oktober und November nach krä f- tigen Rückgängen in Q3 2012 wieder leicht erholt. — Im Vorjahresvergleich befindet sich das Auftragsniveau noch mit 1,7% im Minus (Zweimonatsschnitt). Ang e- sichts der sich etwas aufhellenden Stimmung und posit i- verer Signale aus z.B. China, könnte sich der Auftrag s- eingang in den nächste n Monaten graduell erholen. — D i e Industrieproduktion ist zum Jahresende 2012 stark gefallen. Nach Rückgängen von 1,2% gg. Vm. im Sep. und 2,0% im Okt. hat sich die Produktion im Nov. (+0,2%) nur minimal erholt. — Im Schlussquartal dürfte das Minus über 2% betragen haben vor allem getrieben durch Rückgänge bei Invest i- tionsgütern und dem Autosektor. — Sowohl die Auftragslage als auch die Stimmungsindik a- toren deuten bis ins erste Quartal 2013 hinein auf eine stark gedämpfte Industrieproduktion hin , auch wenn es auf Monatsebene leichtes Wachstum geben könnte. — Das Niveau der Beschäftigung liegt noch 0, 6 % über Vj. und befindet sich mit 41, 6 Mio. Personen nahe dem hi s- torischen Höchststand. Das Niveau der sozialversich e- rungspflichtig Beschäftigten liegt 1,4% über V j. — Der Beschäftigungsaufbau ist zum Stillstand gekommen . Während die Beschäftigung im ersten Halbjahr 2012 noch um 30 Tsd. pro Monat stieg, waren es in Q3 nur noch 6 Tsd. Im November sank die Beschäftigung um 1 Tsd. gg. Vm. nach kräftigeren Rückgängen von 20 Tsd. im Sep. und 10 Tsd. im Okt. — Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Dezember zum neu n- t en Mal in Folge . Mit einem Plus von 3 Tsd. auf rd. 2,9 Mio. war der Anstieg aber geringer als zuletzt (Oktober: +19 Tsd.). D ie Arbeitslosenquo te beträgt 6,9%. — Frühindikatoren – ifo, PMI, Stellenindex BA - X – deuten auf eine weitere Abschwächung des Arbeitsmarktes bis Mitte 2013 hin. Der kräftige Anstieg des ifo - Beschäftig - ungsbarometers in Nov. und Dez. verstärkt allerdings die Anzeichen für eine E rholung im Jahr esverlauf 2013 . — Die Arbeitslosenquote dürfte nach unserer Prognose im Jahresdurchschnitt 201 3 von 6,8% (2012) auf 6 , 9 % a n- steigen. -30 -20 -10 0 10 20 30 11 12 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 77 82 87 92 97 102 107 112 117 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 08 09 10 11 12 13 Industrieproduktion (links) ifo - Erwartungen (4 M. verz., re.) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt Industrieproduktion und ifo-Erwartungen 90 95 100 105 110 115 120 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 Erwerbstätige (links) ifo - Beschäftigungsbarometer (um 6 Monate verzögert, rechts) % gg. Vj (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Bundesagentur für Arbeit Erwerbstätige und ifo - Beschäftigungsbarometer - 100 - 50 0 50 100 150 200 4 5 6 7 8 9 10 08 09 10 11 12 13 Veränd. der Arbeitslosigkeit (rechts) Arbeitslosenquote (links) Arbeitslosigkeit % der zivilen Erwerbspersonen (links); gg. Vm., '000 (rechts) Quelle: Bundesagentur für Arbeit Ausblick Deutschland 17 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (3) — Die Inflation lag 2012 im Jahresschnitt bei 2,0% und damit etwas niedriger als im Vorjahr (2,3%). Bei Energie verringerte sich der Preisauftrieb von 10,0% auf 5,7%. Bei Nahrungsmitteln beschleunigte er sich leicht von 2,9% auf 3,2%. Die Kerninflation lag erneut bei 1,3%. — Dieses Jahr erwarten wir einen erneuten leichten Rüc k- gang der Inflation au f 1,7%, da der Ölpreis nur moderat steigen sollte und die Kerninflation – nach dem Abkli n- gen der Einmaleffekte Ende 2012 – angesichts des sich abschwächenden Arbeitsmarktes niedrig bleiben sollte. Von Nahrungsmitteln gehen begrenzte Aufwärtsrisiken aus. — Der Welthandel verlor in den letzten Monaten an Tempo und lag im Schnitt der letzten drei Monate nur knapp 2% über Vorjahr, was den deutschen Export im Jahresve r- lauf zunehmend dämpfte. — Im November fielen die Exporte ( - 3,4% gg. Vm.) und die Importe ( - 1,0%) . Der Handelsbilanzsaldo ging erneut z u- rück von EUR 14,8 Mrd. auf EUR 14,6 Mrd. und liegt damit deutlich tiefer als noch im August (EUR 18,4 Mrd.). — Im Vorjahresvergleich waren die Exporte nahezu unve r- ändert, was eine deutliche Verlangsamung im Vergleich zu m Jahresanfang ist. Ähnlich die Importe: Sie waren im November 1,1% niedriger als im November 2011. — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an