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10. November 2015
Die Industrieproduktion in Deutschland dürfte 2015 real um rd. 0,5% steigen. Für 2016 rechnen wir in etwa mit einer „schwarzen Null“. Damit würde sich die seit 2012 anhaltende Phase mit relativ geringen konjunkturellen Ausschlägen bei der Industrieproduktion fortsetzen. Die in den letzten Monaten recht stabile Entwicklung der Erzeugerpreise spricht ebenfalls für eine ruhige Industriekonjunktur. Unsere Prognose zur Industrieproduktion impliziert, dass der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung 2015 und 2016 sinkt. [mehr]
Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation Aktuelle Themen Branchen Die Industrieproduktion in Deutschland dürfte 2015 real um rd. 0,5% steigen. Für 2016 rechnen wir in etwa mit einer „schwarzen Null“. Damit würde sich die seit 2012 anhaltende Phase mit relativ geringen konjunkturellen Ausschlägen bei der Industrieproduktion fortsetzen. Die in den letzten Monaten recht stabile Entwicklung der Erzeugerpreise spricht ebenfalls für eine ruhige Industriekon- junktur. Unsere Prognose zur Industrieproduktion impliziert, dass der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung 2015 und 2016 sinkt. Die geringe Wachstumsdynamik der deutschen Industrie ist enttäuschend, denn viele gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen sind derzeit günstig. Dies be- trifft das niedrige Zinsniveau, die aktuelle Bewertung des Euro sowie die niedri- gen Rohstoffpreise. Zwar ist hinsichtlich der Exporte zu erkennen, dass die Schwäche des Euro die Ausfuhren in die USA und ins Vereinigte Königreich stützen. In Summe würde man jedoch erwarten, dass diese Faktoren stärker stimulierend wirken. Auf Branchenebene werden viele der großen deutschen Industriezweige nach unserer aktuellen Prognose ihre Fertigung nicht oder allenfalls marginal auswei- ten. So rechnen wir für die Automobilindustrie mit einem Produktionsplus von 0,5% im Jahr 2016. In der Metallindustrie (Metallerzeugung und Metallerzeug- nisse) ist im Durchschnitt ebenfalls ein kleines Plus möglich. Im Maschinenbau und der Elektrotechnik halten wir Stagnation für wahrscheinlich. In der Chemie- industrie könnte die Fertigung im Inland 2016 weiter sinken. Für die Pharma- und die Kunststoffindustrie erwarten wir jeweils ein Produktionswachstum von 1%. Auffällig ist nach wie vor, dass sich die Industrie mit Investitionen in Deutsch- land zurückhält, wohingegen die Dienstleistungen investitionsfreudiger sind. Das reale Nettoanlagevermögen der Industrie lag 2013 (neuere Werte nicht verfügbar) leicht unter dem Niveau von 1995. Dies ist insofern besorgniserre- gend, als im realen Nettoanlagevermögen auch die aktivierten F&E- Aufwendungen der Unternehmen enthalten sind. Ohne ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung, neue Produkte und Produktionstechnologien fällt es grundsätzlich schwerer, die Produktivität zu steigern und im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dies betrifft in vie- len Fällen den Standort Deutschland mehr als die deutschen Unternehmen. Denn Letztere erhöhen durchaus ihre Investitionen im Ausland und bauen dort zunehmend auch F&E-Einrichtungen auf. Gerade für den Hochlohnstandort Deutschland wären jene Investitionen in den heimischen Kapitalstock notwen- dig, die dazu beitragen, die Produktivität der Unternehmen dauerhaft zu stei- gern, die Produktion weiter zu automatisieren und zu flexibilisieren sowie mit Zulieferern und Abnehmern enger zu verzahnen (Stichwort: Industrie 4.0). Autor en Josef Auer +49 69 910-31878 josef.auer@db.com Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Editor Lars Slomka Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann 10. November 2015 Deutsche Industrie : 2016 kaum mehr als Stagnation Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 2 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Gesamtwirtschaftliches Umfeld: Konsum wichtigste Konjunktur- stütze – Investitionen und Exporte 2016 weniger dynamisch Das Wirtschaftswachstum in Deutschland dürfte 2015 und 2016 über dem lang- fristigen Durchschnitt liegen. Trotz vielfältiger wirtschaftlicher und geopolitischer Risiken in und außerhalb Europas rechnen wir für 2015 mit einem realen BIP- Zuwachs um 1,7% (2014: +1,6%). 2016 könnte das BIP sogar um 1,9% expan- dieren. Im Gegensatz zu vielen früheren Konjunkturzyklen ist dabei in beiden Jahren der private Verbrauch die wesentliche Konjunkturstütze. Er dürfte 2015 um real 2% und 2016 um 1,8% steigen und damit im Durchschnitt annähernd doppelt so stark zulegen wie im langfristigen Vergleich. Impulse gehen dabei vom Arbeitsmarkt aus, der durch eine hohe Beschäftigung und niedrige Arbeits- losigkeit geprägt ist. Hinzu kommen Lohnerhöhungen, die über dem langfristi- gen Durchschnitt liegen. Darüber hinaus resultieren reale Einkommenszuwäch- se aus den niedrigen Mobilitäts- und Energiepreisen, wobei hier 2016 kein zu- sätzlicher Impuls zu erwarten ist, d.h. die betreffenden Preise dürften nicht wei- ter sinken. Auch die hohe Netto-Zuwanderung nach Deutschland trägt zum kräf- tigen Wachstum des privaten Verbrauchs bei. Die realen Anlageinvestitionen werden 2015 und 2016 zwar auch zum BIP- Wachstum beitragen. Die Dynamik bleibt jedoch nur verhalten. Die Kapazitäts- auslastung ist in vielen Branchen in Deutschland und (noch ausgeprägter) in vielen anderen EWU-Staaten noch immer niedrig. Daher agieren die Unterneh- men bei Erweiterungsinvestitionen vorsichtig. 2016 dürften die Ausrüstungsin- vestitionen in Deutschland nur um real 2% wachsen (2015: +4,3%). Bei den Bauinvestitionen ist dagegen eine Beschleunigung wahrscheinlich (2016: +2,4% gegenüber +1,5% im Jahr 2015). Etwas besser als in den letzten drei Jahren wird sich nach unserer aktuellen Prognose 2015 und 2016 der Außenhandel entwickeln. Der im langfristigen Vergleich relativ schwache Euro und die allmäh- liche wirtschaftliche Erholung in der Eurozone sind dabei stützende Faktoren. Die gesamten deutschen Warenausfuhren lagen in den ersten acht Monaten von 2015 nominal um 8% über dem entsprechenden Vorjahresniveau, wobei die Abwertung des Euro gegenüber den Währungen wichtiger Handelspartner eine Rolle gespielt hat. Insgesamt ist jedoch eine divergierende Entwicklung zu beo- bachten. So steigt das Handelsvolumen mit wichtigen europäischen und einigen außereuropäischen Partnerländern 2015 spürbar an; dies gilt im laufenden Jahr vor allem für den Handel mit den USA. Allerdings bekommen die deutschen Exporteure das geringere Wachstum bzw. die Rezession in einigen Schwellen- ländern zu spüren (China, Russland, Brasilien); so dürften die Ausfuhren in die- se Staaten im laufenden Jahr sinken – im Falle von Russland sogar deutlich. Im nächsten Jahr ist nicht mit einer raschen Erholung zu rechnen, und die Ausfuh- ren in die USA werden (auf hohem Niveau) deutlich langsamer wachsen als 2015. Alles in allem wird die deutsche Konjunktur 2015 und 2016 also überwiegend von der Binnenkonjunktur getragen. Investitionen und Exporte dürften 2016 schwächer expandieren als 2015. Für die exportintensive Industrie in Deutsch- land mit ihrem Fokus auf Investitionsgüter sind dies – trotz des überdurch- schnittlichen deutschen BIP-Wachstums – nicht die besten Vorzeichen. Verarbeitendes Gewerbe: 2016 „schwarze Null“ wahrscheinlich Die wirtschaftliche Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes (Industrie) in Deutschland folgte in den letzten Monaten keinem einheitlichen Trend. Dies gilt für vielerlei Indikatoren. So lag die Produktion im 3. Quartal 2015 saison- und preisbereinigt um 0,5% unter dem Niveau des 2. Quartals, während in den bei- den Quartalen zuvor ein Wachstum von 0,3% bzw. 0,2% gg. Vq. zu verzeichnen Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg. Vj. 