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  4. Deutschland Monitor Finanzen privater Haushalte
13. Mai 2020
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Bargeld war zu Beginn der Corona-Krise europaweit sehr gefragt, der Euro-Umlauf stieg im März sprunghaft um EUR 36 Mrd. ggü. Vormonat. Knapp die Hälfte davon waren „kleine“ Scheine, mit denen tägliche Einkäufe bezahlt werden. In Deutschland wird beim Einkaufen seit März jedoch häufig kontaktlos gezahlt statt bar. Gründe sind der Wunsch nach Infektionsschutz und die Aufforderung des Handels, unbar zu zahlen. Kontaktlose Kartenzahlungen dürften dauerhaft einen Teil der Barzahlungen ersetzt haben, auch wenn nicht alle bargeldaffinen Kunden ihre Zahlungspräferenzen ändern werden. [mehr]
Microsoft Word - 20200513_Cash-Coronakrise_SAdocx.docx Deutschland-Monitor Finanzen der privaten Haushalte Bargeld war zu Beginn der Corona-Krise europaweit sehr gefragt, der Euro- Umlauf stieg im März sprunghaft um EUR 36 Mrd. ggü. Vormonat. Knapp die Hälfte davon waren „kleine“ Scheine, mit denen tägliche Einkäufe bezahlt werden. In der Finanzkrise stieg die Bargeldnachfrage zwar ebenfalls, aber eher bei größeren Scheinen, da Sparer einen „sicheren Hafen“ suchten. Ein Drittel des aktuellen Bargeldzuwachses wurde von den Kunden nicht abgehoben, sondern ging auf eine höhere Bargeldhaltung der Banken aufgrund der schwieriger einzuschätzenden privaten Nachfrage zurück. In Deutschland wird beim Einkaufen seit März häufiger kontaktlos gezahlt und seltener bar. Gründe sind der Wunsch nach Infektionsschutz und die Aufforderung des Handels, unbar zu zahlen. Kontaktlose Kartenzahlungen dürften dauerhaft einen Teil der Barzahlungen ersetzt haben. Der neue Zahlungsmix an deutschen Ladenkassen wird sich aber erst nach der Pandemie bei normalem Konsumverhalten einspielen. Nicht alle bargeldaffinen Kunden werden ihre Zahlungspräferenzen ändern. Zudem zeigen Forschungsergebnisse, dass von Bargeld kein höheres Infektionsrisiko ausgeht als von anderen Gegenständen des täglichen Lebens. Mit der rasanten Verbreitung des Coronavirus wurden in vielen europäischen Ländern zur Eindämmung der Pandemie Maßnahmen ergriffen, die tief in das soziale und wirtschaftliche Leben der Bürger eingreifen. Eine direkte Reaktion darauf waren vielerorts Hamsterkäufe von Lebensmitteln. Aber im Zuge der Un- sicherheit wurde auch Bargeld „gehamstert“. Im März 2020 stieg der Euro-Bargeldumlauf sprunghaft um EUR 36 Mrd. auf EUR 1.344 Mrd. an, der höchste monatliche Zuwachs seit Bestehen des Euros mit Ausnahme der Finanzkrise im Oktober 2008 (+ EUR 44 Mrd.). Im Jahresver- gleich wuchs der Euro-Umlauf um 8% und damit so stark wie zuletzt 2015. Seit- her betrug die jährliche Wachstumsrate im Schnitt knapp 5%. Die ungewöhnlich hohe Bargeldnachfrage dürfte der Corona-Krise zuzurechnen sein – abgesehen von einem üblichen saisonalen Anstieg um rund EUR 8 Mrd. – denn sie kam zeitgleich mit der Einführung von Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Spitze des Anstiegs lag in KW 12 (ab 16. März), als in Spanien, Frankreich und Deutschland viele Geschäfte schließen mussten. Anfang April normalisierte sich die Bargeldnachfrage im Euroraum wieder und lag danach in einigen Ländern Autor Heike Mai +49 69 910-31444 heike.mai@db.com Editor Jan Schildbach Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Stefan Schneider 13. Mai 2020 Bezahlen in der Krise Corona, Karten und Bargeld Bezahlen in der Krise: Corona, Karten und Bargeld 2 | 13. Mai 2020 Deutschland-Monitor unter dem normalen saisonalen Niveau. 