1. Research
  2. Produkte & Themen
  3. Publikationsreihen
  4. Ausblick Deutschland
6. Januar 2015
Nach einem schwachen Winterhalbjahr 2014/15 dürfte sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf wieder festigen, das jahresdurchschnittliche Wachstum im Jahr 2015 dürfte aber aufgrund des schwachen Jahresauftakts wohl nur 1% betragen, nach 1,4% in 2014. Erfreulich ist, dass der private Konsum weiter der Wachstumspfeiler bleibt, während der Außenhandel nicht zum Wachstum beitragen dürfte. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass die unserer Einschätzung zufolge falschen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen, wie beispielsweise die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns sowie die Rentenpakete, den Arbeitsmarkt und damit den Konsum schwächen. Aufgrund der schwächeren Konjunktur sowie der Kosten der wirtschaftspolitischen Maßnahmen erwarten wir im laufenden Jahr ein leichtes Budgetdefizit beim Gesamtstaat. [mehr]
Ausblick Deutschland – 2015: Konjunkturerholung mit Risiken Aktuelle Themen Konjunktur Nach einem überraschend guten Start hat sich die deutsche Konjunktur im Ver- lauf von 2014 merklich abgekühlt. Dafür waren vor allem die Abschwächung in wichtigen Absatzmärkten sowie die im Zuge der geopolitischen Krisen gestie- genen Unsicherheiten verantwortlich. Dagegen hat sich die Binnenwirtschaft, gestützt auf einen robusten Arbeits- markt, weiter solide entwickelt und war im vergangenen Jahr erneut alleiniger Wachstumstreiber. Nach einem schwachen Winterhalbjahr 2014/15 dürfte sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf dann zwar wieder festigen, das jah- resdurchschnittliche Wachstum im Jahr 2015 dürfte aber aufgrund des schwa- chen Jahresauftakts wohl nur 1% betragen, nach 1,4% in 2014. Erfreulich dabei ist jedoch, dass der private Konsum weiter der Wachstums- pfeiler bleibt, während der Außenhandel nicht zum Wachstum beitragen dürfte. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass die unserer Einschätzung zufolge falschen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen, wie beispielsweise die Ein- führung des flächendeckenden Mindestlohns sowie die Rentenpakete, den Ar- beitsmarkt und damit den Konsum schwächen. So dürfte die Erwerbstätigkeit deutlich schwächer als im Vorjahr steigen und in der zweiten Jahreshälfte die Arbeitslosigkeit zunehmen. Während der Wohnungsbau sich weiter gut entwickelt, sind von den Ausrüstungs- investitionen kaum Wachstumsimpulse zu erwarten. Risiken bestehen hinsichtlich der „schwarzen Null“ bei den öffentlichen Finanzen. Aufgrund der schwächeren Konjunktur sowie der Kosten der wirtschaftspolitischen Maßnahmen erwarten wir im laufenden Jahr ein leichtes Budgetdefizit beim Gesamtstaat. Autor en Eric Heymann +49 69 910-31730 eric.heymann@db.com Oliver Rakau +49 69 910-31875 oliver.rakau@db.com Stefan Schneider +49 69 910-31790 stefan-b.schneider@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Ralf Hoffmann Originalveröffentlichung in englischer Sprache: 19. Dezember 2014. Inhaltsverzeichnis Seite 2015: Konjunkturerholung mit Risiken .............1 Prognosetabellen .......................................... 13 DB Makro-Überraschungsindex Deutschland .................................................. 14 Datenmonitor ................................................ 15 Finanzmarktprognosen ................................. 16 6. Januar 2015 Ausblick Deutschland 2015: Konjunkturerholung mit Risiken 30 35 40 45 50 55 60 65 80 85 90 95 100 105 110 115 120 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 ifo Index (links) Index der Einkaufmanager (rechts) 2000=100 (links), Index (rechts) Quellen: ifo, Markit Ifo Geschäftsklimaindex & Index der Einkaufsmanager DX Ausblick Deutschland 2 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Konjunktur 2014: Durch Wetterkapriolen, Kalendereffekte und geopolitische Entwicklungen geprägt Nach einem fulminanten Start in das Jahr 2014 mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8% (gegenüber dem Vorquartal) hat sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft merklich abgeschwächt. Was zunächst eindeutig klingt, beschreibt angesichts erheblicher wetterbedingter Verzerrun- gen und Sonderfaktoren, wie beispielsweise Kalendereffekte, die Konjunktur- dynamik des vergangenen Jahres allerdings nur unzureichend. So ging das kräftige Wachstum des 1. Quartals zu 60% auf den durch das milde Wetter be- dingten überaus starken Anstieg der Bauinvestitionen zurück. Während die Bau- investitionen im Schnitt des jeweils 1. Quartals in der letzten Dekade um 0,5% geschrumpft waren, sind sie in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres um 4,1% gestiegen. Die üblicherweise im Frühjahr zu erwartende Belebung im Bausektor blieb somit aus. Die Korrektur bei den Bauinvestitionen im 2. Quartal (-4,2%) trug maßgeblich dazu bei, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Quartal leicht schrumpfte. Darüber hinaus sorgten in den Sommermonaten die Lage der Feiertage und der Ferienzeiten sowie Verschiebungen von Werksferien (u.a. in der Automobilin- dustrie) für weitere Verzerrungen, die die statistischen Bereinigungsmethoden nur unzureichend ausgleichen konnten, so dass die Frage nach der eigentlich zugrunde liegenden Konjunkturdynamik kaum befriedigend zu beantworten war. Neben diesen eher technischen Faktoren war das Wirtschaftsgeschehen im vergangenen Jahr insbesondere von zwei internationalen Entwicklungen ge- prägt. Zum einen durch den Russland-Ukraine-Konflikt, der zu spürbaren Sank- tionen der westlichen Staaten gegenüber Russland führte und zu einer deutli- chen Eintrübung der Stimmung in der Industrie sowie einem drastischen Ein- bruch der deutschen Exporte nach Russland beigetragen hat. Zum anderen durch die zuletzt merklich gestiegene Unsicherheit über die wirtschaftliche Erho- lung der Eurozone, die etwa zur Jahresmitte ins Stocken geraten war, was die deutsche Investitionstätigkeit, die ohnehin durch den schwunglosen Welthandel belastet wurde, weiter beeinträchtigte. So gingen die Ausrüstungsinvestitionen nach anfänglicher Erholung etwa ab der Jahresmitte 2014 wieder zurück. Dennoch konnte die deutsche Wirtschaft aufgrund der durch das kräftige Wach- stum im 1. Quartal geschaffenen günstigen Ausgangsposition im Jahresdurch- schnitt 2014 um 1 ¼% zulegen, was vor allem auf einen soliden Zuwachs des privaten Konsums sowie der Bauinvestitionen zurückzuführen war, während der Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum leicht negativ ausfiel. Unter den größe- ren Euroländern wies Deutschland damit erneut das höchste Wirtschaftswachs- tum auf. Erholung nach schwachem Winterhalbjahr 2014/15 erwartet Mit Blick auf die schon seit Monaten eingetrübte Stimmung der Unternehmen, den insgesamt enttäuschenden Auftragseingang, insbesondere aus dem Inland, sowie die zuletzt zeitweilig unter ihr Vorjahresniveau gesunkene Industriepro- duktion erwarten wir ein schwaches Winterhalbjahr. Selbst bei der von uns da- nach unterstellten Erholung der Konjunktur – wir rechnen im Schnitt mit soliden Quartalswachstumsraten von 0,3% – bleibt das Wirtschaftswachstum im Jah- resdurchschnitt 2015 aufgrund der ungünstigen Ausgangsposition mit 1% unter dem Vorjahreswert. Erst im kommenden Jahr ist wieder damit zu rechnen, dass die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von 1,2% ihr Potenzial in etwa ausschöpft. - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 Q1 Q2 Q3 Q4 Durchschnitt 2004 - 2013 2014 Deutschland: Bauinvestitionen 1 % gg.Vq. Quelle: Statistisches Bundesamt - 60 - 40 - 20 0 20 40 60 07 08 09 10 11 12 13 14 Insgesamt nach Russland Deutschland: Exportentwicklung 2 % gg.Vj., gleitender 3M - Durchschnitt Quelle: Statistisches Bundesamt 30 35 40 45 50 55 60 65 80 85 90 95 100 105 110 115 120 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 ifo Index (links) Index der Einkaufmanager (rechts) 2000=100 (links), Index (rechts) Quellen: ifo, Markit Ifo Geschäftsklimaindex & Index der Einkaufsmanager 3 Ausblick Deutschland 3 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Deutsche Wirtschaft (noch) gut aufgestellt Das im laufenden Jahr schwächere deutsche Wachstum ist vor allem zyklischer Natur. So ist die deutsche Wirtschaft immer noch gut aufgestellt, hoch innovativ und wettbewerbsfähig. Darüber hinaus gibt es keinen nennenswerten kurzfristi- gen Konsolidierungsbedarf im öffentlichen und privaten Bereich, und die im internationalen Vergleich außergewöhnlich gute Arbeitsmarktentwicklung lässt auf noch relativ gesunde Strukturen schließen. Selbst die zunehmend kritisch diskutierte deutsche Infrastruktur belegt in internationalen Vergleichen noch Spitzenplätze. Allerdings liegen einige positive Weichenstellungen nun schon rund eine Dekade zurück, Reformen werden teilweise wieder zurückzugedreht. Nicht zuletzt wegen der immer näher rückenden demographischen Belastungen wäre eine Reformagenda 2030 von Nöten. Internationales Umfeld 2015 Spürbare Wachstumsbeschleunigung nur in den USA Wir gehen davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft im laufenden Jahr um etwa einen halben Prozentpunkt auf gut 3 ½% beschleunigt. Dies wäre aber immer noch knapp unter dem durchschnittlichen globalen Expansionstem- po in den letzten drei Dekaden und deutlich unter dem in den 10 Jahren vor Ausbruch der Finanzkrise erreichten Wachstum von durchschnittlich 4,2%. Zu- dem geht die Wachstumsbeschleunigung zum überwiegenden Teil auf die USA zurück, für die wir mit einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 3,5% rechnen, nach einer Zunahme des realen BIP um rd. 2,4% im Jahr 2014. Mit Blick auf den in den letzten Monaten kräftigen Beschäftigungsaufbau von monatlich fast 230.000 neuen Jobs und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf merklich unter 6% scheint die US-Wirtschaft nun robust genug zu sein, um die amerika- nische Notenbank zu einer weiteren Normalisierung ihrer Geldpolitik zu veran- lassen. Unserer Einschätzung zufolge wird die amerikanische Notenbank nach dem Ende ihrer quantitativen Lockerungen – im Oktober letzten Jahres hat sie die Ankäufe von US-Treasuries und Mortgage-Backed-Securities eingestellt – etwa zur Jahresmitte 2015 auch die Zinswende einleiten. Damit wäre die US- Notenbank die erste größere Zentralbank, die nach über sechs Jahren mit nahezu Nullzinsen die Wende vollzieht. Dagegen dürfte das Wachstum in Osteuropa und den für die deutsche Wirt- schaft besonders wichtigen asiatischen Schwellenländern insgesamt im laufen- den Jahr nur leicht höher als im Jahr 2014 ausfallen. In die asiatischen Schwel- lenländer gehen derzeit rund 12 % der deutschen Ausfuhren. Der Anteil ist da- mit doppelt so hoch wie im Jahr 2000. Für China, Deutschlands fünftwichtigster Absatzmarkt mit einem Anteil von etwa 6,2%, erwarten wir dagegen eine leichte Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik auf nur noch 7%. Die Zeit mit zweistelligen Wachstumsraten dürfte in China vorbei sein, wobei die Abschwä- chung am Immobilienmarkt und die Zunahme notleidender Kredite ein erhebli- ches Risikopotenzial darstellen. Eurozone: Schwache und divergierende Erholung In der Eurozone war die wirtschaftliche Erholung etwa zur Jahresmitte 2014 auch aufgrund von Deutschland ins Stocken geraten, was zeigt, dass die Eurozone immer noch mit erheblichen strukturellen Problemen zu kämpfen und die Konsoli- dierung der öffentlichen Finanzen nach wie vor das Wachstum gedämpft hat. Zwar rechnen wir für das laufende Jahr mit einem für die Eurozone insgesamt 55 65 75 85 95 105 115 125 135 07 08 09 10 11 12 13 14 Eurozone Außerhalb der Eurozone Inland Deutschland: Auftragseingang 4 Quelle: Statistisches Bundesamt Verarbeitendes Gewerbe, Jan 2007=100, gleitender 3M - Durchschnitt 0 2 4 6 8 10 12 14 01 03 05 07 09 11 13 China Südostasiatische Schwellenländer andere asiatische Länder Deutsche Exporte nach Asien 5 Quelle: Deutsche Bundesbank Anteil am Gesamtexport, % gleitender 6M - Durchschnitt - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 4 6 8 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Deutschland Spanien Frankreich Italien Portugal Griechenland EWU EWU: Wirtschaftswachstum 6 Reales BIP, % gg.Vj. Quelle: Eurostat Ausblick Deutschland 4 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen unveränderten strukturellen Budgetsaldo (nach einem Rückgang um 0,3 Pro- zentpunkte im Jahr 2014), was bedeutet, dass die Fiskalpolitik in diesem Jahr das Wirtschaftswachstum nicht mehr belastet. Auch der deutlich niedrigere Öl- preis dürfte positiv wirken. Dennoch veranschlagen wir das Wirtschaftswach- stum der Eurozone im laufenden Jahr nur leicht höher auf 1%. Dahinter verbirgt sich zudem eine sehr unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Ländern. Während die Wirtschaft Italiens stagnieren dürfte, wachsen Deutschland und Frankreich im Eurodurchschnitt. Ein überdurchschnittlicher Anstieg des realen BIP ist vor allem in Spanien (1,9%) und den Niederlanden (1,7%) sowie den kleineren Euroländern Griechenland (2,7%) und Irland (3,3%) zu erwarten. Un- geachtet der in Spanien im Vergleich zu anderen Euroländern erzielten Reform- erfolge insbesondere im Bereich des Arbeitsmarktes, müssen die auf den ersten Blick hohen Wachstumserwartungen für die Peripherie auch als zyklische Gegenbewegung auf die tiefen Einbrüche gesehen werden. So war das reale BIP von 2008 bis 2013 in Spanien um 7 ½% und in Griechenland um fast 30% geschrumpft, wobei der Rückgang der inländischen Nachfrage deutlich höher ausgefallen ist und sich in Spanien auf fast 17%, in Griechenland sogar auf etwa 37% summierte. Deutschland: Nicht mehr Spitzenreiter in der Euroleague Mit dem von uns erwarteten Wachstum von 1% wird Deutschland im laufenden Jahr zwar seinen Vorsprung vor Frankreich hauchdünn verteidigen können, allerdings nicht mehr der Spitzenreiter in der Euroleague sein. Von 2009 bis 2014 (mit Ausnahme im Jahr 2013) erzielte Deutschland unter den größeren Euroländern das höchste Wirtschaftswachstum. Wirtschaftspolitische Annahmen Fiskal- und geldpolitische Ampeln stehen auf Grün Unsere Wachstumsprognose basiert auf der Annahme, dass sowohl von der Fiskal- als auch von der Geldpolitik im laufenden Jahr positive Effekte auf das deutsche Wirtschaftswachstum ausgehen. So dürfte sich der strukturelle Budgetüberschuss des gesamten öffentlichen Sektors, d.h. der Budgetsaldo unter Ausschluss der durch die Konjunktur verursachten Effekte, infolge der wirtschaftspolitischen Maßnahmen von rund ½% des BIP auf etwa ¼% des BIP verschlechtern. Allein das Rentenpaket bedeutet nach Schätzungen des Sach- verständigenrates eine strukturelle Ausweitung der jährlichen Sozialleistungen um EUR 10 Mrd. (0,3% des BIP). Geldpolitik: „Whatever it takes“ geht in die nächste Runde Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird im Prognosezeitraum sogar noch expansiver. Angesichts der lahmen Konjunktur, der in vielen Peri- pherieländern der Eurozone immer noch rückläufigen Kreditentwicklung sowie der insgesamt – vor allem auch ölpreisbedingt – äußerst niedrigen Inflation und dem Risiko, dass die Inflationserwartungen sich entankern und die Eurozone in eine Deflation abgleiten könnte, hat die EZB im Spätjahr 2014 neben der Sen- kung des Leitzinses auf 0,05% einen negativen Zinssatz für Einlagen der Fi- nanzinstitute bei der EZB eingeführt. Darüber hinaus hat die EZB beschlossen, die Liquiditätsversorgung der Finanzinstitute durch gezielte, an