den gesamten deutschen Exporten um n a- hezu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 38% gefallen (Asien 17% und USA 8%). — In Folge der Eurokrise und der Rezession in zahlreichen EWU - Ländern sind die Exporte dorthin gg. Vj. rückläufig, wodurch der deut sche Handelsbilanzüberschuss gg . den EWU - Staaten deutlich gesunken ist. — Mehr als ausgeglichen wird dieser Rüc kgang bisher aber durch den Anstieg der Exporte nach Asien und in die USA, was 2012 insbesondere durch den Export von A u- tos getrieben war. — Die Exporte dürften sich bis ins nächste Jahr hinein we i- ter abschwächen. Darauf deuten die Exporterwartungen hin, die i m Oktober auf ein 40 - Monatstief gefallen waren und trotz eines Anstiegs um insgesamt gut 4 Punkte im Nov./Dez. unter ihrem langfristigen Durchschnitt gebli e- ben waren. — Dagegen dürften die Importe bei einem noch recht h o- hen Beschäftigungsniveau und real en Einkommensz u- wächsen relativ stabil bleiben. — Der Wachstumsbeitrag der Nettoexporte dürfte im Wi n- terhalbjahr negativ werden . -1 -1 0 1 1 2 2 3 3 4 08 10 12 Kerninflationsrate Inflationsrate Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research % gg. Vj. Inflationsrate und Kerninflationsrate 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 18 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Branchen — Die inländische Industrieproduktion tendierte in den let z- ten Monaten nach unten, vor allem im 4. Quartal 2012 . Insgesamt dürfte die reale Produktion 2012 um 1% g e- sunken sein. Für 2013 halten wir eine Stagnation der In- dustrieproduktion für wahrscheinlich . — Die Auftragseingänge liegen aktuell unter Vorjahresn i- veau. Insbesondere die Aufträge aus der Euroz one sind stark zurückgegangen; dagegen wirkten die Bestellu n- gen von außerhalb der Eurozone bisher noch stützend. — Risiken für die Industrie bestehen in einer weiteren Ko n- junkturabkühlung in wichtigen Exportmärkten. — Die Produktion in der Automobilindustrie lag in den let z- ten beiden Monaten spürbar unter dem Durchschnitt des Gesamtjahres 2012 . Insgesamt dürfte die P roduktion 2012 bestenfalls stagniert haben . — Die Geschäftserwartungen haben sich in den letzten Monaten eingetrübt, am aktuellen Rand jedoch erholt . Auch die Kapazitätsauslastung in der Automobilindustrie ist in den letzten Monaten deutlich gesunken. — Auch aufgrund des statistischen Unterhangs erwarten wir für 2013 einen Produktionsrückgang in der Automo- bilindustrie von real 2%. — Mit dem Rückgang der Aufträge im Maschinenbau im Verlauf des vergangenen Jahres, zeigte auch die Pr o- duktion Schwächen. Im Gesamtjahr dürfte die Fertigung aber noch um 1,5% gewachsen sein. — Die Auftragseingänge im Maschinenbau sendeten z u- letzt uneinheitlich Signale. Eine Stabilisierung der Eur o- zone könnte 2013 die Auslandsnachfrage beleben. — Für 2013 rechnen wir mit einer Stagnation der Produkti- on im Maschinenbau. Dabei unterstellen wir im Verlauf von 2013 eine aufwärts gerichtete Produktionsentwick- lung, denn die Branche wird mit einem Unterhang ins Jahr 2013 starten. — In den frühzyklischen Branchen sind noch keine starken Konjunkturimpulse für 2013 zu erkennen. — In der Chemieindustrie hat sich Produktion in den letzten Monaten stabilisiert. Ein Rückgang im Gesamtjahr ( - 3%) ist jedoch unvermeidlich . 2013 dürfte die Fertigung um 1,5% zulegen. — Die Produktion in der kunststoffverarbeitenden Industrie tendierte zuletzt nach unten, die Geschäftserwartungen haben sich am aktuellen Rand jedoch wieder gebessert. — Die Metallerzeugung wird 2012 zwar um 3% sinken, 2013 könnte sie jedoch ein marginales Produktionsplus erzielen. 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 Aufträge Produktion 2005=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Verarbeitendes Gewerbe: Produktion und Aufträge 20 30 40 50 60 70 80 90 100 60 70 80 90 100 110 120 130 140 08 09 10 11 12 Kapazitätsauslastung (rechts) Produktion (links) Automobilindustrie: Produktion & Kapazitätsauslastung 2005=100, sb. (links), Kapazitätsauslastung in % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo 60 80 100 120 140 08 09 10 11 12 Produktion Auftragseingang Maschinenbau: Aufträge und Produktion 2005=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt 60 80 100 120 140 08 09 10 