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16. Juni 2021
Eine schwarz-grüne Koalition wäre ein Novum in der deutschen Koalitionsgeschichte auf Bundesebene. Um ein Stimmungsbild des Unternehmenssektors zu zeichnen, hat die Deutsche Bank repräsentativ 200 Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen wie der Klimapolitik, einer aktiveren Industriepolitik, der europäischen Fiskalpolitik und den Auswirkungen der Rivalität zwischen den USA und China befragt. Ein zentrales, wenngleich nicht völlig überraschendes Ergebnis unserer Umfrage ist, dass der deutsche Unternehmenssektor kein monolithischer Block ist. Lesen Sie in unserer detaillierten Auswertung, bei welchen Themen der Unternehmenssektor geteilter Meinung ist. [mehr]
Deutschland-Monitor . Die wichtigsten Erkenntnisse unserer Umfrage mit 200 Unternehmen sind: Schwarz-grüne Koalition: Veränderung zum Guten oder Schlechten. Eine sol che Koalition wird laut 85% der Befragten Veränderungen mit sich bringen. Eine relative Mehrheit (42%) verknüpft damit einen längst überfälligen Umbau der deutschen Industrielandschaft oder ein staatliches Investitionsprogramm, von dem auch der Unternehmenssektor profitiert (39%). Ein etwa gleich großer An teil der Befragten befürchtet jedoch eine Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland und einen schuldenfinanzierten Ausbau des Sozialstaates durch eine schwarz-grüne Koalition. Industriepolitik: Im Trend bei deutschen Unternehmen? Der deutsche Unterneh menssektor scheint geteilter Meinung über Vor- und Nachteile einer aktiveren Rolle des Staates zu sein. 42% der Befragten befürworten, dass der Staat Jobs mit Steuergeldern sichert, doch befürchten 37% eine Wettbewerbsverzerrung im Falle einer aktiveren Industriepolitik. Auffällig ist, dass auch kleinere Unterneh men (< 25 Mio. Umsatz) eine aktivere Rolle des Staates befürworten. Der Mittel stand war in der Vergangenheit kein Verfechter einer aktiveren Industriepolitik. Klimapolitik: 50% Gewinner/nicht Betroffene - 50% Verlierer. Die Hälfte der Be fragten befürchtet höhere Energie- und Strompreise und die Notwendigkeit von Investitionen, die sich auf kurze Frist nicht rechnen. Die andere Hälfte erwartet, dass die negativen Begleiteffekte dieser Transformation durch staatliche Sub ventionen, die rechtzeitige Anpassung von Unternehmensstrategien und teil weise sogar eine erhöhte Nachfrage nach ihren Produkten abgefedert werden. EU Fiskalunion: Deutsche Unternehmen nicht unbedingt so konservativ wie ge dacht. 60% der Befragten lehnen eine dauerhafte Kreditaufnahme der EU bzw. eine gemeinsame Haftung ab, der andere Teil sieht sie aufgrund der Stabilisie rung von Liefer- und Absatzmärkten als hilfreich an. Der Erfolg des NGEU wird daran gemessen werden, ob er tatsächlich zu mehr Krisenfestigkeit und höhe rem Wachstumspotenzial der Empfängerländer beiträgt. Dies wird das zukünf tige Meinungsbild über fiskalische Solidarität in der EU prägen. China-USA-Rivalität: (Noch) Nicht relevant. Nur ein Drittel der Unternehmen gibt an, stärker von der fortlaufenden systemischen und strategischen Rivalität zwi schen China und den USA betroffen zu sein. Diese Unternehmen planen ihre Lieferketten neu auszurichten (25%) oder bewusst auf einzelne Geschäfte zu verzichten (22%). Nur 12% halten es für nötig, sich gezielt auf nur noch einen der beiden Märkte zu konzentrieren. Digitalisierung: Fast 2/3 sind gut aufgestellt - Fachkräftemangel als größtes Hin dernis . Zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich gut vorbereitet, um die Heraus forderungen der Digitalisierung zu meistern. Der Fachkräftemangel wird als grö ßeres Hindernis als die digitale Infrastruktur angesehen. Autorinnen Marion Mühlberger +49 69 910-31815 marion.muehlberger@db.com Jenny Franke Editorin Barbara Böttcher Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Stefan Schneider 16. Juni 2021 Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 2 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor Den Puls der Wirtschaft fühlen Eine schwarz-grüne Koalition wäre ein Novum in der deutschen Koalitionsge schichte auf Bundesebene und