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29. April 2009
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Fünf Jahre nach der Einigung über die EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie im ECOFIN hat die Europäische Kommission Ende 2008 einen Vorschlag zur Erweiterung dieser Richtlinie vorgelegt. Seit Anfang dieses Jahres hat sich gleichzeitig die politische „Stimmungslage“ bezüglich mehr Kooperation und Informationsaustausch zwischen den Staaten weltweit signifikant verbessert. Zahlreiche neue Initiativen, z.B. auf EU- und G20-Ebene, sowie neue Abkommen verdeutlichen die enorme Dynamik, die entstanden ist. Die Verhandlungen über vorliegende Änderungsvorschläge der Europäischen Kommission dürften sich daher nicht erneut über Jahrzehnte hinziehen. [mehr]
EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie: Ein Puzzleteil grenzüberschreitender Steuerpolitik * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * a* * * * * * * * * * * * * * * * Autor Frank Zipfel +49 69 910-31890 frank.zipfel@db.com Editor Barbara Böttcher Publikationsassistenz Angelika Greiner Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland Internet:www.dbresearch.de E-Mail marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 DB Research Management Norbert Walter 29. April 2009 * *** *a*** *a** *** * ****** ** ** ** * ** ** ** * *** ** * *** **** * ! *"#**$ *a* *** ********* %* !!*** * *** ** &* *** a* * ** * ' ******* ***** (**** **** )*** * ** * * Das Ziel, das seitens der Kommis- sion und einer Reihe von Mitgliedstaaten verfolgt wird, ist das gleiche geblieben. Bei der Besteuerung von grenzüberschreitenden Zinszahlungen im Bereich der privaten Anleger soll Steuerumgehung und –hinterziehung vermieden bzw. re- duziert werden. + ** ** **** ** ,-**!!** a**. * * * !** * %* ** **a* ** * ** ** *** !a* * * * * a *a** ' ***** *** -*aa* ** * a* *** ** ** * )* * *a *** * ** * **a*** '* *'*** ******/a** ) ** ** ** ** Zahlreiche neue bilaterale Ab- kommen, Initiativen auf OECD-Ebene sowie weitere Richtlinienvorschläge der EU verdeutlichen, dass hier eine enorme Dynamik entstanden ist. Diese hat bis dato zu mehr Änderungen geführt als in den 15 Jahren zuvor. Die Verhandlungen über eine Änderung der Zinsbesteuerungsrichtlinie werden sich daher wohl nicht er- neut über Jahrzehnte hinziehen. + ** *** ************* **** * * **** * *** ** ** ** ** *! ** ** ** *** 0 ' **/**** ****** * *** ** ** ** Dies gilt sowohl für die fiskalische Seite als auch die Anlegerseite. Belastbare Aussagen über die Anlegerseite sind auf- grund der schwierigen Datenlage jedoch problematisch. + ** 1* *****)**** a* **** * *** * )** ** * *** **** ** ** **** /a * * ***** )** a *! **** 0***** * ** 0* '*** ** * ****** )*** Konkret sind die Ausdehnung der Definition des Zinsbegriffs sowie eine Erweite- rung des „Personenkreises“ vorgesehen. Dies wird zu mehr Aufwand und Kosten, aber auch zu mehr Transparenz führen. 0 2/***!***** -**** * ** * ** * **** *** ** *** * ** ********** ** * *** ****3 **** %a***a *4***** * **a * ** *3 a** * ***** ' *****3 ! & ** ******* * ** *** 0* a**** *** ** * ** ) ** !* ** ** * Eine Ausdeh- nung der Richtlinie im Hinblick auf eine größere Gleichbehandlung verschiedener Anlageformen kann daher sinnvoll sein. * ** a ** *a!!**a***** ** * *! ** */** * * 0* a ** ) ** ** ** * * ! a****** ****** *** 5*** ** ** %* ** * ** ** * * *** * 6* ** * / ***** a ** * 0 *** )** **** '**** ** Der Staat darf hier nicht über das Ziel hi- nausschießen und Bürger und Unternehmen in ihrer wirtschaftlichen Entfaltung lähmen. Steuerwettbewerb trägt zudem im positiven Sinne dazu bei, fiskalische Ansprüche des Staates auf ein vernünftiges, den Präferenzen seiner Bevölkerung entsprechendes Maß zu beschränken. * * * * ***** ** ******** **** Ein Puzzleteil grenzüberschreitender Steuerpolitik EU-Monitor 65 2 29. April 2009 EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 3 Grundprinzip Informationsaustausch Einleitung Fünf Jahre nach der Einigung über die Zinsbesteuerungsrichtlinie im ECOFIN sowie gut drei Jahre nach deren Inkrafttreten hat die Euro- päische Kommission einen Vorschlag zur Erweiterung dieser Rich- tlinie vorgelegt. Doch ist die Zinsbesteuerungsrichtlinie nur ein Ele- ment des derzeitigen Bestrebens der Mehrzahl der EU-Staaten, ihren Besteuerungsanspruch auch über die Binnengrenzen hinweg durchzusetzen. Derzeit gibt es sowohl auf EU- als auch auf OECD- Ebene weitere Initiativen, einerseits die Zusammenarbeit der Steu- erbehörden zu verbessern und andererseits sogenannte „Steueroa- sen“ stärker zu bekämpfen. Die Runde der G20-Staaten hat zudem den Druck auf viele sogenannte „Steueroasen“ erhöht, vorhandene Standards (z.B. von der OECD) in Abkommen zu übernehmen und für mehr Transparenz und Informationsaustausch zu sorgen. Seit Januar 2009 hat sich dabei mehr getan als in den 15 Jahren zuvor. In Deutschland ist mit einem Vorschlag für ein neues Gesetz auch auf nationaler Ebene nachgezogen worden. 1 Das Ziel, das mit dem Vorschlag zur Erweiterung der Zinsbesteuer- ungsrichtlinie verfolgt wird, ist das gleiche geblieben. Schließlich geht es in erster Linie darum, bei der Besteuerung von grenzüber- schreitenden Zinszahlungen im Bereich der privaten Anleger Steu- erumgehung und –hinterziehung zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Volkswirtschaftlich gesehen sollen Verzerrungen bei der Anlageent- scheidung durch Steuern minimiert werden. Mit diesem Anspruch war bereits die bestehende Richtlinie verabschiedet worden. Eine Harmonisierung der Zinsbesteuerung bzw. der Steuersätze ist hier- bei ausdrücklich nicht vorgesehen. 