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Ärger in der Luft

10. November 2021
Ein weiterer Corona-Winter. Das BIP-Wachstum hat sich in Q3 nicht weiter beschleunigt, da Lieferengpässe die Industrieproduktion zusehends dämpften. Im Winterhalbjahr werden die angebotsseitigen Engpässe weiter anhalten und erst im Jahr 2022 ganz allmählich abklingen. Angesichts des kräftigen Anstiegs der Corona-Fallzahlen dürfte sich der private Verbrauch abschwächen, nachdem er noch im Sommer die Wachstumslokomotive war. Zum Frühjahr hin könnte er jedoch wieder anziehen. Wir erwarten nun eine BIP-Stagnation im Winterhalbjahr, wenngleich die Risiken für eine Kontraktion zunehmen. Angesichts der Aufwärtskorrekturen für H1 liegt die durchschnittliche BIP-Wachstumsrate für 2021 immer noch bei 2,5% gg. Vj. Der Preisauftrieb hat die Erwartungen in vielen Bereichen weiterhin übertroffen. Trotz zunehmender Engpässe am Arbeitsmarkt hat dies jedoch (noch) nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale geführt. Außerdem in dieser Ausgabe: Regierungsbildung in Deutschland schreitet voran. [mehr]

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485 Dokumente
29. Juni 2022
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Die deutliche Drosselung der russischen Gasexporte hat Politik und Wirtschaft in Alarmbereitschaft versetzt und zu heftigen Preisausschlägen an den Gasmärkten geführt. Auch wenn die Füllstände der deutschen Gasspeicher mit derzeit rund 60% noch im Soll liegen, gilt Gas nach Ausrufung der Alarmstufe des „Notfallplans Gas“ fortan als knappes Gut. Sollten die russischen Erdgaslieferungen nach Abschluss der planmäßigen Wartungsarbeiten von Nord Stream 1 im Juli nochmals deutlich sinken oder schlimmstenfalls sogar versiegen, würde Deutschland unweigerlich in eine tiefe Rezession stürzen. In einem solchen Schock-Szenario dürfte das reale BIP bereits im Jahresdurchschnitt 2022 sinken. Ebenso dürfte die Verbraucherpreisinflation (VPI) regelrecht durch die Decke gehen. [mehr]
22. Juni 2022
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After two years in the virtual world Deutsche Bank Research returned to Paris to host another highly successful Global Consumer Conference. Around 700 people and including 90 companies, attended over the three days of the conference. Company and investor engagement was extremely high with more than 7,000 meeting requests. Tom Sykes, Head of European Consumer Staples and Stephen Powers, Head of US Consumer Staples, co-hosts of the event, said: “Feedback has been very positive from the companies and investment communities and we look forward to seeing everybody again in Paris in 2023 for our celebratory 20th year!” [mehr]
22. Juni 2022
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In der Sondersitzung der EZB in der letzten Woche ging es vor allem darum, wie angesichts demnächst steigender Notenbankzinsen Verkäufe von Anleihen südeuropäischer Länder und in der Folge ein Anstieg der Spreads begrenzt werden können. Wie bereits angekündigt soll die Flexibilität bei der Wiederanlage von auslaufenden Anleihen im Rahmen des Pandemie-Notfallankaufprogramms genutzt, aber das Tempo bei der Entwicklung eines Instruments erhöht werden, das eine Spread-Ausweitung verhindern soll, welche die Transmission geldpolitischer Impulse in der Eurozone gefährden würde. Damit soll die EZB entschlossener die immer weiter steigende Inflation bekämpfen können. Wir erwarten weiterhin eine Zinserhöhung um 25 Bp. im Juli, rechnen aber für den Rest des Jahres nun mit drei weiteren Erhöhungen um jeweils 50 Bp im September, Oktober und Dezember. Anfang 2023 sollten dann drei weitere Zinserhöhungen um jeweils 25 Bp. folgen. [mehr]
15. Juni 2022
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Steigende Kosten und hohe Unsicherheit haben den Liquiditätsbedarf der Unternehmen und Selbstständigen in Q1 kriegsbedingt in die Höhe getrieben. Das Rekordplus der Kredite von 2,2% zu Beginn der Corona-Pandemie wurde eingestellt (ggü. Vj.: +4,9%). Es profitierten v.a. kurzfristige Kredite; das Wachstum der Bankengruppen konvergierte. Die Kreditzinsen legten um 0,25-0,5% zu, so kräftig wie zuletzt 2011. Anleiheemissionen liefen (noch) rund, im Gegensatz zum Aktiengeschäft. Die deutsche Volkswirtschaft ist im ersten Quartal mit einer leichten BIP-Zunahme von 0,2% ggü. Vq. knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt, den Unternehmensinvestitionen (inkl. Bau) und Lageraufbau sei Dank. Der private Konsum blieb dagegen schwach, der Außenbeitrag zum Wachstum war stark negativ. Die galoppierende Inflation trübt den Ausblick deutlich: direkt über die geringere Kaufkraft, indirekt über die Zinswende der EZB und höhere Finanzierungskosten. [mehr]