ist mit Blick auf aktuelle Umfragen und Wähler präferenzen das wahrscheinlichste Ergebnis nach den Wahlen im September. Um ein Stimmungsbild des Unternehmenssektors zu zentralen Wahlkampfthe men zu zeichnen, hat die Deutsche Bank repräsentativ 200 Unternehmen be fragt. Richtig, Unternehmen sind nicht wahlberechtigt, aber angesichts der an stehenden Herausforderungen und der damit verbundenen politischen Wei chenstellungen steht für sie eine ganze Menge auf dem Spiel (z.B. Energie preise in Hinblick auf die Klimapolitik, Ausstieg aus staatlichen Hilfsprogram men, aktivere Industriepolitik). Ein zentrales, wenngleich nicht völlig überra schendes Ergebnis unserer Umfrage ist, dass der deutsche Unternehmenssek tor kein monolithischer Block ist. Die hier geäußerten Ansichten und Positionen sind manchmal heterogener als Stellungnahmen von Spitzenverbänden es ver muten lassen. Die Ergebnisse unserer Umfrage sind nicht nur für unsere Unter nehmensbank relevant, sondern können auch wichtige Einblicke für politische Entscheidungsträger liefern. 1. Deutsche Unternehmen über eine schwarz-grüne Koalition: Veränderung zum Guten oder Schlechten Wenig überraschend erwarten 85% der befragten Unternehmen, dass eine schwarz-grüne Koalition Veränderungen mit sich bringen würde. Die Einschät zung, ob diese Veränderungen positiv oder negativ zu bewerten sind, variiert je doch. Eine relative Mehrheit (42%) verknüpft damit einen längst überfälligen Umbau der deutschen Industrielandschaft und ein staatliches Investitionspro gramm, das auch dem Unternehmenssektor zugutekäme (39%). Ein etwa gleich großer Anteil der Befragten befürchtet jedoch eine Abnahme der Wettbewerbs fähigkeit des Industriestandorts Deutschland und einen schuldenfinanzierten Ausbau des Sozialstaates. Diese gegensätzlichen Einschätzungen einer schwarz-grünen Koalition bekräftigen unsere These, dass die deutsche Unter nehmenslandschaft kein monolithischer Block ist. Die potenziellen Gewinner und Verlierer einer schwarz-grünen Politik befinden sich sowohl im Produzieren den Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor. Der relativ hohe Anteil von un entschlossenen Unternehmen spiegelt die große Unsicherheit wider, die in Hin blick auf konkrete Maßnahmenbündel dieser bisher nicht erprobten schwarz grünen Bundeskoalition herrscht. 42 40 39 39 15 37 22 37 48 45 21 38 23 13 40 0 50 100 … wäre der Beginn eines längst überfälligen Umbaus der deutschen Industrielandschaft. … würde die Wettbewerbsposition des Industriestandortes Deutschlands schwächen. … würde zu einem staatlichen Investitionsprogr. führen, das auch den Unternehmen zugutekäme. … wäre eine gesellschaftl. Herausforderung durch schuldenfinanzierten Ausbau des Sozialstaats. … wäre kein großer Unterschied zum Status quo. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Potenzielle schwarz-grüne Koalition: Deutlicher Unterschied zum Status quo 1 Quelle: Deutsche Bank Was würde aus Ihrer Sicht eine Regierungskoalition aus CDU/CSU und den Grünen für Unternehmen bedeuten? Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 3 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor 2. Staatliche Industriepolitik: Auch im Trend bei deutschen Unter nehmen? Der deutsche Unternehmenssektor ist sich uneinig über die Vor- oder Nachteile einer aktiveren Rolle des Staates. Während 42% der Befragten einer aktiven Ar beitsplatzsicherung durch den Staat zustimmen, erwarten 37% Wettbewerbsver zerrungen im Falle einer aktiveren Industriepolitik. Auffällig ist, dass auch klei nere Unternehmen (< 25 Mio. Umsatz) eine aktivere Rolle des Staates befür worten. Der Mittelstand - oder zumindest seine Verbände - war in der Vergan genheit kein Verfechter einer aktiveren Industriepolitik. Ein Drittel der befragten Unternehmen scheint höhere staatliche Eingriffe weder abzulehnen noch zu be fürworten. Die Einschätzungen der Unternehmen spiegeln sicherlich die nun schon seit über 12 Monaten andauernde Pandemie wider, die staatliche Ein griffe zur Stützung der Wirtschaft erforderlich machte. Ein weiterer Treiber könnte das wachsende Bewusstsein für einen allgemeinen weltweiten „Regime wechsel" sein. Wenn Industriepolitik global wieder in Mode kommt (siehe China und USA), könnten auch in Deutschland die Vorbehalte gegenüber einer aktive ren Industriepolitik schwinden. So könnte die zu beobachtende Dichotomie zwi schen den einer aktiven Industriepolitik eher zugeneigten DAX-Unternehmen und dem eher zurückhaltenden Mittelstand langfristig geringer werden. 