1. Research
  2. Produkte & Themen
  3. Publikationsreihen
  4. Deutschland Monitor Unternehmensfinanzierung
25. Juli 2018
Die Kreditvergabe an Unternehmen und Selbstständige hat im ersten Quartal noch weiter an Fahrt gewonnen und das beste Ergebnis seit fast 20 Jahren erzielt (+1,8% ggü. Vq. / +4,3% ggü. Vj.). Wachstum gab es in fast allen Branchen und Bankengruppen, wobei die kurzfristigen Kredite besonders stark expandierten. Das Zinsniveau verharrte auf sehr niedrigem Niveau, was das Einlagengeschäft schwächte (nur noch +0,4% ggü. Vj.). Unter der hohen Kreditnachfrage litten die Finanzierungsalternativen, insbesondere das Anleihegeschäft. Das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft hat sich in Q1 deutlich verlangsamt (BIP: +0,3% ggü. Vq.). Das lag v.a. am negativen Beitrag des Außenhandels und dem rückläufigen Staatskonsum. Dagegen schnitten die Investitionen der Unternehmen, der Bau und der private Konsum relativ gut ab. Die weitere Entwicklung im Handelsstreit wird für den Export und darüber hinaus auch die Investitionen entscheidend sein; bisher wurde die BIP-Prognose für das Gesamtjahr nur moderat auf 2% gesenkt. [mehr]
Deutschland-Monitor Unternehmensfinanzierung Unternehmensfinanzierung Kreditvergabe nimmt noch mehr Tempo auf, über alle Branchen und Banken- gruppen hinweg. Das Kreditvolumen deutscher Banken im Geschäft mit Unter- nehmen und Selbstständigen hat im ersten Quartal so stark zugenommen wie seit fast 20 Jahren nicht mehr (+1,8% bzw. EUR +22,9 Mrd.). Im Vorjahresver- gleich steht ein Plus von 4,3% zu Buche – der beste Wert seit der Finanzkrise. Der Aufschwung wird von einer sehr breiten Branchenbasis getragen. Davon profitieren alle großen Bankengruppen, wobei in diesem Vierteljahr die Aus- landsbanken und die einheimischen Kreditbanken an der Spitze lagen. Beson- ders kräftig legten die kurzfristigen Kredite zu (+8,8% ggü. Vorjahr), möglicher- weise aufgrund einer erhöhten Liquiditätshaltung der Unternehmen angesichts der gedämpften Konjunktur und Sorgen um einen drohenden Handelsstreit. Die Kreditmargen der Banken standen wegen eines verschärften Wettbewerbs ein- mal mehr unter Druck. Das Zinsniveau verharrte in sehr niedrigem, bei Einlagen negativem Bereich. Das schwächte das Einlagengeschäft, wo das Volumen kaum noch über dem Stand vor 12 Monaten liegt (+0,4%). Andere Finanzierungsquellen leiden weiterhin unter der starken Kreditnach- frage. Enttäuschend verlief der Jahresauftakt bei der Ausgabe von Unterneh- mensanleihen, die netto mit EUR -0,8 Mrd. sogar negativ war (und das im nor- malerweise stärksten Quartal des Jahres). Auch bei Commercial Paper hal- bierte sich das Emissionsvolumen ggü. dem Vorjahr, und innerhalb eines nur noch leicht wachsenden Leasingmarkts war das Kfz-Geschäft überraschender- weise rückläufig. Lediglich die häufig so dürftigen Aktienemissionen verzeichne- ten mit einem Volumen von EUR 2,3 Mrd. ein passables Ergebnis. Konjunktur Deutsche Wirtschaft mit verhaltenem Jahresauftakt . Das BIP-Wachstum hat sich in Q1 mit 0,3% ggü. Vq. (Q4 2017: 0,6%) spürbar abgeschwächt. Sinkende Stimmungsindikatoren (ifo, PMI) sowie schwache Industrieproduktion kündigten dies an. Die Wachstumsimpulse kamen ausschließlich aus dem Inland. Die schleppende Industrieproduktion und rückläufige Auftragseingänge zu Beginn der ersten Jahreshälfte könnten das Investitionswachstum in Q2 dämpfen, ebenso wie die fortwährenden Handelsstreitigkeiten, die zudem den Außenbei- trag belasten. Positive Wachstumsimpulse erwarten wir vom Bausektor und von der Konsumnachfrage. BIP-Prognose für das Jahr 2018 auf 2% gesenkt. Nach der schwachen Entwick- lung zu Jahresbeginn rechnen wir in Q2 mit einer wenn auch begrenzten Auf- holbewegung des deutschen BIP-Wachstums. Zwar sind einige hemmende Sondereffekte mittlerweile abgeklungen, der anhaltende Handelskonflikt mit sei- nem unklaren Verlauf beeinträchtigt die konjunkturellen Erwartungen jedoch weiterhin. Der günstige Arbeitsmarkt und die kräftigen, über den Erwartungen liegenden Tarifabschlüsse in Q1 sollten den privaten Konsum weiter stützen. Insgesamt sehen wir unsere jüngste Anpassung der deutschen BIP- Wachstumsprognose auf 2% (zuvor 2,3%) als wohlbegründet an. Autoren Jan Schildbach +49 69 910-31717 jan.schildbach@db.com