2 20142015P2016P BIP 1,61,71,9 Privater Konsum 0,92,01,8 Staatsausgaben 1,71,80,4 Anlageinvestitionen 3,52,61,9 Ausrüstungen 4,54,32,0 Bau 2,91,52,4 Lager, %-Punkte -0,3-0,6-0,1 Exporte 4,05,74,2 Importe 3,75,93,8 Nettoexport, %-Punkte 0,40,40,3 Konsumentenpreise 0,90,31,3 Arbeitslosenquote, % 6,76,46,6 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research 40 45 50 55 60 11 12 13 14 15 US CN EWU JP Stimmung vor allem in den USA zuletzt wieder gedämpft 1 Einkaufsmanagerindex, saisonbereinigt Quellen: ISM, Markit, Nationale chinesische Statistikbehörde - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 50 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Verarbeitendes Gewerbe, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Erwartungen zuletzt leicht verbessert 3 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 3 | 10. November 2015 Aktuelle Themen war. Zugleich ist die Industrieproduktion auf Monatsebene im bisherigen Jah- resverlauf von vielen Aufs und Abs geprägt. In Summe konnten die Industrie- unternehmen in den ersten neun Monaten von 2015 ihre Produktion um real 0,7% gg. Vj. erhöhen. Etwas weniger schwankungsintensiv entwickelten sich (zumindest 2015) die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe: Sie tendierten im Verlauf des 1. Halbjahres relativ stetig nach oben, gaben allerdings in den letzten drei Mo- naten wieder deutlich nach. Im 3. Quartal lagen sie um real 2,8% unter dem Niveau des Vorquartals. Im Vorjahresvergleich ist in den ersten neun Monaten jedoch noch ein Plus von 1,4% zu verzeichnen, wobei bei Inlands- und Aus- landsaufträgen der Zuwachs gleich hoch ausfällt. Die vom ifo Institut erhobenen Geschäftserwartungen der Industrie stiegen am aktuellen Rand zwei Monate in Folge; dies ist scheinbar ein optimistisches Sig- nal. Nach einem detaillierten Blick auf die einzelnen Industriebranchen weicht der Optimismus jedoch eher Ernüchterung. Denn der Zuwachs der Geschäfts- erwartungen im letzten Monat ist fast ausschließlich auf einen (überraschend starken) Anstieg dieses Frühindikators in der Automobilindustrie zurückzufüh- ren. In fast allen anderen großen Industriebranchen rutschten die Geschäfts- erwartungen (weiter) nach unten. Und die aktuelle Krise bei der Volkswagen AG könnte in den Oktoberzahlen stärker durchschlagen. Die Kapazitätsauslastung in der Industrie stieg zu Beginn des 4. Quartals leicht an, nachdem sie zuvor zwei Quartale in Folge gesunken war. Die deutsche Industrieproduktion wird im 4. Quartal 2015 nach unserer Progno- se gegenüber dem Vorquartal erneut sinken. Im Gesamtjahr 2015 dürfte das reale Produktionswachstum dann in etwa 0,5% betragen; dies bedeutet eine Revision unserer Prognose nach unten (von zuvor +1%). Für 2016 rechnen wir mit einem flachen, allenfalls leicht aufwärts gerichteten Verlauf der Industriepro- duktion. Daraus würde im Gesamtjahr in etwa eine „schwarze Null“ resultieren. Letztlich setzte sich damit die seit 2012 anhaltende Phase mit relativ geringen konjunkturellen Ausschlägen bei der Industrieproduktion fort. Die in den letzten Monaten recht stabile Entwicklung der Erzeugerpreise spricht ebenfalls für eine ruhige Industriekonjunktur. Unsere Prognose zur Industrieproduktion impliziert, dass der Anteil des Verar- beitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung 2015 und 2016 sinkt. Zwar hat sich die deutsche Industrie in den letzten Jahren im internationalen Wettbewerb sehr gut behauptet. Aber eine gesamtwirtschaftliche Renaissance der Industrie ist kurzfristig nicht wahrscheinlich. Es ist zudem angezeigt, dass von uns prognostizierte geringe Wachstum der Industrieproduktion in den Jahren 2015 und 2016 hinsichtlich einiger über- geordneter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen einzuordnen: So ist das (glo- bale) Zinsniveau anhaltend niedrig. Ferner müssten die gesunkenen Energie- und Rohstoffpreise sowie die günstige Bewertung des Euro eigentlich wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Wirtschaft wirken. Gemessen an diesen expansiven Faktoren fällt die Dynamik der Produktionstätigkeit in Deutschland enttäuschend aus. Hinzu kommt, dass die skizzierten günstigen Rahmenbedin- gungen die Unternehmen durchaus dazu verleiten könnten, weniger Ressour- cen für die Steigrung der eigenen Produktivität einzusetzen. Frei nach dem frü- heren Wirtschaftsminister Karl Schiller könnte man feststellen, dass die Pferde (sprich: die Industrieunternehmen) zwar dank der stimulierenden gesamtwirt- schaftlichen Faktoren bereits zur Tränke geführt worden sind, sie aber dennoch nur wenig Verlangen haben, nun auch zu „saufen“. -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 11 12 13 14 15 … zur Entw. der Geschäftstätigkeit … zur Entw. der Beschäftigung … zur Entw. der Produktionstätigkeit … zur Entw. der Exporttätigkeit Stimmungsindikatoren in der deutschen Industrie erholen sich leicht 4 Erwartungen der Unternehmen, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut 95 105 115 125 11 12 13 14 15 Inland Ausland Insgesamt Auslandsaufträge zuletzt deutlich rückläufig 5 Verarbeitendes Gewerbe, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt 100 105 110 115 11 12 13 14 15 16 Verarbeitendes Gewerbe, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 2016 nur sehr flacher Aufwärtstrend 6 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 4 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Automobilindustrie: 2016 mit deutlichen Bremsspuren Die Automobilindustrie in Deutschland konnte in den ersten neun Monaten von 2015 die Produktion um real 2,5% gg. Vj. steigern (2014: +4,3%). Die Aufträge übertrafen den Wert von 2014 sogar um gut 3%, wobei die Inlandsaufträge et- was besser abschnitten als die Bestellungen aus dem Ausland. Beide Indikato- ren sind in den letzten Monaten recht volatil. Trotz des guten Ergebnisses im Vorjahresvergleich ist hier jeweils kein stabiler Aufwärtstrend auszumachen. Deutliche Impulse erfährt die deutsche Automobilindustrie 2015 von der Aus- landsnachfrage. Die gesamten wertmäßigen Ausfuhren der Branche (inklusive Kfz-Zulieferer) lagen von Januar bis August 2015 nominal um knapp 12% über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Die Exporte in die USA (+25,5% gg. Vj.) und ins Vereinigte Königreich (+21,3%) expandierten besonders kräftig. Die Abwertung des Euro gegenüber US-Dollar und britischem Pfund hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Darüber hinaus machte sich die zum Teil kräftige Bele- bung der Automobilnachfrage in wichtigen Ländern der Eurozone (z.B. Spanien und Italien) sowie in Osteuropa positiv bemerkbar, denn die deutsche Automo- bilindustrie konnte ihre Ausfuhren auch in diese Staaten erhöhen. Rückläufig waren im bisherigen Jahresverlauf dagegen die Exporte nach Russland (-38%) und China (-10%). Die Rezession in Russland belastet auch den lokalen Auto- markt. Hinzu kommen die Wirtschaftssanktionen der EU gegenüber Russland. In China hat sich die Automobilnachfrage in den letzten Monaten abgekühlt, nachdem sie in den Jahren zuvor stets sehr kräftig gewachsen war. Darüber hinaus wird die chinesische Nachfrage nach Fahrzeugen, Teilen und Kompo- nenten deutscher Unternehmen immer mehr aus Produktionsstätten vor Ort bedient. Die Inlandsnachfrage stützt 2015 das Produktionsergebnis der Bran- che: Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland dürften 2015 um rd. 5% steigen. 