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14. April 2021
133.571 neue Fälle in Deutschland in den letzten 7 Tagen. Anstieg um 31,5% gg. Vorwoche. Höchste Zahl an Neuinfektionen seit Ende 2020. 7-Tage-Inzidenz auf 153,2 gestiegen. Mehr Dynamik bei Todesfällen. * Bundeskabinett einigt sich auf „Bundesnotbremse“: In Kreisen mit 7-Tage-Inzidenz über 100 sollen bundeseinheitliche Regelungen gelten. * Kabinett beschließt Erhöhung des Kinderkrankengelds von 20 auf 30 Tage pro Elternteil sowie Testpflicht für Unternehmen. * IW Köln plädiert für Tilgung der Corona-Schulden über längeren Zeitraum. * Beherbergungsbetriebe verzeichneten im Februar 2021 76% weniger Übernachtungsgäste als im Vorjahr. * Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter erwirtschaften 2020 56% weniger Umsatz als 2019. [mehr]
Brief Deutsche Bank Research 1 Deutsche Bank Research Frankfurt Team Stefan Schneider, stefan-b.schneider@db.com, +49 69 910-31790 Eric Heymann, eric.heymann@db.com, +49 69 910-31730 14. April 2021 Deutschlands Kampf gegen das Coronavirus - Update Dieses Dokument darf an Kunden weitergegeben werden. Corona-Update:  Die weltweite Zahl der neu registrierten COVID-19-Fälle ist in der siebten Woche in Folge gestiegen. Unterschiedliche Entwicklung in Europa: Anstieg in Frankreich. Stabilisierung oder Rückgang der Fall zahlen z.B. in Spanien, Italien, UK, Niederlande, Österreich sowie den großen osteuropäischen EU Ländern. Dabei deutliche Unterschiede bei den 7-Tage-Inzidenzen: Relativ niedrige Werte in UK oder Portugal (unter 50), hohe Inzidenzen z.B. in Ungarn (über 400) oder Polen (knapp 400). Außerhalb Eu ropas zuletzt starke Zuwächse in Indien, Türkei, Iran, Argentinien. Auch in Brasilien noch hohe absolute Fallzahlen, jedoch bei sinkender Tendenz. Neuinfektionen in den USA zuletzt leicht rückläufig, 7-Tage Inzidenz jedoch ähnlich hoch wie in Deutschland, obwohl in den USA bereits mehr als ein Drittel der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten hat. Die Zahl der neuen Todesfälle im Zusammenhang mit CO VID-19 ist in der letzten Woche zum dritten Mal in Folge gestiegen (Brasilien an der Spitze).  Die wichtigsten Daten für Deutschland: 133.571 neue Fälle in Deutschland in den letzten 7 Tagen. An stieg um 31,5% gg. Vorwoche (inklusive Osterfeiertage). Höchste Zahl an Neuinfektionen seit Ende 2020. Wert liegt nur noch um 24% unter dem Höchststand der Woche vor Weihnachten. 7-Tage-Inzi denz auf 153,2 gestiegen (Höchststand am 21. Dezember: 197).  Gesellschaft für Aerosolforschung betont besondere Bedeutung von Infektionen in Innenräumen . Eine Übertragung des Virus im Freien sei „äußerst selten". Zudem dort keine Clusterinfektionen. Bevölkerung sollte mehr für Gefahr der Übertragungen in Innenräumen sensibilisiert werden.  Aktuell offiziell etwa 246.200 akute Erkrankungsfälle (0,3% der Bevölkerung). Anstieg bei der Zahl der akuten Erkrankungsfälle gg. Vorwoche.  4.688 COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Fünfter Anstieg in Folge, aber gerin ger Dynamik (+333 Patienten). Absoluter Höchststand waren 5.762 Patienten Anfang Januar. Nur 12% aller Intensivbetten im DIVI-Intensivregister als „frei und betreibbar" angegeben. DIVI warnt , dass Ende April mehr als 6.000 COVID-19-Patienten auf Intensivstationen behandelt werden müssen.  