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24. Januar 2020
Einige ernsthafte Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft sind nicht eingetreten, und die Sorge, dass es zu einer Rezession kommen könnte, schwindet. Daher glauben wir, dass die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten Fahrt aufnehmen wird. Wir haben uns bereits in Q4 optimistischer gezeigt und jetzt unsere Prognosen für die USA, den Euroraum und China für 2020 erneut angehoben. [mehr]
Microsoft Word - WWA Kurzfassung_20200124_SA.docx Weltwirtschaftlicher Ausblick – Kurzfassung Ausblick für 2020 – Die Konjunktur zieht an 24. Januar 2020 Autoren: marion.laboure@db.com, henry-f.allen@db.com, jim.reid@db.com 24. Januar 2020 Internet: www.dbresearch.de Makroprognosen Welt — Das Wachstum der Weltwirtschaft dürfte sich von 3,1% (2019) auf 3,3% (2020) be- schleunigen. — Die Wachstumsaussichten haben sich im vergangenen Monat aufgrund der Fort- schritte in der Handelspolitik (USA/China), der günstigen Entwicklung beim Brexit und der Lockerung der Finanzierungsbedingungen verbessert. — Schlüsselthemen: (i) auch 2020 stehen wichtige Handelsverhandlungen an; (ii) die ge- opolitischen Spannungen haben insbesondere im Nahen Osten zugenommen; (iii) in den USA finden im November Wahlen statt. USA — Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2020 gegenüber der vorhergehenden Aus- gabe vom Dezember auf 1,9% angehoben. Grund dafür ist vor allem ein voraussicht- lich stärkerer Konsum in H1. — Die Frühindikatoren für die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe haben sich erholt und deuten nicht mehr auf ein deutliches Abwärtspotenzial hin. Die Investitionen dürf- ten jedoch moderat bleiben, da handelspolitische Unsicherheiten im Vorfeld der Wah- len 2020 von politischen Unsicherheiten abgelöst werden. Die Fundamentaldaten für den Konsum bleiben solide, der Arbeitsmarkt ist robust (Arbeitslosenquote nahe 50- Jahres-Tiefstand) — Die Federal Reserve dürfte den Leitzins in diesem Jahr unverändert lassen und ihn 2021 wieder senken. Euroraum — Wir haben unsere Wachstumsprognose zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder angehoben, nämlich von 0,8% auf 1,0% im Jahr 2020. — Es gibt erste Anzeichen für ein mögliches Abklingen der 2019 deutlich gestiegenen Unsicherheit. Der Handelskonflikt und der Brexit bleiben die beiden größten Risiken. Außerdem dürfte der Autosektor durch die neuen CO2-Vorgaben in Bedrängnis gera- ten. — Die EZB sollte ihre Geldpolitik im Jahr 2020 unverändert lassen, wobei das Risiko weiterer Lockerungen überwiegt. Im Januar beginnt die EZB mit ihrer Strategieüber- prüfung. Deutschland — Wir prognostizieren für 2020 ein BIP-Wachstum von 1,0% und für 2021 eine Be- schleunigung auf 1,1%. — Der Haushaltsüberschuss auf Bundesebene dürfte sich 2020 deutlich auf lediglich ½% des BIP verringern und 2021 gänzlich verschwinden. — Die GroKo dürfte 2020 bestehen bleiben und allenfalls kosmetische Kursänderungen vornehmen. China — Wir prognostizieren für 2020 eine Wachstumsverlangsamung auf 6,1%; Haupttreiber bleiben der Konsum und die Exporte. — Die Politik dürfte das Wachstum auch 2020 stützen. Das Haushaltsdefizit dürfte von 8,4% des BIP im Jahr 2019 bzw. 6,4% im Jahr 2018 auf 9,4% im Jahr 2020 anstei- gen. Ausblick für 2020 – Die Konjunktur zieht an Autoren: marion.laboure@db.com, henry-f.allen@db.com, jim.reid@db.com 24. Januar 2020 Internet: www.dbresearch.de — Allerdings wird die PBoC wohl den Mindestausleihesatz – den Leitzins im neuen Zins- system – im Jahresverlauf um 20 Bp. senken. Dieser