3. Klimapolitik: Unternehmenssektor in Gewinner- und Verliererlager geteilt Die Frage nach den möglichen Auswirkungen der Klimapolitik der nächsten Re gierung scheint den Unternehmenssektor in zwei gleich starke Lager zu teilen. Wie zu erwarten ist die Branchenzugehörigkeit ausschlaggebend dafür - das Produzierende Gewerbe erwartet eine stärkere Belastung als der Dienstleis tungssektor, wobei der Verkehrssektor am pessimistischsten gestimmt ist. Wel che Sorgen treiben das Lager „Klimapolitik ist eine Belastung" am meisten um? Dies sind eindeutig höhere Energie- und Strompreise (90% Zustimmung). Au ßerdem glauben 71%, dass die Klimapolitik Investitionen erfordert, die sich auf kurze Frist nicht rechnen. Unabhängig von der genauen Ausgestaltung der Klimapolitik der nächsten Regierung bleiben die Planungs- und Investitionssi cherheit Kernanliegen, bedingt durch den langen Investitionshorizont des Unter nehmenssektors. Auffällig ist, dass nur die Hälfte der Befragten, die negative Auswirkungen der Klimapolitik erwartet, besorgt über Deutschlands globale 42 41 40 37 42 30 36 31 16 29 24 32 0 50 100 Höheres Staatsengagement sichert Arbeitsplätze und dafür sollten die entsprechenden staatlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Staatliche Industriepolitik konserviert die Wirtschaftsstruktur und bremst die Innovationsfähigkeit am Standort Deutschland. Im Systemwettbewerb mit anderen Ländern sollte auch der deutsche Staat aktiver und steuernder agieren. Staatliche Eingriffe führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen und schwächen die Volkswirtschaft. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Eine aktivere Rolle des Staates: Kein No-Go mehr 2 Quelle: Deutsche Bank Viele befürworten inzwischen auch eine dauerhaft stärkere Rolle des Staates in der Wirtschaft. Wie sehen Sie das? Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 4 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor Wettbewerbsposition ist. Dies erklärt sich zum Teil dadurch, dass einige Be fragte in dieser Untergruppe zu Sektoren gehören, die dem internationalen Wettbewerb weniger ausgesetzt sind (z.B. weite Teile des Dienstleistungssek tors). Darüber hinaus könnte diese Unte r gruppe darauf hoffen, unter den ersten Anbietern in der grünen Transformation zu sein und/oder durch effektiven Han delsprotektionismus (CBAM) geschützt zu sein. Wir werfen nun einen Blick auf die Gruppe der befragten Unternehmen, die die Klimapolitik nicht als Belastung sehen. 70% der größeren Unternehmen (> 25 Mio. Umsatz) in dieser Untergruppe erwarten keine substanziellen Risiken bei der Entwicklung der Kosten und ihrer Wettbewerbsposition. 40% dieser Unter gruppe erwarten sogar eine steigende Nachfrage nach ihren Produkten, ange regt durch klimapolitische Maßnahmen, und denken, dass mögliche negative fi nanzielle Auswirkungen durch Subventionen gepuffert werden. Für diese Teil gruppe scheint die sich abzeichnende Transformation in Richtung klimaneutrale Welt durch staatliches Handeln und/oder rechtzeitige Anpassung der Unterneh men selbst glaubhaft abgefedert zu werden. ja, und zwar eine sehr große Belastung 8 ja, es wird eine Belastung 40 nein, eher keine Belastung 37 nein, es wird gar keine Belastung 12 keine Angabe, weiß nicht 3 Quelle: Deutsche Bank Gespaltene Wahrnehmung hinsichtlich der Belastung durch künftige Klimapolitk 3 Frage: Inwieweit wird die Klimapolitik für Ihr Unternehmen auf Sicht der nächsten Jahre eine Belastung? Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % 91 71 55 9 22 24 7 21 0 50 100 Die Klimapolitik wird zu einer weiteren Erhöhung der Energie- und Strompreise führen. Durch die Klimapolitik werden Investitionen erzwungen, die sich kurzfristig nicht rechnen. Unsere Wettbewerbsposition gegenüber Anbietern aus der EU bzw. Drittstaaten wird sich durch die Klimapolitik verschlechtern. