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4. Januar 2011
Unser Konjunkturausblick für 2011 ist mit einem BIP-Wachstum von 2% in Deutschland recht positiv. Überdies zeigen die beiden thematischen Artikel dieses Aktuellen Themas, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise das Wachstumspotenzial in Deutschland nicht beeinträchtigt hat. Zum einen haben sich im Vorfeld der Krise – zumindest in der Binnenwirtschaft – keine strukturellen Ungleichgewichte aufgebaut. Zum anderen haben insbesondere die Arbeitsmarktreformen und die Restrukturierungserfolge der Unternehmen in der letzten Dekade dazu geführt, dass die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich exzellent dasteht. Die Anpassungsprozesse hatten allerdings eine schwache Einkommensentwicklung bei den privaten Haushalten zur Folge. Diese könnte sich nunmehr verbessern. Mittelfristig könnte der private Verbrauch um knapp 1 ½% p.a. zulegen. Dies wäre, ganz im Gegensatz zu den wesentlich höheren Konsumzuwächsen in einigen Ländern vor der Krise, eine nachhaltige Entwicklung, die nicht auf Verschuldung und Immobilienblasen basiert. [mehr]
Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 Deutschland Aktuelle Themen 502 Autoren Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Bernhard Gräf +49 69 910-31738 bernhard.graef@db.com Editor Bernhard Gräf Publikationsassistenz Manuela Peter Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland Internet: www.dbresearch.de E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 DB Research Management Thomas Mayer Man könnte versucht sein, die bis vor wenigen Wochen zu beob achtende gege n- läufige Entwicklung der Renditen für zehnjährige Staatsanleihen und des Dax als Ergebnis diametral verschiedener Konjunkturerwartungen in den beiden Märkten zu betrachten. Nach dieser Logik hätten die Konjunkturpes simisten de s Rente n- marktes in den letzten Tagen ihre Fehleinschätzung korrigiert. Diese Sicht passt sowohl zu der anhaltend optimistischen Stimmung in der deutschen Wirt schaft als auch zu den erhofften Impulsen durch den vorweihnacht lichen Steuer komprom iss in den USA und den zuletzt überraschend guten US - Konjunktur daten. In der Tat ist unser Konjunkturausblick für das laufende Jahr mit e i- nem BIP - Wachstum von 2% in Deutschland recht positiv. Überdies ze i- gen die beiden thematischen Artikel dieses Aktuellen Themas , dass die Finanz - und Wirtschaftskrise das Wachstumspotential in Deutschland nicht beeinträchtigt hat. Zum einen haben sich im Vorfeld der Krise – zumindest in der Binnen - wirtschaft – keine strukturellen Ungleichgewichte aufgebaut. Dies ve r- hindert zusammen mit der außergewöhnlich guten Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt, dass es, wie sonst üblich, zu einem Anstieg der strukturellen Arbeits - losigkeit kommt. Zum anderen haben insbesondere die Arbeitsmarktreformen und die Restruktu rierungserfolge der Unternehmen in der letzten Dekade d a- zu geführt, dass die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich exzellent dasteht. Die Anpassungsprozesse hatten allerdings eine schwache Einkommensentwicklung bei den privaten Haushalten zur Fo lge. Diese könnte sich nunmehr verbessern. Angesichts des schrumpfenden Erwerbspersonenp o- tentials und eines mittelfristigen Anstiegs der Arbeitsproduktivität von etwa 1 ½ % wird der private Verbrauch mittelfristig wohl auch mit knapp 1 ½% – was leicht über der Trendwachstumsrate der Gesamt wirtschaft wäre – steigen. Dies wäre aber, ganz im Gegensatz zu den wesentlich höheren Konsumzuwächsen in ein i- gen Ländern vor der Krise, eine nachhaltige Entwicklung, die nicht auf Verschu l- dung und Immobilienblasen basiert. Alles in allem gute Gründe einen weiteren Anstieg des Dax in 2011 zu erwarten. An den Rentenmärkte n stellt sich der Ausblick aufgrund der Inte r- ventionen von Zentralbanken und der Unwägbarkeiten der Staatsschuldenkrise wesentlich komplizierter dar. In den meisten Szenarien dürften allerdings bei z u- nehmenden Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik die Renditen weiter leicht steigen. 4. Januar 2011 Deutschland : Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 Inhalt sverzeichnis Seite From zero to hero ........................ 3 Ist etwas faul in der deutschen Binnenkonjunktur? ....................... 4 Wachstumspotenzial kaum beeinträchtigt durch die F i nanz - krise, aber demografisch be - dingt langfristig niedriger ............ 13 Aktuelle Themen 502 2 4. Januar 2011 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 3 From zero to hero — Konjunktur bleibt robust, Wachstum wird ausgeglichener. — Wachstumsverlangsamung im Winterhalbjahr voraussichtlich weniger ausgeprägt als zuvor angenommen — Defizitsenkung getragen von konjunkturellem Rückenwind Nach einer Abschwächung im Sommer haben sich die Frühindikato- ren in den vergangenen Monaten wieder erholt. Der Einkaufsmana- gerindex für das verarbeitende Gewerbe legte im Dezember um fast 3 Punkte auf 60,9 zu und erreichte damit den höchsten Stand im Euroraum. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg aufgrund äußerst op- timistischer Erwartungen sogar auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung an. Die Exportkomponenten des Einkaufsmana- gerindex und des Ifo-Index sind in den vergangenen Monaten leicht gesunken, was auf eine zunehmende Belebung der Binnenwirt- schaft hindeutet. Im Winterhalbjahr dürfte das BIP-Wachstum bei rund 2% (gg. Vq., annualisiert) verharren. Im Einklang mit den Umfragedaten und den Erwartungen zur Ent- wicklung des Welthandels rechnen wir für 2011 mit einem Export- wachstum von rund 7 ½%. Damit wäre der Anstieg etwa halb so hoch wie in 2010, in dem starke Aufholeffekte zu spüren waren. Diese Effekte stützten 2010 auch die Investitionen. Diese werden sich daher auf einem normaleren Niveau einpendeln, obwohl die Kapazitätsauslastung 2011 über dem langfristigen Durchschnitt lie- gen dürfte und reichlich Liquidität vorhanden ist. Der private Kon- sum wird voraussichtlich um 1 ¼% ansteigen und so einen ¾%-Punkt zum Wachstum beitragen, d.h. ebenso viel wie der Au- ßenbeitrag. Der Arbeitsmarkt wird eine wichtige Konsumstütze sein; die Beschäftigung dürfte 2011 um weitere ½% ansteigen, so dass die Arbeitslosenzahlen im Durchschnitt auf unter 3 Millionen sinken sollten. Trotz der positiven Lohndrift rechnen wir nicht mit übermäßi- gen Lohnerhöhungen, da wichtige Tarifverträge erst 2012 auslaufen. Außerdem ist die Drohung mit einer Verlagerung der Produktion ins Ausland weiterhin ernst zu nehmen, da Deutschlands Industrie in hohem Maße globalisiert ist. Mit einer Wachstumsrate von 2% sollte Deutschland erneut das stärkste Wachstum unter den großen EWU-Ländern verzeichnen. Dies ist auf die im vergangenen Jahrzehnt umgesetzten Reformen (Unternehmenssteuerreform, Arbeitsmarkt- und Rentenreform) zu- rückzuführen, die zusammen mit einem deutlichen Globalisierungs- schub im Unternehmenssektor auch zu Veränderungen im Verhalten der Tarifparteien geführt haben. Deutschlands Schlankheitskur ging mit einem deutlichen Rückgang der Lohnquote und einer ungleich- eren Einkommensverteilung einher. Dies waren wichtige Ursachen für den lahmenden privaten Konsum im vergangenen Jahrzehnt. Künftig dürften diese Faktoren eine geringere Belastung darstellen. Außerdem ist Deutschland eines der beiden G7-Länder, in denen sich die Verschuldung der privaten Haushalte in den vergangenen zehn Jahren nicht erhöht hat. Zudem wurde das Vermögen der pri- vaten Haushalte nicht von platzenden Vermögenspreisblasen in Mitleidenschaft gezogen. Dies, sowie die relativ günstige Budget- situation – das Defizit dürfte im Jahr 2011 auf unter 3% des BIP sinken –, sollten es Deutschland ermöglichen, auch nach 2011 kräf- tige Wachstumsraten zu verzeichnen. Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) 0 20 40 60 80 100 120 07 08 09 10 11 Einkaufsmanagerindex ifo - Geschäftsklimaindex Konsumentenvertrauen Umfrageindikatoren haben sich erholt Index, Jan 2007 = 100 Quelle: DB Research 1 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 4.500 5.000 07 08 09 10 Vermögen der privaten Haushalte Verbindlichkeiten der privaten Haushalte Vermögenswerte der Unternehmen (ohne Finanzsektor) Verbindlichkeiten der Unternehmen (ohne Finanzsektor) EUR Mrd. Privater Sektor: Vermögens - werte und Verbindlichkeiten Quelle: DB Research 2 Aktuelle Themen 502 4 4. Januar 2011 Ist etwas faul in der deutschen Binnen- konjunktur? — Seit Ausbruch der Finanzkrise sieht sich Deutschland vermehrt Vorwürfen ausgesetzt, dass sein exportorientiertes Wirtschafts- modell und eine damit einhergehende systematische Schwäche der Binnennachfrage zu den globalen Leistungsbilanzungleich- gewichten beigetragen habe. — Zwar ist in der letzten Dekade die inländische Verwendung in Deutschland mit 0,3% p.a. sehr schwach und noch nicht einmal halb so stark wie das BIP (0,8%) gewachsen. Der private Ver- brauch ist während dieses Zeitraums (2000-2009) lediglich um 0,6% gestiegen, während er in den USA, dem Vereinigten König- reich und Spanien – aber auch in Frankreich – im Durschnitt zwi- schen 2 und 2,5% pro Jahr zugelegt hat. — Doch lassen sich auch bei einer längerfristigen Betrachtung schwerlich überzeugende Belege für eine Bevorzugung des Ex- portsektors durch wirtschaftspolitische Rahmensetzungen finden, die über Samuelson-Effekte zu einem unterentwickelten Binnen- sektor geführt hat. — Die Entwicklung der letzten Dekade ist daher keine Bestätigung für derartige Hypothesen, sondern ist vielmehr zu einem erhebli- chen Teil durch Strukturreformen im Bereich der sozialen Siche- rung, der Unternehmensbesteuerung und innerhalb der Unter- nehmen selbst zu erklären. Diese Reformen waren angesichts der Fehlentwicklungen in Folge der deutschen Wiedervereini- gung unumgänglich. Darüber hinaus dürften sich auch die de- mographischen Veränderungen in Deutschland und die intensi- vierte Globalisierung ausgewirkt haben. — Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass gerade jene Länder, die als Musterbeispiele für eine dynamische Binnennachfrage angeführt werden, ihre „Erfolge― überwiegend einem nicht nach- haltigen Anstieg der Verschuldung privater Haushalte und damit einhergehenden Blasen im Immobilienbereich und in Teilen der Finanzindustrie „verdankten―. — In den kommenden Jahren werden die Reformen der letzten Dekade größere Effekte bei der deutschen Binnennachfrage ent- falten. Gleichzeitig wird das Deleveraging in den Ländern mit ho- hen Leistungsbilanzdefiziten die deutsche Exportdynamik – trotz robuster Nachfrage aus den Schwellenländern – dämpfen. Im Ergebnis ist mit einem gleichgewichtigeren Wachstum in Deutschland zu rechnen. Deutschland ist zusammen mit anderen Ländern, die anhaltende Leistungsbilanzüberschüsse erwirtschaften, in die internationale Kritik gekommen. Diese Länder hätten durch ihre Unterkonsumption und den daraus resultierenden Kapitalexporten die Defizitländer quasi gezwungen, über ihre Verhältnisse zu leben. Dabei sei die schwache Konsumnachfrage auf einen strukturell unterentwickelten Binnensektor der Volkswirtschaften zurückzuführen. Die Argumenta- tion setzt sich aus folgenden Elementen zusammen. 1 1 Die Darstellung orientiert sich an den Ausführungen in dem Buch „Fault Lines― von Raghuram G. Rajan. Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 5 1. Fokus auf den Export in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg. 2. Relativ starker Einfluss des Staates auf die Wirtschaft, der die Produzenten und den Finanzsektor gegenüber den Konsumen- ten bevorzugt. 3. Eine intensive Verflechtung zwischen Unternehmen und den Universalbanken. 4. Haushalte, die aufgrund der Nachkriegserfahrungen eher zur Sparsamkeit neigen. 5. Ein unterentwickelter Binnensektor, der wegen des fehlenden internationalen Wettbewerbs nur schwache Produktivitätszu- wächse verzeichnet und durch politische Einflussnahme Wett- bewerb verhindert. 6. Eine am Exportsektor orientierte Lohnentwicklung, die zusam- men mit der unterdurchschnittlichen Produktivitätsentwicklung zu hohen Preisen im Binnensektor führt und damit die Nachfrage und das Beschäftigungspotential des Sektors begrenzt. Darüber hinaus wird Deutschland, insbesondere von seinen EU- Partnern, vorgeworfen, sich durch einen zu bescheidenen Lohnan- stieg und damit einhergehende rückläufige Lohnstückkosten, also durch eine reale Abwertung, innerhalb der Eurozone einen „unfai- ren― Wettbewerbsvorteil verschafft zu haben. Im Folgenden wird überprüft, inwieweit diese generelle Kritik an den Überschussländern auf Deutschland zutrifft und ob Deutschland tatsächlich ein strukturelles Problem mit seiner Binnennachfrage hat. Unser Fokus liegt dabei weniger auf den historischen und so- ziologischen Aspekten (Punkte 1 bis 4), sondern wir versuchen, das unterstellte Ergebnis, d.h. die Thesen 5 und 6, anhand der ökonomi- schen Entwicklung in Deutschland zu überprüfen. Historische und institutionelle Erklärungsversuche 1. Fokus auf den Export? In der Wiederaufbauphase galt es die aufgestaute Binnennachfrage, die durch die Ankunft von Millionen Vertriebener noch verstärkt wur- de, zu befriedigen. Die Liberalsierung des Außenhandels – bei der Deutschland in Europa eine Vorreiterrolle innehatte – führte dadurch zunächst zu steigenden Importen von überlebenswichtigen Gütern wie Nahrungsmittel und Energie. Nach der Koreakrise konnte Deutschland aber zunehmend seine traditionelle Rolle als internati- onaler Anbieter von Kapitalgütern wieder einnehmen, so dass ab 1951 kontinuierliche Exportüberschüsse zu verzeichnen waren, die allerdings während der gesamten fünfziger Jahre recht bescheiden blieben. Dabei spielten die staatlichen Exportförderungen (Steuervergünsti- gungen, Kreditversicherungen, Ausfuhrkredite) zwar einer Rolle, diese bewegten sich aber in einem für Europa damals üblichen Rahmen. 2 Überdies schätzten die Vertreter der „sozialen Marktwirt- schaft― die wohlstandssteigernde Wirkung der internationalen Ar- beitsteilung und standen staatlicher Einflussnahme insgesamt eher kritisch gegenüber. 3 Wichtiger war wohl, dass eine konservative Lohnpolitik, die den Fokus auf die Schaffung von Arbeitsplätzen legte – ab Mitte der fünfziger Jahre herrschte in Deutschland Vollbeschäftigung – im 2 Siehe Karl Hardach. Wirtschaftsgeschichte Deutschland im 20. Jahrhundert. 3 Müller-Armack. Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik. - 10 0 10 20 30 40 50 60 1949 1951 1953 1955 1957 1959 Handelsbilanz Export Import DEM Mrd. Deutsche Handelsbilanz Quelle: Statistisches Bundesamt 3 - 5 0 5 10 15 20 25 30 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 1950 1953 1956 1959 1962 1965 1968 Privater Verbrauch (links) Außenbeitrag Investitionen % Anteile am nominalen BIP Quelle: Statistisches Bundesamt 4 Aktuelle Themen 502 6 4. Januar 2011 Zusammenspiel mit einer an der Preisstabilität orientierten Geldpoli- tik zu einer wesentlich günstigeren Preisentwicklung als im europäi- schen Ausland und damit zu einer Unterbewertung der DM führte. 