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7. Februar 2020
Wie im Vorjahr dürfte die Kreditvergabe auch im Jahr 2020 erneut die Preise ankurbeln. Dämpfend wirkt dagegen das regulatorische Umfeld, insbesondere aufgrund des Berliner Mietendeckels. Beide Entwicklungen haben kaum Einfluss auf die Knappheit an Wohnraum. Eine schnelle Ausweitung des Wohnangebots dürfte auch im Jahr 2020 aufgrund zahlreicher Hindernisse ausbleiben. [mehr]
Microsoft Word - 20200207_2020 Q1 Marktausblick Baufinanzierung_SA.docx Autoren Internet Marc Schattenberg | marc.schattenberg.@db.com | Tel.: +49 69 910-31875 www.dbresearch.de Jochen Möbert | jochen.moebert@db.com | Tel.: +49 69 910-31727 Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q1/2020 7. Februar 2020 Aktuell Ausblick Anfang 2020 Zinsen deutscher Banken Wohnbaudarlehen mit 5-10jähriger Zinsbindung (letzter Wert = Dez 2019) 1,14% DB-Prognose: Inflation im Jahr 2020 (Jahresdurchschnitt) 1,0% DB-Prognose: Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 (Jahresdurchschnitt) 0,7% Arbeitslosenquote (letzter Wert = Januar 2020) 5,0% Quelle: Deutsche Bank Research — Die deutsche Volkswirtschaft ist in Q3 2019 um 0,1% ggü. Vq. gewachsen. Im Winterhalbjahr 2019/20 dürfte das Wachstum stagnieren. Sogar ein leichter Rückgang ist möglich. 2019 ist das deutsche BIP um 0,6% gewachsen. Der Abschwung in der Industrie hielt an. Positive Impulse kamen von Dienstleistungen und Bau. — 2020 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 0,7% (dabei 0,4 %-Punkte pos. Arbeitstageeffekt). Trotz reduzierter Risikowahrnehmung belasten handelspolitische Unsicherheiten und der Brexit weiterhin. In Q1 dürften die pos. Effekte des USA-China-Handelsabkommens durch den Ausbruch des Coronavirus gedämpft werden. — Trotz der kräftigen Lohn- und Rentenanstiege kommt die Inflation nicht in Schwung. So bleibt die Inflationsrate 2020 wohl deutlich unter 2%. Wir erwarten im Jahresdurchschnitt einen Anstieg von nur 1,0%. — Im Jahr 2020 dürften die Wohnimmobilienpreise abermals kräftiger steigen als die Konsumentenpreise. — Im Jahr 2019 legten die Wohnimmobilienpreise kräftig zu, um 8% ggü. Vj. — Die Kapitalmärkte sind weiterhin geprägt von diversen Unsicherheitsfaktoren. Handelsstreitigkeiten, weitere Verhandlungen zum Brexit sowie geopolitische Risiken dürften über Q1 hinaus bestimmende Themen bleiben. — Angesichts der ökonomischen Lage in der Eurozone – in Q4 2019 schrumpfte das BIP in Italien und Frankreich – dürfte die EZB ihre Anleihekäufe noch einige Zeit fortsetzen. — Im Zuge dieser Entwicklungen dürfte das Anstiegspotenzial der 10jährigen Bundrenditen und Swapraten begrenzt sein. Die 5-10jährigen Hypothekenzinsen lagen zuletzt bei 1,14% (Dez. 2019). Wir erwarten eine Seitwärtsbewegung bis Ende 2020. -2 0 2 4 6 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Außenbeitrag Binnenwirtschaft Reales BIP BIP-Wachstumstreiber % gg. Vj., Prozentpunkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Kerninflation Energie Nahrungsmittel Inflation Wachstumsbeiträge jahresdurchschn. Inflationsrate, Prozentpunkte Quellen: Destatis, Deutsche Bank Research Inflationsausblick 2020 -2 0 2 4 6 03 05 07 09 11 13 15 17 19 5-10J Hypothekenzinsen 10J Bundrenditen Einlagensatz 10J EUR Swap Hypothekenzinsen und Zinsumfeld % Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Deutschland-Monitor Baufinanzierung Q1/2020 © Copyright 2020. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank- geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienst- leistungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex- change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. — Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2018 nur 287.352 neue Wohnungen fertiggestellt. Dies war ein Plus von nur 0,9% ggü. Vj. — Die bekannten Ursachen – Mangel an Bauland, komplexe Vorschriften, Fehlanreize für Politiker und Fachkräftemangel – dürften über Jahre hinaus fortbestehen. — Im Vergleich mit den hohen Zinsen zu Beginn des Zyklus bleibt Wohneigentum von der Zinsseite her erschwinglich. — Der Erschwinglichkeitsindex (2005=100) ist aufgrund der Zinsentwicklung von gut 40 in Q4 2018 auf rund 30 in Q3 2019 gefallen. — Jedoch dürften höhere Hauspreise im Jahr 2020 die Erschwinglichkeit reduzieren. Hinweise: (1) Höherer Indexwert (rote Linie) impliziert Rückgang der Erschwinglichkeit. (2) Es bestehen hohe regionale Unterschiede in Wirtschaftskraft, Preisen und daher auch der Erschwinglichkeit. (3) Definition Erschwinglichkeit = Haus-/Wohnungspreise inkl. Finanzierungskosten relativ zum verfügb. Haushaltseink. pro Kopf. Wohnungsmarkt: Kein Ende des Booms … — Im Jahr 2020 ist die fundamentale Situation des Immobilienmarkts kaum verändert. Robuste Einkommensentwicklung und Arbeitsmarktlage stützen die Wohnungsnachfrage. Trotz schwächerer Zahlen über die Sommermonate 2019 erwarten wir in den kommenden Jahren insgesamt nur eine langsam sinkende Zuwanderung. — Auch die zunehmenden politischen Eingriffe in den Wohnungsmarkt verhindern eine kräftige Angebotsausweitung. Klicken Sie zum Weiterlesen auf unseren Link: Ausblick Deutschland 2020 – Vorsicht, zerbrechlich! von Deutsche Bank Research 0 100 200 300 400 500 600 700 90 94 98 02 06 10 14 18 A-Städte B-Städte C-Städte D-Städte DE Nachfrage 350-400k Baufertigstellungen Anzahl der Wohnungen in '000 Quellen: riwis, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 2018: 287k 0 50 100 150 200 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Hauspreise Einkommen Erschwinglichkeit linke y-Achse: 2005=100 Quellen: Bundesbank, OECD, Deutsche Bank Research Wohneigentum zinsseitig erschwinglich 1 2 3 4 5 6 9 1 21 51 82 12 42 7 2008-2011 2012-2015 2016-2019 Letzter Wert Neue Hypothekenkredite y-Achse: Hypothekenzinsen in % x-Achse: EUR Mrd. pro Monat Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research, EZB
4.4.1