2016 bleibt die Auslandsnachfrage für die exportintensive Automobilindustrie sehr bedeutsam. Die Belebung der Autonachfrage in Westeuropa dürfte sich fortsetzen, jedoch bei geringerem Tempo als 2015. In den USA ist im nächsten Jahr mit einer Beruhigung der Autokonjunktur auf hohem Niveau zu rechnen. Wir erwarten zwar, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter abwertet. Die nominalen Ausfuhren in die USA dürften 2016 aber nur noch leicht zuneh- men. Im chinesischen Automarkt ist 2016 eine einstellige Wachstumsrate wahr- scheinlich. Die Lokalisierung der Produktion schreitet jedoch voran. Dies dämpft die konjunkturellen Auswirkungen auf die Produktion in Deutschland. Die Pkw- Neuzulassungen in Deutschland dürften angesichts des günstigen Konsumkli- mas 2016 erneut steigen. Mit einem Plus von etwa 2% würde sich das Tempo gegenüber 2015 allerdings verlangsamen. Die aktuelle Affäre um den Einbau einer Manipulationssoftware bei Diesel-Pkw der Volkswagen AG dürfte 2016 dämpfend auf die Nachfrage nach Autos mit dieser Motorentechnologie wirken. Allerdings schätzen wir den Effekt auf die gesamte Automobilindustrie in Deutschland als relativ gering ein. So rechnen wir mit Substitutionseffekten zwischen einzelnen Herstellern. Ferner ist Europa global der einzige große Diesel-Markt. Allerdings wird die Diesel-Technologie nun stärker in den Fokus der Politik rücken. Die geplanten strengeren Anforde- rungen an die Schadstoffemissionen führen zu höheren Kosten für die Herstel- ler. Und die Bemühungen der deutschen Autoindustrie, den Diesel-Antrieb stär- ker in den USA (oder anderen Märkten) zu etablieren, erfahren einen Rück- schlag. Interessant ist, dass die Geschäftserwartungen der Branche im ersten Monat nach Bekanntwerden der Affäre deutlich gestiegen sind. Die Export- erwartungen gaben jedoch weiter nach und rutschten in den negativen Bereich. Insgesamt rechnen wir für die deutsche Automobilindustrie im Jahr 2015 mit einem Produktionsplus von real 2,5%. 2016 ist wegen der global etwas schwä- cheren Autonachfrage ein Zuwachs von nur nur 0,5% wahrscheinlich. 90 100 110 120 130 140 11 12 13 14 15 Inland Ausland Automobilindustrie, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt Starker Rückgang der Auslandsaufträge 7 - 60 - 40 - 20 0 20 40 60 80 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Automobilindustrie, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Lage besser als Erwartungen 8 100 110 120 130 140 11 12 13 14 15 16 +13,1% +1,2% + 4,3% +2,5% - 0,4% +0,5% Nachfrage impulse fallen geringer aus 9 Automobilindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 5 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Maschinenbau: Aussichten weiterhin recht verhalten Der Maschinenbau startete mit einem Fertigungsüberhang ins Jahr 2015. Da sich dann aber, anders als zu Jahresbeginn noch erwartet, bedeutende globa- len Konflikte – nicht zuletzt der zwischen Russland und der Ukraine – keines- wegs nachhaltig beruhigten und zudem die Wachstumseintrübung in China auch die dortige Nachfrage nach deutschen Maschinen dämpfte, blieb das Aus- landsgeschäft hinter den Anfangs des Jahres eigentlich noch optimistischen Erwartungen zurück. Selbst das US-Geschäft der deutschen Maschinenbauer, das nicht zuletzt die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar begünstig- te, konnte die Schwäche in anderen Absatzregionen nicht vollständig kompen- sieren. Aktuell rechnen wir bis Jahresende 2015 mit keiner spürbaren Ferti- gungsbelebung. Deshalb dürfte die Maschinenbauproduktion um real 1,5% un- ter Vorjahr bleiben; bislang hatten wir mit einer Stagnation gerechnet. Die Aussichten des Maschinenbaus für 2016 sind nur wenig besser als im laufenden Jahr. Wir rechnen 2016 bestenfalls mit einem Nullwachstum der Fer- tigung; das entspricht fast dem Durchschnitt im Verarbeitenden Gewerbe. Damit wird 2016 für den bis dato als besonders schwankungsfreudig geltenden Ma- schinenbau das fünfte Jahr in Folge einer in den letzten Dekaden beispiellosen Stagnationsphase mit allenfalls geringfügigen Abweichungen. 2016 werden die Impulse vom Inlandsgeschäft für die heimische Maschinenbaukonjunktur verhal- ten ausfallen. Wichtige Industriekunden wie die heimische Automobilindustrie liegen allenfalls marginal im Plus. Die deutsche Bauwirtschaft kann dagegen im kommenden Jahr erneut mit Fertigungszuwachs rechnen. Für Investitionen in neue Maschinen bleibt das Zinsumfeld in Deutschland und auch im Euroraum günstig, was Finanzierungen grundsätzlich erleichtert. Das Exportgeschäft des deutschen Maschinenbaus dürfte 2016 recht unter- schiedlich verlaufen: Günstig sollte sich der US-Absatz trotz der dort anstehen- den Zinswende entwickeln, da die für Maschinenbauinvestitionen relevanten Industriebranchen zum fortgesetzten Wirtschaftswachstum beitragen. Eine Auf- wertung des US-Dollars, nicht zuletzt infolge einer unterschiedlichen Zinsent- wicklung in Euroland und den USA, würde die US-Nachfrage nach deutschen und europäischen Maschinen zusätzlich stützen. Aus Sicht des Maschinenbaus positiv zu bewerten ist auch die erwartete Entwicklung der globalen Rohstoff- preise, die 2016 vergleichsweise niedrig bleiben dürften. Ohne Zweifel belastet dies die rohstoffreichen Länder und mindert deren Maschineninvestitionen. Dem steht allerdings die Weltgemeinschaft gegenüber, für deren Konsumenten und Industriezweige niedrige Rohstoffpreise erhebliche Einsparungen darstellen, die wiederum für weitere Anschaffungen und Investitionen genutzt werden können. Mithin dürfte dies den deutschen Maschinenbauern „unter dem Strich“ positive Impulse geben. Ganz im Gegensatz dazu bleibt das Russlandgeschäft eine ernsthafte Belas- tung der deutschen Maschinenbauer. Sehr negativ wirken sich die niedrigen Rohstoffpreise und die verhängten Wirtschaftssanktionen aus; beides mindert Russlands Exporteinnahmen und schmälert auch die tatsächliche Nachfrage nach deutschen Maschinen. Eine große Herausforderung werden 2016 auch viele Schwellen- und Entwicklungsländer. Vielerorts ist der gesamtwirtschaftli- che Aufholprozess ins Stocken geraten; und 2016 dürfte noch keine Trendum- kehr bringen. Da aber die Schwellenländer erst wieder als Maschinennachfrager relevant werden, wenn die heimischen Auslastungsniveaus der Maschinenparks wieder steigen, sind 2016 wohl noch keine Impulse zu erwarten. Auf den ersten Blick scheint unsere Prognose einer 2016 stabilen deutschen Maschinenbaufertigung wenig berauschend zu sein. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen – insbesondere im Exportgeschäft – ist sie gleichwohl nicht ohne Risiko, damit gewagt und birgt eine Art Restrisiko. 90 100 110 120 130 11 12 13 14 15 Inland Ausland Aufträge volatil und ohne einheitliche Richtung 10 Maschinenbau, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt - 30 - 15 0 15 30 45 60 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Maschinenbau, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Erwartungen trüben sich weiterhin ein 11 105 115 125 11 12 13 14 15 16 - 1,5% +1,2% +13,7% - 1,6% +1,2% +/ - 0% Nach wie vor geringe Dynamik 12 Maschinenbau, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 6 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Elektroindustrie: gemischte Signale Die inländische Produktion in der Elektroindustrie startete von einem hohen Niveau ins Jahr 2015, tendierte im bisherigen Jahresverlauf jedoch nach unten. In den ersten neun Monaten von 2015 lag die Produktion nur noch um preisbe- reinigt 0,7% über dem entsprechenden Vorjahresniveau (Gesamtjahr 2014: +2,5%). Der Auftragseingang übertraf im gleichen Zeitraum den Wert des Vor- jahres um 2%. Dabei schnitten die Bestellungen aus dem Ausland (+5,9% gg. Vj.) deutlich besser ab als die Inlandsaufträge (-2,4%). Bedenklich ist jedoch, dass die Aufträge im Verlauf der letzten Monate tendenziell sanken. Die Ausfuhren der Elektroindustrie entwickelten sich 2015 ebenfalls positiv. So konnte der Teilbereich der Datenverarbeitungsgeräte, elektrischen und opti- schen Erzeugnisse (NACE-Code 26) seine wertmäßigen Exporte von Januar bis August 2015 um nominal 