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20. Juli 2022
Im Gesamtjahr 2022 dürfte das BIP-Wachstum nur noch 1,2% erreichen und im Jahr 2023 dürfte das BIP um 1% schrumpfen, da die negativen Effekte der Gas-Krise fortbestehen und zudem die US-Wirtschaft in eine Rezession rutschen könnte. Wir erwarten eine jahresdurchschnittliche Inflationsrate von 8% im Jahr 2022 und 6% im Jahr 2023. Für das Jahresende 2022 rechnen wir mit 5-10-jährigen Hypothekenzinsen von 2,45% und bis zum Jahresende 2023 mit einer weiteren Erhöhung auf 2,95%. Die Angebotsknappheit dürfte später beseitigt sein, als wir es im Wohnungsmarktausblick 2022 berechnet hatten. Angesichts der seit Dezember deutlich gestiegenen Hypothekenzinsen ist die Erschwinglichkeit kräftig gefallen. [mehr]
5 Autoren Internet Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q3/2022 20. Juli 2022 Aktuell Ausblick 2023 Zinsen deutscher Banken: Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (letzter Wert = Mai 2022) 2,12% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2022 (Jahresdurchschnitt) 8,0% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 (Jahresdurch schnitt) 1,2% Arbeitslosenquote (letzter Wert = Juni 2022) 5,3% Quelle: Deutsche Bank Research - Da der Ausfall russischer Gaslieferungen wahrscheinli cher wird, der private Verbrauch bereits unter Kaufkraft verlusten leidet und die Industrieproduktion bestenfalls stagnieren dürfte, erwarten wir in H2 einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung. Im Gesamtjahr 2022 dürfte das BIP-Wachstum nur noch 1,2% erreichen. - Im Jahr 2023 dürfte das BIP um 1% schrumpfen, da die negativen Effekte der Gas-Krise fortbestehen und zu dem die US-Wirtschaft in eine Rezession rutschen könnte. - In beiden Jahren belastet vor allem der private Ver brauch aufgrund der hohen Energiepreise und der schwache Exportausblick das Wirtschaftswachstum. - Aufgrund hoher Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmit telpreise dürften die Konsumentenpreise deutlich anzie hen. Wir erwarten eine jahresdurchschnittliche Inflati onsrate von 8% im Jahr 2022 und 6% im Jahr 2023. - Zweitrundeneffekte der hohen Rohstoffpreise sowie die Verteuerung in den Lieferketten (im Mai: Importpreise +30% ggü. Vorjahr, Großhandelspreise im Juni +21%) dürften die Konsumentenpreise weiter ankurbeln. - Laut destatis stiegen die Wohnimmobilienpreise in Q1 2022 um 12,0% gegenüber Q1 2021. In Q2 dürften sie aufgrund des Zinsanstiegs aber etwas gefallen sein. - Die Bundrenditen erhöhten sich von rund -0,4% im De zember auf über 1,7% im Juni. Über 6 Monate war dies der stärkste Zinsanstieg seit der Wiedervereinigung. Aufgrund der aufkommenden Rezessionssorgen gaben die Bundrenditen jüngst wieder kräftig nach und tendie ren aktuell bei rund 1,3%. - Die EZB hebt im Juli zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 die Zinsen an. Trotz Rezessionssorgen dürften weitere Zinsschritte folgen. Ab September dürften die Negativzinsen zumindest temporär beendet sein. - Für das Jahresende 2022 erwarten wir 5-10-jährige Hy pothekenzinsen von 2,45% und bis zum Jahresende 2023 eine weitere Erhöhung auf 2,95%. -6 -3 0 3 1314151617181920212223 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP-Wachstumstreiber % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -3 0 3 6 9 11 13 15 17 19 21 23 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Gesamt-und Kerninflation % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q3/2022 © Copyright 2022. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kop ie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Im Jahr 2021 wurden 293.393 neue Wohnungen fertig gestellt . Dies ist deutlich weniger als von uns erwartet (über 300.000). Aufgrund des Materialmangels dürfte die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auch im Jahr 2022 unter 300.000 liegen. - Nachfrage zieht kräftig an. Wanderungssaldo betrug im Jahr 2021 329.000 Personen. Ukrainische Flüchtlinge kurbeln Wohnungsnachfrage weiter an. Einwohnerzahl könnte über nächste 10 Jahre fast 85 Mio. erreichen. - Angebotsknappheit dürfte später beseitigt sein, als wir im Wohnungsmarktausblick 2022 berechneten. - Im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 bleibt Wohneigentum zinsseitig erschwinglich. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) liegt aufgrund der kräftig gestiegenen Zinsen bei rund 58,0 in Q2 2022 (Tiefpunkt Q4 2020: 28,1). - Angesichts jüngst gefallener Bundrenditen dürfte die Er schwinglichkeit im Jahr 2022 wieder etwas nachgeben. - Hypothekenzinsen von 2,45% würden ceteris paribus einen Indexstand von 72 Punkten in Q2 2022 bedeuten. Hinweise: (1) Höherer Indexwert (rote Linie) = niedrigere Erschwinglichkeit. (2) Es bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschaftskraft, Preisen und der Erschwinglichkeit. (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus-/Wohnungspreise inkl. Zinskosten ohne Tilgung relativ zum verfügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf. Engpässe in der Bauindustrie lassen nach - Die ifo-Umfrage im Juni zeigt an, dass die Knapp heiten an Material und Personal sich wieder zu entspannen beginnen. - Im Mai klagten noch fast 50% der befragten Bau unternehmen über Materialengpässe, im Juni fiel der Wert auf unter 40%. - Einen Personalmangel bejahten im Mai fast 40% der Unternehmen, während es im Juni nur noch rund 23% waren. 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte D-Städte DE Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 0 50 100 150 200 250 05 07 09 11 13 15 17 19 21 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit 2005=100 Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Wohneigentum zinsseitig erschwinglich -10 0 10 20 30 40 50 60 17 21 Mangel an Arbeitskräften Materialknappheit ifo: Bauumfrage Anteil der Ja-Meldungen in %, saisonbereinigt Quellen: ifo, Deutsche Bank Research Klicken Sie zum Weiterlesen auf unseren Link: Bauindustrie - Unsicherheitsschock schwächt sich ab von Deutsche Bank Re search.
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