11 12 Chemie Kunststoffe Metallerzeugung - und bearbeitung Produktion: Frühzyklische Branchen 2005=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 19 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (1) — Wir erwarten durch die Entspannung an den Finanz- märkten und den Anzeichen für eine Konjunkturstabili- sierung nicht mehr, dass die EZB den Leitzins in Q1 senken wird. Die Reduktion der EZB-Bilanz um etwa EUR 160 Mrd. gg. dem Höchststand könnte ein erstes Anzeichen für einen beginnenden Ausstieg aus der un- konventionellen Geldpolitik sein. Mit der Rückzahlung von LTRO-Liquidität wird die Bilanz weiter verkürzt. — Obwohl es weniger wahrscheinlich geworden ist, dass ein Land beim ESM einen Hilfsantrag stellt, steht die EBZ bereit unter strikter Konditionalität das OMT ( Outright Monetary Transactions ) zu starten. — Die Kos ten besicherter Interbanken - Refinanzierung sind auf Rekordtief von etwa 0,15% p.a. ( - 0,9 % - P. gg. Vj.). — Anzeichen dafür, dass die Fed die zeitlich unbegrenzten Assetkäufe überdenkt, führten zu einer kleinen Ve r- kaufswelle bei US - Staatsanleihen. — Die Rend ite deutscher Anleihen folgte dieser Entwic k- lung. Seit Jah resanfang ist die Rendite von 1,32 % auf momentan 1, 58 % gestiegen. — Trotz zum Teil negativer Realzinsen bevorzugen viele Anleger den „sicheren Hafen“ Deutschland, eines der wenigen Länder mit AAA - Ra ting in Europa. — Die Intra - EWU - Renditeabstände haben sich durch EZB - Präsident Draghis Ankündigung, dass die EZB alles tun wird, um den Euro zu erhalten (26. Juli) und den klaren politischen Willen die Eurozone zusammenzuhalten, deutlich verringert. — In der EZB - Pressekonferenz im Januar hob Draghi he r- vor, dass sich das Vertrauen auf den Finanzmärkten signifikant verbessert hat und die Fragmentierung ve r- ringert. — Die Renditeabstände von italienischen und spanischen Anleihen haben am deutlichsten auf die in Aussicht g e- stellte EZB - Intervention (OMT) reagiert. — Die Spreads sanken seit Anfang September in Spanien um 200 und Italien um rund 190 Basispunkte . — Am kurzen Ende (3J), dem Fokus des Anleihepr o- gramms, gingen die Renditeabstände in Spanien um rund 40% und in Italien um etwa 50% zurück. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 EZB Leitzins 3M Satz EWU: Leitzins & 3M Satz % Quellen: EZB, Global Insight 0 1 2 3 11 12 13 % Quelle: Global Insight Rendite 10 - jähriger deutscher Staatsanleihen 0 50 100 150 200 11 12 13 Niederlande Finnland Frankreich Österreich EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight 0 100 200 300 400 500 600 700 11 12 13 Spanien Italien EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight Ausblick Deutschland 20 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (2) — Derzeit liegt der Dax bei etwa 7.700 Punkten. Die opt i- mistischere Einschätzung der Euro - Schuldenkrise hat den Dax weiter getrieben, nicht zuletzt da es bei negat i- ven Realzinsen am deutschen Anleihemarkt an Anlag e- alternativen fehlt. Der Abstand der Dividenden - zur A n- leiherendite hat derzeit ein 35 - Jahreshoch. — Dax seit Beginn der Schuldenkrise relativ zu Aktien im Euroraum mit deutlich besserer Wertentwicklung. A b- sen kungen der Gewinnprognosen für 2013/14 haben kürzlich abgenommen. Durch eine einmalige Bilanzve r- änderung eines großen Au tobauers dürften die 2013er - Dax - Gewinne gg. Vj. aber weiter sinken. Unsere Aktien - Analys ten erwarten einen Stand des Dax von 8000 und de s Stoxx 600 von 315 zum Jahresende 2013. — Rohstoffpreise – insbesondere Industrie- und Energie- rohstoffpreise – dürften in 2013 durch das kräftigere Wachstum in China – dem größten Rohstoffimporteur – und der moderaten Wachstumsbelebung in den Indust- rieländern moderat steigen. — Die expansive Ausrichtung der wichtigsten Zentralba n- ken dürfte preistreibend wirken. — Nahrungsmittelpreise sind in Q3 2012 wegen Dürren (z.B. USA und Osteuropa) deutlich gg. Q2 gestiegen, fi e- len zuletzt aber wieder recht deutlich. S ie liegen aber immer noch etwa 7 % über dem Vorjahresniveau. — Nach einem schwachen Winterhalbjahr, dürfte sich die Nachfrage nach Öl in H2 2013 mit der weltweiten Ko n- junkturbelebung deutlich erhöhen. Zusätzliche preistre i- bende Wirkungen könnten von der Angebotsseite (z.B. geopolitische Risiken, Iran) ausgehen. — Wir erwarten zum Ende des Jahres einen Ölpreis von USD 115 per Barrel Brent. Momentan notiert der Ölpreis bei knapp über USD 110 per Barrel Brent. — Im Jahresverlauf 2013 dürften negative Realzins en, ein schwächerer USD in H1 2013 und der Goldkauf durch Zentralbanken zur Diversifizierung der Währungsrese r- ven den Goldpreis steigen lassen. — Unsere Rohstoff-Analysten erwarten eine Notierung von USD 2.000 per Feinunze zum Jahresende. Momentan liegt der Goldpreis bei etwa USD 1690 per Feinunze. 