9,6% gg. Vj. steigern. Dabei ragt der Exportzuwachs in die USA (+20% gg. Vj.) heraus, wobei der schwache Euro stützend gewirkt hat; die USA sind der wichtigste Exportmarkt der genannten Sparte. Bei den elektrischen Ausrüstungen (NACE-Code 27), dem zweiten Teilbereich der Elekt- roindustrie, lagen die Ausfuhren im bisherigen Jahresverlauf nominal um 4% über dem entsprechenden Wert von 2014. Unter den großen Exportmärkten verzeichneten auch hier die USA die höchste Dynamik (+15,9% gg. Vj.). Die Exporte nach Russland brachen in beiden Sparten weiter spürbar ein. Beim Ausblick auf die restlichen Monate von 2015 und das Jahr 2016 fällt zu- nächst positiv ins Gewicht, dass die Geschäftserwartungen der Elektroindustrie deutlich und recht stabil im positiven Bereich liegen; dies unterscheidet sie der- zeit von vielen anderen Industriebranchen. Ferner ist die Kapazitätsauslastung zu Beginn des 4. Quartals leicht gestiegen. Die im Verlauf zuletzt rückläufige Entwicklung von Produktion und Aufträgen sowie die etwas gedämpften Export- aussichten für 2016 mahnen jedoch zur Vorsicht. Insgesamt rechnen wir damit, dass die Produktion im 4. Quartal 2015 leicht unter dem Niveau des 3. Quartals liegen wird. In Summe würde daraus 2015 ein Produktionsplus von real 0,5% resultieren. Unter den großen Sparten innerhalb der Elektrotechnik dürfte die Herstellung von Kabeln und elektrischem Installationsmaterial 2015 am schlechtesten abschneiden; hier unterschritt die Produktion in den ersten neun Monaten von 2015 das Vorjahresniveau um real 5,9%. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse wird dagegen die Herstellung von Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnlichen Instrumenten erzielen; hier stieg die Fertigung bis dato um 8% gg. Vj. In Folge der von uns erwarteten eher schwachen Produktionsentwicklung im 4. Quartal würde die Elektroindustrie insgesamt mit einem statistischen Unter- hang ins Jahr 2016 starten. Wir rechnen zwar damit, dass die inländische Pro- duktion in der Branche im Verlauf von 2016 wieder leicht nach oben tendieren wird. In Summe dürfte dies jedoch „lediglich“ ausreichen, um diesen Unterhang auszugleichen. Daher halten wir für 2016 eine reale Stagnation der inländischen Fertigung in der Elektroindustrie für wahrscheinlich. Das gute Konsumklima in Deutschland spricht zwar dafür, dass sich die Produk- tion konsumnaher Erzeugnisse 2016 besser entwickelt als der Branchendurch- schnitt. In diesen Sparten (z.B. Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte) ist die Konkurrenz zu ausländischen Produktionsstätten bzw. Importen (v.a. aus Fern- ost) aber besonders stark ausgeprägt. Bei Investitionsgütern dürfte die Inlands- nachfrage nach klassischer Kraftwerkstechnik schwach bleiben. Kraftwerksbe- treiber sind bei Investitionen in Gas- und Kohlekraftwerke zurückhaltend, u.a. weil die Kapazitätsauslastung jener Kraftwerke durch den Ausbau und Einspeisevorrang der erneuerbaren Energien sinkt und der Markt derzeit von Überkapazitäten geprägt ist. Würde die staatliche Export- bzw. Investitionsfi- nanzierung (z.B. Exportkreditgarantien) bei klassischer Kraftwerkstechnologie 90 100 110 120 130 11 12 13 14 15 Inland Ausland Quelle: Statistisches Bundesamt Elektrotechnik, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Auslandsaufträge tendieren leicht nach oben 13 -40 -20 0 20 40 60 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Quelle: Ifo Institut Elektrotechnik, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Erwartungen noch stabil im positiven Bereich 14 100 105 110 115 11 12 13 14 15 16 +10,7% -2,1% -2,7% +2,5% +0,5% Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Elektrotechnik, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt +/- 0% Produktion dürfte 2016 stagnieren 15 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 7 | 10. November 2015 Aktuelle Themen (z.B. aufgrund einer politischen Schlechterstellung des Energieträgers Kohle) zurückgefahren, erschwerte dies die Produktion jener Produkte in Deutschland. Metallindustrie: nur geringe Dynamik Metallerzeugung: erst 2016 wieder leichter Zuwachs möglich Die deutsche Metallindustrie startete ins Jahr 2015 mit einem Fertigungsüber- hang und der Erwartung einer allmählich sich bessernden Gesamt- und damit auch Branchenkonjunktur. Nach der Jahresmitte haben sich die Erwartungen merklich abgekühlt und rangieren aktuell im negativen Bereich. Diese Kehrt- wende ist auf eine Fülle von Einflussfaktoren zurückzuführen. Eine erhebliche Rolle spielte, dass wichtige Industriekunden im Inland wie die Elektrotechnik und der Maschinenbau ebenfalls hinter den Anfang 2015 noch günstigen Erwartungen zurückblieben und ihre Produktion im laufenden Jahr nur stagniert bzw. sogar leicht nachgeben wird. Hinzu kam die nach wie vor nur verhaltende Konjunkturerholung in Europa, dem mit einem Anteil von drei Vierteln mengen- mäßig größten ausländischen Absatzgebiet der metallerzeugenden Unterneh- men. Da bis Ende 2015 keine Fertigungsbelebung zu erwarten ist, dürfte die Metallerzeugung im laufenden Jahr per Saldo nur stagnieren. Für 2016 sind die Aussichten der deutschen Metallerzeugung allenfalls ein we- nig besser. Unter dem Strich erwarten wir einen Produktionszuwachs um 1%. Im Inland werden wichtige Industriekunden wie die Elektrotechnik, der Maschi- nenbau und die Automobilindustrie zwar nur stagnieren oder marginal expandie- ren; sie fallen als Impulsgeber also weitgehend aus. Aber der Bausektor stimmt optimistischer, da er weiter zulegt; und dies nicht nur aufgrund der in den letzten Monaten starken Netto-Zuwanderung nach Deutschland und des damit einher- gehenden Wohnraumbedarfs. Der Exportnachfrage kommt die konjunkturelle Festigung in wichtigen europäischen Ländern zugute, also der Hauptabsatzre- gion der Metallerzeuger. Stabilisiert sich die Wirtschaft Chinas im kommenden Jahr, wie es von uns erwartet wird, dürften Chinas Stahlexporte in europäische Länder, die auch wichtige Kunden der deutschen Erzeuger sind, etwas abklin- gen und die Geschäftsaussichten der heimischen Produzenten verbessern. Da die Weltkonjunktur 2016 insgesamt recht verhalten bleibt, dürften die Preise der nach Deutschland importierten Eisen- und Nichteisenmetallerze relativ günstig bleiben. Daran ändert 2016 selbst eine moderate Euro-Abwertung gegenüber der global führenden Fakturierungswährung für Metalle, also dem US-Dollar, kaum etwas. Den Stahl- und anderen Metallerzeugern bringt dies eine Entlas- tung auf der Kostenseite. Metallerzeugnisse stagnieren 2016 Die Geschäftserwartungen der Produzenten von Metallerzeugnissen, die im ersten Halbjahr 2015 noch zeitweise im positiven Bereich rangierten, haben sich in der zweiten Jahreshälfte etwas eingetrübt. Dagegen beurteilen die Unter- nehmen die aktuelle Geschäftslage immer noch in etwa so günstig wie in den beiden Vorjahren. Alles deutet daraufhin, dass sich die Aufträge für Metaller- zeugnisse in den kommenden Monaten nicht besser als konstant auf heutigem Niveau entwickeln. Damit dürfte die Fertigung der Metallverarbeiter, die letztes Jahr um knapp 3% zulegte, 2015 in etwa auf Vorjahresniveau stagnieren. Für das kommende Jahr sind die Perspektiven der Hersteller von Metallerzeug- nissen insgesamt nicht besser als im laufenden Jahr. Konsumnahen Metallpro- dukten – von Haushaltserzeugnissen bis hin zu Werkzeugen – kommen zwar die günstige Realeinkommensentwicklung und auch die steigende Zahl der Zu- wanderer zugute, die zumindest eine Grundversorgung benötigen. Gleichzeitig 80 90 100 110 120 11 12 13 14 15 Inland Ausland Auslandsaufträge tendieren nach unten 16 Metallerzeugung und - bearbeitung, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt - 50 - 30 - 10 10 30 50 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Metallerzeugung und - bearbeitung, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Zuletzt auch Erwartungen negativ 17 95 100 105 110 11 12 13 14 15 16 +4,7% - 0,6% - 3,7% +/ - 0% +2,8% +1% Metallerzeugung und - bearbeitung, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Nach Stagnation 2015 leichtes Produktionsplus 2016 18 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 8 | 10. November 2015 Aktuelle Themen nimmt in diesen Segmenten aber auch über Importe die Konkurrenz ausländi- scher Anbieter zu, was die inländischen Produktionsperspektiven trübt. Indust- rienahe Metallerzeugnisse, wie Leichtmetallbauelemente für die Kfz-Industrie, haben es 2016 schwer angesichts der mangelnden Wachstumsaussichten der Abnehmerbranchen. Baunahe Metallerzeugnisse könnten aufgrund der weiter- hin relativ guten Baukonjunktur besser abschneiden als die anderen großen Produktgruppen der Metallverarbeitung. 