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  4. Ausblick Deutschland
30. April 2013
In den vergangenen Tagen hat sich die Stimmung in Deutschland deutlich aufgehellt und an manchen Orten zeigen sich sogar Zeichen von Euphorie – insbesondere in München und Dortmund. Anders als die beiden Teilnehmer an den Champions-League-Halbfinalen waren die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten aber eine herbe Enttäuschung, nachdem sie zu Beginn des Jahres noch für Hoffnung sorgten. Daher haben wir unsere Prognose für das deutsche BIP-Wachstum im ersten Quartal von 0,1% gg. Vq. auf 0,3% angehoben. Unsere Erwartung für das zweite Quartal haben wir hingegen von 0,4% auf 0,2% zurückgeschraubt. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibt dadurch unverändert bei 0,3% Wachstum. [mehr]
Ausblick Deutschland: BIP-Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 Aktuelle Themen Konjunktur BIP-Prognose: Q1 besser, Q2 wieder schwächer. In den vergangenen Tagen hat sich die Stimmung in Deutschland deutlich aufgehellt und an manchen Or- ten zeigen sich sogar Zeichen von Euphorie – insbesondere in München und Dortmund. Anders als die beiden Teilnehmer an den Champions-League- Halbfinalen waren die zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten aber eine herbe Enttäuschung, nachdem sie zu Beginn des Jahres noch für Hoffnung sorgten. Daher haben wir unsere Prognose für das deutsche BIP-Wachstum im ersten Quartal von 0,1% gg. Vq. auf 0,3% angehoben. Unsere Erwartung für das zwei- te Quartal haben wir hingegen von 0,4% auf 0,2% zurückgeschraubt. Die Pro- gnose für das Gesamtjahr bleibt dadurch unverändert bei 0,3% Wachstum. Spieglein, Spieglein an der Wand – wer sind die Reichsten im Euroland? Sind die Haushalte in den südeuropäischen Krisenländern tatsächlich reicher als die deutschen? Zwar sind solche Vergleiche nur begrenzt aussagekräftig, aber die Realität ist deutlich differenzierter als das einfache Bild von den reichen Nord- und den armen Südeuropäern. Dennoch scheint eine stärkere Beteiligung der wohlhabendsten Haushalte an der Rettung ihrer Volkswirtschaften durchaus angemessen. Deutsche Industrie: Warten auf den Aufschwung. Die deutsche Industrie muss sich im laufenden Jahr erst noch aus dem Konjunkturtal herausarbeiten. Nach- dem die Stimmungsindikatoren zu Beginn des Jahres noch vielversprechende Signale ausgesendet hatten, sind sie zuletzt wieder merklich zurückgegangen und dämpfen damit die Hoffnung auf einen kräftigen Aufschwung in H1 spürbar. Dennoch deuten vereinzelte Signale aus einigen frühzyklischen Branchen und leicht verbesserte Aussichten für wichtige außereuropäische Exportmärkte dar- aufhin, dass die Industrie im Jahresverlauf zum Wachstum zurückfinden kann. Im Jahresdurchschnitt dürfte die reale Produktion im Verarbeitenden Gewerbe stagnieren. Autor en Heiko Peters +49 69 910-21548 heiko.peters@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Antje Stobbe +49 69 910-31847 antje.stobbe@db.com Stefan Vetter +49 69 910-21261 stefan.vetter@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG DB Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann | Bernhard Speyer Inhaltsverzeichnis Seite Prognosetabellen ............................................2 BIP-Prognose: Q1 besser, Q2 wieder schwächer ......................................................3 Spieglein, Spieglein an der Wand – Wer sind die Reichsten im Euroland? .............5 Deutsche Industrie: Warten auf den Aufschwung ....................................................9 Grafik des Monats ......................................... 13 Chartbook: Konjunktur .................................. 16 Chartbook: Branchen .................................... 19 Chartbook: Finanzmärkte .............................. 20 Chartbook: Wirtschaftspolitik ......................... 25 Eventkalender ............................................... 26 Datenmonitor ................................................ 27 Datenkalender .............................................. 28 Finanzmarktprognosen ................................. 28 30. April 2013 Ausblick Deutschland BI P - Prognose: Leichter Anstieg in Q1, Verlangsamung in Q2 Ausblick Deutschland 2 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2012P 2013P 2014P 2012 P 2013P 2014P 2012P 2013P 2014P 2012P 2013P 2014P Euroland - 0,6 - 0,6 1,0 2,5 1,6 1,6 1,3 1,7 1,6 - 3,7 - 3,0 - 2,6 Deutschland 0,7 0,3 1,5 2,1 1,6 1,6 7,0 6,3 6,1 0,2 - 0,4 - 0,2 Frankreich 0,0 - 0,6 1,1 2,2 1,4 1,5 - 2,3 - 2,2 - 1,9 - 4,8 - 3,8 - 3,2 Italien - 2,4 - 1,8 0,9 3,3 1,8 1,6 - 0,7 0,0 0,4 - 3,0 - 3,0 - 2,4 Spanien - 1,4 - 1,6 0,5 2,4 1,9 1,3 - 1,1 0,5 0,3 - 10,6 - 6,2 - 5,3 Niederlande - 1,0 - 0,5 0,8 2,8 2,6 1,7 9,9 8,2 8,0 - 4,1 - 3,8 - 3,0 Belgien - 0,2 - 0,3 1,0 2,6 1,4 1,6 - 1,4 0,5 1,0 - 3,9 - 3,2 - 3,0 Österreich 0,8 0,8 1,6 2,6 2,3 2,0 1,8 2,2 2,4 - 2,5 - 2,7 - 2,4 Finnland - 0,2 - 0,3 1,0 3,2 2,3 2,2 - 1,8 - 0,8 - 1,0 - 1,9 - 1,6 - 1,4 Griechenland - 6,4 - 4,5 0,5 1,0 - 0,3 - 0,1 - 3,0 - 2,0 - 1,0 - 10,0 - 5,2 - 4,1 Portugal - 3,2 - 2,2 0,8 2,8 0,5 1,2 - 1,8 1,0 1,5 - 6,4 - 5,0 - 3,8 Irland 0,9 0,5 1,7 1,9 1,2 1,4 4,9 3,5 4,0 - 7,6 - 7,9 - 6,4 Großbritannien 0,3 0,5 1,8 2,8 3,0 2,6 - 3,7 - 3,1 - 2,5 - 7,8 - 7,1 - 6,4 Dänemark - 0,5 0,3 1,5 2,4 2,0 2,0 5,6 5,0 4,5 - 4,4 - 2,5 - 2,0 Norwegen 3,0 2,2 2,6 0,7 1,8 2,0 14,1 14,0 13,0 10,1 10,5 10,0 Schweden 1,2 1,3 2,3 0,9 1,0 1,5 7,1 6,5 6,0 - 0,7 - 0,5 0,0 Schweiz 1,0 1,0 1,5 - 0,7 0,2 0,6 13,6 10,5 10,0 0,3 0,5 0,5 Tschech. Rep. - 1,2 0,7 2,8 3,3 2,0 2,0 - 2,4 - 2,3 - 2,4 - 4,4 - 3,2 - 2,7 Ungarn - 1, 7 - 0,2 1,6 5,7 2,6 3,1 1,6 1,2 0,5 - 2,1 - 2,7 - 2,6 Polen 2,1 1,4 2,3 3,7 1,8 2,5 - 3,5 - 2,3 - 3,0 - 3,6 - 3,5 - 2,9 USA 2,2 2,4 3,3 2,1 2,3 2,6 - 3,1 - 3,1 - 3,3 - 6,8 - 6,3 - 5,3 Japan 2,0 1,4 0,6 0,0 0,0 2,0 1,0 1,2 2,3 - 9,6 - 9,4 - 7,4 Welt 2,9 3,2 4 ,0 3,3 3,3 3,6 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentra lbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. 2012 2013 2010 2011 2012 2013P 2014P Q1 Q2 Q3 Q4 Q1P Q2P Q3P Q4P BIP 4,2 3,0 0,7 0,3 1,5 0,5 0,3 0,2 - 0,6 0,3 0,2 0,4 0,3 Privater Konsum 0,9 1,7 0,6 0,7 1,0 0,2 0,2 0,0 0,1 0,3 0,1 0,4 0,3 Staatsausgaben 1,7 1,0 1,4 1,1 0,6 0, 6 - 0,3 0,7 0,4 0,3 0,1 0,1 0,1 Anlageinvestitionen 5,9 6,2 - 2,5 0,2 3,1 - 1,0 - 1,9 - 0,4 - 0,7 0,7 1,0 0,6 0,6 Ausrüstungen 10,3 7,0 - 4,8 - 1,4 4,4 - 1,1 - 3,0 - 2,2 - 2,0 0,5 0,9 1,0 1,0 Bau 3,2 5,8 - 1,5 1,9 1,9 - 0,8 - 1,4 0,7 - 0,1 0,9 1,0 0 ,3 0,3 Lager, % - Punkte 0,6 0,2 - 0,5 0,0 0,0 - 0,2 - 0,1 - 0,3 0,2 0,0 0,0 0,0 0,0 Exporte 13,7 7,8 3,7 3,1 5,4 0,7 3,3 1,5 - 2,0 1,0 1,4 1,6 1,3 Importe 11,1 7,4 1,8 4,2 5,5 - 0,7 2,3 0,6 - 0,6 1,4 1,6 1,7 1,6 Nettoexport, % - Punkte 1,7 0,6 1 ,0 - 0,3 0,3 0,7 0,7 0,5 - 0,8 - 0,1 0,0 0,1 0,0 Konsumentenpreise* 1,1 2,1 2,0 1,6 1,6 2,1 1,9 2,0 2,0 1,5 1,6 1,6 1,5 Arbeitslosenquote, % 7,7 7,1 6,8 6,9 6,7 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 6,9 6,9 6,9 Budgetsaldo, % BIP - 4,1 - 0,8 0,2 - 0, 4 - 0,2 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 6,2 6,2 7,0 6,3 6,1 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Quellen: Bundesbank, DB Res earch Ausblick Deutschland 3 | 30. April 2013 Aktuelle Themen BIP-Prognose: Q1 besser, Q2 wieder schwächer In den letzten Tagen hat sich die Stimmung in Deutschland deutlich aufgehellt, mancherorts ist sogar Euphorie feststellbar, insbesondere in München und Dortmund. Im Gegensatz zu den beiden deutschen Champions-League Halbfi- nalteilnehmern haben allerdings die veröffentlichten Konjunkturindikatoren zu- letzt wieder enttäuscht, nachdem die Daten zu Jahresbeginn noch hoffnungs- froh stimmten. Wir haben daher unsere Prognose für das deutsche BIP-Wachs- tum in Q1 leicht von 0,1% gg. Vq. auf 0,3% angehoben, allerdings unsere Erwartungen für Q2 von 0,4% auf 0,2% reduziert, was im Ergebnis den Jahres- durchschnitt unverändert bei 0,3% belässt. Insbesondere der zweite, stärkere Rückgang des deutschen ifo-Index in Folge im April, nach deutlicher Erholung in den Vormonaten, hat uns zur Anpassung des Konjunkturprofils am aktuellen Rand bewogen, wenngleich das Ausmaß der Änderungen im Bereich der Fehlermarge liegt. So legte der ifo-Index im Durch- schnitt des ersten Quartals um 4,7 Punkte zu, hat aber zuletzt wieder 3 Punkte gegenüber seinem Hoch im Februar eingebüßt. Auch andere nationale und internationale Indikatoren deuten an, dass die von vielen erhoffte deutlichere Erholung im weiteren Jahresverlauf – zumindest zunächst einmal – wieder nach hinten verschoben werden muss und die zuletzt veröffentlichen BIP-Prognosen wohl zu optimistisch sind. So erwarten die 4 großen Wirtschaftsforschungsinsti- tute in ihrer Frühjahrsprognose, in der sie von einem spürbaren Wachstum von 0,7% im zweiten Quartal ausgehen, ein Plus im Gesamtjahr von 0,8%. Die Bun- desregierung blieb mit ihrer minimal angehobenen Prognose für 2013 (0,5% nach zuvor 0,4%) aber hinter der Einschätzung der Forschungsinstitute zurück, was zum Teil in den schwachen ifo-Zahlen begründet sein könnte. Neben dem ifo Index sind auch die deutschen Einkaufsmangerindizes (PMIs) im April erneut stark zurückgegangen – der dritte Rückgang in Folge für den Ge- samtindex. Während sich die Einschätzungen der Befragten im Verarbeitenden Gewerbe noch etwas über ihrem schwachen Durchschnitt aus dem vierten Quartal hielten, sind die der Dienstleister sogar leicht darunter gefallen. Zudem befinden sich die Indexniveaus unter der kritischen Wachstums-/Kontraktions- schwelle von 50. Damit deuten sie im Gegensatz zum ifo Index sogar auf eine rückläufige Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal hin, sollten sie auf dem der- zeitigen Niveau verharren. Eine ähnliche Diskrepanz zwischen den beiden Indi- katoren tat sich auch Anfang 2012 auf. Damals beschrieb der „optimistischere“ ifo Index die Entwicklung der Realwirtschaft besser, wie die nebenstehende Grafik zeigt. International enttäuschten die Daten ebenfalls: Der PMI für die Eurozone fiel im April zwar nur leicht, da der Rückgang in Deutschland durch eine spürbare Ver- besserung in Frankreich (allerdings von niedrigem Niveau) zum Teil ausgegli- chen wurde. Allerdings widersprechen die Daten unserer Erwartung, dass nach einem Rückgang von 0,3% in Q1 (-0,6% in Q4), die Konjunktur sich in der Euro- zone bereits in Q2 stabilisiert. Da wohl auch die EZB ihre Erwartung einer baldi- gen Konjunkturerholung überprüfen dürfte und gleichzeitig die Inflationsentwick- lung in der Eurozone deutlich nach unten tendiert (März 1,7% gg.Vj.), dürfte sie wohl Anfang Mai den Refinanzierungssatz um 25 Bp. senken; wohl wissend, dass eine derartig homöopathische Reduktion bei dem bereits erreichten extrem niedrigen Zinsniveau wenig gegen die Fragmentierung der nationalen Kreditzin- sen ausrichten und das Unwohlsein in den Kernländern – trotz dort ebenfalls schwächelnder Konjunktur – noch verstärken wird, wie die jüngste eher un- gewöhnliche Stellungnahme der deutschen Kanzlerin zur Zinspolitik zeigt. Insgesamt scheinen die politischen Spannungen in der Eurozone jüngst wieder deutlich zuzunehmen, nachdem einige Vertreter zumeist südeuropäischer Län- der den akademische Schiffbruch der berühmten Rogoff/Reinhart-Studie und 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Geschäftsklima Geschäftslage Erwartungen Merklicher Rückgang des ifo Index im März und April 1 2005=100, sb. Quelle: ifo - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 00 02 04 06 08 10 12 ifo Geschäftsklimaindex PMI Verarbeitendes Gewerbe Reales BIP – 1 Quartal verzögert (rechts) ifo Index positiver als PMIs 2 Deutschland, standartisierte Daten (links), % gg. Vj. (rechts) Quellen: ifo, Markit, Statistisches Bundesamt, DB Research 30 35 40 45 50 55 60 65 70 08 09 10 11 12 13 EWU Deutschland Quelle: Markit PMI Gesamtindex Deutsche Einkaufsmanager wenig optimistischer als im EWU - Schnitt 3 Ausblick Deutschland 4 | 30. April 2013 Aktuelle Themen deren Kernaussage, dass bei Schuldenständen von über 90% des BIP das Wachstum massiv geschwächt wird, zum Anlass zu nehmen, die Weisheit der von Deutschland eingeforderten „Austeritätspolitik“ zu hinterfragen. Nun kann man – rein akademisch – sicherlich weidlich diskutieren, ob es nicht einen bes- seren Zeitpunkt zur fiskalischen Konsolidierung gäbe. Rein praktisch allerdings stellt sich diese Frage nicht, da die europäische Staatschuldenkrise eben gera- de deshalb ausgebrochen ist, weil die Märkte nicht länger bereit waren, steigende Defizite und Schuldenstände zu finanzieren. Die erneute Diskussion zeugt also – vorsichtig formuliert – entweder von fehlender Einsicht in die Ge- gebenheiten des Marktes oder unterstellt implizit, dass andere Stellen in Europa bei der Finanzierung der Defizite in Anspruch genommen werden. Ein Ansin- nen, das so kurz vor der Bundestagwahl und angesichts des Anfangserfolges der Anti-Europartei AfD bei der deutschen Regierung auf sehr wenig Verständ- nis treffen dürfte. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) Ausblick Deutschland 5 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Spieglein, Spieglein an der Wand – wer sind die Reichsten im Euroland? Die EZB veröffentlichte im April die ersten Ergebnisse aus der „Household Finance and Consumption Survey“ (HFCS). Dafür wurden anhand eines einheit- lichen Umfragedesigns Daten zu Einkommen, Verschuldung und Vermögen der Haushalte in der Eurozone erhoben. Das Medianvermögen (d.h. der mittlere Vermögenswert, der die Trennlinie zwischen der reicheren und der ärmeren Hälfte bildet) beträgt in Luxemburg demnach EUR 397.800, gefolgt von Zypern mit EUR 266.900. Zu den Schlusslichtern zählen Deutschland und Österreich, mit einem mittleren Haushaltsvermögen von lediglich EUR 51.400 bzw. EUR 76.400. Politisch brisant ist, dass die Haushalte in den südeuropäischen Krisen- staaten im Durchschnitt über höhere Privatvermögen verfügen als jene Staaten, die den Großteil der finanziellen Risiken der Eurorettung tragen. Aber sind die Deutschen tatsächlich ärmer als die Südeuropäer? Die Antwort auf diese „einfache“ Frage ist deutlich komplexer, als manche Beiträge zur öf- fentlichen Diskussion glauben machen wollen. Oft wird dabei ignoriert, welche Fragen eine solche Haushaltsstudie sinnvoll beantworten kann und welche nicht. Sie eignet sich nicht als Rechtfertigung dafür, die europäische Solidarität in der Krisenbekämpfung grundsätzlich in Frage zu stellen. Ebenso wenig Sinn machen aber Versuche, die niedrigen Privatvermögen mancher Länder schön- zurechnen. Vielmehr unterstreicht die Studie, dass sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in der Eurozone nicht in das bislang bestehende simple Bild von reichen Nord- und armen Südeuropäern pressen lassen. Ermöglichen die Daten einen aussagekräftigen internationalen Vergleich? Ziel der HFCS war es, mithilfe eines harmonisierten Umfragedesigns vergleich- bare Vermögensdaten für alle Euro-Länder zu erheben. Die Haushalte mussten selbst angeben, wieviel sie verdienen und wie hoch ihr Vermögen und ihre Schulden sind. 1 Natürlich kennen viele Haushalte die exakte Höhe ihres Vermö- 1 Die einzige Ausnahme ist Finnland, wo administrative Einkommens- und Vermögensdaten herangezogen werden konnten. Nettovermögen und Einkommen privater Haushalte in der Eurozone 1 Nettovermögen (in EUR 1.000) Haushaltseinkommen (in EUR 1.000) Median* Durchschnitt Median* Durchschnitt LU 397,8 710,1 64,8 83,7 CY 266,9 670,9 32,3 4 3,3 MT 215,9 366,0 21,6 26,4 BE 206,2 338,6 33,7 49,5 ES 182,7 291,4 24,8 31,3 IT 173,5 275,2 26,3 34,3 FR 115,8 233,4 29,2 36,9 NL 103,6 170,2 40,6 45,8 GR 101,9 147,8 22,0 27,7 SI 100,7 148,7 18,0 22,3 FI 85,8 161,5 36,3 45,1 AT 76,4 2 65,0 32,3 43,9 PT 75,2 152,9 14,6 20,3 SK 61,2 79,7 11,2 13,5 DE 51,4 195,2 32,5 43,5 *Der Median ist der mittlere Wert, der die Trennlinie zwischen den 50% der reicheren und den 50% der ärmeren Haushalte bildet Quelle: EZB Eurosystem House hold Finance and Consumption Survey Ausblick Deutschland 6 | 30. April 2013 Aktuelle Themen gens nicht genau, oder wollen dieses womöglich nicht wahrheitsgemäß ange- ben. Für die internationale Vergleichbarkeit ist das allerdings nur dann ein Prob- lem, wenn die Befragten in manchen Ländern ihre Vermögenswerte genauer bzw. ehrlicher angeben als in anderen. Problematischer ist, dass es für Immobi- lien, die für viele Haushalte die größte Vermögenskomponente darstellen, meist keine aktuellen Marktpreise gibt. Insbesondere in Ländern, in denen sich die Immobilienpreise in den Jahren vor der Befragung stark verändert haben und Immobilien teilweise massiv überbewertet waren, dürften die Haushalte den Wert ihrer Immobilie in den seltensten Fällen genau abschätzen können. Die Qualität der Daten lässt sich zum Teil anhand von Gegenüberstellungen mit anderen Datenquellen untersuchen. Die EZB selbst vergleicht die angegebenen Vermögen mit den Vermögensbeständen aus den nationalen volkswirtschaftli- chen Gesamtrechnungen. Demzufolge haben die meisten Länder zwar ein et- was höheres Vermögen, aber die Rangliste verändert sich dadurch kaum. Aller- dings fehlen bei dieser Betrachtung einige kleinere Länder (z.B. Luxemburg und Zypern), die keine vergleichbaren Daten veröffentlichen, aber zugleich laut HCFS die höchsten Vermögen besitzen. Im Rahmen der üblichen Einschrän- kungen, denen eine Haushaltsbefragung unterliegt, erscheint die Qualität der HFCS-Daten jedoch relativ unproblematisch. Trotzdem sind die Vermögen aus der HFCS nur bedingt zwischen den Ländern der Eurozone vergleichbar. Dies fängt bereits damit an, dass die durchschnittli- che Haushaltsgröße zum Teil deutlich variiert. In Deutschland ist sie mit 2,04 Personen am geringsten, am höchsten hingegen in der Slowakei (2,83) und Malta (2,85). Solche Unterschiede lassen sich noch am einfachsten heraus rechnen und fallen nicht übermäßig ins Gewicht. Komplizierter sind aber bei- spielsweise Unterschiede in den sozialen Sicherungssystemen. Die Rentenan- sprüche stellen in allen Ländern eine wesentliche Komponente des illiquiden Vermögens eines Haushaltes dar, aber der Grad an Absicherung unterscheidet sich teilweise deutlich. Auch in anderen Bereichen müssen Bürger in manchen Ländern für Leistungen bezahlen, beispielsweise im Gesundheits- oder Bil- dungsbereich, die in anderen Ländern bereits über Steuern und Sozialversiche- rungsbeiträge eingezogen wurden. Das größte Problem ist aber der Zeitpunkt der Erhebung. Einerseits ist es nicht gelungen, sich auf ein gemeinsames Basis- jahr zu einigen (die Daten für Spanien stammen aus 2008, jene für Griechen- land, Finnland und die Niederlande aus 2009, der Rest aus 2010). Zum anderen sind diese Zahlen inmitten der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten für viele Länder bereits überholt. So hat sich die Arbeitslosenquote in Spanien und Griechenland seit dem Zeitpunkt der Erhebung auf über 25% verdoppelt, was nicht ohne Auswirkungen auf die Vermögensbildung bleibt. 2008 war außerdem der Höhepunkt der Immobilienblase in Spanien. Die HFCS gibt also nicht den Ist-Zustand wider, sondern liefert nur ein verzögertes Bild der Vermögen in der Eurozone. Einkommen und Vermögen: zwei Seiten derselben Medaille? Deutschland und Österreich zählen gemessen am BIP-pro-Kopf zu den wohlha- bendsten Ländern in der Eurozone, und auch das durchschnittliche Haushalts- einkommen liegt mit EUR 43.500 bzw. 43.900 laut HFCS deutlich über dem der spanischen, italienischen und griechischen Haushalte. Zugleich weisen beide Länder aber ein geringeres privates Vermögen auf als die meisten südeuropä- ischen Länder. Ist das ein zwangsläufiger Widerspruch? Die Vermögensbildung ist ein über Jahrzehnte andauernder Prozess, der von institutionellen Rahmenbedingungen ebenso abhängt wie von individuellen Prä- ferenzen. Ein wesentlicher institutioneller Faktor in europäischen Ländern ist zunächst einmal die Steuer- und Abgabenquote, denn sie bestimmt, welcher Anteil des Einkommens überhaupt zur privaten Vermögensbildung zur Verfü- 0% 10% 20% 30% 40% Abgabenlast privater Haushalte (2009) 2 Einkommensteuer + Sozialversicherungsabgaben (in % des Einkommens) Quelle: PwC Personal Tax in the European Union 0% 10% 20% 30% 40% Abgabenlast privater Haushalte (2009) 3 PwC Personal Tax in the European Union Einkommensteuer + Sozialversicherungsabgaben (in % des Einkommens) Ausblick Deutschland 7 | 30. April 2013 Aktuelle Themen gung steht. In den letzten Jahren haben sich die effektiven Steuerquoten inner- halb der Eurozone zwar deutlich angenähert, aber gerade in Deutschland war die Steuerbelastung davor über einen langen Zeitraum höher als in den meisten anderen Ländern. Aber auch Unterschiede im Konsum- und Investitionsverhalten können die Ver- mögensakkumulation beeinflussen. Wenn unterschiedliche Konsumpräferenzen existieren und Bürger in manchen Ländern einen größeren Anteil ihres Ein- kommens für unmittelbaren Konsum ausgeben, wirkt sich das negativ auf die Vermögensbildung aus. Mindestens ebenso wichtig ist das Investitionsverhalten der Haushalte. Die Deutschen sind im internationalen Vergleich eher risikoavers und halten große Teile ihres Vermögens in sicheren Anlageklassen, während die Aktienquote in deutschen Portfolios relativ niedrig war (laut dem Deutschen Aktieninstitut hielten 2010 überhaupt nur 5,6% Aktien und nur 11,2% Aktien- fonds). Risikoarme Anlageformen führen allerdings auch zu einer geringeren Portfoliorendite, was bei einem Investitionshorizont von mehreren Jahrzehnten substanzielle Unterschiede beim langfristigen Vermögensaufbau bewirken kann, die sich durch den Zinseszinseffekt noch weiter verstärken. Vermögen der Haushalte = Vermögen einer Volkswirtschaft? Das Gesamtvermögen einer Volkswirtschaft umfasst neben dem Vermögen der privaten Haushalte auch jenes der Unternehmen und des Staates. Wie groß diese einzelnen Vermögenskomponenten in Relation zueinander sind, ist bis zu einem gewissen Grad eine intra-nationale Verteilungsfrage. Gemessen am Kapitalstock sind beispielsweise deutsche, österreichische und niederländische Unternehmen wertvoller als jene aus den südeuropäischen Staaten. Da viele dieser Unternehmen Aktiengesellschaften sind, deren Anteile international breit diversifiziert gehalten werden, partizipieren Inländer aber nur zum Teil an diesem Vermögen. Dies gilt insbesondere für Länder mit niedrigen Aktienquoten wie Deutschland. Auch die Vermögensposition des Staates spielt eine Rolle. Länder mit geringer Staatsverschuldung können langfristig niedrige- re Steuern erheben oder sich eine bessere Infrastruktur leisten. Eine Kombina- tion aus hoher Staatsverschuldung und zugleich sehr hoher Privatvermögen deutet hingegen darauf hin, dass solche Länder entweder über einen langen Zeitraum zu niedrige Steuern erhoben haben, oder es dort Defizite bei der Steuerehrlichkeit und der Effizienz der Steuerverwaltung gibt. Es ist also kein zwangsläufiger Widerspruch, wenn ein offensichtlich