Wachstums-/Policy-Mix sollte positiv für den Wechselkurs des RMB sein. — Im Handelskonflikt wurden Fortschritte erzielt. Nach wie vor besteht jedoch das Ri- siko, dass die USA die Exportkontrollen und Restriktionen für den chinesischen Tech- nologiesektor verschärfen. Außerdem verringert die hohe Verbraucherpreisinflation den politischen Spielraum. Schwellenländer — Das Wachstum der Emerging Markets dürfte 2019 mit 4,0% die Talsohle durchschrit- ten haben und sich 2020 auf 4,5% erholen. Im Raum CEEMEA und in Lateinamerika beschleunigt es sich allmählich, in Asien stabilisiert es sich. — In Lateinamerika rechnen wir mit einer Wachstumsbeschleunigung von 0,6% in 2019 auf 1,5% 2020. Die Erholung in Brasilien spielt bei divergierenden Trends eine zent- rale Rolle. — Im Raum Mittel- und Osteuropa/Naher Osten/Afrika spielen länderspezifische Fakto- ren nach wie vor eine dominierende Rolle. Wir erwarten für 2020 eine Wachstumsbe- schleunigung. — In Asien verbessern sich die Aussichten für die Exporte; in Indien nehmen die Risiken allerdings zu. — Die drei Hauptrisiken sind wie folgt: (i) geopolitische Entwicklungen belasten die Öl- preise und sorgen für Unsicherheit; (ii) in Lateinamerika kommt es wieder zu sozialen Unruhen; (iii) die Renditen in den Kernländern steigen an und/oder der Dollar wertet auf. Wichtige Abwärtsrisiken — Handelskonflikt - Eine Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China oder eine Ausweitung der Zölle auf Europa würden das Wachstum der Weltwirtschaft aus dem Tritt bringen. — Geopolitische Risiken - Zunehmende Spannungen, vor allem im Nahen Osten, könn- ten die Unsicherheit erhöhen. — Rezession – Anhaltende bzw. deutlich sichtbarere Wachstumsschwäche in China und Europa und entsprechende Rezession/deutliche Korrektur an den Finanzmärkten. — Harter Brexit - Nach dem Brexit beginnt eine Übergangsphase bis Ende 2020, in der Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU geführt werden. Falls in dieser Zeit kein Handelsabkommen ausgehandelt werden kann, könnte das Land erneut vor einem harten Bruch stehen. Anm.: H/M/N gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Risikos eingeschätzt wird (hoch, mittel, niedrig) N Ausblick für 2020 – Die Konjunktur zieht an Autoren: marion.laboure@db.com, henry-f.allen@db.com, jim.reid@db.com 24. Januar 2020 Internet: www.dbresearch.de Marktprognosen Marktstimmung — Wir sind in Bezug auf einige Märkte weiterhin vorsichtig. — Trotz des günstigeren Makroausblicks bleiben Risiken bestehen, z.B. eine weitere Es- kalation der handelspolitischen Spannungen, geopolitische Risiken oder eine Wachs- tumsverlangsamung. Aktien — Zielwerte für das Jahresende 2020: 3250 für den S&P 500 bzw. 440 für den STOXX 600. — Der 10J-Trendkanal für den S&P 500 und unsere Angebots- bzw. Nachfrageprogno- sen (geringere, aber nach wie vor beträchtliche Rückkäufe) sprechen für sehr viel hö- here Renditen in den USA im Jahr 2020. Der Markt preist bereits eine deutliche Erho- lung des Makro- und Gewinnwachstums und eine Rückkehr zu den Höchstständen im aktuellen Zyklus ein und geht damit deutlich über unsere Prognosen hinaus. Staatsanleihen — Zielwerte für das Jahresende 2020: 1,90% für 10J-Treasury-Renditen bzw. 0% für 10J-Bund-Renditen. — In den USA bestehen Abwärts-, in Europa Aufwärtsrisiken für diese Prognose. — Hinter unserer Prognose für den Jahresendwert in den USA verbirgt sich deutliche Volatilität. Unsicherheiten aufgrund der US-Wahlen und saisonale Effekte dürften in Q2/Q3 zu einem gewissen Abwärtsdruck auf die Renditen führen, bevor es nach dem Abklingen der