1. Kernelemente der derzeitigen Richtlinie Die 2003 verabschiedete, aber erst seit 1. Juli 2005 anzuwendende Richtlinie 2 folgt dem Grundprinzip, dass Zinserträge natürlicher Per- sonen gemäß den Regelungen ihres Wohnsitzstaates besteuert werden. Damit kann aus volkswirtschaftlicher Sicht die Verzerrung von Anlageentscheidungen minimiert werden. Hierzu ist es prinzipi- ell notwendig, dass der Wohnsitzstaat Informationen über die in anderen Mitgliedstaaten erzielten Zinseinkünfte bekommt, um sie im Rahmen der Einkommensteuer zu erfassen und dann zu besteuern. Der Informationsaustausch ist daher derzeit der Regelfall (in 24 der 27 Mitgliedstaaten) und sieht folgendes vor: Die zuständigen Behör- den der Mitgliedstaaten erteilen automatisch Auskünfte (mindestens Kontonummer, Identität, Name und Anschrift sowie Zinszahlungen) über Zinsen, die von der sogenannten Zahlstelle (dem Zinszahler, i.d.R. eine Bank) an die wirtschaftlichen Eigentümer (Zinsempfän- ger) ausgezahlt wurden. 3 1 Vgl. Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz (Januar 2009). Die Vereinigten Staaten setzen mit großem Nachdruck ihren Steueranspruch auch im Ausland durch – erst kürzlich haben sie ein bilaterales Abkommen (Tax Information Exchange Agreement) mit Liechtenstein über die Erteilung von Auskünften geschlossen, welches Anfang 2010 in Kraft tritt. Vgl. Meier, G. in: NZZ vom 28.2.2009. 2 Die Verzögerung erklärt sich durch die vielen benötigten Abkommen mit ab- hängigen Gebieten und Drittstaaten wie beispielsweise der Schweiz und Lichten- stein über einzuführende gleichwertige Maßnahmen (i.d.R. Quellensteuer). 3 Die Staaten müssen mindestens einmal jährlich hierüber Auskunft erteilen. In Deutschland ist die Richtlinie durch die Zinsinformationsordnung in deutsches Recht umgesetzt worden. Das Bundeszentralamt für Steuern leitet die Kontroll- mitteilung über EU-Ausländer, die bei Banken in Deutschland Zinseinkünfte erzielen, an die zuständigen Behörden des jeweiligen Mitgliedstaates weiter. EU-Monitor 65 4 29. April 2009 Übergangszeitraum Geltungsbereich der Richtlinie Langer Vorlauf bis zur Verabschiedung Übergangsregelung Für drei Staaten – Österreich, Luxemburg und Belgien – besteht jedoch eine Übergangsregelung. Belgien hat jüngst angekündigt, zum Informationsaustausch übergehen zu wollen und die entspre- chenden Abkommen hierzu zu ändern. Während der Übergangszeit müssen die Staaten keine Informationen über Zinszahlungen be- reitstellen. Stattdessen erheben sie eine Quellensteuer in Höhe von derzeit 20%. Ab 1. Juli 2011 sieht die Richtlinie einen Satz von 35% vor. Das hierdurch generierte Aufkommen fließt zu 75% an den Wohnsitzstaat des Zinsempfängers, den Rest darf der Quellensteu- erstaat behalten. Der Wohnsitzstaat des Zinsempfängers muss zu- dem dafür Sorge tragen, dass eine eventuell anfallende steuerliche Doppelbelastung als Folge der Quellensteuer vermieden wird. Hier- zu kann der Wohnsitzstaat die gezahlte Quellensteuer sowie weitere zusätzliche existierende Quellensteuern gutschreiben bzw. erstat- ten. Zinsempfänger können auf eigenen Wunsch jedoch auch in den Quellensteuerstaaten am Informationsaustausch teilnehmen. Der Übergangszeitraum endet erst dann, wenn zum einen die Schweiz, Andorra, Liechtenstein, Monaco sowie San Marino einen effektiven und umfassenden Informationsaustausch über Zinszah- lungen gewährleisten. Zum anderen muss der Rat einstimmig be- schließen, dass sich die USA zur Auskunftserteilung 4 auf Anfrage verpflichtet hat. Die betroffenen Staaten können jedoch auch von sich aus einen automatischen Informationsaustausch einführen. Der Geltungsbereich der Richtlinie umfasst Zinszahlungen auf For- derungen, also z.B. Bareinlagen, Kontoguthaben, Darlehen, Anlei- hen, aber auch die Erträge von Investmentfonds, soweit diese ihr Vermögen zu mehr als 40% in zinstragende Wertpapiere investie- ren. Nicht erfasst sind dagegen u.a. alle weiteren Erträge aus In- vestmentfonds, Dividenden, Zertifikate, Zinsen auf Forderungen aus Lebensversicherungen und Renten, bestimmte umlauffähige Schuldtitel oder auch Kursgewinne. Besteuert werden nur natürliche Personen, juristische Personen (also z.B. Unter-nehmen, Stiftungen oder Trusts) werden nicht berücksichtigt. 2. Fortentwicklung der Zinsbesteuerungsrichtlinie 2.1 Probleme und generelle Kritik Dem Inkrafttreten der Richtlinie ging eine lange Diskussion voraus, bereits 1989 und 1998 lagen erste Richtlinienentwürfe vor, die Mitg- liedstaaten konnten sich jedoch nicht einigen. 5 Auch der Kompro- miss im Rahmen der derzeit gültigen Richtlinie wurde erst nach zä- hen Verhandlungen erreicht. Nicht verwunderlich ist daher der Pas- sus innerhalb der Richtlinie (Artikel 18), der die Kommission alle drei Jahre zu einem Bericht über die Anwendung der Richtlinie in der Praxis auffordert und anmahnt, dass diese dem Rat Änderungen vorschlägt, „die erforderlich sind, um die effektive Besteuerung von Zinserträgen sowie die Beseitigung unerwünschter Wettbewerbs- verzerrungen besser zu gewährleisten“. Schon damals war also absehbar, dass die Richtlinie – aus Sicht der Kommission und vieler vor allem großer Staaten in der EU – nur ein erster Schritt sein würde, basierte die Verabschiedung doch auf einem Minimalkonsens der Staaten. Hält die Richtlinie, was sie ver- spricht, oder ist sie bis dato doch lediglich als ein politisches Signal zu verstehen? Über die Auswirkungen und die Effektivität, vor allem 4 Als Vorbild hierfür wird das Musterabkommen der OECD genannt. Vgl. OECD, TIEA (Tax Information Exchange Agreement), siehe hierzu Kasten 2. 5 Vgl. Kellersmann, Dietrich; Treisch, Corinna (2002), S. 249ff. EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 5 Überschaubares Einkommen in Deutschland hinsichtlich eines von einer Reihe von Staaten gewünschten effekti- ven Schutzes gegen Steuerhinterziehung, gibt es unter-schiedliche Einschätzungen. Auch die Kritik entzündet sich an unterschiedlichen Elementen. Betrachtet man das über die Richtlinie erzielte Steueraufkommen, so ist dessen Umfang überschaubar. Am Beispiel Deutschlands wird deutlich, dass sich sowohl das Aufkommen aus der abgeführten Quellensteuer (weniger als EUR 200 Mio, siehe Tabelle 1) als auch die deklarierten Zinseinkünfte (etwa EUR 1,5 Mrd., siehe Tabelle 4) in einem Bereich bewegen, der weit von den häufiger diskutierten Größenordnungen entfernt ist. So weist beispielsweise die zuletzt verfügbare Statistik der Bundesbank alleine für von Unternehmen und Privatpersonen gehaltene Anleihen im Ausland (zumindest bei Privatpersonen unterliegen die Zinseinkünfte hieraus der Zinsricht- linie) einen Bestand von rund EUR 435 Mrd. aus. 6 6 Vgl. Bundesbank (2009). *** **** *** +*** ** 7* * **** *a */*!!