wohlha- bendes Land zugleich relativ geringe private Vermögen aufweist. Deshalb misst die HFCS auch nicht den gesamten Wohlstand eines Landes – dafür gibt es geeignetere Maße wie z.B. das BIP –, sondern das private Vermögen seiner Haushalte. Ist der Einfluss von Hausbesitz tatsächlich so groß? Eindeutig ja. Insbesondere seit der Euro-Einführung sind die Immobilienpreise in den meisten Ländern stark gestiegen. Zwischen 1985 und 2008 haben sich die realen Hauspreise in Frankreich sogar mehr als verdoppelt, in Belgien und den Niederlanden annähernd verdreifacht und in Spanien vervierfacht. Durch den hohen Anteil an Wohnungseigentümern (z.B. 82,7% in Spanien und 69,6% in Belgien, verglichen mit nur 44,2% in Deutschland und 47,7% in Österreich) konnten viele Haushalte an den enormen Wertsteigerungen partizipieren. Im Gegensatz dazu sind die Immobilienpreise in Deutschland und Österreich im selben Zeitraum real sogar gefallen, so dass Immobilien nicht zur Vermögens- steigerung der Haushalte beitragen konnten. Das erklärt also tatsächlich einen Teil der Vermögensunterschiede in der HFCS zwischen Deutschland und Län- LU CY MT BE ES IT FR NL GR SI FI AT PT SK DE 0 50 100 150 0 100 200 300 400 Haushaltsvermögen und Staatsschulden 4 Quellen: HFCS, Eurostat X - Achse: Vermögen in EUR 1000 (Median), Y - Achse: Verschuldung in % d. BIP (2010) 0 50 100 150 200 250 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Spanien Frankreich Italien Griechenland Belgien Deutschland Index 2000 = 100 Quellen: OECD, DB Research Immobilienpreisentwicklung 2000 - 2008 5 Ausblick Deutschland 8 | 30. April 2013 Aktuelle Themen dern wie Spanien, Italien, Frankreich und Belgien. Allerdings waren die Immobi- lien in einigen Ländern deutlich überbewertet, was insbesondere der Extremfall Spanien illustriert. Seit 2008 (dem Zeitpunkt der Datenerhebung in Spanien) sind die Immobilienpreise dort wieder um 30% gesunken. Die Entwicklung der Immobilienpreise kann auch teilweise erklären, weshalb die Vermögen in Deutschland und Österreich ungleicher verteilt zu sein scheinen als in anderen Euro-Ländern. Dieser Schluss lässt sich zumindest ziehen, wenn man das Verhältnis aus dem durchschnittlichen Vermögen und dem Median berechnet. In Deutschland und Österreich ist der Durchschnitt fast viermal höher als der Median, was für eine relativ starke Ungleichheit spricht. Da allerdings alle anderen Länder eine höhere Eigentümerquote von Wohnimmobilien auf- weisen, verfügte dort ein großer Teil der Haushalte über substanzielle Vermö- genswerte in einer bis zur Krise besonders rentablen Anlageklasse, was das Medianvermögen in diesen Ländern deutlich erhöht hat. Sind Luxemburger und Zyprer tatsächlich so viel reicher als der Rest der Eurozone? Eines der markantesten Ergebnisse der EZB-Studie sind die hohen Vermögen der Haushalte in Luxemburg, Zypern und Malta, die sich sicher nicht mit unter- schiedlichen Wertentwicklungen bei Immobilien erklären lassen. Dass die Haushaltsvermögen der Luxemburger besonders hoch sind, ist wenig verwunderlich. Das angegebene Einkommen luxemburgischer Haushalte ist schließlich mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt in der Eurozone. So- mit ist auch das zur Vermögensbildung verfügbare Einkommen deutlich höher. Anders verhält es sich aber im Fall von Malta und Zypern. Das mittlere Haus- haltseinkommen in Malta lag 2010 leicht unter dem Durchschnitt der Eurozone, das in Zypern nur knapp darüber. Die unterschiedliche Vermögensentwicklung dürfte vor allem an der langfristig deutlich niedrigeren Steuer- und Abgabelast liegen. Die effektive Steuerlast eines Haushaltes in Malta und Zypern liegt etwa 10-15 Prozentpunkte niedriger als in Deutschland, Frankreich oder Italien. 2 Ins- besondere in Kombination mit einer höheren Verzinsung auf Anlagen könnten diese Unterschiede den deutlich höheren Vermögensaufbau der privaten Haus- halte erklären. Fazit Die Vermögensverhältnisse innerhalb der Eurozone sind zu differenziert, um sie in einer einzigen Zahl zusammenfassen zu können. Auch in einem Land wie Deutschland, das gemessen am BIP zu den wirtschaftsstärksten Ländern der Eurozone zählt und eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten aufweist, baut ein substanzieller Teil der Bevölkerung nicht genügend Vermögen auf. Andererseits gibt es in den südeuropäischen Krisenstaaten viele Haushalte, die über ein be- trächtliches Vermögen verfügen. So ist es doch bemerkenswert, dass ein Haus- halt in Deutschland mit einem Nettovermögen von über EUR 1,16 Mio. zu den reichsten 10% zählt, während man dafür in Zypern zum Beispiel schon ein Ver- mögen von über EUR 4,16 Mio. benötigen würde. Eine stärkere Beteiligung der wohlhabendsten Haushalte an der Rettung ihrer Volkswirtschaften erscheint vor diesem Hintergrund durchaus angemessen. Stefan Vetter (+49 69 910-21261, stefan.vetter@db.com) Christine Mansfeld 2 KPMG’s Individual Income Tax and Social Security Rate Survey 2012 http://www.kpmg.com/Global/en/IssuesAndInsights/ArticlesPublications/Documents/individual- income-tax.pdf 0 1 2 3 4 GR IT ES FR CY AT DE Mittelwert/Median des Nettovermögens Ungleiche Vermögensverteilung 6 Quellen: EZB, DB Research Ausblick Deutschland 9 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Deutsche Industrie: Warten auf den Aufschwung Nach fünf aufeinanderfolgenden Anstiegen korrigierte die Erwartungskompo- nente des ifo-Index im Verarbeitenden Gewerbe im März und April. Zudem fiel der Einkaufsmanager des Verarbeitenden Gewerbes im März/April wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 (April 47,9), was darauf hindeutet, dass sich die Industrieproduktion wohl nicht vor dem zweiten Halbjahr erholt. Wie die neben- stehende Grafik zeigt, folgte die Industrieproduktion dem Auf und Ab der Stim- mungsindikatoren aber kaum. Seit eineinhalb Jahren befindet sich die Produkti- on auf einem moderaten Abwärtstrend. Die Asynchronität könnte auf die wech- selhaften Risiken und deren Einfluss auf die Stimmung zurückzuführen sein. Wir untersuchen daher, ob es über die Stimmungsindikatoren hinaus bereits Anzei- chen für eine Erholung gibt. Dabei ist die Auslandskonjunktur für die stark vom Export getriebene deutsche Industrie von besonderer Bedeutung. Deutsche Industrie hat neue Märkte erschlossen Nach zwei starken Jahren (2010: +12%; 2011: +7,8%), in denen die Industrie- produktion den Einbruch der Wirtschaftskrise 2008/09 wieder aufholen konnte, sank die reale Produktion im Verarbeitenden Gewerbe 2012 insgesamt um 1%. Insbesondere das Q4 fiel schwach aus, sodass die Produktion mit einem stati- stischen Unterhang von 1,7% ins Jahr 2013 gestartet ist. Hier machte sich zu- letzt auch die Schwäche wichtiger Exportmärkte außerhalb der EWU bemerk- bar. Die Wirtschaftskrise in Europa hat den Absatz der deutschen Exporteure insge- samt beeinträchtigt. Das BIP in Deutschlands wichtigstem Exportmarkt, Frank- reich, stagnierte 2012 und dürfte 2013 um 0,6% zurückgehen. In Italien, das im letzten Jahr 5,1% der deutschen Ausfuhren aufnahm, schrumpfte die Wirtschaft 2012 um 2,4% und wird auch 2013 nicht aus den roten Zahlen kommen (-1,8%). Dementsprechend sanken die Exporte deutscher Unternehmen in die EWU und machten im Jahr 2012 nur noch 37,5% aller Ausfuhren aus. Im Jahr 2000 waren es noch 45,5%, wenn man die gleiche Ländergruppe zugrunde legt. Insbeson- dere Spanien und Italien, aber auch Belgien boten für die deutschen Unterneh- men relativ gesehen schlechtere Absatzchancen. Demgegenüber hat die Bedeutung der Ausfuhren in Nicht-EWU-Länder insge- samt zugenommen und in vielen Branchen die Rückgänge der Ausfuhren in die meisten Länder Kontinentaleuropas kompensiert. Unter den acht wichtigsten Handelspartnern, auf die im letzten Jahr mehr als 50% der deutschen Exporte entfielen, waren die USA auch 2012 der zweitwichtigste Exportmarkt Deutsch- lands. In die USA gingen in den letzten fünf Jahren trotz der Wirtschaftskrise fast unverändert knapp 8% aller Ausfuhren pro Jahr. Unternehmen aus be- stimmten Branchen konnten die USA als wichtigen Absatzmarkt weiter für sich erschließen. Bemerkenswert ist der kräftigte Anstieg der Automobilexporte in die USA, die 2012 13% aller Ausfuhren der Branche ausmachten (nach 10,3% 2011). Dies entsprach einer Steigerung von fast 30% gg. Vj. Die hiesigen Auto- bauer profitierten insbesondere von einer attraktiven Modellpalette und einem guten Image der deutschen Automarken. 3 Die Ausfuhren der deutschen Phar- ma-Unternehmen in die USA, dem wichtigsten Absatzmarkt der Branche, mach- ten 2012 einen Anteil von 15% an allen Pharmaexporten aus (+44% gg. Vj.). Auch die deutschen Maschinenbauer konnten 2012 ihren Absatz in die USA kräftig erhöhen (+12,6% gg. Vj.), sodass die Vereinigten Staaten ihren Platz als 3 Vgl. Heymann, Eric (2011). US-Automarkt auf dem Weg zurück zu alter Größe. Deutsche Bank Research. Aktuelle Themen. -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Erwartungen (links)* Produktion (rechts) Erwartungen noch positiv 1 * 4 Monate verschoben Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt ifo Geschäftserw., Verarb. Gewerbe, Index, links Produktion im Verarb. Gewerbe, % gg. Vj., rechts 0 20 40 60 80 100 120 FR US UK NL CN AT IT CH BE PO RU ES CZ SE TR JP HU Quelle: Statistisches Bundesamt 17 Handelspartner = 75% des Exports 2 Exporte, DE, EUR Mrd., 2012, nach Handelspartnern 0 10 20 30 Autos Maschinen Elektrotechnik Pharma 2011 2012 Deutsche Exporte in die USA 2012 insgesamt gestiegen 3 Mrd. EUR Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 10 | 30. April 2013 Aktuelle Themen zweitwichtigstes Zielland des Wirtschaftszweiges ausbauen konnten. Impulse kamen vor allem von der lokalen Autoindustrie, die ihre Werke modernisierten. Für die deutschen Exporteure in die USA machte sich – trotz der positiven Er- gebnisse im Gesamtjahr – in den letzten Monaten aber der zuletzt schwächere US-Binnenmarkt bemerkbar. Im Maschinenbau war dies bereits seit Mitte des vergangenen Jahres der Fall; für die deutschen Automobilbauer waren die Auswirkungen im 4. Quartal zu spüren (s. Grafik 4). Die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich (Platz 3) sind in den letzten drei Jahren zwar zweistellig gewachsen; die Bedeutung Großbritanniens als Zielland deutscher Ausfuhren ist aber immer noch geringer als 2007. Demgegenüber gewann die Schweiz, in die immerhin knapp 4 ½% der deutschen Ausfuhren gehen, auch im Vergleich zu 2007 an Bedeutung. Unter den Zielländern jenseits der EWU sticht China als Wachstumsmarkt be- sonders hervor: So ist der Anteil Chinas an den Ausfuhren deutscher Unter- nehmen von 3,1% im Jahr 2000 auf 6,1% in den Jahren 2011 und 2012 gestie- gen. 4 Damit ist China in der Liste der wichtigsten Exportländer inzwischen auf Platz 5 (2012) vorgerückt (s. Grafik 2). Angesichts der Wirtschaftskrise in den europäischen Nachbarländern nutzten die deutschen Unternehmen in den letz- ten Jahren die großen Chancen auf dem chinesischen Markt. Für die Branchen Automobil, Maschinenbau und Elektrotechnik haben sowohl die USA als auch China als Exportmärkte einen besonders hohen Stellenwert. China ist für die deutschen Maschinenbauer (mit 10,3% der Ausfuhren der Branche) und für die Produzenten elektrischer Ausrüstungen (mit 8,8% der Ausfuhren) 2012 der wichtigste Absatzmarkt gewesen; bei den Automobilproduzenten rangiert das Reich der Mitte auf dem zweiten Rang (10,2% der Ausfuhren der Branche). Die hohe Bedeutung des Marktes für die deutschen Unternehmen bringt aber auch Absatzrisiken mit sich, wenn – wie 2012 – die Wirtschaft in China lang- samer wächst. Insgesamt hat sich das Wachstum der deutschen Warenexporte nach China 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgekühlt (+2,7% gg. Vj. vs. +20,6% im Jahr 2011). Zudem konnten die Ausfuhren nach China im Vergleich zu den Gesamtexporten deutscher Unternehmen nur unterdurchschnittlich zule- gen. Die Abschwächung des chinesischen Wachstums ist besonders im Bereich des Maschinenbaus zu spüren gewesen. Hier sanken die Ausfuhren 2012 um 10% gg. Vj. In der Automobilbranche konnten die Ausfuhren nach China zwar im Gesamtjahr zulegen, tendierten aber im Verlauf bereits seit dem 2. Quartal 2012 nach unten. Am aktuellen Rand mehren sich die Anzeichen, dass für die Autobranche nun der Boden erreicht sein könnte (s. Grafik 6). 