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2. September 2008
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Die 25 größten europäischen Banken haben für das 1. Halbjahr 2008 schwache Ergebnisse vorgelegt, damit allerdings weitgehend die Erwartungen getroffen. [mehr]
Ergebnisse der europäischen Banken in H1 2008: Vorwärts in die Vergangenheit? Seite 1 von 1 Aktuelle Grafik Ergebnisse der europäischen Banken in H1 2008: Vorwärts in die Vergangenheit? 2. September 2008 Die 25 größten europäischen Banken haben für das 1. Halbjahr 2008 schwache Ergebnisse vorgelegt, damit allerdings weitgehend die Erwartungen getroffen. Der Zinsüberschuss (+12% gegenüber dem Vorjahr) war mehr oder weniger die einzige Stütze des Gewinns, wobei die positive Entwicklung auf ein stärkeres Wachstum der Zinserträge als der Zinsaufwendungen zurückging – wenngleich das aggregierte Ergebnis eine große Bandbreite von Einzelergebnissen überdeckt. Der Provisionsüberschuss (-11%) litt unter einem gesunkenen Transaktionsvolumen und niedrigeren Bewertungen, während das Handelsergebnis in der Summe durch umfangreiche Wertanpassungen bei mehreren Banken vollständig aufgezehrt wurde. Insgesamt fielen die Erträge gegenüber dem im 1. Halbjahr 2007 verzeichneten Rekordniveau um 29%. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg mit +54% stark an. Auf den ersten Blick scheinen die Ergebnisse der Banken eine Rückkehr in die Vergangenheit anzudeuten: Der Zinsüberschuss, der zum Großteil aus dem moderat wachsenden Privatkundengeschäft stammt, konnte seine Position als mit Abstand wichtigster Ertragsbringer zurückgewinnen. Dagegen fiel das Handelsergebnis vom Niveau der außergewöhnlich positiven Jahre 2005-2007 zurück. Ebenso hatten auch die Kreditausfälle in den Jahren 2005/2006 ein sehr niedriges Niveau erreicht, so dass der jüngste starke Anstieg – zumindest bisher – kaum mehr als eine zyklische Wiederannäherung an das Durchschnittsniveau darstellt. Die Veränderungen gehen jedoch über die Gewinn- und Verlustrechnung der Banken hinaus: Es gibt ebenfalls Anzeichen dafür, dass die Banken beginnen, ihren Verschuldungsgrad zu verringern. Das Wachstum der Bilanzsumme hat sich bereits von 15% auf nur noch 4% gegenüber dem Vorjahr verlangsamt (die gesamten und die risikogewichteten Aktiva sind im Vergleich zum 1. Quartal sogar zurückgegangen). Das Eigenkapital stieg gegenüber dem Vorjahr leicht an aufgrund von Kapitalmaßnahmen einiger Großbanken nach beträchtlichen Subprime-Verlusten. Unter dem Strich sanken sowohl der Nettogewinn als auch die durchschnittliche Eigenkapitalrendite (6,9% im 1. Halbjahr 2008) um rund zwei Drittel gegenüber dem im Vorjahreszeitraum erzielten Rekordniveau, da geringere Personalaufwendungen den Rückgang der Erträge nicht ausgleichen konnten. Allerdings sollte auch nicht zuviel in die Ergebnisse hineininterpretiert werden: Sie spiegeln in erster Linie das aktuelle Marktumfeld wider und sind unserer Einschätzung nach kein Beleg für eine strategische Neuorientierung oder eine Rückkehr zum früheren Geschäftsmodell der Banken.   ...mehr zum Research-Bereich Banken, Finanzmärkte und Regulierung Aktuelle Grafiken - Archiv Jan Schildbach (+49) 69 910-31717