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13. Oktober 2022
Trotz des neuen Fiskalpakets der Bundesregierung erwarten wir aufgrund der extremen Energiepreise für H2 2022 und H1 2023 in Deutschland ein rückläufiges BIP. Im Jahresdurchschnitt 2022 dürfte das BIP-Wachstum noch bei rund 1% liegen. Im Jahr 2023 erwarten wir einen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 2%. Aufgrund hoher Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise sowie Zweitrundeneffekten dürfte der Preisdruck hoch bleiben. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen in Q2 2022 um 10,2% gegenüber Q2 2021. Dies impliziert für die letzten Monate wohl bereits fallende Preise. Für das Jahresende 2022 erwarten wir für die 5-10jährigen Hypothekenzinsen 2,9% und bis zum Jahresende 2023 eine weitere Erhöhung auf 3,2%. Angesichts weiter anziehender Zinsen dürfte die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland weiter nachgeben. [mehr]
5 Autor en Inter net Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 4 / 20 2 2 1 3 . Oktober 20 2 2 Aktuell Ausblick 2023 Zinsen deutscher Banken: Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger Zinsbindung (letzter Wert = August 2022) 2 , 74 % DB - Prognose: Inflation im Jahr 20 2 3 ( Jahresdurchschnitt ) 7 , 5 % DB - Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 202 3 ( Jahresdurch schnitt ) - 2,0 % Arbeitslosenquote , saisonbereinigt ( letzter Wer t = Sept. 202 2 ) 5 , 5 % Quelle: D eutsche B ank Research - Nach bereits drei kleineren Fiskalpaketen hat die Bun desregierung jüngst ein viertes Paket auf den Weg ge bracht . Bürger und Unternehmen solle n mit diese m so genannten „Doppel - Wumms" um weitere EUR 200 Mrd. (~5 ½ % des BIP) entlastet werden . - Trotzdem erwarte n wir aufgrund der extremen Energie preise für H2 2022 und H1 2023 ein rückläufiges BIP . Im Jahresdurchschnitt 2022 dürfte das BIP - Wachstum noch bei rund 1% liegen. Im Jahr 2023 erwarten wir ei nen Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 2% . Privater K onsum, Investitionen und auch die Netto exporte dürften zu m Rückgang beitragen. - Aufgrund hohe r Energie - , Rohstoff - und Nahrungsmit telpreise sowie Zweitrundeneffekte n dürfte der Preis druck hoch bleiben . Vor allem die durch den Lieferstopp von Nord S tream 1 kräftig gestiegenen Gaspreise be lasten. Die Gas - Futures liegen aktuell bei EUR 1 5 4 MWh und damit rund acht mal so hoch wie in der letzten Dekade ( Durchschnitt 2011 - 2020: EUR 19 MWh). - Wir erwarten eine jahresdurchschnittliche Inflationsrate von rund 8 % im Jahr 2022 und 7 ½% im Jahr 202 3 . - Laut Destatis stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Q 2 202 2 um 1 0 , 2 % gegenüber Q 2 202 1 . Dies impliziert für die letzten Monate wohl bereits fallende Preise. - Die 10 - jährigen Bundrenditen erhöhten sich kräftig von rund - 0,4% im Dezember auf aktuell 2 ¼ % . Gleichzeitig ist die Volatilität im Anleihemarkt äußerst hoch , wobei d ie hohe Inflation und die erwarteten Zinsanhebungen der EZB die Renditen tendenziell erhöhen, während die drohende Reze ssion und potenziell makroprudenzielle Risiken die Renditen reduzieren . - Im Zuge dieser Entwicklung verteuerten sich die 5 - 10 - jährigen Hypothekenzinsen von rund 1,2% im Dezem ber auf 2,7% im August. Für das Jahresende 202 2 er warten wir 2 , 9 % und bis zum Jahresende 2023 eine weitere Erhöhung auf 3 , 2 % (bisher: 2,45% und 2,95%) . -6 -3 0 3 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP - Wachstumstreiber % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -3 0 3 6 9 11 13 15 17 19 21 23 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Gesamt - und Kerninflation % ggü. Vorjahr, Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland - Monitor Baufinanzierung Q 4 /20 2 2 © Copyright 2022. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienst leistungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Der Zinsschock reduziert das künftige Angebot. Unsere Berechnungen legen nahe, dass im Jahr 2022 nur 2 79 . 6 00 und im Jahr 2023 nur 246.000 Wohnungen fertiggestellt werden. - Nachfrage zieht kräftig an. Wanderungssaldo betrug im Jahr 2021 329.000 Personen. Ukrainische Flüchtlinge kurbeln Wohnungsnachfrage weiter an. Einwohnerzahl könnte über die Dekade fast 8 6 Mio. erreichen . - Angebotsknappheit dürfte wohl noch über Jahre, wenn nicht sogar die ganze Dekade, fortbestehen. - Aufgrund des starken Zinsanstiegs normalisiert sich die Erschwinglichkeit in einem hohen Tempo. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) liegt in Q3 2022 aufgrund der kräftig gestiegenen Zinsen bei rund 76,3 (Q4 2021: 33,7 und Tiefpunkt Q4 2020: 28,1). - Angesichts weiter anziehender Zinsen dürfte die Er schwinglichkeit weiter nachgeben . - Das von uns erwartete Hypothekenzinsniveau von 2,9% wird ceteris paribus den Indexstand in Q4 auf 80,9 Punkten erhöhen. Hinweis e : (1) H öher er Index wert (rote Linie) = niedrigere E rschwinglich keit . (2) E s bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschafts kraft, P reis e n und der Erschwinglichkeit . (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus - / Wohnungspreise inkl. Zins kosten ohne Tilgung relativ zum verfügb aren Haushalts einkommen pro Kopf. Rekordzuzug erhöht Wohnungsnachfrage - Die Einwohnerzahl könnte nach unseren Projekti onen bis 2030 auf fast 86 Millionen anziehen. - Im Jahr 2021 erreichte die Zuwanderung nach Deutschland wieder das Vor-Pandemie-Niveau. Dies dürfte sich fortsetzen. - Auch die Flüchtlinge aus der Ukraine dürften die Einwohnerzahl über Jahre erhöhen. - Die Wohnungsnachfrage würde demnach weiter zulegen . Details finden Sie in unserem Migrations-Monitor. 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 0 50 100 150 200 250 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Wohneigentum im Normalisierungsmodus y - Achse: 2005=100 83 84 85 86 20 24 28 32 36 40 44 48 52 56 60 Mio. Quellen: Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt Deutschland Bevölkerungsprojektion: Vorausberechnung plus Korrekturen
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