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20. Mai 2016
Nach dem kräftigen Plus der Industrieproduktion im 1. Quartal 2016 haben wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2016 auf 1% angehoben (zuvor „schwarze Null“). An unserer insgesamt verhaltenen Einschätzung zur Industriekonjunktur im weiteren Verlauf von 2016 hat sich kaum etwas geändert. Der starke Jahresauftakt macht jedoch auch auf Branchenebene Anpassungen unserer Prognose nach oben erforderlich. Diese fallen in der Automobilindustrie, der Kunststoffindustrie sowie bei den Herstellern von Baustoffen besonders kräftig aus. [mehr]
Deutsche Industrieproduktion: Gutes erstes Quartal, aber kein stabiler Aufwärtstrend Seite 1 von 3 Aktueller Kommentar Deutsche Industrieproduktion: Gutes erstes Quartal, aber kein stabiler Aufwärtstrend 20. Mai 2016 Nach dem kräftigen Plus der Industrieproduktion im 1. Quartal 2016 haben wir unsere Prognose für das Gesamtjahr 2016 auf 1% angehoben (zuvor „schwarze Null“). An unserer insgesamt verhaltenen Einschätzung zur Industriekonjunktur im weiteren Verlauf von 2016 hat sich kaum etwas geändert. Der starke Jahresauftakt macht jedoch auch auf Branchenebene Anpassungen unserer Prognose nach oben erforderlich. Diese fallen in der Automobilindustrie, der Kunststoffindustrie sowie bei den Herstellern von Baustoffen besonders kräftig aus. Im 1. Quartal 2016 lag die reale Produktion des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland in saisonbereinigter Betrachtung um 2% über dem Niveau des 4. Quartals 2015. Dies war der erste Anstieg seit dem 2. Quartal 2015 und zugleich der stärkste Zuwachs auf Quartalsebene seit Ende 2010. Gleich im Januar nahm die Industrieproduktion überraschend stark gegenüber dem Wert von Dezember 2015 zu (+3%). Es folgten zwei Monate mit sinkender Produktionstätigkeit, sodass sich trotz des im Quartalsvergleich guten Ergebnisses nach wie vor kein stabiler Aufwärtstrend zeigt. Auch bei den Aufträgen setzt sich auf Monatsebene das Muster vieler Aufs und Abs fort. Im 1. Quartal 2016 übertrafen die gesamten Bestellungen den Wert des Vorquartals um real 0,6%. Auf Quartalsebene war dies immerhin der zweite Anstieg in Folge. Wir erwarten, dass es im Durchschnitt des 2. Quartals 2016 bei der inländischen Industrieproduktion gegenüber dem sehr starken Vorquartal zu einer Korrektur nach unten kommt. Ferner wird die Industriekonjunktur nach unserer Prognose im gesamten weiteren Verlauf von 2016 wenig dynamisch bleiben; auf Monatsebene dürfte die Volatilität hoch bleiben. Für unseren moderaten Ausblick spricht, dass die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe zu Beginn des 2. Quartals 2016 gesunken ist. Ferner liegen die Geschäfts- und Exporterwartungen der Industrie aktuell im negativen Bereich. Hierin dürften sich die bescheidenen Wachstumsaussichten für die Investitionstätigkeit sowie den Welthandel widerspiegeln. Aufgrund der guten berichteten Ergebnisse des 1. Quartals haben wir unsere Prognose für die reale Industrieproduktion in Deutschland jedoch auf real 1% angehoben; zuvor hatten wir für 2016 mit einer „schwarzen Null“ gerechnet. Aufwärtsrevision der Prognose in einigen Industriesektoren Das Muster einer insgesamt positiven Produktionstätigkeit im 1. Quartal 2016 zeigt sich auch in einzelnen Industriesektoren. Besonders stark ist dies in der Automobilindustrie ausgeprägt, wo die inländische Fertigung im genannten Zeitraum um real gut 5% über dem Niveau des Vorquartals lag (nach -2,4% gg. Vq. im 4. Quartal 2015). Robuste Zuwächse verzeichneten ferner die Kunststoffindustrie (+4,5% gg. Vq.), die Hersteller von Baustoffen (u.a. wegen der witterungsbedingt guten Baukonjunktur, +3,3%) sowie die Pharmabranche (+2,8%). Etwas geringer, aber immer noch merklich fiel das Wachstum im 1. Quartal 2016 in der Chemieindustrie (+1,9%), in der gesamten Metallindustrie (+1,7%), der Elektrotechnik (+1,5%) sowie im Maschinenbau (+1,1%) aus. Auf Monatsebene waren dabei in einzelnen Branchen zum Teil sehr starke Ausschläge in beide Richtungen zu beobachten. Hier wird deutlich, dass auch in den Industriesektoren – trotz des guten Starts ins neue Jahr – kein eindeutiger Aufwärtstrend auszumachen ist. Letztlich hat sich an unserer insgesamt verhaltenen Einschätzung zur Industriekonjunktur im Jahr 2016 kaum etwas geändert. Der starke Jahresauftakt macht jedoch auch auf Branchenebene Anpassungen unserer Prognose nach oben erforderlich. Für die Automobilindustrie erwarten wir nun ein Wachstum von real 2,5% im Aktueller Kommentar Seite 2 von 3 Gesamtjahr (zuvor +0,5%). Kräftige Revisionen nehmen wir in der Kunststoff- und der Baustoffindustrie vor. Hier halten wir nun jeweils ein Produktionsplus von 3% für möglich (zuvor Stagnation und -1%). In der Elektrotechnik heben wir unsere Prognose „nur“ um 1%-Punkt an, in der Chemieindustrie und im Maschinenbau um 0,5%- Punkte. Unter dem Strich dürfte es hinsichtlich der Industrieproduktion im Gesamtjahr 2016 damit keine wesentlichen Ausreißer nach oben oder unten geben. Das von uns erwartete Fertigungswachstum von 1% würde in etwa dem Ergebnis des Jahres 2015 entsprechen, aber erneut unter dem wahrscheinlichen BIP-Zuwachs bleiben.             Autor: Eric Heymann (+49) 69 910-31730 mehr zum Research-Bereich Branchen und Ressourcen Aktuelle Kommentare - Archiv     © Copyright 2016. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Aktueller Kommentar Seite 3 von 3 Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations-zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste-henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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