4 Vgl. dazu Stobbe, Antje (2013). Deutsche Industrie: Absatzmarkt China mit moderater Dynamik. Research Briefing. Deutsche Bank Research. Deuts che Exportstruktur stark konzentriert Die deutsche Industrie ist seit jeher exportstark. Die Unternehmen in der Automobili n- dustrie, im Maschinenbau sowie in der Pharmaindustrie erzielten zuletzt über 60% ihrer Umsätze im Ausland. In der Chemieindustrie so wie in der Elektrotechnik waren es i m- merhin noch deutlich über 50%, und damit ebenfalls mehr als der Durchschnit t des Verarbeitenden Gewerbes. Dabei dominieren wenige Warengruppen die deutsche E x- portstruktur. Über die Hälfte der Exporte entfällt auf vier B ranchen; dies sind die Aut o- mobilindustrie, der Maschinenbau, Güter und Ausrüstungen aus dem Bereich der Elektrotechnik sowie Metalle und Metallerzeugnisse (s. Grafik 5). Der hohe Anteil von 44% bei den Investitionsgütern und weiteren 31% bei den Vorleistun gsgütern unte r- streicht die starke Spezialisierung und den Fokus auf die Investitionstätigkeit im Au s- land. 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 08 09 10 11 12 13 Autos Maschinen Elektrotechnik Pharma Deutsche Exporte in die USA, Mio. EUR Autoexporte in die USA eingebrochen 4 Quelle: Statistisches Bundesamt 17,3 14,9 13,8 8,7 9,5 5,0 30,8 Automobilindustrie Maschinenbau Elektrotechnik Metalle Chemie Pharma Sonstige Quelle: Statistisches Bundesamt Anteile an den gesamten Exporten, DE, 2012, % Exporte: Konzentration auf wenige Branchen 5 0 400 800 1.200 1.600 2.000 09 10 11 12 13 Autos Maschinen Datenverarbeitungsgeräte Elektr. Ausrüstungen Exporte warten auf neue Dynamik 6 Deutsche Exporte nach China, Mio. EUR Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 11 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Moderater Ausblick für die Exportmärkte Aktuell sind die deutschen Exporteure bestimmter Branchen in verschiedenen Märkten mit einem rückläufigen Absatz konfrontiert. Im weiteren Verlauf des Jahres 2013 dürften die deutschen Unternehmen aber wieder von einer höhe- ren Dynamik auf wichtigen Absatzmärkten profitieren. In der EWU dürfte diese allerdings noch gering sein; für die Eurozone 2013 erwarten wir insgesamt ei- nen Rückgang des BIP um 0,6%. Zwar gehen wir davon aus, dass sich die fis- kalischen Entzugseffekte im Laufe des Jahres abschwächen und sich die Kon- junktur ab dem 3. Quartal leicht erholt. Dies dürfte aber der deutschen Industrie nur schwache Impulse geben. Die Aufträge, die die deutschen Unternehmen aus den anderen EWU-Ländern erhalten, sind im Vorjahresvergleich noch im- mer rückläufig. Sie haben sich aber immerhin seit dem 4. Quartal auf niedrigem Niveau stabilisiert, so dass der Boden erreicht sein könnte (s. Grafik 7). Die anziehende Konjunktur in anderen wichtigen Exportmärkten dürfte der deut- schen Industrie im Laufe des Jahres 2013 wieder Chancen eröffnen. Für China rechnen wir mit einer leichten Beschleunigung des BIP-Wachstums auf 8,2% im Jahr 2013 von 7,7% im letzten Jahr; eine stärker expansive Wirtschaftspolitik stützt die Konjunktur. Der chinesische Einkaufsmanagerindex, ein guter vorlau- fender Indikator für die Industrieproduktion, hat sich in den letzten Monaten sta- bilisiert (s. Grafik 8). Auch die Pkw-Verkäufe in China legten im 4. Quartal 2012 und im 1. Quartal 2013 wieder zu. Im Maschinenbau ist die Nachfrage allerdings anhaltend gedämpft. Im laufenden Jahr dürften die Investitionstätigkeit (+8,5%) und insbesondere die chinesischen Importe (+12,5%) wieder anziehen. Damit verbessern sich die Aussichten auch für die deutschen Exporteure. In allen Branchen gilt aber, dass die deutschen Unternehmen derzeit noch unter dem Rückgang der Ausfuhren nach China in den letzten Monaten leiden. Es muss ihnen daher künftig gelingen, an der konjunkturellen Belebung zu partizipieren. Die Konjunktur in den USA dürfte in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls wieder leicht anziehen; dies signalisiert z.B. die moderate Verbesserung des PMI über die Wachstumsgrenze von 50 am aktuellen Rand. Wir erwarten für das BIP in den USA eine Wachstumsrate von 2,3% und für die Industrieproduktion 2013 einen Zuwachs von 5,2% gg. Vj. (nach +3,6% 2012). Davon könnten einige deutsche Branchen auch 2013 profitieren, so die Pharmaunternehmen. Die deutschen Auto-Exporteure müssen allerdings zunächst den tiefen Einbruch seit dem 4. Quartal verdauen und dürften daher die hohen Zuwachsraten des Jah- res 2012 nicht mehr erreichen, zumal der US-Markt zunehmend aus lokaler Produktion deutscher Unternehmen bedient wird. Industrieproduktion stagniert 2013 Aktuell gibt es noch wenige „harte Fakten“ für einen bevorstehenden Auf- schwung in der deutschen Industrie, wie er zum Beispiel von den Auslands- märkten angestoßen werden könnte. Bei den Aufträgen sind die Signale seit einiger Zeit uneinheitlich. Sie haben insgesamt im Februar um 2,3% gg. Vm. zugelegt, nachdem sie im Januar um 1,6% gesunken sind. Im aussagekräftige- ren Zweimonatsvergleich ergab sich daher im Jan./Feb. nur ein schwacher An- stieg von 0,1% gg. Nov./Dez. 2012. Positiv zu vermerken ist allerdings der Zu- wachs der Inlandsaufträge von 1,4% im selben Zweimonatsvergleich. Die deutsche Industrie könnte damit das Tief im 4. Quartal 2012 durchschritten ha- ben. Dafür spricht auch, dass die Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Ge- werbe insgesamt im 1. Halbjahr 2013 wieder leicht auf 82,2% zugenommen hat, nachdem sie zuvor 1 ½ Jahre kontinuierlich gesunken war. In den frühzyklischen Branchen sind die Hinweise auf eine konjunkturelle Erho- lung in diesem Jahr erst schwach ausgeprägt. In der kunststoffverarbeitenden 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 11 12 13 EWU Nicht - EWU Länder Auslandsaufträge, Index, 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Auslandsaufträge aus der EWU fallen nicht weiter 7 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 - 20 - 10 0 10 20 30 40 50 60 70 09 10 11 12 13 Deutsche Exporte (links) PMI (rechts) Deutsche Exporte zuletzt schwach 8 Deutsche Exporte nach China, % gg. Vj., links PMI China, Index, rechts Quellen: Statistisches Bundesamt, IHS - 50 - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 20 25 30 35 40 45 50 55 60 65 09 10 11 12 13 PMI (links) Deutsche Exporte (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, FRB USA: Stimmung wieder etwas besser 9 PMI USA, Index, links, deutsche Exporte in die USA, % gg. Vj., 3M gl. Durchschnitt, rechts Ausblick Deutschland 12 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Industrie fällt vor allem die starke Stimmungsaufhellung in den letzten Monaten auf; die Erwartungskomponente stieg von ihrem Tiefpunkt im August letzten Jahres um über 30 Punkte auf zuletzt +12. Die Produktion zog in den ersten beiden Monaten des Jahres im Vergleich zu Nov./Dez. 2012 ebenfalls wieder an (+1,2%). Dies können wir auch in der Branche Metallerzeugung beobachten (+1,5%) und etwas moderater bei den Produzenten von Metallerzeugnissen (+0,5%). Die Metallerzeugung hat allerdings im zweiten Halbjahr einen kräftigen Produktionsrückgang hinnehmen müssen und ist daher mit einem beträchtli- chen statistischen Unterhang ins Jahr gestartet (-3,8%). In der Chemieindustrie hatte sich die reale Produktion im zweiten Halbjahr 2012 stabilisiert; in den ers- ten beiden Monaten des Jahres 2013 sank sie aber wieder um 1,1%. Auch die Aufträge gaben nach – vor allem wegen der schwächeren Nachfrage aus dem Ausland; die Inlandsaufträge wuchsen hingegen leicht. Damit gibt es nur in eini- gen frühzyklischen Branchen – neben der verbesserten Stimmung – erste schwache Anzeichen für einen moderaten Aufschwung. In den anderen großen Branchen, die typischerweise erst später im Zyklus fol- gen, sind diese aber noch nicht auszumachen. Den deutschen Autobauern ma- chen vor allem die schwache Nachfrage aus der Eurozone, aber auch die seit dem 2. Quartal 2012 rückläufigen Inlandsaufträge zu schaffen. Dementspre- chend ist die Produktion in den letzten Monaten tendenziell rückläufig und auch der Start ins Jahr 2013 war schwach (-1,2% Jan./Feb. vs. Nov./Dez.). Wir erwar- ten zwar, dass die inländische Automobilproduktion im weiteren Verlauf von 2013 wieder anzieht; insgesamt dürfte die reale Produktion aber um ca. 2% sinken, nicht zuletzt wegen des hohen statistischen Unterhangs (-3,8%). Auch im Maschinenbau sind noch keine Zeichen der Konjunkturerholung zu erken- nen. Dies ist nicht überraschend, da dessen Konjunktur üblicherweise erst et- was später im Zyklus anspringt. Nach einem Rückgang der Produktion zu Jah- resbeginn war im Februar zwar eine Gegenbewegung zu verzeichnen, der reale Output lag aber in den ersten zwei Monaten dennoch 0,8% unter dem der Vor- periode. Insgesamt erwarten wir für den Maschinenbau 2013 einen Rückgang der Produktion um 1%. Die Elektrotechnik verzeichnet hingegen erste Erho- lungszeichen: Zum einen ist der Saldo aus positiven und negativen Geschäfts- erwartungen im Segment der Datenverarbeitungsgeräte kräftig angestiegen und erreichte zuletzt einen recht hohen Wert von +24,2. Zum anderen haben die Aufträge in den ersten beiden Monaten des Jahres zugelegt (+1,8%), gestützt von Bestellungen aus dem Inland und dem Ausland. Wir erwarten daher in der Branche Elektrotechnik in diesem Jahr eine moderate Expansion von ½%. Die deutsche Industrie muss sich im laufenden Jahr also erst noch aus dem Konjunkturtal herausarbeiten. Auch wenn die letzten Konjunkturdaten ent- täuscht haben, gibt es Anzeichen dafür, dass dies im Jahresverlauf geschehen wird. Neben den gegenüber dem zweiten Halbjahr 2012 verbesserten Erwart- ungen sprechen auch erste schwache Signale einer Belebung in einigen früh- zyklischen Branchen dafür. Der Durchbruch steht aber noch aus. Die leicht ver- besserten Aussichten für wichtige Exportmärkte jenseits der EWU – basierend auf Prognosen der regionalen DB-Ökonomen – deuten darauf hin, dass die Industriekonjunktur moderat an Fahrt gewinnen könnte. Auch erste unterstüt- zende Signale von der Binnenkonjunktur, die 2013 größere Bedeutung erhalten dürfte, sprechen dafür. Insgesamt erwarten wir aber für die reale Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nur eine Stagnation, da der große Unterhang belastet. Bei unserer Prognose überwiegen die Abwärtsrisiken, die insbesondere in einer Verschärfung der Wirtschaftskrise in der EWU bestehen, die negative Rückwir- kungen auf die Weltwirtschaft entfalten würde. Aber auch ein deutliches Abfla- chen der Wachstumskurve in China oder ein erneuter Einbruch der Automobil- nachfrage könnten dazu führen, dass wir unsere Prognose korrigieren müssen. Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Industrieproduktion Deutschland 12 % gg. Vj. Wirtschaftszweige 2010 2011 2012 2013P Ernährungsg. 1,8 - 0,6 0,0 2,0 Getränke 1,4 3,1 - 0,5 2,0 Textilindustrie 11,9 0,1 - 7,3 - 1,0 Bekleidungsgew. - 0,3 - 1,5 - 9,3 - 6,0 Papier 8,1 - 1,8 - 2,3 1,5 Chem. Industrie 17,6 - 0,3 - 2,6 1,0 Pharma 0,6 4,3 - 2,4 0,5 Kunststoffwaren 12,7 4,2 - 1,1 - 0,5 Baustoffe 7,4 8,7 - 4,3 0,0 Metallerz. u. - bearb. 21,0 2,1 - 3,8 0,5 Metallerzeugnisse 14,5 10,9 - 1,4 1,5 Elektrotec hnik 16,9 11,5 - 2,6 0,5 Maschinenbau 10,7 13,1 1,3 - 1,0 Automobilindustrie 25,3 12,7 - 0,4 - 2,0 Verarb. Gewerbe 12,0 7,8 - 1,0 0,0 Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 50 - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 12 13 Autos Maschinenbau Datenverarbeitungsgeräte Kunststoff Metallerzeugung Quelle: ifo Deutsche Industrie: Erwartungen überwiegend im positiven Bereich 11 ifo Geschäftserwartungen, Saldo aus pos. und neg. Einschätzungen 60 70 80 90 100 110 120 130 07 08 09 10 11 12 Chemie Kunststoffe Metallerzeugung Produktion: Frühzyklische Branchen 10 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 13 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Grafik des Monats Immobilienpreise: Blasen in den Großstädten? Die Preise auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt haben in den letzten Jah- ren deutlich angezogen. Laut Bundesbank sind die Preise in 2012 um mehr als 5% gegenüber Vorjahr gestiegen. Damit sind sie zum wiederholten Male stärker gestiegen als die verfügbaren Einkommen. Deutsche Wohnimmobilien sind sowohl historisch als auch im internationalen Vergleich günstig. Zudem ist Deutschlands Wirtschaft bisher recht krisenresistent. Entsprechend interpretie- ren wir die Preissteigerungen der letzten Jahre als Normalisierung. Deutschland: 2012er Erschwinglic hkeitsindizes von Bestandswohnungen in Städten Definition: Erschwinglichkeit ist der Preis von Bestandswohnungen (100 qm Wohnung) relativ zum verfügbaren Haushaltseinkommen Far b- schema Erschwin g- lichkeit Far b- schema Erschwin g- lichkeit kleiner 1 5 - 5,999 1 - 1,999 6 - 6,999 2 - 2,999 7 - 7,99 3 - 3,999 8 - 8,99 4 - 4,999 größer 9 Quellen: BulwienGesa, DB Research Ausblick Deutschland 14 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Preisentwicklungen in den Städten Regional entwickeln sich die Preise in Deutschland sehr unterschiedlich. Während die nominalen Preise für Bestandswohnungen von 2008 bis 2012 im Durchschnitt um rund 10% und in der Spitze in Hamburg um 40% zulegten, fielen sie zweistellig in strukturschwachen Städten. Damit stellt sich die Frage, ob Bestandswohnungen in manchen Städten zu teuer sind? Erschwinglichkeitsindizes von Bestandwohnungen in Städten Erschwinglichkeitsindizes sind definiert als Immobilienpreise relativ zum verfüg- baren Haushaltseinkommen. Sie beantworten die Frage, wie viele Nettojahres- einkommen müssen private Haushalte für den Immobilienkauf aufwenden. Ak- tuell muss ein Haushalt durchschnittlich 4 ½ Jahreseinkommen aufwenden, um eine 100 qm Bestandswohnung zu kaufen. Die Deutschlandkarte zeigt die un- terschiedliche Erschwinglichkeit der einzelnen Städte. Einwohnerzahl treibt Erschwinglichkeit Insbesondere die Einwohnerzahl scheint die Erschwinglichkeit stark zu beein- flussen. Eine florierende Wirtschaft zieht Einwohner an und die Nachfrage nach knappem Wohnraum trifft auf ein recht unelastisches Angebot. Daher sind Be- standswohnungen in größeren Städten – trotz höherer Einkommen – meistens „weniger erschwinglich“. Als Faustregel gilt, dass in Großstädten durchschnitt- lich 6 Jahreseinkommen, in München sogar 9 Jahreseinkommen, in mittelgro- ßen Städten mit 150.000 bis 500.000 Einwohner 4 ½ und in kleinen Städten durchschnittlich 3 ½ Jahreseinkommen für eine Wohnung gezahlt werden. Auch zwischen West- und Ostdeutschland gibt es Unterschiede, die aber durch die Großstädte verursacht werden. Ohne die Großstädte müssen sowohl im Westen wie im Osten durchschnittlich 4 Jahreseinkommen bezahlt werden. Dank ge- stiegener Einkommen sind im Vergleich zum Jahr 2000 deutsche Wohnimmo- bilien heute erschwinglicher, denn damals mussten bundesweit 5 Jahresein- kommen für eine Bestandswohnung gezahlt werden. Veränderung der Erschwinglichkeitsindizes Der Erschwinglichkeitsindex ist von 2008 zu 2012 bundesweit um 0,4 Jahres- einkommen angestiegen. Dies beruht hauptsächlich auf Preissteigerungen in großen und mittelgroßen Städten. Heute müssen Wohnungskäufer in mittelgro- ßen Städten rund 0,25 Jahreseinkommen und in Großstädten fast ein Jahres- einkommen mehr bezahlen als in 2008. In den kleinen Städten mit weniger als 150.000 Einwohnern sind Immobilienpreise heute genauso erschwinglich wie in 2008, d.h. Wohnungspreise sind genauso stark gestiegen wie die Einkommen. Haushaltsentwicklung und Bevölkerungswachstum Ähnlich heterogen wie die Preisentwicklung verändern sich auch die Zahl der Haushalte und die Einwohnerzahl. Große und mittelgroße Städte wachsen, und in Städten mit weniger als 150.000 Einwohnern stagniert oder sinkt die Zahl der Haushalte und die Bevölkerung typischerweise. Dabei gehen wenig überra- schend Einwohnerzuwachs und Anstieg des Erschwinglichkeitsindex Hand in Hand. In einfachen ökonometrischen Schätzungen kann man mit der Bevölke- rungsentwicklung einen Großteil der Veränderung der Erschwinglichkeit erklä- ren. Ausblick Deutschland 15 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Fazit: Im Großen und Ganzen liegen faire Bewertungen vor Bestandswohnungen in den Städten sind fair bewertet. Die Erschwinglichkeits- indizes sind dort hoch und haben sich dort erhöht, wo es ökonomisch sinnvoll erscheint, nämlich gerade in Städten, in denen die Zahl der Haushalte und Ein- wohner zunimmt. Ausblick: Globalisierung pro große und mittelgroße Städte Haushalte wohnen in der Nähe ihrer Arbeitsplätze, und Arbeitsplätze entstehen vor allem in den Städten, die von der Globalisierung am meisten profitieren, nämlich in den großen und mittelgroßen Städten. Deshalb sollte die Einwohner- zahl dort weiter steigen, damit sollte der aktuelle Nachfrageüberhang weiter bestehen und die Erschwinglichkeitsindizes eher noch zulegen – Wohnungen werden also weniger erschwinglich. In den kleineren Städten hingegen sollte sich die Erschwinglichkeit wie in den letzten Jahren kaum verändern. Jochen Möbert (+49 69 910-31727, jochen.moebert@db.com) Ausblick Deutschland 16 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (1) — Mit 0,7% gg. Vj. wuchs das deutsche BIP 2012 deutlich langsamer als noch 2011 (+3,0%). Wir erwarten, dass Q4 2012 ( - 0,6% gg. Vq.) den Tiefpunkt markierte und in Q1 ein leichter BIP - Anstieg folgt. Danach sollte sich das Wachstum beschleunigen (2 013 im Schnitt: +0,3%). — Der ifo - Index und die PMIs gingen im März/April merklich zurück. Der ifo bleibt aber über seinem historischen Schnitt. Auf diesem Niveau stützt er unsere vorsichtige BIP-Prognose für H1 (Q2: +0,2% gg. Vq.; Q1: +0,3%). — Das Wachstum d ürfte 2013 vom Konsum getragen we r- den, dagegen dämpft der Außenhandel . Investitionen bleiben schwach. — Trotz der konjunkturellen Abschwächung in 2012 hat sich die deutsche Wirtschaft im Vergleich zu den meis - ten anderen EWU - Ländern, deren BIP stagnierte bzw. sogar schrumpfte, noch gut entwickelt. — Angesichts des verbleibenden Anpassungsbedarfs in einigen EWU - Ländern dürfte die EWU in H1 2013 in der Rezession verharren und danach auf einen sehr flachen Wachstumspfad einschwenken. Die Wirtschaft ist 2012 um 0,6% geschrumpft. 2013 dürfte das BIP trotz der erwarteten Erholung im Jahresverlauf erneut sinken ( - 0,6%), wobei merkliche Abwärtsrisiken bestehen. — Nach 4 kräftigen Anstiegen fiel der ifo - Index im März und April. Sowohl die Erwartungen als auch die Ge schäftsl a- ge waren merklich eingetrübt. Der Index lag im April aber spürbar über seinem langfristigen Durchschnitt und de u- tet auf diesem Niveau auf moderates Wachstum hin. — Die politische Unsicherheit in Italien und Zypern und die etwas enttäuschenden Konjun kturzahlen aus den USA und China dürften eine Rolle gespielt haben. — Im April gingen die Einschätzungen in allen befragten Wirtschaftsbereichen zurück. Die Exporterwartungen im Ver arbeitenden Gew erbe stiegen im April wieder leicht nach moderatem Minus im Mä rz. — Die deutschen und europäischen Einkaufsmanagerind i- zes (PMI) haben im März und April die Gewinne von E n- de 2012 weitgehend wieder abgegeben und befinden sich nun im kontraktiven Bereich (Werte <50). Der deut - sche Index für die Industrie ist noch etwa s über seinen Werten von Ende 2012, während bei den Dienstleis tern die Einschätzung leicht negativer ist als noch in Q4/12. — Für Deutschland deuten die PMIs auf einen Rückgang der Konjunkturdynamik hin und sind damit deutlich pe s- simistischer als der ifo. I m Frühjahr 2012 gab es eine ähnliche Situation. Damals beschrieb der ifo - Index die tatsächliche Entwicklung des BIPs und der Industriepr o- duktion aber besser als die Einkaufsmanagerindizes. -1 0 1 2 3 4 5 6 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 10 11 12 13 % gg. Vq. (links) % gg. Vj. (rechts) Entwicklung des realen BIP Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 10 11 12 13 14 EWU ex DE DE BIP Entwicklung: DE vs. EWU % gg. Vq. Quelle: Eurostat 70 80 90 100 110 120 130 08 09 10 11 12 13 Erwartungen Lage Klima Ifo - Index - Gewerbliche Wirtschaft insgesamt 2005=100 Quelle: ifo 30 35 40 45 50 55 60 65 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Verarb. Gewerbe Dienstleistungen Einschätzung der Einkaufsmanager PMI, Index Quelle: Markit Ausblick Deutschland 17 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (2) — Mit einem Anstiegs um 2,3% gg. Vm. glich der Auftrag s- eingang im Februar den Rückgang im Vormonat ( - 1,6%) wieder aus. Der Februar war stark von Flugzeugbeste l- lungen getrieben, aber auch ohne diese betrug das Plus 1,2% nach einem Minus von 2,0% im Vormonat. — Dank positiver Auslandsnachfrag e (+2,7% gg. Vj.) lag en die Aufträge insgesamt wieder auf Vorjahresniveau. — Konjunkturumfragen (ifo, PMI) deuten auf einen weiteren Anstieg der Auslandsumfrage hin, wobei der PMI für das Verarbeitende Gewerbe den schwächeren Trend ande u- tet. — Im Februar st ieg die Industrieproduktion um 0,5% gg. Vm. Aufgrund des schwachen Januars liegt die Produ k- tion aber noch 0,3% unter dem Q4 - Schnitt, was unsere vorsichtige BIP - Schätzung für Q1 (+0,1% gg. Vq.) stützt. — Dank kräftigem Plus bei den Investitionsgütern (+2,4%) stieg die Produktion des Ver. Gew. um 0,4%. Beim Bau ( - 2,7%) und der Energieproduktion (+3,9%) machten sich wohl Wettereffekte bemerkbar. — Das Produktionsniveau lag im Feb. um 1,8% unter Vo r- jahr. Die Produktion dürfte sich in den nächsten Monaten laut ifo - I ndex verbessern, wenn auch wohl nicht so stark wie die Grafik nahelegt. — Die Zahl der Beschäftigten lag im Feb. 0,7% über Vj. und befindet sich mit 41,7 Mio. Personen nahe dem histor i- schen Höchststand. Die Zahl der sozialversicherung s- pflichtig Beschäftig ten liegt 1,4% über Vj. — Der Beschäftigungsaufbau hatte sich im Jahresverlauf 2012 verlangsamt. Während die Beschäftigung im J a- nuar 2012 noch um gut 1,4% gg. Vj. stieg, waren es di e- sen Januar nur noch 0, 6% gg. Vj. Im Februar lag das Besch äftigungswachstum g g. Vj. bei 0, 7%. — In Q1 scheint sich der Beschäftigungsaufbau wieder etwas beschleunigt zu haben. Im Jan./Feb. betrug er im Schnitt 37 Tsd. In Q4 waren es 20 Tsd. — Der Arbeitsmarkt startete gut ins Jahr 2013. Nachdem die Zahl der Arbeitslosen in der zweit en Jahreshälfte 2012 zu steigen begann (im Schnitt um 8 Tsd. im M o- nat), kam der Anstieg in Q1 2013 zum Stillstand. Die A r- beitslosenquote lag im März konstant bei 6,9%. — Frühindikatoren – ifo, PMI, Stellenindex BA - X – deuten auf einen robusten Arbeitsmarkt i n den nächsten Mon a- ten hin. Ab Mitte 2013 dürfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt wieder verbessern. — Aufgrund der temporären Schwäche im Winterhalbjahr dürfte die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2013 von 6,8% (2012) auf 6,9% ansteigt. -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 11 12 13 Insgesamt Inland Ausland - EWU Ausland - Nicht - EWU Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe % gg. Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt 77 82 87 92 97 102 107 112 117 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 08 09 10 11 12 13 Industrieproduktion (links) ifo - Erwartungen (4 M. verz., re.) % gg. Vj. (links), 2005=100 (rechts) Quellen: ifo, Statistisches Bundesamt Industrieproduktion und ifo-Erwartungen 90 95 100 105 110 115 120 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 08 09 10 11 12 13 Erwerbstätige (links) ifo - Beschäftigungsbarometer (um 6 Monate verzögert, rechts) % gg. Vj (links), 2005=100 (rechts) Erwerbstätige und ifo - Beschäftigungsbarometer - 100 - 50 0 50 100 150 200 4 5 6 7 8 9 10 08 09 10 11 12 13 Veränd. der Arbeitslosigkeit (rechts) Arbeitslosenquote (links) Arbeitslosigkeit % der zivilen Erwerbspersonen (links); gg. Vm., '000 (rechts) Quelle: Bundesagentur für Arbeit, DB Research Ausblick Deutschland 18 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Konjunktur (3) — Zu Beginn des Jahres hat der Preisauftrieb stark nac h- g e lassen. Nachdem die Inflation 2012 im Schnitt 2,0% betrug, fiel sie im März auf 1,4% (Jan. 1,7%; Feb. 1,5%). — Zu dieser Verlangsamung trugen vor allem die Energi e- preise bei . Sie lagen im März nur 0,5% über Vj. nach noch knapp 4% Ende 2012. Die Kerninflation betrug im März 1,3% (zuvor 1,1%). Dies war durch (temporäre) E f- fekte von höheren Preisen für Pauschalreisen getrieben. — Angesichts der verhaltenen Entwicklung der Öl - , Imp ort - und Produzentenpreise sollte die Inflation in den näch s- ten Monaten sehr gedämpft bleiben. Für 2013 erwarten wir im Schnitt eine Inflationsrate von 1,6%. — Im Februar hat sich der Handelsbilanzüberschuss mer k- lich auf EUR 17,1 Mrd. (zur EUR 15,6 Mrd.) erhöht. D a- mit könnte der Außenbeitrag in Q1 das Wachstum wen i- ger dämpfen als von uns erwartet. — Getrieben wurde der Anstieg im Februar durch einen kräftigen Rückgang der Importe um 3,8% gg. Vm. (zuvor +3,3%), während die Exporte mit - 1,5% (zuvor +1,3%) weni ger stark nachgaben. — Die Schwäche der Importe ist wohl teilweise dem Lage r- abbau geschuldet. Darauf deuten die Komponenten der Einkaufsmanager - Umfrage zum Umfang der Lager an Vor - und Fertigprodukten hin. — Seit dem Beginn der Eurokrise ist der Anteil der EWU - Exporte an den gesamten deutschen Exporten um nahezu 10% - Punkte auf zuletzt etwa 38% gefallen (Asien 17% und USA 8%). — In Folge der Eurokrise und der Rezession in zahlreichen EWU - Ländern sind die Exporte dorthin gg. Vj. rückläufig, wodurch der deutsche Handelsbilanzüberschuss ggü. den EWU - Staaten deutlich gesunken ist. — Mehr als ausgeglichen wird dieser Rückgang bisher aber durch den Anstieg der Exporte nach Asien und in die USA. Insbesondere der Auto - Export trieb. Gerade die US - Exporte ließen zuletzt abe r stark nach. — Die Exporte dürften 2013 zunächst schwach bleiben. Die Exporterwartungen (laut ifo) hatten sich Ende 2012 und in den ersten beiden Monaten 2013 von ihren Tiefstä n- den erholt. Im März gab es zwar einen moderaten Rüc k- gang. Dennoch blieben die Erwartungen leicht über i h- rem historischen Durchschnitt. — Dagegen dürften die Importe bei einem noch recht h o- hen Beschäftigungsniveau und realen Einkommensz u- wächsen relativ stabil bleiben. Zumal wenn die Anpa s- sung der Lager zum Ende kommt. — Der Wachstumsbei trag der Nettoexporte dürfte auch im ersten Quartal 2013 negativ bleiben (Q4: - 0,8% - Punkte). -15 -10 -5 0 5 10 15 20 -1 0 1 2 3 4 08 09 10 11 12 13 Kerninflationsrate (l.) Inflationsrate (l.) Energiepreise (r.) Inflationsrate und Kerninflationsrate % gg. Vj. (Kerninflationsrate wegen Statistikumstellung erst ab 2011 verfügbar) Quellen: Statistisches Bundesamt, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Handelsbilanz (rechts) Exporte (links) Importe (links) Warenhandel % gg. Vj. (links), EUR Mrd. (rechts) Quelle: Deutsche Bundesbank - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 40 08 09 10 11 12 13 Insgesamt Asien Eurozone USA Deutsche Warenexporte Warenexporte, % gg. Vj, gl. 3M Durchschnitt Quelle: Deutsche Bundesbank 75 80 85 90 95 100 105 110 115 - 30 - 20 - 10 0 10 20 30 08 09 10 11 12 13 Warenexporte (links) ifo - Exporterwartungen (um 3 Monate verzögert) (rechts) Exporte & ifo - Exporterwartungen % gg. Vj. (links), Index (rechts) Quellen: Deutsche Bundesbank, ifo Ausblick Deutschland 19 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Branchen — Die reale Produktion des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland ist 2012 um 1,1% gesunken. Vor allem im 4. Quartal lag die Fertigung unter dem Durchschnitt des Gesamtjahres. Für 2013 halten wir eine Stagnation der Produktion für wahrscheinlich. — Die Auftragseingänge lagen 2012 um 6% unter dem Niveau von 2011. Insbesondere die Aufträge aus der E u- rozone gingen stark zurück und zeigen bis z uletzt noch keinen stabilen Aufwärtstrend. Die Bestellungen von außerhalb der Eurozone wirken insgesamt stützend. — Risiken für die Industrie bestehen in einer Konjunktura b- kühlung in wichtigen Exportmärkten. — Die Produktion in der Automobilindustrie lag im 4. Qua r- tal 2012 spürbar unter dem Durchschnitt des Gesamtja h- res und hat sich seither noch nicht wesentlich erholt . I n s - gesamt nahm die P roduktion im letzten Jahr leicht ab. — Die Geschäftserwartungen gaben im März und April deutlich nach, nachdem sie zuvor dreimal in Folge g e- stiegen waren. Die Kapazitätsauslastung in der Autom o- bilindustrie hat sich Anfang 2013 stabilisiert. — Auch aufgrund des statistischen Unterhangs erwarten wir für 2013 einen Produktionsrückgang in der Autom o- bilindustrie von real 2%. — Mit dem Rückgang der Aufträge im Maschinenbau im vergangenen Jahr zeigte auch die Produktion Schw ä- chen. Im Gesamtjahr 2012 war die Fertigung aber noch um 1,4% gewachsen. — Die Auftragseingänge im Maschinenbau sendeten z u- letzt uneinheitlich Signale. Eine allmähl iche Stabilisi e- rung der Eurozone und eine Wachstumsbeschleunigung in Asien könnten 2013 die Auslandsnachfrage beleben. — Für 2013 rechnen wir mit einem Rückgang der Produkt i- on im Maschinenbau um 1%. Dabei unterstellen wir im Verlauf von 2013 eine aufwärts ge richtete Produktion s- entwicklung, welche den Unterhang aus 2012 ausgleicht. — In den frühzyklischen Branchen sind noch keine starken Konjunkturimpulse für 2013 zu erkennen. — In der Chemieindustrie hat gab die Produktion in den letzten zwei Monaten leicht n ach. Im Gesamtjahr 2012 sank sie um - 2,8% . 2013 dürfte die Fertigung um 1,5% zulegen. — Die Produktion in der kunststoffverarbeitenden Industrie zog Anfang 2013 etwas an. Zudem sind die Geschäft s- erwartungen in den positiven Bereich zurückgekehrt. — Die Metalle rzeugung nahm 2012 zwar um 3,6% zu, 2013 könnte sie jedoch ein marginales Produktionsplus erzi e- len. 90 95 100 105 110 115 10 11 12 13 Aufträge Produktion 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Verarbeitendes Gewerbe: Produktion und Aufträge 50 60 70 80 90 100 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Kapazitätsauslastung (rechts) Produktion (links) Automobilindustrie: Produktion & Kapazitätsauslastung 2010=100, sb. (links), Kapazitätsauslastung in % (rechts) Quellen: Statistisches Bundesamt, ifo 80 90 100 110 120 130 10 11 12 13 Produktion Auftragseingang Maschinenbau: Aufträge und Produktion 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt 90 95 100 105 110 10 11 12 13 Chemie Kunststoffe Metallerzeugung und - bearbeitung Produktion: Frühzyklische Branchen 2010=100, sb. Quelle: Statistisches Bundesamt Ausblick Deutschland 20 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (1) — Nicht zuletzt wegen Rückzahlungen bei den LTROs ist die EZB - Bilanz um etwa EUR 470 Mrd. ggü. dem Höchst stand (29. Juni 2012) geschrumpft. Dies könnte ein erstes Anzeichen für einen – wenn auch passiven – beginnenden Ausstieg aus der unkonventionellen Gel d- politik sein. Angesichts der zuletzt enttäuschenden PMI- Daten für April rechnen wir mit einer Leitzinssenkung um 25 Bp. auf 0,50% am 2. Mai. — Die EBZ steht weiter bereit, unter Konditionalität OMT zu starten, und hat damit zur relativen Ruhe an den Märkten (trotz Italien, Zypern und Portugal) beigetragen. — Die Kosten besicherter Interbanken - Refinanzierung sind auf Rekordtief von etwa 0,15% p.a. ( - 60 Bp. gg. Vj.) g e- fallen. — Die Rendite deutscher Anleihen war seit Jahresanfang von 1,32% auf zwischenzeitlich 1,70% (Ende Januar) gestiegen. — Mit den bestehenden Unsicherheiten in Italien und Z y- pern sind die Renditen deutscher Anl eihen wieder auf momentan 1,22% gesunken. — Trotz eines Realzinses nahe Null bevorzugen viele A n- leger den „sicheren Hafen“ Deutschland, eines der wen i- gen Länder mit AAA - Rating in Europa. — Die Intra - EWU - Renditeabstände haben sich durch EZB - Präsident Draghi s Ankündigung, dass die EZB alles tun wird, um den Euro zu erhalten (26. Juli), und den klaren politischen Willen insbesondere der Bundesregierung, die Eurozone zusammenzuhalten, deutlich verringert. — Daneben hob EZB - Präsident Draghi die Stabilisierung bei den Bankeinlagen in der Peripherie, Kapitalzuflüsse aus d em Ausland und sinkende Target2 - Salden als we i- tere Indizien für eine Defragmentierung hervor. — Die Renditeabstände von italienischen und spanischen Anleihen haben am deutlichsten auf die in Aussich t g e- stellte EZB - Intervention (OMT) reagiert. — Die Spreads sanken seit Anfang September in Spanien um etwa 215 und in Italien um rund 150 Basispunkte. — Am kurzen Ende (3J), dem Fokus des OMT - Programms, haben sich die Renditeabstände in Spanien und in Italien fast halbiert. 