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2. Juli 2021
Im ersten Quartal 2021 schrumpfte die deutsche Wirtschaft aufgrund des anhaltenden Lockdowns um 1,8% ggü. Vorquartal. Vorlaufindikatoren für die Binnen- und die Exportwirtschaft deuten einen kräftigen Aufschwung im zweiten und dritten Quartal an. Für die Jahre 2021 und 2022 erwarten wir BIP-Zuwächse von 4,0% und 4,2%. Leicht fallende Inflationsraten im Jahr 2022 dürften für die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen eine Seitwärtsbewegung auf dem Niveau von 1,25% einläuten. Im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 bleibt Wohneigentum erschwinglich. Im Jahr 2021 wird die Erschwinglichkeit wohl etwas sinken wegen höherer Hypothekenzinsen, schwacher Einkommensentwicklung und vermutlich weiter steigender Hauspreise. [mehr]
Autoren Internet Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q3/2021 2. Juli 2021 Aktuell Ausblick 2021 Zinsen deutscher Banken Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger-Zinsbindung (letzter Wert = April 2021) 1,06% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2021 (Jahresdurchschnitt) 2,8% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 (Jahresdurch schnitt) 4,0% Arbeitslosenquote (letzter Wert = Juni 2021 ) 5,9% Quelle: Deutsche Bank Research - Im ersten Quartal 2021 schrumpfte die Wirtschaft auf grund der Lockdowns um 1,8% ggü. Vorquartal. - Vorlaufindikatoren der Binnen- wie Exportwirtschaft deuten einen kräftigen Aufschwung im zweiten und dritten Quartal an. Wir erwarten ein Plus von 2% und 4% jeweils ggü. Vorquartal. - Für die Jahre 2021 und 2022 erwarten wir BIP Zuwächse von 4,0% und 4,2%. - Seit Jahresanfang 2021 zog die Inflation kräftig an und erreichte im Juni 2,3%. - Der Anstieg beruht zu einem erheblichen Teil auf Ba sis- und Sondereffekten: MwSt-Erhöhung, CO 2 - Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude, globale Logistik-Engpässe, aber auch auf höheren Energie- und Rohstoffpreisen. - Wir erwarten im Jahr 2021 eine Inflation von 2,8% (Er wartung für 2022: 2,0%). - Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland in Q1 2021 um 9,4% gegenüber Q1 2020. - Die Kapitalmarktzinsen haben zaghaft auf die anzie hende Inflation reagiert (30. Juni 2021: -0,21% und 0,10%). Für das Jahresende 2021 erwarten wir Bundrenditen von 0,0% und 10-jährige EUR Swapraten von 0,27%. - Die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen lagen zuletzt bei 1,06%. Höhere Kapitalmarktzinsen erhöhen tendenziell die Hypothekenzinsen. Für das Jahresende 2021 er warten wir 1,25% (zuvor: Seitwärtsbewegung bis min destens zur Jahresmitte 2022). - Leicht fallende Inflationsraten im Jahr 2022 dürften für die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen eine Seitwärtsbe wegung auf dem Niveau von 1,25% einläuten. -10 -5 0 5 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP-Wachstumstreiber % gg. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 -1 0 1 2 3 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Kern Nahrungsmittel Energie Gesamt Gesamt- und Kerninflation % gg. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q3/2021 © Copyright 2021 . Deutsche Bank AG, D eutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. D ie vorstehenden Angaben stellen keine Anlage - , Rechts - oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben d ie aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. A lle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätz ungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research - Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations - zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung z ur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste - henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, di e über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank - geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienst leis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird die ser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex - change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingesch ränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority ( FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verb reitet. In Japan w ird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopi e der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstru ment beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - I m Jahr 2020 wurden 306 . 376 neue Wohnungen fer tiggestellt , ein Plus von 4,6 % ggü. Vorjahr . Dies ist der kräftigste Anstieg seit dem Jahr 2016. - Im Gegensatz dazu dürfte sich das Nachfragewachs tum im Jahr 2020 deutlich verlangsamt haben . Der Wanderungssaldo betrug nur 220.000 Personen. Folg lich stagnierte die Einwohnerzahl bei 83,2 Mio. - Die Angebotsknappheit hat sich im Jahr 2020 also ver ringert. Die beiden Lockdowns im Jahr 2021 dürften ebenfalls die Nettozuwanderung und die Angebots knappheit gedämpft haben. - Im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 bleibt Wohneigentum erschwinglich. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) ist trotz stei gender Preise aufgrund der Zinsentwicklung auf rund 28 in Q 1 20 21 ge fallen . - Erschwinglichkeit im Jahr 2021 sinkt wohl etwas (= stei gender Index) wegen höherer Hypothekenzinsen, schwacher Einkommensentwicklung und vermutlich weiter steigender Hauspreise. - Hypothekenzinsen von 1,25% würden aktuell einen In dexstand von 34 Punkten implizieren, ceteris paribus. Hinweis e : (1) H öher er Index wert (rote Linie) = niedrigere E rschwinglich keit . (2) E s bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschafts kraft, P reis e n und der Erschwinglichkeit . (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus - / Wohnungspreise inkl. Zins kosten ohne Tilgung relativ zum verfügb aren Haushalts einkommen pro Kopf. Ausblick auf den Wohnungsmarkt 2021 ff. , Update - Aktuell liegen die Marktpreise noch unter modelltheo - retischen Bewertungen. Diese implizieren, dass die Marktpreise in den kommenden Jahren faire Niveaus erreichen. Damit ist aus Bewertungssicht das Zyklus ende absehbar. - Das regulatorische Umfeld hat sich mit dem Urteil des Bundesv erfassungsgerichts vom März verschärft. Hier kommen weitere Belastungen auf die Investoren zu. Dieses spricht eher für ein Zyklusende vor dem Jahr 2024 als für ein Überschießen. K licken Sie zum Wei terlesen auf unseren Link: Wohnungsmarkt: Drei Ent wicklungen legen Zyklusende in der Dekade nahe von DB Research. 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt 0 50 100 150 200 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit linke y - Achse: 2005=100 Quellen: Bundesbank, OECD, Deutsche Bank Research Wohneigentum zinsseitig erschwinglich 0 200 400 600 800 1,000 1,200 1,400 Energiewirtschaft Industrie Gebäude Verkehr Landwirtschaft Abfallwirtschaft und Sonstiges Deutschland: Treibhausgasemissionen in Mio. t CO ₂ - äquivalent Quellen: Deutsche Bank Research, Umweltbundesamt
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