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18. September 2018
In den Schwellenländern dominieren nach wie vor landesspezifische Risiken, allerdings steigt die Gefahr, dass sich die Krise ausweitet. Aus unserer Sicht ist – wie wir bereits in der Vergangenheit ausgeführt haben – die Performance der Schwellenländer zu zwei Dritteln bis drei Vierteln externen Faktoren geschuldet. Dies gilt vor allem für die Kreditmärkte. Mit der Verschlechterung dieser Faktoren trennt sich die Spreu vom Weizen. Vor allem einige große Volkswirtschaften wurden in Mitleidenschaft gezogen. Sie zeigen sich bisher am stressanfälligsten. [mehr]
PROD0000000000477282 1   |    18. September 2018Weitere Research-Beiträge Das ist ein Auszug aus Emerging Markets Monthly: Knock on ... , veröffentlicht am 7. September 2018. 18. September 2018 EM Monthly Dominoeffekte ... In den Schwellenländern dominieren nach wie vor landesspezifische Risiken, allerdings steigt die Gefahr, dass sich die Krise ausweitet. Aus unserer Sicht ist – wie wir bereits in der Vergangenheit ausgeführt haben – die Performance der Schwellenländer zu zwei Dritteln bis drei Vierteln externen Faktoren geschuldet. Dies gilt vor allem für die Kreditmärkte. Mit der Verschlechterung dieser Fakto­ ren trennt sich die Spreu vom Weizen. Vor allem einige große Volkswirtschaften wurden in Mitleidenschaft gezogen. Sie zeigen sich bisher am stressanfälligs­ ten. Ob die Schwellenländer „gut" oder „schlecht" abschneiden hängt von der Handlungsfähigkeit der Politik angesichts massiver innen- und geopoliti- scher Spannungen ab. Die angespannte politische Lage hat nicht nur zur Ein­ trübung des Wachstumsausblicks in den anfälligeren Ländern geführt, sondern verhindert bis auf Weiteres auch ein entschlosseneres Vorgehen seitens der Politik. Um die Dominoeffekte, die schon jetzt ihren Tribut in Südafrika, der Tür­ kei und Argentinien fordern und zuletzt auch Brasilien erfassten, einzudämmen, bedarf es eines Politikwechsels in den USA und den Schwellenländern. In nä­ herer Zukunft zumindest erscheint dies kaum wahrscheinlich. Der nahe am Höhepunkt befindliche Konjunkturzyklus in den Industrielän- dern und die nachlassende weltwirtschaftliche Dynamik erschweren bei zunehmenden Risiken die notwendigen Anpassungen. Unsere Volkswirte gehen davon aus, dass die chinesische Regierung zunächst abwartet, bevor sie – möglicherweise erst im 1. Halbjahr 2019 – im Handelsstreit einlenkt. Schließ­ lich entfaltet die fiskal- und geldpolitische Lockerung ihre Wirkung und in den USA sinkt aufgrund der Strafzölle allmählich die Kaufkraft der Verbraucher. In Lateinamerika und EMEA wurde die Handlungsfähigkeit der Regierungen in den besonders anfälligen Ländern zuletzt durch (geo)politische Spannungen einge­ schränkt. Damit ist eine Erholung der Märkte vorerst nicht in Sicht. Eine entscheidende Rolle spielen zudem die Zwischenwahlen in den USA. Denn von ihrem Ausgang dürfte abhängen, ob sich die US­Regierung letztend­ lich kompromissbereit zeigt oder ob sie ihre wachstumsschädliche Politik sogar noch weiter verschärft. Angesichts der ungelösten Probleme – im In­ und Aus­ land – profitieren die Schwellenländer nur begrenzt vom nach wie vor soliden Wachstum in den Industrieländern. Autoren www.dbresearch.de Kubilay Ozturk +90(212)3170124 kubilay.ozturk@db.com Sameer Goel +656423 6973 sameer.goel@db.com Hongtao Jiang +1(212)250-2524 hongtao.jiang@db.com Drausio Giacomelli +1(212)2507355 drausio.giacomelli@db.com Juliana Lee (852)2203-8312 juliana.lee@db.com Deutsche Bank Research EM Monthly 2   |    18. September 2018Weitere Research-Beiträge Die erheblichen Kursverluste im August waren aus unserer Sicht deutlich überzogen, was für eine Aufwärtskorrektur spricht. Die Wachstumspro- gnosen hingegen dürften weiter nach unten angepasst werden, da der Ne- gativtrend im Handelskonflikt (mindestens über die