die Neukredit- vergabe gebundene, längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) auszu- weiten und umfangreiche quantitative Lockerungen durchzuführen. Dafür will sie Globale Wirtschaft 7 Reales BIP, % gg.Vj. 2013 2014 2015 USA 2,2 2,4 3,5 Japan 1,5 0,5 1,4 Eurozone - 0,4 0,8 1,0 Deutschland 0,1 1,4 1,0 Frankreich 0,4 0,4 0,9 Italien - 1,9 - 0,4 0,3 Spanien - 1,2 1,3 1,9 Niederlande - 0,7 0,7 1,7 Griechenland - 3,9 1,2 2,7 Portugal - 1,4 0,9 1,2 Irland 0,2 4,0 3,3 Großbritannien 1,7 3,0 2,5 Asien ohne Japan 6,1 6,0 6,2 China 7,7 7,3 7,0 Indien 4,7 5,5 6,5 Osteuropa 2,4 2,3 1,9 Lateinamerika 2,5 0,8 1,5 Welt 3,2 3,2 3,6 Quellen: IWF, OECD, Deutsche Bank Research - 2 - 1 0 1 2 3 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Deutschland: Fiskalischer Impuls* 8 % BIP Quellen: EU - Kommission, Deutsche Bank Research *) Veränderung des strukturellen Budgetsaldos 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 4,5 1000 1500 2000 2500 3000 3500 07 08 09 10 11 12 13 14 Bilanzsumme (links) Refi - Satz (rechts) EZB: Bilanz & Leitzins 9 Mrd. EUR (links), % (rechts) Quelle: EZB Ausblick Deutschland 5 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Verbriefungen und Anleihen, die durch Vermögenswerte zusätzlich abgesichert sind, kaufen. Ihre Bilanz soll insgesamt in Richtung des Rekordniveaus von Anfang 2012 steigen, was einer Erhöhung um bis zu EUR 1000 Mrd. entspre- chen würde. Wir glauben jedoch nicht, dass sie ihr Ziel mit den schon beschlos- senen Maßnahmen erreichen wird und erwarten daher, dass sie auch Staatsan- leihen in ihr Repertoire aufnehmen wird. Das von EZB-Präsident Mario Draghi im Juli 2012 garantierte „whatever it takes“, dass also die EZB alles tun werde, um den Euro zu sichern, geht somit in die nächste Runde. Nach dieser Äußerung und der folgenden Präzisierung, im Rahmen des Outright Monetary Transactions Programms (OMT) notfalls unlimitiert Staatsanleihen eines Landes zu kaufen, kam es zu einer bemer- kenswerten Beruhigung an den Finanzmärkten, in deren Verlauf die Renditen spanischer sowie italienischer Staatanleihen dramatisch von 6% bzw. 7% auf gut 2% gefallen und die Renditen von deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren auf merklich unter 1% gesunken sind. Sicherlich, besondere Zeiten bedingen besondere Maßnahmen. Ob allerdings die anvisierte Ankurbelung der Kreditvergabe, insbesondere in der Peripherie der Eurozone, die Verschuldungskrise der Eurozone lösen kann, muss hinter- fragt werden. Waren es nicht zu lange zu niedrige Zinsen und zu viel an Liquidi- tät, die den Schuldenaufbau in den Problemländern erst ermöglicht haben? Darüber hinaus sind Staatsanleihekäufe durch die EZB vor allem in Deutsch- land äußerst umstritten. So hat der wohl prominenteste Kritiker, Bundesbank- präsident Jens Weidmann, kürzlich seine Ablehnung massenhafter Staatsanlei- hekäufe zur Ankurbelung der Konjunktur bekräftigt. Im Februar 2014 gab das deutsche Bundesverfassungsgericht bekannt, dass nach seiner Einschätzung der OMT-Beschluss der EZB über ihr Mandat hinausgehe. Teilfragen wurden dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Das Bundesverfassungsgericht hat sich ein endgültiges Urteil dazu vorbehalten. Ein Urteil des Europäischen Ge- richtshofs ist wohl erst im späteren Jahresverlauf zu erwarten. Zinsen bleiben auf absehbare Zeit extrem niedrig Wir rechnen damit, dass die EZB ihren Leitzins auf absehbare Zeit – wohl sogar bis 2016 – auf dem derzeitigen Niveau von 0,05% halten wird. Darüber hinaus dürfte die von uns erwartete Ausweitung der Wertpapierkäufe auf Staatsanlei- hen dafür sorgen, dass auch die langfristigen Renditen niedrig bleiben. Steigen- de Renditen in den USA dürften zwar über den internationalen Zinszusammen- hang die europäischen nach oben ziehen, der Anstieg sich aber in engen Gren- zen halten. Für Ende 2015 sehen wir ein Renditeniveau für 10-jährige deutsche Bundesanleihen von etwas mehr als 1%. Niedrigzinsen haben nicht nur Vorteile Zwar profitieren Schuldner von niedrigen Zinsen, diese belasten aber private Anleger sowie Banken und Versicherungen, erschweren den Aufbau einer pri- vaten Altersvorsorge, führen zu Fehlallokationen von Kapital und verringern in der Politik den Anreiz, strukturelle Probleme anzugehen und die Konsolidierung entschlossen voranzutreiben. Niedrigzinsen bergen zudem das Risiko, private Anleger auf der Suche nach höheren Renditen in risikoreichere Anlagen zu trei- ben. Bislang sind die privaten Haushalte in Deutschland bei ihren Finanzanla- gen aber weiter auf Nummer sicher gegangen. 1 1 Vgl. hierzu Gräf, B., Rakau, O. (2014). Anlageverhalten privater Haushalte: Weiter auf Nummer sicher. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 30. September 2014. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 07 08 09 10 11 12 13 14 DE FR IT ES 26.7.2012: "Whatever it takes" Rede von Mario Draghi in London Rendite 10J Staatsanleihen 10 % Quelle: Global Insight 0 20 40 60 80 100 120 95 98 01 04 07 10 13 Deutschland Griechenland Spanien Italien Portugal Verschuldung privater Haushalte 11 % BIP Quelle: Eurostat Ausblick Deutschland 6 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Euro-Wechselkurs schwächt sich weiter ab Der Euro hat sich seit seinem letzten Hoch im Frühjahr 2014 gegenüber dem US-Dollar um rund 8% abgeschwächt. Die Abwertung gegenüber den Währun- gen der 40 wichtigsten Handelspartner fiel mit gut 4% etwas geringer aus. Der im laufenden Jahr sich deutlich ausweitende Wachstumsvorsprung der USA gegenüber der Eurozone sowie die diametrale Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks sprechen für eine weitere Abschwächung der Gemeinschaftswäh- rung. Entsprechend halten wir Ende 2015 einen USD/EUR-Wechselkurs von 1,15 – mit weiterem Abwärtspotenzial in den nächsten Jahren – für möglich. Ein schwächerer Wechselkurs dürfte wohl auch primär das Ziel der EZB bei der Ausweitung ihrer Bilanzsumme sein. Neben Impulsen für das Wirtschaftswach- stum käme die EZB über sich verteuernde Importe auch ihrem Ziel, die Inflation in der Eurozone in Richtung von nahe, aber unter 2% zu heben, wohl näher. Disinflation – keine Deflation in der Eurozone Wir halten die aktuelle Diskussion über die Gefahren einer Deflation in der Eu- rozone für überzogen. Zwar gingen die Preise in den Ländern der Peripherie zurück, und der Preisauftrieb in der Eurozone insgesamt hat sich merklich auf unter 0,5% abgeschwächt. Allerdings ist dies vor allem auf niedrigere Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Die Kerninflation, d.h. die Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise, lag seit Anfang des Jahres in etwa stabil bei rund 0,7%. Noch handelt es sich nicht um einen längerfristigen Rück- gang der Preise auf breiter Front mit den Gefahren einer Deflationsspirale, son- dern um eine Disinflation, d.h. einen sich abschwächenden Preisauftrieb. Zu- dem passt der schwache Preisanstieg bzw. der in einigen Peripherieländern zu beobachtende Preisrückgang zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und spiegelt die hohe Unterauslastung der Kapazitäten wider. Eine im Vergleich zu Deutschland spürbar niedrigere Inflation ist für die Rückgewinnung der Wettbe- werbsfähigkeit der Peripherieländer auch dringend notwendig. Schließt man produktivitätsgetriebene Lohnstückkostensenkungen aus, sind Lohn- und Preis- rückgänge bzw. ein im Vergleich zu Deutschland niedrigerer Anstieg das einzi- ge Mittel, die preisliche Wettbewerbsfähigkeit in den Peripherieländern zu ver- bessern, da in einer Währungsunion nur eine „innere Abwertung“ möglich ist. Unsere Erwartungen für Deutschland im Einzelnen Privater Konsum: Die wichtigste Stütze des Wachstums Der private Konsum war schon im vergangenen Jahr