Marc Schattenberg +49 69 910-31875 marc.schattenberg@db.com Editor Stefan Schneider Deutsche Bank AG Deutsche Bank Research Frankfurt am Main Deutschland E-Mail: marketing.dbr@db.com Fax: +49 69 910-31877 www.dbresearch.de DB Research Management Stefan Schneider 25. Juli 2018 Anhaltend schwungvolles Kredit- geschäft, aber konjunkturelle Delle in Deutschland in Q1 2018 Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 2 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor Unternehmensfinanzierung in Deutschland Kreditvolumen Das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen in Deutschland hat im ersten Quartal 2018 weiter schwungvoll zugelegt. Das ausstehende Kreditvo- lumen stieg in den (traditionell starken) ersten drei Monaten um EUR 22,9 Mrd. bzw. 1,8% und lag damit um 4,3% höher als vor einem Jahr. Das war der beste Wert seit der Finanzkrise und außerdem bereits das 13. Quartalsplus in Folge (sowie das höchste seit 1999). Zugleich wurde, nominal betrachtet, mit einem Kreditbestand von EUR 1.278 Mrd. der bisherige Rekord aus dem Jahr 2001 überboten, auch wenn das preisbereinigt natürlich noch nicht gilt. Angesichts von Inflation und Wirtschaftswachstum ist die Gesamtverschuldung der Unter- nehmen – einschließlich Anleihen – relativ zur Wirtschaftsleistung seit 2001 um 5 %-Punkte auf 54,5% des BIP gesunken (zu den Details des aktuellen Kon- junkturverlaufs und -ausblicks siehe Teil 2 im Anschluss). Im Euroraum als Ganzes dagegen tritt der Kreditmarkt mit nichtfinanziellen Un- ternehmen unverändert auf der Stelle. Die Banken konnten hier zwar ein Plus von 0,8% gegenüber Vorquartal verbuchen, gegenüber Vorjahr blieb es jedoch bei einem mauen Anstieg von nur 0,3%. Das ist ausgesprochen wenig, in Anbe- tracht der schon seit fünf Jahren wieder expandierenden europäischen Volks- wirtschaft. Die kräftige Kreditausweitung in Deutschland steht hinsichtlich der verschiede- nen Sektoren auf einer breiten Basis. Kredite an Dienstleistungsfirmen lagen genauso wie Kredite an das Verarbeitende Gewerbe Ende März 5,1% über dem Vorjahresniveau. Auch bei den Selbstständigen nahm das Wachstumstempo er- neut zu (+2,6%). Unter den Industriebranchen stach besonders der dynamische Jahresauftakt bei Maschinenbau/Auto (Kreditvolumen EUR +1,7 Mrd. ggü. Vq.), Metall (EUR +0,8 Mrd.) und Chemie (EUR +0,6 Mrd.) hervor. Bei den sonstigen Branchen verzeichneten Handel (EUR +4,1 Mrd.), Versorger/ Bergbau (EUR +2,6 Mrd.) und Bau (EUR +2,1 Mrd.) allesamt einmal mehr kräf- tige Zuwächse in Q1, wenn auch teilweise saisonal bedingt. Auf der anderen Seite war der Rückgang beim Verkehr (EUR -0,3 Mrd.) bereits das 12. Quartals- minus hintereinander. Innerhalb des Dienstleistungssektors setzte sich die dynamische Kreditvergabe an immobiliennahe Branchen fort (Wohnungsunternehmen EUR +2,3 Mrd., Ge- werbeimmobilien EUR +2,1 Mrd.). Das auch in der Breite sehr starke Bild wird durch das beträchtliche Plus bei Telekom/Beratung/Werbung, d.h. den unter- nehmensnahen Dienstleistungen (EUR +2,4 Mrd.), bei Beteiligungsgesellschaf- ten (EUR +1,8 Mrd.), Tourismus/Gastronomie (EUR +0,6 Mrd.) und Gesundheit (EUR +0,5 Mrd.) unterstrichen. Mit Blick auf die Kreditfristigkeiten gab es in Q1 die größten Veränderungen bei den kurzfristigen Krediten (Laufzeit < 1 Jahr), die mit +8,3% ggü. Vq. den größ- ten Sprung seit der Deutschen Einheit verzeichneten. Allerdings sind die Mo- nate zu Jahresbeginn in diesem Segment traditionell auch die stärksten. Ein Grund für den deutlichen Anstieg könnte eine erhöhte Liquiditätshaltung der Un- ternehmen sein – u.a. aufgrund der gedämpften Konjunkturentwicklung und zu- nehmender Sorgen über einen eskalierenden Handelskrieg. Ähnlich kräftig leg- ten die kurzfristigen Kredite zuletzt 2007/08 zu. Aber auch die mittel- und lang- fristigen Ausleihungen verbuchten zwischen Dezember und März solide Zu- wächse. Ohne den ungewohnt heftigen Ausschlag bei den kurzfristigen Krediten hätte das Plus insgesamt bei 3,4% ggü. Vj. gelegen. Wie auf der Branchenseite, so profitierten in Q1 praktisch sämtliche Banken- gruppen von der dynamischen Kreditvergabe. In ihrem üblicherweise stärksten -2 -1 0 1 2 3 4 5 13 14 15 16 17 18 ggü. Vorjahr ggü. Vorquartal Kredite an inländische Unternehmen und Selbstständige* 1 % * ohne