Kumulierte Zahl der bestätigten COVID-19-Infektionen in Deutschland: 3.044.016. Geschätzt sind etwa 2.719.000 Menschen in Deutschland von ihrer COVID-19-Erkrankung genesen.  Kumuliert 79.088 Todesfälle. In der letzten Woche 1.687 Todesfälle; zweiter Anstieg gg. Vorwoche in Folge sowie höhere Dynamik. Rekordzahl für wöchentliche Todesfälle lag bei über 6.100. Sterbefallzah len im März 2021 um 11% unter dem Durchschnitt der Vorjahre . Ein Grund: Im Winterhalbjahr 2020/21 weniger akute Atemwegserkrankungen als in normalen Sommermonaten. Offizielle Fallsterblichkeit (Verhältnis von offiziellen COVID-19-Todesfällen zu COVID-19-Fällen) leicht auf 2,6% gesunken.  Nur noch wenige Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern. Private Haushalte mit großem Abstand wichtigster Ort für Infektionen (vor Arbeitsplatz). Kitas und Ausbildungsstätten ha ben an Bedeutung verloren (Ferieneffekt).  Gestern kein Landkreis unter 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Aktuell liegen nur noch vier Kreise unter der Corona-Obergrenze (50 Neuinfektionen pro 100.000 Ein wohner in den letzten sieben Tagen). In 325 Fällen liegt die 7-Tage-Inzidenz über 100; davon in 26 Fäl len über 250. Tendenz steigend.  In der letzten Woche Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in fast allen Altersgruppen (leichter Rückgang bei Kindern von 0 bis 9 Jahren). Überdurchschnittliche Werte bei den 15- bis 49-Jährigen. Gesamte Gruppe der 65- bis Ü90-Jährigen weiter deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 153,2.  7-Tage-R-Wert zuletzt wieder über 1. Wert gestern: 1,08. Aktueller RKI-Situationsbericht hier .  In KW 13 wurden etwa 1,15 Mio. PCR-Labor-Tests durchgeführt; deutlicher Rückgang gg. Vorwoche wegen Osterfeiertagen. Positiv-Quote auf 11,1% gestiegen von zuvor 9,3% (Tiefstand lag bei 0,6%). Anstieg der Positiv-Quote wohl auch, weil sich über die Feiertage anteilsmäßig mehr Menschen mit Symptomen einem PCR-Test unterziehen. Theoretische PCR-Testkapazitäten bei knapp 2,3 Mio. pro Woche. Neue Daten zu Tests kommen heute Abend. Drosten verweist auf Nachteile von Schnelltests .  Bislang knapp 13,6 Mio. Menschen einmalig geimpft. 5,1 Mio. Zweitimpfungen. Knapp 3,4 Mio. verab reichte Impfdosen in der letzten Woche; deutlicher Anstieg gg. Vorwoche um 1,5 Mio. Dosen, nicht zu letzt, weil Hausarztpraxen in Impfprozesse eingestiegen sind. Tägliches Update zu Impfdaten hier . Deutsche Bank DB Research 2 © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankge schäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen.  USA wollen Impfung mit Impfstoff von Johnson & Johnson aussetzen . Bei sechs Frauen Blutgerinnsel im Zusammenhang mit Impfung aufgetreten. Bisher kein Beweis für ursächlichen Zusammenhang. Bis lang wurden 7 Mio. Menschen in den USA mit betreffendem Impfstoff geimpft. Das Unternehmen will daher auch Auslieferungen an die EU verzögern, um Sachverhalt zu klären. Negativ für Impfkampagne.  Biontech/Pfizer haben in den USA Notfallzulassung für Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren beantragt .  