neben den Investitionen – insbesondere der Bauinvestitionen – ein wichtiger Wachstumspfeiler. Im laufen- den Jahr dürfte er mit einer noch einmal über der Vorjahrsrate liegenden An- stieg von gut 1,5% sogar zum mit Abstand wichtigsten werden. Allerdings meh- ren sich die Zeichen, dass die unserer Einschätzung zufolge falschen wirt- schaftspolitischen Weichenstellungen, wie beispielsweise die Einführung des flächendeckenden Mindestlohns von EUR 8,50 pro Stunde sowie die Rentenpa- kete, die fundamentale Stütze des privaten Konsums schwächen. So dürfte die Erwerbstätigkeit mit nur noch knapp 0,5% nur noch halb so stark wie im Jahr 2014 steigen und insbesondere in der zweiten Hälfte dieses Jahres die Arbeits- losigkeit zunehmen. Insgesamt erwarten wir zum Jahresende eine Arbeitslo- senquote von 6,9%, gegenüber 6,6% aktuell. Die Beschäftigungszunahme wird bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit auch im laufenden Jahr durch Zu- 0,60 0,80 1,00 1,20 1,40 1,60 1,80 99 01 03 05 07 09 11 13 USD/EUR Wechselkurs 12 Quelle: Global Insight - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 2 3 4 5 6 7 07 08 09 10 11 12 13 14 Griechenland Irland Portugal Spanien Italien EWU: Inflation 13 Konsumentenpreise, % gg. Vj. Quelle: Eurostat 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 - 4 - 2 0 2 4 6 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 Output gap (links)* Kerninflation (rechts)** EWU: Output gap & Inflation 14 Tatsächliches BIP - potenzielles BIP in % des potenziellen BIP (links), % gg.Vj. (rechts) *) um 3 Quartale nach vorn verschoben **) ohne Energie & Nahrungsmittel Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 7 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen wanderung gedeckt, die jedoch spürbar niedriger als in den Vorjahren ausfallen dürfte. Die Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes sowie die Ein- schränkung der Leiharbeit dürften auf mittlere Sicht für merkliche Beschäfti- gungsverluste vor allem bei den Problemgruppen sorgen, den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt erheblich erschweren und die strukturelle Arbeitslosigkeit mit deutlichen negativen fiskalischen Effekten erhöhen. 2 Auf der Einkommensseite stehen dem durch die Einführung des flächendek- kenden Mindestlohns ausgelösten Schub auf die Bruttolohnsumme – rund 4 ½ Millionen Beschäftigte, deren Einkommen gut 30% unter dem Mindestlohn liegt, werden in den Genuss des Mindestlohns kommen – wohl eine deutlich unter- durchschnittliche Entwicklung der den privaten Haushalten zufließenden Ge- winneinkommen gegenüber. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die verfüg- baren Einkommen um etwa 2,5% zunehmen, was nach Abzug der Inflationsrate eine Expansion der realen Konsumausgaben von gut 1,5% ermöglicht. Investitionslücke in Deutschland? Höchstens beim Staat! Nachdem Deutschland in den letzten Jahren für seine zu restriktive Fiskalpolitik, die Lohnzurückhaltung und die hohen Leistungsbilanzüberschüsse am Pranger stand, standen Ende 2014 die angeblich zu niedrigen deutschen Investitionen, vor allem die öffentlichen Infrastrukturinvestitionen, im Fokus der Kritik. Deutschland habe seit der Euro-Einführung eine im internationalen Vergleich, aber auch relativ zur eigenen Historie, zu niedrige Investitionsquote. Dadurch sei eine Investitionslücke entstanden, was dem Land schadet, da es das Wach- stumspotenzial dämpft. Zudem würden den europäischen Nachbarländern wich- tige Nachfrageimpulse vorenthalten. Diese Kritik ist aus vielen Gründen unan- gebracht: Die Berechnung einer Lücke setzt die Bestimmung eines optimalen Kapitalstocks voraus, und internationale Vergleiche verbieten sich, da sie durch Überinvestitionen in vielen Ländern (z.B. Immobilienboom in Spanien) verzerrt sind. Auch strukturelle Faktoren wie die demografische Entwicklung oder unter- schiedliche Produktionsstrukturen und Ressourcenausstattungen spielen eine wichtige Rolle. Ein Vergleich der heutigen Investitionen mit jenen früherer De- kaden zeichnet z.B. aufgrund des Wideraufbaus nach dem 2. Weltkrieg oder auch des Nachwende-Baubooms ein viel zu negatives Bild. 3 Darüber hinaus ist der Rückgang der Investitionsquote etwa seit dem Jahr 2000 zum Stillstand gekommen. Insbesondere im Fall privater Investitionen scheint der Begriff Lücke irreführend. Private Investitionen werden von profitorientierten Unternehmen getroffen, die wohl besser als jeder Politiker (oder Ökonom) wissen sollten, wie viel, wo und wann sie investieren. Unseres Erachtens lässt sich die derzeit schwache private Investitionstätigkeit zum einen durch die enttäuschende und schwache globale Konjunkturdynamik erklären. Zum anderen werden die deutschen Investitionen auch durch strukturelle Faktoren wie dem demografischen Wandel und die Energiewende gebremst. Die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen (z.B. Rentenpaket und Mindestlohn) belasten zusätzlich. Um private Investitionen zu fördern sind bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gefragt. 2 Vgl. hierzu Peters, H. (2014). Mindestlohn von EUR 8,50 je Stunde: Große Koalition auf dem Holzweg. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 4. Juni 2014. Und: Gräf, B., Grewenig, E. (2014). Leiharbeit: Erfolgsgeschichte mit ungewissem Ausgang. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 28. Februar 2014. 3 Vgl. hierzu Rakau, O. (2014). Mehr Infrastrukturinvestitionen – trotz fragwürdiger „Lückenanaly- se“. Deutsche Bank Research. Standpunkt Deutschland. 5. Dezember 2014. -1000 -800 -600 -400 -200 0 200 400 -400 -200 0 200 400 600 800 1000 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Erwerbstätige (links) Arbeitslose (rechts) Zuwanderung Veränderung gg. Vorjahr, 1.000 (rechts invertiert) Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt Deutschland: Erwerbstätige & Arbeitslose 15 - 2 - 1 0 1 2 3 4 10 11 12 13 14 15 Privater Konsum Staatsausgaben Investitionen Außenbeitrag Reales BIP, % gg.Vj. Deutschland: Wachstumsbeiträge 16 % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 60 64 68 72 76 80 84 88 92 96 00 04 08 12 ESVG* 1995 ESVG* 2010 Nachkriegsboom Nachwendeboom % BIP Quellen: Eurostat, AMECO *Unterschiedliche Abgrenzungen für das BIP. Neuer Standard zählt z.B. F&E - Ausgaben zu den Investitionen. Deutschland: Anlageinvestitionen 17 Ausblick Deutschland 8 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Die staatlichen Infrastrukturinvestitionen dürften über die letzten 10 Jahre tat- sächlich zu niedrig gewesen sein, worauf negative Nettoinvestitionen hindeuten. Der Umfang des Mehrbedarfs ist aber umstritten, und die häufig genannten hohen Summen dürften zu einem nicht geringen Teil Eigeninteressen geschul- det sein. So erhält die deutsche Infrastruktur anhaltend gute Noten bei interna- tionalen Vergleichen. Ein aktionistisches Investitionsprogramm nach dem Gieß- kannenprinzip ist trotz der umfangreich vorhandenen anekdotischen Evidenz von Mängeln abzulehnen. Wir halten auf bestandserhaltende Investitionen fo- kussierte staatliche Mehrinvestitionen in der Größenordnung von jährlich EUR 5 bis 10 Mrd. für plausibel. Wohnungs- und öffentlicher Bau mit ordentlichem Plus Die Wetterkapriolen zu Beginn des Jahres 2014 haben bei den Bauinvestitionen für ein volatiles Quartalsprofil gesorgt. Dank des milden Winters schlug im ers- ten Quartal das höchste Quartalsplus der letzten drei Jahre zu Buche. Nach einer deutlichen Gegenbewegung im zweiten Quartal verlief die Investitionstä- tigkeit in der zweiten Jahreshälfte in etwa stabil. Die Bauinvestitionen schlossen das Jahr insgesamt mit einem Plus von gut 3%, nach Stagnation im Vorjahr. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch den Wohnungsbau, der deutlich von den Zuwanderungsströmen nach Deutschland, den robust steigenden ver- fügbaren Einkommen und den günstigen Finanzierungsbedingungen profitierte. Insgesamt legte der Wohnungsbau deutlich um über 3% zu. In Gewerbebauten wurde ebenfalls merklich mehr investiert. Aufgrund der nur moderaten gesamt- wirtschaftlichen Kapazitätsauslastung und der von geopolitischen Risiken ge- prägten Zurückhaltung in der zweiten Jahreshälfte blieb das Plus mit gut 2% aber hinter jenem des Wohnungsbaus zurück. Dank der besseren Finanzlage vieler Kommunen erzielte auch der öffentliche Bau einen Investitionsanstieg von über 2%. Im Jahr 2015 dürften die Bauinvestitionen neben dem privaten Konsum erneut die wichtigste Wachstumsstütze sein. Das Expansionstempo dürfte trotz des weiterhin aufwärts gerichteten Auftragseingangs und des hohen Auftragsbe- standes mit rund 2,5% aber etwas hinter dem des Vorjahres zurückbleiben. Der Wohnungsbau bleibt dank seines hohen Anteils an den Gesamtinvestitionen auch 2015 der wichtigste Wachstumstreiber. Der Anstieg dürfte ebenfalls bei etwa 2,5% liegen. Die Zurückhaltung bei den gewerblichen Investitionen dürfte angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums und der geringen Kapazitäts- auslastung Anfang 2015 noch fortbestehen. Im Gesamtjahr ist so nicht mehr als etwa 1,5% Wachstum erreichbar. Im öffentlichen Bau sollte das Investitionstem- po spürbar auf 4% zulegen. So bleibt die Finanzlage der öffentlichen Haushalte günstig und im Bundeshaushalt wurden die Mittel für Infrastrukturinvestitionen moderat erhöht. Erschwinglichkeit trotzt steigenden Preisen Die Immobilienpreise stiegen auch im Jahr 2014 weiter kräftig an. Der Anstieg hat sich zwar etwas abgeflacht, das makroökonomische Umfeld spricht aber weiter für steigende Preise. Die Geldpolitik ist akkommodierend, der Arbeits- markt in guter Verfassung und die Zahl der Zuwanderer hoch. Auch ausländi- sche und institutionelle Investoren tragen zur steigenden Nachfrage bei. Zu- gleich ist das Angebot kurzfristig starr, und politische Eingriffe wie die Mietpreis- bremse könnten die Investitionen bremsen. Insbesondere in den Ballungszent- ren steigt die Nachfrage kräftig, was sich auch in den dort relativ stärkeren Preissteigerungen spiegelt. Diese lagen 2013 über 7% im Vergleich zu unter 5% in weniger nachgefragten Gebieten. Trotz dieser hohen Preisanstiege blieben deutsche Wohnimmobilien im internationalen und historischen Vergleich er- - 60 - 50 - 40 - 30 - 20 - 10 0 10 - 12 - 10 - 8 - 6 - 4 - 2 0 2 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 pro Jahr (links) Kumuliert seit 2003 (rechts) Deutschland: Staatliche Nettoinfrastrukturinvestitionen 18 Bauinvestitionen in Nichtwohnbauten, netto Mrd. EUR Quelle: Statistisches Bundesamt 0 20 40 60 80 91 95 99 03 07 11 Wohnbau Nicht - Wohnbauten (Privat) Nicht - Wohnbauten (Staat) Insgesamt Quelle: Statistisches Bundesamt Mrd. EUR Deutschland: Bauinvestitionen 19 50 100 150 200 250 300 97 99 01 03 05 07 09 11 13 DE GR IE ES IT Reale Hauspreise 20 1997=100 Quelle: OECD 40 60 80 100 120 140 160 91 95 99 03 07 11 USA JP DE FR IT GB Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien 21 Verhältnis nominaler Immobilienpreise zu verfügbaren Einkommen pro Kopf, 1991=100 Quelle: OECD Ausblick Deutschland 9 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen schwinglich. Im historischen Vergleich der Mieten und der verfügbaren Einkom- men waren die Immobilien noch um 15% unterbewertet. Dazu trugen die schwache Preisentwicklung in den Vorkrisenjahren und die zuletzt robusten Einkommenszuwächse bei. Ausrüstungsinvestitionen: Unsicherheiten bremsen Die Ausrüstungsinvestitionen stiegen im Jahr 2014 um rund 3% an. Dies war aber allein durch den starken Jahresauftakt getrieben. Dieser hatte Hoffnungen auf eine robuste Erholung der Investitionen genährt, nachdem sie in den zwei Vorjahren um je etwa 3% gefallen waren. Im Verlauf des letzten Jahres trübte sich das Investitionsklima allerdings wieder spürbar ein. Die Exporte legten nur moderat zu, und die Kapazitätsauslastung der Industrie stabilisierte sich da- durch nur in etwa bei ihrem langfristigen Durchschnitt. Zudem dürften geopoliti- sche Spannungen und die sich laut ifo-Geschäftsklimaindex stark eingetrübten Nachfrageaussichten zur Investitionszurückhaltung beigetragen haben. Die weiterhin robuste Binnenkonjunktur konnte diesen außenwirtschaftlichen Gegenwind nicht ausgleichen. Anfang 2015 dürften die Ausrüstungsinvestitio- nen zunächst verhalten bleiben. Erst im weiteren Verlauf des Jahres sollten sich der Abbau geopolitischer Spannungen und die zunehmenden Impulse vom Welthandel in einer lebhafteren Investitionstätigkeit niederschlagen. Auf Jahres- sicht dürfte das Plus aber nur etwa 1% erreichen. Deutsche Industrie: Wachstumsverlangsamung Das schwächere gesamtwirtschaftliche Umfeld sowie die gestiegenen geopoliti- schen Risiken haben in den letzten Monaten ihre Spuren im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland hinterlassen. Nicht nur die Stimmungsindikatoren ten- dierten in fast allen Industriebranchen nach unten. Auch bei den Auftragsein- gängen und der inländischen Produktion kehrte sich der Aufwärtstrend, der noch zu Beginn des Jahres 2014 zu beobachten war, etwa ab dem 3. Quartal ins Gegenteil um. Im Gesamtjahr 2014 dürfte die Industrieproduktion nur um real 1,5% gewachsen sein. Damit konnte die Industrie nur die Rückgänge der Jahre 2012 und 2013 ausgleichen. Die deutsche Industrie dürfte vor allem in den ersten Monaten von 2015 die nur schwache Konjunktur in Deutschland und Westeuropa zu spüren bekommen. In diesem Umfeld bleibt das Investitionsklima vorerst angespannt, zumal sich die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht nur für Industrieunter- nehmen verschlechtern. Für Impulse sorgt dagegen die Nachfrage aus den USA. Auch die Exporte nach China dürften 2015 weiter wachsen, wenngleich sich das dortige Wachstumstempo verlangsamt. Die Abwertung des Euro ge- genüber dem US-Dollar verbessert dabei die preisliche Wettbewerbsfähigkeit vor allem für Unternehmen mit einem hohen Wertschöpfungsanteil in Deutsch- land, die zudem viele Güter nach Übersee exportieren. Insgesamt agieren also gerade die exportgetriebenen Branchen wie die Automobilindustrie, der Maschi- nenbau oder die Elektrotechnik in einem gespaltenen konjunkturellen Umfeld. Konsumnahe Wirtschaftszweige (z.B. das Ernährungsgewerbe, Teile der Elek- tro-, Chemie-, Kunststoff- und Papierindustrie) dürften 2015 von der robusten Entwicklung des privaten Verbrauchs profitieren. Die noch immer gute Baukon- junktur in Deutschland stützt u.a. die Hersteller von Baustoffen und andere baunahe Sparten etwa aus der Metall-, Chemie- und Kunststoffindustrie. Wir erwarten, dass die Industrieproduktion in Deutschland nach einem schwa- chen Winterhalbjahr etwa am dem 2. Quartal 2015 wieder nach oben tendiert. Da der Start ins Jahr 2015 aber verhalten ausfällt, resultiert im Gesamtjahr nur ein Produktionsplus von preisbereinigt ¾%, wobei aus heutiger Sicht sogar eher -30 -20 -10 0 10 20 30 00 02 04 06 08 10 12 14 Ausrüstungsinvestitionen Nominaler Export Deutschland: Exporte & Investitionen 22 % gg.Vj. Quelle: Statistisches Bundesamt -30 -20 -10 0 10 20 30 10 11 12 13 14 … zur Entw. der Geschäftstätigkeit … zur Entw. der Beschäftigung … zur Entw. der Produktionstätigkeit … zur Entw. der Exporttätigkeit Erwartungen der Unternehmen, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Deutschland: Stimmung in der Industrie 23 90 95 100 105 110 115 10 11 12 13 14 15 Verarbeitendes Gewerbe, realer Produktionsindex, 2010=100, saisonbereinigt Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Deutschland: Industrieproduktion & Prognose 24 Ausblick Deutschland 