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19. Februar 2024
Deutschland hinkt bei der Digitalisierung hinterher. Ein Beispiel dafür ist das E-Government. Innerhalb Deutschlands gibt es signifikante Unterschiede zwischen Kreisen und Bundesländern. Interessanterweise schneidet Bayern besser ab und scheint einen zentraleren Ansatz als andere Bundesländer zu verfolgen. Erfolgreiche IT-Projekte in der öffentlichen Verwaltung beruhen wohl generell auf einer klaren zentralen Steuerung. Wir denken, auch Deutschland muss diesen Weg beschreiten, um eine öffentliche Cloud zu implementieren, die Registermodernisierung erfolgreich umzusetzen und umfassend digitale Dienste für Bürger und Unternehmen anzubieten. [mehr]
Deutschland - Monitor Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit und insbesondere die Digitalisie ru ng ste hen verstärkt im Fokus . Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schreitet nur langsam voran. In e-Government-Statistiken hat Deutschland den An schluss an andere Industrieländer verloren. Laut Onlinezugangsgesetz sollten bis Ende 2022 575 Prozesse digitalisiert sein. Diese s Ziel wurde deutlich verfehlt. Die Digitalisierung der vielen öffentlichen Register ist ein weiteres Mammutprojekt. Beide Projekte hängen eng zusam men. Letztlich werden sie nur von Erfolg gekrönt sein, wenn die komplett Wert schöpfungskette öffentlicher Dienstleistungen inklusive Cloud-Lösung digitali siert wird. Die Daten des Dashboards Digitale Verwaltung, in dem die Fortschritte des On linezugang s gesetzes auf Kreisebene veröffentlicht werden, zeigen deutliche Un terschiede zwischen Bundesländern an . Ursächlich sind wohl einerseits unter schiedliche sozioökonomische Eigenschaften. Insbesondere Kreise mit einer äl teren Bevölkerung weisen einen geringeren Digitalisierungsgrad auf. Andererseits ist Bayern bei der Digitalisierung erfolgreicher als andere Bundes länder . Bayern hat als eines der wenigen Bundesländer ein Digitalministerium. Unser Eindruck ist, dass Bayern auch ansonsten eine besonders zentrale Digi talstrategie fährt. Auch im internationalen Vergleich hat sich eine zentrale Steuerung als ein en t scheidende r Baustein für die erfolgreiche D igitalisier ung der öffentlichen Verwal tung gezeigt . Nur so kann wohl ein hoher Grad an Standardisierung und In teroperabilität erreicht werden. Zudem dürfte dies nicht nur für die IT Implementierung, sondern auch für deren Pflege und Aufrechterhaltung gelten. So dürfte das Cybersicherheitsrisiko durch eine zentral gesteuerte Einheit sin ken. Ebenso dürfte es leichter sein, Datenschutzregeln effizienter umzusetzen. Autor Jochen Möbert +49 69 910-31727 jochen.moebert@db.com Julius Schumann Editor Robin Winkler Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Robin Winkler Original in engl. Sprache: 23. Januar 19. Februar 2024 Dig italisierung der ö ffentlichen Verwaltung Z entrale Steuerung ist wohl der Schlüssel zum Erfolg Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 2 | 19. Februar 2024 Deutschland - Monitor Deutschland : E in digitaler Nachzügler in der öf fentlichen Verwaltung Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist derzeit ein zentrales Thema. Büro kratie und mangelnde Digitalisierung in der Verwaltung sind seit vielen Jahren ein erheblicher Nachteil für Bürger und Unternehmen. Der dringende Hand lungsbedarf bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wurde bereits 2017 mit der Verabschiedung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) erkannt. 1 Das europäische Pendant Single Digital Gateway (SDG) folgte im Jahr 2018. Die im OZG zugesagten quantitativen Ziele der Regierung wurden weit verfehlt. Bis März 2023, drei Monate nach der selbst gesetzten Frist, waren bundesweit 18% der 575 ausgewählten Verwaltungsprozesse digitalisiert. 2 Laut einem Bericht des Bundesrechnungshofs ist selbst diese Quote überhöht. 