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19. September 2017
Bundestagswahl 2017: Der Sieger scheint klar zu sein, aber nicht die nächste Regierung! Laut ARD Deutschlandtrend (14.09.) wird rechnerisch nur eine neue Große Koalition oder eine Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen („Jamaica”) möglich sein. Doch angesichts knapper Umfragen und der üblichen Fehlerspanne könnte es auch Alternativen geben. Wir diskutieren Koalitionsszenarien und was sie für die deutsche Wirtschafts- und Europapolitik sowie die Finanzmärkte bedeuten könnten. [mehr]
Folie 0 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Research Deutsche Bank Bundestagswahl-Spezial 2017 The final countdown Frankfurt, 19. September 2017 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 — Laut ARD Deutschlandtrend (14.09.) wird rechnerisch nur eine neue Große Koalition oder eine Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen („Jamaica”) möglich sein. — In anderen aktuellen Umfragen erreichen CDU/CSU 36,5%-38%, SPD 20%-24%, Linke 8%-10 ½%, Grüne 6%-9%, FDP 8-10% und AfD 8%-12%. — Aber die Meinungsumfragen zeigen auch, dass ein Großteil der Wähler (manche sprechen von fast der Hälfte) immer noch unentschlossen ist. — Die übliche Fehlerspanne dieser repräsentativen Umfragen beträgt +/- 2 ½%. Letzte Umfragen: Der Sieger scheint klar zu sein, aber nicht die nächste Regierung 1 37,0 20,0 7,5 9,5 9,0 12,0 5,0 CDU/CSU SPD Grüne FDP Linke AfD Sonstige ARD Deutschlandtrend Quelle: infratest dimap, Sept. 2017 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Disclaimer: — Wir unterliegen – wie alle Menschen - einer subjektiven, teilweise sehr unterschiedlichen Weltsicht, geprägt durch persönliche Werturteile und anfällig für Wahrnehmungs-Biases. — Wahlprogramme * Koalitionsprogramme * Regierungshandeln — Die Zuordnungen bestimmter politischer Absichten und die Beispiele sind notwendige Vereinfachungen, um Unterschiede hervorzuheben. Die Wahlprogramme der großen Parteien weisen in weiten Teilen große Ähnlichkeiten auf oder sind (absichtlich) sehr vage formuliert, sodass es schwierig ist, daraus tatsächliche Maßnahmen abzuleiten oder vorherzusagen. — Politische Entwicklungen weisen Eigendynamik auf und sind sehr von äußeren Faktoren bestimmt (Flüchtlingskrise 2015!). — Überlegungen zu Marktreaktionen sollen mögliche Wirkungskanäle aufzeigen – keine Prognosen . — Aufgrund der sehr ähnlichen Positionen der großen Parteien könnten die jeweiligen Marktreaktionen sich insgesamt nur wenig unterscheiden . Und w as passiert nun nach dem 24. September? 2 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Wer mit wem oder wieso nicht? Und falls doch… 3 Umkehr der „linkslastigen” GroKo-Sozialpolitik, wachstumsfreundlichere Wirtschaftspolitik. Größter Konflikt: Europapolitik. Was würde es für die Richtung der „Post-Merkel“- CDU bedeuten? Würde Merkels „Öko-Linksdrift” verstärken und Standort DE testen. CSU und Teile der CDU sehr kritisch, ebenso Teile der Grünen-Basis (Zustimmung zur Koalitionsbildung?). Konflikt: Steuer- und Umweltpolitik. Eher labile Konstellation. In Umfragen immer noch beliebte Koalition. Wohl aber nur, falls sonst nichts geht und nur bei massiven Zugeständnissen an die SPD (Arbeits- & Sozialpolitik). Was passiert mit Schäuble? SPD braucht wohl mindestens 25%, damit es keinen Wechsel beim Parteivorsitz (Nahles? Scholz?) gibt. Zustimmung der Basis? Vorbehalte bei den Beteiligten, Parteispitzen * Basis. Merkel als Moderatorin oder Risiko der Selbstblockade? Würde Grünen- Basis zustimmen? Würde die FDP ihren „neuen“ Markenkern der Marktliberalität wegen Regierungsbeteiligung mit Grünen riskieren (z.B. Klima)? Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Mögliche Auswirkungen auf Wirtschafts-, Europa- und Geldpolitik 4 Fiskalpolitik: GroKo am expansivsten – neue Wahlgeschenke, wie „Rente mit 63“ oder „Mütterrente“ vor 4 J. (Haushaltsüberschüsse für „Zukunftsinvestitionen“). Spielraum aber durch Schuldenbremse auf * ½ des BIP begrenzt. Schwarz-Gelb: Fokus auf Haushaltskonsolidierung (Schuldenbremse 2.0). Einkommensumverteilung: GroKo bedient Stammwählerschaft auch künftig (Gerontokratie!). Grüne noch entschlossener als SPD (Höherer Spitzensteuersatz, bedingungsloses Grundeinkommen vorantreiben!) Arbeitsmarktpolitik: SPD: Tschüss Agenda 2010 (gegen Befristung, Leiharbeit, Werkverträge, für Mitbestimmung, Arbeitslosengeld Q -> Sozialstaat noch besser machen ); CDU nicht abgeneigt ( Missbräuche abstellen ); Schwarz-Gelb Chance für marktfreundlichere Wirtschaftspolitik und (etwas) nachhaltigere Renten- und Sozialpolitik (Regulierung abbauen, ArbeistzeitG vereinfachen) Europapolitik: Linksorientierte politische Parteien für mehr für europäische Institutionen und Transfers (z.B. breites Investitionsprogramm, Wirtschaftsregierung) (Eurobonds); bürgerliches Lager konditionale Hilfen (Geregeltes Austrittsverfahren, ESM zurückführen , keine Schuldenvergemeinschaftung ) Konjunktur: GroKo = GroKI Größter keynesianischer Impuls ( Pakt für anständige Löhne) , negativ für Trendwachstum. CDU/FDP könnte sich positiv auf das Investitionsklima auswirken (animal spirits) EZB: GroKo expansivere Fiskalpolitik & stärkerer Lohnanstieg -> dynamischere Binnenkonjunktur und höhere dt. Inflation könnten den QE-Ausstieg (etwas) einfacher machen. Stärkeres EU-Engagement könnte Sorgen über Finanzierungsbedingungen im Falle einer erneuten EU-Krise (Italien) reduzieren. FDP-Regierungsbeteiligung könnte dagegen derartige Sorgen mehren. Geringere Haushaltskonsolidierung Mehr Einkommensumverteilung Ausbau der Regulierung am Arbeitsmarkt Mehr EU(ropa) Schwarze Null dominiert Neue Sozialausgaben unwahrscheinlicher Flexibilität am Arbeitsmarkt erhöhen Europäische Transfers an Bedingungen geknüpft Die Schlagwörter in Klammern finden sich in den Parteiprogrammen. Farbkodierung: CDU , SPD , Grüne , FDP Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Wie könnten die Märkte reagieren? Was ist eingepreist? Kurzfristig (K), langfristig(L), nicht-linear? Rückkopplungen? Sehr unsicher! 5 Euro: Linksorientierte Regierung wg. „stärkerer Zahlungsbereitschaft“ Euro é (K). Aber weiteres Durchwursteln, weniger EU-Strukturreformen ê (L) 10J-Renditen (Bunds): GroKo, Schwarz/Grün: Überschüsse ade! Renditen (begrenzt) é CDU/FDP: Schuldenabbau? Sicherer Hafen bei neuer Eurokrise ê Spreads: Wenig Auswirkung aufgrund hohen EU-Engagements fast aller Parteien (Weg von Austerität) Ausnahme: CDU/FDP könnte zur Ausweitung führen, insbesondere in Krisenzeiten (Italien H1!) (Geregelter Austritt, ESM-Rückführung) é DAX: Schwarz/Gelb