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 06 07 08 09 10 11 12 13 Dax 30 EuroStoxx 50 (normiert) Aktienindizes Quellen: Global Insight, DB Research 0 20 40 60 80 100 120 140 160 08 09 10 11 12 Nahrungsmittel Energierohstoffe Insgesamt Industrierohstoffe Rohstoffpreise HWWI Index, 2010=100, EUR Basis Quelle: HWWI 0 20 40 60 80 100 120 140 160 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Barrel EUR je Barrel Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research Ölpreis Brent Blend, USD oder EUR je Barrel 0 500 1000 1500 2000 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Feinunze EUR je Feinunze Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research USD oder EUR je Feinunze Goldpreis Ausblick Deutschland 21 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (3) — Trotz der öffentlichen Debatte über Inflationsgefahren erwarten die von der EZB befragten privaten Prognost i- ker keinen Anstieg der Infl ationsrate (EWU) in 2 Jahren (1, 9%) u nd selbst keinen in 5 Jahren (2, 0%). — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller, deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter A n- leihen berechnete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen 2 und gut 2 ½%. — Allerdings dürfte diese „implizite Inflationserwartung“ verzerrt sein. Zum einen ist der derzeitige negative R e- alzins von - 1% ökonomisch nur schwer zu erklären. Zum anderen sind die Anleiherenditen durch massive Käufe einiger großer Zentralbanken und bestehender „safe h a- ven“ - Käufe wohl nach unten verzerrt. — Der Euro wertete seit Ende Juli 2012 um 10% auf und notiert momentan bei einem EUR/USD Kurs von 1,33. Dies geht auf die deutliche Reduktion des Extremrisikos eines Auseinanderbrechens der Eurozon e und der damit verbundenen Reduktion der Kapitalflucht, Verbesserung des Leistungsbilanzsaldos der Eurozone, der expansiv e- re Geldpolitik der Fed relativ zu EZB, der Unsicherheit über die Lösung der fiskalischen Probleme in den USA („Fiscal Cliff“, Schulde nobergrenze) zurück. — Im Gegensatz zur Bilanz der Fed, schrumpft die EZB - Bilanz bereits. Die Bilanzverkürzung der EZB dürfte sich mit der Rückzahlung der LTRO - Liquidität beschleunigen und einen Aufwertungsdruck auf den EUR ausüben. — Unsere Wechselkursstrate gen erwarten einen EUR/USD Kurs von 1,35 in 3 Monaten. — In H2 2013 dürfte sich das Wachstum der USA auf etwa 3% erhöhen und f ür einen stärkeren USD sorgen - uns e- re Strategen rechnen mit einem EUR/USD Kurs von 1,30 in 6 Monaten. Zudem dürften die Schiefergaserschli e- ßungen mittelfristig einen dämpfenden Effekt auf die Leistungsbilanz der USA haben. -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächsten 12 - M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg 0,8 0,9 1 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 130 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Nom. eff. EUR - Wechselkurs (l.) Realer eff. EUR - Wechselkurs (l.) USD je EUR (r.) Wechselkursentwicklung des Euro 1999Q1=100 (links), USD je EUR (rechts) Quellen: EZB, Reuters Ausblick Deutschland 22 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (4) — Wachstum der Unternehmenskredite in Deutschland schwächte sich im November weiter ab (letzter Stand). — Auch wenn das Kreditwachstum in Deutschland mit 0,8 % gg . Vorjahr deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums liegt ( - 2,5%), konnten sich deutsche Unte r- nehmen nicht komplett von einer schwächeren Konjun k- tur abkoppeln. — Insgesamt beschleunigter Rückgang de s Kreditvolumens im Euroraum – vor allem bedingt durch konjunkturellen Einbruch und anhaltenden Deleveraging in den Krise n- ländern. — Im zweiten Halbjahr 2012 leichte Beschleunigung des Hypothekarkreditwachstums in Deutschland; im Nove m- ber stie g das Kredit volumen