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12. Mai 2021
Im Februar 22% weniger Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahr. Vorläufige Daten für April zeigen, dass sich der jüngste Anstieg eröffneter Regelinsolvenzverfahren nicht fortgesetzt hat. * ZEW-Index: Konjunkturoptimismus unter Finanzmarktexperten so hoch wie zuletzt im Jahr 2000. * EZB sieht Eurozone im Mai/Juni am Wendepunkt zu kräftigerem Wachstum. * EZB-Direktorin Schnabel hält zum Jahresende Inflationsraten von über 3% in Deutschland für möglich. * Großhandelspreise ziehen im April um gut 7% gg. Vorjahr an. Gestiegene Energiepreise, aber auch Vorprodukte als wichtige Treiber. * Tourismus in Deutschland: 43% weniger Übernachtungen im März 2021 als im Vorjahr (schon von Corona negativ beeinflusst). * 7-Tage-Inzidenz auf 107,8 gesunken, weniger Todesfälle, weniger Intensivpatienten, knapp 5 Mio. Impfdosen in einer Woche. [mehr]
Brief Deutsche Bank Research 1 Deutsche Bank Research Frankfurt Team Stefan Schneider, stefan-b.schneider@db.com, +49 69 910-31790 Eric Heymann, eric.heymann@db.com, +49 69 910-31730 12. Mai 2021 Deutschlands Kampf gegen das Coronavirus - Update Dieses Dokument darf an Kunden weitergegeben werden. Corona-Update:  Die weltweite Zahl der neu registrierten COVID-19-Fälle ist in der letzten Woche gesunken. Rückläufige Infektionszahlen in weiten Teilen Europas; Ausnahme Niederlande. Lockerungen z.B. in Spanien oder Österreich . Leichter Anstieg der Neuinfektionen in Indien und Brasilien, jeweils auf hohem Niveau. Fort gesetzte Rückgänge im Iran, in der Türkei oder Argentinien. Rückgang in den USA setzt sich fort, 7 Tage-Inzidenz unter 100 ( Berichte von rückläufiger Nachfrage nach Corona-Impfungen ; mehr Aufrufe, sich impfen zu lassen ). Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 ist in der letz ten Woche leicht gesunken. Etwa 90.000 Todesfälle pro Woche (Indien an der Spitze).  Die wichtigsten Daten für Deutschland: 96.735 neue Fälle in Deutschland in den letzten 7 Tagen. Rück gang um 18,7%. Wert liegt um 45% unter dem Höchststand der Woche vor Weihnachten. 7-Tage-Inzi denz auf 107,8 gesunken (Höchststand am 21. Dezember: 197).  Aktuell offiziell etwa 242.600 akute Erkrankungsfälle (0,29% der Bevölkerung). Rückgang gg. Vorwoche  4.461 COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Zweiter Rückgang in Folge und hö here Dynamik (-494 Patienten). Absoluter Höchststand waren 5.762 Patienten Anfang Januar. 12% aller Erwachsenen-Intensivbetten im DIVI-Intensivregister als „frei und betreibbar" angegeben.  Kumulierte Zahl der bestätigten COVID-19-Infektionen in Deutschland: 3.548.285. Geschätzt sind etwa 3.220.300 Menschen in Deutschland von ihrer COVID-19-Erkrankung genesen.  Kumuliert 85.380 Todesfälle. In der letzten Woche 1.504 Todesfälle; erneut leichter Rückgang gg. Vor woche. Höhepunkt der wöchentlichen Todesfälle lag bei über 6.100. Sterbefallzahlen im April 3% über dem Durchschnitt der Vorjahre. Offizielle Fallsterblichkeit (Verhältnis von offiziellen COVID-19-Todesfäl len zu COVID-19-Fällen) leicht auf 2,4% gesunken.  Private Haushalte mit großem Abstand wichtigster Ort für Infektionen (vor Arbeitsplatz).  Gestern ein Landkreis unter 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen ( Stadt Passau : mehr Lockerungen, hohe Impfquote wegen Grenzgebiet; aber Stadtkreis heute wieder knapp über 50 gerutscht). Gestern lagen 21 Kreise unter der Corona-Obergrenze (50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen). In 239 Fällen Inzidenz über 100; davon in acht Fällen über 250.  In der letzten Woche Rückgang der 7-Tage-Inzidenz in allen Altersgruppen. Altersgruppen zwischen 5 und 49 Jahren (deutlich) über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 107,8. Alle Kohorten der 60- bis Ü90-Jährigen deutlich darunter (zum Teil unter 50).  7-Tage-R-Wert in der letzten Woche unter 1. Wert gestern: 0,83. Aktueller RKI-Situationsbericht hier .  In KW 16 wurden etwa 1,34 Mio. PCR-Labor-Tests durchgeführt; Rückgang gg. Vorwoche. Positiv Quote auf 11,2% gesunken (Tiefstand lag bei 0,6%). Theoretische PCR-Testkapazitäten bei 2,3 Mio. pro Woche. Neue Daten zu Tests kommen heute Abend.  