10 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Abwärtsrisiken dominieren. Damit würde sich die seit 2011 insgesamt sehr ver- haltene Dynamik der Industriekonjunktur auch 2015 fortsetzen. Eine stabile Entwicklung der Industriebeschäftigung wäre in diesem Umfeld bereits ein Er- folg. 2014 erreichte die Zahl der Beschäftigten in der Industrie ein neues Re- kordniveau. Für die großen Industriebranchen erwarten wir 2015 wenig Ausreißer. In der Automobilindustrie und im Maschinenbau dürfte die inländische Fertigung 2015 um etwa 1% zunehmen. Während sich der Maschinenbau damit gegenüber 2014 (Stagnation) leicht verbessern könnte, schwächt sich in der Autoindustrie das Wachstum verglichen mit 2014 (+4%) merklich ab. In der Elektrotechnik ist 2015 Stagnation wahrscheinlich – nach einem Plus von 1,5% im Jahr 2014. Die Chemieproduktion dürfte 2015 ihre Fertigung zwar um 2,5% ausweiten, damit würde sie jedoch „nur“ die Verluste von 2014 ausgleichen. Das Ernährungsge- werbe setzt seinen insgesamt ruhigen Kurs fort. Hier erwarten wir ein Plus von 0,5%, nach Stagnation 2014. Jene Industriesektoren, für die Erdöl ein wichtiger Rohstoff ist (z.B. die Chemie- und die Kunststoffindustrie) profitieren von den gesunkenen Notierungen für Öl. Natürlich sorgen die niedrigeren Energiepreise insgesamt für eine Entlastung auf der Kostenseite. Gleichwohl dürfte die Industrie kaum in ihren Anstrengun- gen nachlassen, die Energieeffizienz im Produktionsprozess zu verbessern. Nur bescheidener Exportanstieg Angesichts einer wenig dynamischen Weltkonjunktur und insbesondere einer mehr oder weniger auf der Stelle tretenden Wirtschaft in der Eurozone ist eine merkliche Beschleunigung des deutschen Exportwachstums nicht zu erwarten. 4 Wir rechnen daher trotz Rückenwind durch einen schwächeren Euro im laufen- den Jahr lediglich mit einer moderaten Zunahme der realen Exporte von Gütern und Diensten von knapp 5% nach knapp 4% im Jahr 2014, was – wie schon im Vorjahr – in etwa der Expansion des Welthandels entsprechen und damit kaum Marktanteilsverluste deutscher Exporteure bedeuten würde. Deutscher Leistungsbilanzüberschuss sinkt Da das Wirtschaftswachstum in Deutschland ausschließlich von der Binnen- nachfrage getrieben sein dürfte, werden wohl die realen Importe kräftiger stei- gen als die Exporte. Entsprechend dürfte der deutsche Leistungsbilanzüber- schuss, der im Jahr 2014 knapp EUR 220 Mrd. oder 7,6% des BIP erreicht ha- ben dürfte, im laufenden Jahr auf etwa EUR 211 Mrd. oder gut 7% des BIP sin- ken. Damit läge der deutsche Leistungsbilanzüberschuss immer noch über dem von der Europäischen Kommission für die Überwachung makroökonomischer Ungleichgewichte festgelegten Grenzwert von 6% des BIP. Allerdings sollte sich der Überschuss in den nächsten Jahren schrittweise abbauen. Zudem ist die Kritik, dass Deutschland insbesondere die südlichen Peripherieländer mit sei- nen Waren und Ersparnissen überschwemmt und so massiv zum Verschul- dungsproblem dieser Länder beigetragen hat und zur Stabilisierung der Euro- zone seinen Überschuss verringern sollte, unserer Einschätzung zufolge nicht gerechtfertigt. Zum einen erwirtschaftet Deutschland mehr als drei Viertel seines Leistungsbilanzüberschusses mit Ländern außerhalb der Eurozone, während der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands gegenüber den Ländern der Eu- rozone sich seit dem Jahr 2007 auf merklich unter 2% des BIP im vergangenen 4 Peters, H. (2014). Strukturelle Verlangsamung des Welthandels belastet deutsches BIP- Wachstum. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 2. Dezember 2014. 4,7 4,8 4,9 5,0 5,1 5,2 5,3 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 Quelle: Statistisches Bundesamt Industriebeschäftigte in Deutschland, Mio. Deutschland: Industriebeschäftigte 25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 00 02 04 06 08 10 12 14 Welthandel Deutsche Exporte Deutsche Exporte & Welthandel 26 Reale Güter & Dienste, % gg.Vj. Quellen: IWF, Deutsche Bank Research - 4 - 2 0 2 4 6 8 10 91 95 99 03 07 11 15 gg. EWU gg. anderen Ländern Deutschland: Leistungsbilanzsaldo 27 % BIP Quellen: Deutsche Bundesbank, Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 11 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Jahr mehr als halbiert hat. Zum anderen wäre, wenn man schon einer Seite die „Schuld“ für das Ergebnis bilateraler Außenhandelsbeziehungen geben möchte, China der bessere Adressat. So erwirtschaftet China schon seit 2010 im bilate- ralen Handel mit den südlichen Peripherieländern der Eurozone höhere Über- schüsse als Deutschland, die sich zudem seither nur leicht reduzierten. Darüber hinaus ist China aufgrund der Ähnlichkeit des Produktsortiments auf Drittmärk- ten ein nahezu übermächtiger Konkurrent und verdrängt zunehmend auch loka- le Produktion. 5 25 Jahre nach dem Mauerfall: Nur teilweise „blühende Landschaften“ Die Wirtschaft der ostdeutschen Bundesländer ist im vergangenen Jahr wohl stärker als die Westdeutschlands gewachsen, weil die schwache Export- und Investitionsentwicklung vor allem die westdeutschen Unternehmen getroffen hat. Diese Momentaufnahme verdeckt allerdings die Tatsache, dass der real- wirtschaftliche Aufholprozess im Osten Deutschlands trotz anhaltender Unter- stützung seit Mitte der 2000er Jahre stockt. Die deutsche Einheit dürfte bislang knapp EUR 2 Billionen gekostet haben und war ein Treiber für den Anstieg der gesamtdeutschen Staatsverschuldung. Knapp 60% dieser Kosten wurden durch Transfers innerhalb des umlagefinan- zierten Sozialsystems finanziert, die restlichen 40% bestanden aus direkten Transfers. Die Transferabhängigkeit Ostdeutschlands ist zwar seit Anfang der 1990er Jahre von rund 35% auf 20% gesunken, bleibt damit aber weiter auf hohem Niveau. Trotz dieser Unterstützung hat sich das reale BIP pro Kopf der ostdeutschen Bundesländer nach einem anfänglichen massiven Aufholprozess zuletzt bei 65% des westdeutschen Niveaus eingependelt, was weiterbestehen- de strukturelle Unterschiede nahelegt. 6 Darüber hinaus steht in den ostdeutschen Bundesländern im laufenden Jahr eine weitere Bewährungsprobe an. Die Einführung des Mindestlohnes wird die ostdeutsche Wirtschaft besonders hart treffen und die bereits relativ hohe Ar- beitslosigkeit von gering qualifizierten Arbeitskräften erhöhen. Den stärksten Eingriff in die Lohnstruktur wird der Mindestlohn in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen verursachen, wo der Mindestlohn bei etwa 70% des Medianstun- denlohns Vollzeitbeschäftigter liegt, während im Rest des Landes diese Quote etwa 50% beträgt. Inflation: Weiter über EWU-Durchschnitt Auch in Deutschland hat sich der Preisauftrieb auf bis zu 0,6% verlangsamt. Getrieben wurde diese Entwicklung durch rückläufige Energiepreise sowie ei- nen drastisch abgeflachten Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Während diese im Sommer des vergangenen Jahres noch um 5% gegenüber dem Vorjahr stie- gen, nahmen sie zuletzt mit einer Rate von deutlich unter 1% zu. Die Energie- preise litten spürbar unter dem Ölpreis, der zuletzt bis unter USD 70 per Barrel gefallen war nach noch über USD 105 zu Beginn des Jahres. Die Kerninflation, d.h. der Preisanstieg ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise, bewegte sich in 5 Vgl. hierzu Peters, H., Schneider, S. (2013). Deutsche Leistungsbilanzüberschüsse – Kritik nicht stichhaltig. Deutsche Bank Research. Standpunkt Deutschland. 12. Dezember 2013. und Gräf, B., Iseringhausen, M. (2014). Deutschlands Exportüberschüsse im Fokus: Wer ist der „böse Bu- be“ in Euroland? Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 4. Juni 2014. 6 Vgl. hierzu Peters, H., Rakau, O., Engelhardt, M. (2014). 