3 Ein weiterer Kern bestandteil der digitalen Verwaltung ist die Modernisierung der Register. Erste Teilschritte wurden mit dem RegMoG 2021 unternommen. Es gibt mehr als 375 Register, z.B. Melderegister, Grundbücher und viele weitere. Allerdings er schweren kleine Unterschiede in den Adressdaten wie z.B. Zweitnamen, unter schiedliche Schreibweisen von Straßennamen und Ähnliches das Verknüpfen von Daten. Trotz der Dringlichkeit vollumfängliche digitale Lösungen anzubieten ist geplant, die Einführung einheitlicher Identitätsnummern zur Verbindung der Register erst bis 2028 abzuschließen. 4 Das daraus resultierende Fehlen einer volldigitalen Infrastruktur ist ein zentrales Hindernis für eine durchgängige Digi talisierung. Um schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen, konzentrierten sich die öffentlichen Digitalisierungsbemühungen auf Online-Formulare und das Front end. Die Koexistenz, Überschneidung und Interferenz von digitaler und analoger Infrastruktur resultieren in großen Ineffizienzen. So müssen beispielsweise On line-Anträge durch persönliche Informationen und Dokumente auf Papier er gänzt werden, was zu Medienbrüchen führt. Ein Beispiel dafür ist die neue Grundsteuererklärung, die aufgrund der Reform des Grundsteuergesetzes für alle Grundstückseigentümer erforderlich ist. Hierzu musste eine Vielzahl von Dokumenten gesammelt und eingereicht werden, die entweder von der öffentli chen Verwaltung ausgestellt wurden oder bereits vor Jahren bei den Behörden eingereicht worden waren. Infolgedessen liegt Deutschland im jüngsten DESI, einem Vergleich des digita len Fortschritts der Europäischen Kommission, bei den E-Government-Nutzern nur auf Platz 26 (drittletzter Platz). Der schleppende Fortschritt hat weitrei chende sozioökonomische Folgen. Der globale Innovationsindex (GII) berück sichtigt die digitale Verwaltung als einen wichtigen Aspekt der Wettbewerbsfä higkeit eines Landes. 5 Der Index zeigt, dass Deutschland relativ zur traditionel len Ländervergleichsgruppe bei der Digitalisierung abgeschlagen ist. Dies führt zu enormen Bürokratiekosten. In einer Studie des Normenkontrollrats (NKR) aus dem Jahr 2017 errechneten die Autoren ein Einsparpotenzial von einer Mil liarde Euro pro Jahr, wenn nur die 30 wichtigsten öffentlichen Dienstleistungen für Unternehmen vollständig digitalisiert würden. Darüber hinaus profitieren Un ternehmen indirekt von einer besseren, digitalisierten Verwaltung, die es ihnen erleichtert, potenzielle Mitarbeiter zu gewinnen. Der Personalmangel wird oft als 1 Rapp (2022). Digitaler Aufbruch für Deutschland. Deutschland-Monitor, 25. Oktober. 2 Röhl (2023). Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland. IW-Report 20/2023. 3 onlinezugangsgesetz-volltext.pdf (bundesrechnungshof.de) 4 Registermodernisierung - Staatsministerium für Digitales (bayern.de) 5 Moebert, Jochen and Julius Schumann (2023): Germany's competitiveness between pioneer and laggard (dbresearch.com) Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 3 | 19. Februar 2024 Deutschland - Monitor größtes Hindernis für wirtschaftlichen Erfolg genannt. 6 Zudem könnten private Haushalte satte 84 Millionen Stunden pro Jahr einsparen. 7 Die Hauptgründe für die digitale Trägheit Die Kommunen sind oft in der Verantwortung. Für einige Prozesse sind aber auch die Länder und der Bund zuständig. So ist beispielsweise der Bund für die Digitalisierung der Prozesse der Bundesagentur für Arbeit zuständig. Regelmä ßig ist aber eine Abstimmung zwischen allen staatlichen Ebenen notwendig. Da zu viele Köche den Brei verderben, wird die Digitalisierung durch diese verteil ten Zuständigkeiten behindert. Doch laut einer umfassenden Umfrage des Bran chenverbandes Bitkom 8 sind weitere strukturelle Hindernisse am Werk. Zum ei nen leidet die öffentliche Verwaltung unter einer mangelnden Finanzierung. Zum anderen ist der Mangel an Mitarbeitern mit digitalen Kompetenzen ein weit ver breitetes Problem. Fast die Hälfte der Kommunen (47%) gibt an, dass nur we nige ihrer Mitarbeiter mit grundlegenden digitalen Werkzeugen, wie z.B. Video konferenzen, umgehen können. Drittens gibt es neben dem Mangel an digitalen Fähigkeiten auch einen allgemeinen Mangel an Arbeitskräften in der öffentli chen Verwaltung. Der dbb beamtenbund schätzte im Jahr 2021, dass allein in den Kommunalverwaltungen über 145.000 Beschäftigte fehlen. 