** a **! 0 a** - /**** ****a*! *** * Quellensteuer- ! betrag in Anteil am Gesamt- aufkom m en in % Quellensteuer- ff betrag in Anteil am Gesamt- aufkom men in % Quellensteuer- ff betrag in Anteil am Gesamt- aufkomm en in % EU-Mitgliedstaaten: 20.891.950 54,80% 75.799.590 52,47% 107.893.014 55,15% Belgien 1.158.274 3,04% 2.960.697 2,05% 4.059.269 2,08% Luxemburg 12.895.938 33,82% 49.465.366 34,24% 61.477.095 31,43% Österreich 6.837.739 17,93% 23.373.527 16,18% 42.356.649 21,65% EU-Drittstaaten 16.551.020 43,41% 67.534.374 46,75% 86.502.850 44,22% Andorra 23.482 0,06% 99.583 0,07% 127.961 0,07% Liechtenstein 1.191.151 3,12% 4.398.953 3,05% 5.516.838 2,82% Monaco 88.803 0,23% 331.864 0,23% 0 0,00% San Marino 6.794 0,02% 15.025 0,01% 23.600 0,01% Schw eiz 15.240.791 39,97% 62.688.949 43,40% 80.834.451 41,32% Abhängige bzw . assoziierte Gebiete 684.218 1,79% 1.120.427 0,78% 1.229.055 0,63% Britische Jungferninseln 47 0,00% 69 0,00% 8 0,00% Turks- und Caiscosinseln 0 0,00% 0 0,00% 0 0,00% Guernsey 86.913 0,23% 318.154 0,22% 325.151 0,17% Jersey 270.179 0,71% 802.204 0,56% 903.896 0,46% Isle of Man 327.079 0,86% 0 0,00% 0 0,00% Niederländische Antillen 0 0,00% 0 0,00% 0 0,00% insgesam t 38.127.190 100,00% 144.454.391 100,00% 195.624.918 100,00% Quelle: BMF, Börsenzeitung 2005 2006 2007 8 EU-Monitor 65 6 29. April 2009 Ausdehnung der Richtlinie diskutiert Kapitalexportneutrale Besteuerung sollte das Ziel sein Besonders im Vordergrund steht daher die Ausdehnung der Richtli- nie. Konkret diskutiert wird u.a., den Kreis der Zinsempfänger zu erweitern und auch den Zinsbegriff der Richtlinie weiter zu fassen. Begründet wird dies damit, dass derzeit nur ein kleines Spektrum von Zins- bzw. Kapitaleinkünften erfasst wird und die Richtlinie somit relativ leicht umgangen werden kann. 7 Darüber hinaus existieren auch Forderungen, den territorialen Anwendungsbereich zu erwei- tern, d.h. einen Informationsaustausch auch mit weiteren Drittstaa- ten (z.B. USA, Hong Kong und Japan) zu etablieren bzw. die beste- henden Abkommen mit Drittstaaten zu erweitern. Das Bankgeheimnis wird durch die Zinsbesteuerungsrichtlinie je- doch ausdrücklich nicht berührt. Dieses ist vielmehr Bestandteil des im Februar 2009 vorgelegten Richtlinienentwurfs zur Amtshilfe (sie- he Kasten 1, S. 10). In der Kritik steht darüber hinaus der mit der Richtlinie verbundene nicht unerhebliche Aufwand für Finanz- institutionen. Auch wenn belastbare Zahlen hierzu kaum vorliegen, wird eine Ausdehnung zu weiterem Erhebungsaufwand führen. 8 Ökonomisch gesehen, d.h. unter Effizienzgesichtspunkten, ist einer kapitalexportneutralen grenzüberschreitenden Besteuerung Vorrang zu geben. 9 Hierzu ist es notwendig, das Wohnsitzprinzip und Welt- einkommensbesteuerung durchzusetzen bzw. es zumindest mög- lichst weitgehend zu verwirklichen. Dazu benötigt der Fiskus Infor- mationen über die Einkommen von Ansässigen im Ausland, die er zumeist nur schwer nachprüfen kann. Im Hinblick auf die Zinsbe- steuerungsrichtlinie erfordert dies die Steuerehrlichkeit der Indivi- duen über ihre Einkünfte außerhalb des Wohnsitzstaates und/oder eine erhöhte Kontrolldichte. Die Richtlinie unterstellt hier, dass es mit der Steuerehrlichkeit nicht zum Besten gestellt ist. 10 Ein Informa- tionsaustausch ist aus Effizienzgesichtspunkten durchaus zu begrü- ßen, er erhöht die Transparenz und kann für einen faireren Wettbe- werb sorgen. Hinsichtlich der generellen Einführung eines Informationsaus- tausches gilt es zu berücksichtigen, dass dieser die Attraktivität für ausländische Investoren reduzieren kann. Daher bestehen für Staa- ten divergierende Interessen darüber, ein solches System einzufüh- ren. Ein automatischer Anreiz Informationen zu erheben und diese Staaten anzubieten besteht nur, wenn der Staat selbst Informatio- nen von anderen Staaten benötigt. Ein kooperatives Verhalten ge- genüber anderen Staaten ist unilateral aber nur dann sinnvoll, wenn die Staaten identisch sind (d.h. es den Investoren egal ist, wo sie ihr 7 Vgl. hierzu z.B. die empirische Untersuchung von Klautke und Weichenrieder. Sie weisen anhand der Entwicklung von Prämien auf bestimmte von der Richtlinie ausgenommene Wertpapiere nach, dass substanzielle Umgehungsmöglichkeiten existieren und auch genutzt werden. In ihrem Urteil ist die Zinssteuerrichtlinie daher für Investoren von geringer Bedeutung. Vgl. Klautke, Tina; Weichenrieder, Alfons (2008). 8 So kommt eine Umfrage der Europäischen Kommission beim Europäischen Bankenverband (befragt wurden 40 Banken aus 6 Staaten) auf durchschnittliche Kosten von EUR 2 Mio. pro Einheit (und EUR 100.000 laufenden Kosten pro Einheit). Der Begriff Einheit bezieht sich dabei auf die Zahlstelle. Innerhalb einer Bank können mehrere Einheiten als Zahlstelle fungieren. Vgl. Europäische Kommission 2008 [SEC(2008)2767], S. 10ff. 9 Vgl. hierzu Homburg, Stefan (2007), S. 271ff sowie S. 307f. Das Wohnsitzprinzip in Verbindung mit dem Welteinkommensprinzip sichert eine effiziente Allokation der Ressourcen, da nur dann Kapitalexportneutralität vorliegt. 10 Die jüngste Forschung zur Steuerhinterziehung zeigt deutlich, dass verstärkter Druck stets zwei gegenläufige Effekte hat. Er erhöht zwar die Entdeckungs- wahrscheinlichkeit, kann aber auch die Steuermoral negativ beeinflussen und damit wiederum Steuerhinterziehung befördern. Vgl. hierzu ausführlicher Gläser, Lars; Halla, Marin (2007), insbesondere S. 86-89. EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 7 Arbeitsgruppe auf EU-Ebene seit 2005 Umfassender Bericht September 2008 Kommission empfiehlt Ausdehnung der Richtlinie Kapital veranlagen). Ist dies wie in der EU aber nicht der Fall, diver- gieren die Interessen der Staaten und eine zentrale Einführung ei- ner solchen Regelung wird dann notwendig. 