1 Die Corona-Pandemie dürfte ein Bedürfnis nach finanzieller Flexibilität und Si- cherheit ausgelöst haben, ähnlich der Finanzkrise. Ein Blick auf die nachge- fragte Stückelung zeigt jedoch einen deutlichen Unterschied zum Oktober 2008, als 75% des Bargeldanstiegs auf hohe Denominationen entfiel, welche das Hor- ten großer Beträge ermöglichen. Im vergangenen Krisen-Monat lag deren Anteil nur bei 55%. Der Bestand an „500ern“ verringerte sich leicht, da diese Note von den Zentralbanken des Eurosystems seit dem 27. April 2019 nicht mehr in Um- lauf gebracht wird. „Kleinere“ Scheine mit EUR 5/10/20/50 Nennwert, die v.a. zum Bezahlen dienen, standen für immerhin 45% des Zuwachses. Anders als in der Finanzkrise, als bei der Bargeldnachfrage die Wertaufbewahrungsfunktion für besorgte Sparer im Vordergrund stand, dürfte der aktuelle Zuwachs zu ei- nem großen Teil direkt für Lebensmittelkäufe benutzt worden sein, oder auch als Barreserve gehalten werden, um in ungewissen Zeiten für die Einkäufe des täglichen Bedarfs zahlungsfähig zu bleiben (Transaktionsfunktion). Nicht der gesamte Bargeldzuwachs wurde auch tatsächlich von Nicht-Banken nachgefragt: Privatleute und andere Nicht-Banken hoben lediglich zwei Drittel an Geldautomaten und Schaltern ab. Ein Drittel verblieb bei den Banken. Die Barreserve der Banken stieg deshalb um EUR 12,2 Mrd. auf EUR 91,7 Mrd. Normalerweise halten die Banken nur im Dezember einen ähnlich hohen Betrag vor. Da die Barabhebungen der Kunden in einer Phase der Verunsicherung schwer zu kalkulieren sind und um einem Engpass in der Bargeldversorgung vorzubeugen, hatten die Banken im Euroraum ihre Bargeldbestände im März deutlich aufgestockt. 2 Bargeldnachfrage in Deutschland Auch in Deutschland zahlte die Bundesbank in der Woche ab dem 16. März (KW 12) – zu Beginn der Schulschließungen und Kontakteinschränkungen – den Geschäftsbanken kurzzeitig erhöhte Bargeldbeträge aus. Anfang April la- gen die Bargeldauslieferungen aber schon wieder im normalen Bereich. 3 Die Nachfrage der Kunden nach Bargeld legte ebenfalls zu – jedenfalls zum Teil, wie erste Daten zeigen. In der ersten Woche des Shutdown (KW 12) nahm die Höhe der Bargeldabhebungen insgesamt etwa um die Hälfte zu. Dies war auf deutlich höhere Abhebungsbeträge an Filialschaltern zurückzuführen. Grö- ßere Beträge können nur am Schalter abgehoben werden, da die Auszahlungen am Geldautomaten aus Sicherheitsgründen gedeckelt sind. Die Abhebungen am Geldautomaten blieben in der Gesamthöhe in der gewohnten Größenord- nung, allerdings verringerte sich die Transaktionszahl. In der zweiten Woche der Kontaktsperren (KW 13) war die Bargeldnachfrage nur noch leicht erhöht, wobei wiederum hohe Auszahlungen am Schalter einen Rückgang der Nachfrage am Geldautomaten überstiegen. Seitdem liegen die Bargeldverfügungen bis zu ei- nem Fünftel unter dem Vorkrisenniveau. 