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18. Oktober 2023
Deutschland steckt in einer Rezession. Nach dem Rückgang des BIP um 0,5% von Q3 2022 bis 02 2023 erwarten wir für Q3 ein Minus um 0,3% ggü. Vorquartal. Im Jahr 2024 rechnen wir mit einer hohen Inflation von 2,5% und im Jahr 2025 von 2,4%. Die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen kletterten von rund 1,2% im Dezember 2021 auf 3,8% im September 2023. Bis zum Jahresende 2024 erwarten wir eine Seitwärtsbewegung. Das Wohnungsangebot dürfte wohl über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, knapp bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Erschwinglichkeit aufgrund stabiler Zinsen seitwärts läuft. [mehr]
5 Autor Internet Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 www.dbresearch.de Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q4/2023 18. Oktober 2023 Aktuell Ausblick 2024 3,8% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2023 (Jahresdurchschnitt) 6,1% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 (Jahresdurch schnitt) -0,5% Arbeitslosenquote, saisonbereinigt (letzter Wert = Sept. 2023) 5,7% Quelle: Deutsche Bank Research - Deutschland steckt in einer Rezession. Nach dem Rückgang des BIP um 0,5% von Q3 2022 bis 02 2023 erwarten wir für Q3 ein Minus um 0,3% ggü. Vorquartal. - Deutschland ist mit einer Vielzahl von sowohl zykli schen als auch strukturellen Herausforderungen kon frontiert. Bis die nötigen Reformen in Angriff genommen werden und bis sie wirken, dürfte einige Zeit vergehen. Daher erwarten wir für das Jahr 2023 einen BIP-Rück gang um 0,5% und für 2024 lediglich ein Wachstum von 0,3%. - Die Gesamtinflation fällt. Im September lag sie bei „nur noch" 4,5% und damit auf dem niedrigsten Wert seit dem Beginn des Ukraine-Krieges. Auch die Kernrate ging um 1 %-Punkt zurück auf 4,6%. Neben starken Ba siseffekten wurde der Rückgang der Inflation zuletzt durch das Herausfallen des Tank-Rabatts und des 9 Euro-Tickets im Jahr 2022 aus dem Vorjahresvergleich begünstigt. - Strukturelle Inflationstreiber (Fachkräftemangel, lockere Fiskalpolitik und geopolitische Verschiebungen) dürften aber zunehmend an Bedeutung gewinnen. Daher er warten wir auch noch im Jahr 2024 eine hohe Inflation von 2,5% und im Jahr 2025 von 2,4%. - Die 10-jährigen Bundrenditen erhöhten sich kräftig von rund -0,4% im Dezember 2021 auf aktuell rund 2,7%. Gleichzeitig ist die Volatilität am Anleihemarkt äußerst hoch. Die weiterhin hohe Inflation erhöhte die Bundren diten, während makroprudenzielle Risiken und der nur zögerliche Abbau des Anleiheportfolios der EZB (QT) weiterhin den Renditeanstieg dämpfen. - Im Zuge dieser Entwicklung kletterten die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen von rund 1,2% im Dezember 2021 auf 3,8% im September 2023. Bis zum Jahresende 2024 erwarten wir im Großen und Ganzen eine Seit wärtsbewegung. -4 -2 0 2 4 10 12 14 16 18 20 22 24 Binnenwirtschaft ohne Bau Außenbeitrag Bau BIP BIP-Wachstum und Wachstumsbeiträge in % ggü. Vorjahr und %-Punkte Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt -3 0 3 6 9 11 13 15 17 19 21 23 25 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Gesamt- und Kerninflation % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Zinsen deutscher Banken: Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (letzter Wert = August 2023) Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 4 /2023 © Copyright 2023. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Trotz des Zinsschocks wurden in 2022 295.300 Woh nungen fertiggestellt (unsere Prognose: 279.600). Die Baugenehmigungen sind aber von Januar bis Juli 2023 um 28% ggü. der gleichen Vorjahresperiode eingebro chen, weshalb wir weiterhin einen kräftigen Rückgang der Anzahl der fertiggestellten Wohn ungen im Jahr 2023 auf 246.000 Wohnungen erwarten . - Die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäu ser sind mit -37% und -53% besonders kräftig gefallen. Zudem verringert sich die Auftragsreichweite laut ifo auf jüngst nur noch 3,6 Monate (Hochpunkt im Feb 2022: 5,0 Monate). Die Baurezession dürfte zumindest bis ins Jahr 2024 andauern. - Das Wohnungsangebot dürfte wohl über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, knapp bleiben. - Der Erschwinglichkeitsindex fiel von 93,3 Indexpunkten in Q1 2023 auf 91,9 in Q2 2023. Dies ist der erste Rückgang seit Beginn des Zinsschocks. - In Q3 2023 erwarten wir, dass die Erschwinglichkeit aufgrund stabiler Zinsen seitwärts läuft. - Die Hauspreise fielen vom Hochpunkt laut destatis um fast 10%, laut Hypoport bis August um fast 7% und laut vdp bis zu Q2 2023 um rund 5%. Hinweis e : (1) H öher er Index wert (rote Linie) = niedrigere E rschwinglich keit . (2) E s bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschafts kraft, P reis e n und der Erschwinglichkeit . (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus - / Wohnungspreise inkl. Zins kosten ohne Tilgung relativ zum verfügb aren Haushalts einkommen pro Kopf. Unser Wohngebäude-Klima-Modell legt nahe, dass… - Dämmungen künftig ebenso stark in den Fokus rücken wie Heizungen, - Endenergieeffizienzklassen künftig pro Wohnung und nicht pro Quadratmeter gemessen werden, - der Einbau von 6 Mio. Wärmepumpen bis 2030 nur par tiell zur Erreichung der Klimaziele beiträgt. Lesen Sie weiter in unserem Wohnungsmarktausblick Ein Wohngebäude-Klima-Modell für Deutschland oder hören Sie rein in unseren Podcast "Wie wir wohnen, wie wir heizen, was das kostet" . 0 100 200 300 400 500 600 700 90 94 98 02 06 10 14 18 22 A-Städte B-Städte C-Städte D-Städte DE 1990 - 2023 Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt 0 50 100 150 200 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research y - Achse: 2005=100 Zinserschwinglichkeit von Wohneigentum
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