um +1,9% gg . Vorjahr. — Niedriges Zinsniveau und in Teilen positive Aussichten an den Immobilienmärkten wirkten sich bisher jedoch nur begrenzt auf die Kreditnachfrage aus, da Investitionen zum Teil durch Portfolioumschichtungen finanziert we r- den. Kr editwachstum immer noch knapp unter Vorkr i- senniveau von 2007. — Nach wie vor höheres Kreditwachstum in Deutschland als in EWU; der zuletzt sprunghafte Anstieg in EWU vor allem bedingt durch Einbruch im Vorjahreszeitraum . — Zinssätze für Unternehmens - und Hypothekarkredite im November auf niedrigstem Stand seit Einführung der Zinsstatistik 2003. — Im Einklang mit den EZB Leitzinssenkungen seit N o- vember 2011 fielen auch die Kreditzinsen in Deutschland kontinuierlich. — Niedrige Risikoprämien am Markt für deutsche Staatsa n- leihen sorgen weiterhin für niedrige Refinanzierungsko s- ten der Banken, die an Kunden weitergeben werden. — Unternehmen schätzen Kreditvergabe im Dezember 2012 weiter als unproblematisch ein. — Leichter Rückgang d es Anteils der Unternehmen, die die Kreditvergabe als restriktiv einstufen: Industrie - Un ternehmen - 1,3 Prozentpunkte gg . Vormonat; Bauu n- ternehmen - 0,2 Prozentpunkte. — Im historischen Vergleich sehr geringe Kredithürde s o- wohl für das Baugewerbe als auch das verarbeitende Gewerbe. Trotz guter konjunktureller Lage, Banken aber zurückhaltender gg . Baugewerbe. -8 -4 0 4 8 12 16 06 07 08 09 10 11 12 Euroraum Deutschland Kredite an Unternehmen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research -2 0 2 4 6 8 10 12 14 06 07 08 09 10 11 12 Euroraum Deutschland Privates Hypothekenvolumen % ggü. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 EZB - Leitzins Ø - Zins für private Hypotheken (Neugeschäft) Ø - Zins für Unternehmenskredite < EUR 1 Mio. (Neugeschäft) Zinsen für Kredite % Quellen: EZB, Bundesbank 0 10 20 30 40 50 60 09 10 11 12 Verarbeitendes Gewerbe Bau Kredithürde Anteil der Unternehmen, die angeben, die Kreditvergabe sei "restriktiv" (in %) Quelle: ifo Ausblick Deutschland 23 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (5) — Kumulierte Emissionen der öffentlichen Hand in Deutsc h land erreichten bis November 2012 etwa Vorja h- resniveau ( EUR 558 Mrd.). Nach wie vor stabiles Inve s- toreninteresse an Anleihen der öffentlichen Hand. — Insgesamt Verschiebung des Emissio nsvolumens in 2012: Bundesländer haben im Vergleich zum Vorjahr insgesamt mehr und der Bund weniger emittiert. — Schuldendienst relativ zum BIP aufgrund des starken Rückgangs des Zinsniveaus jedoch rückläufig . p — Emission von Bankanleihen in Deutschland bis Nove m- ber auf EUR 658 Mrd , mit 7,5% leicht über Vorjahresn i- veau. — Sehr stabile Refinanzierungssituation der Banken in Deutschland ; im Unterschied zu anderen EWU - Län dern keine Abhängigkeit von EZB - Kredit. — I n den vergangenen Jahren Bedeutungsverlust von Pfandbriefen und klassischen Bankschuldverschreibu n- gen; Wachstum nahezu ausschließlich bei Anleiheemi s- sionen durch öffentlich - rechtliche Förderbanken . — Bis November 2012 Anleihen nicht - finanzieller deutscher Unternehmen in Höhe von EUR 27,7 Mrd. platziert – etwa 40 % über Vorjahresniveau ; w ieder relativ starke Emissionstätigkeit im November (EUR 3,3 M rd.) . — Nach wie vor sehr vorteilhaftes Umfeld für die Emission von Unternehmensanleihen: allgemein niedriges Zinsn i- veau, geringe Risikoaufschläge und search for yield auf Seiten der Investoren. — Markt für Unternehmensanleihen wächst derzeit schne l- ler als der für Unternehmenskredite. — Aktienemissionen in Deutschland mit EUR 4 , 7 Mrd. bis November sehr schwach; letztes Jahr Emissionsvol u- men im selben Zeitraum noch gut EUR 20 Mrd. — Günstige Entwicklung des deutschen Aktienmarkts hat in 2012 weder zu einer Belebung bei Börsengängen noch zu g rößeren Kapitalerhöhungen geführt. — Allerdings etwas nach unten verzerrtes Bild, da Börse n- gänge von Talanx und Telefonica Deutschland nicht st a- tistisch erfasst (keine Emission neuer Wertpapiere). 