2. Einfluss des Staates / Benachteiligung des Konsumenten Das neoliberale Modell der „sozialen Marktwirtschaft― betont in der Tat die Rolle der Unternehmen, insbesondere für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Sicherlich war der Einfluss des Staates im Nach- kriegsdeutschland zunächst hoch, da während der Kriegswirtschaft der Staat die Kontrolle über nahezu die gesamte Wirtschaft über- nommen hatte. Letztlich müsste man hier die vielschichtigen institu- tionellen Verflechtungen zwischen Staat und Wirtschaft international vergleichen, was den Rahmen dieser Studie sprengen würde und es unserer Kenntnis nach – zumindest in quantitativer Form – nicht gibt. Schaut man sich die üblichen für einen solchen Vergleich her- angezogenen Indikatoren wie Staatsquote, Anteil des Staates an der Wertschöpfung und Beschäftigung etc. an, so fällt es schwer zu behaupten, dass der Grad der Verflechtung in Deutschland histo- risch höher war als in den meisten europäischen Nachbarländern. Ebenso ist der Rückgang des Anteils des Privaten Verbrauchs am BIP in den fünfziger und sechziger Jahren zugunsten eines stärke- ren Anteils der Investitionen (insbesondere Bauinvestitionen) ange- sichts der Kriegszerstörung wohl eher der Notwendigkeit geschuldet als Ergebnis einer staatlichen Strategie. 3. Verflechtung zwischen Banken und Wirtschaft? Wenn auch aufgrund der Vielschichtigkeiten möglicher Verflechtun- gen zwischen Banken, Staat und Wirtschaft ein internationaler Ver- gleich nahezu unmöglich ist, so ist die Beziehung in Deutschland insbesondere während der Jahrzehnte des Wirtschafswunders wohl doch eher eine besonders enge gewesen. Dies liegt zum Teil in der stark bankbasierten Unternehmensfinanzierung und dem traditionel- len deutschen Hausbankensystem. Die deutschen Banken hatten in der Nachkriegszeit den dynamisch wachsenden Unternehmen nicht nur Fremdkapital zur Verfügung gestellt, sondern sich auch mit Ei- genkapital beteiligt. Aufgrund der zentralen Rolle der Banken, ins- besondere bei der Finanzierung der Industrie, haben – nach Ansicht einiger Beobachter – die Banken in Deutschland quasi informell eine von der Regierung aus ordnungspolitischen Gründen abgelehnte Industriepolitik betrieben 4 . Aber gerade die im internationalen Vergleich herausragende Rolle des deutschen Mittelstandes als Rückgrat der Wirtschaft und wichti- ger Vorlieferant für die Großunternehmen zeigt eine vergleichsweise wenige verflochtene Unternehmensstruktur. Überdies hat sich die Vernetzung zwischen Banken und Industrie durch die immer stärke- re Rolle der internationalen Aufsicht und Regulierung und nicht zu- letzt durch eine durch Steuerrechtsänderungen forcierte Auflösung der „Deutschland AG― erheblich verringert. Seit Mitte der neunziger Jahre wird das Geflecht der Kapitalverbindungen deutscher Finanz- institute mit der Industrie wie auch Verflechtungen über Aufsichts- ratsmandate, nicht zuletzt nach der Steuerbefreiung von Beteili- gungsverkäufen ab dem Jahre 2022, immer dünner 5 . 4 Müller, M. M. (2000) Die Banken zwischen Staat und Wirtschaft. Von der Haus- bank zum „Global Player―. Gegenwartskunde 49(4), S. 447–55. 5 Siebzehntes Hauptgutachten der Monopolkommission sowie Max-Planck-Institute. Deutschland AG in Auflösung. http://www.mpifg.de/aktuelles/themen/d-ag.asp, abgerufen am 16.11.2010. 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 1950 1960 1970 1980 1990 2000 Deutschland: Exportquote Quelle: Statistisches Bundesamt Ausfuhr von Gütern & Diensten in % des BIP 5 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 1950 1960 1970 1980 1990 2000 Deutschland Frankreich USA Japan Weltmarktanteile % Quelle: IWF 6 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 50 60 70 80 90 00 10 PPP +15% -15% Langfristiger Durchschnitt, um Inflationsdifferenz bereinigt DEM/USD Quelle: DB Research DEM/USD und Kaufkraftparität 7 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 7 4. Sparsamkeit der privaten Haushalte Die Sparquote der deutschen privaten Haushalte bewegt sich in den vergangen 40 Jahren in einem engen Band von 10% bis 15% des verfügbaren Einkommens; lediglich während der New Economy Blase haben Vermögenseffekte zu einem temporären Rückgang unter die 10%-Marke geführt. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Sparquote damit nicht außergewöhnlich hoch, wenngleich derartige Vergleiche aufgrund unterschiedlicher institutioneller Rah- menbedingung, z.B. der Ausgestaltung der Rentensysteme, schwie- rig sind. Antworten in international vergleichbaren Umfragen, wie beispielsweise des World Value Surveys, deuten allerdings auf eine etwas höhere Wertschätzung der Sparsamkeit in Deutschland und Japan im Vergleich zu anderen Industrieländern hin. Der Anstieg der deutschen Sparquote im Verlauf der letzten Dekade dürfte nicht zuletzt durch demographische Entwicklungen mit verursacht sein. Zum einen kam es im Rahmen der staatlich unterstützten privaten Altersvorsorge (Riester-Rente) wohl zu einer strukturellen Neuein- schätzung der im Alter zu erwartenden Einkommen, die Anlass zu vermehrter privater Vorsorge gab 6 . Zum anderen traten die stark besetzen Babyboomer-Jahrgänge in ihre Hauptsparphase ein. 5. und 6. Deutschlands Binnensektor unterentwickelt? Integriert sich eine Volkswirtschaft in die internationale Arbeitstei- lung, so erzielt der Exportsektor aufgrund des internationalen Wett- bewerbs häufig höhere Produktivitätszuwächse als der Binnensek- tor. Bei einer durch den Exportsektor bestimmten gesamtwirtschaft- lichen Lohnentwicklung bedeutet dies, dass die Lohnstückkosten im Binnensektor überdurchschnittlich steigen. Dieser sogenannte Sa- muelson-Effekt kann zum einen aufgrund der hohen Arbeitskosten zu einer schlechteren Gewinnentwicklung führen und damit das Beschäftigungspotential im Binnensektor reduzieren. Zum anderen können, insbesondere bei schwachem Wettbewerbsdruck im Inland, überhöhte Preise die Realeinkommen der Konsumenten schmälern. Im Zeitraum 1977 bis 1997 lag der durchschnittliche jährlich Produk- tivitätsanstieg im Bereich der handelbaren 7 Güter bei 3,2%, die rea- len Stundenlöhne stiegen mit 4,2% sogar stärker als die Produktivi- tät. Bei der Produktion nicht-handelbarer Güter (NHG) stieg die Ar- beitsproduktivität mit 2,0% zwar – im Einklang mit dem Samuelson- Effekt – schwächer als bei den handelbaren Gütern (HG). Der reale Lohnanstieg lag mit 3,2% zwar ebenfalls über dem Produktivitäts- zuwachs aber deutlich unter dem der handelbaren Güter. Zudem war der Abstand zwischen Lohnanstieg und Produktivität in beiden Sektoren in etwa gleich. Bei dem im internationalen Wettbewerb stehenden Sektor der handelbaren Güter führte der Anstieg der Lohnstückkosten (Stundelöhne/Produktivität) zu einem Rückgang der Beschäftigung um 1,5% p.a., während bei den nicht handel- baren Gütern die Beschäftigung – ganz im Gegensatz zu der oben aufgestellten Hypothese – sogar um 1,7% stieg. In der Dekade 1997 bis 2007 fiel in beiden Sektoren der Reallohn- zuwachs hinter den Produktivitätsanstieg zurück (handelbare: 0,8% / 3,0%, nicht-handelbare: -0,1% / 1,1%). Obwohl damit die Lohnstückkosten im Bereich der handelbaren Güter kräftig sanken, 6 Deutsche Bundesbank (2007). Der private Konsum seit der Wiedervereinigung. Monatsbericht September 2007. 7 In der folgenden Analyse besteht der Bereich der handelbaren Güter (HG) aus dem Verarbeitende Gewerbe und der Landwirtschaft, die übrigen Bereich (Bau, Dienstleistungen etc.) werden dem Bereich der nicht-handelbaren Güter zuge- rechnet. 