wg. Steuererleichterung, wirtschaftsfreundlicher Politik é GroKo pos. für Binnenkonjunktur (Konsum, Nicht-Wohnungs-Bau, Infrastruktur) é Beteiligung der Grünen neg. für Versorger, Auto (Diesel- Nachrüstung) ê Vola: Regierungsbildung könnte eng werden (Tail-risk: Neuwahlen) é . FDP könnte bei erneuter EU-Rettungs- notwendigkeiten über Koalitionsaustritt nachdenken é Falls AfD deutlich über 12% liegt é GroKo mehr Distanz zu USA? FDP größere Nähe zu RU? Geringere Haushaltskonsolidierung Mehr Einkommensumverteilung Ausbau der Regulierung am Arbeitsmarkt Mehr EU(ropa) Schwarze Null dominiert Neue Sozialausgaben unwahrscheinlicher Flexibilität am Arbeitsmarkt erhöhen Europäische Transfers an Bedingungen geknüpft Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Sinkendes Trendwachstum – und alle schauen weg! Zu wenig Zukunftsvorsorge – nach uns die Sintflut Fiskalpolitik: Surfen auf der Nullzinswelle Wohnungsbau: Mietpreisbremse gelöst? Arbeitsmarkt: Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Industriepolitik: Energiewende, Dieselende? Steuerpolitik: Das ist doch ungerecht! Europa: Echternacher Springprozession Wichtige Themen (die nur z.T. diskutiert wurden) 6 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Konjunkturdynamik vs. Wachstumsschwäche — Halbierung des Potenzialwachstums (2025: 0,75%) Produktivität bestimmt Potenzialwachstum — Technisches Wissen + Arbeitsproduktivität + Kapitalintensivierung — Ausbau Dienstleistungssektor (niedrigere Produktivität) Wie beeinflusst Alterung die Arbeitsproduktivität? — Fluide vs. kristalline Intelligenz — Individuelle Arbeitsproduktivität nimmt durchs. bis 55 zu. Herausforderungen & Perspektiven: — F&E, Bildung, Kapitalintensivierung — Prozessinnovationen vs. Produktinnovation — Ausbildung und Weiterqualifikation — Flexible Arbeitsmodelle — Anpassung Kapitalstock — Änderungen Konsumverhalten — Wie kann sich eine alternde Erwerbsbevölkerung an die Digitalisierung anpassen? Sinkendes Trendwachstum – und alle schauen weg! 7 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Klagen über soziale Schieflage trotz kräftig expandierender Sozialausgaben — Sozialausgaben pro Kopf: EUR 10.900 (2015) — Anstieg auf 29,3% des BIP 2015 (von 28,6% 2010) — Starke Ausgabensteigerung durch (vermeidbare) sozial- politische „Geschenke“ (Rente mit 63, Mütterrente) – und die großen demografischen Lasten stehen noch bevor Zukunftsvorsorge spielt nur die zweite Geige — Parteien dank des starken Aufschwungs verleitet, die Ausgaben weiter zu erhöhen und die Steuern zu senken. — Viele Vorschläge zielen auf eine weitere (nicht nachhaltige) Expansion des Sozialstaates ab. — Reformstau bzw. Stillstand in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege – trotz absehbarer Alterung Fazit/Ausblick — Demografische Probleme unzureichend thematisiert — Der Tag der Abrechnung kommt noch. Heutige (unhaltbare) Versprechen werden die Parteien später einholen und zu noch mehr Politikverdrossenheit führen. Parteien schreiben Zukunftsvorsorge zu klein 8 28 28 29 29 29 29 29 700 720 740 760 780 800 820 840 860 880 900 2011 2012 2013 2014 2015 absolut in % des BIP Expandierende Sozialausgaben EUR Mrd. (linke Skala), % des BIP (rechte Skala) Quellen: BMAS, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 Kräftiger