wahlbedingten Unsicherheiten in Q4 zu einer Erholung kommt. Wechselkurse — Für Ende 2020 prognostizieren wir einen EUR/USD-Wechselkurs von 1,20. Zum Jah- resbeginn ziehen wir insgesamt asiatische Währungen vor. — Grund für die schwächere Dollar-Prognose sind steigende politische Risiken in den USA im weiteren Jahresverlauf und ein deutlich taubenhafterer Kurs der Fed nach dem Abschluss der Strategieüberprüfung. Unternehmensanleihen — Ausweitung der Credit Spreads im Jahr 2020, vor allem in H2. — Sofern es nicht zu einer unerwartet kräftigen und nachhaltigen Erholung der Weltwirt- schaft kommt, werden sich die Credit Spreads aufgrund der ehrgeizigen Bewertungen und steigenden Rezessionsrisiken ausweiten. Öl — Unsere pessimistische Ölprognose stützt sich auf ein Überangebot in H1 2020; sie ist zeitlich verschoben, aber nicht aufgehoben. — Der Risikoaufschlag beim Ölpreis hängt vom Ausmaß des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ab. Geldpolitik — Fed: Politik 2020 unverändert, weitere Zinssenkungen 2021. — EZB: Zinsen unverändert, Strategieüberprüfung ab Januar bis zum Jahresende. — BoJ: Unverändert, keine Änderung der Zielrenditen für die Renditekurvenkontrolle im Jahr 2020. — BoE: Wir erwarten eine Zinssenkung im Januar, wobei die Wahrscheinlichkeiten je- doch recht ausgeglichen sind; geldpolitischer Kurs hängt in hohem Maße vom Brexit ab. — PBoC: Die PBoC hat den Mindestreservesatz für alle Banken am ersten Tag des Jah- res um 50 Bp. gesenkt und wird ihn 2020 wohl nicht weiter verringern. Allerdings wird sie wohl den Mindestausleihesatz – den Leitzins im neuen Zinssystem – im Jahres- verlauf um 20 Bp. senken. Ausblick für 2020 – Die Konjunktur zieht an Autoren: marion.laboure@db.com, henry-f.allen@db.com, jim.reid@db.com 24. Januar 2020 Internet: www.dbresearch.de Wichtige Makro- und Marktprognosen BIP-Wachstum (%) Wichtige Marktkennzahlen 2018 2019P 2020P Aktuell Q1 20P Q2 20P Global 3,8 3,1 3,3 US 10J-Renditen (%) 1,79 1,75 1,70 USA 2,9 2,3 1,9 EUR 10J-Renditen (%) -0,22 -0,12 -0,16 Euroraum 1,9 1,2 1,0 EUR/USD 1,12 1,10 1,13 Deutschland 1,5 0,5 1,0 USD/JPY 110 112 110 Japan 0,3 1,2 1,0 S&P 500 3.289 Großbritannien 1,3 1,2 1,0 Gold (USD/Unze) 1.556 1.540 1.570 China 6,6 6,2 6,1 Oil WTI (USD/Barrel) 58,3 53,0 49,0 Oil Brent (USD/Barrel) 64,1 57,0 53,0 Aktuelle Preise vom 16.01.2020 Leitzinsen (%) Aktuell Q1 20P Q2 20P USA 1,625 1,625 1,625 Euroraum 0,00 0,00 0,00 Japan -0,10 -0,10 -0,10 Großbritannien 0,75 0,50 0,50 China 3,25 3,25 3,15 Makroereignisse Q1 2020: Kalender Januar Februar März ER EZB beginnt mit Strategieüberprüfung 03 USA Vorwahlen in Iowa, Beginn der Vorwahlen 2020 03 USA Super Tuesday (US -Vorwahlen) 20 IT Senatsausschuss stimmt über Salvini ab 23 DE Senatswahlen in Hamburg 12 ER EZB-Entscheidung 21 JP Entscheidung der Bank of Japan 16 GB Andrew Bailey wird Gouverneur der BoE 21.-24. World Economic Forum in Davos 18 USA Entscheidung der Federal Reserve 26 IT Regionalwahlen in Emilia Romagna & Kalabrien 19 JP Entscheidung der Bank of Japan 23 ER EZB-Entscheidung 26 GB Entscheidung der Bank of England 29 USA Entscheidung der Federal Reserve 26.-27. EU-Ratssitzung 30 GB Entscheidung der Bank of England 31 GB GB verlässt die EU Ausblick für 2020 – Die Konjunktur zieht an Autoren: marion.laboure@db.com, henry-f.all en@db.com, jim.reid@db.com 24. Januar 2020 Internet: www.dbresearch.de Original in englischer Sprache: 16. Januar 2020 © Copyright 2020. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage- , Rechts- oder Steuerberatung dar. 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