0 10 20 30 40 50 60 1981 1990 1995 2000 2005 Deutschland Japan Frankreich Italien Großbritannien USA % Quelle: World Values Survey, 1981 - 2005 Ist Sparsamkeit eine wichtige Eigenschaft für ein Kind? 8 7 8 9 10 11 12 13 14 1991 1994 1997 2000 2003 2006 2009 Deutsche Sparquote Ersparnisse in % des verfügbaren Einkommens Quelle: Deutsche Bundesbank 9 Aktuelle Themen 502 8 4. Januar 2011 setzte sich der Rückgang der Beschäftigung fort, während die Be- schäftigung im Bereich der nicht-handelbaren Güter weiter – wenn auch nur noch moderat – zunahm. Insgesamt stieg die Bruttowertschöpfung zwischen 1977 und 1997 im Bereich der nicht-handelbaren Güter mit 2,8% p.a. dreimal stär- ker als bei den handelbaren Gütern (0,9%). Selbst in der Periode 1997 bis 2007 mit seiner exzeptionellen Entwicklung des Außen- handels lag die Wertschöpfung im Binnenbereich (1,6%) nur margi- nal unter der des Exportsektors (1,9%). Im intersektoralen Vergleich kann also von einer deutlichen Unterentwicklung des Binnensektors, insbesondere in der langen Frist, kaum die Rede sein. Aber auch im internationalen Vergleich steht der deutsche Binnen- sektor zumindest im Zeitraum 1977 bis 1997 relativ gut da. Beim Anstieg der Beschäftigung, der Produktivität und der Reallöhne ran- giert Deutschland jeweils auf einem der drei Spitzenplätze. Ganz anders in der 1997-2007 Dekade: Sowohl beim Beschäftigungsan- stieg als auch bei der Bruttowertschöpfung rutscht Deutschland auf den vorletzten Platz ab, nur noch gefolgt von Japan. Spitzenreiter bei Bruttowertschöpfung und Beschäftigung waren nun Spanien, das Vereinigte Königreich und die USA. Dieses Zurückfallen lag zum einen in dem Rückgang des Produktivitätswachstums von 2,0% (1977 bis 1997) auf 1,1% begründet (mögliche Ursachen werden im folgenden Abschnitt diskutiert). Damit lag es aber immer noch gleichauf mit dem französischen und war im internationalen Ver- gleich nur leicht unterdurchschnittlich. Auch der Rückgang der Ar- beitszeit pro Beschäftigten war mit 0,6% p.a. nicht außergewöhnlich hoch. Der Beschäftigungsanstieg verlangsamte sich von 1,7% auf 1,0% p.a. in der letzten Dekade, war damit aber immer noch deut- lich stärker als im Bereich der handelbaren Güter (-0,7%). Alles in allem gibt es wenig Evidenz, die auf einen Zusammenhang zwi- schen der Exportorientierung und dem vergleichsweise schwachen Wachstum im Bereich der nicht handelbaren Güter in dieser Dekade hinweist 8 . Betrachtet man die Produktivitätsniveaus 9 im Bereich der handel- baren Güter, so behauptete Deutschland im gesamten Zeitraum 1977-2007 hinter den USA den zweiten Platz. Im Jahr 2007 hat die Bruttowertschöpfung pro Stunde sogar das Niveau der USA erreicht. Im Bereich der nicht handelbaren Güter ergibt sich ein differenzierte- res Bild. Während Deutschland im Jahr 1977 innerhalb der Indust- rieländer den Spitzenplatz – sogar vor den USA – innehatte, hat sich seine relative Position durch das starke Aufholen der übrigen Länder bis 1997 und noch stärker bis 2007 verschlechtert. 8 The Conference Board (2009). Productivity, Performance, and Progress – Germa- ny in international comparative perspective. März 2009. 9 Während vorher reale Veränderungsraten diskutiert wurden, basiert der Niveau- vergleich auf nominalen Werten, die um Wechselkurs- und Kaufkrafteffekte berei- nigt wurden. Damit sind es de facto auch reale Größen, sie liefern aber etwas an- dere Ergebnisse als die realenVeränderungsraten. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 DE FR IT SP GB JP 1977 1997 2007 Produktivitätsniveau (Sektor handelbare Güter) Bruttowertschöpfung je Stunde, USA = 100 Quellen: EU, KLEMS 10 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 110 DE FR IT SP GB JP 1977 1997 2007 Produktivitätsniveau (Sektor nicht - handelbare Güter) Bruttowertschöpfung je Stunde, USA = 100 Quellen: EU, KLEMS 11 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 9 Wenige Indizien für „überhöhte“ Preise im Bereich der Dienstleistungen Obwohl mit Ausnahme der letzten Dekade keine generelle Schwä- che des deutschen Binnensektors bei Bruttowertschöpfung und der Beschäftigung zu erkennen ist, könnte sich der Samuelson-Effekt immer noch in einem überdurchschnittlich hohen Preisniveau und entsprechender Realeinkommensverluste der Konsumenten nieder- schlagen. Ein Vergleich der Preise ausgewählter Verbraucherdienst- leistungen innerhalb der EU zeigt – mit Ausnahme der Preise für Energie – keine überhöhten Niveaus in Deutschland. In den Berei- chen Verkehr, Nachrichtenübermittlung, Freizeit und Kultur sowie Gaststätten und Hotels, liegen die deutschen Preise häufig unter denen der übrigen großen Euroländer. 0 50 100 150 Konsumgüter & Verbrauchsdienstleistungen Konsumgüter Energie Verkehr Nachrichtenübermittlung Freizeit & Kultur Gaststätten & Hotels DE FR IT AT NL GB EU - 25 = 100 Preisniveaus (2005) Quelle: OECD 13 Beschäftigung, Produktivität, BWS, Reallöhne % p.a. 1977 - 1997 1997 - 2007 Beschäf - tigung Stunden/ Beschäf - tigte Arbeits - produk - tivität BWS real Stunden - löhne real Beschäf - tigung Stunden/ Beschäf - tigte Arbeits - produk - tivität BWS real Stunden - löhne real Deutschland Alle Branchen 0,7 - 0,9 2,4 2,3 2,0 0,6 - 0,5 1,6 1,6 0,1 Handelbare Güter - 1,5 - 0,7 3,2 0,9 2,6 - 0,7 - 0,4 3,0 1,9 0,8 NH - Güter* 1,7 - 0,9 2,0 2,8 1,7 1,0 - 0,6 1,1 1,6 - 0,1 Frankreich Alle Branchen 0,2 - 0,6 2,5 2,1 1,6 1,2 - 0,6 1,7 2,3 1,9 Handelbare Güter - 2,3 - 0,5 4,1 1,2 2,6 - 1,2 - 0,7 3,4 1,4 1,8 NH - Güter* 1,1 - 0,6 1,8 2,3 1,0 1,7 - 0,5 1,2 2,5 1,9 Italien Alle Branchen 0,3 0,1 1,9 2,3 1,6 1,3 - 0,2 0,4 1,5 0,2 Handelbare Güter - 1,9 - 0,1 4,5 2,4 2,2 - 0,2 - 0,3 0,8 0,3 0,4 NH - Güter* 1,5 0,2 0,5 2,2 1,1 1,9 - 0,2 0,2 1,8 0,0 Spanien Alle Branchen 0,6 - 0,4 2,1 2,3 1,9 3,7 - 0,7 0,7 3,7 0,7 Handelbare Güter - 1,8 - 0,3 4,5 2,3 2,1 0,8 - 0,8 1,5 1,4 0,8 NH - Güter* 1,8 - 0,4 0,9 2,3 1,6 4,6 - 0,6 0,5 4,4 0,5 Großbritannien Alle Branchen 0,2 - 0,3 2,3 2,1 2,4 1,1 - 0,3 1,9 2,6 2,0 Handelbare Güter - 2,2 - 0,2 3,3 0,8 2,4 - 3,2 - 0,3 4,2 0,5 2,7 NH - Güter* 0,9 - 0,3 1,9 2,6 2,4 1,8 - 0,2 1,5 3,2 1,9 USA Alle Branchen 1,8 - 0,1 1,2 2,9 0,3 1,0 - 0,1 2,0 2,9 1,8 Handelbare Güter - 0,3 0,2 3,0 2,9 0,0 - 2,3 0,0 5,0 2,7 1,5 NH - Güter* 2,3 - 0,1 0,7 2,9 0,5 1,5 - 0,1 1,4 2,9 1,8 Japan Alle Branchen 0,8 - 0,6 3,6 3,9 1,6 - 0,5 - 0,5 2,0 0,9 0,4 Handelbare Güter - 1,0 - 0,4 5,6 4,3 2,0 - 2,5 0,0 3,7 1,1 0,7 NH - Güter* 1,7 - 0,7 2,8 3,8 1,3 0,1 - 0,6 1,4 0,9 0,3 *Nicht handelbare Güter Quellen: EU, KLEMS 12 Aktuelle Themen 502 10 4. Januar 2011 Zu diesem Befund passt, dass mit Ausnahme der Bereiche „Ener- gie― und „Freie Berufe― die anderen Bereiche der nicht-handelbaren Güter, wie beispielsweise der Einzelhandel oder das Dienstleitungs- gewerbe, vergleichsweise wenig reguliert sind. Zwischenergebnis: Die Analyse hat gezeigt, dass die in der letzten Dekade zu verzeichnende relative Schwäche des Binnensektors allenfalls sehr eingeschränkt das Ergebnis des in der Nachkriegszeit eingeschlagenen Entwicklungspfades ist. Im Gegenteil, in den sieb- ziger und achtziger Jahren stand der deutsche Binnensektor nicht nur relativ zum Exportsektor gut da, sondern nahm auch eine inter- nationale Spitzenposition ein. Diese ging allerdings in der letzten Dekade verloren. Wenn auch die für exportorientierte Länder unterstellten generellen Zusammenhänge zwischen der Lohn- und der Beschäftigungsent- wicklung der verschiedenen Sektoren (Samuelson-Effekt) sich in Deutschland nicht bestätigen lassen, so bleibt doch der vielfach erhobene Vorwurf, dass Deutschland mit dem hinter der Produk- tivitätsentwicklung zurückbleibenden Lohnanstieg des letzten Jahr- zehnts den möglichen Einkommensspielraum der Arbeitnehmer nicht ausgeschöpft hat und sich damit einen von Kritikern als unfair bezeichneten Wettbewerbsvorteil verschafft hat. Säkularer Rückgang der Lohnquote – kein nur deut- sches Phänomen In der Tat sollten bei einer Wirtschaft im Gleichgewicht die Reallöh- ne im Gleichschritt mit der Produktivität steigen. Dies würde eine konstante Lohnquote (Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volksein- kommen) implizieren. Tatsächlich ist die Lohnquote in Deutschland zwischen den Jahren 2000 und 2007 um 8 Prozentpunkte gefallen. Dieses Phänomen war allerdings nahezu in allen Industrieländern zu beobachten 10 . Fol- gende mögliche – teilweise widersprüchliche – Erklärungen werden in der Literatur genannt: — Beschleunigter technologischer Fortschritt Bei einem inflexiblen, stark regulierten Arbeitsmarkt erhöht