25 Jahre nach dem Mauerfall: Nur teilweise „blühende Landschaften“. Deutsche Bank Research. Ausblick Deutschland. 5. November 2014. 30 35 40 45 50 55 60 65 70 91 95 99 03 07 11 NBL BB MV ST SN TH Alte Bundesländer=100 Quelle: VGR der Länder Ostdeutschland: Reales BIP pro Kopf 28 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 11 12 13 14 Kerninflation Nahrungsmittel Energie Insg. (% gg.Vj.) Deutschland: Inflation 29 Beiträge, % - Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research - 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 - 1,0 - 0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 07 08 09 10 11 12 13 14 Differenz Deutschland zu EWU ex DE (rechts) Deutschland (links) Deutschland: Inflation 30 Quellen: Eurostat, Deutsche Bank Research % gg.Vj. (links), % - Punkte (rechts) Ausblick Deutschland 12 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen den letzten Jahren in einem engen Band um 1%. Trotz der insgesamt rückläufi- gen Inflation lag der Preisanstieg in Deutschland seit dem Frühjahr 2013 um rund 0,5 Prozentpunkt über der durchschnittlichen Inflation in den restlichen Euroländern, während er in den Jahren von 2008 bis 2013 noch durchschnittlich um diesen Betrag tiefer lag. Im laufenden Jahr prognostizieren wir nur eine leic- hte Beschleunigung der Inflation von 0,8% auf 1,0%. Zwar erwarten wir im Durchschnitt dieses Jahres einen um über 25% niedrigeren Ölpreis von gut USD 70 pro Barrel. Dies dürfte allerdings teilweise durch einen schwächeren Euro kompensiert werden. Leichte Preiserhöhungen dürften aus den Wirkungen des flächendeckenden Mindestlohnes sowie wieder etwas stärker anziehenden Nahrungsmittelpreisen resultieren. Damit bleibt die deutsche Inflation weiter deutlich über der der größeren Euroländer und der Peripherie. Öffentliche Finanzen: „Schwarze Null“ wird rot Finanzminister Schäuble hat zwar für das laufende Jahr erstmals seit 1969 ei- nen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt und auch die mittelfristige Finanzpla- nung sieht bis 2018 Budgets vor, die ohne Aufnahme von Schulden auskom- men. Ob dies allerdings als große Leistung zu feiern ist, muss bezweifelt wer- den. So beschert das von der EZB herbeigeführte extrem niedrige Zinsniveau, das um rund 2 Prozentpunkte niedriger ist als es der Konjunkturlage entspricht, dem Finanzminister eine erhebliche Entlastung. Selbst wenn man berücksich- tigt, dass sich diese Zinsersparnis erst seit 2011 allmählich aufgebaut hat, dürfte sie dem Finanzminister 2015 dennoch Einsparungen von nahezu EUR 10 Mrd. (0,4% des BIP) bei den Zinsaufwendungen verschaffen, die er in seinem Haus- haltsplan auf insgesamt rund EUR 27 Mrd. (etwa 1% des BIP) beziffert. Zudem verabschiedete man sich von dem noch 2013 im aktualisierten Stabilitätspro- gramm in Aussicht gestellten Haushaltsüberschuss für 2017, eine Konsequenz der von der Großen Koalition eingeführten Wohltaten im Rentensystem. Risiken für den Haushalt liegen neben der Erhöhung des Existenzminimums, in deren Folge Kindergeld/Kinderfreibetrag sowie der Grundfreibetrag ab 2015 wohl er- höht werden müssen, vor allem in der Konjunktur. Zwar hat die Regierung ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2% auf 1,3% reduziert. Aller- dings erscheint uns dies immer noch etwas zu hoch zu sein. Wir erwarten einen realen BIP-Zuwachs von 1%. Auf gesamtstaatlicher Ebene (einschließlich der nachgeordneten Gebietskör- perschaften und der Sozialversicherung) erwarten wir daher für das laufende Jahr ein Budgetdefizit von etwa 0,5% des BIP nach einem ausgeglichen Haus- halt im vergangenen Jahr. Fragezeichen hinsichtlich der mittelfristigen Budget- entwicklung bestehen durch die anvisierte Neuregelung des Länderfinanzaus- gleichs sowie der Energiepolitik. Die gute Nachricht ist, dass die öffentliche Ver- schuldung auch aufgrund der Einnahmen beim Verkauf von Vermögenswerten der staatlichen Bad Banks weiter sinken wird. Nach ihrem Höchststand von 80,4% des BIP im Jahr 2010 haben sich die Staatsschulden schon bis zum En- de letzten Jahres auf gut 74% zurückgebildet und dürften 2017 dann die 70%- Marke unterschreiten. Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Eric Heymann (+49 69 910-31730, eric.heymann@db.com) Stefan Schneider (+49 69 910-31790, stefan-b.schneider@db.com) 60 65 70 75 80 85 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1 0 1 07 08 09 10 11 12 13 14 15 Budgetsaldo (links) Verschuldung (rechts) Deutschland: Öffentliche Finanzen 31 Gesamter öffentlicher Sektor, % BIP Quellen: Deutsche Bundesbank, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 13 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Budgetsaldo DX BIP - Wachstum Inflation* Leistungsbilanzsaldo Budgetsaldo in % gg. Vj. in % gg. Vj. in % des BIP in % des BIP 2014P 2015P 2016P 2014P 2015P 2016P 2014P 2015P 2016P 2014P 2015P 2016P Euroland 0,8 1,0 1,3 0,4 0,2 1,3 2,4 2,2 2,0 - 2,6 - 2,5 - 2,3 Deutschland 1,4 1,0 1,2 1,0 1,0 1,5 7,6 7,2 7,0 0,1 - 0,5 - 0,7 Frankreich 0,4 0,9 1,4 0,6 0,5 1,2 - 1,8 - 1,8 - 1,5 - 4,4 - 4,2 - 3,9 Italien - 0,4 0,3 0,9 0,2 0,4 1,1 1,6 1,8 1,6 - 3,0 - 2,8 - 2,7 Spanien 1,3 1,9 1,8 - 0,2 0,4 1,4 0,4 0,6 0,9 - 5,6 - 4,5 - 3,8 Niederlande 0,7 1,7 1,1 0,3 0,6 1,3 10,9 11,4 11,5 - 2,5 - 2,0 - 1,9 Belgien 1,0 1,0 1,4 0,6 0,8 1,4 1,0 1,5 1,0 - 2,8 - 2,8 - 2,5 Österreich 0,4 0,8 1,5 1,4 1,2 1,7 1,5 1,8 2,4 - 3,0 - 1,9 - 1,2 Finnland 0,0 0,8 1,3 1,2 1,1 1,4 - 1,3 - 1,0 - 0,6 - 2,7 - 2,3 - 1,7 Griechenland 1,2 2,7 3,1 - 1,3 - 0,7 1,0 0,5 1,5 2,0 - 1,3 0,5 1,9 Portugal 0,9 1,2 1,6 - 0,2 0,7 1,3 0,5 0,8 1,0 - 4,7 - 3,5 - 3,3 Irland 4,0 3,3 3,2 0,3 0,6 1,6 4,5 5,5 6,0 - 3,6 - 2,9 - 2,8 Großbritannien 3,0 2,5 2,3 1,5 1,3 1,8 - 5,0 - 4,0 - 3,5 - 4,9 - 3,9 - 2,0 Dänemark 0,9 1,7 1,8 0,6 1,0 1,5 6,8 6,5 6,0 - 1,0 - 2,5 - 2,0 Norwegen 2,2 2,4 2,5 2,0 2,0 2,0 10,5 10,0 9,5 10,0 9,5 9,0 Schweden 1,9 2,3 2,8 - 0,2 0,5 1,5 5,9 5,3 4,8 - 2,0 - 1,5 - 1,0 Schweiz 1,7 1,8 2,0 0,1 0,4 0,8 11,0 10,8 10,5 0,0 0,4 0,8 Tschech. Rep. 2,4 2,5 2,7 0,4 1,5 1,9 - 1,0 - 0,8 - 0,6 - 1,6 - 2,1 - 2,2 Ungarn 3,4 2,4 2,3 - 0,1 1,9 3,1 3,8 3,7 3,6 - 2,9 - 2,7 - 2,4 Polen 3,3 3,3 3,5 0,1 0,9 1,7 - 2,6 - 2,9 - 3,1 - 3,4 - 2,9 - 2,7 USA 2,4 3,5 3,1 1,7 1,2 2,1 - 2,5 - 2,6 - 2,9 - 2,9 - 2,5 - 2,9 Japan 0,3 1,3 1,7 2,9 1,3 0,9 0,4 2,2 2,4 - 7,1 - 6,3 - 5,4 China 7,3 7,0 6,7 2,2 2,6 3,0 3,1 3,4 3,3 - 2,1 - 2,5 - 3,0 Welt 3,2 3,6 3,8 3,7 3,7 3,9 *Inflationsdaten für EU - Länder basieren auf harmonisierten Verbraucherpreisindizes außer bei Deutschland. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Pub likationen führen. Quellen: Nationale Behörden, Nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Prognosen Deutschland: BIP-Wachstum nach Komponenten, % gg.Vq., Jahresdaten % gg.Vj. DX 2014 2015 2012 2013 2014P 2015P 2016P Q1 Q2 Q3 Q4P Q1P Q2P Q3P Q4P BIP 0,4 0,1 1,4 1,0 1,2 0,8 - 0,1 0,1 0,0 0,2 0,2 0,3 0,4 Privater Konsum 0,7 0,8 1,1 1,5 1,0 0,5 0,1 0,7 0,3 0,4 0,3 0,2 0,3 Staatsausgaben 1,2 0,7 1,2 0,9 0,3 0,2 0,4 0,6 0,2 0,1 0,2 0,1 0,2 Anlageinvestitionen - 0,7 - 0,6 3,0 1,6 2,4 2,8 - 1,8 - 0,9 0,3 0,3 0,6 1,0 0,7 Ausrüstungen - 3,1 - 2,4 2,9 0,9 4,2 1,7 0,4 - 2,3 - 1,0 0,0 0,7 2,0 1,0 Bau 0,6 - 0,1 3,4 2,3 2,3 4,2 - 3,9 - 0,3 1,0 0,7 0,7 0,7 0,7 Lager, % - Punkte - 1,4 0,2 - 0,3 - 0,3 - 0,2 - 0,1 0,1 - 0,5 0,0 0,0 - 0,1 0,0 0,0 Exporte 2,8 1,6 3,9 4,7 5,2 - 0,2 1,2 1,9 0,5 0,7 1,0 1,2 1,5 Importe 0,0 3,1 3,7 5,5 5,4 - 0,1 1,1 1,7 1,2 1,0 1,2 1,5 1,5 Nettoexport, % - Punkte 1,3 - 0,5 0,3 0,0 0,3 - 0,1 0,1 0,2 - 0,2 - 0,1 0,0 0,0 0,1 Konsumentenpreise* 2,0 1,5 1,0 1,0 1,5 1,2 1,1 0,8 0,8 1,2 1,2 1,2 1,3 Arbeitslosenquote, % 6,8 6,9 6,7 6,8 7,1 6,8 6,7 6,7 6,6 6,7 6,7 6,8 6,9 Industrieproduktion - 0,4 0,1 1,8 1,0 2,0 Budgetsaldo, % BIP 0,1 0,0 0,1 - 0,5 - 0,7 Öffentlicher Schuldenstand, % BIP 81,0 78,4 74,0 72,4 70,6 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 7,1 6,7 7,6 7,2 7,0 Leistungsbilanzsaldo, EUR Mrd. 196 189 220 211 212 *Inflationsdaten für Deutschland basieren auf nationaler Abgrenzung. Dies kann zu Diskrepanzen zu anderen DB Publikationen fü hren. Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank, Arbeitsagentur, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 14 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Der DB Makro - Überraschungsindex vergleicht den Wert der veröffentlichten Konjunkturdaten mit den Markterwartungen und liefert damit Hinweise über die Richtung künftiger Prognoseanpassungen. 7 Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) 7 Siehe für Details Ausblick Deutschland. 4. August 2014. -0,7 -0,5 -0,3 -0,1 0,1 0,3 0,5 Jan 14 Mrz 14 Mai 14 Jul 14 Sep 14 Nov 14 Jan 15 DB Makro - Überraschungsindex +/ - 1 Standardabweichung Durchschnitt der z-Werte der vergangenen 20 Datenüberraschungen Werte über (unter) 0 bedeuten über (unter) der Markterwartung liegende Datenveröffentlichungen Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research DB Makro-Überraschungsindex Deutschland Letzte 20 veröffentlichte deutsche Konjunkturdaten DX Bloomberg TickerIndikator Berichts- monat Veröffentlich- ungsdatum Aktueller Wert Bloomberg Konsensus Überra- schung Standardisierte Überraschung Quantils- rang GRZEWI IndexZEW - Konjunktur (Erwartungen)11 201418.11.1411,50,511,01,30,9 GRZECURR IndexZEW - Konjunktur (Situation)11 201418.11.143,31,71,60,20,6 GRIFPBUS Indexifo Geschäftsklimaindex11 201424.11.14104,7103,01,71,10,9 GRGDPPGQ IndexBIP (% gg. Vq.)9 201425.11.140,10,10,0-0,10,3 GRIMP95Y IndexImportpreise (% gg. Vj.)10 201426.11.14-1,2-1,50,30,60,8 GRUECHNG IndexVeränderung Arbeitslose (Tsd. gg. Vm.)11 201427.11.14-14,0-0,513,50,30,6 GRFRIAMM IndexEinzelhandelsumsätze (% gg. Vm.)10 201428.11.141,61,50,10,40,6 MPMIDEMA IndexPMI Verarbeitendes Gewerbe11 201401.12.1449,550,0-0,5-0,50,2 MPMIDESA IndexPMI Dienstleistungssektor11 201403.12.1452,152,10,00,10,5 GRIORTMM IndexAuftragseingänge (% gg. Vm.)10 201405.12.142,50,52,00,90,8 GRIPIMOM IndexIndustrieproduktion (% gg. Vm.)10 201408.12.140,20,4-0,2-0,10,4 GRCAEU IndexLeistungsbilanzsaldo (EUR Mrd.)10 201409.12.1423,118,05,11,20,9 GRCP20YY IndexVPI (% gg. Vj.)11 201411.12.140,60,60,00,30,4 GRZECURR IndexZEW - Konjunktur (Situation)12 201416.12.1410,05,05,00,60,7 MPMIDESA IndexPMI Dienstleistungssektor12 201416.12.1451,451,40,00,10,5 GRZEWI IndexZEW - Konjunktur (Erwartungen)12 201416.12.1434,920,014,91,70,9 GRIFPBUS Indexifo Geschäftsklimaindex12 201418.12.14105,5105,50,0-0,20,4 GRIMP95Y IndexImportpreise (% gg. Vj.)11 201422.12.14-2,1-1,9-0,20,20,6 MPMIDEMA IndexPMI Verarbeitendes Gewerbe12 201402.01.1551,251,20,00,00,5 GRCP20YY IndexVPI (% gg. Vj.)12 201405.01.150,20,3-0,1-0,30,2 Quellen: Bloomberg Finance LP, Deutsche Bank Research Ausblick Deutschland 15 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Deutschland: Datenmonitor DX Q4 2013 Q1 2014 Q2 2014 Q3 2014 Q4 2014 Jul 2014 Aug 2014 Sep 2014 Okt 2014 Nov 2014 Dez 2014 Konjunkturumfragen Gesamtwirtschaft ifo Geschäftsklima 108,9 110,8 110,3 106,3 104,5 107,9 106,3 104,7 103,2 104,7 105,5 ifo Geschäftserwartungen 106,0 107,8 106,0 101,4 99,7 103,3 101,6 99,3 98,3 99,8 101,1 PMI Composite 54,5 55,4 55,2 54,5 52,3 55,7 53,7 54,1 53,9 51,7 51,4 Produzierendes Gewerbe ifo Verarbeitendes Gewerbe 104,6 106,8 106,5 102,1 99,6 103,6 102,2 100,6 98,4 99,5 100,8 PMI Verarbeitendes Gewerbe 52,9 55,0 52,8 51,3 50,7 52,4 51,4 49,9 51,4 49,5 51,2 Produktion (% gg. Vp.) 0,6 1,1 - 1,2 - 0,3 1,0 - 2,3 1,1 0,2 Auftragseingang (% gg. Vp.) 2,1 0,0 - 0,2 0,2 4,8 - 4,2 1,1 2,5 Grad der Kapazitätsauslastung 83,3 83,5 84,3 84,0 83,7 Bauhauptgewerbe Produktion (% gg. Vp.) - 0,5 5,1 - 6,0 - 0,3 - 1,4 - 1,1 1,3 0,7 Auftragseingang (% gg. Vp.) 1,6 1,8 - 4,9 - 2,3 6,5 - 3,5 - 1,6 0,6 ifo Bauhauptgewerbe 121,2 122,6 120,5 119,1 118,8 119,3 119,5 118,4 118,3 119,1 118,9 Dienstleistungen PMI Dienstleistungen 54,1 54,0 55,1 55,7 52,6 56,7 54,9 55,7 54,4 52,1 51,4 Konsumentennachfrage EC Konsumentenbefragung - 2,8 0,3 4,3 1,0 3,9 0,3 - 1,1 - 0,7 - 1,6 Einzelhandelsumsätze (% gg. Vp.) 0,1 1,5 - 0,4 - 0,3 - 0,7 0,6 - 1,8 1,6 Neuzulassungen PKW (% gg. Vj.) 1,6 2,8 - 0,3 4,1 6,8 - 0,4 5,2 3,7 - 1,8 Außenhandel Auslandsaufträge (% gg. Vp.) 3,8 - 1,4 0,2 1,8 7,6 - 6,5 4,0 0,6 Exporte (% gg. Vp.) 1,7 0,6 0,0 2,8 4,7 - 5,5 5,5 0,9 Importe (% gg. Vp.) - 0,7 0,4 - 0,1 0,7 0,5 - 2,6 5,4 - 3,0 Nettoexporte (EUR Mrd.) 54,2 54,8 55,0 61,0 22,2 18,8 19,9 23,1 Ar beitsmarkt Arbeitslosenquote (%) 6,9 6,8 6,7 6,7 6,7 6,7 6,7 6,6 6,6 Veränderung Arbeitslosigkeit (Tsd. gg. Vp.) 15,3 - 43,0 - 19,7 2,7 - 13,0 1,0 9,0 - 23,0 - 14,0 Beschäftigung (% gg. Vj.) 0,5 0,7 0,9 0,9 0,9 0,9 0,9 1,0 ifo Beschäftigungsbarometer 107,2 107,5 106,8 106,4 106,0 107,0 106,0 106,9 105,4 Pr eise, Löhne und Arbeitskosten Preise HVPI (% gg. Vj.) 1,3 1,0 0,9 0,8 0,4 0,8 0,8 0,8 0,7 0,5 0,1 Kern - HVPI (% gg. Vj.) 1,1 1,1 1,1 1,2 1,2 1,2 1,2 1,1 0,9 Harmonisierter PPI (% gg. Vj.) - 0,7 - 1,0 - 0,8 - 0,8 - 0,8 - 0,8 - 1,0 - 1,0 - 0,9 Rohstoffe ohne Energie (% gg. Vj.) - 10,4 - 11,1 - 4,9 - 1,8 - 3,0 - 1,3 - 1,1 0,9 1,7 Ölpreis (USD) 109,3 108,2 109,7 102,0 106,9 101,6 97,4 87,3 78,8 Inflationserwartungen EC Haushaltsumfrage 25,5 22,0 16,9 13,4 15,3 14,8 10,0 11,1 8,5 EC Unternehmensumfrage 6,1 5,6 2,3 4,2 3,3 4,1 5,2 4,7 3,2 Lohnstückkosten (gg. Vj.) Lohnstückkosten 1,4 0,8 2,1 2,0 Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer 2,0 2,8 2,6 2,5 Arbeitnehmerentgelt je Stunde 2,2 0,8 2,5 2,3 Monetärer Sektor (gg. Vj.) M3 2,7 3,5 4,2 4,8 4,4 5,0 4,8 4,0 5,2 Trend von M3* 4,5 4,7 4,6 4,7 Kredite an Unternehmen und Privatpersonen - 3,1 - 3,6 - 3,5 1,4 - 2,8 1,0 1,4 1,2 Kredite an öffentliche Haushalte - 17,1 - 1,5 9,7 5,9 11,4 5,1 5,9 5,1 % gg. VP = Veränderung gegenüber der Vorperiode; * zentrierter 3M - Durchschnitt Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission, Eurostat, Statistisches Bundesamt, HWWI, ifo, Markit Ausblick Deutschland 16 | 6. Januar 2015 Aktuelle Themen Heiko Peters (+49 69 910-21548, heiko.peters@db.com) Oliver Rakau (+49 69 910-31875, oliver.rakau@db.com) Finanzmarktprognosen DX US JP EWU GB CH SE DK NO PL HU CZ Le itzinssatz, % Aktuell 0,125 0,10 0,05 0,50 - 0,75 0,00 0,20 1,25 2,00 2,10 0,05 Mrz 15 0,250 0,10 0,05 0,50 0,00 0,00 0,20 1,25 2,00 2,10 0,05 Jun 15 0,500 0,10 0,05 0,50 0,00 0,00 0,20 1,25 2,00 2,10 0,05 Dez 15 1,000 0,10 0,05 1,00 0,00 0,00 0,20 1,25 2,00 2,10 0,05 3M Geldmarktsatz, % Aktuell 0,35 0,20 0,08 0,56 Mrz 15 0,35 0,15 0,10 0,55 Jun 15 0,75 0,15 0,05 0,68 Dez 15 1,35 0,15 0,05 1,25 Rendite 10J Staatsanleihen, % Aktuell 2,10 0,33 0,50 1,73 0,31 0,89 0,78 1,53 Mrz 15 1,85 0,40 0,70 2,10 0,00 0,00 0,00 0,00 Jun 15 2,50 0,50 0,80 2,20 0,00 0,00 0,00 0,00 Dez 15 2,65 0,60 1,10 2,50 0,00 0,00 0,00 0,00 Wechselkurse EUR/USD USD/JPY EUR/GBP GBP/USD EUR/CHF EUR/SEK EUR/DKK EUR/NOK EUR/PLN EUR/HUF EUR/CZK Aktuell 1,20 120,29 0,78 0,65 1,20 9,42 7,44 9,04 4,26 318,75 27,72 Mrz 15 1,22 121,00 0,76 1,61 1,23 8,95 7,46 8,20 4,16 307,50 27,50 Jun 15 1,20 121,00 0,75 1,60 1,24 8,90 7,46 7,95 4,13 310,00 27,50 Dez 15 1,15 125,00 0,73 1,58 1,25 8,75 7,46 7,85 4,08 315,00 27,50 Quellen: Bloomberg, Deutsche Bank © Copyright 2015. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bank- geschäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstlei- stungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Ex- change, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Limited, Tokyo Branch, genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. Druck: HST Offsetdruck Schadt & Tetzlaff GbR, Dieburg Print: ISSN 1430 - 7421 / Internet: ISSN 1435 - 0734 / E - Mail: ISSN 1616 - 5640