11 Eine Regelung auf EU-Ebene ist vor diesem Hintergrund daher sinnvoll. Problematisch ist in der Praxis – wie bei allen Richtlinien – ein Stück weit auch das Konstrukt der Richtlinie selbst. Da sie erst in nationales Recht umgesetzt werden muss, verbleibt stets ein gewisser Umsetzungs- und Interpretationsspielraum für die Staaten. Im Hinblick auf das Subsidiaritätsprinzip – d.h. in diesem Fall die weitgehende Berücksichtigung der nationalen Gegebenheiten – ist dies auch sinnvoll. Wird dieser Spielraum jedoch (mehr oder weni- ger) genutzt, so kann durch eine derartige nationale Umsetzung die Attraktivität des Standorts trotzdem einseitig zu eigenen Gunsten verbessert werden. 2.2 (Empirische) Evaluierung der Richtlinie Die bestehende Richtlinie sieht vor, dass die Kommission alle drei Jahre einen Bericht über das Funktionieren der Zinsbesteuerungs- richtlinie verfasst und darin gegebenenfalls Verbesserungen vor- schlägt, um die Wirkungsweise effizienter zu gestalten. Bereits seit Ende 2005 haben sich hierzu verschiedene Arbeitsgruppen (zumeist bestehend aus Vertretern der Steuerverwaltungen der Mitgliedstaa- ten) gebildet, um über die verschiedenen Aspekte der Richtlinie zu diskutieren. Zudem befasste sich neben Experten aus der Kommis- sion eine Gruppe von Unternehmensfachleuten mit der Überprüfung der Zinsbesteuerungsrichtlinie. 12 Im April 2008 wurde ein erstes umfassenderes Arbeitsdokument veröffentlicht 13 , in das auch die Ergebnisse der Arbeitsgruppen ein- geflossen sind. Im September 2008 ist schließlich der umfassende Bericht zur Evaluierung der Richtlinie vorgestellt worden (inklusive eines umfangreichen Arbeitsdokumentes der Kommissionsdienst- stellen mit einem statistischen Anhang). 14 Der Grundtenor ist dabei wenig überraschend: Die Zinsbesteuer- ungsrichtlinie kann sehr leicht umgangen werden, insbesondere durch zwischengeschaltete Anlageformen (z.B. Stiftungen und Trusts) sowie durch Umstrukturierung des Anlageportfolios (in be- stimmte Finanzinstrumente wie spezielle Lebensversicherungen, die bereits erfassten Instrumenten aber ähnlich sind), so dass Einnah- men nicht unter die Richtliniendefinition der Zinszahlung fallen. Kriti- siert wird zudem, dass die Richtlinie z.T. nicht richtig verstanden und angewendet wird sowie das Fehlen von aussagekräftigen Statisti- ken. Die limitierte Datenlage ist ein generelles Problem bei der Über- prüfung der Richtlinie. Selbst die Kommission hat derzeit nur sehr eingeschränkte Analysemöglichkeiten. 15 In ihrem Bericht hat sie 11 Vgl. ebenda, S. 96f. Konkret werden Kapital-Nettoexporteure (d.h. Netto- Importeure von Informationen, z.B. Deutschland) vom Informationsaustausch mehr profitieren als Kapital-Nettoimporteure. 12 Papiere, Tagesordnungen und Zusammenfassung der Ergebnisse der ver- schiedenen Arbeitsgruppen sind auf den Internetseiten der Generaldirektion Steuern und Zölle zu finden. Vgl. GD Zölle (2009). 13 Vgl. Europäische Kommission (2008a), [SEC(2008)559]. 14 Vgl. Europäische Kommission (2008b), [KOM(2008)552] sowie Europäische Kommission (2008c), [SEC(2008)2420]. 15 Viele Mitgliedstaaten stellen z.B. über die Höhe der ausländischen und inländischen Zinseinkommen der Steuerpflichtigen (die diese in ihren Erklärungen angeben), die Zahl derjenigen, die Auskunft geben oder auch derjenigen, die die Quellensteuer wählen, keine Informationen bereit. Zudem geben sie typischerweise nur die gesamte Höhe der Quellensteuer und die Summe der EU-Monitor 65 8 29. April 2009 versucht, sowohl die Erträge von Anlagen, die unter die Richtlinie fallen, als auch die Auswirkungen der Richtlinie auf verschiedene Anlagenformen zu untersuchen. Im Ergebnis hat sich demnach die Zusammensetzung der Spareinkommen nicht signifikant verändert. Der Anteil der Zinseinkommen an den gesamten Spareinkommen sowie der Anteil der Zinseinkommen am gesamten Spareinkommen der Haushalte sind jeweils nur leicht gesunken, umgekehrt die je- weiligen Dividendeneinkommen leicht gestiegen. 16 Die Brutto- ersparnis im Verhältnis zum BIP ist bei etwa 20% stabil geblieben. Zudem hatte die Kommission teilweisen Zugriff auf bilaterale Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). 17 Hier kann bei den Einlagen von Nicht-Banken eine leichte Verschiebung von Staaten, die die Richtlinie anwenden, zu Drittstaaten festgestellt werden – allerdings schon im Vorfeld des Inkrafttretens der Richt- linie. Was den Gesamtumfang der durch die Richtlinie ausgelösten Zah- lungsströme betrifft, sind nun erstmals Daten für die gesamte EU über von den EU-Staaten erklärte Zinseinkünfte und Quellensteuer- einnahmen verfügbar. Dabei zeigt sich, dass die gemeldeten Zins- einkommen und das Quellensteueraufkommen angestiegen sind, wobei Deutschland, Italien und Großbritannien die größten Einnah- men zu verzeichnen hatten. Die Schweiz und Luxemburg waren die größten Zahler. Leider liegt jedoch auch hier ein massives Daten- problem vor, da große Lücken existieren. 18 Auf Basis der vorliegenden Daten hat die Richtlinie insgesamt daher kaum Einfluss auf den Kapitalmarkt bzw. die Ersparnis gehabt. Das generierte Aufkommen ist aus fiskalischer Sicht begrenzt geblieben. Die Richtlinie hat in ihrem begrenzten Wirkungsbereich funktioniert, die von der Politik z.T. erhofften Milliardeneinnahmen jedoch nicht generiert. Sie ist daher letztlich in ihrer jetzigen Form eher als politi- sches Signal für mehr Zusammenarbeit und Austausch der Steuer- behörden zu verstehen. 2.3 Der Vorschlag der Europäischen Kommission Der Vorschlag für eine Richtlinienänderung vom November 2008 19 enthält nun im Kern eine Ausdehnung der Definition des Zinsbegriffs sowie eine Erweiterung des „Personenkreises“ (d.h. eine erweiterte Mitwirkungspflicht der Zahlstellen). Eine unterschiedslose Aus- weitung der Richtlinie auf alle grenzüberschreitenden Zahlungen (also beispielsweise auch Dividenden, Veräußerungsgewinne, Aus- zahlungen aus Rentenversicherungssystemen), wie dies von eini- gen Mitgliedstaaten gefordert wurde, ist aber nicht vorgesehen. 