2016 dürfte damit erneut ein Jahr mit stagnierender Metallverarbeitung werden. Chemieindustrie: Beginn einer strukturellen Schwäche? In der deutschen Chemieindustrie tendiert die inländische Produktion seit Jah- resbeginn nach unten – trotz einer leichten Erholung am aktuellen Rand. In der Folge lag die Fertigung in den ersten neun Monaten von 2015 um real 0,9% unter dem Vorjahreswert. 2014 sank die Produktion bereits um 1,3%. Bei den Aufträgen sah das Bild mit einem Minus von 0,8% gg. Vj. im bisherigen Jahres- verlauf ähnlich aus. Hier waren die Bestellungen aus dem Inland rückläufig spürbar (-3,7%), während die Auslandsaufträge um 1,4% zulegten. Wichtiger Impulsgeber war dabei die US-Nachfrage: Die wertmäßigen Ausfuhren in die USA nahmen von Januar bis August 2015 um 14% gg. Vj. zu. Rückläufig waren dagegen die Exporte in bedeutende westeuropäische Absatzmärkte, etwa nach Frankreich (-3% gg. Vj.) oder in die Niederlande (-10%). Wichtige Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich die Produktion in der chemischen Industrie in Deutschland auch in den nächsten Monaten eher schwach entwickelt. So rutschten die Geschäftserwartungen am aktuellen Rand in den negativen Bereich. Auch die Kapazitätsauslastung der Branche gab zu Beginn des 4. Quartals deutlich nach und liegt nun spürbar unter dem Durch- schnitt der laufenden Dekade. Insgesamt rechnen wir damit, dass die Produkti- on im 4 Quartal gegenüber dem 3. Quartal leicht sinken wird. Daraus würde in etwa ein Produktionsminus von real 1% im Gesamtjahr 2015 resultieren. Damit hielte die bereits seit 2011 anhaltende Schwächephase in der deutschen Che- mieindustrie an. Die insgesamt schwache Chemiekonjunktur spiegelt sich auch in der Entwicklung der Erzeugerpreise. Sie liegen seit Beginn des 2. Quartals 2013 in jedem einzelnen Monat unter dem entsprechenden Vorjahresniveau. Die realen Umsätze dürften 2015 etwas besser abschneiden als die inländische Produktion. Von Januar bis September 2015 übertrafen die Umsätze den Wert von 2014 um 0,1%. Insgesamt entwickeln sich schon seit Anfang 2014 die Um- sätze in der deutschen Chemieindustrie besser als die Produktion. Die chemische Industrie in Deutschland dürfte mit einem statistischen Unter- hang ins Jahr 2016 starten. Wir erwarten, dass die Produktion im Winterhalbjahr in etwa seitwärts tendiert und sich anschließend wieder leicht erholt. Aufgrund des genannten Unterhangs dürfte die Produktion im Gesamtjahr 2016 jedoch erneut sinken, und zwar um real 0,5%. Mehrere Faktoren sprechen gegen eine höhere Dynamik. Zum einen fallen die Impulse von Seiten der Auslandsnach- frage nach unserer Prognose 2016 schwächer aus als 2015. Zudem wird die Chemieindustrie in Deutschland von der Herstellung von chemischen Grundstof- fen dominiert; die Sparte kam 2014 auf einen Umsatzanteil von gut 61%. In diesem Bereich wächst jedoch die Konkurrenz zu Chemiefabriken im Ausland (z.B. im arabischen Raum), die hinsichtlich einiger Standortfaktoren (z.B. Ener- giepolitik, Steuerbelastung) besser positioniert sind als Deutschland. Gleichwohl bieten lokale und regionale Produktionsverbünde in der Chemieindustrie einen gewissen Schutz gegenüber den (neuen) ausländischen Wettbewerbern. Mittelfristig bereitet Sorge, dass sich die Chemieindustrie seit vielen Jahren mit Investitionen in Deutschland zurückhält. So sind die nominalen Nettoanlagein- vestitionen der Branche seit 2003 in jedem Jahr negativ. Das reale Nettoanla- gevermögen (inklusive aktivierter F&E-Aufwendungen) schrumpfte zwischen 105 110 115 120 11 12 13 14 15 16 +11,7% +1,1% -1,5% +/-0% +2,8% Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Metallerzeugnisse, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt +/-0% Stagnationsphase hält in etwa an 19 80 90 100 110 11 12 13 14 15 Inland Ausland Chemieindustrie, realer Auftragseingang, 2010=100, saisonbereinigt Quelle: Statistisches Bundesamt Inlandsaufträge tendieren nach unten 20 - 20 0 20 40 60 80 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Chemieindustrie, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Erwartungen verschlechtern sich 21 90 95 100 105 110 11 12 13 14 15 16 - 1% +1% +0,5% - 2,8% - 1,3% Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research - 0,5% Chemieindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Produktion dürfte weiterhin sinken 22 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 9 | 10. November 2015 Aktuelle Themen 2002 und 2013 um über 11%. Diese Investitionszurückhaltung könnte in den nächsten Jahren auch das Produktionsergebnis in Deutschland negativ beein- flussen. Insofern ist die Frage gerechtfertigt, ob sich die Chemieindustrie hin- sichtlich der inländischen Produktionstätigkeit nicht bereits am Beginn einer strukturellen Schwächephase befindet. Pharmaindustrie: Dynamik 2015 hoch – Wachstum 2016 geringer Die Pharmabranche zählte in den letzten Jahren zu den wachstumsstarken deutschen Industriezweigen. In den Jahren 2013 und 2014 nahm die Fertigung preisbereinigt um jeweils mehr als 5% zu. Diese positive Entwicklung setzte sich in den ersten neun Monaten von 2015 fort. In diesem Zeitraum übertraf die in- ländische Fertigung das Vorjahresniveau um 4,8%. Das Auslandsgeschäft ist für den anhaltenden Aufschwung der Pharmaindustrie ein wesentlicher Treiber. So stiegen die wertmäßigen Ausfuhren bis dato nominal um fast 14,5% gg. Vj. an. Im Gesamtjahr 2015 sollte die Pharmaproduktion in Deutschland um 4% stei- gen; dies wäre das stärkste Wachstum aller großen Industriebranchen. Auch im nächsten Jahr dürfte sich der Aufwärtstrend fortsetzen. Allerdings rechnen wir mit einem geringeren Zuwachs von etwa 1%. Dafür spricht, dass sich die Auf- tragseingänge in den letzten Monaten seitwärts entwickelt haben – bei hoher Volatilität. Dies gilt vor allem für die Auslandsaufträge, die in den ersten neun Monaten von 2015 „nur“ um real 0,2% über dem Vorjahreswert lagen. Auch das Geschäftsklima in der Pharmaindustrie hat sich zuletzt verschlechtert. Zwar wird die aktuelle Lage von den Unternehmen weit überwiegend als positiv ein- geschätzt. Allerdings sanken die Geschäftserwartungen der Branche zuletzt drei Monate in Folge. Die Erzeugerpreise für pharmazeutische Produkte befinden sich aktuell auf einem im langfristigen Vergleich niedrigen Niveau. Hier machen sich u.a. die Bemühungen der Gesundheitspolitik bemerkbar, die Ausgaben für Arzneimittel zu begrenzen. Gerade bei Medikamenten, die nicht mehr dem Pa- tentschutz unterliegen, nahm der Preisdruck in den letzten Jahren zu. Aus konjunktureller Sicht dürfte 2016 die medizinische Versorgung der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge für eine Mehrnachfrage nach Medika- menten sorgen; dies betrifft auch medizinische Vorsorgeleistungen (z.B. Impf- präparate). Strukturell wird die Pharmaindustrie dadurch begünstigt, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung sowohl in Deutschland als auch in praktisch allen wichtigen Absatzmärkten stetig steigt. Eine Herausforderung ist es, dauer- haft viele Nachwuchskräfte für die pharmazeutische Forschung zu rekrutieren. Das überdurchschnittlich hohe Gehaltsniveau in der Branche ist dabei hilfreich. Kunststoffindustrie: 2015 mit ordentlichem Wachstum Die Kunststoffindustrie ist eine der positiven Überraschungen des laufenden Jahres. Im Herbst des letzten Jahres waren wir recht pessimistisch gestimmt, weil die Produktion im 3. Quartal 2014 deutlich nach unten tendierte. Tatsäch- lich erholte sich die Branche jedoch noch Ende des letzten Jahres und im 1. Quartal 2015 sehr schnell, wenngleich seither ein weiterer Zuwachs der in- ländischen Fertigung ausblieb. Von Januar bis September 2015 lag die Produk- tion in Summe um real 1,7% über dem entsprechenden Vorjahresniveau (2014: +0,7%). Dabei schnitt die Sparte der Herstellung von Platten, Folien, Schläu- chen und Profilen aus Kunststoffen mit einem Plus von 4,1% gg. Vj. am besten ab, während Baubedarfsartikel im bisherigen Jahresverlauf ein Minus von 2,6% verzeichneten. Anders als in vielen anderen Industriebranchen spielt die Auslandsnachfrage für die rechte gute Konjunktur der Kunststoffindustrie aktuell nur eine untergeordne- te Rolle. Die nominalen Ausfuhren liegen im bisherigen Jahresverlauf „nur“ um -20 0 20 40 60 80 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Erwartungen systematisch schlechter eingeschätzt als Lage 23 Pharmaindustrie, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut 90 100 110 120 130 11 12 13 14 15 16 +4% +4,8% +5,3% - 2,4% +5,2% +1% Pharmaindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Produktion wächst weiter, wenn auch weniger rasant 24 - 20 0 20 40 60 11 12 13 14 15 Erwartungen Lage Kunststoffindustrie, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: Ifo Institut Lage und Erwartungen werden positiv eingeschätzt 25 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 10 | 10. November 2015 Aktuelle Themen rd. 2% im Plus (statistische Abgrenzung der Gummi- und Kunststoffwaren). Ohnehin rangiert die Exportquote des Sektors mit knapp 39% (2014) unter dem Niveau des gesamten Verarbeitenden Gewerbes (48,5%). Dagegen profitiert die Branche von der guten Binnenkonjunktur, besonders vom im langfristigen Ver- gleich starken Wachstum des privaten Verbrauchs. Dies gilt für 2015 und 2016 gleichermaßen. Da konsumnahe Erzeugnisse einen großen Umsatzanteil am Produktsortiment der Kunststoffindustrie ausmachen, wird die steigende In- landsnachfrage in dieser Branche auch produktionswirksam. Für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir mit einem Fertigungsplus in der Kunst- stoffindustrie von real 1,5%. Zwar bleibt auch 2016 der private Verbrauch ein wichtiger Treiber der Branche. Allerdings dürfte die Nachfrage von Seiten der Automobilindustrie, einem wichtigen industriellen Kunden, schwächer ausfallen als 2015. Insofern erwarten wir für 2016 in etwa eine reale Stagnation der Pro- duktion in der Kunststoffindustrie. Positiv ist zu beurteilen, dass die Kapazitäts- auslastung in der Branche zu Beginn des 4. Quartals gestiegen ist. Zudem lie- gen die Geschäftserwartungen noch immer deutlich im positiven Bereich, wenngleich die Tendenz am aktuellen Rand rückläufig war. Baustoffindustrie: Importe steigen, inländische Produktion sinkt Die Produktion in der Baustoffindustrie in Deutschland lag in den ersten neun Monaten von 2015 um real 1,2% unter dem Wert von 2014 (Produktion im Ge- samtjahr 2014: +2,3%). Im Verlauf tendiert die Fertigung der Branche bereits seit Anfang des Jahres fast stetig nach unten, wobei dieser Rückgang schon 2014 einsetzte, als die Produktion von einem hohen Niveau startete. Ein Grund für diese bislang negative Entwicklung im Jahr 2015 könnte sein, dass die Bau- konjunktur in Deutschland im laufenden Jahr etwas schwächer läuft als 2014. So steigen die realen Bauinvestitionen nach unserer Prognose 2015 um „nur“ 1,5%, während sie 2014 noch um knapp 3% zulegten. Allerdings reicht dies nicht aus, um die spürbare Diskrepanz zwischen dem Zuwachs der Bauinvesti- tionen und dem Rückgang der Produktion von Baustoffen zu erklären. Der Rückgang passt auch nicht zur guten Entwicklung des privaten Verbrauchs, der 2015 (eigentlich) die Nachfrage nach Baustoffen stützen sollte; viele Baumate- rialien werden auch von privaten Haushalten nachgefragt. Eine Erklärung für die schlechte Produktionsentwicklung ist auf der Importseite zu finden: Die nominalen Einfuhren von Baustoffen übertrafen bis dato das ent- sprechende Vorjahresniveau um 5%; bei den Ausfuhren liegt das Plus nur bei gut 1% gg. Vj. Insofern könnten die gestiegenen Importe die inländische Pro- duktion zum Teil verdrängt haben, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Einfuh- ren schon 2014 um über 8% zulegten. Wir rechnen für das 4. Quartal mit einer schwachen Entwicklung der Produkti- onstätigkeit in der Baustoffindustrie. Daraus würde im Gesamtjahr 2015 ein Produktionsminus von real 1,5% resultieren. Sowohl die Kapazitätsauslastung als auch die Geschäftserwartungen waren zuletzt gesunken, wobei die Ge- schäftserwartungen noch im positiven Bereich liegen. 2016 könnten die Herstel- ler von Baustoffen von der wieder besseren Baukonjunktur profitieren. Wir er- warten, dass die Bauinvestitionen im nächsten Jahr um real rd. 2 ½% steigen. Impulse gehen dabei auch davon aus, dass Wohnraum für die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge geschaffen bzw. modernisiert werden muss. Unter dem Strich könnte also die Produktion in der Branche im Verlauf von 2016 mo- derat steigen. Aufgrund des zu erwartenden deutlichen statistischen Unterhangs würde die Produktion im Durchschnitt des nächsten Jahres dennoch um etwa 1% sinken. Aus struktureller Sicht bereitet – wie auch in anderen energieintensiven Indust- rien – die geringe Investitionstätigkeit der Baustoffindustrie Sorgen. Das reale 100 102 104 106 108 110 112 11 12 13 14 15 16 +5,9% +0,7% -1,2% +1,6% +1,5% Kunstoffindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research +/-0% Unterhang dürfte Ergebnis für 2016 belasten 26 95 100 105 110 115 11 12 13 14 15 16 +8,1% - 0,5% +2,3% - 4,4% - 1,5 % - 1% Baustoffindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Vorerst keine Erholung wahrscheinlich 27 Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 11 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Nettoanlagevermögen schrumpfte allein von 2002 bis 2013 um knapp 31%. Unzureichende Investitionen in den Kapitalstock werden sich über kurz oder lang auch im inländischen Produktionsergebnis negativ niederschlagen und/oder wirken sich negativ auf die Produktivität der Branche aus. Papierindustrie: stabile Entwicklung Die Produktion der deutschen Papierindustrie entwickelte sich in den letzten Monaten in etwa seitwärts. So stagnierte die reale Fertigung in den ersten neun Monaten von 2015 gegenüber dem Vorjahr (2014: -1%). Dabei schnitt die Pa- piererzeugung mit einem Plus von 2,4% gg. Vj. deutlich besser ab als die Ver- arbeitung von Papier, wo die Produktion von Januar bis September 2015 um gut 1% gg. Vj. sank. Innerhalb der Papierverarbeitung verzeichnete die größte Sparte, die Herstellung von Wellpapier und -pappe, ein Minus von 1,7% gg. Vj. Die Aufträge entwickelten sich etwas besser als die Produktion. Sie übertrafen in den ersten neun Monaten das Niveau von 2014 um real gut 1%. Die nomina- len Ausfuhren der Papierindustrie lagen im bisherigen Verlauf von 2015 um 0,4% unter dem Vorjahresniveau – auch hier also eine im Vergleich zu anderen Sektoren stabile Entwicklung. Die Geschäftserwartungen der Papierindustrie gaben am aktuellen Rand leicht nach, sind aber noch überwiegend positiv. Die Kapazitätsauslastung