4 Die Barabhebungen waren also nur kurzzeitig erhöht, was daran gelegen haben dürfte, dass sich das allgemeine Vertrauen in eine funktionierende Infrastruktur, darunter auch die Bargeldversorgung und andere Finanzdienstleistungen, schnell wieder festigte. Die seitdem geringere Bargeldnachfrage ist offensicht- lich eine Folge der hohen Abhebungen und privaten Bestände, welche über die 1 Panetta, Fabio, in: The ECB Blog, Beyond monetary policy – protecting the continuity and safety of payments during the coronavirus crisis, 28.04.2020. 2 EZB, eigene Berechnungen. 3 Beermann, Johannes, in: wallstreet:online, Machen sich deutsche Bargeld-Hamster umsonst Sor- gen um den Nachschub? 14.04.2020. 4 Deutsche Bank, eigene Berechnungen. 1.120 1.160 1.200 1.240 1.280 1.320 1.360 -10 -5 0 5 10 15 20 KW 09 KW 14 KW 19 KW 24 KW 29 KW 34 KW 39 KW 44 KW 49 KW 02 KW 07 KW 12 KW 17 Wöchentliche Änderung (links) Euro-Notenumlauf (rechts) Mrd. EUR, März 2019 - April 2020 Bargeldnachfrage schießt Mitte März hoch – Normalisierung Anfang April 1 Quellen: EZB, Deutsche Bank Research 2019 2020 -10 0 10 20 30 40 50 März 2020 Corona-Krise Oktober 2008 Finanzkrise EUR-500 Noten EUR-200 Noten EUR-100 Noten EUR-50 Noten EUR-5/-10/-20 Noten Quellen: EZB, Deutsche Bank Research Veränderung des Bargeldumlaufs ggü. Vormonat in Mrd. EUR Corona-Krise: Mehr kleine Scheine zum Bezahlen 2 Bezahlen in der Krise: Corona, Karten und Bargeld 3 | 13. Mai 2020 Deutschland-Monitor nächsten Wochen für Zahlungen „aufgebraucht“ werden. Außerdem wird selte- ner gezahlt als in normalen Zeiten, da viele Geschäfte und Dienstleistungsbe- triebe geschlossen sind bzw. waren. Gleichzeitig zeigt sich eine stärkere Nut- zung von Karten an der Ladenkasse. Bezahlen in Zeiten von Corona Die kurzfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Zahlungen am Point- of-Sale sind nicht eindeutig. Einerseits teilten einige Zahlungsdienstleister mit, dass ihre Kunden im März häufiger per girocard zahlten („EC-Karte“) als zuvor. 5 Andererseits gab es erste Informationen aus dem Handel, dass die Laden- schließungen im März zu Rückgängen bei Anzahl und Umsatz der Kartenzah- lungen geführt hätten. Der Umsatzanteil bargeldloser Zahlungen ging im März sogar deutlich zurück, da die Geschäfte außerhalb des Lebensmitteleinzelhan- dels mit üblicherweise hohen Kartenumsätzen geschlossen wurden. Im Lebens- mitteleinzelhandel dürften 55% des Umsatzes mit girocard, Visa oder Master- card bezahlt worden sein, ein starker Anstieg gegenüber 45% Umsatzanteil im März vergangenen Jahres. Über die Hälfte der Kartenzahlungen erfolgte dabei kontaktlos. 84% der Geschäfte im Einzelhandel fordern ihre Kunden auf, bar- geldlos oder kontaktlos zu bezahlen. 6 Verschiedene Umfragen seit Ende März legen nahe, dass ein Viertel bis knapp die Hälfte der Deutschen ihre Einkäufe momentan wesentlich häufiger mit Karte bezahlt statt mit Bargeld, und das sehr gern kontaktlos. Dieser Wechsel zieht sich durch alle Altersgruppen, zeigt sich jedoch bei den mittleren Jahrgängen besonders deutlich. Die Kunden verzichten auf die Barzahlung, um Kontakte zu vermeiden und sich vor Infektionen zu schützen, und weil sie in den Geschäften dazu aufgefordert werden. Etwa ein Drittel der Deutschen scheint den Bargeld- gebrauch nicht geändert zu haben, und ein weiteres Drittel zahlte auch vor der Pandemie schon meistens mit Karte. 