20 Auch sollen nicht pauschal alle juristischen Personen einbezogen werden. erteilten Auskünfte seit 2005 an. Zudem sind längere Zeitreihen nur für Größen vorhanden, die vom Umfang größer sind als durch die Richtlinie bestimmt. Geeignete Vergleichsmaßstäbe fehlen demnach weitgehend. 16 Vgl. zu den folgenden Datenangaben Europäische Kommission (2008c), [SEC(2008)2420], S. 3f. 17 Allerdings berichten manche Staaten nicht an die BIZ, bzw. ein Teil der BIZ Staaten hatte der Verwendung von BIZ Daten nicht zugestimmt. 18 Siehe Tabelle 3 und 5. Die neben der deskriptiven Analyse der Kommission beigefügte Regressionsanalyse ist daher nicht besonders aussagekräftig und das Ergebnis also sehr vorsichtig zu interpretieren. Es zeigt, dass kein statistisch signifikanter und robuster Effekt der Zinsrichtlinie sowohl auf das Niveau der Zinseinkommen der privaten Haushalte als auch den Anteil der Zinseinkommen an den gesamten Einkommen der privaten Haushalte besteht. 19 Vgl. Europäische Kommission (2008e), [KOM(2008)727 endg.]. 20 Vgl. Europäische Kommission (2008g), [SEK(2008)2768], insbesondere S. 8. ffi in Mio H2 2005 2006 2007 Österreich 9,48 44,32 n.a. Belgien 7,51 19,61 25,92 Luxemburg 35,90 124,59 153,00 Andorra 3,50 12,77 n.a. Liechtenstein 1,94 7,08 n.a. Monaco 3,75 11,70 n.a. San Marino 1,13 7,47 n.a. Schw eiz 77,23 255,92 n.a. Brit. Jungferninseln 0,00 n.a. n.a. Turks- u. Caicoinseln 0,01 0,02 n.a. Guernsey 4,93 16,83 n.a. Jersey 13,26 32,15 n.a. Isle of Man 13,26 20,35 n.a. Niederländ. Antillen n.a. n.a. n.a. - ****a*/*!!** )** Quelle: EU-Kommission, 2008 *Steueraufkommen, das von Staaten, die Quellensteuer auf Zinszahlungen erheben, mit den EU-Mitgliedsstaaten geteilt w ird. - *aa*** !** 7* * ***** 9 EU-Mitgliedstaaten: EU-Drittstaaten: Abhängige/assoz. Gebiete: : 0 10 20 30 40 50 60 70 00 01 02 03 04 05 06 Bruttoersparnis im Verhältnis zum BIP Anteil der Zinseinkommen im Verhältnis zu gesamten Spareinkommen Anteil der Dividendeneinkommen im Verhältnis zu gesamten Spareinkommen Anteil der Zinseinkommen im Verhältnis zu gesamten Spareinkommen der Haushalte Anteil der Dividendeneinkommen im Verhältnis zu dem gesamten Spareinkommen der Haushalte % a ! 0'**/* *** *** Quellen: Europäische Kommission, eigene Darstellung Anteile in % (** ** **** ; EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 9 Die Kommission schlägt vor,... ... den Zinsbegriff und... ... den betroffenen „Personenkreis“ zu erweitern Transparenz kann zu fairerem Steuer- wettbewerb beitragen Konkret sollen in Bezug auf die Ausdehnung des Zinsbegriffs Erträ- ge aus Wertpapieren, die Forderungen entsprechen bzw. als gleichwertig angesehen werden, zukünftig als Zinszahlung unter den Geltungsbereich fallen (d.h. insbesondere, wenn die Kapital- rendite festgelegt wurde und mindestens 95% des eingesetzten Kapitals zurückfließen, also vor allem bei Finanzinnovationen). 21 Dies soll u.a. auch für bestimmte Lebensversicherungsverträge gelten (vor allem dann, wenn deren Leistung vollständig an Zinsen oder Erträge im Sinne der Richtlinie geknüpft ist und die Risiko- deckung weniger als 5% des versicherten Kapitals beträgt). Zudem ist vorgesehen, Erträge aus Investmentfonds (soweit sie unter die Richtlinie fallen) unabhängig von ihrer Rechtsform gleich zu behan- deln und damit gleichmäßig zu besteuern (die unterschiedliche Be- handlung von „OGAW“ und „Nicht-OGAW“ entfällt). Was die Erweiterung des „Personenkreises“ angeht, ist Folgendes geplant: Wird von einer in der EU niedergelassenen Zahlstelle (im Regelfall eine Bank) an bestimmte in Anhang I der Richtlinie aufge- führte zwischengeschaltete Strukturen (vor allem Stiftungen und Trusts) außerhalb der EU eine Zinszahlung geleistet, so soll die Zahlstelle die Bestimmungen (also Erhebung einer Quellensteuer oder Auskunftserteilung) auch hierauf anwenden. Voraussetzung ist dabei, dass der Zahlstelle der wirtschaftliche Eigentümer aufgrund der Bestimmungen der Geldwäscherichtlinie bekannt ist und es sich um eine natürliche Person handelt. Bei Zahlung an in der EU nieder- gelassene zwischengeschaltete Strukturen wird ein modifiziertes Konzept der so genannten „Zahlstelle kraft Vereinnahmung der Zinszahlung“ angewandt. Auch hierzu ist eine Positivliste vorge- sehen. 22 Die hierin genannten Strukturen müssen, wenn ihnen Zins- zahlungen von einer vorgeschalteten Einheit zufließen (egal ob aus der EU oder von außerhalb), ebenfalls die Richtlinie anwenden (also Erhebung Quellensteuer oder Auskunftsmitteilung). Die hier genannten Änderungen in Artikel 4 und 6 des Vorschlags stellen die wichtigsten Punkte dar. Außerdem sind viele technische Änderungen enthalten, durch die die Anwendung der Richtlinie ver- einfacht werden soll (z.B. Definition des Wohnsitzes, Durchfüh- rungshinweise, aber auch über statistische Angabepflichten der Mitgliedstaaten). Die Reichweite der Richtlinie würde damit bei einer Umsetzung ein ganzes Stück erweitert und aus Sicht des Fiskus dürften damit eine Reihe von Lücken geschlossen werden. Der Preis ist ein deutlich höherer Aufwand, aber dafür auch mehr Transparenz als vorher. Im Hinblick auf einen faireren Steuerwettbewerb ist Letzteres zu be- grüßen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es erfor- derlich sein würde, auch die Abkommen mit Drittstaaten im Sinne der Änderungen zu überarbeiten. Das wäre alles andere als einfach. 21 Vgl. hierzu und im Folgenden Änderungen zu Artikel 4 und 6, Europäische Kommission (2008e), [KOM(2008)727 endg.]. 