ist zuletzt gesunken. Beide Indikatoren deuten also nicht darauf hin, dass sich die „ruhige“ Produktionsentwicklung kurzfristig dramatisch ändert. In Summe rechnen wir damit, dass die Papierproduktion auch im Gesamtjahr 2015 in etwa stagnieren wird. 2016 dürften konsumnahe Sparten – etwa Haushalts- und Hygieneartikel oder Schreibwaren aus Papier – vom recht kräftigen Wachstum des privaten Verbrauchs profitieren; diese Sparten schneiden bereits 2015 besser ab als andere verarbeitete Papierprodukte. Die insgesamt sehr geringe Dynamik der Industrie in Deutschland dürften dagegen die Hersteller von Wellpapier und - pappe zu spüren bekommen. Wellpapier und -pappe ist das dominierende Ma- terial für Transportverpackungen in der deutschen Wirtschaft, und die Nachfrage nach diesen Erzeugnissen korreliert eng mit der Industrieproduktion. Unter dem Strich halten wir es für wahrscheinlich, dass die Produktion der Pa- pierindustrie in Deutschland auch 2016 in etwa stagniert. Auch die Erzeuger- preise in der Papierindustrie sind nun schon seit einigen Jahren durch eine – im historischen Vergleich – sehr stabile Entwicklung geprägt. Allerdings sind die Erzeugerpreise für Altpapier, einem wichtigen „Rohstoff“ der Papierindustrie, in den letzten Monaten gestiegen. Textilindustrie: 2015 leichtes Produktionsplus – 2016 schwächer Die Textilindustrie in Deutschland entwickelte sich in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres recht positiv. Die Produktion übertraf das Vorjahreser- gebnis um real 1,2%. Hervorzuheben ist die gute Entwicklung der Auslandsauf- träge, die im gleichen Zeitraum um 5% gg. Vj. zulegen konnten. Unter den gro- ßen Sparten der Textilindustrie setzt sich bei der Herstellung von Vliesstoff und Erzeugnissen daraus sowie bei den technischen Textilien die seit 2013 anhal- tende positive Entwicklung fort. In den beiden Bereichen lag die Produktion von Januar bis September 2015 preisbereinigt um 4,5 bzw. 3,7% über dem entspre- chenden Wert von 2014. Diese Sparten profitieren davon, dass sich die Ein- satzgebiete der innovativen Produkte weiter vergrößern. Auch bei konfektionier- ten Textilwaren ist im bisherigen Jahresverlauf ein Plus von über 3,9% zu ver- zeichnen. Deutlich schlechter schneiden dagegen die Webereien ab, wo die Fertigung im betreffenden Zeitraum um 4,3% gg. Vj. sank. 90 95 100 105 110 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Papierindustrie, Erzeugerpreise, 2010=100 Quelle: Statistisches Bundesamt Erzeugerpreise in den letzten Jahren relativ stabil 28 90 95 100 105 11 12 13 14 15 16 -1,4% +/-0% +0,6% -2,1% -1% Papierindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research +/-0% Zweimal Stagnation in Folge 29 90 95 100 105 110 11 12 13 14 15 16 - 7,4% +2% +1,5% +2,5% - 0,6% +/ - 0% Wachstum flacht ab 30 Textilindustrie, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 12 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Wir rechnen damit, dass die Textilindustrie im Gesamtjahr 2015 das Produkti- onsplus von preisbereinigt rd. 1% halten kann. Für 2016 sind wir dagegen pes- simistischer. Viele Sektoren des Verarbeitenden Gewerbes zählen zu den wich- tigen Abnehmern von technischen Textilien, die zusammen mit den Vliesstoffen zumeist besser abschneiden als die Textilindustrie insgesamt. Aufgrund des für 2016 erwarteten bestenfalls nur marginalen Wachstums im Verarbeitenden Ge- werbe werden die Nachfrageimpulse für die Textilindustrie von dieser Seite (weitgehend) wegfallen. Konsumnahe Sparten (z.B. Bekleidungs- bzw. Heim- und Haustextilien) werden zwar von der guten Entwicklung des privaten Ver- brauchs begünstigt. Allerdings spielen bei diesen Erzeugnissen die Importe eine bedeutende Rolle. Das Exportgeschäft könnte etwas besser laufen als die In- landsnachfrage, aber hier ist ebenfalls nur mit einem moderaten Zuwachs zu rechnen. Unter dem Strich sollte die Produktion in der Textilindustrie in Deutsch- land 2016 real in etwa stagnieren. Der starke Rückgang der Geschäftserwar- tungen in der Branche ist ein weiterer Grund für unsere vorsichtige Einschät- zung zur Produktionsentwicklung 2016. Ernährungsgewerbe: Stagnation hält an Die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln lag in den ersten neun Mona- ten leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Der Branche gelingt es damit auch 2015 nicht, von der recht guten Binnenkonjunktur in Deutschland zu profitieren. Bereits seit einschließlich 2011 hält das Ernährungsgewerbe in etwa das glei- che Fertigungsniveau. Einige Sparten der Branche liegen im bisherigen Jahres- verlauf zwar im Plus; dies gilt z.B. für den Bereich Schlachten und Fleischverar- beitung (+2% gg. Vj.). Dem steht jedoch ein Minus in der Herstellung von Back- und Teigwaren (-1,1%) sowie vor allem in der Milchverarbeitung (-5,7%) gegen- über. Hinzu kommt, dass die nominalen Ausfuhren des gesamten Ernährungs- gewerbes um knapp 2% unter dem Wert des Vorjahres liegen. Vor allem das Russland-Geschäft befindet sich weiterhin im Sinkflug. Die Exporte nach China expandierten zuletzt jedoch kräftig. Im Gesamtjahr 2015 dürfte die Fertigung im deutschen Ernährungsgewerbe um etwa 0,5% sinken. Für 2016 rechnen wir mit Stagnation. Der Zuwachs des pri- vaten Verbrauchs bleibt ein gewichtiges Argument, wenngleich es 2014 und 2015 nicht gestochen hat. Die Netto-Zuwanderung nach Deutschland bzw. die Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln wird dem Ernährungsgewerbe Impulse verleihen. Bei den Erzeugerpreisen des Ernährungsgewerbes ist aus heutiger Sicht eine relativ ruhige Entwicklung wahrscheinlich. Strukturell bleibt der Margendruck für die Branche charakteristisch. Die Marktmacht des Le- bensmitteleinzelhandels hält an. In einzelnen Sparten kann diese (temporär) besonders stark ausgeprägt sein. So lagen die Erzeugerpreise für Milch und Milcherzeugnisse im September 2015 um mehr als 12% unter dem Niveau von Anfang 2014. Dieser Preisdruck wirkt sich – zum Teil noch deutlich stärker – auch auf vorgelagerte landwirtschaftliche Betriebe aus. Fazit und Ausblick: geringe konjunkturelle Ausschläge – Investiti- onsschwäche der Industrie in Deutschland hält an Das deutsche Verarbeitende Gewerbe dürfte im nächsten Jahr gegenüber 2015 an Dynamik einbüßen und in Deutschland nur ein marginales Produktionsplus erzielen. Auf Branchenebene werden viele der bedeutenden deutschen Indust- riezweige nach unserer aktuellen Prognose ihre Fertigung nicht oder allenfalls marginal ausweiten. Insgesamt rechnen wir für die einzelnen Sektoren nicht mit größeren Ausschlägen der Produktionstätigkeit nach oben oder unten. Unsere vorsichtige Einschätzung basiert darauf, dass die Impulse aus dem Auslands- geschäft 2016 schwächer ausfallen als 2015 und die Binnenkonjunktur über- 80 90 100 110 120 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Preise fallen leicht nach Anstieg 31 Nahrungs - und Futtermittel, Erzeugerpreise, 2010=100 Quelle: Statistisches Bundesamt 96 98 100 102 104 11 12 13 14 15 16 +0,6% - 0,5% +/ - 0% - 0,2% +0,1% Produktion tendiert weiterhin seitwärts 32 Nahrungs - und Futtermittel, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research +/ - 0% Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 13 | 10. November 2015 Aktuelle Themen wiegend vom privaten Verbrauch getragen wird. Die Investitionstätigkeit in Deutschland fällt im Vergleich zu früheren Jahren dagegen relativ schwach aus. Die geringe Wachstumsdynamik der deutschen Industrie ist enttäuschend. Denn viele gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen sind derzeit günstig. Dies be- trifft das niedrige Zinsniveau, die günstige Bewertung des Euro sowie die niedri- gen Rohstoffpreise. Zwar ist z.B. hinsichtlich der Exporte zu erkennen, dass die Schwäche des Euro die Ausfuhren in