7 Kontaktloses Bezahlen auf dem Vormarsch Das kontaktlose Bezahlen hat als einfaches und schnelles Zahlverfahren schon im vergangenen Jahr zunehmend Nutzer gewonnen. Um Kontakte in der Pan- demie zu vermeiden, probieren immer mehr Kunden diese Variante aus und nutzen sie häufiger. Bei einer Kontaktloszahlung (auch Mobilzahlung genannt) wird die Zahlkarte mit Kontaktlosfunktion oder das Smartphone, auf dem eine entsprechende Funktion installiert ist, vor das Kartenlesegerät an der Laden- kasse gehalten. 8 Per NFC-Technologie werden die nötigen Daten sicher über- tragen und die Zahlung ausgelöst. Für kontaktlose Zahlungen gilt eine gesetzli- che Obergrenze von maximal EUR 50. Nach spätestens fünf kontaktlosen Zah- lungen oder einer Gesamtsumme von EUR 150 muss die nächste Zahlung wie- der autorisiert werden, auch wenn sie unter EUR 50 liegt. 9 Bei einer Zahlung per Karte erfolgt dies durch die Eingabe der PIN ins Terminal, bei einer Zahlung per 5 DSGV, Corona-Pandemie: Sparkassen-Kunden zahlen Einkäufe deutlich häufiger mit der giro- card, 27.04.2020; Handelsblatt, Abschied vom Bargeld, 29.04.2020. 6 EHI Retail Institute, Lieber keine Scheine, 09.04.2020; LEH: Mehr mit Karte, 30.04.2020; Blitzum- frage zu Hygienemaßnahmen im Einzelhandel, 04.05.2020. 7 Deutsche Bundesbank, Forsa-Umfrage April 2020; Bankenverband, Die Corona-Krise als Kataly- sator: Kontaktloses Bezahlen auf dem Vormarsch, 27.04.2020; Initiative Deutsche Zahlungssys- teme, infas quo-Studie: girocard-Zahlung in Zeiten von Corona, 23.04.2020. 8 Technisch werden diese Zahlungen per Smartphone als Kartenzahlung ausgeführt, d.h. der Nut- zer muss eine (digitale) Debit- oder Kreditkarte besitzen, die in der Bezahl-App hinterlegt wird. 9 EU, Delegierte Verordnung 2018/389 der Kommission vom 27. November 2017 zur Ergänzung der Richtlinie 2015/2366 durch technische Regulierungsstandards für eine starke Kundenauthen- tifizierung und für sichere offene Standards in der Kommunikation. Bezahlen in der Krise: Corona, Karten und Bargeld 4 | 13. Mai 2020 Deutschland-Monitor Smartphone durch PIN-Eingabe in dasselbe oder die Erfassung eines biometri- schen Merkmals (z.B. Fingerabdruck, Gesichtserkennung). Wird mit dem Smart- phone bezahlt, kommt das kontaktlose Bezahlen also tatsächlich ohne die Be- rührung fremder Gegenstände aus. War das kontaktlose Bezahlen 2017 noch fast unbekannt, so zahlten laut einer Befragung im zweiten Quartal 2019 bereits 15% der Kunden kontaktlos mit ihrer Debitkarte, obwohl nur die Hälfte überhaupt Debitkarten mit dieser Funktion be- saß. 10 Kontaktlose Zahlungen, die im girocard-System bis vor Kurzem auf Be- träge von maximal EUR 25 beschränkt waren, bieten sich als Alternative zu Bar- zahlungen an. Diese sind zwar nicht gedeckelt, werden aber meistens ebenfalls für kleinere Einkäufe genutzt und stellten an der Kasse bis zur Einführung der Kontaktloszahlung die schnellste Bezahloption dar. Insbesondere Beträge bis EUR 30 sind bar schneller gezahlt als mit Karte. 11 Im Schnitt dauern Barzahlun- gen 22,3 Sek. im Vergleich zu 29,4 Sek. bzw. 38,6 Sek. bei Kartenzahlungen mit PIN oder Unterschrift. Kontaktlos dauert eine Zahlung an der Kasse jedoch nur halb so lang wie mit Bargeld (ohne Autorisierung). 