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Deutschland

Deutschland ist gut durch die globale Finanz- und Eurokrise gekommen. Um auch die künftigen Herausforderungen zu meistern, bedarf es eines nachhaltigen Ausgleichs von Wirtschaftswachstum und gesellschaftlicher Teilhabe. Das Erreichen dieser Ziele erfordert weitere Reformen und eine Verbesserung der makroökonomischen Rahmenbedingungen. Hier sind Politik, Wirtschaft und Bürger gefordert. DB Research analysiert die ökonomischen und politischen Zielkonflikte und zeigt Lösungswege sowie Perspektiven für Wirtschaft und Politik auf. Diese basieren auf nationalen Branchenanalysen, globalen Finanzmarkt- und Konjunkturprognosen bis hin zur Einschätzung internationaler politischer Entscheidungen.

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11. Mai 2022
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine schlagen sich nun auch in harten Konjunkturdaten nieder. So sanken die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im März 2022, dem ersten vollständigen Kriegsmonat, um real 4,7% gg. Februar, die Produktion gab um 4,6% gg. Vm. nach. Besonders betroffen ist die Automobilindustrie. Wir rechnen damit, dass die Materialengpässe und Störungen der Lieferketten noch weit bis ins 2. Halbjahr 2022 akut bleiben (Halbleiter wohl bis 2023). Die Kurzarbeit ist im April weiter gesunken; der Rückgang des Lkw-Maut-Fahrleistungsindex deutet auf einen schwachen Start ins zweite Quartal hin. Wir haben unsere Prognose für die Produktion im deutschen Verarbeitenden Gewerbe von +3% auf +1% gesenkt. [mehr]
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5. Mai 2022
In 2021, global sales in the semiconductor industry reached an all-time high of USD 556 bn. Despite this record figure, the industry currently faces severe challenges as the present semiconductor cycle is characterized by a triple whammy: Huge demand due to a boost for digitalization, COVID-related and non-COVID related supply shortages and geopolitical tensions. Due to the sharp rise in chip demand, new chip factories are currently being built in the US, Asia and Europe to meet rising demand over the next decade. We think, the present sales cycle will be extraordinary long. [mehr]
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4. Mai 2022
Die Fed dürfte heute mit einer Reihe von deutlichen Zinsanhebungen beginnen und Ende 2022 ein Leitzinsintervall von 2,50 bis 2,75% erreichen. Die Bekämpfung der kräftigen Inflation verlangt nach energischen Schritten. Auch in der Eurozone bahnt sich eine geldpolitische Normalisierung an. Die EZB dürfte die Leitzinsen nun schon im Juli anheben. Die kräftige Inflationsdynamik macht eine Preis-Lohn-Spirale wahrscheinlicher. Mit einem neuen Indikator quantifizieren wir den aktuellen Lohndruck. Preissteigerungen könnten auch die Folge eines Öl-Embargos gegen Russland sein. Daher erwarten wir eine gestaffelte Einführung möglicher Sanktionsmaßnahmen seitens der EU. [mehr]
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26. April 2022
Oftmals wird das aktuelle Wirtschaftsumfeld mit den 1970er Jahren verglichen. Es gibt viele Parallelen: Hohe Rohstoffpreise, lockere Fiskalpolitik, eine lockere Geldpolitik und Kriege. Damals konnte die hohe Inflation – in Deutschland von durchschnittlich 5% pro Jahr – erst mit dem Zinsschock Anfang der 1980er Jahre eingefangen werden. Auch jetzt könnte die in Aussicht gestellte Geldpolitik, die die Zinsen wohl nur leicht über ihr neutrales Niveau bringen dürfte, eventuell nicht ausreichen, die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Für Kapitalanleger drohen damit deutlich höhere Zinsen und eine Neubewertung. [mehr]
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7. April 2022
Nach technischer Rezession im Winterhalbjahr erwarten wir trotz des Krieges in der Ukraine und der hohen Inflation eine verhaltene wirtschaftliche Erholung ab dem Frühjahr. Für das Gesamtjahr 2022 rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 2,3%. Aufgrund der aktuell hohen Energie-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise dürften die Konsumentenpreise deutlich anziehen. Wir erwarten eine Inflationsrate von fast 7,0% im Jahr 2022. Für das Jahresende 2022 gehen wir von 5-10-jährigen Hypothekenzinsen von 2,45% aus und bis zum Jahresende 2023 von einer weiteren Erhöhung auf 2,95%. Die Angebotsknappheit am Wohnungsmarkt dürfte perspektivisch abnehmen, die Erschwinglichkeit dürfte im Jahr 2022 wegen höherer Zinsen und höherer Hauspreise sinken. [mehr]
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1. April 2022
Wir halten ein Zyklusende im Laufe der Dekade für sehr wahrscheinlich. Im Mittel unserer verschiedenen Ansätze rechnen wir trotz aller Unsicherheit mit dem Zyklusende im Jahr 2024. Nach dem Erreichen des Preisgipfels droht nicht zwangsläufig eine massive Korrektur, im Basisszenario erwarten wir ein isoliertes Zyklusende. Der geringere Zuzug und der dynamisch wachsende Neubau in den Pandemiejahren hat die fundamentale Angebotsknappheit in vielen Städten beseitigt. Die aktuelle Flüchtlingswelle führt nur temporär zu Engpässen. Wohnimmobilien bieten heute einen geringeren Inflationsschutz als in der Vergangenheit. [mehr]
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30. März 2022
Trotz des langjährigen Ausbaus der erneuerbaren Energien ist Deutschland – wie die meisten anderen Industrieländer der Welt – immer noch auf fossile Energieträger angewiesen. Deutschland importiert fast 70% seiner Energieressourcen, wobei Russland derzeit der größte Lieferant von fossilen Energien ist. Deutschland ist bestrebt, seine Abhängigkeit von Energieeinfuhren aus Russland so schnell wie möglich zu verringern und plant einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien, wird aber auch in LNG-Infrastrukturen zur Diversifizierung der Gasversorgung investieren. Das kurzfristige Risiko, von den russischen Gas- und Öllieferungen abgeschnitten zu werden, ist im (industriellen) Wärmemarkt ausgeprägter und weniger schwerwiegend im Stromsektor. Ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine Konsequenz aus der aktuellen Energiekrise, aber keine kurzfristige Lösung angesichts der begrenzten Möglichkeiten auf der Angebotsseite. [mehr]
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28. März 2022
Aufgrund des Krieges in der Ukraine dürften die Unternehmen ihre kurzfristige Liquidität weiter erhöhen, v.a. die Industrie (mehr als die Dienstleister). 2021 stiegen die Kredite an Unternehmen und Selbstständige dank eines kräftigen Schlussspurts um 4,6% ggü. Vj. Kreditgenossenschaften und Großbanken profitierten, Auslandsbanken verloren Marktanteile. Aktienemissionen stellten einen neuen Rekord auf, das Anleihegeschäft normalisierte sich. Die Zinsen dürften 2022 steigen. Der Krieg belastet den wirtschaftlichen Ausblick und drängt die Verbesserung der Pandemielage vorerst in den Hintergrund. 2022 ist ein BIP-Wachstum von 2,7% zu erwarten, in einem pessimistischen Szenario wären es allerdings nur 1-1½%. Im Winterhalbjahr dämpften Corona-Einschränkungen, Lieferengpässe und hohe Energiepreise. In Q4 schrumpfte das BIP um 0,3% ggü. Vq. und dürfte auch in Q1 leicht zurückgehen. [mehr]
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