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12. Oktober 2021
Das zuletzt kräftige Wachstum während der Sommermonate dürfte sich über den Winter abschwächen. Bis Frühling 2022 dürften die dämpfenden Einflussfaktoren nachgelassen haben und Nachholeffekte sollten das Wachstum erneut ankurbeln. Für die Jahre 2021 und 2022 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 3,1% und 4,3%. Im Jahresdurchschnitt 2021 erwarten wir eine Inflation von 3,0%. Steigende Kapitalmarktzinsen erhöhen tendenziell die Hypothekenzinsen; für das Jahresende 2021 erwarten wir 1,25% und einen weiteren Anstieg auf 1,45% bis Ende 2022. Wohneigentum bleibt zinsseitig weiterhin erschwinglich. [mehr]
Autoren Internet Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q4/2021 12. Oktober 2021 Aktuell Ausblick 2022 Zinsen deutscher Banken Wohnbaudarlehen mit 5-10-jähriger-Zinsbindung (letzter Wert = August 2021) 1,10% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2021 (Jahresdurchschnitt) 3,0% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 (Jahresdurch schnitt) 3,1% Arbeitslosenquote (letzter Wert = September 2021) 5,5% Quelle: Deutsche Bank Research - Vor allem wegen Lieferengpässen, aber auch aufgrund der Deltavariante waren die Vorlaufindikatoren in den letzten Monaten rückläufig, teilweise brachen sie ein. Das zuletzt kräftige Wachstum über den Sommer dürfte sich daher über den Winter abschwächen. - Bis Frühling 2022 dürften die dämpfenden Einflussfak toren nachgelassen haben. Nachholeffekte sollten dann das Wachstum erneut ankurbeln. - Für die Jahre 2021 und 2022 erwarten wir ein BIP Wachstum von 3,1% und 4,3%. - Seit Jahresanfang 2021 zog die Inflation kräftig an und erreichte im September 4,1%. - Der Anstieg beruht zu einem erheblichen Teil auf Basis- und Sondereffekten: MwSt-Erhöhung, CO 2 -Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude, globale Logis tik-Engpässe, aber auch auf höheren Energie- und Rohstoffpreisen. - Im Jahresdurchschnitt 2021 erwarten wir eine Inflation von 3,0% (Erwartung für 2022: 2,4%, 2023: 1,9%). - Laut Statistischem Bundesamt stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland in Q2 2021 um 10,9% gegenüber Q2 2020. - Die Bundrenditen haben nur etwas auf die anziehende Inflation reagiert (aktuell -0,18%, 2021 Minimum: -0,60%). Für das Jahresende 2021 erwarten wir Bund renditen von -0,10% und 10-jährige EUR Swapraten von 0,22%. (gegen Ende 2022: 0,10% und 0,45%) - Die 5-10-jährigen Hypothekenzinsen lagen zuletzt bei 1,10%. Steigende Kapitalmarktzinsen erhöhen tenden ziell die Hypothekenzinsen. Für das Jahresende 2021 erwarten wir 1,25%. Die EZB dürfte ihre Anleihekäufe im Jahr 2022 kräftig zurückfahren. Zudem sollten so wohl die Corona-Krise als auch die Lieferengpässe an Bedeutung verlieren. Daher erwarten wir einen weiteren Anstieg auf 1,45% am Jahresende 2022 . -10 -5 0 5 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Außenbeitrag Binnenwirtschaft BIP BIP-Wachstumstreiber % gg. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 -1 0 1 2 3 4 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Kern Nahrungsmittel Energie Gesamt Gesamt- und Kerninflation % gg. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q4/2021 © Copyright 2021. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research" gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Pro duktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS be rücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. - Im Jahr 2020 wurden 306.376 neue Wohnungen fer tiggestellt, ein Plus von 4,6% ggü. Vorjahr. Dies ist der kräftigste Anstieg seit dem Jahr 2016. - Das Nachfragewachstum schwächte sich dagegen ab. Der Wanderungssaldo betrug nur 220.000 Personen. Folglich stagnierte die Einwohnerzahl bei 83,2 Mio. und die Angebotsknappheit nahm etwas ab. - Aufgrund der Lockdowns im Jahr 2021 dürfte die Zu wanderung wiederum gering sein. Wir erwarten ein Plus von 240.000 Personen. Die Angebotsknappheit dürfte daher erneut sinken. - Im Vergleich mit dem Zinsniveau von 5% im Jahr 2008 bleibt Wohneigentum erschwinglich. - Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) liegt aufgrund der leicht gestiegenen Zinsen bei rund 30 in Q2 2021 (Tiefpunkt Q4 2020: 28,1). - Erschwinglichkeit im Jahr 2021 sinkt wohl etwas (= stei gender Index) wegen höherer Zinsen, geringem Ein kommenswachstum und wohl höherer Hauspreise. - Hypothekenzinsen von 1,25% würden aktuell einen In dexstand von 35 Punkten implizieren, ceteris paribus. Hinweise: (1) Höherer Indexwert (rote Linie) = niedrigere Erschwinglichkeit. (2) Es bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschaftskraft, Preisen und der Erschwinglichkeit. (3) Defi nition Erschwinglichkeit = Haus-/Wohnungspreise inkl. Zinskosten ohne Tilgung relativ zum verfügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf. Wohnungspolitik: Anpassungen bei der Grund- erwerbsteuer wahrscheinlich - Aktuell führen Sozialdemokraten, Grüne und Liberale erste Gespräche, um ein mögliches Dreierbündnis aus zuloten. - Die Schnittmengen zwischen SPD und Grünen sind groß. Beide wollen die nachfrageorientierte Politik for cieren. Die Liberalen präferieren aber eine angebotsori entierte Wohnungspolitik. - Klar ist gemäß Wahlprogrammen, dass private Haus halte bei der Grunderwerbsteuer entlastet und institutio nelle Investoren belastet werden dürften. Klicken Sie zum Weiterlesen auf unseren Link: Wohnungspolitik in Deutschland von DB Research. 0 100 200 300 400 500 600 700 90 95 00 05 10 15 20 A-Städte B-Städte C-Städte Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: bulwiengesa, Deutsche Bank Research, Statistisches Bundesamt 0 50 100 150 200 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit linke y-Achse: 2005=100 Quellen: Bundesbank, OECD, Deutsche Bank Research Wohneigentum zinsseitig erschwinglich 0 4 8 12 16 20 99 03 07 11 15 19 EUR Mrd. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 1999-2020 Steueraufkommen: Grunderwerbsteuer
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