12 Im Dezember 2019 hatten allerdings bereits die meisten Bankkunden die Option zum kontaktlosen Zahlen: Von den 100 Millionen girocards waren über 75 Millio- nen mit der Kontaktlosfunktion ausgestattet für Zahlbeträge bis EUR 25. Von 871.000 Terminals konnten 755.000 kontaktlose Zahlungen akzeptieren. 13 Die Pandemie beschleunigt den Trend zur kontaktlosen Bezahlung: Waren im De- zember 2019 35% aller girocard-Zahlungen kontaktlos, so betrug der Anteil Ende März 2020 schon über die Hälfte. 14 Der höhere Anteil geht einher mit ei- nem gesunkenen durchschnittlichen Zahlbetrag. Kunden haben offensichtlich häufiger kleinere Einkäufe mit Karte anstatt bar bezahlt, was gerade die Kon- taktlosfunktion auf bequeme Weise ermöglicht. Angesichts des stark veränderten Kundenverhaltens kündigte girocard Ende März eine Erhöhung des Limits für kontaktlose Zahlungen auf EUR 50 an. 15 Die Umstellung der Kassenterminals und der IT der kartenherausgebenden Banken wird jedoch einige Wochen in Anspruch nehmen. Auch Kreditkartenanbieter wie Visa, Mastercard und American Express bieten Kontaktloszahlungen bis EUR 50 an, die erfolgte technische Umstellung vorausgesetzt. Auslaufmodell Barzahlung? Die Barzahlung, bisher die bevorzugte Zahlungsmethode der Deutschen, dürfte somit durch die Corona-Pandemie gegenüber kontaktlosen Zahlungen an den Ladenkassen zusätzlich an Boden verlieren. Der langfristige Trend zur unbaren Zahlung hat durch den Wunsch nach Schutz vor Infektionen und die Aufforde- rungen des Handels einen kräftigen Schub erhalten. Das Ausmaß der Wande- rung ist angesichts kaum vorliegender Daten schwer zu beziffern. Der Anstieg der kontaktlosen Kartennutzung wird jedoch zu einem großen Teil dauerhaft sein. Viele Kunden werden dabei bleiben und gleichzeitig weniger bar zahlen. Allerdings könnte sich die Wachstumsrate insoweit wieder etwas abschwächen, als der Griff zur Karte auf der Angst vor einer Ansteckung beruhte. Diese Sorge jedenfalls scheint unbegründet. Epidemiologen sehen nicht die Schmierinfektion – z.B. über Kartenterminals oder Banknoten – sondern die 10 Deutsche Bundesbank, Zwischenerhebung zum Zahlungsverhalten in Deutschland 2019, 15.01.2020. 11 Deutsche Bundesbank, Kosten der Bargeldzahlung im Einzelhandel, 28.03.2019. 12 girocard, GfK-Messung: Bezahlgeschwindigkeit, 15.04.2019. 13 www.girocard.eu. 14 Süddeutsche Zeitung, Los, los, kontaktlos, 26.03.2020. 15 Die deutsche Kreditwirtschaft, Kreditwirtschaft wird Limit für kontaktlose Zahlung im girocard-Sys- tem ohne PIN-Eingabe auf 50 Euro erhöhen, 30.03.2020. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Transaktionszahl Umsatz sonstigen Zahlverfahren Lastschrift Überweisung Internetbezahlverfahren Kontaktloskarte Kreditkarte Debitkarte Bargeld Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Anteile in % So zahlten die Deutschen 2017 ihre Einkäufe im Laden oder Internet 3 Bezahlung mit ... 