ein schnellerer technologischer Wandel das Risiko arbeitslos zu werden, da die Arbeitsplätze mit dem aktuellen Kapitalstock fest verbunden sind und bei der Modernisierung der eingesetzten Technologie verloren gehen (putty-clay Kapital). Dies reduziert die Verhandlungsmacht des Faktors Arbeit und damit den Lohn- anstieg. — Der Anstieg des globalen Arbeitsangebots durch die Öffnung Osteuropas und Asiens Durch die Integration von Osteuropa und Asien in die Weltwirt- schaft stieg das globale Angebot an insbesondere ungelernter Arbeit, ohne dass es zu einer entsprechenden Ausweitung des Kapitalstock kam. Falls die Veränderung der relativen Faktor- preise nicht komplett durch eine Substitution zu Gunsten des re- lativ günstigeren Faktors Arbeit kompensiert wird, fällt die Lohn- quote. Überdies können Sorgen, dass Betriebsstätten in das günstigere Ausland verlegt werden, Gewerkschaften zu größeren Zugeständnissen veranlassen. — Deregulierung und sinkender Organisationsgrad Deregulierung am Arbeitsmarkt sollte die Verhandlungsmacht der 10 BIS Working Papers No. 231. The global upward trend in the profit share. Juli 2007. Österreich Belgien Finnland Frankreich Deutschland Griechenland Irland Italien Luxemburg Niederlande Portugal Slowakei Spanien Dienstleistungsgewerbe *Größere Regulierung zum Zentrum hin Quelle: OECD 14 Österreich Belgien Finnland Frankreich Deutschland Griechenland Irland Italien Luxemburg Niederlande Portugal Slowakei Spanien Professionelle Dienste Österreich Belgien Finnland Frankreich Deutschland Griechenland Irland Italien Luxemburg Niederlande Portugal Slowakei Spanien Regulatorisches Umfeld im Dienstleistungssektor* Einzelhandel Euroland USA - 30 - 25 - 20 - 15 - 10 - 5 0 5 10 15 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 Reallohn pro Beschäftigten Lohnstückkosten Stundenproduktivität Deutschland minus EWU ohne Deutschland, 1997 = 100 Reallohn - , Lohnstückkosten - & Produktivitätslücke Quelle: EU - Kommission 15 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 11 Gewerkschaften reduzieren. Allerdings zeigt eine Korrelations- analyse, dass gerade in Ländern mit vergleichsweise hoher Ar- beitsmarktregulierung der Anstieg der Gewinnquote besonders ausgeprägt war. Eine Erklärung könnte sein, dass ein stärker re- gulierter Arbeitsmarkt häufig mit einer hohen Regulierungsdichte in den Produktmärkten einhergeht, die es den Unternehmen er- möglicht, die Gewinnquote zu steigern. — Steuerrechtsänderungen, die Kapitaleinkommen begünsti- gen Derartige Steuerrechtsänderungen schaffen für das Management einen höheren Anreiz, Einkommen von den Löhnen in die Ge- winne zu verschieben. — Höhere(r) Kapitaleinsatz und – intensität aufgrund relativ niedriger Faktorpreise Der in der Vergangenheit zu beobachtende unterdurchschnittli- che Anstieg der Preise für Kapitalgüter könnte zu einem höheren Einsatz von Kapitalgütern in der Produktion geführt haben. Falls dies zu einer Intensivierung der Kapitalausstattung geführt hat, die über den durch die veränderten Faktorpreise induzierten Substitutionseffekt hinausgeht (Capital deepening), könnte dies zu einem Anstieg der Gewinnquote beitragen. Allerdings war die Situation der deutschen Wirtschaft Anfang des Jahrzehnts weit von einer Gleichgewichtssituation entfernt. Nach dem Abflauen des Vereinigungsbooms stieg die Zahl der Arbeitslo- sen – nur unterbrochen von dem New Economy Boom – auf 5 Mio. Anfang 2005. Diese Entwicklung war zu einem erheblichen Teil durch Politikfehler – insbesondere in der Tarifpolitik – begründet. Nicht zuletzt das Platzen der New Economy Blase führte zu einem Umdenken in der Politik (Hartz-Reformen, Unternehmenssteuerre- form), bei den Unternehmen (Restrukturierung) sowie bei den Ge- werkschaften, die Beschäftigungssicherung in das Zentrum ihrer Tarifpolitik stellten 11 . Insbesondere durch die Befristung des Bezu- ges von Arbeitslosengeld auf ein Jahr wurde der „Anspruchslohn― gesenkt. In Folge der Hartz-IV-Reform hat sich die Konzessionsbe- reitschaft der Arbeitnehmer bei der Aufnahme einer neuen Beschäf- tigung nachweisbar erhöht 12 . Diese Reformen haben wohl zu der überdurchschnittlich guten Beschäftigungsentwicklung im Dienstleis- tungssektor – auch schon vor dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise – beigetragen. Dabei dürfte es sich, ganz im Sinne der Reformen, um Arbeitsplätze mit eher unterdurchschnittlicher Pro- duktivität und Bezahlung gehandelt haben. Dies dürfte erheblich zu der schwachen Produktivitäts- und Einkommensentwicklung im Be- reich der nicht handelbaren Güter beigetragen haben. Die deutschen Unternehmen internationalisierten ihre Wertschöp- fungskette, durch Outsourcing und Offshoring. Dies erhöhte – auch bei guter Beschäftigungsentwicklung – das Drohpotenzial der Un- ternehmen, zumal sich die Politik nicht – wie in einigen Nachbarlän- dern – Produktionsverlagerungen in den Weg stellte. Da in Deutsch- land die Tarifabschlüsse der großen exportorientierten Branchen (Automobil, Metall, Chemie) traditionell Signalfunktion für die übri- gen Bereiche hat, könnte dies zu einer spürbaren Lohnzurückhal- tung in der gesamten Wirtschaft beigetragen haben. Allerdings han- delt es sich hier um autonome Entscheidungen des privaten Sektors im Rahmen der Tarifautonomie und nicht um eine staatlich beein- flusste oder gar betriebene „Tarifpolitik―. 11 Sachverständigenrat. Jahresgutachten 2010/11. 12 IAB Kurzbericht 19/2007. Hartz-IV-Reform. Impulse für den Arbeitsmarkt. 60 62 64 66 68 70 72 74 76 78 1970 1976 1982 1988 1994 2000 2006 Deutschland Frankreich Großbritannien USA Löhne in % der Bruttowertschöpfung Lohnquote Quellen: EU, KLEMS 16 Aktuelle Themen 502 12 4. Januar 2011 Unserer Analyse zufolge gab es keine „Beggar-thy-neighbour―- Politik in Deutschland. Die Entwicklung der letzten Dekade, die zu der schwachen Entwicklung des Konsums geführt hat, war vielmehr Reaktion auf globale Trends, von denen Deutschland besonders betroffen war, und eine Korrektur von Politikfehlern der vorausge- gangenen Dekade. Außerdem sind in den letzten Jahren die deut- schen Importe annähernd so stark gestiegen wie der Welthandel. Das heißt, andere Länder haben – trotz der schwachen deutschen Binnenkonjunktur – von Deutschland einen Impuls im gleichen Ausmaß wie aus dem Rest der Welt bekommen. Darüber hinaus ist der Anteil von importierten Vorleistungen an den deutschen Expor- ten auf gut 40% gestiegen, auch hier profitieren – insbesondere mittel- und osteuropäische Länder – von den deutschen Exporter- folgen. Entwicklung im Bereich der nicht-handelbaren Güter und Ungleichgewichte Wie eingangs erwähnt, halten viele Beobachter die schwache deut- sche Binnennachfrage und strukturelle Schwächen der deutschen Binnensektoren für eine Ursache der internationalen Ungleichge- wichte. Das nachstehende Schaubild legt allerdings eine andere Interpretation nahe. Im Rahmen der G7-Länder zeigt sich, dass in der letzten Dekade jene Länder eine relativ überdurchschnittliche Beschäftigungsentwicklung des Binnensektors aufwiesen, in denen sich die Verschuldung der privaten Haushalte deutlich erhöht hat. Dynamisches Kreditwachstum erhöhte nicht nur die Importnachfra- ge, sondern stimulierte natürlich auch die Binnenkonjunktur (Einzel- handel, Bau, Finanzindustrie). Dass diese Entwicklung nicht nach- haltig war und diese Volkswirtschaften auf Jahre hinaus belasten wird, ist eine der Erkenntnisse der Finanz- und Wirtschaftskrise. Natürlich bedeutet dies nicht, dass Deutschland nicht alles unter- nehmen muss, um seine Binnennachfrage zu stärken. Es gilt, mas- siv in Bildung zu investieren, um die Erwerbsbeteiligung insbeson- dere von Älteren oder Geringqualifizierten, zu erhöhen, Produkt- märkte weiter zu deregulieren und insgesamt die Gesellschaft auf die Veränderung der Wertschöpfungsmodelle hin zur Projektwirt- schaft und den demographischen Wandel vorzubereiten. Dies sollte vor allem den binnenwirtschaftlichen Sektoren zugutekommen. Insgesamt ist aber in der deutschen Binnennachfrage weniger „faul―, als von vielen unterstellt wird. Vielmehr ist etwas faul an den „beein- druckenden― Wachstumsraten der Binnennachfrage in manchem der als Vorbild genannten Länder. Angesichts deren aktueller Krisen eigentlich keine große Überraschung. Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) 0 1 2 3 4 5 6 - 50 0 50 100 Beschäftigungsanstieg: NH - Güter vs. H - Güter Veränd. Verschuldung in % des verfügbaren Einkommens (1997 - 2007) USA Japan Großbritannien Italien Frankreich Spanien DE Beschäftigungsanstieg und Verschuldung der privaten Haushalte Quellen: EU, KLEMS 17 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 13 Wachstumspotenzial kaum beeinträchtigt durch die Finanzkrise, aber demografisch bedingt langfristig niedriger In jüngster Zeit wird wieder intensiver über die Höhe des deutschen Wachstumspotenzials diskutiert. Während einige es nach der Fi- nanzkrise nun dauerhaft niedriger sehen, veranschlagen es andere höher und verweisen auf die erfolgten Reformen, insbesondere am Arbeitsmarkt. Gedanklich lässt sich das Bruttoinlandsprodukt in das Produktions- potenzial und eine konjunkturelle Komponente zerlegen. Unter dem Produktionspotenzial einer Volkswirtschaft versteht man die gesamt- wirtschaftliche Leistung, die sich unter Berücksichtigung des techni- schen Fortschritts mit den jeweils verfügbaren Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital bei normaler Auslastung erstellen lässt. Die Kon- junktur besteht folglich in den Schwankungen des Auslastungsgra- des des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotenzials. Für die Kon- junkturanalyse, aber auch für die Geld- und Fiskalpolitik, ist die Kenntnis des Wachstumspotenzials wichtig, da es das Tempolimit angibt, mit dem die Wirtschaft auf lange Sicht wachsen kann, ohne dass es zu Spannungen auf dem Arbeitsmarkt sowie einer Be- schleunigung der Inflation kommt. Mit dem Wachstumspotenzial lassen sich dann auch andere zur Beurteilung der Konjunktur, der Budgetsituation und der Inflationsrisiken wichtige Indikatoren be- rechnen, wie beispielsweise das Output Gap, also die Lücke zwi- schen potenziellem und tatsächlichem BIP, die strukturelle Arbeitslo- sigkeit und der strukturelle Budgetsaldo. Allerdings kann das Wachstumspotenzial nicht, wie beispielsweise die Zahl der Beschäftigten oder die Preise für einzelne Güter, direkt beobachtet werden. Es muss daher mit statistischen Verfahren ge- schätzt werden, die je nach Methode Vor- und Nachteile mit sich bringen. Im Folgenden werden einzelne Methoden sowie deren Ergebnisse vorgestellt. Arithmetisches Mittel Die einfachste Methode zur Bestimmung des Wachstumspotenzials ist das arithmetische Mittel der Wachstumsraten der vergangenen Jahre. Dabei sollte die Beobachtungsperiode relativ lang sein und mindesten einen vollständigen Konjunkturzyklus umfassen. Für Deutschland ergibt sich danach von 1970 bis 2008 ein Wachstums- potenzial von jährlich 2,0%. Dabei handelt es sich allerdings nur um ein grobes Maß, da sich das Wachstumspotenzial im Zeitverlauf auch ändern kann, was die Durchschnittsmethode nur sehr rudi- mentär berücksichtigt. So wuchs die deutsche Wirtschaft im Zyklus von 1975 bis 1981 durchschnittlich etwa 3%, von 1983 bis 2002 dagegen lediglich 1,75 % p.a. Ein Blick auf Grafik 20 zeigt, dass die Wachstumsraten eher einen fallenden Trend aufweisen. Dies legt die Vermutung nahe, dass das aktuelle Wachstumspotenzial wohl deutlich unter 1 ¾% jährlich liegen dürfte. Trendmethoden Um solche Veränderungen bzw. langfristige Trends zu berücksichti- gen, kann statt des einfachen arithmetischen Mittels auch ein Trend über den beobachteten Zeitraum als Approximation des Wachs- tumspotenzials verwendet werden. Dabei wird die Trendlinie mit Hilfe der Methode der kleinsten Quadrate ermittelt, wobei zwischen verschiedenen Trendformen (u.a. linear, exponentiell und logarith- - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 70 80 90 00 1971 - 1980 1971 - 2009 1995 - 2005 Durchschnitt, % p.a. Deutschland: Wachstum Reales BIP, % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 19 Produktionspotenzial & Konjunktur Produktions - potenzial Tatsächliches BIP Zeit t Wert Produk- tions- potenzial Konjunkturelle Komponente Quelle: DB Research Schematische Darstellung 18 Aktuelle Themen 502 14 4. Januar 2011 misch) unterschieden werden kann. Das mit einem linearen Trend berechnete Wachstumspotenzial Deutschlands lag 2009 bei knapp 1% p.a. Bei dieser Methode besteht – wie bei den Filtermethoden noch näher ausgeführt – ein Endpunktproblem. Filtermethoden Anspruchsvollere Methoden zur Bestimmung des Wachstumspoten- zials einer Volkswirtschaft sind Filtermethoden. Hierzu zählt der wohl am meisten verwendete Hodrick-Prescott-Filter, der als ein quasi unendlicher gleitender Durchschnitt aufgefasst und mit dem die zyklische Komponente vom Trend einer Zeitreihe separiert wer- den kann. Der HP-Filter liefert zwar für die Vergangenheit plausible Ergebnisse, hat aber – wie alle gleitenden Durchschnitte mit endli- chen Zeitperioden – Probleme an den Rändern. So kommt es am Anfang und am Ende der Betrachtungsperiode zu Verzerrungen. Dies zeigt sich bei der Berechnung des Wertes am aktuellen Rand. Angewandt auf den Zeitraum ab 1970 ergibt sich mit dem HP-Filter ein aktuelles deutsches Wachstumspotenzial von 0%, was wenig plausibel ist. Für den Zeitraum von 2001 bis 2008 allerdings, für den ein solches Randproblem nicht besteht, berechnet der HP-Filter ein Wachstumspotenzial zwischen 1 und 1 ½% p.a., was wir als durch- aus realistisch ansehen. Das arithmetische Mittel, die Trendberechnung sowie die Filterme- thoden zählen zu den so genannten univariaten Methoden. Sie ha- ben den Nachteil, dass sie zur Ableitung des Produktionspotenzials nur die Zeitreiheninformationen der Produktion (BIP) selbst verwen- den und keinerlei Aussagen über die Ursachen einer Veränderung des Produktionspotenzials zulassen. Produktionstechnische Verfahren Diesen Nachteil vermeiden produktionstechnische Verfahren, die das Produktionspotenzial durch die am Produktionsprozess beteilig- ten Faktoren – also ökonomisch – erklären und herleiten. Diese Methoden basieren auf einer gesamtwirtschaftlichen Produktions- funktion und lassen sich am einfachsten anhand einer standar- disierten neoklassischen Produktionsfunktion erläutern. Danach ist die Produktion in der Periode t, also Y t das Ergebnis einer Kombination der Einsatzfaktoren Arbeit (A t = Erwerbsperso- nenpotenzial zum Zeitpunkt t) und Kapital (K t = Kapitalstock), er- gänzt um das Technologieniveau der Produktion, das in der Literatur als technischer Fortschritt bzw. totale Faktorproduktivität (TFP t ) be- zeichnet wird. Während das Arbeitsvolumen sowie der Kapitalstock die quantitativen Einsätze bei der Produktion darstellen, spiegelt die totale Faktorproduktivität die qualitative Komponente dieser beiden Größen sowie deren Kombination wider. (i) Y t = TFP t * f (A t , K t ) Unter der Annahme vollständiger Konkurrenz auf den Faktormärkten und linearer Homogenität bzw. konstanter Skalenerträge in der Pro- duktion lässt sich (i) in Veränderungsraten schreiben als (ii) ∆ ln Y t = ∆ ln TFP t + α ∆ ln A t , + (1- α) ln K t mit ln = Logarithmus und α = Anteil des Arbeitseinkommens am Volkseinkommen. Damit setzt sich das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft aus der Veränderungsrate des technischen Fortschritts und den gewich- teten Veränderungsraten der Einsatzfaktoren Arbeit und Kapital zusammen. - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 8 70 75 80 85 90 95 00 05 10 HP gefiltertes BIP Reales BIP Deutschland: Reales BIP & HP gefiltertes BIP Quartalsdaten, % gg.Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 21 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 70 80 90 00 Linearer Trend Reales BIP Deutschland: Wachstum & Trend % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 20 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 15 Während die univariaten Methoden lediglich die Zeitreihe der Pro- duktion zur Bestimmung des Produktionspotenzials benötigen, muss zur Herleitung des Wachstumspotenzials mittels einer Produktions- funktion diese zunächst geschätzt werden. Dazu sind Informationen über das eingesetzte Arbeitsvolumen (Anzahl der Personen und die durchschnittlich gearbeiteten Stunden pro Beschäftigten) sowie den Kapitalstock notwendig. Für die Herleitung des Wachstumspotenzi- als werden dann die trendmäßigen Entwicklungen von Arbeitsvolu- men, Kapitalstock und Faktorproduktivität benötigt. Diese werden häufig durch Anwendung von Filtern auf die einzelnen Zeitreihen ermittelt. Entsprechend ist das produktionstechnische Verfahren im Vergleich zu den univariaten Methoden sehr arbeitsintensiv und kompliziert. Grafik 22 zeigt die vom Sachverständigenrat in seinem jüngsten Jahresgutachten veröffentlichten Schätzungen zum Produktionspo- tenzial und seiner einzelnen Komponenten. Wachstumspotenzial 2010 rund 1 ¼% Unter den wichtigen Institutionen gibt es bei der Einschätzung be- züglich des Wachstumspotenzials für 2010 kaum Unterschiede. So geht der Sachverständigenrat, wie auch der IWF und die OECD, für das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr von 1 ¼% aus. Unsere eigene Analyse kommt ebenfalls auf eine solche Größenordnung. Damit entspricht die aktuelle Wachs- tumsrate des Produktionspotenzials in etwa dem Durchschnitt der vorhergehenden fünf Jahre. Auswirkungen der Finanzkrise halten sich in engen Grenzen Zwar ist die Ermittlung des Wachstumspotenzials derzeit noch mit hohen Unsicherheiten behaftet. Wegen der Endpunktproblematik, die bei dem Produktionsfunktionsansatz lediglich auf die einzelnen Faktoren verlagert wird, kann es zu häufigen und teilweise kräftigen Revisionen kommen. Dennoch zeigt die Analyse, dass das Wachs- tumspotenzial von der Finanzkrise bislang nicht erkennbar beein- trächtigt worden ist. Dies überrascht zunächst, denn die früheren Finanzkrisen hatten einen nachweisbaren negativen Einfluss auf die Potenzialwachstumsrate. Deutschland: Produktionspotenzial Produktions - potenzial Arbeits - volumen Kapital - stock Totale Faktor - produktivität % gg. Vj. Wachstums beitrag , % - Punkte 1971 - 80 2,7 - 0,8 0,9 2,6 1981 - 90 2,3 0,0 0,6 1,8 1991 - 00 2,1 - 0,1 0,6 1,6 2001 - 06 1,3 - 0,1 0,5 1,0 2007 1,2 0,0 0,4 0,8 2008 1,2 0,0 0,4 0,8 2009 1,2 0,1 0,4 0,8 2010 1,3 0,2 0,4 0,8 2011 1,3 0,2 0,4 0,8 2012 - 16 1,0 - 0,2 0,3 0,8 Quelle: Sachverständigenrat (2010/11) 22 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 07 08 09 10 11 OECD IWF Sachverständigenrat Deutschland: Potenzial - schätzungen Potenzielles BIP, % gg.Vj. Quellen: OECD, IWF, Sachverständigenrat 23 Aktuelle Themen 502 16 4. Januar 2011 Vor früheren Banken- und Finanzkrisen waren in vielen Ländern häufig Vermögenspreisblasen, ein überaus kräftiges Wirtschafts- wachstum sowie hohe Leistungsbilanzdefizite beobachtbar. Die hohe Liquidität führte auch zu einer generellen Überinvestition (wie beispielsweise vor der Asienkrise bzw. während der New Economy- Periode). Nach den Krisen folgten dann ein ausgeprägter Rückgang der Immobilienpreise und ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ein Rückgang des Wachstumspotenzials nach solchen Krisen wur- de folglich durch sektorale Verzerrungen und einen dadurch ausge- lösten Anstieg der strukturellen Arbeitslosigkeit verursacht. Trotz des extrem starken Einbruchs der Konjunktur im Jahr 2009 sind jedoch für den Arbeitseinsatz und den Kapitalstock bisher keine gravierenden Auswirkungen auf die trendmäßige Entwicklung er- kennbar, was dadurch erklärt werden kann, dass es in Deutschland vor der Finanzkrise eine gänzlich andere Entwicklung als in früheren Vorkrisenzeiten gab. Deutschland wies vor der Finanzkrise einen hohen Leistungsbilanzüberschuss auf, der 2007 bis auf 7,7% des BIP stieg. Allerdings könnte auch ein hoher Leistungsbilanzüber- schuss ein Zeichen für eine sektorale Verzerrung sein. Zudem gab es in Deutschland im Vergleich zu den USA, Großbritannien, Spani- en oder Irland keinen Immobilienboom mit einer Hauspreisblase. Daher ist ein Anstieg der strukturellen Arbeitslosigkeit 13 aufgrund von sektoralen Konsolidierungen und damit ein dauerhaft niedrige- res Arbeitsvolumen mit entsprechenden Konsequenzen für das Wachstumspotenzial nicht zu erwarten. Die OECD schätzt die struk- turelle Arbeitslosigkeit in Deutschland aufgrund der Arbeitsmarktre- formen sogar niedriger als Mitte 2000 ein, während sie für die Länder, die ausgeprägte Immobilienpreisblasen hatten und seit dem Platzen dieser Blasen erhebliche sektorale Anpassungen verzeich- nen, von einer zum Teil merklich höheren strukturellen Arbeitslosig- keit und entsprechend niedrigerem Wachstumspotenzial ausgeht. Der starke Einbruch der Investitionen während der jüngsten Rezes- sion (2009: -22 ½% bei den Ausrüstungen, -10% bei den Anlagein- vestitionen insgesamt) hat das Wachstum deutschen Kapitalstocks auf unter 1% reduziert. Die Investitionskonjunktur ist aber inzwi- schen wieder angesprungen, und die Zuwachsrate des Kapital- stocks dürfte zuletzt auf ihren längerfristigen Trend zurückgekehrt sein. Zudem könnte die Risikoaversion zu einem höheren Homebias bei den Kapitalanlagen und somit niedrigeren Kapitalkosten geführt haben, was tendenziell die Investitionen in Deutschland stützen könnte. Negative Auswirkungen könnte die Finanzkrise dagegen auf die Entwicklung der totalen Faktorproduktivität gehabt haben. So ist die Arbeitsproduktivität (Bruttoinlandsprodukt je gearbeitete Stunde) 13 Ein genereller Anstieg der Arbeitslosigkeit verringert nicht das potenzielle Arbeits- angebot und damit das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft, da sich das po- tentielle Arbeitsangebot aus den Erwerbstätigen, den Arbeitslosen sowie der stillen Reserve zusammensetzt und somit alle Erwerbsfähigen umfasst, die unter be- stimmten Umständen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Daher beeinflusst nur die Veränderung der strukturellen Arbeitslosigkeit das Wachstumspotenzial ei- ner Volkswirtschaft. Bei der Arbeitslosigkeit können folgende Arten unterschieden werden: 1. friktionelle (beim Übergang von einer Arbeitsstelle zu einer anderen, 2. saisonale (durch jahreszeitliche Schwankungen in der Produktion (bspw. Landwirt- schaft) oder Nachfrage (bspw. Haupt- und Nebensaison im Tourismus), 3. konjunk- turelle (durch Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotenzials) und 4. strukturelle Arbeitslosigkeit. Strukturelle Arbeitslosigkeit ist das Ergebnis eines fortwährenden Strukturwandels und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Sie entsteht, wenn durch nachhaltige Veränderungen der Nachfrage in einzelnen Wirt- schaftszweigen, durch den Einsatz neuer Technologien oder durch Veränderungen auf dem Weltmarkt Arbeitsplätze abgebaut werden. - 6 - 4 - 2 0 2 4 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 Deutschland: Arbeits - produktivität Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen - stunde, % gg.Vj., Quartalsdaten Quelle: Deutsche Bundesbank 27 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 1992 1997 2002 2007 Totale Faktorproduktivität Arbeitsproduktivität * Deutschland: Arbeits - & totale Faktorproduktivität % gg.Vj., Jahresdaten Quellen: OECD, Deutsche Bundesbank *BIP