Zwischenwahlen) an- halten dürfte (und die Parallelen mit 2015-16 zunehmen). Sonderbeiträge in dieser Ausgabe: Brasilien: Wo besteht Handlungsbedarf? Vorfeld der Wahlen beleuchten wir einige der wirtschaftlichen Probleme, die die zukünftige Regierung in Angriff nehmen muss. Für eine nachhaltige Konsolidie­ rung der Staatsfinanzen bedarf es u.a. einer Reform der Sozialsysteme. Gleich­ wohl dürfte ein Umbau des Rentensystems – auch wenn hier dringend Hand­ lungsbedarf besteht – kaum ausreichen, um den Haushalt zu sanieren. Will die zukünftige Regierung Brasiliens Wirtschaft aus der „quasi­Dauer"­Krise führen, braucht es auch strukturelle Reformen. GCC Öl-Breakeven Wir untersuchen, was Öl kosten muss, damit sich die Staatshaushalte und Leis­ tungsbilanzen der Golfstaaten im Gleichgewicht befinden. Dieser sogenannte Breakeven-Preis ist ein zuverlässiger Indikator für die fiskalische und externe Anfälligkeit. Da die Staaten angesichts des jüngsten Ölpreisanstiegs ihren Kon­ solidierungskurs zurückfahren, um das Wachstum anzukurbeln, dürfte dieser bis Jahresende 2019 von hohem Niveau weiter steigen. Wie verhält sich China im Handelskonflikt? Bei den US­Verbrauchern hat der Handelskonflikt bisher kaum Spuren hinter­ lassen. Das könnte sich bald ändern. Werden die US-Strafzölle auf chinesische Waren weiter ausgeweitet, dürften die Marginaleffekte für die USA wohl zuneh­ men, während sie für China sinken. In der Hoffnung auf ein Einlenken seitens der USA könnte China zunächst abwartend agieren und beobachten, inwieweit die neue Runde an Strafzöllen die US-Verbraucher belastet und damit der Druck auf die Regierung steigt. Eine weitere Zuspitzung des Handelskonflikts ist in den kommenden Monaten nicht auszuschließen. Denn die Parteien werden wohl erst im November beim Treffen der beiden Staatschefs wieder an den Ver­ handlungstisch zurückkehren. Türkei: Nichts ist, wie es war Gemessen am gesamten Außenfinanzierungsbedarf ist das Volumen der kurz­ fristig fällig werdenden ausländischen Schuldtitel trotz des Verfalls der türki­ schen Währung überschaubar. Die sich abzeichnende Vertrauenskrise wäre da­ mit wohl noch beherrschbar, vorausgesetzt die Behörden reagieren umsichtig. Dazu gehört u.a. auch eine Neuausrichtung der makroökonomischen Prioritä­ ten. Sofern es der Türkei nicht gelingt, die Lira wieder zu stabilisieren, droht ein weiterer Anstieg der Inflation und ein Vertrauensverlust der Investoren. Dann könnte aufgrund der immensen Nettoverschuldung türkischer Unternehmen im Ausland und des hohen Engagements türkischer Banken das Finanzsystem ins Wanken geraten, was durchaus für die Existenz multipler Gleichgewichte spricht. Diese Ausgabe enthält zudem unseren Wachstumsausblick sowie unsere Pro­ gnosen für ausgewählte Länder in Asien, EMEA und Lateinamerika. Deutsche Bank Research EM Monthly 3   |    18. September 2018Weitere Research-Beiträge Wichtige rechtliche Hinweise finden Sie unter: https://research.db.com/Research/Disclosures/Disclaimer   Deutsche Bank Research EM Monthly 4   |    18. September 2018Weitere Research-Beiträge © Copyright 2018. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vor­ behalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage­, Rechts­ oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die ak­ tuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer as­ soziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließ­ lich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informationszwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessen­ heit der vorstehenden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaub­ nis zur Erbringung von Bankgeschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zen­ tralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird die­ ser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. 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