0 100 200 300 400 500 600 700 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Emission von Staatsanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 200 400 600 800 1.000 1.200 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Emission von Bankanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Emission von Unternehmensanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Emission von Aktien Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 24 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Wirtschaftspolitik — Der Schuldenstand war bis Ende 2010 kräftig auf fast 83% des BIP gestiegen. Davon sind fast 13% - Punkte auf Finanzmarktstützungsmaßnahmen sowie Maßnahmen im Rahmen der europäischen Rettungsmechanismen zurückzuführen. — Wegen des kontinuierlichen BIP - Wachstum s und der Verwertung/Abbau von Finanzaktiva war der Schulde n- stand bis zum 1. Quartal 2012 auf gut 81% gefallen. A n- gesichts der Verwertung und zumindest temporär neu hinzukommender Aktiva im Rahmen der Ersten Abwic k- lungsanstalt ist der Schuldenstand nach er sten Schä t- zungen Ende 2012 wieder auf knapp 82% angestiegen. Der Anstieg der Verschuldung ist daher in erster Linie bei den Ländern und hier insbesondere in Nordrhein - Westfalen festzustellen. — Nach dem sehr knappen Sieg von SPD und Grünen in Niedersach sen ändern sich auch die Mehrheitsverhäl t- nisse im Bundesrat. Bei vielen wichtigen Gesetzesvo r- haben auf Bundesebene (z.B. in der Steuerpolitik) ist neben der Zustimmung des Bundestages auch die des Bundesrates (mit den Vertretern der Bundesländer) no t- wendig . Zusammen mit der Linkspartei (SPD/Links Ko a- l i tion in Brandenburg) verfügt Rot - Grün nun über eine Mehrheit (36) im Bundesrat. De facto ändert sich bis zur Bundestagswahl am Gesetzgebungsprozess jedoch w e- nig. Die Koalition von CDU und FDP hatte u.a. wegen S PD/CDU - Koalitionen in mehreren Bundesländern bi s- lang schon keine eigene Mehrheit mehr im Bundesrat. Sollte es im Herbst nach der Bundestagswahl zu einem Wechsel zu einer Regierung aus SPD und Grünen kommen, könnte diese dann aber mit einer komfortablen Me hrheit in beiden Häusern rechnen (wenn es im Herbst – wie derzeitige Umfragen prognostizieren – auch in Hessen zu einem Regierungswechsel käme, sogar ohne Unterstützung durch die Linkspartei). — Die CDU erklimmt unter Angela Merkel neue Höhen und steuert in Richtung 40%. Die FDP wäre gegenwärtig wieder im Bundestag vertreten. Zusammen liegen beide Parteien nun vor Rot - Grün (mit zusammen 44% der Stimmen so viel wie seit über zwei Jahren nicht mehr). Die schwächeren Umfragewerte von SPD und Grünen li egen weniger an den Grünen sondern an sinkenden Werten für die SPD, die wohl mit dem holprigen Start i h- res Kanzlerkandidaten Steinbrück zusammenhängen. Auch nach der Niedersachsen - Wahl, deren Ergebnisse noch nicht in der jüngsten Umfrage bekannt war en , dür f- te sich daran nicht viel ändern. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 05 06 07 08 09 10 11 12 Bund Länder Gemeinden Verschuldung des Staates in % des BIP, Maastricht - Abgrenzung, Quartalswerte Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research Verteilung der Stimmen im Bundesrat 69 Stimmen ingesamt Quelle: Bundesrat 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Sep 2009 Okt 2011 Nov Dez Jan 2012 Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan 2013 CDU/CSU SPD FDP Grüne Linke Piraten 14 28 7 , 5 39 3 Wahl 2009 Deutscher Bundestag, wenn morgen gewählt würde Quelle: IfD Allensbach Wahl - bzw. Umfrageergebnisse, % Ausblick Deutschland 25 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Ansprechpartner für die Chartbooks: Konjunktur und Finanzmärkte: Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Branchen: Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Wirtschaftspolitik: Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik Datum Ereignis Anmerkungen 7. Feb. Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. Wir erwarten derzeit keine Änderung der Hauptrefinanzierungsrate. 7./8. Feb. Europäischer Rat in Brüssel Debatte/Entscheidung über EU - Finanzplan 2014 - 2020. Erörterung handel s- politischer Fragen und der EU - Außenbeziehungen, insbesondere mit arab i- schen Staaten und Ländern im südlichen Mittelmeer. 11./12.Feb. ECOFIN und Eurogruppe in Brüssel Beratungen über wirtschaftliche Lage im Eurogebiet, Stabilität des Finan z- sektors und makroökonomische Stabilität sowie Angelegenheiten des ESM. 15./16. Feb. Treffen der G20 - Finanzminister und Notenbankgouverneure in Moskau U.a. Ber atung über Regulierung und Überwachung der Finanzmärkte, insb e- sondere auch der "Schattenbanken". 