Anstieg der Zahl Älterer programmiert Über 64-Jährige (65+)*, Mio * Annahmen: Lebenserwartung bei Geburt 2060: Jungen 86,7 Jahre, Mädchen 90.4 J., Zuwanderung 200.000 p.a. Quelle: Statistisches Bundesamt Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Fiskalpolitik: Überschüsse dank Vollbeschäftigung und Nullzins, aber Demografie droht 9 Deutschland hat seit 2008 ca. EUR 260 Mrd. (8,2% des BIP) an Zinsen gespart — Ohne Niedrigzinsen würde Deutschland ein Defizit von 1% des BIP ausweisen, und dies trotz guter Konjunktur und Rekordeinnahmen — Normalisierung der EZB-Geldpolitik verlangt künftig Einsparungen genau dann, wenn die Alterung stark voranschreitet, die Konjunktur wohl schlechter läuft als heute und größere Zukunftsinvestitionen (u.a. Digitalisierung) getätigt werden müssen. Ungünstige Demografie setzt Staatsfinanzen zu — Mitte/Ende der 2020er Jahre endet die „demografische Atempause“. — Bis 2040 steigt der „Alterslastenquotient“ (Bevölkerung 65+ zu 15- 64 Jahren) von 32% auf ca. 50% (ohne stärkere Zuwanderung). — Ohne politisches Gegensteuern (strikte Begrenzung altersbedingter Ausgaben) wird die Schuldenlast außer Kontrolle geraten. Fazit/Ausblick — Fiskalpolitische Spielräume (für Investitionen) werden immer enger. — Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und Makro-Stabilität bedroht. — Begrenzung der altersbedingten Ausgaben (z.B. Rente) wirtschaftlich dringend geboten, aber politisch immer schwerer durchsetzbar (Medianwähler > 50 Jahre). -5 -4 -3 -2 -1 0 1 96 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 Haushaltssaldo: Tatsächlicher Wert Haushaltssaldo: Hypothetischer Wert* Haushaltssaldo (Mittelwert: 1996-16) Gesamtstaatlicher Haushaltssaldo, % BIP Quellen: Eurostat, AMECO, Bloomberg, Deutsche Bank Research * Ermittelt auf Basis eines konstanten impliziten Zinssatzes (auf dem Niveau von 2007) für den Betrachtungszeitraum 2008-16. Überschüsse nur dank Nullzinsen 0 25 50 75 100 125 150 175 200 0 1 2 3 4 5 6 95 99 03 07 11 15 19 23 27 31 35 39 43 47 51 55 59 Zinsausgaben (linke Achse) Staatsschulden (brutto) (rechte Achse) Quellen: AMECO, Deutsche Bank Research Gesamtstaat, % BIP Ohne Gegensteuern geraten die Schulden außer Kontrolle Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Rückkehr zur mehr marktorientierten Wohnungspolitik 10 Weiterer Preisanstieg wahrscheinlich — Vorzeichen am Häusermarkt unverändert: Knappes Angebot, z.T. politikinduziert, wegen § Geringe Ausweisung von Bauland § Regulierung: Mietpreisbremse, Energiewende § Steigende Baukosten, Fachkräftemangel § Hemmnisse im politischen Prozess — Wohnungspolitik vor Kurswechsel § Merkel: „Mietpreisbremse ineffektiv“ § CDU: 1,5 Mio. neue Wohnungen bis 2021 § FDP mit liberal-konservativer Wohnungs- politik è WoKRi § FDP, CDU: Steuererleichterungen, Abschreibungen § SPD, Grüne, Linke: Mieterschutz stärken § „Eine richtige Mietpreisbremse“ muss her — Bewertung § Positive Impulse für den Neubau! § Vermutlich viele Verwässerungseffekte § Deutlicher Preisanstieg beim Neubau — Weitere Themen: Grunderwerbsteuer, Kindergeld 0 100 200 300 400 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Jährliche Nachfrage Deutschland: Fertiggestellte Wohnungen pro Jahr Tausend Quelle: Statistisches Bundesamt 0 3000 6000 9000 G e n e v a Z u r i c h L o n d o n