9 Viertens ist das Durchschnittsalter der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung hoch. Bis Ende der 2020er Jahre wird etwa ein Viertel der derzeitigen Beschäftigten in den Ruhestand gehen, was den derzeitigen Mangel vermutlich noch verschär fen wird. Diese Defizite bilden einen Teufelskreis, da Zeit- und Personalmangel die Digitalisierung verhindern und nicht digitalisierte Prozesse mehr Personal er fordern und Ressourcen in traditionellen, d.h. analogen, Lieferketten binden. Regionales „Digital d ivide": Es existieren g roße Unterschiede zwi schen Kreisen und Bundesländern Die folgende Analyse basiert auf Daten des Portalverbundes Online-Gateway (PVOG) und des Bundesministeriums des Innern (BMI), die im OZG-Dashboard online dargestellt sind. 10 Damit analysieren wir den Fortschritt bei der Digitalisie rung von 400 Landkreisen (NUTS-3), den kleinteiligsten verfügbaren Daten. Die Fortschritte auf kommunaler Ebene sind nicht dokumentiert, obwohl sie für wich tige Entscheidungen verantwortlich sind. Die Daten zeigen eine immense digi tale Kluft zwischen den Regionen. Die Spanne der umgesetzten Prozesse be trägt 151 bis 330 (von insgesamt 575). Wie erklärt sich diese Heterogenität? Auffällig ist der Vorsprung Bayerns. Eine Indikatorvariable Bayern als einziger Regressor neben einer Konstanten erklärt einen Unterschied von 72 umgesetz ten Prozessen. Im Durchschnitt haben die bayerischen Bezirke 270 Verfahren umgesetzt, die Bezirke in den anderen Bundesländern dagegen nur 198. Die einfache Regression erklärt mehr als 6"% der Variation über die Kreise. Das Histogramm zeigt die überdurchschnittliche Leistung Bayerns und eine geringe Standardabweichung. Dies legt nahe, dass die Einführung nicht nur in bestimm ten Regionen, sondern im gesamten Bundesland erfolgreicher ist. Wir denken, dass ein wesentlicher Unterschied in Bayern zu anderen Bundesländern eine zentrale IT-Strategie ist. So gibt es in Bayern beispielsweise ein reines 6 DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2023 7 Mehr Leistung für Bürger und Unternehmen: Verwaltung digitalisieren. Register modernisieren. (bund.de) 8 Bitkom: Corona hat in Kommunen einen Digitalisierungsschub ausgelöst | Presseinformation | Bit kom e.V. 9 https://www.dbb.de/fileadmin/user_upload/globale_elemente/pdfs/2021/210329_dbb_Personalbe darfe_oeD.pdf 10 Dashboard Digitale Verwaltung (ozg-umsetzung.de) Trotz Kontaktaufnahme mit PVOG und BMI mussten wir die Daten aus dem öffentlich einsehbaren Dashboard manuell exportieren. Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 4 | 19. Februar 2024 Deutschland - Monitor Digitalministerium, während die meisten anderen Bundesländer kein reines Digi talministerium aufweisen. Eine zentrale Aufgabe des Ministeriums ist die Unter stützung der OZG-Einführung, insbesondere die Initiative „Bayern-Pakete" ist von Bedeutung. Über dieses Programm können die Kommunen 200 Einzelver fahren bestellen, die zentral bereitgestellt werden. Weitere Kreisvariablen verbessern unsere Schätzung. Wir fügen jeweils acht so zioökonomische Variablen aus einer Datenbank der Bundesagentur für Arbeit 11 in die bivariate Regression ein (siehe Abbildung 2 und 3 im Anhang). Die Vari able Elderlies , definiert als der Anteil der Bürger zwischen 60 und 80 Jahren in einem bestimmten Landkreis, weist eine besonders starke negative Korrelation mit den umgesetzten OZG-Prozessen auf. OZG = α + β * Elderlies + γ * Bayern + ε Ein Landkreis, in dem ceteris paribus ein Prozent mehr Ältere leben, hat 2,66 weniger OZG-Prozesse umgesetzt. Der Median über alle Landkreise liegt bei 22,9%. Das Minimum liegt bei 16,3% in Frankfurt und das Maximum bei 31,0% in Suhl. Die Differenz in diesen beiden Landkreisen, die durch den unterschiedli chen Anteil älterer Menschen erklärt wird, beträgt also 40 OZG-Prozesse. Vermutlich wirkt der Anteil der älteren Einwohner eher indirekt als direkt. Ers tens ist die Variable stark negativ mit dem Medianeinkommen und dem Anteil komplexer Tätigkeiten auf dem lokalen Arbeitsmarkt korreliert, was die gerin gere Wirtschaftskraft eines Kreises widerspiegelt. Dies geht häufig auch mit re lativ niedrigen oder sogar sinkenden Steuereinnahmen einher. 