4./5. März ECOFIN und Eurogruppe in Brüssel Beratung wirtschaftlicher Lage im Eurogebiet, Stabilität des Finanzsektors und über makroökonomische Stabilität. Zweite Beratung des Fortschrittsb e- richts zu Griechenland und des Programms für den Finanzsektor in Spanien. 7. März Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. Wir erwarten derzeit keine Änd e- rung der Hauptrefinanzierungsrate. 14./15. März Europäischer Rat in Brüssel Beratung/Entscheidung über Prinzipien gemeinsamer Wirtschaftspolitik und der Reformziele 2013. 4. April Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. Wir erwarten derzeit keine Änd e- rung der Hauptrefinanzierungsrate. 11./12. April ECOFIN und Eurogruppe in Irland U.a. siebte bzw. neunte Beratung des Fortschrittsberichts zu Portugal bzw. Irland. Gespräche zur fiskalpolitischen Koordinierung. 18./19. April Treffen der G20 - Finanzminister und - Notenbankgouverneure in Washington Beratung zur Lage der Weltwirtschaft und des internationalen Finanzsystems. 19./20. April Frühjahrstagung von IWF und Weltbank in Washington Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 26 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 31. Jan 2013 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) Dez 0,4 (1,3) 0,0 (1,1) 31. Jan 2013 14:00 Vorläufiger VPI (sb), % gg. Vm. (gg. Vj.) Jan - 0,3 (2,1) 0,9 (2,1) 31. Jan 2013 10:00 Arbeitslosenrate (%, sb.) Jan 6,9 6,9 31. Jan 2013 8:00 Einzelhandelsumsätze (Index, sb.), % gg. Vm. Dez 0,5 0,9 8. Feb 2013 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) Dez 15,7 15,1 8. Feb 2013 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Dez 1,1 (5,2) - 2,5 (0,0) 8. Feb 2013 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) Dez 0,7 (2,7) - 3,7 - (1,0) 6. Feb 2013 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. Dez - 0,5 - 1,8 7. Feb 2013 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. Dez 0,0 0,2 14. Feb 2013 8:00 Reals BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q4 2012 - 0,5 0,2 21. Feb 2013 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Feb 49,5 48,8 21. Feb 2013 9:30 PMI Dienstleistungssektor (Flash) Feb 55,5 55,3 22. Feb 2013 10:30 Ifo - Geschäftsklima (Index, sb.) Feb 105,0 104,2 Quellen: DB Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo, Markit Finanzmarktprognosen US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Leitzinssatz, % Aktuell 0 - 0.25 0 - 0.1 0,75 0,50 0,00 1,00 0,20 1,50 4,00 5,75 0,05 3M 0 - 0.25 0 - 0.1 0,75 0,50 0,00 1,00 0,20 1,50 3,50 5,25 0,05 6M 0 - 0.25 0 - 0.1 0,75 0,50 0,00 1,00 0,25 1,75 3,50 4,75 0,05 12M 0 - 0.25 0 - 0.1 0,75 0,50 0,00 1,00 0,30 2,00 3,25 4,50 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,31 0,30 0,22 0,51 3M 0,35 0,30 0,20 0,55 6M 0,35 0,30 0,20 0,60 12M 0,35 0,30 0,30 0,70 10J Staatsanleihen Renditen, % Renditeabstände gg. EWU, % - Punkte Aktuell 1,99 0,76 1,68 2,11 - 0,94 0,22 0,07 0,87 3M 2,50 0,80 1,70 2,20 - 0,95 0,05 - 0,30 0,85 6M 2,50 0,80 1,90 2,50 - 0,90 0,20 - 0,25 0,90 12M 2,50 0,90 2,25 3,10 - 0,85 0,30 - 0,20 1,00 Wechs elkurse EUR/ USD USD/ JPY EUR/ GBP GBP/ USD EUR/ CHF EUR/ SEK EUR/ DKK EUR/ NOK EUR/ PLN EUR/ HUF EUR/ CZK Aktuell 1,34 91,05 0,85 1,57 1,25 8,70 7,46 7,44 4,18 298,40 25,70 3M 1,35 91,00 0,85 1,61 1,25 8,50 7,46 7,25 4,05 280,00 25,00 6M 1,30 92,00 0,85 1,56 1,25 8,20 7,46 7,10 3,98 280,00 24,50 12M 1,20 95,00 0,83 1,49 1,25 8,00 7,46 6,95 3,84 280,00 23,80 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank Ausblick Deutschland 27 | 28. Januar 2013 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor Q4 2011 Q1 2012 Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Aug 2012 Sep 2012 Okt 2012 Nov 2012 Dez 2012 Jan 2013 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 107,0 109,2 107,2 102,3 101,3 102,2 101,4 100,0 101,5 102,4 104,2 ifo Geschäftserwartungen 98,0 101,9 100,1 94,3 95,5 94,1 93,2 93,3 95,3 98,0 100,5 PMI Composite 50,3 52,9 49,3 47,9 49,1 47,0 49,2 47,7 49,2 50,3 53,6 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 102,4 104,4 102,5 96,4 95,0 97,0 95,6 94,2 94,6 96,3 99,0 PMI Verarbeitendes Gewerbe 48,5 49,9 45,5 45,0 46,3 44,7 47,4 46,0 46,8 46,0 48,8 Produktion (% gg. Vp.) - 1,6 - 0,4 0,0 0,9 - 0,4 - 1,2 - 2,0 0,2 Auftragseingang (% gg. Vp.) - 2,4 - 0,7 0,5 - 2,0 - 0,8 - 2,4 3,8 - 1,8 Grad der Kapazitätsauslastung 85,6 85,1 85,0 83,7 82,1 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) 0,4 - 3,7 3,3 1,0 - 2,2 2,5 - 1,6 1,0 Auftragseingang (% gg . Vp.) 0,6 9,2 - 5,6 - 1,7 5,6 - 7,8 22,8 - 20,5 ifo Bauhauptgewerbe 117,2 123,1 120,0 118,0 117,6 118,6 116,7 115,7 118,3 118,7 122,6 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 51,1 52,9 51,3 49,4 50,0 48,3 49,7 48,4 49,7 52,0 55,3 Konsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 2,8 - 0,3 - 1,1 - 7,9 - 10,0 - 8,8 - 10,3 - 9,3 - 10,2 - 10,4 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) 0,1 - 0,4 0,1 - 0,8 - 0,5 0,0 - 0,6 0,9 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) 3,0 1,3 0,2 - 7,0 - 6,2 - 4,7 - 10,9 0,5 - 3,5 - 16,4 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) - 1,7 - 0,7 1,1 - 1,3 0,0 - 2,9 6,6 - 4,1 Exporte (% gg. Vp.) - 1,2 2,4 1,8 1,4 2,2 - 2,5 0,1 - 2,5 Importe (% gg. Vp.) - 1,2 1,3 - 0,2 0,3 0,3 - 0,9 2,9 - 3,7 Nettoexporte (EUR Mrd.) 39,5 43,2 48,4 51,5 18,4 16,6 14,6 15,1 Arbeitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,9 6,8 6,8 6,8 6,9 6,8 6,8 6,9 6,9 6,9 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) - 39,3 - 38,7 18,0 22,7 34,0 10,0 11,0 19,0 5,0 3,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 1,4 1,4 1,2 1,0 1,0 0,9 0,7 0,6 ifo Beschäftigungsbarometer 108,5 108,5 107,8 106,5 106,3 106,6 106,3 105,6 106,4 106,9 Preise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,6 2,4 2,1 2,1 2,0 2,2 2,1 2,1 1,9 2,1 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,3 1,4 1,2 1,3 1,2 1,2 1,2 1,2 1,5 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 4,8 3,3 2,0 1,4 1,5 1,6 1,7 1,5 1,4 1,5 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) - 5,8 - 9,6 - 7,8 - 4,5 0,7 - 4,2 - 6,2 - 0,3 1,5 1,1 Ölpreis (USD) 109,4 118,4 108,2 109,7 110,1 113,5 113,1 111,8 109,2 109,4 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 30,3 28,3 25,0 27,0 31,2 26,8 29,3 31,2 31,2 31,2 EC Unternehmensumfrage 9,0 10,0 6,4 0,8 2,9 1,0 1,1 2,1 2,1 4,6 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 2,4 2,0 2,8 3,2 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,7 2,2 2,4 2,5 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 3,8 1,7 2,7 4,1 Monetärer Sektor (gg. Vj.) M3 5,9 7,0 7,1 6,4 7,6 6,4 9,6 8,3 8,3 Trend von M3 7,6 7,9 8,1 8,8 8,3 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 1,9 2,1 0,7 0,6 1,0 0,6 - 0,2 - 0,6 Kredite an öffentliche Haushalte - 21,3 13,5 22,0 10,4 26,8 10,4 12,1 4,3 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Aktuelle Themen Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marke ting 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing.dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com  Universalbanken: gut für Kunden und Finanzstabilität ........................ 19 . Dezember 2012  Ausblick Deutschland: Deutsche Konjunktur am Wendepunkt? ................... 3. Dezember 2012  Mehr Wertschöpfung durch Wissen(swerte): Folgen für regionale Wachstumsstrategien ............ 19. November 2012  Medizintechnik: Elektromedizin als Treiber im Gesundheitsbereich ................................ ............. 8. November 2012  Gesundheitswirtschaft: Weiteres Aufwärtspotenzial ................................ ....... 7. November 2012  Ausblick Deutschland: Eurokrise bringt Wirtschaft im Winterhalbjahr zum Stillstand ................................ ... 1. November 2012  Ausblick Deutschlan d: Ein riesiger Schritt für die EWU oder Echternacher Springprozession? ..... 1. Oktober 2012  Deutsche Industrie: Nur moderate Erholung im Jahr 2013 .................... 2 8 . September 2012  Amerika vor der Wahl ................................ ............. 27. September 2012  Ausblick Deutschland: Zunehmend im Griff der Eurokrise ................................ 24. August 2012  Einer für alle, alle für Einen? Kommunale Finanzagentur – ein Überblick .................. 21. August 2012  Nutzfahrzeuge: Marktumfeld schwierig – Energieeffizienz wird wichtiger ................................ ........ 3. August 2012 © Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenan- gabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. 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