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25. April 2012
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Zum ersten Mal seit mindestens einem Jahrzehnt sind sämtliche wichtigen Ertragskomponenten der 20 größten europäischen Banken gleichzeitig gesunken. Abgesehen vom Handelsergebnis (-24%) fiel der Rückgang gegenüber dem Vorjahr zwar gering aus (Zinsüberschuss -0,5%; Provisionsüberschuss -1%), doch das sich bereits seit Längerem abzeichnende Hauptproblem für das Geschäftsmodell der Branche ist nun unübersehbar. [mehr]
Ergebnisse für 2011: Europäische Banken vor großen strategischen Herausforderungen Seite 1 von 1 Aktuelle Grafik Ergebnisse für 2011: Europäische Banken vor großen strategischen Herausforderungen 25. April 2012 Zum ersten Mal seit mindestens einem Jahrzehnt sind sämtliche wichtigen Ertragskomponenten der 20 größten europäischen Banken gleichzeitig gesunken. Abgesehen vom Handelsergebnis (-24%) fiel der Rückgang gegenüber dem Vorjahr zwar gering aus (Zinsüberschuss -0,5%; Provisionsüberschuss -1%), doch das sich bereits seit Längerem abzeichnende Hauptproblem für das Geschäftsmodell der Branche ist nun unübersehbar: Es fehlen bislang die großen Wachstumsfelder der Zukunft. In der Vergangenheit hatten die Banken von hohem Kreditwachstum und zahlreichen Finanzinnovationen profitiert. Damit war es jedoch mit der Finanzkrise zunächst vorbei. Der Zinsüberschuss, der zwischen 2007 und 2009 dank geringerer Refinanzierungskosten stark zugelegt hatte (+20%), leidet aktuell unter einer schwachen Entwicklung im Kreditgeschäft. Insgesamt fielen die Erträge 2011 um 2,4% gegenüber dem Vorjahr – kein Vergleich mit den -27% im Jahr 2008, aber auch eine Erholung wie 2009 ist angesichts der laufenden Verschärfung der Regulierung (Basel III, Maßnahmen zum Verbraucherschutz etc.) eher unwahrscheinlich. Ganz zu schweigen von möglichen Finanztransaktionssteuern und einer Beteiligung der Gläubiger an künftigen Bank-Restrukturierungen, die Bankanleihen für Investoren weniger attraktiv macht. Die jüngsten Notenbankinterventionen haben Zeit gebracht und die Refinanzierungskosten gesenkt, was sich positiv auf den Zinsüberschuss in diesem Jahr auswirken dürfte. Sie ersetzen jedoch keine langfristige Lösung. Die Gewinne werden voraussichtlich so lange auf einem enttäuschenden Niveau bleiben, bis es den Banken gelingt, ihre hohen laufenden Ausgaben zu reduzieren (womit sie gerade erst begonnen haben – die Kosten stiegen 2011 immer noch um 2%) und neue Ertragsquellen zu erschließen. Andererseits hat die Branche ihre Innovationsstärke schon oft unter Beweis gestellt und spätestens wenn die europäischen Volkswirtschaften nach dem gegenwärtigen Anpassungsprozess wieder zu wachsen beginnen, dürfte sich auch der Ausblick für die Banken aufhellen.     ...mehr zum Research-Bereich Banken, Finanzmärkte und Regulierung Aktuelle Grafiken - Archiv Jan Schildbach (+49) 69 910-31717