sonstige Finanzinstitute Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -6 -4 -2 0 2 4 6 13 14 15 16 17 18 Verarbeitendes Gewerbe Dienstleistungssektor Selbstständige ... nach Branche 2 % ggü. Vorjahr Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 13 14 15 16 17 18 Kurzfristige Kredite Mittelfristige Kredite Langfristige Kredite ... nach Fristigkeit* 3 % ggü. Vorjahr * ohne sonstige Finanzinstitute Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -12 -9 -6 -3 0 3 6 9 12 15 13 14 15 16 17 18 Kreditbanken darunter Auslandsbanken Landesbanken Sparkassen Kreditgenossenschaften ... nach Bankengruppe* 4 * ohne sonstige Finanzinstitute % ggü. Vorjahr Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 3 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor Vierteljahr konnten auch die inländischen Kreditbanken nach zuletzt einigen Enttäuschungen wieder überzeugen (+2,1% ggü. Vq.), während die Auslands- banken ihren 2016 gestarteten Lauf fortsetzten (+3,4%). Sparkassen und Ge- nossenschaftsbanken behielten ihr stetiges, zügiges Expansionstempo bei (je- weils +1,8%), lagen damit aber kurioserweise erstmals seit 2011 nicht mehr über dem Durchschnitt. Nicht zuletzt angesichts der typischen Abschwächung des Geschäfts der Kreditbanken im zweiten Halbjahr ist das aber vermutlich nur eine Momentaufnahme. Ebenfalls ein gutes Q1-Ergebnis erzielten die Landes- banken (+1,7% – der beste Quartalswert seit der Finanzkrise) und selbst die seit Längerem auf Schrumpfkurs befindlichen staatlichen Förderbanken (einschließ- lich DZ Bank) (+1,5%). Am besten schnitt das Kreditgeschäft der Kreditbanken im ersten Quartal in der Industrie (und hier v.a. bei Maschinenbau/Auto), dem Handel und bei den unter- nehmensnahen Dienstleistungen ab. Die Landesbanken konnten insbesondere in den Bereichen Versorger/Bergbau, Gewerbeimmobilien und Beteiligungsge- sellschaften überzeugen. Die Verbünde von Sparkassen und Kreditgenossen- schaften waren bei Wohnungsunternehmen und in der Baubranche am erfolg- reichsten, darüber hinaus erreichten die Sparkassen ein deutliches Plus bei den Versorgern/Bergbau. Andere Finanzierungsquellen Der schon im letzten Jahr zu beobachtende Substitutionseffekt zwischen dem immer stärkeren Kreditgeschäft und den sich nur mäßig entwickelnden alternati- ven Finanzierungsformen ist offenbar weiterhin intakt. In Q1, ihrem üblicherweise besten Vierteljahr, kamen Commercial Paper von Nichtbanken auf einen Nettoemissionswert von EUR 2,6 Mrd. Das war zwar so- lide, aber trotzdem fast die Hälfte unter Vorjahresniveau, und reichte auch nicht aus, um das Minus aus H2 2017 auszugleichen. Die Emission von Anleihen nichtfinanzieller Unternehmen ist unverändert ein wesentlicher Leidtragender des starken Kreditgeschäfts. Sie lag zwischen Ja- nuar und März netto sogar im negativen Bereich, bei EUR -0,8 Mrd. Dabei ist Q1 normalerweise ein günstiger Zeitraum für Anleiheemissionen (Durchschnitt 2009-17: EUR 5,2 Mrd.). Auf der anderen Seite zeigte sich das Anleihegeschäft im Euroraum insgesamt von den Schwierigkeiten im deutschen Markt vollkom- men unbeeindruckt: Das Nettoergebnis von EUR 17,7 Mrd. lag fast 30% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Allerdings haben möglicherweise manche Unternehmen jetzt noch Schuldverschreibungen an den Markt gebracht, bevor die EZB ihre Wertpapierankäufe im weiteren Jahresverlauf einstellt. Damit dürf- ten einer der wichtigsten Nachfrager der letzten Zeit wegfallen und die Renditen sukzessive steigen. Auch das Leasinggeschäft in Deutschland hat nach der ungebremsten Rekord- jagd der letzten Jahre etwas an Schwung verloren. Das Neuvolumen bei Mobili- entransaktionen stieg mit EUR 10,8 Mrd. – bei angepasster Grundgesamtheit ggü. den Vorperioden – nur noch um 1,6% ggü. Vj., v.a. aufgrund eines überra- schenderweise leicht rückläufigen Kfz-Segments. Das Maschinen-Leasing blieb dagegen auf stabilem Wachstumskurs. Das erheblich kleinere und volatilere Im- mobilien-Leasing konnte sein Neugeschäft auf EUR 195 Mio. quasi verdoppeln. Die Platzierung neuer Aktien kam im ersten Quartal auf ein relativ solides Volu- men von EUR 2,3 Mrd. und wurde dabei dominiert von Kapitalerhöhungen und einem Börsengang aus dem Immobiliensektor. Zu berücksichtigen ist, dass in diesen Angaben der