je Erwerbstätigenstunde 26 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 1991 1995 1999 2003 2007 EUR Mrd. (rechts) % gg.Vj. (links) Deutschland: Kapitalstock Nettoanlagevermögen in 2000er Preisen Quelle: Statistisches Bundesamt 25 40 60 80 100 120 140 160 180 200 2000 2002 2004 2006 2008 US DE ES IE GB Hauspreise Hauspreise in Relation zum Einkommen, langfristiger Durchschnitt = 100 Quelle: OECD 24 Deutschland: Mit starkem Rückenwind ins Jahr 2011 4. Januar 2011 17 durch den Einbruch der Produktion in 2009 um 2 ¼% zurückgegan- gen, was üblicherweise auch die totale Faktorproduktivität absenkt. Allerdings ist die Arbeitsproduktivität seit ihrem Tiefstand in Q4 2009 schon wieder um 1 ¾% gestiegen, und die Frage, ob die Entwick- lung der Faktorproduktivität in Deutschland durch den Wegfall be- stimmter Finanzinnovationen nachhaltig und in nennenswertem Umfang beeinträchtig wurde, kann wohl eher verneint werden. Wachstumspotenzial: Auf längere Sicht wohl spürbar niedriger Auch wenn die Finanzkrise das deutsche Wachstumspotenzial kaum beeinträchtigt hat, gibt es auf längere Sicht doch enorme Her- ausforderungen durch den demografischen Wandel. So wird die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Dekaden schrump- fen und merklich altern. Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes sinkt die Zahl der Bevölkerung bis 2060 um 20%, gleichzeitig schrumpft die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 15 bis 65 Jahren sogar um 35%, da die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer demnächst aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden beginnen und nur noch zum Teil durch die nachrückenden geburtenschwachen Kohorten ersetzt werden. Dabei wird sich der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter merklich beschleunigen und etwa zwischen 2020 und 2035 mehr als 1% jährlich erreichen. Ceteris paribus würde dies eine Stagnation des Produktionspotenzials bedeuten. Möglichkeiten zur Abmilderung des demografischen Wandels wären eine (weitere) Anhebung des Renteneintrittsalters, ein früherer Berufseintritt, eine Erhöhung der Erwerbspersonenquoten, insbesondere von Frauen und Älteren, eine Steigerung der Jahresarbeitszeit sowie eine ver- stärkte Zuwanderung von Arbeitskräften. Dabei ist zu bedenken, dass eine Maßnahme unter realistischen Annahmen allein bei wei- tem nicht ausreicht, die Dämpfungseffekte des demografischen Wandels zu kompensieren. Will man beispielsweise die demogra- fisch bedingte Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials allein mit Zuwanderern kompensieren, wären dazu von 2020 bis 2035 netto zwischen 500.000 und 750.000 Zuwanderer notwendig. Viel- mehr ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen erforderlich. Allerdings ist Deutschland bei vielen dieser Möglichkeiten auf dem richtigen Weg. Doch nicht nur das Arbeitsvolumen wird durch den demografischen Wandel beeinflusst, sondern wohl auch die Investitionstätigkeit. Glaubt man den Ergebnissen von überlappenden Generationen- modellen, sinkt die gesamtwirtschaftliche Rendite um bis zu 1%- Punkt in den kommenden Dekaden, wenn Arbeit knapper und Kapi- tal – auch im Hinblick auf eine verstärkte Eigenvorsorge – reichli- cher zur Verfügung stehen. Sinkt aber die Rendite, ist kaum vor- stellbar, dass die dann weniger werdenden Arbeitskräfte mit ent- sprechend mehr Kapital ausgestattet werden, so dass durch einen effizienteren kapitalintensiveren Arbeitsablauf das Wachstumspo- tenzial unverändert bleibt. Allerdings muss bedacht werden, dass eine niedrigere gesamtwirtschaftliche Rendite im Allgemeinen auch niedrigere Kapitalkosten bedeutet. Die Frage, ob die demografische Entwicklung die Arbeitsproduktivi- tät beeinträchtigt, kann zweifelsfrei nicht beantwortet werden. Es sprechen zwar einige Fakten dafür, dass die Alterung und Schrump- fung der Bevölkerung die Produktivitätsentwicklung dämpft. So wird der wissenschaftlich-technische Fortschritt vor allem von jungen Menschen erbracht, die physische Leistungsfähigkeit sinkt mit dem - 1,6 - 1,4 - 1,2 - 1,0 - 0,8 - 0,6 - 0,4 - 0,2 0,0 2010 2020 2030 2040 2050 2060 Insgesamt 15 - 65 Jahre Deutschland: Bevölkerungsentwicklung Quelle: Statistisches Bundesamt Mittlere Variante, Untergrenze, % gg. Vj. 28 - 700 - 600 - 500 - 400 - 300 - 200 - 100 2010 2020 2030 2040 2050 2060 Deutschland: Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter* Veränd. gg. Vj. ('000) *Mittlere Variante, Untergrenze, Bevölkerung im Alter von 15 bis 65 Jahren bei einer Nettozuwanderung von 100.000 jährlich Quelle: Statistisches Bundesamt 29 Aktuelle Themen 502 18 4. Januar 2011 Alter, Wissen veraltet, jüngere Menschen sind im Allgemeinen risiko- freudiger und die Akzeptanz von technischen Neuerungen dürfte bei älteren Arbeitnehmern geringer sein. Zudem sinkt mit der Schrump- fung der Bevölkerung auch die Anzahl der Personen, die Spitzen- leistungen erbringen und besonders innovativ sind. Dagegen spre- chen, dass die physische Leistungsfähigkeit im heutigen und vor allem künftigen wissensbasierten Berufsleben eine immer geringere Rolle spielt und dass die Förderung von Weiterbildung einem Wis- sensverlust durch ein längeres Berufsleben entgegenwirkt. Innovati- onen und damit Fortschritt können zudem auch importiert werden. Fazit: Rückgang auf längere Sicht wohl unvermeidbar Ein Rückgang des deutschen Wachstumspotenzials ist wohl nicht zu vermeiden. So erwartet der Sachverständigenrat schon für den Zeit- raum 2012 bis 2016 aufgrund des abnehmenden Erwerbspersonen- potenzials einen negativen Beitrag des Arbeitsvolumens zum Wachstumspotenzial von -0,2%-Punkte p.a. Auch beim Kapitalstock sieht er einen leicht geringeren Beitrag von 0,3%-Punkten p.a. Bei einem unveränderten Beitrag der trendmäßigen totalen Faktor- produktivität von 0,8%-Punkten errechnet er für 2012 bis 2016 nur noch ein Wachstumspotenzial von jährlich 1%. Wie stark das Wachstumspotenzial Deutschland dann auf längere Sicht sinkt, wenn die Dämpfungseffekte des demografischen Wandels am stärksten sind, hängt davon ab, wie sich die Gesellschaft bezüglich des Berufs- und Renteneintrittsalters, der Erwerbstätigkeit, der Jah- resarbeitszeit sowie der Zuwanderung entscheidet. Bernhard Gräf (+49 69 910-31738, bernhard.graef@db.com) Aktuelle Themen ISSN 1430-7421 Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www.dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E-Mail eintragen. Für die Print-Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marketing 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910-31877 E-Mail: marketing.dbr@db.com © Copyright 2011. 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November 2010 Starke Handelspartner: Welche europäischen Branchen hängen am Tropf der USA und Chinas? Nr. 497 ...................................................................... 29. September 2010 Verlage im Umbruch: Digitalisierung mischt Karten neu Nr. 496 ...................................................................................................................................... 30. September 2010 Deutschlands neue Blüte? Von der Konjunkturpolitik zur Wachstumsagenda Nr. 495 ...................................................................................................................................... 29. September 2010 Deutsche Industrie: Aufschwung verliert etwas an Kraft Nr. 494 ...................................................................................................................................... 17. September 2010 Wasserkraft in Europa: Alpenregion, Skandinavien und Südosteuropa reich an Chancen, Nr. 493 ......................................................................... 14. September 2010
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