die USA oder ins Vereinigte Königreich stützen. In Summe würde man jedoch erwarten, dass diese Faktoren stärker stimulierend wirken. Die konjunkturellen Herausforderungen für die deutsche Industrie dürften größer werden, sobald sich die genannten Rahmenbedingun- gen wieder verschlechtern. Aus konjunktureller Sicht wird 2016 voraussichtlich das fünfte Jahr in Folge sein, in dem sich die deutsche Industrie in einem für ihre Verhältnisse relativ ruhigem Fahrwasser befindet. Die inländische Industrieproduktion liegt nach unserer Prognose im Durchschnitt des nächsten Jahres real nur um etwa 1,5% über dem Niveau von 2012. Abgesehen von der konjunkturellen Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes ist nach wie vor auffällig, dass sich die Industrie mit Investitionen in Deutschland zurückhält, während die Dienstleistungen investitionsfreudiger sind. Das reale Nettoanlagevermögen der Industrie lag 2013 (neuere Werte nicht verfügbar) leicht unter dem Niveau von 1995. Dies ist insofern besorgniserregend, als im realen Nettoanlagevermögen auch die aktivierten F&E-Aufwendungen der Unternehmen enthalten sind. Auffällig ist auch die hohe Bedeutung der Auto- mobilindustrie für die Investitionstätigkeit der gesamten Industrie. Dies zeigt ein Blick auf die Entwicklung der nominalen Nettoanlageinvestitionen – also der Differenz zwischen Bruttoanlageinvestitionen und Abschreibungen. Zieht man von den Nettoanlageinvestitionen des gesamten Verarbeitenden Gewerbes jene der Automobilindustrie ab, so ergibt sich seit 1995 nur in fünf von 19 Jahren ein positiver Wert. In vielen Industriezweigen sind die Nettoanlageinvestitionen da- gegen seit Jahren negativ; dies gilt z.B. für energieintensive Sektoren. Fallen die Investitionen in den Kapitalstock (inklusive F&E) dauerhaft niedrig aus, wirkt sich dies negativ auf das Produktions- und Wachstumspotenzial der Industrie aus. Ohne ausreichende Investitionen in Forschung und Entwicklung, neue Produkte und Produktionstechnologien fällt es grundsätzlich schwerer, die Produktivität zu steigern und im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dies betrifft in vielen Fällen den Standort Deutschland mehr als die deutschen Unter- nehmen. Denn Letztere erhöhen ihre Investitionen im Ausland und bauen dort zunehmend auch F&E-Einrichtungen auf. Gerade für den Hochlohnstandort Deutschland wären jene Investitionen in den Kapitalstock notwendig, die dazu beitragen, die Produktivität der Unternehmen dauerhaft zu steigern, die Produk- tion weiter zu automatisieren und zu flexibilisieren sowie mit Zulieferern und Abnehmern enger zu verzahnen (Stichwort: Industrie 4.0). So könnten Nachteile des Standorts (etwa bei den Lohn- und Energiekosten oder bei dem sich ab- zeichnenden regionalen oder branchenspezifischen Fachkräftemangel) teilwei- se kompensiert werden. Josef Auer (+49 69 910-31878, josef.auer@db.com) Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) -10 0 10 20 30 40 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Verarbeitendes Gewerbe Dienstleistungen Quelle: Statistisches Bundesamt Dienstleistungen deutlich investitions- freudiger als Industrie 33 Anteil der nom. Nettoanlageinvestitionen an den nom. Bruttoanlageinvesitionen, Deutschland, % - 9 - 6 - 3 0 3 6 9 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 Verarbeitendes Gewerbe ohne Automobilindustrie Automobilindustrie Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Automobilindustrie hat großen Anteil an Investitionstätigkeit der Industrie 34 Nominale Nettoanlageinvestitionen in Deutschland, EUR Mrd. Deutsche Industrie: 2016 kaum mehr als Stagnation 14 | 10. November 2015 Aktuelle Themen Prognose für die wichtigsten Industriebranchen 35 NACE Bruttowert- schöpfung Export- quote Geschäfts- klima* Kapazitäts- auslastung* Erzeuger- preise 2013201420152016 EUR Mrd., 2013 %, 2014 Diff. gg. Vj., Saldopunkte Diff . gg. Vj., %-Punkte letzte 12M, % gg. Vj. % gg. Vj. % gg. Vj. % gg. Vj. % gg. Vj. 1027,522,623,55,9-2,8-0,20,1-0,50,0 133,348,9-9,43,50,2-0,62,52,00,0 Papier179,439,52,8-1,4-0,7-1,4-1,00,00,0 2035,457,52,8-1,4-2,80,5-1,3-1,0-0,5 Pharma2116,468,63,1-1,00,05,35,24,01,0 22.217,638,83,61,3-0,41,60,71,50,0 Baustoffe2312,830,23,2-0,3-0,1-0,52,3-1,5-1,0 2418,140,2-4,7-2,60,1-0,62,80,01,0 Metallerzeugnisse2538,533,7-1,7-1,70,41,12,80,00,0 26+2758,954,78,6-0,20,6-2,12,50,50,0 2877,262,63,3-0,10,9-1,61,2-1,50,0 2979,963,717,01,10,31,24,32,50,5 10-33499,648,57,10,3-0,3-0,12,00,51/4 * Letzter verfügbarer Wert Produktion Branche Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Ernährung Textil Chemie Kunststoffwaren Metallerzeugung Elektrotechnik Maschinenbau Automobil Verarbeitendes Gewerbe Aktuelle Themen Unsere Publikationen finden Sie unentgeltlich auf unserer Internetseite www .dbresearch.de Dort können Sie sich auch als regelmäßiger Empfänger unserer Publikationen per E - Mail eintragen. Für die Print - Version wenden Sie sich bitte an: Deutsche Bank Research Marketing 60262 Frankfurt am Main Fax: +49 69 910 - 31877 E - Mail: marketing .dbr@db.com Schneller via E - Mail: marketing.dbr@db.com  Ausblick Deutschland: Binnenkonjunktur läuft, aber keine Übertreibungen ................................ ....... 5. November 2015  Logistik in Deutschland: Vorerst nur geringe Dynamik ................................ ................................ ..... 27. Oktober 2015  Heterogener Maschinenbau mit Potenzi al: Durchschnittsbetrachtung verstellt Blick ...................... 7. Oktober 2015  Ausblick Deutschland: Migration, Metropolregion, Inflation ................................ ................................ ......... 2. Oktober 2015  Ausblick Deutschland: Solides BIP, Haushalts überschüsse, aber neue Herausforderungen ......... 1. September 2015  Augmented Re ality: Bei Spezialanwendungen sollte Deutschland von dynamischem Zukunfts - markt profitieren können ................................ .............. 20. August 2015  Ausblick Deutschland: Risse im Fundament? ................ 3. August 2015  Europäische Energieunion kommt Schritt für Schritt: Neue Institution aufgrund aktueller Herausforderungen ... 15 . Juli 2015  Regionalflughäfen politisch und wirtschaftlich unter Druck ................................ ................................ .......... 2. Juli 2015  Ausbl ick Deutschland: Höhere Inflationsraten trotz gedämpfter Kerninflation ................................ .......... 29. Juni 2015  Zielgruppe Zuwander er: Welche Rolle spielen Migrationshintergrund und Risikoverhalten in der Geldanlage? ................................ ............................... 24. Juni 2015  Ausblick Deutschland: Reduzierte BIP - Prognose – Binnenkonjunktur aber intakt ................................ .............. 1. Juni 2015  Deutscher Stahl mit Zukunftschancen in einer global wachsenden Welt ................................ ........ 6. Mai 2015  Euroschwäche und Branchen: Wer profitiert, wer verliert? ................................ ................................ .......... 5. Mai 2015   Investitionen in Deutschland auf Branchenebene: Dienstle ister (noch) expansiv, Industrie schrumpft leicht ......................... 9. Dezember 2014  Ausblick Deutschland: Strukturelle Verlangsamung des Welthandels belastet deutsches BIP - Wachstum .......................... 2. Dezember 2014  Ausblick Deutschland: Weitere Enttäuschungen ................................ .......... 5. November 2014  Höhere deutsche Inflation: Mission impossible? ................................ ................... 29. Oktober 2014  Deutsche Industrie: Produktions - w achstum bleibt 2015 unter 1% ................................ . 17. Oktober 2014 © Copyright 2015. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. 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