22 Im Wesentlichen sind dies in den Mitgliedstaaten Trusts und Stiftungen, die Vermögen verwalten und keine karitativen Ziele verfolgen. In Deutschland zählt hierzu z.B. aber auch die KG oder die OHG. Die Liste ist nicht abschließend, sondern kann ergänzt werden, bzw. die Mitgliedstaaten müssen diese nach bestimmten Kriterien (z.B. Steuerfreiheit der Struktur) selbst ergänzen. EU-Monitor 65 10 29. April 2009 Kasten 1 Die Kommissionsvorschläge zur besseren Zusammenarbeit der Steuerverwaltungen Die Kommission hat Anfang Februar 2009 zwei neue Richtlinienvorschläge angenommen, die die Amtshilferichtlinie aus dem Jahr 1977 ersetzen und damit erweitern sollen. Ziel ist zum einen eine bessere Verwaltungszu- sammenarbeit der Behörden der Mitglied- staaten, d.h. mehr Auskunftserteilung über die Binnengrenzen hinweg. Zwei klarere und genauere Regelung (z.B. Verfahrensregeln, Formulare) sowie mehr direkte Kontakte zwischen zentralen aber auch lokalen Behörden werden angestrebt (z.B. das Einrichten zentraler Verbindungsbüros). Auskünfte sollen sowohl automatisch als auch spontan möglich sein, sogar der grenzüber- schreitende Einsatz von Beamten der Steuer- verwaltungen ist vorgesehen. Ausdrücklich wird hervorgehoben, dass dabei zukünftig Auskünfte nicht mit Verweis auf ein eventuell existierendes Bankgeheimnis verweigert werden dürfen. Zudem darf ein Mitgliedsstaat einem anderen Staat nicht Auskünfte bzw. Zusammenarbeit verweigern, die ersterer einem Drittland gewährt. Zum anderen möchte die Kommission eine generelle Verbesserung der Amtshilfe bei der „Beitreibung“ von Steuern und Abgaben erreichen. U.a. bedeutet dies, dass beispiels- weise auch Pflichtbeiträge zur Sozialver- sicherung einbezogen werden sollen. Zudem ist vorgesehen, spontanen Informations- austausch über Steuererstattungen nationaler Steuerbehörden an Gebietsfremde vorzu- schreiben sowie ebenfalls den Behörden- vertretern Ermittlungen in anderen Hoheits- gebieten zu ermöglichen. Vgl. Europäische Kommission (2009a), [KOM(2009)29] sowie Europäische Kommission (2009b),[KOM(2009)28]. Artikel 26 OECD-Musterabkommen als Standard 3. Weitere Initiativen – es wird enger (für „Steuer- hinterzieher“) Der Vorschlag zur Änderung der Zinsbesteuerungsrichtlinie kann nicht isoliert betrachtet werden. Vor allem seit Beginn des Jahres 2009 ist sehr viel Bewegung in Fragen der Zusammenarbeit der Staaten bei der Steuererhebung gekommen und zwar auf verschie- denen Ebenen. Neben nationalen Maßnahmen in einzelnen Staaten oder auch bilateralen Verhandlungen gibt es auch auf OECD-Ebene verstärkt Bemühungen – nicht zuletzt auch durch Initiative der G20- Staaten, wie kürzlich in London. Dabei sind „verschiedenfarbige“ Listen aufgestellt und wieder geändert, Zusagen über Informations- austausch und Hilfe bei Steuerhinterziehung bzw. -betrug gegeben und eine Reihe bilateraler Abkommen zwischen verschiedenen Staaten geschlossen worden. Wie unterscheiden sich diese Initiati- ven? Auslöser für die Entwicklung waren u.a. bekannt gewordene um- fangreiche Hinterziehungsfälle in verschiedenen europäischen Staa- ten sowie das sehr bestimmte Auftreten des US-amerikanischen Fiskus in den vergangenen zwei Jahren. Dieser hat bis dato mit einer Reihe von Staaten in Europa Doppelbesteuerungsabkommen neu ausgehandelt (z.B. mit der Schweiz und Liechtenstein) und darin den Informationsaustausch bzw. die Auskunftserteilung aus- geweitet. Die Europäische Kommission hat in Ergänzung zur Zinsbesteuer- ungsrichtlinie im Februar 2009 zwei weitere Richtlinienvorschläge für eine bessere Zusammenarbeit und Amtshilfe der Steuerbehör- den vorgelegt (siehe Kasten 1). Würden beide umgesetzt, so würde das Bankgeheimnis für Nichtansässige im Prinzip fast vollständig aufgehoben. Der im Vorschlag enthaltene zusätzliche Passus über Drittstaaten (d.h., dass einem anderen Staat nicht Auskünfte bzw. Zusammenarbeit verweigert werden darf, wenn er diese einem Dritt- land gewährt) ist vor dem Hintergrund der Abkommenspolitik der Vereinigten Staaten zu sehen. Mit dem Richtlinienvorschlag sollen letztlich ein Stück weit die Binnen-grenzen der nationalen Steuer- systeme überwunden werden, allerdings nur auf der Seite des Fis- kus. Auf Seiten der Steuer-pflichtigen würde sich an den ihnen ge- genüberstehenden 27 Steuersystemen nicht viel ändern. 23 Vor allem durch den Druck der G7- bzw. G20-Staaten haben auch die OECD-Bemühungen für mehr Transparenz und Informations- austausch (d.h. gegen Steuerhinterziehung und damit gegen so genannte „Steueroasen“) neuen Aufschwung erhalten. Wesentliche Ansatzpunkte sind hierbei der Artikel 26 nach OECD-Musterab- kommen (zur Vermeidung von Doppelbesteuerung) sowie so- genannte Steuerinformationsabkommen (TIEA, siehe Kasten 2 auf der folgenden Seite). Beide Instrumente können Staaten als Vorlage für bilaterale oder multilaterale Vereinbarungen dienen. Gerade der Artikel 26 des OECD-Musterabkommens stellt bestimmte Mindest- anforderungen bezüglich des gegenseitigen Informationsaus- tausches – z.B. zur Auskunftserteilung in Steuerfragen auf Anfrage. In der derzeitigen Diskussion fungierte bisher überwiegend die Erfül- lung oder Nicht-Erfüllung der Bestimmungen durch einzelne Staaten als Kriterium für die Frage, ob ein Staat als sogenannte „Steueroa- se“ einzustufen ist oder nicht. 23 Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass der Vorschlag für eine Gemein- same Konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage nicht mehr diskutiert wird. Vgl. Zipfel, Frank (2007), Deutsche Bank Research, EU-Monitor 49. EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 11 Kasten 2 DBA und TIEA – was ist was? Wenn ein Steuerpflichtiger Einkommen aus dem Ausland bezieht, so sieht er sich zumeist dem Steueranspruch von zweiten Staaten gegenüber, dem des Quellenstaates und dem des Wohnsitzstaates. Um eine Doppel- besteuerung des Einkommens zu vermeiden, haben die meisten Staaten deshalb bilaterale Abkommen, die sogenannten Doppelbe- steuerungsabkommen (DBA) geschlossen, um den Steueranspruch nach bestimmten Methoden aufzuteilen. Ein solcher (völker- rechtlicher) Vertrag regelt zumeist die ganze Bandbreite staatlicher Einnahmen. Die OECD hat als Ausgangsbasis ein sogenanntes Musterabkommen erstellt, das von Zeit zu Zeit angepasst wird. Das derzeitige Musterab- kommen enthält auch eine Vorlage über einen möglichen Informationsaustausch (Artikel 26, zuletzt überarbeitet im Jahre 2005). Die Vorlage verpflichtet jedoch nicht, dass zwei Staaten diesen Passus auch zum Gegenstand ihres Vertrags machen. Die meisten Staaten unterhalten bilaterale DBA. Die Verhandlungen über solche Verträge ziehen sich zumeist über Jahre hin, Änderungen sind im Nachhinein zumeist nur mit großem Aufwand möglich. Im Gegensatz dazu beschränken sich die Steuerinformationsabkommen (TIEA = Tax Information Exchange Agreements) auf die Thematik Auskunft in Steuersachen. Sie sind diesbezüglich jedoch wesentlich detaillierter als die DBAs. Auch TIEAs basieren auf einer Vorlage der OECD. Sie werden meist von Staaten gebraucht, die keine umfangreichen DBAs ausgehandelt haben. Siehe auch OECD (2009c). Zinsbesteuerungsrichtlinie Bestand- teil eines Bündels von Initiativen Bei der Initiative der G20 von April 2009 ging es darum, die Kriterien insgesamt zu verschärfen und über eine neue Liste mit Staaten grö- ßeren Druck ausüben zu können. 