Meldung aus Israel: Bereits Geimpfte infizieren sich leichter mit südafrikanischer Variante des Coronavi rus als Ungeimpfte. Aussagen noch mit Vorsicht zu genießen, da Zahl der Beobachtungen bislang noch sehr klein ist. Zudem keine Aussage, ob und wie schwer die mit der südafrikanischen Variante infizier ten Geimpften an COVID-19 erkrankt waren (auch symptomfreie Infizierte). Lesenswerter Artikel hierzu .  China will bis Ende des Jahres 3 Mrd. Dosen seines Impfstoffs herstellen . Wirtschaftliches Update:  IW Köln plädiert für Tilgung der Corona-Schulden über längeren Zeitraum ; mehr staatliche Investitionen.  Beherbergungsbetriebe verzeichneten im Februar 2021 76% weniger Übernachtungsgäste als im Vor jahr . Übernachtungen ausländischer Gäste: -86% gg. Vj. (nur 0,8 Mio.).  Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter erwirtschaften 2020 56% weniger Umsatz als 2019.  Lkw-Maut-Fahrleistungsindex im März um 4,7% über Vormonat und um 8% über Vorjahr.  Rückblick auf letzte Woche: Produktion im Produzierenden Gewerbe sinkt im Februar um 1,6% gg. Vor monat . Davon Industrieproduktion (Verarbeitendes Gewerbe) -1,8%, vor allem wegen Halbleiterman gels in der Automobilindustrie (temporärer Effekt). Elektrotechnik dafür weiter dynamisch. Maschinen bau leichter Rückgang auf hohem Niveau. Grundsätzlich weiterhin Optimismus in der Industrie, wie die deutlich gestiegenen ifo-Produktionserwartungen zeigen. Zuvor positive Entwicklung des Auftragsein gangs im Verarbeitenden Gewerbe (+1,2% gg. Vormonat und +5,6% gg. Vorjahr).  Exporte stabilisieren deutsche Konjunktur : Zuwachs um nominal 0,9% gg. Vormonat: Niveau nur noch um 1,2% unter Vorjahr. Importe +3,6% gg. Vorjahr und +0,9% gg. Vorjahr. Wirtschafts- und geldpolitische Maßnahmen:  Bundeskabinett einigt sich auf „ Bundesnotbremse " als Ergänzung zum Infektionsschutzgesetz. Merkel: „Wir setzen die Notbremse bundesweit um". In Kreisen mit 7-Tage-Inzidenz über 100 sollen bundesein heitliche Regelungen gelten. Kontaktbeschränkungen drinnen und draußen. Körpernahe Dienstleistun gen nur in Ausnahmen. Eingeschränkte Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Nächtliche Ausgangsbe schränkungen. Kein Präsenzunterricht bei Inzidenzen über 200. Beratungen im Bundestag folgen. Bun desrat könnte Einspruch erheben. Laut Presse kein Schnellverfahren im Bundestag . Artikel hierzu im Q&A-Format . Zuvor war die für letzten Montag vorgesehene Bund-Länder-Konferenz abgesagt worden.  Kabinett beschließt zudem Erhöhung des Kinderkrankengelds von 20 auf 30 Tage pro Elternteil (Allein erziehende 60 Tage) sowie Testpflicht für Unternehmen für Mitarbeiter (einmal pro Woche), die nicht im Homeoffice arbeiten. Kosten sollen Unternehmen selbst tragen . Unternehmensnachrichten  Deutsche Post erwirtschaftet in Q1 einen Vorsteuergewinn von EUR 1,9 Mrd. Presse . Etwas Positives zum Schluss:  Es besteht die Hoffnung, dass ein Asthma-Spray dazu beitragen kann, schwere Verläufe von COVID 19-Erkrankungen zu verhindern. Die zugrunde liegende Studie umfasst zwar nur einen kleinen Perso nenkreis. Gleichwohl sind die bisherigen Ergebnisse erfreulich. Artikel hierzu im Q&A-Format .
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