Verkauf von rechtlich bereits „existierenden“ Anteilen durch Altaktionäre z.B. per Börsengang nicht enthalten ist. Der Wert solcher Transakti- onen lag in Q1 noch deutlich höher. -2 0 2 4 6 8 10 13 14 15 16 17 18 Anleihen inländischer nichtfinanzieller Unternehmen, Nettoemission 6 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 13 14 15 16 17 18 Commercial Paper inländischer Nichtbanken, Nettoemission 5 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research 0 2 4 6 8 10 12 14 16 13 14 15 16 17 18 Mobilien Immobilien Mrd. EUR Leasinggeschäft, Neuvolumen* 7 * statistische Brüche in Q1 2014 und Q1 2017 Quelle: BDL 0 2 4 6 8 10 12 13 14 15 16 17 18 Aktienemissionen inländischer Unternehmen (einschl. Finanzinstitute) 8 Mrd. EUR Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 4 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor Einlagenvolumen Die tendenzielle Schwäche des Einlagengeschäfts mit Unternehmen und Selbstständigen hält unvermindert an. Von Dezember bis März sanken die Sichteinlagen zum ersten Mal seit vier Jahren und erst zum zweiten Mal seit 2010 (EUR -4,1 Mrd.). Aufgrund der weiter rückläufigen Bestände an Termingel- dern (EUR -9,8 Mrd.) liegt das Einlagenvolumen kaum noch über dem Vorjah- resniveau (+0,4%). Die Negativzinsen führen also mittlerweile mit einiger Verzö- gerung doch zu immer klareren Bremsspuren auf der Refinanzierungsseite der Banken. Interessanterweise kann davon bei Einlagen der Privatkunden keine Rede sein (wobei das Zinsniveau dort noch leicht im positiven Bereich liegt). Ergebnisse des Bank lending surveys der EZB Die allgemeinen Kreditstandards der deutschen Banken für Unternehmen blie- ben auch in Q1 nahezu stabil. Geringfügig wirkte sich lediglich eine stärkere Konkurrenz durch andere Banken und Nichtbanken aus. Die konkreten Konditi- onen für tatsächlich neu vergebene Kredite wurden jedoch von immerhin 19% der befragten Institute gelockert, ebenfalls v.a. aufgrund der verschärften Wett- bewerbssituation, aber auch etwas geringerer Refinanzierungskosten. Das schlug sich in niedrigeren Margen für durchschnittliche (25%) ebenso wie für ris- kantere (13%) Ausleihungen nieder, und in reduzierten Fristigkeits-Anforderun- gen (13%). Diese Effekte waren einmal mehr deutlich ausgeprägter bei großen Unternehmen als bei kleineren. Im Eurogebiet insgesamt wurden die Kreditstan- dards durch die Bank weg etwas mehr gelockert als in Deutschland, dafür sah das Bild bei den Kreditkonditionen ganz ähnlich aus. Die Kreditnachfrage in Deutschland hat sich im Quartalsvergleich erneut leicht erhöht (berichtet von 9% der Banken), was mit der starken Volumenentwicklung konsistent ist. Allerdings wurde der Anstieg dieses Mal nur von KMU getragen, während die Nachfrage großer Unternehmen stagnierte. Der wachsende Investi- tionsbedarf der Firmen war der wichtigste Nachfrage-Treiber, die Möglichkeit zur Innenfinanzierung und die Konkurrenz durch andere Banken der größte dämp- fende Faktor. In der EWU als Ganzes verteilte sich das Nachfrageplus (15%) gleichmäßig auf kleine und größere Unternehmen. Für das zweite Quartal erwarten die deutschen Banken keine nennenswerte Än- derung der Kreditstandards – aber überraschenderweise erstmals seit über drei Jahren auch keine nennenswerte Zunahme der Kreditnachfrage. Dagegen blei- ben die Banken aus dem Euroraum mit Blick auf die Nachfrage optimistisch: 22% gehen von einer Steigerung aus. Zinssätze Das Zinsniveau im Kredit-Neugeschäft ist auch in Q1 im Wesentlichen unverän- dert geblieben. In den einzelnen Kreditkategorien war die Entwicklung unein- heitlich. Kleinkredite an Kapitalgesellschaften (< EUR 1 Mio.) wurden wenige Basispunkte teurer, größere Kredite und solche an Selbstständige und Perso- nengesellschaften wenige Basispunkte billiger. Ähnlich sah es bei den unter- schiedlichen Zinsbindungsfristen aus: Variabel verzinste Ausleihungen wurden minimal günstiger als im Vorquartal, solche mit Zinsbindung > 1 Jahr wenige Basispunkte teurer. Längerfristig stehen bei einer Zinswende der EZB steigende Zinssätze im Raum, das dürfte aber wohl noch einige Quartale dauern. Zwar wird für Bundesanleihen, die eng mit den Kreditzinsen korrelieren, bis Ende des Jahres ein deutlicher Renditeanstieg prognostiziert. Jedoch wird ein solcher