24 Seit Anfang 2009 ist eine ganze Reihe von neuen Absichtserklärungen veröffentlicht aber auch neue Abkommen geschlossen worden. 25 So haben jüngst Jersey, Guern- sey und die Isle of Man mit Deutschland neue Abkommen über ei- nen steuerlichen Informationsaustausch geschlossen. 26 Darin erklä- ren sich die Staaten bereit, den deutschen Steuerbehörden auf An- frage für die Besteuerung erforderliche Auskünfte zu erteilen. Als Beispiel auf nationaler Ebene kann in Deutschland der Entwurf für das Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz vom Januar 2009 angesehen werden. Dieser liegt mittlerweile als Kabinettsbeschluss in mehrfach überarbeiteter Form vor. 27 Der Entwurf sieht sehr weit- reichende Auskunftsbefugnisse der Behörden für den Fall vor, dass ein Staat den Standard der OECD über Amtshilfe nicht erfüllt. Ziel ist es, Geschäftsbeziehungen in solchen Staaten zu sanktionieren, mit denen kein Informationsaustausch nach Maßgabe von Art. 26 des OECD-Musterabkommens 2005 besteht (dies ist regelmäßig auch bei Staaten mit DBA der Fall). Konkret heißt dies u.a., dass bei Ge- schäftsbeziehungen zu bestimmten Staaten bestimmte steuerliche Regelungen ganz oder teilweise nicht angewendet werden dürfen, wie z.B. ein eingeschränkter Betriebsausgaben- bzw. Werbungskos- tenabzug (oder es sind weitere Nachweispflichten zu erfüllen). Zu- dem sollen Mitwirkungs- und Aufbewahrungspflichten von Privatper- sonen bei Kapitalanlage im Ausland erheblich erweitert und Prü- fungsrechte ausgedehnt werden. Dieser sehr weitreichende Entwurf schießt jedoch über das Ziel hinaus, da er u.a. zur Offenlegung na- hezu sämtlicher Geschäftsbeziehungen eines Unternehmens führen und alle Steuerzahler damit im Prinzip unter Generalverdacht stellen würde. Schließlich dürften den Unter-nehmen und in diesem Zusam- menhang auch den Banken erhebliche Kosten entstehen. 4. Fazit Die Zinsbesteuerungsrichtlinie kann gleichsam als Bestandteil eines Puzzles bzw. eines Bündels von Maßnahmen angesehen werden, mit dem Staaten ihren Steueranspruch über die Grenzen hinaus durchsetzen möchten. Die Ausdehnung der Zinsbesteuerungs- richtlinie ist durchaus sinnvoll im Hinblick auf größere Gleichbe- handlung verschiedener Anlageformen. Eine effiziente grenzüber- schreitende Besteuerung ist vor allem durch die Sicherung von Ka- pitalexportneutralität, d.h. durch Welteinkommens- und Wohnsitz- besteuerung, gewährleistet. Hierzu benötigt der Fiskus Informatio- nen über im Ausland erzielte Einkünfte, die er zumeist nur schwer nachprüfen kann. Er ist auf die Mithilfe des Steuerpflichtigen ange- wiesen und/oder eine erhöhten Kontrolldichte. Für beide Varianten gibt es Vor- und Nachteile. Klar ist, dass Extremvarianten (keine Kontrolle vs. gläserner Bürger) nicht zielführend sind, die Lösung liegt dazwischen. 24 Der im April überarbeiteten und veröffentlichten Liste der OECD lag z.B. die Vorga- be zugrunde, dass ein Staat mindestens 12 Abkommen geschlossen haben muss, die Art. 26 OECD-Musterabkommen erfüllen, sonst findet er sich auf dem „schwar- zen“ Teil der Liste wieder. Vgl. OECD (2009a). Macao und Hong Kong tauchten aufgrund politischen Drucks Chinas jedoch von Anfang an nicht auf der Liste auf. 25 Vgl. hierzu die Meldungen auf den Internetseiten der OECD (2009b). So haben Andorra, Hongkong, Liechtenstein, Luxemburg, Macao, Monaco, Österreich, Schweiz und Singapur angekündigt, Abkommen abschließen zu wollen. 26 Vgl. Meldung BMF (2009a). 27 Vgl. BMF (2009b). EU-Monitor 65 12 29. April 2009 Mehr Kooperation zwischen Staaten in Steuerfragen Einzelvorstöße finden wenig Akzeptanz Verhandlungsprozess dauert nicht erneut Jahrzehnte Staat darf nicht über das Ziel hinaus- schießen Eine größere Zusammenarbeit und Kooperation der Staaten in Fra- gen der Steuerauskunft deutet sich gerade in der jüngsten Zeit ver- mehrt an. In vielen Staaten (u.a. CH, BE, LI) hat eine breite Diskus- sion begonnen und teilweise bereits zum Umdenken geführt. Staa- ten, die bisher weitgehend die Zusammenarbeit verweigert haben, dürften zu Recht Probleme bekommen (Stichwort: fairer Steuerwett- bewerb). Denn nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Fi- nanzmarktkrise und deren mittelbaren Auswirkungen auf die öffentli- chen Staatshaushalte schwindet zunehmend die Bereit-schaft der Staaten, eine Erosion des Steueraufkommens durch internationale Steuerflucht und Steuerhinterziehung weiter tatenlos hinzunehmen. Daher wird die Bekämpfung der Steuerhinterziehung auf internatio- naler Ebene zu einem zentralen Thema. Als Folge dessen wird vor allem in Europa derzeit deutlich, dass sich das Bankgeheimnis (für Nichtansässige) in seiner strikten Form, soweit es berechtigten Aus- künften der Steuerbehörden über Kapitaleinkünfte entgegensteht, wohl kaum wird aufrecht erhalten lassen. Generell ist eine bessere Zusammenarbeit – gerade auch in Steuerfragen – durchaus zu begrüßen. Auf EU-Ebene, aber auch darüber hinaus, ist es wün- schenswert, den notwendigen Auskunftsverkehr über multilaterale Abkommen (zwischen mehreren EU-Staaten und auch zusammen mit Drittstaaten) sicherzustellen. Mit Einzelvorstößen einzelner Staaten dürfte dem Anliegen größerer Zusammenarbeit jedoch nicht besonders geholfen sein. Nationale Alleingänge führen in der Regel nicht zum gewünschten Erfolg, sondern lösen eher mehr Widerstand aus. Wichtig ist die Einbettung in gemeinsame Aktionen