P a r i s L u g a n o L U S t o c k h o l m M u n i c h O s l o T r o n d h e i m S t a v a n g e r H e l s i n k i C o p e n h a g e n R o m e A m s t e r d a m B e r g e n D u s s e l d o r f V i e n n a S t u t t g a r t F r a n k f u r t 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Wohnungspreise außerh. der Innenstadt über EUR 3000 EUR/qm Download erfolgte von numbeo.com am 5. Sept 2017 Quellen: Numbeo, Deutsche Bank Research Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Arbeitsmarktpolitik: Vorwärts immer, rückwärts nimmer 11 Arbeitsmarkt profitiert von guter Konjunktur - Höchststand der Erwerbstätigenzahl (44,2 Mio.) und offenen Stellen - Gestiegene Quote sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter (72,8%) - Zuwanderung aus EU mit positiver Wirkung (aus IT, ES, PT und GR: 2013 bis 2017: +0,6 Mio.) - Bereits regionaler Fachkräftemangel Aber nur zäher Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit - Mismatch von Stellen und Qualifikationen - Qualifizierung, Beschäftigungsfähigkeit Langfristtrends Demografie & Digitalisierung fordern Flexibilität und Weiterbildung - Schulbildung und berufsvorbereitende Bildung - Berufsbegleitende Qualifikation Flüchtlingsintegration vs. Einwanderungspolitik - Sprach- und Integrationskurse, berufliche Qualifikationen nachweisen oder nachholen - Rechtliche Einwanderungsregelungen (Einwanderungs- gesetz) an Arbeitsmarktbedürfnisse anpassen GroKo hat Deregulierung (Hartz-Reformen) z.T. schon zurückgedreht und eher wieder verstärkt - Alle Parteien wollen weiter regulieren, nur FDP will eine Trendumkehr . 64,0 65,0 66,0 67,0 68,0 69,0 70,0 71,0 72,0 73,0 27,0 28,0 29,0 30,0 31,0 32,0 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 absolut Anteil Mio (saisonbereinigt) (linke Skala), Anteil an allen Erwerbstätigen (rechte Skala) Quellen: BA, Statistisches Bundesamt Kräftiger Anstieg sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 300 400 500 600 700 800 11 12 13 14 15 16 17 freie Stellen (links) Arbeitslosenquote, invers (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank Arbeitsmarkt: annähernde Vollbeschäftigung Tsd. Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Zurückhaltende Industriepolitik in Deutschland erfolgreich — Hoher Industrieanteil (22,6%; EU: 16,1%), Unternehmen wettbewerbsfähig — Aber: industriepolitische Zurückhaltung wird schwieriger, wenn andere Länder mehr auf Protektionismus & Co. setzen Mehr staatliches Engagement bei Netzinfrastruktur nötig — Unterstützung des Ausbaus der Breitbandnetze in der Fläche — Notwendige Erweiterung der Stromnetze kommt nur langsam voran Staatseinfluss im Energiesektor bleibt hoch , Energiewende ist in vielen Bereichen ein Subventionsthema; viele Risiken für lfr. Investitionen Wahlprogramme zur Energiepolitik von Wunschdenken geprägt , das politisch Wünschenswerte passt (noch) nicht zum tatsächlich Machbaren Verkehr: Diesel-Thematik möglicher Stolperstein für Jamaika-Koalition; PPP- Projekte werden (derzeit) mehrheitlich abgelehnt Industriepolitik: Grundsätzliche Zurückhaltung richtig, aber wichtige Baustellen werden vernachlässigt 12 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Steuerstruktur in DE ungünstig, Gesamtbelastung über OECD-Schnitt — 54% direkte Steuern am Aufkommen, Abgabenquote