Renditeanstieg schon länger vorhergesagt, ist aber bis heute nicht eingetreten. Die Zinsen auf Sichteinlagen blieben im ersten Quartal konstant bei -2 Bp., wäh- rend die Zinsen auf Termineinlagen um 3 Bp. auf jetzt -6 Bp. rückläufig waren – hier deutet also bislang wenig auf bald steigende Zinsen hin. Jan Schildbach (+49 69 910-31717, jan.schildbach@db.com) 1.100 1.125 1.150 1.175 1.200 1.225 1.250 1.275 1.300 -40 -30 -20 -10 0 10 20 30 40 13 14 15 16 17 18 Termineinlagen, ggü. Vorquartal (links) Sichteinlagen, ggü. Vorquartal (links) Volumen insgesamt** (rechts) Mrd. EUR * einschließlich sonstiger Finanzinstitute ** Enthält Rückgang um EUR 80,9 Mrd. in Q3 13 und Anstieg um EUR 9,4 Mrd. in Q4 14 aufgrund statistischer Umklassifizierungen. Sicht - und Termineinlagen von inländi - schen Unternehmen & Selbstständigen* 9 Quellen: Bundesbank, Deutsche Bank Research Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 5 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor -40 -35 -30 -25 -20 -15 -10 -5 0 Q 1 1 5 Q 3 1 5 Q 1 1 6 Q 3 1 6 Q 1 1 7 Q 3 1 7 Q 1 1 8 Deutschland Euroraum ... gesunken Bank lending survey: Margen für durchschnittliche Unternehmenskredite 11 Quellen: Bundesbank, EZB 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Q 2 1 5 Q 4 1 5 Q 2 1 6 Q 4 1 6 Q 2 1 7 Q 4 1 7 Q 2 1 8 Deutschland Euroraum ... gestiegen Bank lending survey: Nachfrage nach Unternehmenskrediten* 12 * Q2 18 erwarteter Wert Quellen: Bundesbank, EZB 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 13 14 15 16 17 18 Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften, * EUR 1 Mio. Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften, > EUR 1 Mio. Kredite an Selbstständige und Personengesellschaften % Ø - Zins im Kredit - Neugeschäft, nach Kredithöhe 13 Quelle: EZB 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 4,0 13 14 15 16 17 18 Kredite mit Zinsbindung * 1 Jahr Kredite mit Zinsbindung von 1-5 Jahren Kredite mit Zinsbindung > 5 Jahre ... nach Zinsbindungsfrist 14 %, Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Quelle: EZB -0,2 -0,1 0,0 0,1 0,2 0,3 0,4 13 14 15 16 17 18 Sichteinlagen Termineinlagen % Ø - Zins auf Einlagen von nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (Neugeschäft) 15 Quelle: EZB -12 -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 Q 2 1 5 Q 4 1 5 Q 2 1 6 Q 4 1 6 Q 2 1 7 Q 4 1 7 Q 2 1 8 Deutschland Euroraum * Q2 18 erwarteter Wert ... verschärft ... gelockert Bank lending survey: Kreditstandards für Unternehmen* 10 Quellen: Bundesbank, EZB Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 6 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor Langsameres Wachstum Q1 2018 – Kapazitätsengpässe zunehmend spürbar — Deutschlands BIP-Wachstum hat sich in Q1 2018 auf 0,3% ggü. Vq. abge- schwächt. Die verringerte Dynamik ging einher mit rückläufigen Stimmungs- indikatoren und schwachen Produktionsdaten, u.a. verursacht durch grö- ßere geopolitische Unsicherheiten und eine ungewöhnlich starke Grippe- welle in Deutschland. Zu Beginn des zweiten Quartals hat sich die Stim- mung wieder etwas aufgehellt. — Positive Wachstumsimpulse kamen in Q1 ausschließlich aus dem Inland. Haupttreiber waren dabei die Bruttoanlageinvestitionen, sie sind in Q1 mit 1,7% ggü. Vq. deutlich angestiegen. Dabei legten Investitionen in Anlagen und Ausrüstungen um 1,2% ggü. Vq. zu. Die Bauinvestitionen stiegen sogar um 2,1% ggü. Vq. an. — Für Q2 rechnen wir mit einer leichten Beschleunigung des BIP-Wachstums, die weiterhin hauptsächlich von der Binnennachfrage getrieben wird. Der günstige Arbeitsmarkt und die kräftigen, über den Erwartungen liegenden Tarifabschlüsse in Q1 sollten den privaten Konsum weiter stützen. Entschei- dend für das BIP-Wachstum in Q2 werden die privaten Investitionsausga- ben sein, wo sich nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Handelsstreitigkei- ten ein gemischter Ausblick ergibt. BIP-Wachstum in Q1 – positive Impulse aus dem Inland Im Vergleich zum starken Schlussquartal 2017 (+0,6% ggü. Vq.) hat sich das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft in Q1 2018 mit 0,3% ggü. Vq. deutlich verlangsamt. Damit bestätigte sich die eingetrübte konjunkturelle Stimmung, die im Frühjahr bereits durch rückläufige ifo- und PMI-Indizes sowie