12 Zweitens ist auch die Alterung negativ mit der Bevölkerungsdichte und der Einwohnerent wicklung korreliert. So ist bundesweit das natürliche Einwohnerwachstum seit Jahrzehnten negativ, zudem findet eine Binnenwanderung in die Ballungsräume statt. Dadurch sind diese Regionen besonders vom Mangel an IT-Fachkräften bedroht. Drittens könnte ein höherer Anteil älterer Menschen sowohl eine gerin gere Bereitschaft zur Digitalisierung auf Verwaltungsebene als auch eine gerin gere Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen seitens der Bürger und Unter nehmen bewirken. In einem solchen Umfeld sind die Politiker möglicherweise auch weniger ehrgeizig bei der Umsetzung von Reformen. Tatsächlich gibt jede fünfte Kommune an, dass sie keine zentrale digitale Strategie hat und diese auch nicht für relevant hält. Viertens ist die Digitalisierung in kleinen Kommunen mit relativ hohen Kosten verbunden, die zum Teil auf geringere Skalenerträge zurückzuführen sind. So kann beispielsweise die Digitalisierung eines 11 Diese Daten sind im „Faktencheck" öffentlich zugänglich und wurden uns auf Anfrage im Rohda tenformat bereitgestellt. Faktencheck zum Arbeitsmarkt - Arbeitsmarktmonitor (arbeitsagen tur.de) 12 Das Land lebt! (bmel.de) 0 20 40 60 80 Bayern außerhalb Bayerns „Digital divide" zwischen Bayern und dem Rest 1 y - Achse: Anzahl Kreise, x - Achse: Anzahl von implementierten OZG - Prozessen in Kreisen Quellen: PVOG, Deutsche Bank Research Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 5 | 19. Februar 2024 Deutschland - Monitor Prozesses für kleine Gemeinden genauso teuer sein wie für große. Unsere Er gebnisse decken sich mit anderen Ergebnissen über die regionale digitale Kluft. 13 Man kann festhalten, dass die Gründe für den allgemeinen Digitalisie rungsstau sehr ähnlich sind wie für die regionale digitale Kluft. Mehr Zentralisierung scheint der Hauptlösungsbaustein In Deutschland sind viele verschiedene Akteure auf den föderalen Ebenen an der Koordinierung, Genehmigung, Erstellung, Umsetzung und Verwaltung digi taler Dienste beteiligt. Eine vollständige digitale Lieferkette umfasst die Entwick lung und das Testen, den Einsatz und die Überwachung sowie die Wartung und Dokumentation der wichtigsten Softwarekomponenten. Gleichermaßen muss die Hardware effizient installiert, gewartet und verwaltet werden. Diese Ele mente einer IT-Architektur müssen effizient koordiniert werden, um ein hohes Maß an Interoperabilität und Standardisierung zu erreichen. Andere Länder ha ben gezeigt, dass eine Beschleunigung der Digitalisierung eine zentralisierte Governance-Struktur erfordert, bei der Entscheidungen aus einer Hand erfol gen. 14 Eine zentrale IT-Kompetenz kann auch eine effiziente Modernisierung von Re gistern erzwingen. Um die riesigen Datenmengen, die in Registern erfasst wer den, zu verarbeiten und zu vernetzen, sind Cloud-Lösungen unerlässlich. Dies garantiert einen ungehinderten Informationsfluss und damit die Einhaltung des Once - only - Prinzips , d. h., dass personenbezogene Daten nur einmal für alle öf fentlichen Dienste eingereicht oder aktualisiert werden müssen. Es ermöglicht auch vorausgefüllte Formulare , d.h. Namen, Adressen und andere Standard merkmale eines Bürgers oder einer Firma werden bei neuen Anträgen automa tisch aus Registern gezogen. Eine rasche Einführung in allen Gemeinden würde auch der Idee des Prinzips „ Einer fü r alle " (EfA) entsprechen, welches bereits ei nige Zeit als Ziel definiert ist und das Lernen zwischen den Kreisen von Vorrei tern bei einzelnen digitalen Dienstleistungen umfasst. Die Zentralisierung kön nte ein entscheidender Faktor für eine wesentlich effizientere Bürokratie sein. Eine zentrale Verwaltungseinheit ist auch wichtig, um Größenvorteile zu nutzen. Cloud-Lösungen und durchgängig digitalisierte öffentliche Dienste dürften die Entwicklungs- und Implementierungskosten zum Nutzen aller Kommunen er heblich senken. Ebenso dürfte eine Bündelung der Kompetenzen auch die Ko ordinierungskosten zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen reduzie ren. Dies verringert die finanzielle Belastung der Kommunen und trägt damit zur Finanzierung der Digitalisierung insgesamt bei. Schließlich, und das ist von gro ßer Bedeutung für eine hohe Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen, dürfte eine zentrale Verwaltung den Datenschutz effizient gewährleisten. Das Gleiche gilt für die Verhinderung von Cyberangriffen, ein Thema, das den Zugang zu kommunalen digitalen Dienstleistungen immer wieder einschränkt, manchmal mit katastrophalen Folgen. Nicht zuletzt würde eine solche umfassende zentrale Governance-Struktur auch das notwendige Rückgrat für den erfolgreichen Ein satz von KI-Lösungen bilden. Ohne eine solche umfassende Architektur können Daten nicht gematcht werden und das volle Potenzial moderner Algorithmen nicht ausgeschöpft werden. Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Julius Schumann 13 Schleife, Katrin (2010). What really matters: Regional versus individual determinants of the digital divide in Germany. Res Policy 39:173-185 https://doi.org/10.1016/j.respol.2009.11.003. Thoni phara et al. (2020): Assessing the Digital Divide and its Regional Determinants: Evidence from a Web-Scraping Analysis", Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk https://ifh.wiwi.uni-goettingen.de/site/assets/files/2301/ifh_wp-25_2020.pdf 14 Kuhn and Balta (2023). Government as a Platform in Deutschland. Karrer and Ahlers (2023). Rechtliche Wege hin zum föderalen Plattform-Ökosystem. Beides NEGZ, Impulspapiere. Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung 6 | 19. Februar 2024 Deutschland - Monitor Anhang Multivariate Regression OZG auf „Bayern" und dritte Variable 2 Quelle: Deutsche Bank Research © Copyright 2024. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankge schäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Definitionen und deskriptive Statistiken der Kreisvariablen 3 Quelle: Deutsche Bank Research Dritte Variable Koeffizient Standardisierter Koeffizient Elderlies -2,66*** -0,20*** Pop_density 0,001*** 0,21*** Median_income 0,001** 0,09** Unempl 1,08 0,06 Tertiary_workers 0,48*** 0,13*** Pop_change 0,62*** 0,12*** Complex 0,83*** 0,13*** Attracting_youngs 1,77*** 0,17*** Signifikanzniveaus: *** 0,001 ** 0,01 * 0,05 Variablenname plus Legende Mittelwert Median Standard abweichung Elderlies Anteil der 60-80-Jährigen an der Einwohnerzahl insgesamt Pop_density Zahl der Einwohner pro Quadratkilometer Median_income Durchschnittliche Bruttolöhne in EUR von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten (FTE) ohne Lehrlinge Unempl Jahresdurchschnittliche Zahl der Arbeitslosen relativ zu zivilen Erwerbspersonen Tertiary_sector Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im tertiären Sektor relativ zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Pop_change Prozentuale Veränderung seit 2005, Definition Hauptwohnsitz Complex Anteil der sozialversicherungspflichtigen Spezialisten oder Experten (gemäß der Berufsklassifikation) relativ zu allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Pop_change_young Nettozuwachs der 18-24-Jährigen Einwohner relativ zu allen 18-24-Jährigen im Kreis 592 244 722 23,27 22,90 2,90 4,91 4,60 2,09 3578 3583 375 -0,31 0,53 7,69 67,6 68,2 10,8 0,66 -0,44 3,70 25,0 23,3 6,0
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