Bislang knapp 27,7 Mio. Menschen einmalig geimpft ( ein Drittel der Bevölkerung ). 8 Mio. Zweitimpfun gen (9,6%). Etwa 5 Mio. verabreichte Impfdosen in der letzten Woche (+6,6% bzw. Anstieg um knapp 310.000 Mio.). Tägliches Update zu Impfdaten hier .  Für den Impfstoff von Johnson & Johnson wird Priorisierung aufgehoben . Es bleibt zwar bei der Emp fehlung, dass der Impfstoff vorrangig für Menschen über 60 Jahre eingesetzt werden soll. Aber auch jüngere Menschen sollen das Präparat nach Rücksprache mit dem Arzt nutzen können. Bislang kommt der Impfstoff noch wenig zum Einsatz. Im Juni und Juli sollen aber mehr als 10 Mio. Dosen an Deutsch land geliefert werden. Vorteil: Einmalige Impfung ausreichend.  EU will Liefervertrag mit AstraZeneca nicht über den Juni hinaus verlängern . Aber zugesagte Impfdosen werden eingefordert.  Zuvor hatte die EU 900 Mio. Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bestellt und eine Option für 900 Mio. weitere Dosen vereinbart. Lieferung bis Ende 2023. Sollen zur Auffrischung von Impfungen bei Er wachsenen und zur Impfung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Vertrag enthält Verein barungen zur Anpassung des Impfstoffs an Virusvarianten. Deutsche Bank DB Research 2 © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankge schäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Wirtschaftliches Update:  Im Februar gab es 22% weniger Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahr . Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen war bis Ende 2020 ausgesetzt. Positiv: Vorläufige Angaben für April 2021 zeigen, dass sich der jüngste starke Anstieg eröffneter Regelinsolvenzverfahren nicht fortgesetzt hat.  Lt. ZEW-Index (Mai: 84,4 Punkte, +13,7 gg. Vm.) ist der Konjunkturoptimismus unter Finanzmarktexper ten so hoch wie zuletzt im Jahr 2000. Abschwächung der 3. Corona-Welle beflügelt die Stimmung.  EZB sieht Eurozone im Mai/Juni am Wendepunkt zu kräftigerem Wachstum , so EZB-Chefvolkswirt Lane in einem Interview. Die deutsche Volkswirtschaft ist dabei keine Ausnahme, wie wir in unserem aktuel len „Ausblick Deutschland" erörtern.  EZB-Direktorin Schnabel hält zum Jahresende Inflationsraten von über 3% in Deutschland für möglich (temporär). Im Jahresdurchschnitt 2021 erwarten wir eine Preissteigerungsrate von 2,5% (nationale De finition), mehr dazu im aktuellen Ausblick Deutschland.  Großhandelspreise ziehen im April um gut 7% gg. Vorjahr an . Gestiegene Energiepreise, aber auch Vorprodukte als wichtige Treiber. Dazu passt: Globaler Konjunkturaufschwung führt zu Lieferengpässen und Preissteigerungen bei Baustoffen - Bsp. Holz .  Tourismus in Deutschland: 43% weniger Übernachtungen im März 2021 als im Vorjahr (das schon von Corona negativ beeinflusst war)  Umsatz im Bauhauptgewerbe sinkt im Februar um 15% gg. Vorjahr . Nachwirkungen der Absenkung der Mehrwertsteuer. Abschlussrechnungen für Baumaßnahmen schon im Dezember 2020 ausgestellt.  Ifo Konjunktur-Umfrage zu „Corona-Hilfen": Einzelhandel deutlich unzufriedener mit Hilfsmaßnahmen als Gastgewerbe.  Im April arbeiteten lt. ifo knapp 31% der Beschäftigten wenigstens teilweise im Homeoffice. Nach einem weiteren Absinken im Zuge sich abzeichnender Lockerungen erwarten wir im Verlauf der nächsten Jahre einen Anstieg auf rund 35% . Pos. Erfahrungen während der Pandemie dürften hierfür ein Anstoß gewesen sein. Wirtschafts- und geldpolitische Maßnahmen:  Seit dieser Woche gelten Lockerungen für vollständig geimpfte und genesene Personen. Presse-Artikel im Q&A-Format .  Kleiner Grenzverkehr zwischen Bayern und Österreich wieder erlaubt . Unternehmensnachrichten  Biontech erzielt Quartalsgewinn in Höhe von EUR 1,1 Mrd. Deutlicher Zuwachs gg. Q4. Presse . Etwas Positives zum Schluss:  Die USA haben den Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zuge lassen. Phase-3-Studien haben eine 100%-ige Wirksamkeit und eine generell gute Verträglichkeit fest gestellt.
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