schwache In- dustrieproduktionsdaten signalisiert wurde. Positive Wachstumsimpulse kamen in Q1 ausschließlich aus dem Inland. Haupttreiber waren dabei die Investitionen. So leisteten die Ausrüstungsinvesti- tionen einen Wachstumsbeitrag von 0,1%-Punkten und die Bauinvestitionen lie- ferten weitere 0,2%-Punkte zum Quartalswachstum des deutschen BIP. Nach einem halben Jahr annähernder Stagnation belebten sich auch die privaten Konsumausgaben wieder und trugen 0,2%-Punkte bei. Der Rückgang des staatlichen Konsums sowie die Entwicklung des Außenhandels reduzierten das Quartalswachstum um jeweils 0,1%-Punkte. Private Investitionen – die Wachstumsstütze in Q1 2018 Die Entwicklung der privaten Investitionen profitierte in Q1 sowohl von der mit 88% sehr hohen Auslastung der industriellen Kapazitäten, wie auch von einer starken Nachfrage nach Bauleistungen, die sich in einer Auftragsreichweite von zuletzt vier Monaten im Bauhauptgewerbe widerspiegelt. So gewannen die pri- vaten Ausrüstungsinvestitionen in Q1 mit 1,2% ggü. Vq. (Q4 2017: 0,7%) weiter an Schwung. Die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen bleiben weiterhin günstig. Angesichts guter Erträge ist auch die Innenfinanzierungssituation gut. Demgegenüber drücken jedoch die jüngsten geopolitischen Entwicklungen, ins- besondere der sich weiter verschärfende Handelskonflikt mit den USA auf die Stimmung und auf die für Investitionen noch wichtigeren Erwartungen. Die ifo- Geschäftserwartungen fielen seit Jahresbeginn kontinuierlich bis auf den Juli- Wert von 98,2 Punkten (H2 2017: 102,4). Insbesondere die ifo-Exporterwartun- gen gingen im Juni auf 12,4 Saldenpunkte zurück, ihren Stand vom Dezember 2017 . -1,0 -0,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 Q1 17 Q2 17 Q3 17 Q4 17 Q1 18 17 18F 19F Außenbeitrag Lager Bauinvestitionen Ausrüstungsinvestitionen Staatskonsum Privater Konsum Reales BIP Wachstumsbeiträge zum realen BIP-Wachstum, ggü. Vq., ggü. Vj., %-Punkte Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research Binnenwirtschaft in Q1 der Hauptwachstumstreiber 16 -4 -2 0 2 4 6 8 -2 -1 0 1 2 3 12 13 14 15 16 17 18 PMI gesamt (links) ifo Geschäftserwartungen (links) Reales BIP (rechts) Deutschland; standardisierte Werte (links); % ggü. Vj. (rechts) Quellen: IHS Markit, ifo , Statistisches Bundesamt BIP-Wachstum und Frühindikatoren 17 -6 -4 -2 0 2 4 6 11 12 13 14 15 16 17 Investitionen, insgesamt Ausrüstungsinvestitionen Bauinvestitionen Investitionen 18 % ggü. Vq. Quelle: Statistisches Bundesamt Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 7 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor Somit wird das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen trotz hoher Kapazitäts- auslastung kein Selbstläufer werden. Aufgrund des Mangels an Fachkräften in- vestieren Unternehmen auch vermehrt in die Weiterbildung ihres Personals – Ausgaben, die nicht in der Investitionsstatistik auftauchen. Die privaten Bauinvestitionen stiegen mit 2,1% ggü. Vq. (Q4 2017: 0,5%) deut- lich an. Das Statistische Bundesamt teilte zudem mit, dass das Wachstum der Bauinvestitionen in Q4 2017 bei 0,1% ggü. Vq. lag und damit um 0,5%-Punkte aufwärts revidiert wurde. Die Stimmung im Baugewerbe ist weiterhin bestens, wie der neueste Rekordwert des ifo-Geschäftsklimas im Bauhauptgewerbe mit 115,4 Punkten im Juli zeigte. Trotz der leichten Korrektur im Juni auf 111,3 Punkte ist die kleine Delle zu Jahresbeginn damit mehr als ausgeglichen. Bei ei- ner Kapazitätsauslastung von knapp 80%, nahe des Allzeithochs, ist der Ar- beitskräftemangel im Bauhauptgewerbe, neben Verzögerungen in den Lieferket- ten, weiterhin ein großes Hemmnis für die Fertigstellung von Bauprojekten. Auf der anderen Seite stimmt der anhaltende Nachfrageüberhang die Unternehmen im Hoch- und Tiefbau optimistisch, in den kommenden Monaten weitere Preis- steigerungen durchsetzen zu können. Private Konsumausgaben – weitere Belebung in Sicht Nach einem halben Jahr annähernder Stagnation stiegen die realen privaten Konsumausgaben um 0,4% ggü. Vq. Die Normalisierung wurde durch ein kräftig wachsendes Volkseinkommen begünstigt (+4% ggü. Vj.). Dabei wuchsen die Lohneinkommen im Vorjahresvergleich sehr dynamisch (+4,6% ggü. Vj.), aber auch die Unternehmens- und Vermögenseinkommen konnten solide zulegen (+2,9% ggü. Vj.). Auch die nach wie vor sehr gute Arbeitsmarktsituation stützt den privaten Konsum. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg in Q1 um 1,4% ggü. Vj., ein Plus von 609.000 Personen. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,4% ggü. Vq. und reduzierte sich im Juni weiter auf 5,2%. Vor diesem Hintergrund kamen die Tarifverhandlungen für die Arbeitnehmer des Öffentlichen Dienstes (2018: +3%), der Metall- und Elektroindustrie (2018: +3,9%) sowie des Bauhauptge- werbes (2018: +4,7%) aus Arbeitnehmersicht zu sehr guten Ergebnissen. Die Abschlüsse wurden hauptsächlich in Q2 wirksam, damit dürften die privaten Konsumausgaben dann weiteren Rückenwind erfahren. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der jüngst angestiegenen Ölpreise, in Verbindung mit der Euro- schwäche seit Beginn des zweiten Quartals und der damit verbundenen Dämp- fung der Realeinkommen. Das spiegeln auch die guten Einkommenserwartun- gen und die hohe Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher wider. Ohne diese stützenden Komponenten würde das GfK-Konsumklima (Juni: 10,7 Punkte) infolge der durch den Handelskonflikt merklich gedämpften Konjunk- turerwartungen niedriger ausfallen als zuletzt vermeldet. Die deutsche Industrie mit Schwächephase zu Jahresbeginn Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nahm im ersten Quartal 2018 ledig- lich um 0,1% ggü. Vq. zu. Trotz der temporären Schwächephase entspricht dies dennoch einem Wachstum von 4,2% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die ver- ringerte Dynamik in den ersten Monaten des Jahres 2018 war z.T. bedingt durch eine Reihe von Sondereffekten. Dazu zählten insbesondere die flächen- deckenden Streiks in der Metall- und Elektroindustrie sowie Arbeitsausfälle in- folge vieler Krankmeldungen. Aus internationaler Perspektive kamen die Unsi- cherheiten während der Regierungsbildung in Italien und die zunehmenden Handelsstreitigkeiten belastend hinzu. So zeigten sich in Q1 auch die Auftrags- eingänge mit einem Rückgang von 2,2% ggü. Vq. (inkl. Großaufträge) enttäu- schend. Nach einer viermonatigen Negativserie konnten sie erst im Mai wieder -20 -10 0 10 20 30 40 10 11 12 13 14 15 16 17 18 … zur Entwicklung der Geschäftstätigkeit … zur Entwicklung der Beschäftigung … zur Entwicklung der Produktionstätigkeit … zur Entwicklung der Exporttätigkeit Erwartungen der Unternehmen in DE, Saldo aus positiven und negativen Firmenmeldungen Quelle: ifo Institut Deutlich verhaltenere Erwartungen im Verarbeitenden Gewerbe 19 -1 -0,5 0 0,5 1 1,5 11 12 13 14 15 16 17 Quelle: Statistisches Bundesamt Real, % ggü. Vq. Belebung des realen privaten Konsums im ersten Quartal 20 98 100 102 104 106 108 15 16 17 18 Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, Quartalswerte, sb., 2015=100 Quelle: Statistisches Bundesamt Deutsche Industriekonjunktur legt zu Jahresbeginn Verschnaufpause ein 21 Anhaltend schwungvolles Kreditgeschäft, aber konjunkturelle Delle in Q1 2018 8 | 25. Juli 2018 Deutschland-Monitor um 2,6% ggü. Vm. zulegen. Dabei wuchsen sowohl die Bestellungen von Inves- titions- (+4,7% ggü. Vm.) als auch von Konsumgütern (+4,9% ggü. Vm.) kräftig. Es ist aber zu berücksichtigen, dass im Monatsvergleich der Auftragseingänge häufig starke Schwankungen zu beobachten sind. So deutet die Komponente „Auftragseingänge“ des Einkaufsmanager-Index für die Industrie aktuell wieder auf ein schwaches Ergebnis im Juni hin. Auch die industrielle Kapazitätsauslas- tung zeigt zu Beginn von Q2, dass das Verarbeitende Gewerbe zuletzt einen Gang runtergeschaltet hat. Schließlich passen die Geschäftserwartungen der Industrie in dieses Bild: Sie sanken bis Mai 2018 sechsmal in Folge und stabili- sierten sich zuletzt bei rund 3 Saldenpunkten. Es sieht derzeit aber nicht danach aus, als werde die deutsche Industrie kurzfristig in eine ernsthafte konjunkturelle Krise rutschen. Eingetrübtes Umfeld Nachdem die deutsche Volkswirtschaft die Auswirkungen der langanhaltenden Grippesaison in Q1 hinter sich gelassen hat, sieht sie sich immer noch mit den fortwährenden Handelsstreitigkeiten konfrontiert. Die nominalen Warenausfuh- ren konnten dennoch im Durchschnitt der Monate Mai und April um 3 / 4 % gegen- über dem ersten