31. Mai 2022
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Deutsche Bank Research last week hosted its annual dbAccess German Corporate Conference for the 25th time. Joining the event this year were 300 participants, 70 of them attendees from top German blue-chip companies, representing around two thirds of the DAX index. There were more than 1,000 meeting requests between corporates and investors at the conference. [mehr]
30. Mai 2022
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Der weltweite Umsatz der Halbleiterindustrie erreichte mit USD 556 Mrd. für 2021 ein Allzeithoch. Trotzdem steht die Branche derzeit vor großen Herausforderungen, denn der aktuelle Halbleiterzyklus ist gekennzeichnet durch drei außergewöhnliche Entwicklungen: eine enorme Nachfrage aufgrund des Digitalisierungsschubs, Lieferengpässe und geopolitische Spannungen. Wegen des starken Anstiegs der Chipnachfrage werden derzeit in den USA, Asien und Europa neue Chipfabriken gebaut, um die Nachfrage zu decken. Wir gehen davon aus, dass der gegenwärtige Zyklus mindestens bis Ende 2023 andauern könnte. Wenn das globale Wachstum 2023/24 zurückgeht, dann dürfte auch die Nachfrage nach Halbleitern sinken, da die Halbleiterindustrie stark konjunkturabhängig ist. Es besteht das Risiko, dass sich die Interessenkonflikte zwischen China und anderen Ländern zu einem kalten Krieg im Technologiebereich ausweiten. Neue Chip-Architekturen und Chip-Designs werden die Leistung von Halbleitern weiter verbessern – und im nächsten Jahrzehnt wird die Branche in eine Post-Silizium-Ära eintreten. [mehr]
25. Mai 2022
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Im zweiten Pandemiejahr erhöhten die Privathaushalte ihre Bankeinlagen „nur“ noch um EUR 84,6 Mrd., denn negative Nominalzinsen und steigende Inflationsraten machten Einlagen zunehmend unattraktiv. Stattdessen investierten die Haushalte eine Höchstsumme von EUR 287,5 Mrd. in andere Finanzanlagen. Die Kreditvergabe erreichte mit EUR 76 Mrd. einen neuen Rekord, getragen vom Baukreditboom. Konsumentenkredite wurden hingegen netto zurückgezahlt (EUR -1,4 Mrd.). Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum leicht abschwächen – sowohl bei Einlagen und anderen Finanzanlagen als auch bei Krediten. [mehr]
24. Mai 2022
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In dieser Ausgabe des Ausblicks Deutschland befassen wir uns mit den kurzfristigen konjunkturellen Herausforderungen, die der Ukraine-Krieg in Bezug auf Wachstum, Inflation und öffentliche Finanzen mit sich bringt. Wir analysieren auch die längerfristigen strukturellen Herausforderungen, wie die Verringerung der Energieabhängigkeit des Landes von Russland und die Bemühungen der Regierungskoalition, neue Prioritäten, die durch die Zeitenwende ausgelöst wurden, in ihre bereits sehr ehrgeizige Agenda zu integrieren. [mehr]
26. April 2022
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Oftmals wird das aktuelle Wirtschaftsumfeld mit den 1970er Jahren verglichen. Es gibt viele Parallelen: Hohe Rohstoffpreise, lockere Fiskalpolitik, eine lockere Geldpolitik und Kriege. Damals konnte die hohe Inflation – in Deutschland von durchschnittlich 5% pro Jahr – erst mit dem Zinsschock Anfang der 1980er Jahre eingefangen werden. Auch jetzt könnte die in Aussicht gestellte Geldpolitik, die die Zinsen wohl nur leicht über ihr neutrales Niveau bringen dürfte, eventuell nicht ausreichen, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Für Kapitalanleger drohen damit deutlich höhere Zinsen und eine Neubewertung. [mehr]
7. April 2022
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Nach technischer Rezession im Winterhalbjahr erwarten wir trotz des Krieges in der Ukraine und der hohen Inflation eine verhaltene wirtschaftliche Erholung ab dem Frühjahr. Für das Gesamtjahr 2022 rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 2,3%. Aufgrund der aktuell hohen Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise dürften die Konsumentenpreise deutlich anziehen. Wir erwarten eine Inflationsrate von fast 7,0% im Jahr 2022. Für das Jahresende 2022 gehen wir von 5-10-jährigen Hypothekenzinsen von 2,45% aus und bis zum Jahresende 2023 von einer weiteren Erhöhung auf 2,95%. Die Angebotsknappheit am Wohnungsmarkt dürfte perspektivisch abnehmen, die Erschwinglichkeit dürfte im Jahr 2022 wegen höherer Zinsen und höherer Hauspreise sinken. [mehr]
30.3.6