0 1 2 3 4 5 6 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins 3M - Satz EWU: Leitzins & 3M - Satz % Quellen: EZB, Global Insight 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 11 12 13 % Quelle: Global Insight Rendite 10 - jähriger deutscher Staatsanleihen 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 12 13 Niederlande Finnland Frankreich Österreich EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight 200 300 400 500 600 700 12 13 Spanien Italien EWU: Renditeabstände Gegenüber dt. Staatsanleihen, Basispunkte Quelle: Global Insight Ausblick Deutschland 21 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (2) — Derzeit liegt der DAX bei etwa 7800 Punkten. Der Dax hat sich zuletzt gut gehalten, auch weil es bei teilweise negativen Realzinsen am deutschen Anleihemarkt an Anlagealternativen fehlt. Der Abstand der D ividenden - zur Anleiherendite liegt auf hohem Niveau. Zuletzt gab es eine holprige Berg - und Talfahrt, insbesondere nach den Wahlen in Italien und den schwierigen Verhandlu n- gen des Hilfspakets für Zypern. — Dax seit Beginn der Schuldenkrise relativ zu Aktie n im Euroraum mit deutlich besserer Wertentwicklung. Uns e- re Aktien - Analysten erwarten einen Stand des DAX von 8000 und des Stoxx 600 von 315 zum Jahresende 2013. — Rohstoffpreise – insbesondere Industrie und Energi e- rohstoffpreise – dürften in 2013 aufgrun d des kräftigeren Wachstums in China – dem größten Rohstoffimporteur – und der moderaten Wachstumsbelebung in den Industrieländern leicht steigen. — Nahrungsmittelpreise sind in Q3 2012 wegen Dürren (z.B. USA und Osteuropa) deutlich gg. Q2 gestiegen, fi e- le n zuletzt aber wieder recht kräftig. Im März 2013 lagen sie 17% unter dem Höchststand des vergangenen Ja h- res. — Nach einem schwachen Winterhalbjahr, dürfte sich die Nachfrage nach Öl in H2 2013 im Zuge der weltweiten Konjunkturbelebung erhöhen. Zusätzlic he preistreibende Wirkungen könnten von der Angebotsseite (z.B. geopol i- tische Risiken, Iran) ausgehen. — Insgesamt dürfte der Ölpreis in etwa um sein derzeitiges Niveau schwanken. Zum Ende des Jahres erwarten u n- sere Rohstoffstrategen einen Ölpreis von USD 11 5 per Barrel Brent. — Der Goldpreis liegt momentan bei etwa USD 1400 per Feinunze und damit mehr als 20% unter dem Höchs t- stand des vergangenen Jahres (4. Okt 2012). — Unsere Rohstoff-Analysten senkten ihre Prognose für den Goldpreis von USD 2000 auf USD 1700 per Feinun- ze zum Jahresende. Dies wäre der geringste Anstieg gg. Vj. (eop) seit dem Jahr 2001. — Der Anstieg der Realzinsen in den USA, eine gesunkene Risikoprämie für Aktien und verstärkte Anzeichen für den Beginn eines Aufwertungstrends des USD sorgen für die gedämpfte Entwicklung des Goldpreises. 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 07 08 09 10 11 12 13 Dax 30 EuroStoxx 50 (normiert) Aktienindizes Quellen: Global Insight, DB Research 0 20 40 60 80 100 120 140 160 08 09 10 11 12 13 Nahrungsmittel Industrierohstoffe Insgesamt Energierohstoffe Rohstoffpreise HWWI Index, 2010=100, EUR Basis Quelle: HWWI 0 20 40 60 80 100 120 140 160 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Barrel EUR je Barrel Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research Ölpreis Brent Blend, USD oder EUR je Barrel 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 1800 2000 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 USD je Feinunze EUR je Feinunze Quellen: Global Insight, Reuters, DB Research USD oder EUR je Feinunze Goldpreis Ausblick Deutschland 22 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (3) — Trotz der öffentlichen Debatte über Inflationsgefahren, erwarten die von der EZB befragten privaten Prognost i- ker keinen Anstieg der Inflation. Ihre Erwartungen über die In flationsrate (EWU) in 2 Jahren fielen zuletzt leicht auf 1,8%. Unverändert wird in 5 Jahren eine Inflationsr a- te von 2,0% erwartet. — Die aus der Differenz 10 - jähriger nomineller deutscher Staatsanleihen und der Rendite inflationsgeschützter A n- leihen berechn ete Inflationserwartung für die nächsten 10 Jahre schwankt seit Anfang 2011 zwischen 2 und gut 2 ½%. — Allerdings dürfte diese „implizite Inflationserwartung“ verzerrt sein. Zum einen ist der derzeitige Realzins nahe Null ökonomisch nur schwer zu erklären. Z um anderen sind die Anleiherenditen durch massive Käufe einiger großer Zentralbanken und bestehender „safe haven“ - Käufe wohl nach unten verzerrt. — Der Euro stieg seit dem Tief Mitte des Jahres 2012 bis Anfang Februar um 13% auf EUR/USD 1,37. Dies ging au f die deutliche Reduktion des Extremrisikos eines Auseinanderbrechens der Eurozone und der damit ve r- bundenen Reduktion der Kapitalflucht, Verbesserung des Leistungsbilanzsaldos der Eurozone und die expa n- sivere Geldpolitik der Fed relativ zur EZB sowie die U n- sicherheit über die Lösung der fiskalischen Probleme in den USA zurück. — In Folge des politischen Schwebezustands in Italien, der schwierigen Verhandlungen des Hilfspakets für Zypern und relativ schwacher Konjunkturzahlen in der Eurozone wertete der Euro seit dem Hoch im Februar um 4% ab und notiert aktuell bei einem EUR/USD Kurs von 1,30. — Unsere Wechselkursstrategen erwarten einen EUR/USD Kurs von 1,26 in 3 Monaten. — In H2 2013 dürfte sich das Wachstum der USA auf etwa 3% erhöhen und für einen stärkeren USD sorgen – u n- sere Strategen rechnen daher mit einem EUR/USD Kurs von 1,23 in 6 Monaten. Sie sehen die aktuelle USD - Stärke als Beginn eines mehrjährigen USD - Aufwertungs - zyklus. -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 30 35 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 07 08 09 10 11 12 13 Implizite Inflationserwartung (links) In 2 Jahren* (links) Lange Frist* (links) Preisentwicklung nächste 12 M** (rechts) Inflationserwartungen Eurozone % gg. Vj. (links), Saldo der pos. u. neg. Antworten (rechts) * ECB Survey of Professional Forecasters, ** EC Consumer Survey Quellen: EZB, Europäische Kommission, Bloomberg 0,8 0,9 1 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 130 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 Nom. eff. EUR - Wechselkurs (l.) Realer eff. EUR - Wechselkurs (l.) USD je EUR (r.) Wechselkursentwicklung des Euro 1999Q1=100 (links), USD je EUR (rechts) Quellen: EZB, Reuters Ausblick Deutschland 23 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (4) — Zum Jahresbeginn verhaltene Entwicklung bei Unte r- nehmenskrediten in Deutschland: Feb - 0,2% ggü. Vo r- jahr. — Obwohl das deutsche Wachstum nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt des Euroraums liegt, schlägt sich die seit sieben Quartalen rückläufige Investitionstätigkeit im Kreditvolumen nieder . Teilweise auch Substitution durch Anleiheemission. — Im Euroraum weiterhin deutlicher Rückgang des Kredi t- volumens: - 4,2% ggü Vorjahr im Feb., bedingt durch a n- haltendes Deleveraging und Schwierigkeiten in Krise n- ländern. — — Im 2. Halbjahr 2012 Beschleunigun g des Hypotheka r- kreditwachstums in Deutschland und Fortsetzung des Trends zu Jahresbeginn: + 2,1% ggü. Vorjahr im Feb. Zuwächse damit fast auf Werten der Vorkrisenperiode. — Niedriges Zinsniveau und in Teilen positive Erwartungen an den Immobilienmärkten wir kten sich bisher nur b e- grenzt auf die Kreditnachfrage aus, da Investitionen zum Teil durch Portfolioumschichtungen finanziert werden. — Nach wie vor höheres Hypothekarkreditwachstum in Deutschland als in der EWU (+1,4% im Februar). — Das niedrige Zinsnive au senkt Refinanzierungskosten der Banken, was wiederum auch an Kunden weiterg e- geben wird. — Zinssätze für Unternehmens - und Hypothekarkredite weiterhin auf historisch niedrigem Stand: Feb. 2,9% für Hypothekar - und 3% für Unternehmenskredite. — Unternehme n schätzen Kreditvergabe weiter als unpr o b - lematisch ein. — Im März leichter Rückgang des Anteils der Unterne h- men, die die Kreditvergabe als restriktiv einstufen; bei Industrieunternehmen: - 1 Prozentpunkt ggü. Vormonat; Bauunternehmen - 0,4 Prozentpunkte. — Im historischen Vergleich sehr geringe Kredithürde s o- wohl für das Baugewerbe als auch das V erarbeitende Gewerbe. -8 -4 0 4 8 12 16 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Kredite an Unternehmen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research -2 0 2 4 6 8 10 12 14 06 07 08 09 10 11 12 13 Euroraum Deutschland Privates Hypothekenvolumen % gg. Vorjahr Quellen: EZB, DB Research 0 1 2 3 4 5 6 7 06 07 08 09 10 11 12 13 EZB - Leitzins Ø - Zins für private Hypotheken (Neugeschäft) Ø - Zins für Unternehmenskredite < EUR 1 Mio. (Neugeschäft) Zinsen für Kredite % Quellen: EZB, Bundesbank 0 10 20 30 40 50 60 09 10 11 12 13 Verarbeitendes Gewerbe Bau Kredithürde Anteil der Unternehmen, die angeben, die Kreditvergabe sei "restriktiv" (in %) Quelle: ifo Ausblick Deutschland 24 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Finanzmärkte (5) — Wie bereits im Vormonat, weiterhin recht schwache Emissionstätigkeit des öffentlichen Sektors. Im Februar em ittierten Bund und Länder insgesamt EUR 35 Mrd. — Günstige Kassenlage des Bundes und relativ niedriges Plandefizit haben Neufinanzierungsbedarf der öffentl i- chen Hand sinken lassen. — Inkrafttreten einer EWU - weiten Regelung im Januar di e- ses Jahres. Anleihen des Bundes mit einer Laufzeit von mindestens 1 Jahr werden nun mit Umschuldungskla u- seln (CAC) begeben. — Emissionstätigkeit der Banken lag im Februar bei EUR 78 Mrd. und damit leicht über dem langjährigen Monat s- durchschnitt. — In den vergangenen Monaten allg emeine Verbesserung der Refinanzierungssituation der Banken im Eurogebiet. — In den vergangenen Jahren Bedeutungsverlust von Pfandbriefen und klassischen Bankschuldverschreibu n- gen; Wachstum nahezu ausschließlich bei Anleiheemi s- sionen durch öffentlich - rechtl iche Förderbanken. — Im Februar 2013 leichte Zunahme der Emissionstätigkeit der Unternehmen (EUR 24 Mrd.). Weiterhin gedämpfter Finanzierungsbedarf der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr. — Nach wie vor jedoch sehr vorteilhaftes Umfeld für die Emission v on Unternehmensanleihen: allgemein niedr i- ges Zinsniveau , geringe Risikoaufschläge und S earch for yield auf Seiten der Investoren. — Markt für Unternehmensanleihen wächst nach wie vor schneller als der für Unternehmenskredite. — Nach wie vor unterdurchschni ttliche Aktienemissionst ä- tigkeit trotz relativ günstigen Marktumfelds in Deutsc h- land: im Februar EUR 0,3 Mrd. im Vergleich zu 0,7 Mrd. im Januar 2013. — Unternehmen decken Eigenmittelbedarf vorzugsweise intern bzw. haben insgesamt geringen Eigenmittelbdarf. 0 100 200 300 400 500 600 700 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Emission von Staatsanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research ,0 200,0 400,0 600,0 800,0 1000,0 1200,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Emission von Bankanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Emission von Unternehmensanleihen Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Emission von Aktien Jahresverlauf kumuliert, Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, DB Research Ausblick Deutschland 25 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Chartbook: Wirtschaftspolitik — Zum Jahresende 2012 ist der deutsche Schuldenstand auf 81,9 % des Bruttoinlandsproduktes gestiegen. Er liegt damit fast wieder beim Höchstwert des Jahres 2010. Trotz eines gesamtstaatlichen Überschusses in 2012 nahm d er Schuldenstand damit um 1,5% - Punkte des BIP bzw. EUR 81 Mrd. gegenüber 2011 zu. — Der Zuwachs rührt zum einen aus den Unterstützung s- maßnahmen im Rahmen der Staatsschuldenkrise im Umfang von EUR 45 Mrd. (ESM: EUR 8 Mrd., EFSF: EUR 36 Mrd.). Diese sind zwar nicht relevant für das Maastricht - Defizit , gehen aber in den Schuldenstand ein. Zum anderen stiegen der Schuldenstand des Bundes sowie einiger Länder und Kommunen. Die Maßnahmen zur Unterstützung des Finanzsektors (Bad Banks) haben sich 2012 annähernd aus geglichen. Der kumulierte E f- fekt aller Unterstützungsmaßnahmen (Staatschuldenkr i- se und Finanzsektor) beträgt seit 2008 13,5% des BIP (EUR 350 Mrd.). — Die Eurokrise hat einen erheblichen negativen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit großer Familienunterne hmen in Deutschland. Bedeutendste Faktoren sind vor allem geringe Planungssicherheit und Probleme beim Absatz von Gütern und Dienstleistungen in Eurokrisenländern. — Der bisherige Höhepunkt war im Sommer/Herbst des vergangenen Jahres zu verzeichnen – bevo r die Europ ä- ische Zentralbank ihre Interventionsbereitschaft an den Märkten bekräftigte. — Mit Beruhigung der Märkte ist der Anteil der Unterne h- men, die negative Auswirkungen durch die Eurokrise s e- hen, zuletzt wieder zurückgegangen. Trotzdem geben nach wie vor mehr als 50% der Unternehmen an, dass sich die Eurokrise negativ auf ihre Geschäftstätigkeit auswirkt. — Zuletzt konnte die SPD unter Peer Steinbrück in den Umfragen wieder etwas Boden gut machen. Bei der SPD ist die Spannweite zwischen Umfragen beso nders groß. Während die CDU um die Marke von 40% schwankt, bewegen sich die Werte für die SPD im Bereich von 22% bis 28%. Bei den meisten Meinungsforschungsinstituten liegen die Regierungsparteien, Union und FDP, gege n- wärtig knapp vor der SPD und den Grün en. — Die erst im April neu gegründete euroskeptische Partei Alternative für Deutschland (AfD) ist bislang erst bei w e- nigen Meinungsforschungsinstituten im Rahmen der r e- gelmäßigen Wahlumfrage berücksichtigt w o rden. Dort konnte sie aus dem Stand Werte von 3% erzielen – in diesem frühen Stadium ein bemerkenswertes Ergebnis. Damit kanalisiert sich in Deutschland erstmals der Pr o- test gegen die derzeitige Europolitik in einer Partei. Erste Umfragen zeigen, dass die AfD sowohl mit Stimmen von etablierten Parteien a ls auch von bisherigen Nichtwä h- lern rechnen kann. Damit könnte die AfD erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Bundestagswahl nehmen. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 05 06 07 08 09 10 11 12 Bund Länder Gemeinden Verschuldung des Staates in % des BIP, Maastricht - Abgrenzung, Quartalswerte Quellen: Deutsche Bundesbank, DB Research 41,6 42,7 60,9 50,8 37,8 37 23,2 28,3 20,6 20,3 15,9 20,9 0% 20% 40% 60% 80% 100% Frühjahr 2011 Frühjahr 2012 Herbst 2012 Frühjahr 2013 negativ neutral positiv Einfluss der Eurokrise auf Geschäftstätigkeit im Zeitraum 2011 - 2013 in %, Umfrage unter großen Familienunternehmen (Umsatz > Eur 50 Mio) Quellen: IfM Bonn, DB Research 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Sep 2009 Dez 2011 Feb 2012 Apr Jun Aug Okt Dez Feb Apr. CDU/CSU SPD FDP Grüne Linke Piraten 15 28 7 5 38,5 3 Wahl 2009 Deutscher Bundestag, wenn morgen gewählt würde Quelle: IfD Allensbach Wahl - bzw. Umfrageergebnisse, % Ausblick Deutschland 26 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Ansprechpartner für die Chartbooks: Konjunktur und Finanzmärkte: Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) Branchen: Antje Stobbe (+49 69 910-31847, antje.stobbe@db.com) Wirtschaftspolitik: Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Frank Zipfel (+49 69 910-31890, frank.zipfel@db.com) Dieter Bräuninger (+49 69 910-31708, dieter.braeuninger@db.com) Nicolaus Heinen (+49 69 910-31713, nicolaus.heinen@db.com) Deutschland: Termine der Finanz-, der Wirtschafts- und der Europapolitik Datum Ereignis Anmerkungen 2. Mai Sitzung des EZB - Rates in Bratislava Wir erwarten eine Senkung des Leitzinses um 25 Bas ispunkte. 3. Mai Europäische Kommission Veröffentlichung der BIP - Frühjahrsprognosen. 4./5. Mai Außerordentlicher Bundesparteitag der FDP U.a. Verabschiedung des Wahlprogramms. 6. - 8. Mai Arbeitskreis Steuerschätzung Gegenüber Herbstprognose leichte Abfla chung des prognostizierten Anstiegswinkels der Steuereinnahmen für 2013 (+3%) und darüber hinaus zu erwarten. 10./11. Mai Treffen der G7 - Finanzminister und - Notenbank - gouve rneure in Buckinghamshire/ London Debatte über Lage der Weltwirtschaft und an intern ationalen Finanzmärkten. 13./14. Mai ECOFIN und Eurogruppe in Brüssel Beratung der wirtschaftlichen Lage im Eurogebiet (Basis Frühjahrsprognose der Kommission) einschließlich Makro - Ungleichgewichte. 22./23. Mai Europäischer Rat in Brüssel Informelles Tr effen der Staats - und Regierungschefs. Ende Mai Sitzung des Stabilitätsrates 6. Juni Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 11./12. Juni Bundesverfassungsgericht Karlsruhe: Mündliche Verhan d- lung im Hauptsacheverf ahren ESM/EZB Entscheidung wohl im Sommer. Sie dürfte in Einklang mit konstruktiven früheren Entscheidungen fallen, die erwarten lassen, dass 1. das Gericht die Geldpolitik der EZB nicht kommentieren wird, 2. alle wichtigen Beschlüsse intergouvernementaler Institutionen wie EFSF und ESM der Legitimierung durch den deutschen Gesetzgeber bedürfen. 17./18. Juni G8 - Gipfel in Großbritannien Schwerunkte der britischen Präsidentschaft: Stärkung des Wachstums der Weltwirtschaft, Liberalisierung des int. Handels, M aßnahmen gegen Steue r- vermeidung u.a. 20./21. Juni ECOFIN und Eurogruppe in Luxemburg U.a. dritte bzw. achte bzw. zehnte Beratung des Fortschrittsberichts zu Gri e- chenland bzw. Portugal bzw. Irland; dritter Bericht zum Programm für span i- schen Finanzsektor; (möglicherweise) Erweiterung des Eurogebietes (Let t- land) . 27./28. Juni Europäischer Rat in Brüssel Länderspezifische wirtschaftspolitische Empfehlungen. 4. Juli Sitzung des EZB - Rates, Pressekonferenz Überprüfung des geldpolitischen Kurses. 19./20. Juli Treffen der G20 - Finanzminister und - Notenbankgouverneure in Moskau Quelle: DB Research Ausblick Deutschland 27 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor Q1 2012 Q2 2012 Q3 2012 Q4 2012 Q1 2013 Nov . 2012 Dez . 2012 Jan . 2013 Feb . 2013 M ä rz 2013 Apr il 2013 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 109,2 107,1 102,3 101,4 106,1 101,5 102,5 104,3 107,4 106,7 104,4 ifo Geschäftserwartungen 101,8 100,0 94,3 95,6 103,0 95,4 98,1 100,7 104,7 103,6 101,6 PMI Composite 52,9 49,3 47,9 49,1 5 2,8 49,2 50,3 54,4 53,3 50,6 48,8 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 104,3 102,5 96,4 95,1 101,1 94,6 96,3 99,1 102,3 101,9 99,3 PMI Verarbeitendes Gewerbe 49,9 45,5 45,0 46,3 49,7 46,8 46,0 49,8 50,3 49,0 47,9 Produktion (% gg. Vp.) 0,1 0,0 0,2 - 2,6 - 0,4 0,2 - 0,6 0,5 Auftragseingang (% gg. Vp.) - 0,2 - 0,4 - 1,7 1,0 - 2,7 1,1 - 1,6 2,3 Grad der Kapazitätsauslastung 85,1 84,9 83,7 82,1 83,2 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) - 2,9 2,6 0,5 - 2,3 1,1 - 6,5 - 0,5 - 0,5 Auftragseingang (% ggü. Vp.) 8,6 - 5,2 - 1,3 2,1 - 20,2 0,8 9,5 4,4 ifo Bauhauptgewerbe 123,0 119,9 118,0 117,6 125,6 118,3 118,8 122,7 127,0 127,2 124,5 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 52,9 51,3 49,4 50,0 53,8 49,7 52,0 55,7 54,7 50,9 49,2 Konsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 0,3 - 1,1 - 7,9 - 10,0 - 6,5 - 10,2 - 10,4 - 7,6 - 6,4 - 5,4 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) - 0,9 1,0 - 0,9 - 0,5 1,7 1,0 - 2,0 2,9 - 0,3 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) 1,3 0,2 - 7,0 - 6,2 - 10,5 - 3,5 - 16,4 0,0 - 10,5 - 17,1 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 0,1 0,1 - 1,0 2,2 - 4,7 1,6 - 2,7 2,3 Exporte (% gg. Vp.) 2,1 1,5 1,3 - 2,0 - 2,2 0,2 1,3 - 1,5 Importe (% gg. Vp.) 1,1 - 0,2 0,2 - 0,8 - 3,8 - 1, 5 3,3 - 3,9 Nettoexporte (EUR Mrd.) 43,5 47,9 50,8 47,1 15,6 16,9 15,6 17,2 Arbeitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,8 6,8 6,8 6,9 6,9 6,9 6,9 6,9 6,9 6,9 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) - 32,3 14,7 21,7 30,3 - 7,3 4,0 0,0 - 13 ,0 0,0 13,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 1,4 1,2 1,1 0,8 0,8 0,7 0,6 0,7 ifo Beschäftigungsbarometer 108,5 107,8 106,5 106,3 106,8 106,5 106,9 106,6 106,9 106,9 Preise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 2,4 2, 1 2,1 2,0 1,8 1,9 2,0 1,9 1,8 1,8 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,4 1,2 1,3 1,4 1,2 1,5 1,1 1,3 1,8 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) 3,3 2,0 1,4 1,5 1,1 1,4 1,5 1,7 1,2 0,4 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) - 9,6 - 7,8 - 4,5 0,7 - 3,5 1,5 1,1 - 3,7 - 3,2 - 3 ,7 Ölpreis (USD) 118,4 108,2 109,7 110,1 112,6 109,2 109,4 113,1 116,3 108,4 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 28,3 25,0 27,0 31,2 26,6 31,2 31,2 27,6 26,5 25,6 EC Unternehmensumfrage 10,0 6,4 0,8 2,9 3,7 2,1 4,6 5,4 3,2 2,5 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 2,1 2,9 3,3 3,0 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,3 2,4 2,5 2,7 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 1,8 3,2 3,5 4,0 Monetärer Sektor (gg. Vj.) M3 6,9 7,0 6,8 6,0 8,2 6,0 6,1 5,8 Trend von M3 7,8 6,8 6,0 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen 2,1 0,7 0,6 - 0,4 - 0,6 - 0,4 - 0,3 - 0,2 Kredite an öffentliche Haushalte 13,5 22,0 10,4 13,5 4,3 13,5 - 5,4 - 13,0 % gg. VP = Veränderung gegenüber de r Vorperiode Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland 28 | 30. April 2013 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Deutschland: Datenkalender Datum Uhrzeit Daten Berichtszeitraum DB Schätzung Letzter Wert 7. Mai 2013 12:00 Auftragseingang im Ver. Gewerbe (Index, sb.), % gg. Vm. März 0,5 2,3 8. Mai 2013 12:00 Industrieproduktion (Index, sb.), % gg. Vm. März 0,0 0,5 10. Mai 2013 8:00 Handelsbilanz (EUR Mrd., sb.) März 16,4 17,2 10. Mai 2013 8:00 Warenexporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) März 2,7 (2,0) - 1,5 ( - 0,4) 10. Mai 2013 8:00 Warenimporte (EUR Mrd., sb.), % gg. Vm. (gg. Vj.) März 4,3 ( - 0,8) - 3,9 ( - 4,4) 15. Mai 2013 8:00 Reals BIP (Index, sb.), % gg. Vq. Q1 2013 0,3 - 0,6 23. Mai 2013 9:30 PMI Verarbeitendes Gewerbe (Flash) Mai 47,3 47,9 23. Mai 2013 9:30 PMI Dienstleistung ssektor (Flash) Mai 49,5 49,2 24. Mai 2013 10:30 ifo Geschäftsklima (Index, sb.) Mai 103,5 104,4 31. Mai 2013 8:00 Einfuhrpreise (Index, sb.) % gg. Vm. (gg. Vj.) April - 0,4 ( - 2,2) - 0,1 ( - 2,3) Quellen: DB Research, Statistisches Bundesamt, Bundesagen tur für Arbeit, ifo, Markit © Copyright 2013. Deutsche Bank AG, DB Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenan- gabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Fi- nanzdienstleistungsaufsicht verfügt. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG London, Mitglied der London Stock Ex- change, genehmigt und/oder verbreitet, die in Bezug auf Anlagegeschäfte im Vereinigten Königreich der Aufsicht der Financial Services Authority unter- liegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg Print: ISSN 1430 - 7421 / Internet: ISSN 1435 - 0734 / E - Mail: ISSN 1616 - 5640 Finanzmarktprognosen US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Leitzinssatz, % Aktuell 0,13 0,10 0,75 0,50 0, 00 1,00 0,30 1,50 3,25 4,75 0,05 Jun i 20 13 0,13 0,10 0,50 0,50 0,00 1,00 0,30 1,50 3,25 4,25 0,05 Sep tember 20 13 0,13 0,10 0,25 0,50 0,00 1,00 0,40 1,50 3,25 3,50 0,05 M ärz 20 14 0,13 0,10 0,25 0,50 0,00 1,25 0,50 1,75 3,25 3,50 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,28 0,23 0,21 0,50 Jun i 20 13 0,35 0,30 0,25 0,51 Sep tember 20 13 0,35 0,30 0,25 0,52 M ärz 20 14 0,35 0,30 0,30 0,60 10J Staatsanleihen Renditen, % Renditea bstände gg. EWU, % - Punkte Aktuell 1,68 0,59 1,21 1,72 - 0,61 0,32 0,14 0,85 Jun i 20 13 2,00 0,70 1,40 2,25 - 0,70 0,25 0,25 0,65 Sep tember 20 13 2,50 0,80 1,55 2,45 - 0,65 0,20 0,30 0,70 M ärz 20 14 3,00 0,90 1,85 2,90 - 0,65 0,20 0,30 0,75 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,30 99,54 0,85 1,54 1,23 8,63 7,46 7,65 4,16 301,24 25,90 Jun i 20 13 1,26 103,00 0,87 1,61 1,25 8,20 7,46 7,30 4, 06 288,00 25,20 Sep tember 20 13 1,23 106,00 0,86 1,56 1,25 8,00 7,46 7,20 3,96 280,00 25,20 M ärz 20 14 1,20 110,00 0,85 1,49 1,25 7,80 7,46 7,10 3,80 280,00 25,03 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank
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