Quartal zulegen. Solange die Verunsicherung im internationa- len Handelsumfeld anhält und insbesondere eine Spirale von Zöllen und Gegen- zöllen droht, erwarten wir dennoch kaum Wachstumsimpulse vom Außenhan- del. Infolgedessen könnten die Nettoexporte das BIP-Wachstum in Q2 sogar dämpfen. Das Wachstum der Industrieproduktion zeigte sich im Durchschnitt der Monate Mai und April mit einem Plus von ¼% gegenüber Q1 moderat. Die Auftragseingänge in der Industrie gingen im entsprechenden Vergleichszeit- raum um 1% zurück. Insgesamt ist dadurch der Wachstumsausblick auf die In- vestitionen ebenfalls verhalten. Beim privaten Konsum dürfte die Dynamik erhal- ten bleiben. Die EZB-Pressekonferenz im Juni bestätigte unsere Erwartungen, dass die eu- ropäische Geldpolitik noch lange Zeit expansiv bleiben wird. Die EZB wird ihre Anleihekäufe im Schlussquartal dieses Jahres weiter zurückfahren und zum Jahresende schließlich einstellen. In der Pressekonferenz konkretisierte Mario Draghi, dass es vor dem „Ende des Sommers 2019“ zu keiner Zinsanhebung kommen wird. Die erste Zinsanhebung um 25 Bp. erwarten wir nun im Septem- ber 2019. Für Q2 rechnen wir mit einer leichten Beschleunigung des BIP-Wachstums, die weiterhin hauptsächlich von der Binnennachfrage getrieben wird. Marc Schattenberg (+49 69 910-31875, marc.schattenberg@db.com) Deutschland: Konjunkturprognose 23 % ggü. Vj. 2017 2018P 2019P Reales BIP 2.2 2.0 1.8 Privater Konsum 1.8 1.6 1.5 Staatsausgaben 1.5 0.6 1.0 Anlageinvestitionen 3.3 4.0 3.5 Ausrüstungen 2.2 3.5 5.1 Bau 2.7 2.6 4.0 Lager, %-Punkte 0.2 -0.2 0.0 Exporte 4.6 3.8 4.5 Importe 5.2 3.4 5.1 Nettoexport, %-Punkte 0.1 0.4 0.0 HVPI 0.4 1.7 1.6 Staatsverschuldung, % BIP 64.1 60.3 57.0 Arbeitslosenquote, % 5.7 5.2 4.9 Budgetsaldo, % BIP 1.2 1.2 1.0 Leistungsbilanzsaldo, % BIP 8.0 6.8 6.4 Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research © Copyright 2018. Deutsche Bank AG, Deutsche Bank Research, 60262 Frankfurt am Main, Deutschland. Alle Rechte vorbehalten. Bei Zitaten wird um Quellenangabe „Deutsche Bank Research“ gebeten. Die vorstehenden Angaben stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle Einschätzung des Ver- fassers wieder, die nicht notwendigerweise der Meinung der Deutsche Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen entspricht. Alle Meinungen kön- nen ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die Meinungen können von Einschätzungen abweichen, die in anderen von der Deutsche Bank veröffentlichten Dokumenten, einschließlich Research-Veröffentlichungen, vertreten werden. Die vorstehenden Angaben werden nur zu Informations- zwecken und ohne vertragliche oder sonstige Verpflichtung zur Verfügung gestellt. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Angemessenheit der vorste- henden Angaben oder Einschätzungen wird keine Gewähr übernommen. In Deutschland wird dieser Bericht von Deutsche Bank AG Frankfurt genehmigt und/oder verbreitet, die über eine Erlaubnis zur Erbringung von Bankge- schäften und Finanzdienstleistungen verfügt und unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleis- tungsaufsicht (BaFin) steht. Im Vereinigten Königreich wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Filiale London, Mitglied der London Stock Exchange, genehmigt und/oder verbreitet, die von der UK Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen wurde und der eingeschränkten Aufsicht der Financial Conduct Authority (FCA) (unter der Nummer 150018) sowie der PRA unterliegt. In Hongkong wird dieser Bericht durch Deutsche Bank AG, Hong Kong Branch, in Korea durch Deutsche Securities Korea Co. und in Singapur durch Deutsche Bank AG, Singapore Branch, verbreitet. In Japan wird dieser Bericht durch Deutsche Securities Inc. genehmigt und/oder verbreitet. In Australien sollten Privatkunden eine Kopie der betreffenden Produktinformation (Product Disclosure Statement oder PDS) zu jeglichem in diesem Bericht erwähnten Finanzinstrument beziehen und dieses PDS berücksichtigen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen. 50 60 70 80 90 100 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Kapazitätsauslastung Mittelwert seit 1992 Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland, % Auslastung sinkt auf hohem Niveau 22 Quelle: ifo