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Höhere Energie- und Strompreise als größte Belastung angesehen 4 Quelle: Deutsche Bank Wenn Angabe, Klimapolitik stellt Belastung dar: Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 5 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor 4. EU Fiskalunion: Deutsche Unternehmen nicht so konservativ wie gedacht Eine Mehrheit der befragten Unternehmen (60%) lehnt eine dauerhafte Kredit aufnahme der EU bzw. eine gemeinsame Haftung ab und teilt diesbezüglich die Positionen der CDU/CSU und der FDP. Die Argumente gegen eine dauerhafte gemeinsame Kreditaufnahme der EU sind bekannt: 95% der Befragten dieser Untergruppe befürchten eine langfristig schlechtere Bonität des deutschen Staa tes und somit steigende staatliche Finanzierungskosten. Das Moral hazard-Ar gument - die Abnahme von Anreizen für andere Mitgliedstaaten Reformen zu tätigen, sobald die gemeinsame Haftung etabliert ist - führen 85% der Unter nehmen an. Eine erste Ausschüttung des EUR 750 Milliarden schweren NGEU wird im Laufe des Juli erwartet. Der Erfolg des NGEU wird daran gemessen werden, ob er tatsächlich zu mehr Krisenfestigkeit und höherem Wachstumspo tenzial der Empfängerländer führt. Dies wird entscheidend für das zukünftige Meinungsbild über fiskalische Solidarität und gemeinsame Haftung sein. 64 40 37 19 34 48 17 26 15 0 50 100 Auf die kurze Frist werden durch die Klimapolitik keine großen Risiken bezüglich Kosten, Wettbewerbsposition auf uns zukommen. Die Klimapolitik wird die Nachfrage nach unseren Produkten ankurbeln. Die wirtschaftlichen Lasten der Klimapolitik werden durch Subventionen kompensiert. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Zukünftige Klimapolitik könnte sogar Nachfrage nach heimischen Produkten ankurbeln 5 Quelle: Deutsche Bank Wenn Angabe, Klimapolitik stellt keine Belastung dar: Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % 36 60 4 Ja Nein Keine Angabe, weiß nicht EU-Kreditaufnahme: Mehrheit der Unternehmen lehnt eine gemeinsame Haftung ab 6 Quelle: Deutsche Bank Sollte Deutschland letztlich eine dauerhafte Kreditaufnahme der EU bzw. eine gemeinsame Haftung akzeptieren? Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 6 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor Die Position der Grünen und der SPD, die den NGEU dauerhaft etablieren wol len, wird von 40% der befragten Unternehmen geteilt. 88% der Befürworter von gemeinsamen Schulden der EU geben die Absicherung von wichtigen Absatz- und Liefermärkten als Begründung an. Es wäre interessant zu beobachten, ob diese Einschätzung in einer Welt nach der Pandemie Bestand hat. Zudem ge ben 70% dieser Untergruppe an, dass Schulden momentan aufgrund des Nied rigzinsumfelds zu geringeren Kosten refinanzierbar sind. 5. China-USA-Rivalität: (Noch) Nicht relevant - zumindest für un ser Sample Wie erwartet lässt die fortlaufende systemische und strategische Rivalität zwi schen China und den USA auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft nicht unberührt. Trotzdem geben zwei Drittel der Befragten an, nur marginal von der Rivalität betroffen zu sein, während ein Drittel stärker betroffen ist. Die stärker betroffenen Unternehmen (29%) planen, ihre Lieferketten neu auszurichten (25%) oder bewusst auf einzelne Geschäfte zu verzichten (22%). Nur 12% hal ten es für nötig, sich gezielt auf nur noch einen der beiden Märkte zu konzen trieren. Es bleibt abzuwarten, ob die nicht Betroffenen zwei Drittel nur noch nicht 88 70 8 30 3 0 50 100 Dadurch bleiben wichtige Absatz- und Liefermärkte für (mein) Unternehmen in der EU erhalten. Angesichts der extrem niedrigen Zinsen sind höhere Schulden zu deutlich geringeren Kosten finanzierbar als zuvor. Stimme zu Stimme weder zu noch nicht zu Stimme nicht zu Quelle: Deutsche Bank Befürworter führen Erhalt von Absatz- und Liefermärkten ins Feld 7 Wenn Angabe, dass eine EU-Kreditaufnahme/gemeinsame Haftung befürwortet wird: Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % 95 