mehrerer Staaten (z.B. EU-Ebene, G20- Staaten, etc.). Ohne eine breitere Übereinstimmung ist sonst mit wenig Akzeptanz zu rechnen, schon gar nicht über Europa hinaus. Was die zeitliche Perspektive angeht, so dürfte der Verhandlungs- prozess über die Zinsbesteuerungsrichtlinie kaum in diesem Jahr zu Ende geführt werden. Allerdings wird es aufgrund der veränderten politischen „Stimmungslage“ auch vermutlich nicht noch einmal 10 Jahre dauern, bis die Staaten einen neuen Kompromiss ausge- handelt haben. Derzeit scheint vieles möglich, was noch letztes Jahr äußerst unwahrscheinlich gewesen wäre. Zu berücksichtigen ist aber auch: Kommt es dazu, dass Artikel 26 OECD-Musterab- kommen über die Ausweitung des Informationsaustauschs weltweit etabliert würde, verlöre eine Ausdehnung der Zinsbesteuerungs- richtlinie ein gutes Stück an Bedeutung. Aber bei aller Zusammenarbeit und Austausch von Informationen stellen sich für Bürger, Unternehmen und den Staat die Fragen, welche Kosten entstehen und vor allem wo die Grenzen sind. Dies gilt zum einen hinsichtlich des Vordringens des Staates in die Pri- vatsphäre des Einzelnen. Der Staat darf hier nicht über das Ziel hinausschießen und die Bürger dazu zwingen, ihm gegenüber alles offen zu legen, denn er würde dadurch nachhaltig die wirtschaftliche Entfaltung lähmen. Zum anderen gilt es aber auch in Bezug auf die Neigung des Staates zu stetig steigenden Budgets. Ein fairer Steu- erwettbewerb ist hilfreich, diese Ansprüche des Staates zu begren- zen. Ein solcher Wettbewerb wird auch per se nicht alleine deshalb unfair, wenn er über Steuersätze ausgetragen wird. Er ist außerdem von der Unterstützung der Steuervermeidung zu trennen. Mit einem Steuerkartell, das einen fairen Steuerwettbewerb zum Erliegen bringt, ist weder Bürgern noch Unternehmen gedient. Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 13 Land Zinsauskünfte ff an D in , Summ e pro Anteil am Gesamtauf- kom men in % 2006 2006 2006 2008 2006 2008 EU-Mitgliedstaaten: 1.444.167.361 96,91 1.546.780.561 1.192.365.077 1,00 99,8 Belgien - 1 - 1 133.537.901 55.501.963 8,61 4,7 Bulgarien --- 5.072.982 - 0,4 Dänemark -- 7.314.666 14.361.508 0,47 1,2 Estland 29.283 0 154.855 234.601 0,01 0,0 Finnland 42.995 0 3.973.441 4.828.638 0,26 0,4 Frankreich 44.888.250 3,01 154.227.379 131.609.878 9,95 11,0 Griechenland 409.929 0,03 25.587.739 49.991.368 1,65 4,2 Irland 29.218.762 1,96 8.177.730 9.772.154 0,53 0,8 Italien 49.698.253 3,33 68.431.158 100.686.611 4,41 8,4 Lettland 39.193 0 818.408 1.068.361 0,05 0,1 Litauen 36.281 0 639.244 1.241.827 0,04 0,1 Luxemburg 683.649.151 45,88 24.827.768 25.531.333 1,60 2,1 Malta 49.430 0 32.297.771 4.254.091 2,08 0,4 Niederlande 13.631.801 0,91 56.707.130 106.719.131 3,66 8,9 Österreich - 1 - 1 122.371.502 233.287.655 7,89 19,5 Polen 1.865.775 0,13 10.465.536 15.191.442 0,68 1,3 Portugal -- 17.106.537 15.412.976 1,10 1,3 Rumänien --- 8.852.837 - 0,7 Schw eden 706.053 0,05 21.323.712 29.581.740 1,38 2,5 Slow akei 538.770 0,04 2.450.141 4.016.551 0,16 0,3 Slow enien 192.889 0,01 4.689.204 7.534.791 0,30 0,6 Spanien 152.567.301 10,24 279.397.374 143.771.936 18,02 12,0 Tschechien 839.893 0,06 19.610.862 27.783.553 1,26 2,3 Ungarn 3.869.061 0,26 14.620.919 16.327.413 0,94 1,4 Vereinigtes Königreich (inkl. Gibraltar) 461.493.939 30,97 532.822.508 172.150.654 34,37 14,4 Zypern (nur griech. Teil) 152.947 0,01 5.227.076 6.922.732 0,34 0,6 EU-Drittstaaten: 43.002.712 2,89 ---- Andorra - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 - 1 Liechtenstein 989.967 0,07 - 1 - 1 - 1 - 1 Monaco 177.295 0,01 - 1 - 1 - 1 - 1 San Marino -- - 1 - 1 - 1 - 1 Schw eiz 41.835.450 2,81 - 1 - 1 - 1 - 1 Abhäng./assoz. Gebiete: 3.065.980 0,21 3.547.019 1.217.474 0,23 0,1 Britische Jungferninseln -- 20 4.410 00 Turks- und Caicosinseln -- - 1 - 1 - 1 - 1 Guernsey 339.447 0,02 1.512.419 364.722 0,10 0,03 Jersey 1.547.454 0,1 538.739 740.873 0,03 0,06 Isle of Man 914.178 0,06 187.283 97.285 0,01 0,01 Niederländ. Antillen -- 1.305.651 129.405 0,08 0,01 Anguilla 103 0 - 1 - 1 - 1 - 1 Kaiman-Inseln 229.984 0,02 - 1 - 1 - 1 - 1 Montserrat 192 0 1.761 -0 - Aruba 34.623 0 1.146 10.184 00 insgesamt 1.490.236.053 100 1.550.327.580 1.193.582.551 100,00 100 0* +**** a** ** **** + **** a** *** ** ** ***a/ * *** * ** *** *a **** 1)keine Zinsmeldungen vorgesehen Quellen: BM F, BZSt <0*/*!!** ;==* >;==?@ Durch D erteilte ff Zinsauskünfte in , Summe pro Land Anteil am Gesamtaufkom men in % A EU-Monitor 65 14 29. April 2009 ffi in Mio Q3 u. 4 2005 2006 2007 EU-Mitgliedstaaten: Belgien --- Bulgarien** -- 1,54 Tschechien 2,92 17,81 26,75 Dänemark n.a. 415,31 6,931 Deutschland 660,73 1.392,06 942,09 Estland n.a. 4,40 n.a. Irland 258,88 771,00 1.901,24 Griechenland 6,85 23,11 n.a. Spanien 488,11 423,42 274,64 Frankreich '568,14 2.020,04 n.a. Italien 280,53 1.615,92 n.a. Zypern 5,26 15,05 25,54 Lettland 0,18 0,66 n.a. Litauen 0,09 0,09 n.a. Luxemburg 1.119,79 4.188,68 n.a. Ungarn 62,03 5,22 n.a. Malta 1,02 2,10 n.a. Niederlande 320,65 816,22 370,26 Österreich --- Polen 4,84 15,40 n.a. Portugal n.a. 0,56 n.a. Rumänien** -- 7,34 Slow enien 0,59 1,35 n.a. Slow akei 1,87 4,76 n.a. Finnland 26,02 60,93 n.a. Schw eden n.a. n.a. n.a. Vereinigtes Königreich*** 9.132,49 n.a. n.a. insgesamt 12.940,99 11.824,10 - für 2005 und 2006 * Freiw illige Auskunft über Zinseinkünfte gem. Art.9 der Richtlinie ** Bulgarien und Rumänien traten der EUim Jahr 2007 bei, somit keine Daten *** ImVereinigten Königreich endet das Geschäftsjahr am 5. April Quelle: EU-Kommission, 2008 & ** -*aa*** !** a**!a***** ! * ****!a****a* a** ** !* **** * ** * ** /* **** 9 - B *****a*a** -!!* * ** ** '** ** * ** + a* ** a ** * EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie 29. April 2009 15 Literaturverzeichnis BMF (2009a). Steueroasen: Einsatz für Informationsaustausch zeigt erste Erfolge (http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_2368/DE/ Wirtschaft__und__Verwaltung/Internationale__Beziehungen/ 004__Steueroasen.html?__nnn=true). 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