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19. März 2007
Die Finanzbranche zählt in modernen Volkswirtschaften zu den wichtigsten Sektoren überhaupt. In Deutschland beispielsweise liegt sie – gemessen an der Bruttowertschöpfung – noch vor dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf Rang drei. Gleichzeitig variiert die Bedeutung für die Gesamtwirtschaft im internationalen Vergleich doch erheblich. [mehr]
Bruttowertschöpfung im Finanzsektor Aktuelle Grafik Bruttowertschöpfung im Finanzsektor 19. März 2007 Die Finanzbranche zählt in modernen Volkswirtschaften zu den wichtigsten Sektoren überhaupt. In Deutschland beispielsweise liegt sie – gemessen an der Bruttowertschöpfung – noch vor dem Maschinenbau und der Elektroindustrie auf Rang drei. Gleichzeitig variiert die Bedeutung für die Gesamtwirtschaft im internationalen Vergleich doch erheblich: Während traditionelle Finanzzentren wie die Schweiz und Großbritannien auf einen Anteil der Banken und Versicherungen an der gesamten Wertschöpfung von mehr als 10% bzw. 8% kommen, beträgt der Wert bei anderen großen Volkswirtschaften ca. 5%. Deutschland – wo das Bankgewerbe gut zwei Drittel (69%) der Bruttowertschöpfung im Finanzsektor ausmacht – liegt dabei im Mittelfeld. Hier war die vergangene Dekade immerhin von einem wachsenden Anteil der Branche gekennzeichnet, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, in denen Finanzdienstleister keine so dominante Rolle spielen wie etwa in der Schweiz. Denn es fällt eine grundsätzlich verschiedene Entwicklung zweier Staatengruppen auf: Die Nationen mit einem bereits 1995 überdurchschnittlich wichtigen Finanzsektor schafften es in der Regel, dessen Bedeutung weiter deutlich zu steigern, während in den übrigen Ländern im Großen und Ganzen eine Stagnation zu verzeichnen war. Dies spricht für auch in der Finanzwelt auftretende kumulative komparative Vorteile – und damit für einen Konzentrationsprozess, der maßgeblich von Skaleneffekten und räumlich begrenzten Netzwerkvorteilen (Wissens-Spillovers, Arbeitskräftepooling etc.) getrieben sein dürfte. Insofern erscheint es kaum überraschend, dass der Finanzsektor sowohl in angelsächsischen Staaten als auch in Ländern mit langer Tradition im Bank- und Versicherungsgewerbe zuletzt ein so starkes Wachstum verzeichnen konnte. Ein weiterer wichtiger Faktor dürfte der Grad der wirtschaftlichen Freiheit an den jeweiligen Finanzplätzen sein. Länder mit einer eher marktnahen Aufsicht wie die Schweiz oder die USA weisen dementsprechend eine merklich positivere Tendenz auf als stärker von staatlichen Eingriffen geprägte Märkte. Die Konsequenz für einzelne Finanzstandorte ist offensichtlich: Wenn Größe zu noch mehr Größe führt, ist es entscheidend, zumindest in Teilbereichen des Gesamtmarkts eine kritische Masse zu erreichen, um langfristig   international mit führend zu bleiben. Dies kann am besten über eine anhaltend hohe Innovationsintensität erfolgen, wobei sich Deutschland z. B. als weltweiter Vorreiter bei Zertifikaten in einer aussichtsreichen Position befindet.   ...mehr zum Research-Bereich Banken, Finanzmärkte und Regulierung Aktuelle Grafiken - Archiv     Seite 2 von 2 Aktuelle Grafik Jan Schildbach (+49) 69 910-31717