35,00 37,50 40,00 42,50 45,00 47,50 50,00 KW 11 KW 15 KW 19 KW 23 KW 27 KW 31 KW 35 KW 39 KW 43 KW 47 KW 51 KW 03 KW 07 KW 11 KW 15 Durchschnittlicher Betrag einer girocard-Zahlung in EUR 2019 2020 Girocard für kleinere Einkäufe – besonders seit Corona 4 Quellen: Deutsche Bank, K&A-Analyse 4725 Bezahlen in der Krise: Corona, Karten und Bargeld 5 | 13. Mai 2020 Deutschland-Monitor Tröpfcheninfektion als wichtigsten Übertragungsweg von Coronaviren. Um Kas- siererinnen und Kunden davor zu schützen, sind an den meisten Kassen mittler- weile Trennscheiben angebracht worden. Eine Ansteckung über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden (z.B. durch Husten oder Niesen), ist zwar denkbar, wenn die Viren danach mit der Hand in die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen gelangen. Sie wurde aber bisher nicht nachgewiesen. Da Coronaviren in der Umwelt wenig stabil sind, ist eine solche Ansteckung nur in einer kurzen Zeitspanne möglich. 16 Laut EZB stellen Euro-Banknoten kein be- sonderes Infektionsrisiko im Vergleich zu anderen Gegenständen dar, welche man im täglichen Leben berührt. Im Gegenteil, das Virus scheint auf Banknoten nicht so lange zu überleben wie z.B. auf Türklinken. Generell ist die Übertra- gung von porösen Oberflächen aus – wie den Euro-Banknoten – offenbar schwieriger als von glatten Oberflächen wie Plastik. 17 Diese Erkenntnisse werden bargeldaffine Kunden bestärken, im Laufe der Pan- demie ihr Zahlungsverhalten nicht zu ändern oder auch zur Barzahlung zurück- zukehren. Barzahler entscheiden sich oft für Bargeld wegen der einfachen Handhabung, des Datenschutzes und des besseren Überblicks über die Ausga- ben. All das sind persönliche Einschätzungen, die sich durch Corona nicht ge- ändert haben müssen. Auch dass Bargeld als „sicheres Geld“ wahrgenommen wird, hat sich gerade zu Beginn der Corona-Krise erneut gezeigt. Heike Mai (+49 69 910 31444, heike.mai@db.com) 16 Bundesinstitut für Risikobewertung, Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Ge- genstände übertragen werden? 30.04.2020. 17 Panetta, Fabio, 28.04.2020. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 2014 2015 2016 2017 2018 2019* 2020* Kreditkarte (PIN, Unterschrift und kontaktlos) Debitkarte (ELV/Unterschrift) Debitkarte (PIN und kontaktlos) Kartenzahlungen an der Ladenkasse nehmen zu 5 Anzahl der Transaktionen in Mrd. Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research * Schätzung   In der Reihe „Deutschland-Monitor“ greifen wir politische und strukturelle Themen mit großer Bedeutung für Deutschland auf. Darunter fallen die Kommentierung von Wahlen und politischen Weichenstellungen sowie Technologie- und Bran- chenthemen, aber auch makroökonomische Themen, die über konjunkturelle Fragestellungen – die im Ausblick Deutsch- land behandelt werden – hinausgehen. Deutschland-Monitor © Copyright 2020. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver- fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön- nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. 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April 2020  Deutscher Immobilienmarkt in Zeiten der Corona-Krise ... 1. April 2020  Frankfurter Häuser- und Wohnungsmarkt: Bauen statt regulieren, Wohnraum schaffen ................... 9. März 2020  Berliner Wohnungsmarkt: Mietendeckel dürfte wirtschaftlichen Superzyklus und Immobilienzyklus für einige Jahre entkoppeln .......... 20. Februar 2020  E-Mobilität: Ohne Subventionen (noch) in der Nische ............... 9. Dezember 2019
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