85 5 13 1 1 0 50 100 Dies führt langfristig zu einer schlechteren Bonität des deutschen Staates und somit steigenden staatlichen Finanzierungskosten. Damit sinken die Anreize für Mitgliedsländer, notwendige Reformen zu unternehmen. Stimme zu Stimme weder zu noch nicht zu Stimme nicht zu Quelle: Deutsche Bank Gegner befürchten sinkende Kreditwürdigkeit des Staates sowie Moral hazard 8 Wenn Angabe, dass EU-Kreditaufnahme/gemeinsame Haftung nicht befürwortet wird: Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 7 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor betroffen sind oder tatsächlich vor den Folgen der geo-ökonomischen Rivalität der beiden Länder gefeit sind. 6. Digitalisierung: Fast 2/3 fühlen sich gut gewappnet - Fachkräftemangel als größtes Hindernis Zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich gut gewappnet, um die Herausforde rungen der Digitalisierung zu meistern. Der Fachkräftemangel wird als größeres Hindernis gesehen als die digitale Infrastruktur (z.B. Breitbandinternet) - was möglicherweise ein überraschendes Ergebnis für politische Entscheidungsträ ger ist. Erwähnenswert ist außerdem, dass immerhin einem Drittel der kleineren Unternehmen (< 25 Mio. Umsatz) und nur einem Fünftel der größeren Unter nehmen die finanziellen Mittel für Investitionen in ihre digitale Infrastruktur feh len. Diese Resultate unserer Umfrage passen zu den Forderungen einer der In teressenvereinigungen des deutschen Mittelstands. In seiner „ Post-Corona Agenda" fordert der BVMW einen deutschen Transformationsfonds mit einem Volumen von 40 Milliarden Euro. Viele Unternehmen mussten während der Corona-Pandemie ihre laufenden Kosten durch ihr Eigenkapital finanzieren, was sich in niedrigeren Eigenkapitalquoten niederschlägt (30,7% haben eine Quote unter 10% vs. 27,4% in 2020). 50 31 25 22 12 21 26 25 21 21 29 42 50 57 66 0 50 100 Dies wird mein Unternehmen nur ganz am Rande betreffen. Die Planungssicherheit von Investitionen für die Wirtschaft sinkt. Wir werden unsere Wertschöpfungs ketten neu ausrichten Wir werden auf einzelne Geschäfte bewusst verzichten. Wir werden uns zunehmend nur auf einen der beiden Märkte - „China oder USA" - konzentrieren. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Quelle: Deutsche Bank Die geopolitische Rivalität zwischen China und den USA nimmt in den letzten Monaten deutlich zu. Was bedeutet dies für Ihr Unternehmen? China-USA-Entkopplung: Zwei Drittel der Unternehmen sieht sich nur am Rande betroffen 9 Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % 63 45 31 26 22 28 32 16 18 30 9 23 53 57 49 0 50 100 Unser Unternehmen ist bei der Digitalisierung bereits gut aufgestellt. Es gibt zu wenige Fachkräfte und Spezialisten, die für Digitalisierungsaufgaben benötigt werden. Die öffentliche digitale Infrastruktur ist unzureichend (z.B. kein schnelles Breitband). Uns fehlen die nötigen finanziellen Mittel, um Digitalisierungsinvestitionen zu tätigen. Die Datenschutzanforderungen sind zu hoch und nicht zu bewältigen. Trifft zu Trifft weder zu noch nicht zu Trifft nicht zu Zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich bei der Digitalisierung bereits gut aufgestellt 10 Was sind die größten Herausforderungen in Sachen Digitalisierung für Ihr Unternehmen? Quelle: Deutsche Bank Zustimmungsrate der befragten Unternehmen (n=200) in % Stimmungsbild deutscher Unternehmen zu zentralen Wahlkampfthemen 8 | 16. Juni 2021 Deutschland-Monitor Diese repräsentative Umfrage wurde durch Telefoninterviews im Zeitraum vom 3. Mai bis zum 24. Mai 2021 durchgeführt. Befragt wurden 200 Finanzentschei der in deutschen Unternehmen, jeweils 50% mit einem Jahresumsatz unter und über 25 Mio. EUR. Unser B2B Sample besteht aus 34% Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe, 36% aus dem Dienstleistungssektor, 20% aus dem Handel und 9% andere Unternehmen. Marion Mühlberger (+49 69 910-31815, marion.muehlberger@db.com) Jenny Franke (jenny-a.franke@db.com) Wir danken Ursula Walther für ihre wertvolle Unterstützung. © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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