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5. Januar 2024
Deutschland steckt in einer Rezession. Nach dem Rückgang des BIP um 0,3% im Jahr 2023 erwarten wir ein weiteres Minus um 0,2% im Jahr 2024. Wir erwarten, dass die strukturellen Faktoren die Inflation über 2% halten werden, weshalb Bundrenditen als auch Hypothekenzinsen im Laufe des Jahres 2024 wieder anziehen sollten. Bis zum Jahresende 2024 erwarten wir, dass die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen wieder auf 3,8% anziehen werden. Das Wohnungsangebot dürfte wohl über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, knapp bleiben. In Q1 2024 dürfte aufgrund des Zinsrückgangs der Erschwinglichkeitsindex fallen und damit die Erschwinglichkeit zulegen. [mehr]
5 Autor Inter net Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 www.dbresearch.de Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 1 / 20 2 4 5. Janua r 20 2 4 Aktuell Ausblick 2024 Zinsen deutscher Banken: Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (letzter Wert = November 2023) 3 , 9 % DB - Prognose: Inflation im Jahr 20 2 4 ( Jahresdurchschnitt ) 2 , 6 % DB - Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 202 4 ( Jahresdurch schnitt ) - 0 , 2 % Arbeitslosenquote , saisonbereinigt ( letzter Wer t = Sept. 202 3 ) 5 , 9 % Quelle: D eutsche B ank Research - Deutschland steckt in einer Rezession . Nach dem Rückgang des BIP um 0, 3 % im Jahr 2023 erwarten wir ein weiteres Minus um 0,2% im Jahr 2024. - Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der ge samtwirtschaftlichen Entwicklung geht davon aus, dass die Potenzialwachstumsrate des BIP in den nächsten zehn Jahren kaum 0,4% erreichen könn te. - Deutschland ist mit einer Vielzahl von sowohl zykli schen als auch strukturellen Herausforderungen kon frontiert. Die Notwendigkeit z ügige r Reformfortschritte ist breit anerkannt . - In der Pandemie erhöhte sich die Inflation zunächst aufgrund von Lieferkettenengpässen, dann durch die sehr lockere Geld - und Fiskalpolitik. I n H2 2023 fiel die Inflation hauptsächlich aufgrund der Basiseffekte. - Im Jahr 2024 könnten s trukturelle Faktoren (F ach - und Arbeits kräftemangel, lockere Fiskalpolitik und G eopoli ti k ) die Inflation über dem 2% - Ziel halten. Historisch er höht sich die Kerninflation mit den Löhnen. Die Lohn abschlüsse stehen daher besonders im Fokus. - In der Eurozone beträgt die Kerninflatio n im November 2023 3,6% und die Gesamtinflation 2,4% (HICP). - Die 10 - jährigen Bundrenditen fielen in Q4 kräftig von rund 3% auf unter 2% am Jahresende. Hierzu dürften vor allem rückläufige Inflationsraten, die Rezession und die geringer als erwartete staatliche Neuverschuldung im Zuge des BVG - Urteil s zum Klima - und Transforma tionsfond s beigetrag en hab en. - Damit dürften auch die Hypothekenzinsen kräftig nach geben. Im November lagen die 5 - 10 - jährigen Hypothe kenzinsen bei 3, 9 %. Kurzfristig dürften auch sie fallen. Sie dürften aber deutlich über 3% bleiben . - Wir erwarten, dass die strukturellen Faktor en die Infla tion über 2% halten werden, weshalb Bundrenditen als auch Hypothekenzinsen im Laufe des Jahres 2024 wie der anziehen sollten. Bis zum Jahresende 202 4 erwar ten wir wie bisher , dass die 5 - 10 - jährigen Hypotheken zinsen wieder auf 3,8% anziehen. -4 -2 0 2 4 10 12 14 16 18 20 22 24 Binnenwirtschaft ohne Bau Außenbeitrag Bau BIP BIP - Wachstum und Wachstumsbeiträge in % ggü. Vorjahr und % - Punkte Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt -6 -3 0 3 6 9 02 06 10 14 18 22 Kerninflation Vergütung pro Beschäftigten Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research Eurozone: Kerninflation vs. Löhne % ggü. Vorjahresquartal -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 1/ 202 4 © Copyright 2024. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Im Jahr 2022 wurden 295.300 Wohnungen fertigge stellt (unsere Prognose: 279.600). Die Baugenehmi gungen brachen von Januar bis Oktober 2023 um 27% ggü. der gleichen Vorjahresperiode ein. Daher er warten wir einen kräftigen Rückgang der Anzahl der fertiggestellten Wohnungen im Ja hr 2023 auf 2 14 . 5 00 Wohnungen und für das Jahr 2024 211.900 Wohnun gen. - Der Nettozuzug im Jahr 2023 dürfte rund 670.000 Per sonen betragen haben. Die Einwohnerzahl hätte damit fast 85 Mio. erreicht. Wir halten an unserer Prognose aus dem Jahr 2022 fest, dass die Einwohnerzahl im Jahr 2030 fast 86 Mio. erreichen wird. - Das Wohnungsangebot dürfte wohl über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, knapp bleiben. - Die Hauspreise fielen vom Allzeithoch laut Hypoport bis November um fast 7%, bis zu Q3 2023 laut destatis um fast 11% und laut vdp um rund 6% für Eigentumswoh nungen und Einfamilien- und um fast 9% für Mehrfamili enhäuser. Die nominalen verfügbaren Einkommen er höhten sich im Jahr 2022 um 5,6% und im Jahr 2023 um etwa 5%. - Der Erschwinglichkeitsindex läuft im Jahr 2023 seit wärts. In Q3 2023 lag er bei 94 Punkten und damit nied riger als vor dem Boom im Jahr 2009. In Q1 2024 dürfte aufgrund des Zinsrückgangs der Index fallen und damit die Erschwinglichkeit zulegen. Hinweis e : (1) H öher er Index wert (rote Linie) = niedrigere E rschwinglich keit . (2) E s bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschafts kraft, P reis e n und der Erschwinglichkeit . (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus - / Wohnungspreise inkl. Zins kosten ohne Tilgung relativ zum verfügb aren Haushalts einkommen pro Kopf. Büromarkt: Große und kleine Städte divergieren - Die Leerstandsraten in D-Städten sind von 2019 bis 2023 von 4,6% auf 3,9% gesunken. Dort verändert Homeoffice die Nachfrage nach Büroflächen kaum. - Dies gilt nicht für Metropolen. Viele IT- und Wissensar beiter könnten die Nachfrage ebenso reduzieren wie die schlechte Infrastruktur. In A-Städten legte die Leer standsrate von 2019 bis 2023 von 3,2% auf 5,6% zu. Lesen Sie weiter in unserem Ausblick Deutschland Büro markt: Bremst die Infrastruktur die Nachfrage 0 100 200 300 400 500 600 700 90 94 98 02 06 10 14 18 22 A-Städte B-Städte C-Städte Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt 1990 - 2024 Baufertigstellungen 0 50 100 150 200 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research 2005=100 Zinserschwinglichkeit von Wohneigentum 20 25 30 35 40 3 5 7 9 11 2003-2008 2009-2014 2020-2023 2015-2019 Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research 2003 - 2023 Büromarkt in A - Städten y - Achse: Durchschnittliche Spitzenmiete in EUR/qm x - Achse: Durchschnittliche Leerstandsrate in %
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