knapp 40% des BIP — Steuereinnahmen +33% seit 2010 è Abflachung Progression erforderlich Fokus auf Entlastung von mittleren Einkommen und Familien — Umfang der Steuersenkungen variiert je nach Partei (EUR 6-20 Mrd) — Risiko einer verteilungspolitisch motivierten Tarifgestaltung — Solidaritätszuschlag ist Auslaufmodell (rd. EUR 17 Mrd p.a.) Abgeltungsteuer von 25% steht auf dem Prüfstand — Re-integration in Einkommensteuertarif wirft Fragen bei Dividendenbesteuerung und neuem Bürokratieaufwand auf Unternehmensteuer für keine der Parteien ein dringendes Anliegen — Absetzbarkeit F&E-Ausgaben, erleichterte Abschreibungsregeln für KMUs Deutsch-französische Initiative zu BEPS und Körperschaftsteuer — Gefahr einer Harmonisierung nach oben (Effektive Steuerbelastung in Frankreich fast 10 %-punkte über vergleichbarem deutschen Satz)? Steuerpolitik zwischen Umverteilung und Wachstum – Koalitionsbildung beeinflusst Balance 13 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank Konjunkturerholung und EZB überdecken Strukturschwächen der EWU Zweistufige Roadmap der EU-Kommission bis 2025 — Bankenunion, Budgetregeln, Fiskalunion, Vertragsänderungen Mainstream-Parteien in DE pro-europäisch, aber deutliche Differenzen — SPD und Grüne fordern mehr Investitionen und eine Form von Stabilisierungsfunktion; Liberale folgen regelbasiertem Ansatz mit Instrument zur Schuldenrestrukturierung; CDU signalisiert generelle Unterstützung für Vertiefung der EWU Deutsch-französische Zusammenarbeit dürfte Reformen treiben — Nächste Regierung wird deutsch-französische Zusammenarbeit stärken — Gleiche Begriffe - unterschiedlicher Inhalt (z.B. Entwicklung ESM in EWF) „Fortschritte“ in Europa fordern Zahlungsbereitschaft der Deutschen — Migration, Investitionsinitiative, Brexit, Verteidigung, EWU-Budget … Institutionelle Veränderungen kommen erst auf die mittlere Frist — Eurogruppenvorsitz + EU-Kommissar = EU-Finanzminister? Markthoffnungen auf neue Asset-Klassen dürften enttäuscht werden Europapolitik – Echternacher Springprozession 14 Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 15 Deutsche Industriepolitik - Grundsätzliche Zurückhaltung lobenswert, aber wichtige Baustellen werden vernachlässigt 30. August Deutsche Wohnungspolitik - Falsche Weichenstellungen korrigieren 23. August Staat oder Private, Umverteilung oder Wachstum - Wer gewinnt beim Steuerpuzzle der Parteien 22. August Time to fully recognise the potential of digital start-ups 22. August German defence policy: Towards a more integrated security framework 8. August Packed European agenda for the next government: Numerous challenges, no (easy) answers 3. August Parteien schreiben Zukunftsvorsorge zu klein 17. Juli Deutsche Staatsfinanzen: Überschüsse dank Vollbeschäftigung und Nullzins, aber Demografie droht 10. Juli Sinkendes deutsches Trendwachstum zu wenig im Fokus der Parteien 3. Juli Research Deutsche Bank Deutsche Bank Research Bundestagswahl-Spezial 2017, 19. September 2017 Deutsche Bank 16 Kontakt: Stefan Schneider Tel.: +49 69 910-31790 E-Mail: stefan-b.schneider@db.com Barbara Böttcher Tel.: +49 69 910-31787 E-Mail: barbara.boettcher@db.com Mehr auf: www.dbresearch.de © Copyright 2017. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. 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